Im Jänner 2010 lizenzierte das Wiener Biopharma-Unternehmen <a href=http://www.apeiron-biologics.com>Apeiron</a> das Projekt APN01 – eine hochglykolysierte rekombinante Form des humanen „Angiotensin Conevrting Enzyme II“ – an den Pharma-Konzern <a href=http://www.gsk.com>Glaxo Smith Kline</a> (GSK) aus. Dieser beginnt nun mit einer Phase-II-Studie bei Patienten mit akutem Lungenversagen.
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<small><b>Aus der Forschung von Josef Penninger</b>, des wissenschaftlichen Direktors des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA), stammt die Idee für den Therapieansatz gegen akutes Lungenversagen. <i>Bild: Institut für Molekulare Biotechnologfie GmbH</i></small>
APN01 ist eine Frucht der Forschungsarbeit von Apeiron-Mitgründer Josef Penninger und zielt darauf ab, Ungleichgewichte des Renin-Angiotensin-Systems (eines Regelkreises im Organismus, der verschiedene Hormone und Enzyme miteinander verschaltet) auszugleichen, die mit einer Erhöhung des Angiotensin-Spiegels (eines Effektor-Peptids des Regelkreises) verbunden sind. Derartige Ungleichgewichte spielen eine bedeutende Rolle bei respiratorischen, kardiovaskulären, Nieren- und Lebererkrankungen sowie bei Krebs.
<b>Schwerwiegende Erkrankung im Fokus</b>
Das rekombinante Enzym wurde bis zum Ende der klinischen Phase I entwickelt und im Jänner 2010 an GSK auslizenziert. Die Vereinbarung sieht, je nach Erfolg, ein Zahlungen im Gesamtumfang von 230 Millionen Euro vor. GSK hat dabei den klinischen Fokus auf das „akute progressive Lungenversagen“ gelegt, eine schwerwiegenden Form des akuten Lungenversagens, bei der die Lunge massiv auf verschiedene pulmonale oder systemische Auslöser reagiert und die eine Mortalitätsrate von 20 bis 40 Prozent aufweist. Die nun von GSK initiierte Phase-IIa-Studie wird in Intensivstationen einer Reihe von klinischen Zentren in den USA und Kanada durchgeführt werden.
Apeirons Arzneimittelkandidat gegen akutes Lungenversagen geht in Phase II
Wissenschaftler des <a href=http://www.vib.be>VIB</a>, eines belgischen Life-Sciences-Forschungsinstituts mit rund 1.200 Forschern, haben in der Fachzeitschrift „Nature Biotechnology“ eine Methode vorgestellt, mit der kleine Variationen in der DNA verschiedener Individuen mit geringer Fehlerrate bestimmt werden können.
Automatisierter Vergleich zweier menschlicher Genome<% image name="514px-Chemische_Struktur_der_DNA_svg" %>
<small><b>Bei einander ähnlichen Genomen</b> unterscheiden sich manchmal nur einige tausend von 3 Milliarden Basenpaaren voneinander. <i>Bild: Madelaine Price Ball/GNU-Lizenz Version 1.2</i></small>
Joke Reumers und Peter De Rijk, die in VIB-Forschungsgruppen in Leuven bzw. Antwerpen arbeiten, haben eine Strategie und eine daraus abgeleitete Software entwickelt, mit der genetische Unterschiede zwischen Genomen schnell gefunden und diese von Fehlern, die während des Sequenzierens passiert sind, unterschieden werden können.
Die Methode wurde zunächst darauf angewandt, die minimalen Unterschiede zwischen den vollständigen Genomen eineiiger Zwillinge zu charakterisieren. In weiterer Folge gingen die Wissenschaftler daran, die Genome von Tumor-Gewebe und gesundem Gewebe einer Patientin mit Eierstockkrebs zu vergleichen, um die Mutationen zu detektieren, die man mit der Entstehung des Tumors in Verbindung bringen kann.
<b>Kleine Unterschied von kleinen Fehlern unterscheiden</b>
Obwohl die Technologien, mit denen man menschliche Genome sequenziert, schon weit fortgeschritten seien, bleibe es doch eine große Herausforderung, die spezifischen Unterschiede zwischen zwei menschlichen Genomen zu finden, so die Wissenschaftler. Von den ca. drei Milliarden Basenpaaren, aus denen ein Genom besteht, unterscheiden sich etwa drei 3 Millionen vom sogenannten Referenzgenom, das bei der erstmaligen vollständigen Sequenzierung eines menschlichen Genoms erarbeitet wurde. Zwischen zwei ähnlichen Genomen, die etwa bei Verwandten oder beim Vergleich von gutartigen und bösartigen Zellen eines Krebspatienten zu finden sind, ist diese Zahl um einen Faktor 10 bis 1000 kleiner und kommt damit in die Größenordnung der Fehler, die beim Sequenzieren auftreten. Methoden der Unterscheidung solcher Fehler von den tatsächlichen Unterschieden der Genome seien daher von großer Bedeutung, so die Forscher.
Am Institut für Festkörperelektronik der TU Wien wurde eine neue Methode zur Herstellung von Silicium-Nanodrähten entwickelt. Die Verwendung von Galliumionen kann die Nachteile der beim „Vapour-Liquid-Solid-Verfahren“ üblicherweise zur Anwendung kommenden Goldtröpfchen beseitigen.
Ionenstrahlen erzeugen Silicium-Nanodrähte <% image name="SiliciumSmiley1" %>
<small><b>Ein Smiley am Titelblatt der Zeitschrift „Nanotechnology“</b>: Bei der an der TU Wien entwickelten Methode kann durch gezielten Beschuss mit Gallium-Ionen präzise festgelegt werden, wo die Nanostrukturen wachsen sollen und wo nicht. <i>Bild: TU Wien</i></small>
Silicium-Drähte im Nanometer-Maßstab sind vielversprechende Materialien für zukünftige Entwicklungen bei Transistoren, Solarzellen oder LEDs. Um ihre Herstellung zu beschleunigen, bedient man sich meist des sogenannten Vapour-Liquid-Solid-Verfahren. Dabei werden Silicium-Atome an Goldtröpfchen adsorbiert und gelangen durch das Gold hindurch zum Nanodraht, an den sie sich anlagern. Allerdings beeinflusst das Gold die elektronischen Eigenschaften der Nanodrähte und vermindert dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Andere Herstellungsmethoden bringen funktionieren wiederum nur bei sehr hohen Temperaturen oder im Ultrahochvakuum.
<b>Gallium statt Gold</b>
An der TU Wien hat man nun ein Verfahren entwickelt, das ohne Gold oder extreme äußere Bedingungen auskommt: Mit Hilfe eines fokussierten Ionenstrahls werden Gallium-Ionen in einen Silicium-Kristall knapp unter der Oberfläche implantiert. Danach wird das Silizium auf 500°C erhitzt, wodurch die Gallium-Ionen an die Oberfläche des Silicium-Kristalls wandern. Nun spielen die Gallium-Ionen eine ganz ähnliche Rolle wie die Goldtröpfchen im klassischen "Vapour-Liquid-Solid-Verfahren". In einer Atmosphäre, die das siliciumhaltige Gas Silan enthält, lagert sich mit Hilfe der Gallium-Ionen das Silizium am Kristall an. Dabei können sehr hohe Wachstumsraten von mehreren Mikrometern pro Minute erreicht werden. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Nanotechnology“ veröffentlicht.
Am Institut für Festkörperelektronik der TU Wien wurde eine neue Methode zur Herstellung von Silicium-Nanodrähten entwickelt. Die Verwendung von Galliumionen kann die Nachteile der beim „Vapour-Liquid-Solid-Verfahren“ üblicherweise zur Anwendung kommenden Goldtröpfchen beseitigen.
Ionenstrahlen erzeugen Silicium-Nanodrähte <% image name="SiliciumSmiley1" %>
<small><b>Ein Smiley am Titelblatt der Zeitschrift „Nanotechnology“</b>: Bei der an der TU Wien entwickelten Methode kann durch gezielten Beschuss mit Gallium-Ionen präzise festgelegt werden, wo die Nanostrukturen wachsen sollen und wo nicht. <i>Bild: TU Wien</i></small>
Silicium-Drähte im Nanometer-Maßstab sind vielversprechende Materialien für zukünftige Entwicklungen bei Transistoren, Solarzellen oder LEDs. Um ihre Herstellung zu beschleunigen, bedient man sich meist des sogenannten Vapour-Liquid-Solid-Verfahren. Dabei werden Silicium-Atome an Goldtröpfchen adsorbiert und gelangen durch das Gold hindurch zum Nanodraht, an den sie sich anlagern. Allerdings beeinflusst das Gold die elektronischen Eigenschaften der Nanodrähte und vermindert dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Andere Herstellungsmethoden bringen funktionieren wiederum nur bei sehr hohen Temperaturen oder im Ultrahochvakuum.
<b>Gallium statt Gold</b>
An der TU Wien hat man nun ein Verfahren entwickelt, das ohne Gold oder extreme äußere Bedingungen auskommt: Mit Hilfe eines fokussierten Ionenstrahls werden Gallium-Ionen in einen Silicium-Kristall knapp unter der Oberfläche implantiert. Danach wird das Silizium auf 500°C erhitzt, wodurch die Gallium-Ionen an die Oberfläche des Silicium-Kristalls wandern. Nun spielen die Gallium-Ionen eine ganz ähnliche Rolle wie die Goldtröpfchen im klassischen "Vapour-Liquid-Solid-Verfahren". In einer Atmosphäre, die das siliciumhaltige Gas Silan enthält, lagert sich mit Hilfe der Gallium-Ionen das Silizium am Kristall an. Dabei können sehr hohe Wachstumsraten von mehreren Mikrometern pro Minute erreicht werden. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Nanotechnology“ veröffentlicht.
Dezember 18th
Mit Massenspektrometrie reaktive Zwischenprodukte nachgewiesen
Die von der Website der Fachzeitschrift <a href=http://www.nature.com/nchem>„Nature Chemistry“</a> im Jahr 2011 am häufigsten heruntergeladene Publikation beschäftigt sich mit der Untersuchung instabiler Zwischenprodukte mithilfe eines ESI-Qq-TOF-Massenspektrometers von <a href=http://www.bdal.de>Bruker Daltonics</a>.
Mit Massenspektrometrie reaktive Zwischenprodukte nachgewiesen<% image name="nchem_1132-comp1" %>
<small><b>Bei der Oxidation von Olefinen</b>, katalysiert durch eisenorganische Verbindungen wie die abgebildete, treten Fe (V)=O-Spezies als reaktive Zwischenprodukte auf. <i>Bild: Nature Publishing Company</i></small>
Irene Prat und ihre Mitstreiter von der Universität Girona (Spanien) und der Universität Glasgow (UK) untersuchten Sauerstoff-Transfer-Reaktionen, die von Eisenverbindungen katalysiert werden. An diesem Reaktionstypus besteht besonderes Interesse, weil er –wie bestimmte enzymatisch katalysierte Umwandlungen – sonst schwer aktivierbare C-H- und C=C-Bindungen einer Oxidation zugänglich machen kann.
<b>Neue reaktive Spezies nachgewiesen</b>
Bislang war aber wenig über die unter diesen Bedingungen auftretenden reaktiven Zwischenprodukte bekannt. Den Autoren gelang nun der Nachweis einer Fe (V)=O-Spezies in einem synthetischen Nicht-Häm-Komplex und ihrer Reaktion mit Olefinen mithilfe der Temperatur-variablen Massenspektrometrie (VT-MS). Zur Anwendung kam dabei ein Gerät vom Typus „Microtof-Q“ von Bruker Daltonics (ein ESI-Qq-TOF-Massenspektrometer, das speziell für die Analyse bisher unbekannter Verbindungen entwickelt wurde) und eine Cryospray-Quelle zur Anwendung. Die Studie stellt Pionierarbeit auf dem Gebiet der Temperatur-variablen Massenspektrometrie reaktiver Zwischenprodukte dar.
Im Labor von Gary Lewin am <a href=http://mdc-berlin.de/de/index.html>Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin</a> in Berlin ist man den molekularen Mechanismen der Schmerzempfindung auf der Spur. Ein dabei wichtiger Ionenkanal ist bei afrikanischen Nacktmullen, die bei Kontakt mit Säuren keinen Schmerz empfinden, anders aufgebaut als beim Menschen.
Warum der Nacktmull unempfindlich gegen Säure ist<% image name="Nackmulle" %>
<small><b> Von Nacktmullen und Menschen</b>: Erkenntnisse über einen Ionenkanal bei der afrikanischen Nagetierart könnte in die Entwicklung von Medikamenten gegen chronische Entzündungen einfließen. <i>Bild: Petra Dahl/MDC</i></small>
Der Ionenkanal Nav 1.7 (ein Protein, das Ionen den Durchtritt durch biologische Membranen gestattet) spielt eine Schlüsselrolle bei der Weiterleitung vorn Schmerzreizen. Auch Nacktmulle (Nagetiere, die in den Halbwüsten Ostafrikas leben) besitzen dieses Protein, doch ist die Aminosäuresequenz so verändert, dass der Ionenkanal durch die Säure blockiert wird. Dieses Phänomen ist zwar auch bei Menschen und Mäusen zu beobachten, doch ist es bei diesen Arten so schwach ausgeprägt, dass die Weiterleitung von Schmerzsignalen kaum gestört ist. Durch die Mutation ist ein Selektionsvorteil für den Nacktmull entstanden, der in einer stark mit CO2 angereicherten Atmosphäre lebt.
Die Erkenntnisse sollen nun in die Entwicklung von Arzneimitteln einfließen, die Nav 1.7 gezielt blockieren. Damit könnten beispielsweise Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen behandelt werden, bei denen dieser Ionenkanal ständig aktiviert ist.
Dezember 16th
Actavis versus Pharmig: Unterschiedliche Ansichten zum Generika-Anteil
Einen argumentativen Schlagabtausch lieferten sich am 16. Dezember der Generika-Hersteller <a href=http://www.actavis.com>Actavis</a> und der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs <a href=http://www.pharmig.at>„Pharmig“</a>. Actavis-CEO Claudio Albrecht kritisierte den im europäischen Vergleich geringen Generika-Anteil, die Pharmig konterte.
Actavis versus Pharmig: Unterschiedliche Ansichten zum Generika-Anteil<% image name="ActavisAlbrecht" %>
<small><b>Actavis-CEO Claudio Albrecht</b> stieß bei einer Pressekonferenz eine Debatte um den Generika-Anteil in Österreich an. <i>Bild. Actavis/APA-Fotoservice/Rastegar</i></small>
Actavis, ein Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Zug und Wurzeln in Island, ist einer de großen weltweiten Player auf dem Generika-Markt. Vorstandsvorsitzender Claudio Albrecht, ein gebürtiger Österreicher, kehrte am 16. Dezember für eine Pressekonferenz in sein Heimatland zurück und kritisierte dabei den seiner Meinung nach geringen Anteil, den generische Medikamente am österreichischen Markt hätten. Während in Deutschland 50 Prozent der Produkte nach Patentablauf Generika seien, komme man in Österreich nur auf einen Wert von 12 Prozent. Die Bundesregierung lasse sich dadurch Einsparungen von mindestens 200 Millionen Euro jährlich entgehen, argumentierte Albrecht.
Besonders stieß sich der Manager am sogenannten Boxensystem bei der Zulassung: Ein generisches Produkt müsse zuerst in die „rote Box“, auch wenn das äquivalente Originalprodukt schon seit Jahren in der grünen Box sei. Dadurch werde wertvolle Zeit bei der Markteinführung vergeudet.
<b>Pharmig: Arzneimittelkosten auch jetzt schon gering</b>
Diese Argumentation ließ Pharmig-Geschäftsführer Jan Oliver Huber nicht gelten. Die Ausgaben für Arzneimittel würden in Österreich mit 13 Prozent an den gesamten Gesundheitsausgaben unter dem europäischen Durchschnitt liegen, hieß es in einer Aussendung des Verbands. Dabei sei die Generikaquote nur ein Aspekt - durch den im EU-Vergleich unterdurchschnittlichen Arzneimittelverbrauch in Österreich, die unter der Inflationsrate liegende Teuerung bei Medikamenten und die freiwilligen Rabattleistungen der Pharmawirtschaft durch den Rahmen-Pharmavertrag würden bereits jetzt 60 Prozent des Kassensanierungsvolumens über die Einsparungen bei Arzneimitteln lukriert.
Für die Berechnung des Generika-Anteils gebe laut Huber es verschiedene Möglichkeit. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger verwende im Bezug auf den generikafähigen Markt eine Definition, die für 2010 43 Prozent Generikaquote ergebe. Außerdem trage die österreichische Regelung, der zufolge ab dem dritten Generikum auch das Originalmedikament zum Generikum-Preis abgegeben werden muss, wesentlich zu den Kostensenkungen bei. Das gleichpreisige Originalpräparat werde aber nicht in die Generikaquote mit einbezogen.
In einem Polyelektrolyt-Tensid-Gemisch steigt die Oberflächenspannung ab einer bestimmten Tensid-Konzentration sprunghaft an. Wissenschaftler des <a href=http://www.ill.eu>Instituts Laue-Langevin</a> in Grenoble haben mithilfe der Neutronenreflektometrie nun die Ursache dieses Phänomens ermittelt, das bei der Herstellung von pharmazeutischen und kosmetischen Produkten große Probleme verursacht.
Bessere Kosmetik-Artikel durch Neutronenforschung<% image name="LaueLangevin" %>
<small><b>Das Institut Laue-Langevin</b> ist ein internationales Zentrum der Neutronenforschung mit Sitz in Grenoble. <i>Bild: Institut Laue-Langevin</i></small>
Tenside sind Verbindungen, die die Oberflächenspannung einer Lösung herabsetzen und dadurch die Mischbarkeit von ansonsten nicht mischbaren Flüssigkeiten – etwa Öl und Wasser – bewirken können. Sie spielen in der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetika und Arzneimittel, aber auch in der Nahrungsmittelindustrie eine bedeutende Rolle. Vielfach kommen Tenside gemeinsam mit sogenannten Polyelektrolyten zum Einsatz – langkettigen Molekülen mit mehreren geladenen funktionellen Gruppen.
<b>Ein Peak wie eine Felsenkante</b>
In einem solchen Gemisch tritt aber ein Effekt auf, der bei vielen Rezepturen Probleme bereitet: Gibt man einer Polyelektrolyt-Lösung schrittweise ein Tensid zu, verringert sich die Oberflächenspannung zunächst, steigt bei weiterer Erhöhung der Tensid-Konzentration aber sprunghaft an – ein Phänomen, das man nach der dabei auftretenden Kurvenform „Cliff Edge Peak“ genannt hat. Die Lösung verändert dadurch ihr Erscheinungsbild und wird weniger trüb. Aus industrieller Sicht vermindert der Anstieg der Oberflächenspannung den Nutzen der eingesetzten Tenside und erfordert nicht selten die Zugabe weiterer Additive.
Ein Team um Richard Campbell (Institut Laue-Langevin, Grenoble) und Imre Varga (Eötvös-Loránd-Universität, Budapest) konnte nun erstmals Licht in die Ursachen des Effekts auf molekularer Ebene bringen. Sie bedienten sich dabei der Methode der Neutronenreflektometrie, mit der Zusammensetzung und Struktur dünner Filme untersucht werden können. Dabei fanden sie heraus, dass der Anstieg der Oberflächenspannung durch eine Ausfällung der aktiven Ingredienzien bewirkt wird. Die an Tensiden verarmte Lösung weist eine sprunghaft erhöhte Oberflächenspannung und eine geringere Trübung auf.
<b>Unterschiedliche Handhabung führt zu unterschiedlichen Eigenschaften</b>
Da es sich bei dem Prozess um ein Nichtgleichgewichts-Phänomen handelt, sind die genauen Eigenschaften der Lösung von deren Geschichte abhängig. Die Wissenschaftler testeten verschiedene mechanische Methoden, den Cliff-Edge-Peak-Effekt rückgängig zu machen und fanden, dass man durch verschiedene Arten der Handhabung bestimmte Oberflächeneigenschaften gezielt eingestellt werden können. Anwendungen dieser Vorgehensweise könnten nicht nur in der Verbesserung der Produktionsprozesse in der Pharma- und Kosmetikindustrie liegen, sondern auch in der gezielten Freisetzung von Arzneimitteln im Körper.
<small>Originalpublikation: http://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/jp2088803</small>
Auf einer von <a href=http://www.iir.at>IIR</a> veranstalteten Fachkonferenz wurde das Thema Arzneimittelversandhandel diskutiert. Vertreter von Konsumentenschutz, Apothekern, Ärzten, pharmazeutischer Industrie und Versandhändlern brachten dabei sehr unterschiedliche Ideen zur Gestaltung des Medikamentenverkaufs via Internet zur Sprache.
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<small><b>Pfizer</b>, der Hersteller des wohl am häufigsten gefälschten Arzneimittels, erwartet keine Umsatzzuwächse durch den Internet-Versandhandel. <i>Bild: Wikipedia-User SElephant/GNU-Lizenz Version 1.2</i></small>
Zunächst waren mit Maria-Luise Plank und Jakob Hütthaler zwei Rechtsexperten am Wort. Und die waren sich darin einig, dass das in Österreich geltende Verbot von Online-Apotheken fragwürdig sei und möglicherweise gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen widerspreche. Einigkeit bestand unter den Diskutanten im Anschluss auch darüber, dass man dem Internet-Handel von Arzneimitteln mittelfristig wohl kaum Einhalt gebieten könne. Die daraus gezogenen Konsequenzen fielen aber höchst unterschiedlich aus.
Franz Floss vom Verein für Konsumentenschutz forderte zur besseren Orientierung der Käufer die Schaffung von Gütesiegeln, wie sie etwa auch in der Lebensmittelbranche bestünden. Ihm wurde entgegengehalten, dass man einem mündigen Konsumenten auch ein gewisses Maß an Entscheidungsfähigkeit zutrauen müsse. Die Erfahrungen von Dieter Temmes, Behördenvertreter aus Hamburg, sprechen demgegenüber eine andere Sprache: In vielen Fällen sei die Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Anbietern im Internet nur schwer möglich, so Temmes.
<b>Liberalisierter Marktzugang oder Türöffner für Fälschungen?</b>
Max Wellan, der bei der Veranstaltung die Apothekerkammer vertrat, führte die unzureichende Beratung als Argument gegen den Internetverkauf ins Treffen. Das wiederum ließ Otto Pjeta, Vertreter der Ärztekammer, nicht gelten, der von zwei Studien berichtete, die der Beratungsqualität in Österreichs Apotheken ein schlechtes Zeugnis ausstellten.
Zur Sprache kam auch das Problem der im Internet auftauchenden Arzneimittelfälschungen. Walter Oberhänsli von der „Zur Rose Versandapotheke“ wies den Vorwurf von sich, der Versandhandel sei ein Türöffner für Fälschungen. Für einen Arzneimittelhersteller wie Pfizer gebe es dagegen durch den neuen Vertriebskanal kaum etwas zu gewinnen, wie Fabian Waechter erläuterte, da insgesamt keine Marktzuwächse zu erwarten seien. Dafür sei davon auszugehen, dass sich getäuschte oder geschädigte Konsumenten letztendlich wieder an die Produkthersteller wenden, gab Helga Tieben, von der Interessensvertretung Pharmig zu bedenken.
Arzneimittelhandel via Internet in der Diskussion
Johann Marihart übernimmt Vorsitz von „Primary Food Processors“
Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der Agrana Beteiligungs-AG und Präsident des Verbands der europäischen Zuckerindustrie (CEFS), übernimmt mit Jahreswechsel den Vorsitz der Organisation der Landwirtschaftlichen Verarbeitungsindustrie <a href=http://www.pfp-eu.org>„Primary Food Processors“</a> (PFP). In der PFP sind neben der Zucker- auch die Stärke-, Eiweiß-, Ölsaaten- und Mühlenindustrie auf europäischer Ebene organisiert.
Johann Marihart übernimmt Vorsitz von „Primary Food Processors“ <% image name="Marihart_1Web" %>
<small><b>Agrana-Chef Johann Marihart</b> übernimmt 2012 den Vorsitz der Plattform europäischer Verarbeiter von landwirtschaftlichen Produkten. <i>Bild: Agrana</i></small>
Die PFP vertritt die Interessen der Verarbeiter landwirtschaftlicher Produkte gegenüber europäischen und internationalen Organisationen. Nach eigenen Angaben arbeitet man vor allem daran, bei Mitgliedern des Europäischen Parlaments sowie der Beratungsgremien und Service-Einrichtungen der Europäischen Kommission, Verständnis für die operationalen Anforderungen der Branche zu wecken. Darüber hinaus bemüht man sich um Achsen zur Landwirtschaft und zu anderen Teilnehmern der Lebensmittel-Versorgungskette. Umgekehrt werden auch den eigenen Mitgliedern Information und Beratung angeboten.
<b>Dachorganisation europäischer Verbände</b>
Die Organisation vertritt 3.130 Unternehmen in 26 EU-Mitgliedsstaaten, die in Summe rund 123.500 Mitarbeiter beschäftigen und jährlich circa 200 Millionen Tonnen an Rohstoffen verarbeiten. Die Branche erwirtschaftet dabei einen Umsatz von mehr als 60 Milliarden Euro pro Jahr. Der Vorsitz der PFP wechselt jährlich zwischen den Präsidenten der Verbände der europäischen Zuckerindustrie (CEFS), Stärkeproduzenten (AAF), Eiweißhersteller (EUVEPRO), Ölsaatenverarbeiter (FEDIOL) und Mühlen (EFM).