Wien: Boehringer Ingelheim baut aus

Am Campus Wien-Meidling entsteht bis Ende 2027 um 100 Millionen Euro ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude für bis zu 990 Beschäftigte.

 

Credit: Marion Carniel
Grundsteinlegung: v. l. Bezirksvorsteher Wilfried Zankl, Pavol Dobrocky (Generaldirektor Boehringer Ingelheim RCV), Erich Laller (Swietelsky AG) und Alexandra Beran (Betriebsratsvorsitzende Boehringer Ingelheim RCV)

Um über 100 Millionen Euro errichtet Boehringer Ingelheim an seinem Campus in Wien-Meidling ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude. Dieses soll Ende 2027 fertiggestellt werden und etwa 990 Beschäftigten Platz bieten. Es hat eine Bruttogrundfläche von etwa 25.900 Quadratmetern auf acht oberirdischen und zwei unterirdischen Geschoßen. Ferner verfügt es über eine Garage mit 140 PKW-Stellplätzen inklusive 25 Doppel-Ladestationen für E-Autos. Vorgesehen sind überdies 152 Fahrradstellplätze mit 48 E-Bike-Ladestationen. Acht der Abstellplätze sind für Lastenräder geeignet.

 

Die Raumwärmeversorgung erfolgt mittels Geothermie. Dazu dienen 90 Erdwärmesonden, die in eine Tiefe von 150 Metern in den Untergrund ragen. Boehringer Ingelheim beziffert die Gesamtleistung der Anlage mit rund 420 Kilowatt. Laut dem Konzern reicht dies rechnerisch aus, um 52 Einfamilienhäuser zu versorgen. Der benötigte Strom wird teilweise mithilfe einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Bauwerks erzeugt. Nach Angaben von Boehringer Ingelheim verläuft der Bau bis dato „planmäßig. Der Tiefbau ist fertiggestellt und liegt nun auf Straßenniveau. Nun beginnt die Hochbauphase. Parallel laufen die Detailplanungen für Möblierung, IT und Fassadenkonzept“.

 

Ausgelegt ist das Gebäude für das „Smart Working“ von 866 Personen. Pavol Dobrocky, der Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV), konstatierte, das neue Gebäude stehe „für eine Arbeitswelt, die noch stärker auf Zusammenarbeit, Flexibilität und Austausch ausgerichtet ist: Mitarbeitende können je nach Aufgabe jene Arbeitsumgebung wählen, die sie gerade brauchen – von ruhigen Fokusbereichen über Co-Working- und Multispace-Flächen bis hin zu kreativen Meetingräumen“. 

 

Laut einer Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Arbeiterkammer haben Konzepte wie „Smart Working“ auch für die Beschäftigten durchaus Vorteile. Dazu gehörten „Ersparnisse von Kosten und Wegzeiten, wenn der Arbeitsort schwer erreichbar ist“, aber auch „höhere Produktivität durch Autonomie in der Arbeitsorganisation, wenn selbstorganisiertes Arbeiten durch die Art der Tätigkeit und die dafür notwendigen Kompetenzen unterstützt wird“. Zu den potenziellen Nachteilen von „Smart Working“ gehören dem IHS zufolge „Mehrfach- und Überbelastung im Homeoffice, wenn Arbeitszeit und Freizeit vermischt werden“.