Archive - Jan 2026

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January 29th

Astrazeneca: Milliardeninvestition in China

Rund 15 Milliarden US-Dollar (12,5 Milliarden Euro) will der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca bis 2030 in seine Fabriken sowie Forschungseinrichtungen in China investieren. Das berichtete Generaldirektor Pascal Soriot anlässlich des Besuchs des britischen Premierministers Keir Starmer in der Volksrepublik. Nicht zuletzt gehe es um den Ausbau der Kapazitäten hinsichtlich Zelltherapien und Radiokonjugaten, präzisierte Soriot. Die Investitionen betreffen ihm zufolge die gesamte Wertschöpfungskette. Laut Soriot wird sich die Zahl der Beschäftigten von Astrazeneca in China mit den Investitionen von derzeit etwa 17.000 auf mehr als 20.000 Personen erhöhen. Unklar ist, ob die Gesamtsumme die bereits im vergangenen Jahr angekündigte Errichtung eines Forschungszentrums in Peking – der zweiten derartigen Einrichtung des Konzerns in China – umfasst, die rund 2,1 Milliarden Euro kosten wird. Mit den Medikamenten, die Astrazeneca erzeugt, wurden in der Volksrepublik 2025 etwa 68 Millionen Personen behandelt.

 

Premier Starmer von der Labour Party, der politisch alles andere als unumstritten ist, gab sich höchst erfreut: Die Investition trage dazu bei, in Großbritannien „tausende Arbeitsplätze“ zu erhalten. Sie fördere auch die dortige Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und unterstütze damit „unseren weltweit erstklassigen Life-Sciences-Sektor“.

 

Nicht nur in China baut Astrazeneca seine Fabriken und Forschungseinrichtungen aus. Im vergangenen Jahr kündigte der Konzern an, bis 2030 umgerechnet etwa 41,8 Milliarden Euro in den USA investieren zu wollen, darunter eine Fabrik in Virginia zur Herstellung von Arzneimitteln gegen chronische Erkrankungen. Zum Vergleich: Dieser Betrag entspricht fast dem gesamten Umsatz, den Astrazeneca im Jahr 2024 erwirtschaftete. Er belief sich auf rund 45,2 Milliarden Euro.

January 15th

Chemiebranche begrüßt Auftaktveranstaltung der Critical Chemicals Alliance

Laut dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs kommt die Alliance „zu einem entscheidenden Zeitpunkt“. Dem EU-Branchenverband Cefic zufolge ist sie ein „lebenswichtiger Schritt“.

 

Einhellig begrüßten Vertreter der österreichischen sowie der europäischen Chemieindustrie die erste Generalversammlung der Critical Chemicals Alliance der EU. Zu dieser hatte der für Industrie zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Stéphane Séjourné, in den Chemelot-Chemiepark in Limburg im Süden der Niederlande eingeladen. Die Alliance wurde am 8. Juli vergangenen Jahres im Rahmen des European Chemicals Industry Action Plan gegründet. Insbesondere soll sie Kriterien entwickeln, um Chemikalien zu identifizieren, die für die europäische Wirtschaft besonders wichtig sind. Ferner geht es darum, die Produktion solcher Substanzen in der EU sowie den Handel mit ihnen abzusichern.

 

Ulrich Wieltsch, der Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), konstatierte aus Anlass der Generalversammlung, die Alliance sei „eine positive, wenn auch verspätete Reaktion auf die disruptiven globalen Entwicklungen der letzten Jahre“. Auch die österreichische Politik müsse die Chemiesparte „als systemrelevante Schlüsselbranche“ anerkennen. Wieltsch zufolge bringen hohe Kosten für Energie und Arbeitskräfte die Chemieindustrie im internationalen Wettbewerb unter Druck. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz vor allem aus China. „Die Critical Chemicals Alliance kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Wenn Europa seine industrielle Basis sichern und strategische Abhängigkeiten reduzieren will, braucht es eine starke chemische Industrie. Ohne Chemie gibt es keine Resilienz, keine Transformation und keine Versorgungssicherheit“, betonte Wieltsch.

 

„Lebenswichtiger Schritt“

 

Ähnlich äußerte sich der Generaldirektor des europäischen Chemieindustrieverbands Cefic, Marco Mensink. Er bezeichnete die Alliance als „lebenswichtigen Schritt, um die Chemieindustrie abzusichern“. Noch in der ersten Jahreshälfte seien entsprechende Maßnahmen notwendig. Es gehe um eine wettbewerbsfähige Produktion, um widerstandsfähige Lieferketten sowie eine starke industrielle Basis, die Innovation voranbringe und die wegen des Klimawandels erforderliche Umgestaltung der Wirtschaft unterstütze.

 

„Resilienz darf nicht nur als Versorgungssicherheit in Krisensituationen verstanden werden. Sie muss auch Europas Fähigkeit berücksichtigen, Wachstum, Innovation und technologischen Fortschritt zu befördern“, betonte Mensink. Nicht zuletzt gehe es um Energiepolitik und Carbon Management, das Schaffen von Nachfrage für Produkte der Kreislaufwirtschaft, den Schutz des Handels, regulatorische Vorgaben, die die Wirtschaft unterstützen sowie den leichteren Zugang zu Finanzierungsinstrumenten.