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April 22nd, 2006

Blockiersystem für alle Ventilarten

<a href="www.netherlocks.com">Netherlocks</a>, Spezialist für Ventilsteuerung, hat ein universelles Wartungs-Blockiersystem für Ventile entwickelt. Das Hybrid-System, das unter dem Namen NL-H angeboten wird, kann zum Sichern aller Ventilarten und -größen in jeder Position verwendet werden. Verschiedene Wartungs-Blockiersysteme für unterschiedliche Ventilarten und -größen sind hiermit also nicht mehr erforderlich. Das Blockieren eines Ventils mit dem NL-H funktioniert folgendermaßen: Das System wird zunächst am Handrad oder Hebel des Ventils befestigt. Danach wird ein Edelstahlseil durch das NL-H gezogen und um einen festen Punkt gewickelt, damit das Handrad oder der Hebel nicht mehr gedreht bzw. betätigt werden kann. Zum Schluss wird ein Vorhängeschloss am Bedienknopf des Blockiersystems angebracht, damit das NL-H nicht entfernt werden kann. <% image name="NL-H_468" %><p> <i>Das NL-H Wartungs-Blockiersystem</i> Durch die universelle Bauweise ist es nicht mehr erforderlich, vor Beginn der Arbeiten das Ventil vor Ort anzusehen, um danach ein passendes Blockiersystem auszuwählen. Das Bedien- und Wartungspersonal kann jetzt einfach ein eigenes Wartungs-Blockiersystem im Werkzeugkasten mitbringen, um es bei Bedarf einzusetzen. Das NL-H ist aus reinem Edelstahl hergestellt und eignet sich für raue und korrosive Umgebungen. Blockiersystem für alle Ventilarten

April 21st

RNA-Forschung formiert sich

Das mit 10 Mio € von der EU geförderten Exzellenznetzwerk <a href=http://www.eurasnet.info>EURASNET</a> zur Erforschung des "alternativen Spleißens" von RNA startet. Zu den 30 Arbeitsgruppen aus 13 Ländern gehört auch ein Team der Max F. Perutz Laboratories in Wien. <table> <td><% image name="RNA_Thermometer" %></td> <td> Alternatives Spleißen ist der Name für einen Prozess, bei dem aus einem einzelnen Gen viele verschiedene Proteine produziert werden. In Tieren und Pflanzen liegt der Bauplan für Proteinen auf mehreren DNA-Stücken, so genannte Exons. Zwischen diesen kodierenden Bereichen liegen DNA-Stücke, die Introns, deren genetische Informationen nicht für den Aufbau des Proteins notwendig sind. Im Zellkern werden durch eine enorme molekulare Maschine, dem Spleißosom, die Introns aus der ersten Abschrift der DNA (pre-mRNA) herausgeschnitten und die Exons miteinander verknüpft, und so die messenger-RNA (mRNA) gebildet. Diese dient dann als Blaupause für den Bau von Proteinen. Beim alternativen Spleißen werden verschiedene Exons aus der gleichen pre-mRNA in unterschiedlicher Weise miteinander verknüpft und somit viele verschiedene mRNAs gebildet, deren Information wiederum in Proteine übersetzt wird. </td> </table> Die Bedeutung von alternativem Spleißen wird besonders deutlich, wenn man die Zahl der menschlichen Gene - rund 25.000 - der Zahl der menschlichen Proteine gegenüberstellt - mindestens 100.000. Durch alternatives Spleißen ist es dem Genom also möglich, viel mehr Funktionen (= Proteine) zu produzieren, als eigentlich gespeichert sind. Das alternative Spleißen beeinflusst alle Bereiche der Entwicklung und des Stoffwechsels von höheren Organismen und stellt eine essenzielle Ebene der Regulation der Genexpression dar. Defekte im Spleißmechansimus verursachen oder verstärken eine Vielzahl menschlicher Krankheiten, darunter auch Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen. Der Aufbau und die grundlegenden Funktionen des Spleißosoms sind mittlerweile gut verstanden - im Gegensatz zur Regulation von alternativem Spleißen. Daher haben sich die 30 internationalen Arbeitsgruppen zu einem Netzwerk formiert, um die Regulation des alternativen Spleißens sowie die Interaktionen des Spleißosoms mit anderen Regulationsmechanismen in der Genexpression zu erforschen. RNA-Forschung formiert sich

Prograf als Prophylaxe bei Herzverpflanzung zugelassen

Die EU-Kommission hat das Immunsuppressivum Prograf (generische Bezeichnung: Tacrolimus) von <a href=http://www.astellas.com>Astellas</a> für die prophylaktische Verwendung gegen Transplantatabstoßung zugelassen. <% image name="Aktenordner" %><p> Das Immunsuppressivum Prograf aus der Gruppe der Calcineurin-Hemmer ist bereits für die Prophylaxe von Organabstoßung bei Patienten mit Nieren- und Lebertransplantation in der EU indiziert. Die nun erweiterte Indikation wird von zwei großen klinischen Studien unterstützt, die in diesem Monat in Europa und den USA veröffentlicht werden und 657 Patienten einschließen. Prograf ist in Nordamerika, Europa, Japan und Asien in mehr als 70 Ländern erhältlich. Es ist als das effizienteste Medikament bei der Vorbeugung von Organabstoßung bei Patienten mit Nieren- oder Leberverpflanzung anerkannt und ist das Vorbild für immunsuppressive Schemata. Prograf als Prophylaxe bei Herzverpflanzung zugelassen

PBT-Anlage in Malaysia geht in Betrieb

Toray BASF PBT Resin Sdn. Berhad, ein 50:50 Joint-venture der <a href=http://www.basf.de>BASF</a> und der japanischen <a href=http://www.toray.co.jp>Toray</a> hat seine World-Scale-Anlage für die Produktion von Polybutylenterephthalat (PBT) am Verbundstandort Kuantan, Malaysia, in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine jährliche Kapazität von 60.000 t. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 40 Mio $. Beide Unternehmen werden das in der neuen Anlage produzierte PBT unter ihren eigenen Markennamen getrennt vermarkten (BASF: Ultradur, Toray: Toraycon). Die neue Anlage basiert auf der derzeit fortschrittlichsten Polymerisations-Technologie, die von Toray eingebracht wurde. Für BASF ist die Inbetriebnahme der PBT-Anlage am aufstrebenden Chemiestandort Kuantan ein weiterer Schritt zum Ausbau der Wertschöpfungskette in Richtung höherwertiger Spezialitäten. Die Versorgung der PBT-Anlage mit dem Hauptrohstoff Butandiol (BDO) wird durch die benachbarte Anlage der BASF PETRONAS Chemicals gewährleistet. Mit dem in Kuantan produzierten PBT wird BASF die Konfektionierungsanlagen in Pasir Gudang (Malaysia), Ansan (Korea) sowie künftig Pudong (China) versorgen. Bis 2010 will die BASF 20 % ihrer Umsätze im Chemiegeschäft in Asien erwirtschaften, 70 % davon aus regionaler Produktion - die neue PBT-Anlage ist ein wesentlicher Schritt dazu. <small> Bei <b><u>PBT</u></b> handelt es sich um ein thermoplastischer Polyester. Besondere Eigenschaften dieses technischen Kunststoffs sind große Stabilität, Widerstandsfähigkeit gegen Wettereinflüsse sowie Hitze- und Formbeständigkeit. Zudem verfügt PBT über gute Isoliereigenschaften und eine hohe Chemikalienresistenz. Die typischen Einsatzbereiche liegen im Auto- und Maschinenbau sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie. </small> PBT-Anlage in Malaysia geht in Betrieb

FH Technikum Wien spendet Rechenkraft

Die FH Technikum Wien beteiligt sich als erster österreichischer Partner am weltweiten Computernetzwerk zur Erforschung von Krankheiten, dem <a href=http://www.worldcommunitygrid.org>World Community Grid</a>. <% image name="IBM_Grid" %><p> Das von IBM gesponserte Grid hilft, neue AIDS-Therapien zu entwickeln und Krankheiten, die im Zusammenhang mit dem menschlichen Genom stehen, zu erforschen. Die FH Technikum Wien stellt dafür nun freie Rechenleistungen zur Verfügung und hat auch die rund 2.000 Studenten dazu aufgefordert, ihre ungenutzte Rechenleistung zu spenden. Die Hochschule für technische Berufe ist damit neben der Uni Heilbronn die zweite in Europa, die sich aktiv für das Netzwerk für die Weltgesundheit engagiert. Aktuell sind es weltweit 143 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und aus gemeinnützigen Organisationen, die sich am Projekt beteiligen. Im Vorsitz des World Community Grid sind Institutionen wie WHO, die Mayo Klinik und Universitäten vertreten. Das Projekt wird von IBM mit Hardware, Software und den technischen Services unterstützt. Zu den Maßnahmen zählen ein Virenschutz, die Kennzeichnung der an den World Community Grid-Agent gesendeten Daten mit einer digitalen Signatur, die Verschlüsselung lokal gespeicherter und an den World Community Grid-Server gesendeten Dateien sowie die biometrische Zugangskontrolle zu den Servern. Für die Umweltforschung und zur Erforschung von Naturkatastrophen werden neue World Community Grid-Partner gesucht. Denn je größer das virtuelle Netzwerk umso mehr Forschungsprojekte können davon profitieren. FH Technikum Wien spendet Rechenkraft

Strahlenbelastung: 20 Jahre nach Tschernobyl

Wild und Pilze weisen in Österreich immer noch eine erhöhte Strahlenbelastung auf. AGES-Untersuchungen zeigen aber, dass der EU-Grenzwert von 600 Becquerel (Bq)/kg bei im Handel erhältlichem Wildfleisch und Pilzen in den vergangenen Jahren nur in wenigen Fällen überschritten wurde. <b>Wildfleisch</b> aus Gatterhaltung oder aus Gebieten mit regelmäßiger Fütterung ist prinzipiell weniger belastet als Wild in großen zusammenhängenden Wäldern mit wenig Zufütterung. "Schwarz- und Rotwild aus durch Tschernobyl stark belasteten Gebieten, etwa dem oberösterreichischen Alpenvorland, den Zentralalpen oder dem Koralmgebiet, kann aber immer noch deutlich höher belastet sein", so Christian Katzlberger vom Kompetenzzentrum Strahlenschutz und Radiochemie Wien. Werte bis einige Tausend Bq/kg sind in Einzelfällen möglich. Mit einer nennenswerten Ingestionsdosis, also der Aufnahme durch die Nahrung, sei aber auch hier nicht zu rechnen. Der Verzehr von jährlich 1 kg Wildfleisch mit einem sehr hohen Cäsiumgehalt von 3000 Bq/kg Cäsium-137 führt etwa zu einer Strahlendosis in Folge der Aufnahme von Cäsium-137 durch die Nahrung von 0,04 milli-Sievert. Im Vergleich dazu beträgt die natürliche Strahlenexposition in Österreich 2,9 milli-Sievert/Jahr. Der Verzehr relativ großen Mengen hoch kontaminiertem Wildfleisch führt also zu einer Erhöhung der Strahlenexposition um nur 1,5 % der mittleren natürlichen Strahlenexposition durch Radon, kosmische Höhenstrahlung etc. Während in den meisten landwirtschaftlichen Produkten derzeit nur noch geringe Mengen an Cäsium-137 zu finden sind, treten in wild wachsenden <b>Pilzen und Beeren</b> im Vergleich dazu deutlich höhere Gehalte auf. Der Grund dafür ist die höhere biologische Verfügbarkeit von Radiocäsium in naturnahen Waldökosystemen. Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreide weisen in Österreich in der Regel Cäsium-137-Gehalte von weniger als 1 Bq/kg auf. In gewissen wild wachsenden Pilzen wie Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen werden dagegen noch immer Cäsium-137-Werte bis zu einigen tausend Bq/kg gemessen. Bei Pilzen ist im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Produkten auch kaum eine Abnahme der Cäsium-137-Aktivitäten mit der Zeit zu beobachten. Da normalerweise Wildpilze nicht in erheblichen Mengen verzehrt werden, sei die Ingestionsdosis aber selbst dann noch gering, wenn einige Pilze Cäsium-137-Gehalte über dem Grenzwert von 600 Bq/kg aufweisen. Der Cäsium-137-Gehalt ist bei verschiedenen Pilzarten stark unterschiedlich. Diese Unterschiede scheinen ihre Ursache hauptsächlich in der jeweiligen Lebensweise der Pilze zu haben. Geringe Belastung weisen in der Regel Parasiten (Hallimasch) und Saprophyten (Champignons, Riesenschirmling) auf, die die Nährstoffe aus zerfallenden organischen Resten entnehmen, auf. Symbionten (Röhrlinge, Täublinge, Milchlinge) weisen dagegen meistens deutlich höhere Cäsium-137-Gehalte auf. Strahlenbelastung: 20 Jahre nach Tschernobyl

April 20th

2005: Wietersdorfer steigert Umsatz um 20 %

Die <a href=http://www.wup.at>Wietersdorfer Gruppe</a> hat 2005 den Umsatz um mehr als 20 % auf 580 Mio € gesteigert. Heuer wird eine Steigerung auf 605 Mio € angepeilt. Für die Expansion in Südosteuropa wurde eine Holding in Kroatien gegründet. <% image name="Rohre" %><p> Die in den Bereichen Zement-, Kalk- und Rohr-Produktion (Poloplast und Hobas) tätige Gruppe weitete den Umsatz zu gut einem Viertel durch Zukäufe aus - vorrangig im Alpe-Adria-Raum. Der Rohr-Sektor trägt mittlerweile knapp 40 % zum Gesamtumsatz bei. Sehr positiv würden die Geschäfte in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens laufen, sowohl bei Baustoffen als auch bei Rohren. Hier sei der Nachholbedarf deutlich zu spüren. Sorgen bereitet der Wietersdorfer Gruppe der Emissionshandel. Pro Tonne produziertem Kalk müsse man 1 t CO<small>2</small> rechnen, beim Zement sei das Verhältnis mit 1:0,7 etwas besser. 2005: Wietersdorfer steigert Umsatz um 20 %

2005: Greiner erzielt 8 % Umsatzplus auf 819 Mio €

Die oberösterreichische <a href=http://www.greiner.at>Greiner Group</a> hat den Umsatz 2005 um 8,4 % auf 819 Mio € erhöht. Der Cash-Flow belief sich auf 8 %, das entspricht einem Plus von 2,1 %. 2005: Greiner erzielt 8 % Umsatzplus auf 819 Mio € <% image name="Greiner_Werksfoto" %><p> Die in Familienbesitz befindliche Greiner Group besteht einerseits aus der Greiner Bio-One International mit Bio-One Preanalytics, Bio-One Bioscience und Mediscan, andererseits aus der Greiner Holding, die ihrerseits die Bereiche Greiner Packaging, die 50 %-Beteiligung Eurofoam, Extrusionstechnik, Perfoam, Rubbertec und Purtec unter ihrem Dach vereint. Der konsolidierte Umsatz 2005 der Greiner Holding AG betrug mit 5.295 Mitarbeitern an 87 Standorten 615,37 Mio €. Greiner Bio-One International erwirtschaftete mit 1.171 Mitarbeitern einen konsolidierten Umsatz von 203,6 Mio €. Die Umsatzsteigerung sei auf rein organischem Wachstum begründet. Greiner Packaging erzielte im vergangenen Jahr 28,7 % des Gesamtumsatzes, 24,8 % wurden von der Sparte Greiner Bio-One beigesteuert. Die 50-prozentige Beteiligung an der Eurofoam-Gruppe trug 20,7 % zum Gruppenumsatz bei. 81 % des Umsatzes kommen aus europäischen Ländern. Für heuer rechnet das Familienunternehmen, das im vergangenen Jahr in der Gruppe 6.466 Mitarbeiter an weltweit 106 Standorten beschäftigte, mit einem Umsatzplus von rund 10 %.

FDA-Zulassungsgesuch für Anämie-Mittel CERA

<a href=http://www.roche.com>Roche</a> hat bei der FDA das Zulassungsgesuch für CERA zur Behandlung der Anämie im Zusammenhang mit chronischen Nierenerkrankungen eingereicht. FDA-Zulassungsgesuch für Anämie-Mittel CERA <% image name="Aktenordner" %><p> CERA ist ein Prüfmedikament gegen Blutarmut, genauer: Der erste kontinuierliche Aktivator der Rezeptoren für die Bildung roter Blutkörperchen (Continuous Erythropoietin Receptor Activator, CERA). Das bedeutet, dass sich seine Wirkung auf die Rezeptoren, die an der Stimulation der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt sind, vom Effekt der heute verwendeten Epoetinen unterscheidet. Man nimmt an, dass diese anders geartete molekulare Wechselwirkung wesentlich zur gezielten, stabilen und anhaltenden Kontrolle der Anämie beiträgt. CERA ist das einzige Medikament gegen Anämie, für dessen Erstzulassungsgesuch lange Dosierungsintervalle von bis zu einmal alle vier Wochen geprüft worden sind. Das Zulassungsgesuch stützt sich auf das umfassendste klinischen Programm, das je für ein Medikament zur Behandlung der renalen Anämie unternommen worden ist. Das Programm umfasst sechs Phase-III-Studien, die in 29 Ländern mit 2400 Patienten durchgeführt wurden. Die Studien untersuchten die Wirksamkeit von CERA bei intravenöser und subkutaner Gabe in Abständen von bis zu einmal alle vier Wochen.

Über den Funkverkehr zwischen Nervenzellen

Bochumer und Göttinger Forscher entdecken einen Mechanismus zur Signalfilterung im Gehirn, bei dem sich Natriumkanäle in der Zellmembran gegenseitig unterstützen. Über den Funkverkehr zwischen Nervenzellen <% image name="Dominosteine" %><p> Nervenzellen kommunizieren, indem sie kurze elektrische Impulse aussenden und empfangen. Die meisten davon bleiben im lebenden Gehirn jedoch unbeantwortet: In jeder Sekunde empfängt eine Zelle der Großhirnrinde Tausende Signale, entschließt sich aber oft weniger als ein Dutzendmal, selbst einen Impuls auszusenden. Nach welchen Regeln Nervenzellen der Großhirnrinde von Säugetieren Signale verarbeiten, fanden Forscher nun heraus. Im Widerspruch zum zentralen Modell der Neurophysiologie (Hodgkin-Huxley-Modell) schlagen sie einen <b><u>Mechanismus</u></b> vor, <b><u>bei dem sich Natriumkanäle in der Zellmembran gegenseitig unterstützen</u></b>. Dieser Mechanismus könnte den Zellen helfen, schnellveränderliche Signale weiterzuleiten und langsame zu unterdrücken. Jede lebende Zelle hält über ihrer Zellmembran eine elektrische Spannungsdifferenz aufrecht. Nervenzellen nutzen diese zum Verarbeiten und Weiterleiten von Nachrichten: Erhält eine Nervenzelle einen starken Reiz, kommt es zu einer Umkehrung der Spannung über der Zellmembran. Dieses Aktionspotenzial breitet sich an den Zellfortsätzen aus, an deren Ende das Signal an andere Nervenzellen übertragen wird. Wie ein solches Aktionspotenzial entsteht, wurde 1952 von Hodgkin und Huxley anhand von Messungen am Tintenfisch beschrieben. Danach wird ein Aktionspotenzial ausgelöst, wenn sich die Spannung über der Membran bis zu einem gewissen Schwellenwert verändert. Bestimmte Natriumkanäle werden dadurch geöffnet und lösen eine lawinenartige Reaktion aus: Durch die Kanäle strömen positiv geladene Natriumionen in die Zelle, was zur weiteren Verschiebung des Membranpotenzials und der Öffnung weiterer Natriumkanäle führt. Der Schwellenwert und auch die Schnelligkeit, mit der ein Aktionspotenzial entsteht, variieren dabei von Zelle zu Zelle - für eine einzelne Zelle sind diese Parameter aber durch die Eigenschaften ihrer Natriumkanäle weitgehend festgelegt. Die Forscher haben nun die Schnelligkeit und den Schwellenwert von Aktionspotenzialen genauer untersucht. Sie konnten zeigen, dass hier Aktionspotenziale sehr sprunghaft einsetzen. Obwohl ein einzelnes Aktionspotenzial gut eine Millisekunde andauert, setzt ein starker Natriumeinstrom bereits in den ersten 200 Mikrosekunden ein. Die Natriumkanäle scheinen sich demnach fast gleichzeitig zu öffnen, so dass Natriumionen sehr schnell und in großen Mengen in die Zelle strömen können. Gleichzeitig aber fanden sie, dass die Schwellenwerte, bei denen die Aktionspotenziale einsetzen, sehr variabel sind. Eine hohe Variabilität beim Schwellenwert und ein sprunghafter Anstieg des Aktionspotenzials sind jedoch im Rahmen des Hodgkin-Huxley-Modells unvereinbar. Daher postulierten die Forscher einen neuen Mechanismus, der erklärt, wie sich Natriumkanäle zwar nicht immer bei dem gleichen Schwellenwert, aber dennoch fast synchron öffnen. Öffnet sich ein Natriumkanal, so beeinflusst das nach dem neuen Modell andere Natriumkanäle in der direkten Nachbarschaft - die Kanäle öffnen "kooperativ" und nicht, wie nach Hodgkin-Huxley, unabhängig voneinander ausschließlich in Abhängigkeit von der Spannung über der Membran. Um diese Hypothese zu testen, blockierten die Wissenschaftler mit Tetrodoxin, dem Nervengift des japanischen Kugelfisches, einen Teil der Natriumkanäle, so dass die noch funktionsfähigen Kanäle so weit in der Membran verstreut lagen, dass sie nicht mehr kooperieren konnten. Resultat: Die in solchen Experimenten beobachteten Aktionspotenziale wiesen wie erwartet eine langsamere, mit dem Hodgkin-Huxley-Modell vereinbare, Dynamik auf. In weiteren Untersuchungen konnten die Forscher zeigen, dass die Zellen diesen neuartigen Mechanismus verwenden können, um zwischen den empfangenen Signalen zu differenzieren und nur auf bestimmte zu antworten. Die beiden Aspekte der Aktionspotenzialauslösung spielen dabei unterschiedliche Rollen. Die große Variabilität der Schwellenpotenziale ermöglicht es den Zellen, langsam einsetzende Reize zu ignorieren. Sie erhöhen dann fortlaufend ihre Schwelle, so dass in vielen Fällen gar kein Impuls ausgelöst wird. Die schnelle Auslösung der Aktionspotenziale dagegen hilft den Zellen, schnell veränderliche Signale auch mit hoher Präzision weiterzugeben. Wie die molekularen Mechanismen der Kanalkooperativität und die Sicherstellung ihrer Entstehung funktionieren, gilt es nun, herauszufinden.

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