Archive - Jun 2026
- Datum
-
- Alles
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8
- 9
- 10
- 11
- 12
- 13
- 14
- 15
- 16
- 17
- 18
- 19
- 20
- 21
- 22
- 23
- 24
- 25
- 26
- 27
- 28
- 29
- 30
Jahrestagung „Mission Klimaziele“ mit Defense-Schwerpunkt
Am 9. Juni treffen die Teilnehmer des Clusterprojekts „Mission Klimaziele“ mit Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Forschung und Politik zur Jahrestagung zusammen. Der aktuellen Lage entsprechend, setzt man diesmal einen besonderen Schwerpunkt auf Themen der militärischen Sicherheit.
Das vom Mechatronik-Cluster der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus vorangetriebene Projekt „Mission Klimaziele“ hat sich der Aufgabe verschrieben, die steigenden regulatorischen Anforderungen an Unternehmen dafür zu nutzen, strategische Fragen nach Geschäftsmodell, Organisationsstruktur und Firmenkultur zu stellen.
Am 9. Juni trifft man im ecoforum im IZ NÖ-Süd in Wiener Neudorf zusammen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen: Die Lage hat sich verändert, statt Nachhaltigkeit treiben die politischen Kräfte das Thema Verteidigung voran, die Unternehmen sehen sich neuen Märkten, aber auch Herausforderungen gegenüber. Die Jahrestagung begegnet dieser Situation mit einem attraktiven Programm: Schon der Eröffnungsvortrag von Philipp Belcredi widmet sich unter dem Motto „Sicherheit im Change“ der aktuellen Transformationsdynamik. Dem folgt eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Institutionen, die von ecoplus-Routinier Harald Bleier moderiert wird.
Eigene Session mit Defense-Schwerpunkt
Vielversprechend ist die Themensetzung der nachmittäglichen Session zu „Sicherheit & Verteidigung“. Bruno Hofbauer, Generalleutnant des Österreichischen Bundesheers wird dabei über Ist-Stand und Entwicklungsmöglichkeiten des Defense-Sektors für die Wirtschaft sprechen und anschließend mit Generalmajor i.R. Andreas Pernsteiner, Andreas Kornherr (WKNÖ), Axel Schneeberger (Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt) und Vertretern von Rüstungsunternehmen in Dialog treten.
In einem dazu parallelen Vortragsstrang werden Praxisbeispiele der Dekarbonisierung, u.a. von den Firmen Constantia Teich, EVN, Brantner Green Solutions und Voestalpine Gießerei, vorgestellt. Der Tag endet mit einem Abendvortrag des Philosophen Konrad Paul Liessmann zum Verhältnis von Mensch und Natur.
Es gibt noch freie Plätze. Anmeldung unter https://www.ecoplus.at/newsroom/jahrestagung-mission-klimaziele-2026-transformation-der-industrie-im-fokus
Pharmaindustrie braucht Investitions- und Planungssicherheit
01.06.26
von
Klaus Fischer
Angesichts des sich ändernden Umfelds sowie des zunehmenden Wettbewerbsdrucks ist eine strategisch ausgerichtete Gesundheitspolitik wichtiger denn je, hieß es bei der Pharmig-Generalversammlung.
Unter dem Motto „Connect & Inspire“ stand die diesjährige Generalversammlung des Pharmaindustrieverbands Pharmig im Wiener Museumsquartier. Und Pavol Dobrocky, der Präsident des Verbands sowie Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, stellte klar, das geopolitische und geoökonomische Umfeld der Branche sei in einem grundlegenden Wandel begriffen: „Deshalb ist es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.“ Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit Europas sowie Österreichs zu fördern. Pharma und Life Sciences gehörten zu den Schlüsselbranchen des Landes, nicht zuletzt, indem sie die Versorgung der bevölkerung mit modernen Therapien gewährleisteten. „Wir brauchen Investitions- und Planungssicherheit. Die Life-Sciences-Strategie, zu deren Entwicklung sich die Bundesregierung bekennt, muss mehr sein als ein Stück Papier. Sie muss konkrete Maßnahmen und Zusagen enthalten, die in der Folge auch umzusetzen sind“, konstatierte Dobrocky. Die Strategie müsse die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion der Arzneimittel bis zu deren Verabreichung als ein System betrachten.
Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog ergänzte, eine der Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Life-Sciences-Standort bestehe darin, „dass Forschung, Produktion und Versorgung entlang einer gemeinsamen Strategie gedacht und umgesetzt werden. Dabei ist es wesentlich, dass Standort-, Forschungs- und Gesundheitspolitik klar aufeinander abgestimmt sind“. Herzog verwies auf das Engagement der pharmazeutischen Unternehmen in Österreich, „die trotz schwerer Rahmenbedingungen weiterhin investieren und hier ihrem Versorgungsauftrag nachkommen“.
Patienten einbinden
Für eine verstärkte Zentralisierung der Spitäler und die vermehrte Schaffung von Exzellenzzentren plädierte Anita Kienesberger, die Obfrau der Allianz onkologischer Patientenorganisationen. Dabei müsse die europäische Perspektive intensiver in den Blick genommen werden: „Wir sollten nicht nur über Österreich reden, sondern europäischer denken und gesamteuropäische Instrumente nutzen.“ Im Gespräch mit dem Chemiereport ergänzte Kienesberger, bei einer besseren Einbindung der Patientenorganisationen würden sich manche Debatten über neue Spitäler in manchen Bundesländern erübrigen: „In der Sache kann es nur um mehr Zentralisierung und damit auch mehr Qualität gehen.“
Politisches „Commitment“
Alexander Pröll, der Staatssekretär im Bundeskanzleramt für Digitalisierung und öffentlichen Dienst sowie Regierungskoordinator der ÖVP, versicherte, Themen wie die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit innovativen Medikamenten sowie die Sicherung des Standorts der Pharmaindustrie hätten für die Regierung „höchste Priorität“. Denn gerade der Pharmasektor sei „ein wirtschaftliches Rückgrat Österreichs“.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ergänzte in einer Videobotschaft, die Life-Sciences-Branche sei einer der neun Schwerpunkte der Industriestrategie und verfüge über ein „enormes Wachstumspotenzial“. Als nächsten Schritt der Bundesregierung zu deren Stärkung kündigte der Minister die Life-Sciences-Strategie an. Diese werde aus seiner, Hattmannsdorfers, Sicht drei Schwerpunkte enthalten: „Erstens die Erhöhung der Produktion und der Versorgungssicherheit sowie die Verringerung von Abhängigkeiten, zweitens die Stärkung der Innovationskraft und drittens die Erleichterung des Marktzugangs und von Investitionen.“