Archive - 2026
July 13th
Wien: Boehringer Ingelheim baut aus
13.07.26
von
Klaus Fischer
Am Campus Wien-Meidling entsteht bis Ende 2027 um 100 Millionen Euro ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude für bis zu 990 Beschäftigte.
Um über 100 Millionen Euro errichtet Boehringer Ingelheim an seinem Campus in Wien-Meidling ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude. Dieses soll Ende 2027 fertiggestellt werden und etwa 990 Beschäftigten Platz bieten. Es hat eine Bruttogrundfläche von etwa 25.900 Quadratmetern auf acht oberirdischen und zwei unterirdischen Geschoßen. Ferner verfügt es über eine Garage mit 140 PKW-Stellplätzen inklusive 25 Doppel-Ladestationen für E-Autos. Vorgesehen sind überdies 152 Fahrradstellplätze mit 48 E-Bike-Ladestationen. Acht der Abstellplätze sind für Lastenräder geeignet.
Die Raumwärmeversorgung erfolgt mittels Geothermie. Dazu dienen 90 Erdwärmesonden, die in eine Tiefe von 150 Metern in den Untergrund ragen. Boehringer Ingelheim beziffert die Gesamtleistung der Anlage mit rund 420 Kilowatt. Laut dem Konzern reicht dies rechnerisch aus, um 52 Einfamilienhäuser zu versorgen. Der benötigte Strom wird teilweise mithilfe einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Bauwerks erzeugt. Nach Angaben von Boehringer Ingelheim verläuft der Bau bis dato „planmäßig. Der Tiefbau ist fertiggestellt und liegt nun auf Straßenniveau. Nun beginnt die Hochbauphase. Parallel laufen die Detailplanungen für Möblierung, IT und Fassadenkonzept“.
Ausgelegt ist das Gebäude für das „Smart Working“ von 866 Personen. Pavol Dobrocky, der Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV), konstatierte, das neue Gebäude stehe „für eine Arbeitswelt, die noch stärker auf Zusammenarbeit, Flexibilität und Austausch ausgerichtet ist: Mitarbeitende können je nach Aufgabe jene Arbeitsumgebung wählen, die sie gerade brauchen – von ruhigen Fokusbereichen über Co-Working- und Multispace-Flächen bis hin zu kreativen Meetingräumen“.
Laut einer Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Arbeiterkammer haben Konzepte wie „Smart Working“ auch für die Beschäftigten durchaus Vorteile. Dazu gehörten „Ersparnisse von Kosten und Wegzeiten, wenn der Arbeitsort schwer erreichbar ist“, aber auch „höhere Produktivität durch Autonomie in der Arbeitsorganisation, wenn selbstorganisiertes Arbeiten durch die Art der Tätigkeit und die dafür notwendigen Kompetenzen unterstützt wird“. Zu den potenziellen Nachteilen von „Smart Working“ gehören dem IHS zufolge „Mehrfach- und Überbelastung im Homeoffice, wenn Arbeitszeit und Freizeit vermischt werden“.
July 8th
Plattform soll Rahmen für klinische Studien verbessern
08.07.26
von
Klaus Fischer
Laut dem Pharmaindustrieverband Pharmig hat „Clinical Trials Austria“ die Aufgabe, eine Strategie für die erleichterte Durchführung von Studien zu entwickeln – samt konkreten Maßnahmen und Erfolgsparametern.
„Clinical Trials Austria“ ist der Arbeitstitel für eine Plattform zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für klinische Studien, die die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG) derzeit mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums aufbaut. Beteiligt sind neben dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium Unternehmen der Pharmaindustrie ebenso wie Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser, die AGES, die BASG sowie Repräsentanten von Politk und Verwaltung. Das Gesundheitsministerium richtet eine Steuerungsgruppe ein. Überdies bekommt die LBG vom Fonds Zukunft Österreich (FZÖ) rund 6,5 Millionen Euro für die Etablierung der Plattform, die 2030 ihre Arbeit aufnehmen soll. Das berichtete Jürgen Busch, der Leiter des Forschungsmanagements der LBG, der Redaktion bei einer Veranstaltung des Pharmaindustrieverbands Pharmig zum Thema „Mehr als Medizin: Wie klinische Forschung Österreich stärkt – und was auf dem Spiel steht“. Laut Busch kam die Initiative zur Einrichtung der Plattform von der LBG, die damit ihr Profil weiter schärfen will, insbesondere in Richtung der klinischen Forschung und deren Förderung.
Bernhard Mraz, einer der stellvertretenden Vorsitzenden des „Standing Committee Klinische Forschung“ der Pharmig sowie Präsident der Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin (GPMed), ergänzte, bei „Clinical Trials Austria“ handle es sich um eine „Multi-Stakeholder-Plattform“ nach dem Vorbild ähnlicher Einrichtungen in Dänemark, Spanien und Deutschland. Zu ihren Zielen gehöre, „ausreichend qualifiziertes ärztliches und nichtärztliches Personal sowie Infrastruktur“ für klinische Studien zur Verfügung zu stellen. Auch sollten die Prozesse für die Initiierung sowie die Abwicklung solcher Studien effizienter gestaltet werden. Das betreffe nicht zuletzt einschlägige Machbarkeitsprüfungen sowie Vertragsabwicklungen. Laut Mraz soll die Plattforum eine Vision sowie eine Strategie für die erleichterte und vermehrte Durchführung klinischer Studien entwickeln, entsprechende Maßnahmen identifizieren und einen „Fahrplan“ samt Erfolgsparametern festlegen. Sinnvoll wäre laut Mraz auch, die Genehmigungsverfahren für klinische Studien EU-weit vermehrt zu harmonisieren.
In Vorleistung gehen
Laut Dejan Baltic, einem der stellvertretenden Vorsitzenden des „Standing Committee Klinische Forschung“ der Pharmig, der hauptberuflich Medical Director der Amgen GmbH in Österreich ist, wäre es sinnvoll, klinische Studien als Teil der Gesundheitsversorgung zu definieren. Zurzeit könnten sich realistischerweise nur Universitätskliniken und andere medizinische Forschungseinrichtungen an solchen Studien beteiligen. Öffentliche Spitäler verfügten zumeist nicht über die notwendigen infrastrukturellen sowie personellen Ressourcen. „Grundsätzlich steht Österreich in Sachen klinischer Studien im internationalen Vergleich nicht schlecht da. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, sich zu verbessern“, konstatierte Baltic. Seit 2021 sei ein Rückgang der Anzahl der Studien von 492 auf 430 und somit um etwa 12,6 Prozent zu verzeichnen gewesen. Besonders betroffen sind Studien der Phasen I und II, die die frühen klinischen Phasen der Entwicklung neuer Präparate betreffen. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, sei ein „nationaler Schulterschluss“ nötig, wie er mit „Clinical Trials Austria“ offenbar erfolgen solle, betonte Baltic: „Österreich darf nicht sagen: Wir sind ein kleines Land und können ohnehin nichts bewirken. Statt dessen gilt es, zu handeln.“ Wolle die Politik hierzulande klinische Forschung haben, müsse sie „in Vorleistung gehen“.
Unbestreitbar ist der volkswirtschaftliche Nutzen von der Industrie gesponserter klinischer Studien (IGKP), berichtete Evelyn Walter, die Geschäftsführerin des Instituts für Pharmaökonomische Forschung (IPF). Ihr zufolge entsteht dadurch eine jährliche Wertschöpfung von etwa 174 Millionen Euro. Auch werden rund 2.300 Beschäftigungsverhältnisse (Vollzeitäquivalente) geschaffen respektive gesichert. Die IGKP repräsentierten einen jährlichen Behandlungswert von rund 122,3 Millionen Euro, „der das österreichische Gesundheitssystem direkt entlastet“. Das entspreche immerhin 0,21 Prozent der Gesundheitsausgaben.
Komplexe Abwicklung
Kathrin Strasser-Weippl, die Medizinische Leiterin in der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO), fügte hinzu, die Patienten fragten medizinische Innovationen nach und seien bereit, an klinischen Studien teilzunehmen: „Aber auch für die, die nicht teilnehmen können, ist es wichtig, zu wissen, dass geforscht wird.“ Und wer eine wirksame Behandlung erhalte, könne unter Umständen am Berufsleben teilnehmen, was ökonomisch wünschenswert sei. Indessen fehle es in den öffentlichen Spitälern üblicherweise an der Infrastruktur für die Durchführung klinischer Studien, bedauerte Strasser-Weippl. Auch sei die organisatorische Abwicklung solcher Studien – Stichwort Verträge – derart kompliziert, dass eine Teilnahme öffentlicher Spitäler schlicht und einfach nicht möglich ist. Strasser-Weippl zufolge sollte sich Österreich dazu bekennen, „dass klinische Studien Teil der öffentlichen Versorgung sind“.
Mraz zufolge sind klinische Studien der Phasen II und III angewandte Forschung. Diese aber werde von den Pharmaunternehmen dort durchgeführt, „wo es einen Markt für die Produkte gibt“. Der größte einschlägige Markt seien die USA. Österreich müsse darauf achten, als Standort attraktiv zu bleiben. Immerhin habe die Bundesregierung in ihrer Industriestrategie die Life Sciences als einen der wirtschaftlichen Schlüsselbereiche definiert. Es bleibe zu hoffen, dass die angekündigte Life-Sciences-Strategie bald vorgelegt werde und die Rahmenbedingungen für klinische Forschung sowie für das Agieren der Pharmaindustrie verbessere.
July 1st
Stern sieht OMV „stärker und zukunftsgerichteter“
01.07.26
von
Klaus Fischer
Laut dem scheidenden Generaldirektor ist der Energie- und Chemiekonzern gut aufgestellt. Grundsätzlich rät er, die Potenziale Österreichs und der EU besser zu nutzen.
Der scheidende OMV-Generaldirektor Alfred Stern sieht den Konzern gut für die kommenden Herausforderungen positioniert. Dieser sei „stärker und zukunftsgerichteter“ als bei seinem Funktionsantritt vor fünf Jahren, berichtete Stern am 1. Juli im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Die strategische Umgestaltung zu einem „integrierten Energie-, Kraftstoff und Chemiekonzern“ laufe. Mit dem Ende März gegründeten Polyolefinkonzern Borouge International könne sich die OMV global positionieren. Bekanntlich hält sie an diesem 50 Prozent. Die andere Hälfte gehört der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), die an der OMV mit 24,9 Prozent beteiligt ist.
Wesentliche Schritte habe die OMV in den vergangenen fünf Jahren auch hinsichtlich der Gasversorgung gesetzt, betonte Stern. Erstmals in ihrer 70jährigen Unternehmensgeschichte sei die OMV nicht mehr von Gasimporten aus Russland abhängig. Auch bestehe keinerlei andere Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten. Statt dessen stütze sich der Konzern bei der Versorgung seiner Kunden auf eigene Förderungen, insbesondere in Norwegen, Rumänien und Österreich, auf Verträge bezüglich der Lieferung von Pipelinegas sowie LNG und schließlich auf Gasspeicher. Mit der Mitte Mai aufgenommenen Förderung in der Lagerstätte Wittau 2 östlich von Wien steigere die OMV ihre Förderung in Österreich um etwa 50 Prozent. Unter Zugrundelegung der Gasstatistik der Geosphere Austria käme sie damit auf etwa fünf TWh pro Jahr. Insgesamt soll Wittau 2 auf ein förderbares Volumen von rund 48 Terawattstunden (TWh) kommen. Eine „etwas andere Dimension“ hat laut Stern das Feld Neptun Deep im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres, wo die OMV-Tochter Petrom und die staatliche Romgas 2027 mit der Förderung beginnen. Damit ließen sich Stern zufolge rechnerisch etwa 2,5 bis drei Prozent des EU-weiten jährlichen Gasbedarfs decken. Das förderbare Volumen in dem Feld wird auf etwa 1.000 TWh geschätzt.
Stern ergänzte, die OMV wolle ihre Gesamtförderung an Kohlenwasserstoffen von zuletzt etwa 288.000 Barrel/Tag bis 2030 auf rund 400.000 Barrel/Tag steigern. Dabei bestehe zurzeit noch eine Lücke von etwa 70.000 Barrel/Tag: „Um sie zu schließen, brauchen wir Akquisitionen vor allem in und um Europa.“ Potenziale hierfür sieht Stern unter anderem im Mittelmeer sowie im Schwarzen Meer. Leider keinen Beitrag leisten wird indessen das Feld Han Asparu im bulgarischen Teil des Schwarzen Meeres, das einige Zeit als mögliches „zweites Neptun Deep“ gegolten hatte. „Hier waren wir nicht erfolgreich“, bedauerte Stern.
Problem Methanverordnung
Zu den Diskussionen über die Methanverordnung der EU konstatierte Stern, es sei wichtig, ungewollte Methanemissionen im Zusammenhang mit der Förderung sowie dem Transport von Erdgas zu verhindern. Dies liege auch im kommerziellen Interesse der Versorger: „Erdgas besteht ja im Wesentlichen aus Methan. Das sind Moleküle, die wir verkaufen können.“ Das Problem mit der EU-Bestimmung bestehe darin, dass die EU-Kommission auch Lieferanten außerhalb Europas zur Einhaltung der Verordnung verpflichten wolle. Und einige davon wie die USA sowie Katar hätten bereits angekündigt, in diesem Fall kein LNG mehr nach Europa zu liefern. Laut Stern heißt das: „Wir sind nicht in der Lage, unseren Partner außerhalb der EU die mit der Verordnung verbundenen Risiken abzunehmen. Somit wird es für uns schwieriger, Lieferanten zu finden.“ Dies habe verständlicherweise keine positiven Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit.
Angesichts dessen hegt Stern Zweifel, ob es gelingt, die Gasspeicher im EU-weiten Durchschnitt bis Anfang Dezember auf den EU-rechtlich vorgegebenen Füllstand von 90 Prozent zu bringen. Nach Angaben der Aggregated Gas Storage Inventory (AGSI) belief sich dieser per 30. Juni auf 48,86 Prozent. Österreich kam auf 54,10 Prozent. Von der Redaktion darauf angesprochen, dass Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer Österreich auf einem guten Weg sieht, konstatierte Stern, das Land sei zweifellos gut positioniert. Aus fachlicher Sicht könne er die Einschätzung des Ministers bestätigen.
Strategie statt Nostalgie
In grundsätzlicher Hinsicht warnte Stern eindringlich davor, die Lage zu unterschätzen: „Wir sind in einer sehr herausfordernden Zeit.“ Und es ergebe keinen Sinn, in eine als positiv erachtete Vergangenheit zurückzublicken: „Nostalgie ist keine Strategie.“ Statt dessen gelte es, sich den kommenden Herausforderungen zu stellen. Gefordert seien dabei nicht zuletzt die Unternehmen. Gerade hinsichtlich der Gasversorgung hätten verschiedene staatlich eingesetzte Kommissionen in den vergangenen Jahren wenig bewirkt: „Etwas bewirkt hat unsere Gas Task Force.“ Und mit einem Anteil von rund 1,6 Prozent am österreichischen Bruttinlandsprodukt habe die OMV nun einmal eine nicht zu unterschätzende Verantwortung.
Generell gelte es, die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen und die Ergebnisse von Forschung sowie Entwicklung industriell umzusetzen. „Leider haben wir vergessen, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen“, bedauerte Stern.
Zu seiner eigenen Zukunft gab sich Stern bedeckt. Er werde bis 31. August mit ganzer Kraft für die OMV arbeiten. Was er danach machen werde, „werde ich dann sagen“.
June 29th
PCS übernimmt Agrana-Flächen
29.06.26
von
Klaus Fischer
Die Holding des Schweizer Industriellen Peter Spuhler kauft sich am Standort der ehemaligen Zuckerfabrik Leopoldsdorf ein. Eine ihrer Töchter ist dort bereits ansässig.
Um einen nicht genannten Betrag verkauft die Agrana ein rund 50 Hektar großes Areal am Standort ihrer ehemaligen Zuckerfabrik Leopoldsdorf im Marchfeld an die PCS Holding des Schweizer Industriellen Peter Spuhler. Den diesbezüglichen Vertrag unterschrieben kürzlich Spuhler und Agrana-Vorstandschef Stephan Büttner. Einen weiteren Teil des Geländes hatte die Agrana bereits zuvor an den Schweizer Schienenfahrzeugproduzenten Stadler verpachtet. An diesem ist die PCS mit 30,7 Prozent beteiligt, 11,6 Prozent hält Spuhler persönlich.
Laut einer Aussendung möchte die Agrana den Standort Leopoldsdorf „weiterhin als Zucker-Logistikhub führen“. Büttner zeigte sich erfreut über den „erfolgreichen Verkauf des Areals, über die PCS Holding als unseren zukünftigen Nachbarn und die damit verbundene Perspektive für den Standort Leopoldsdorf. Für uns stand während des gesamten Verkaufsprozesses nicht allein die Transaktion im Vordergrund, sondern vor allem die Frage, wie das Gelände auch künftig wirtschaftlich sinnvoll genutzt und damit ein nachhaltiger Beitrag zur Entwicklung der Region geleistet werden kann. Umso mehr begrüßen wir, dass wir mit Peter Spuhler einen Eigentümer gefunden haben, der diese Zielsetzung teilt“.
Die PCS hat ihren Hauptsitz in Frauenfeld, der Hauptstadt des Kantons Thurgau, und liegt etwa 35 Kilometer nordöstlich von Zürich. Ihr gehören 15 Unternehmen an, von denen elf Produzenten sowie Dienstleister und vier Leasinggesellschaften sind. Die Prodzenten und Dienstleister erwirtschaften laut den knapp gehaltenen Informationen auf der PCS-Website etwa 9,6 Milliarden Euro Jahresumsatz. Davon entfallen auf die Stadler etwa vier Milliarden, auf die im Akustik- und Wärmemanagement bei Fahrzeugen tätige Autoneum rund 2,49 Milliarden sowie den Verkehrsflächenreiniger und Grünflächenpfleger Aebi Schmidt 1,66 Milliarden Euro.
Spuhler kommentierte die Übernahme der Agrana-Flächen mit den Worten, Österreich sei für seinen Konzern „ein wichtiger Markt. Deshalb bauen wir unsere Präsenz gezielt aus und haben bereits mit einer neuen Werkhalle für Stadler die Kapazitäten für die Inbetriebsetzung, Zulassung und den Service moderner Schienenfahrzeuge in Österreich geschaffen. Wir sehen in diesem Grundstück erhebliches Potenzial für eine zukunftsorientierte Nutzung und freuen uns darauf, die nächsten Schritte zu evaluieren“.
June 25th
Glyphosat: US-Höchstgericht entscheidet zugunsten von Bayer
25.06.26
von
Klaus Fischer
Laut einem Urteil des Supreme Court musste die Agrochemie-Tochter Monsanto das umstrittene Pflanzenschutzmittel auf Basis des Bundesrechts nicht als krebserregend kennzeichnen.
Der US-amerikanische Supreme Court bestätigte am 25. Juni die Rechtsmeinung des deutschen Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer in den Auseinandersetzungen um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Seinem Urteil zufolge war die Bayer-Tochter Monsanto aufgrund des Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act (FIFRA) nicht verpflichtet, das Mittel als krebserregend zu kennzeichnen. Der Agrochemiekonzern war musste lediglich seine (Gefahren-)Kennzeichnung für das glyphosathältige Produkt Roundup von der US-Umweltbehörde EPA genehmigen lassen und in der Folge die genehmigte Kennzeichnung verwenden. Dem kam er laut dem Urteil des Höchstgerichts nach. Darüber hinausgehende Kennzeichnungspflichten hatte er nicht, auch nicht aufgrund allfälliger weitergehender Vorschriften einzelner US-Bundesstaaten. Die gegenteilige Meinung des Klägers John Durnell, vorgebracht vor dem Gericht des US-Bundesstaats Missouri (Missouri State Court), ist dem Supreme Court zufolge „ausdrücklich ausgeschlossen“ (expressly preempted).
Bayer verlautete in einer knappen Aussendung, das Urteil des Supreme Court sei „gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind. Es sollte dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten zu Roundup nach nahezu einem Jahrzehnt juristischer Auseinandersetzungen signifikant einzudämmen. Die Entscheidung dürfte dazu führen, dass aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen“.
Der Konzern kündigte an, das Urteil zu prüfen und sich „in Kürze“ umfassender zu äußern. Monsanto strebe „weiterhin die finale Genehmigung des angekündigten Sammelvergleichs an und setzt die mehrgleisige Strategie zur signifikanten Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup weiter fort“.
June 18th
Neue Gentechnik, neue Vorschriften
18.06.26
von
Klaus Fischer
Mit dem Beschluss des EU-Parlaments wurden die geänderten Vorgaben hinsichtlich Verfahren wie der „Genschere“ rechtlich fixiert. Die Reaktionen waren unterschiedlich.
Geänderte Vorschriften hinsichtlich der Behandlung gentechnischer Verfahren beschloss das EU-Parlament. Nun werden diese in zwei Kategorien eingeteilt. Die Kategorie NGT-2 umfasst die „klassischen“, sogenannten „transgenetischen“ Methoden, bei denen Fremdgene in einen Organismus eingebaut werden. Damit erzeugte Produkte müssen auch den Konsumenten gegenüber weiter gekennzeichnet werden.
Unter die Kategorie NGT-1 fällt dagegen die sogenannte „neue Gentechnik“, die auch als „Mutagenese“ oder „Genom-Editierung“ bezeichnet wird. Dazu gehört etwa die bekannte „Genschere“ CRISPR-cas. Hierbei wird zumeist keine Fremd-DNA in einen Organismus eingebracht. Den Proponenten dieser Verfahren zufolge könnten die damit erzielten Veränderungen auch auf „natürlichem“ Wege entstehen. Auf diese Weise hergestellte Pflanzen werden einer Aussendung des EU-Parlaments zufolge „wie herkömmliche Pflanzen behandelt“. Allerdings dürfen „Pflanzen, die so verändert wurden, dass sie widerstandsfähiger sind oder Stoffe produzieren, die Insekten und Larven abtöten können, nicht als Pflanzen der Kategorie NGT-1 behandelt werden“, betonte das Parlament. Mittels Genom-Editierung erzeugtes Saatgut ist in eine öffentliche EU-Datenbank einzutragen und mit „NGT-1“ zu kennzeichnen, „damit die Landwirte eine fundierte Entscheidung treffen können“. Warum im Gegensatz dazu den Konsumenten gegenüber keine Kennzeichnungspflicht besteht, gab das Parlament nicht bekannt. Ferner können dem EU-Parlament zufolge „neue genomische Techniken künftig patentiert werden. Ausgenommen sind jedoch Merkmale oder Sequenzen, die in der Natur vorkommen oder auf biologischem Weg hergestellt wurden“. Die Mitgliedsstaaten müssen den Beschluss binnen zwei Jahren umsetzen, also bis Mitte 2028.
Lob und Tadel
Unterschiedlich fielen die Reaktionen aus. Alexander Bernhuber, der Umwelt- und Agrarsprecher der ÖVP im EU-Parlament, konstatierte, mit dem Beschluss werde „das mehr als 20 Jahre alte Gentechnik-Gesetz auf einen neuen wissenschaftlichen Stand gebracht. Neue Züchtungsmethoden können Pflanzen widerstandsfähiger gegen Klimaextreme und Schadorganismen machen und helfen, Dünger und Pflanzenschutz zu reduzieren. Jetzt geht es darum, in Österreich eine praxistaugliche Umsetzung zu finden“. Die „klassische“ Gentechnik bleibe in Österreich verboten. Im Biolandbau gelte das auch für die „neue“ Gentechnik. Der Patentschutz wiederum müsse über das Patentrecht sichergestellt werden.
Thomas Waitz, der Delegationsleiter der österreichischen Grünen im EU-Parlament, sprach dagegen vom „Ende der Konsumenten-Transparenz. Durch den Wegfall der Kennzeichnungspflicht wird die gentechnikfreie Produktion, ein Erfolgsmodell der österreichischen Landwirtschaft, vor immense Herausforderungen gestellt. Das neue Gesetz ignoriert Sorgen und reale Gefahren und ist ein Geschenk an die globalisierte Chemie-Industrie, um ihre Marktmacht zu stärken und zwar auf Kosten von Konsumenten, Züchtern und Landwirten“.
Ähnlich argumentierte der SPÖ-Abgeordnete Günther Sidl: „Wer die Menschen bei neuen Technologien mitnehmen will, darf diese nicht vor ihnen verstecken. Wo Gentechnik drinnen ist, muss auch Gentechnik draufstehen“. Ein Problem ist für Sidl auch die Ausweitung der Patentierbarkeit von Pflanzen: „Wissenschaftlicher Fortschritt muss dem Gemeinwohl zugutekommen und darf nicht zum Geschäftsmodell einiger weniger multinationaler Saatgutkonzerne werden.“
June 3rd
Chemieindustrie: Weiter keine Einigung über Kollektivvertrag
03.06.26
von
Klaus Fischer
Auch die siebte Verhandlungsrunde blieb ergebnislos. Nun wollen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks ausweiten. Die Arbeitgeber sprechen von einem Verstoß gegen die kollektivvertragliche Friedenspflicht.
Auch in der siebten Verhandlungsrunde über den neuen Kollektivvertrag der österreichischen Chemieindustrie erfolgte keine Einigung zwischen dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) und der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sowie der Produktionsgewerkschaft (PROGE). Die Verhandlungen wurden nach 14 Stunden unterbrochen. Ein neuer Termin wurde nicht vereinbart. Ab kommender Woche wollen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks auf bis zu acht Wochenstunden ausweiten, verlauteten sie in einer Aussendung. Wie es darin hieß, reduzierten sie ihre Forderungen nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter von 3,5 auf drei Prozent. Dem gegenüber liege das Angebot der Arbeitgeber faktisch bei 0,79 Prozent und solle überdies erst ab 1. Oktober statt ab 1. Mai gelten. Dies sei „mehr als unverschämt und zeigt die Geringschätzung, die den Beschäftigten entgegengebracht wird“.
Seitens des FCIO hieß es dem gegenüber, seit 2020 seien die Löhne und Gehälter „kumuliert“ um zwölf Prozent stärker erhöht worden als in Deutschland, dem wichtigsten Markt und zugleich wichtigsten Konkurrenten der österreichischen Chemiebranche. „Diesen 500-Millionen-Euro-Kostenrucksack schleppen unsere Unternehmen jährlich. Allein im vierten Quartal 2025 haben wir 600 Arbeitsplätze verloren“, hieß es in einer Aussendung. Dieser zufolge boten die Arbeitgeber zuletzt zwei Varianten hinsichtlich der Erhöhung der Löhne und Gehälter an: „0,5 Prozent plus 300 Euro Einmalzahlung bzw. einen Zweijahresabschluss mit einer Erhöhung von zwei Prozent ab Oktober 2026“.
Verhandlungsführer Ernst Gruber konstatierte, die angekündigten Streiks seien „ein klarer Verstoß gegen die kollektivvertragliche Friedenspflicht. Wir behalten uns selbstverständlich rechtliche Schritte vor und werden die Unternehmen diesbezüglich beraten“. Gruber ergänzte, „zeitnah“ einen Termin für die nächste Verhandlungsrunde vereinbaren zu wollen. Grundsätzlich schadeten zu hohe Kollektivvertrags-Abschlüsse dem Standort Österreich „noch viel mehr“ als allfällige Streiks.
June 1st
Jahrestagung „Mission Klimaziele“ mit Defense-Schwerpunkt
Am 9. Juni treffen die Teilnehmer des Clusterprojekts „Mission Klimaziele“ mit Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Forschung und Politik zur Jahrestagung zusammen. Der aktuellen Lage entsprechend, setzt man diesmal einen besonderen Schwerpunkt auf Themen der militärischen Sicherheit.
Das vom Mechatronik-Cluster der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus vorangetriebene Projekt „Mission Klimaziele“ hat sich der Aufgabe verschrieben, die steigenden regulatorischen Anforderungen an Unternehmen dafür zu nutzen, strategische Fragen nach Geschäftsmodell, Organisationsstruktur und Firmenkultur zu stellen.
Am 9. Juni trifft man im ecoforum im IZ NÖ-Süd in Wiener Neudorf zusammen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen: Die Lage hat sich verändert, statt Nachhaltigkeit treiben die politischen Kräfte das Thema Verteidigung voran, die Unternehmen sehen sich neuen Märkten, aber auch Herausforderungen gegenüber. Die Jahrestagung begegnet dieser Situation mit einem attraktiven Programm: Schon der Eröffnungsvortrag von Philipp Belcredi widmet sich unter dem Motto „Sicherheit im Change“ der aktuellen Transformationsdynamik. Dem folgt eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Institutionen, die von ecoplus-Routinier Harald Bleier moderiert wird.
Eigene Session mit Defense-Schwerpunkt
Vielversprechend ist die Themensetzung der nachmittäglichen Session zu „Sicherheit & Verteidigung“. Bruno Hofbauer, Generalleutnant des Österreichischen Bundesheers wird dabei über Ist-Stand und Entwicklungsmöglichkeiten des Defense-Sektors für die Wirtschaft sprechen und anschließend mit Generalmajor i.R. Andreas Pernsteiner, Andreas Kornherr (WKNÖ), Axel Schneeberger (Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt) und Vertretern von Rüstungsunternehmen in Dialog treten.
In einem dazu parallelen Vortragsstrang werden Praxisbeispiele der Dekarbonisierung, u.a. von den Firmen Constantia Teich, EVN, Brantner Green Solutions und Voestalpine Gießerei, vorgestellt. Der Tag endet mit einem Abendvortrag des Philosophen Konrad Paul Liessmann zum Verhältnis von Mensch und Natur.
Es gibt noch freie Plätze. Anmeldung unter https://www.ecoplus.at/newsroom/jahrestagung-mission-klimaziele-2026-transformation-der-industrie-im-fokus
Pharmaindustrie braucht Investitions- und Planungssicherheit
01.06.26
von
Klaus Fischer
Angesichts des sich ändernden Umfelds sowie des zunehmenden Wettbewerbsdrucks ist eine strategisch ausgerichtete Gesundheitspolitik wichtiger denn je, hieß es bei der Pharmig-Generalversammlung.
Unter dem Motto „Connect & Inspire“ stand die diesjährige Generalversammlung des Pharmaindustrieverbands Pharmig im Wiener Museumsquartier. Und Pavol Dobrocky, der Präsident des Verbands sowie Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, stellte klar, das geopolitische und geoökonomische Umfeld der Branche sei in einem grundlegenden Wandel begriffen: „Deshalb ist es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.“ Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit Europas sowie Österreichs zu fördern. Pharma und Life Sciences gehörten zu den Schlüsselbranchen des Landes, nicht zuletzt, indem sie die Versorgung der bevölkerung mit modernen Therapien gewährleisteten. „Wir brauchen Investitions- und Planungssicherheit. Die Life-Sciences-Strategie, zu deren Entwicklung sich die Bundesregierung bekennt, muss mehr sein als ein Stück Papier. Sie muss konkrete Maßnahmen und Zusagen enthalten, die in der Folge auch umzusetzen sind“, konstatierte Dobrocky. Die Strategie müsse die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion der Arzneimittel bis zu deren Verabreichung als ein System betrachten.
Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog ergänzte, eine der Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Life-Sciences-Standort bestehe darin, „dass Forschung, Produktion und Versorgung entlang einer gemeinsamen Strategie gedacht und umgesetzt werden. Dabei ist es wesentlich, dass Standort-, Forschungs- und Gesundheitspolitik klar aufeinander abgestimmt sind“. Herzog verwies auf das Engagement der pharmazeutischen Unternehmen in Österreich, „die trotz schwerer Rahmenbedingungen weiterhin investieren und hier ihrem Versorgungsauftrag nachkommen“.
Patienten einbinden
Für eine verstärkte Zentralisierung der Spitäler und die vermehrte Schaffung von Exzellenzzentren plädierte Anita Kienesberger, die Obfrau der Allianz onkologischer Patientenorganisationen. Dabei müsse die europäische Perspektive intensiver in den Blick genommen werden: „Wir sollten nicht nur über Österreich reden, sondern europäischer denken und gesamteuropäische Instrumente nutzen.“ Im Gespräch mit dem Chemiereport ergänzte Kienesberger, bei einer besseren Einbindung der Patientenorganisationen würden sich manche Debatten über neue Spitäler in manchen Bundesländern erübrigen: „In der Sache kann es nur um mehr Zentralisierung und damit auch mehr Qualität gehen.“
Politisches „Commitment“
Alexander Pröll, der Staatssekretär im Bundeskanzleramt für Digitalisierung und öffentlichen Dienst sowie Regierungskoordinator der ÖVP, versicherte, Themen wie die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit innovativen Medikamenten sowie die Sicherung des Standorts der Pharmaindustrie hätten für die Regierung „höchste Priorität“. Denn gerade der Pharmasektor sei „ein wirtschaftliches Rückgrat Österreichs“.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ergänzte in einer Videobotschaft, die Life-Sciences-Branche sei einer der neun Schwerpunkte der Industriestrategie und verfüge über ein „enormes Wachstumspotenzial“. Als nächsten Schritt der Bundesregierung zu deren Stärkung kündigte der Minister die Life-Sciences-Strategie an. Diese werde aus seiner, Hattmannsdorfers, Sicht drei Schwerpunkte enthalten: „Erstens die Erhöhung der Produktion und der Versorgungssicherheit sowie die Verringerung von Abhängigkeiten, zweitens die Stärkung der Innovationskraft und drittens die Erleichterung des Marktzugangs und von Investitionen.“
May 21st
BASF: „Coreshift“ soll Kerngeschäft stärken
21.05.26
von
Klaus Fischer
Mit dem Programm will der deutsche Chemiekonzern seine zahlungswirksamen Fixkosten in den Bereichen Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care bis 2029 um rund 20 Prozent senken.
Der deutsche Chemiekonzern BASF hat ein Programm zur Stärkung seines Kerngeschäfts eingeleitet. Mit „Coreshift“ will er die zahlungswirksamen Fixkosten in den Bereichen Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care bis 2029 um rund 20 Prozent senken, hieß es in einer Aussendung. Ein Betrag wurde nicht genannt. Die vier Bereiche erbringen laut der BASF etwa 40 Milliarden Euro Umsatz. Dies entspricht rund 67 Prozent des Gesamtumsatzes von 2025, der sich auf 59,66 Milliarden Euro belief. Im „Handelsblatt“ konstatierte Vorstandschef Markus Kamieth, der Großteil der Einsparungen werde auf das Personal entfallen. In der Aussendung erläuterte er, mit „Coreshift“ beabsichtige die BASF, in ihren Kerngeschäften (Core Businesses) „höchste Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen und Synergien bestmöglich zu nutzen, um die Ertragskraft dieser Geschäfte zu steigern“. Die Personalkosten des Konzerns machten 2025 etwa 12,29 Milliarden Euro aus. Ihren aktuellen Personalstand beziffert die BASF mit etwa 108.000 Personen. Verantwortlich für die Umsetzung von „Coreshift“ ist Julia Raquet, die Leiterin des eigens geschaffenen „Core Transformation Office“. Die 1975 geborene Managerin verbrachte ihr gesamtes Berufsleben bei der BASF.
Überdies beabsichtigt die BASF, ihr Silikategeschäft sowie nicht näher bezeichnete „Vermögenswerte am Standort Düsseldorf/Holthausen“ an die US-amerikanische PQ zu verkaufen. Finanzielle Details zu der Transaktion nannte der Konzern nicht. Abgeschlossen werden soll diese nach Erhalt der nötigen Genehmigungen im zweiten Halbjahr 2026. Die PQ hat ihren Hauptsitz in Malvern, gelegen etwa 30 Kilometer westlich von Philadelphia, der Hauptstadt es Bundesstaats Pennsylvania. Sie erwirtschaftet nach eigenen Angaben mit 1.500 Beschäftigten mehr als 800 Millionen US-Dollar (690 Millionen Euro). Tätig ist sie in 15 Ländern, darunter Deutschland.
Wie berichtet, erwirtschaftete die BASF im ersten Quartal 2026 einen Gewinn von rund 946 Millionen Euro, um 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Jedoch sank der Umsatz um etwa 3,0 Prozent auf 16,02 Milliarden Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro, das EBIT um 8,8 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow war mit minus 1,38 Milliarden Euro deutlich negativ. Laut dem Quartalsbericht belasteten Währungseffekte, „vor allem aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi, die Umsatzentwicklung aller Segmente. Die Preise sanken infolge von Wettbewerbsdruck in den Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Nutrition & Care sowie Agricultural Solutions“. Allerdings verzeichneten fast alle Segmente steigende Absätze. Eine Ausnahme bildete der Bereich Surface Technologies, wo indessen wegen höherer Edelmetallpreise gestiegene Absatzpreise verzeichnet wurden. Für das Gesamtjahr rechnet die BASF weiterhin mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro sowie einem Free Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen würde somit im schlimmsten Fall um rund 6,0 Prozent und im besten Fall um 6,0 Prozent steigen.
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