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Dezember 15th, 2006

Biovertis siebt F&E-Vorhaben aus

<a href=http://www.biovertis.at>Biovertis</a> will sich künftig ausschließlich auf die fortgeschrittenen Entwicklungsprogramme im Bereich neuer Antibiotika konzentrieren. Im Zuge dessen wird das Unternehmen seine Forschungsprogramme zur Entdeckung neuer bakterieller Wirkstoffe beenden. <% image name="Biovertis_Red_Agar_Plates" %><p> Oxaquin, ein neues Antibiotikum zur Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen, wird derzeit in einer Phase I-Studie an gesunden Probanden erprobt. Für das Topoisomerase-Inhibitoren Programm wird aktuell die präklinische Entwicklung vorbereitet. Die Grundlagenforschung von Biovertis zu neuen bakteriellen Wirkstoffzielen hat in den letzten Jahren eine Reihe viel versprechender Ansatzpunkten zur Entdeckung neuer Substanzklassen geliefert. „Eine Weiterführung dieser frühen Forschungsaktivitäten als Teil der künftigen Firmenstrategie wird vom Markt zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht ausreichend unterstützt,“ sagt Erich Felber, Vorstandsvorsitzender von Biovertis. „Dem müssen wir Rechnung tragen und werden unsere Mittel deshalb künftig auf die Entwicklung unserer fortgeschrittenen Antibiotika-Programme konzentrieren, um diese optimal voran zu bringen.“ <small> <b>Oxaquin</b> vereint die therapeutisch aktiven Teile der beiden Antibiotika Quinolon und Oxazolidinon in einem Molekül. Es eignet sich voraussichtlich für die Bekämpfung gram-positiver Erreger von schweren Hospitalinfektionen wie Lungenentzündung, Hautinfektionen oder Sepsis. Die <b>Topoisomerase IV-Inhibitoren</b> von Biovertis bilden eine viel versprechende neue Klasse von Antibiotika, die auf einem validierten Wirkmechanismus beruhen. Sie wirken gegen Enzyme, die für Erreger lebensnotwendig sind, so dass die Entwicklung von Resistenzen wenig wahrscheinlich ist. Die Topoisomerase-Inhibitoren bauen auf einem neuen Grundgerüst auf, für das Biovertis eine starke Patentposition besitzt. Der am weitesten entwickelte Arzneimittelkandidat aus dieser Klasse ist ein Molekül gegen Hospitalinfektionen, die durch gram-negative Bakterien verursacht werden. Bei diesen Erkrankungen ist der Bedarf an neuen Medikamenten besonders groß. </small> Biovertis siebt F&E-Vorhaben aus

Hohes Krebspotenzial bei Rapsöl als Kraftstoff

Statt teureren Biodiesel aus Raps in den Tank zu füllen, verwenden immer mehr Großabnehmer das günstigere Ausgangsprodukt Rapsöl. Untersuchungen belegen jedoch: Die Verbrennung dieses Naturproduktes schadet langfristig nicht nur dem Fahrzeug, sondern vor allem der Gesundheit. <% image name="BASF_Biodiesel" %><p> Untersuchungen von Jürgen Bünger vom <a href=http://www.bgfa.de>BGFA</a> in Bochum zeigten: Das Krebspotenzial der Abgase von Rapsöl als Kraftstoff ist gegenüber herkömmlichem Diesel um das Zehnfache erhöht. Dabei wurden die Emissionen eines LkW-Dieselmotors beim Betrieb von Mineralöldiesel, Biodiesel und Rapsöl auf ihre erbsubstanzschädigende Wirkung hin verglichen. Während das Krebspotenzial bei der Verbrennung von Diesel und Biodiesel auf einem gleich niedrigen Niveau lag, war das von Rapsöl um das Zehnfache erhöht. Die Forscher vermuteten den Grund in der hohen Viskosität von Rapsöl. In einem weiteren Versuch testeten sie ein weiterentwickeltes Rapsöl, das weniger zähflüssig ist. Das Ergebnis war überraschend: Das Krebspotenzial dieser Sorte lag sogar um das 30-fache über dem Niveau von Diesel und Biodiesel. "Ein unerwarteter Effekt", meint Bünger, "ausschlaggebend scheint also nicht die Viskosität von Rapsöl zu sein". Was nun für das erhöhte Krebspotenzial verantwortlich ist, erarbeiten die Wissenschaftler in einem weiteren Projekt. In diese Arbeit werden Ingenieure, Ärzte und Chemiker eingebunden, um die komplexen Zusammenhänge zu klären. Fest steht: Durch die Verwendung von Rapsöl als Kraftstoff sind vor allem Berufskraftfahrer gesundheitlich gefährdet, die täglich den Emissionen ausgesetzt sind. Generell sind aber auch Arbeitsplätze betroffen, an denen Dieselmotoren unter einer Überdachung, in Hallen oder unter Tage genutzt werden. Dort atmen die Beschäftigten die Abgase direkt ein. Hohes Krebspotenzial bei Rapsöl als Kraftstoff

Probiotischer Kaugummi verhindert Mundgeruch

Mit dem Probiotikum "BioGaia" - in Form eines Kaugummis oder einer Lutschtablette - will <a href=http://www.hso.at>HSO-Pharma</a> die Mundhygiene revolutionieren. Durch den im Produkt enthaltenen Lactobacillus reuteri werde für ein natürliches Gleichgewicht der Bakterienflora in der Mundhöhle gesorgt. Probiotischer Kaugummi verhindert Mundgeruch <% image name="Gebiss" %><p> <small> "Regelmäßig angewendet beugt 'BioGaia' Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen und Zahntaschen vor", so Frank M. Unger, Forschungsleiter bei HSO-Pharma. </small> Die Bakterienflora der gesunden Mundhöhle besteht aus bis zu 500 verschiedenen Arten von Bakterien, die auf den Zahnflächen und im Speichel leben. Viele davon sind nützlich und helfen mit, das Wachstum weniger nützlicher Bakterien und Mikroorganismen zu unterdrücken. Bei vielen Menschen ist die <a href=http://www.floralegesundheit.at>Florale Balance</a> aber nicht immer gegeben oder gerät leicht aus dem Gleichgewicht: Bei ihnen können daher trotz sorgfältiger Mundhygiene immer wieder Zahnfleischentzündungen auftreten. Zudem sind aufgrund veränderter Essgewohnheiten die natürlichen Populationen von Laktobazillen in unserer Umwelt heute geringer als noch vor wenigen Jahrzehnten. BioGaia soll dem mit Lactobacillus reuteri Prodentis entgegenwirken. 2-4 Kaugummis oder Lutschtabletten pro Tag versprechen bereits nach einer Woche einen positiven Effekt. BioGaia ist in Packungen á 28 Stück in der Apotheke erhältlich und kostet 19,90 €.

Bayer stärkt Baumwollgeschäft in den USA

<a href=http://www.newsroom.bayercropscience.com/de>Bayer CropScience</a> treibt seine Wachstumsstrategie im Baumwollsaatgutgeschäft weiter voran. In zwei separaten Transaktionen erwarb das Unternehmen die Assets von California Planting Cotton Seed Distributors (CPCSD) sowie von Reliance Genetics im texanischen Harlingen für rund 20 Mio $. <% image name="Baumwollpflanzen" %><p> Durch die Übernahme von CPCSD erschließt sich Bayer CropScience neue Märkte in den USA und stärkt sein Portfolio des als Germplasm bezeichneten Pools des pflanzlichen Vermehrungspotenzials, aus dem Baumwollsaatgut mit neuen, verbesserten Faserqualitäten gezüchtet wird. CPCSD entwickelt, erzeugt und vertreibt hochwertige Baumwollsaaten. Die Produktions- und Aufbereitungskapazitäten von CPCSD sind im kalifornischen San Joaquin Valley angesiedelt. CPCSD´s Prämium-Baumwollsorten Pima und Acala eignen sich für die Herstellung hochwertiger Fasern und sind daher begehrt bei den Spinnereien. Reliance Genetics betreibt ein spezielles Baumwollzuchtprogramm, das eine weitere hervorragende Ergänzung der FiberMax-Produktpalette von Bayer CropScience darstellt und die Germplasm-Datenbank des Unternehmens erweitert. Im Zuge der Übernahme der Reliance-Assets kann Bayer CropScience zusätzliche Sorten in sein Portfolio aufnehmen, darunter auch viele, die mit neuen Traits hinsichtlich Insektenresistenz und Herbizidtoleranz ausgestattet sind. Mike Gilbert, Global Cotton Seed Manager bei Bayer CropScience, erläutert: „Baumwollfarmern können wir nun eine noch umfassendere Produktpalette bieten. Dazu gehören qualitativ hochwertige Fasern, spezielle Eigenschaften wie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Krankheiten oder auch Insektenresistenz und Herbizidtoleranz sowie darauf abgestimmte Pflanzenschutzprodukte.“ Bayer stärkt Baumwollgeschäft in den USA

Radiochemiker synthetisieren Hassium-270

Wissenschaftler vom <a href=http://www.radiochemie.de>Institut für Radiochemie</a> der TU München und der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt ist es erstmals gelungen, 4 Atome des Kerns Hassium-270 zu synthetisieren und nachzuweisen. Damit wurde gezeigt, dass der Weg zu superschweren Elementen über eine näher gelegene, ebenfalls durch Schaleneffekte stabilisierte Region führt. <% image name="Hassium_270" %><p> <small> Berechnete Schalenstabilisierung (in MeV) der schweren und superschweren Elemente mit Ordnungszahlen zwischen 82 und 120. Hassium-270 ist ein im Grundszustand deformierter Kern, während 298114 (bisher noch nicht experimentell nachgewiesen) sphärisch sein sollte. © TU München </small> Das schwerste in größeren Mengen in der Natur vorkommende Element ist Uran (Ordnungszahl 92). Forscher fragen jedoch: Wie schwer kann ein Kern werden, ohne spontan in 2 Fragmente zu zerfallen? In den letzten Jahrzehnten wurden in Beschleunigern wenige Atome bis hin zum Element 118 künstlich synthetisiert. Die schwersten davon sind jedoch radioaktiv und bestehen nur für kurze Zeit. Ihre Existenz verdanken sie dem <u>Schaleneffekt</u>: "Magische" Zahlen von Protonen und Neutronen sind in der Lage, einen Kern zusätzlich zu stabilisieren. Kerne, die sowohl eine magische Protonenzahl als auch eine magische Neutronenzahl enthalten, sind "doppelt magisch". Der schwerste bekannte doppelt magische Kern ist Blei mit der Massenzahl 208. Bereits in den 1960er Jahren wurde auf Basis des Schalenmodells des Kerns vorhergesagt, es müsse eine <u>Insel der superschweren Elemente</u> geben. Zentrum dieser Insel sollte ein sphärischer, doppelt magischer Kern mit der Ordnungszahl 114 und der Neutronenzahl 184 sein. Anzeichen für die tatsächliche Existenz dieser Region erhöhter Stabilität sind Berichte über russische Experimente, in denen die Synthese der Elemente 112 bis 118 geglückt sein soll. Neueste Berechnungen haben gezeigt, dass auch deformierte Kerne doppelt magische Schalenabschlüsse bilden können - der nächste Schalenabschluss ist deshalb bereits beim Kern Hassium-270 mit der Ordnungszahl 108 und der Neutronenzahl 162 zu erwarten: Das Auftauchen einer weiteren Insel aus dem "Meer der Instabilität" hat das Bild einer einzigen weit draußen liegenden Insel der superschweren Elemente erheblich modifiziert. <u>Die Synthese des Hassium-270</u> gelang den Forschern, indem sie ein dünnes Target aus Curium-248 mit einem Strahl von Magnesium-26-Ionen mehrere Wochen lang intensiv beschossen. Da Hassium zur Gruppe 8 des Periodensystems gehört, verbindet es sich sehr leicht mit 4 Sauerstoffatomen zu einem sehr flüchtigen gasförmigen Molekül. Durch eine kontinuierliche und sehr schnelle gaschromatographische Trennung und eine anschließende Abscheidung in einem Kryodetektor ließ sich der radioaktive Zerfall der Hassiumatome höchst effizient nachweisen. Dabei beobachteten die Forscher, dass Hassium-270 nicht spontan zerfällt. Aus der gemessenen Zerfallsenergie konnte eine Halbwertszeit des Hassium-270 von einer halben Minute abgeleitet werden. Durch die Emission eines Heliumkerns verwandelt sich das Hassium-270 in ein leichteres Nuklid: Seaborgium-266. Dieses zerfällt mit einer Halbwertszeit von etwa einer halben Sekunde spontan in 2 Fragmente - wiederum ein Hinweis auf die außerordentliche Stabilität des Hassium-270. Radiochemiker synthetisieren Hassium-270

WWTF holt neuen Spitzenmathematiker nach Wien

Der <a href=http://www.wwtf.at>WWTF</a> beschloss, die Schnittstelle von Mathematik und Biowissenschaften mit einer weiteren Stiftungsprofessur zu stärken und vergab dafür 1,5 Mio € an Förderung. <% image name="Hermisson" %><p> Mitte 2007 wird Joachim Hermisson, derzeit Gruppenleiter am Department für Biologie der LMU München, an den Max F. Perutz Laboratories im Umfeld des 2005 eingesetzten WWTF-Stiftungsprofessors Arndt Von Haeseler im Bereich der mathematischen Populationsgenetik forschen. Hermisson wurde von der Uni Wien, der Medizinuni Wien und der Veterinärmedizinischen Uni Wien als Kandidat ausgewählt, um die Brücke zwischen den beiden Disziplinen Mathematik und Biowissenschaften zu stärken. Experten gehen davon aus, dass mathematische Ansätze die Biologie in den kommenden Jahren in eine wesentlich quantitativer orientierte Disziplin verwandeln werden als dies heute der Fall ist. Dass es an der Schnittstelle Mathematik – Biowissenschaften in Wien bereits interessante Ansätze und Expertise gibt zeigte der Call des WWTF bereits 2004. Mit der jetzigen Stiftungsprofessur setzt der WWTF weitere Impulse in diesem Bereich. Durch die Verbindung der phänotypisch orientierten und genotypisch orientierten Forschungstradition der Evolutionsbiologie hat Hermisson ein neuartiges Forschungsfeld aufgetan. Was die mathematische Seite seines Forschungsvorhabens betrifft, will er drei mathematische Schritte zur Anwendung bringen: Über deterministische Ansätze wird er die Anpassung von Phänotypen im Evolutionsprozess abbilden, über stochastische Methoden will er diese in molekulare Modelle integrieren und schließlich sollen diese Modelle über statistische Methoden an Sequenzdaten getestet werden. Um die inhaltliche Anbindung zu den beiden Forschungsfeldern Mathematik und Biowissenschaften zu gewährleisten, soll Hermisson sowohl am Campus Vienna Biocenter als auch an der Fakultät für Mathematik mit einer Forschergruppe verankert sein. WWTF holt neuen Spitzenmathematiker nach Wien

Dezember 14th

Linz Textil baut Viskose-Werk in China

Die <a href=http://www.linz-textil.at>Linz Textil Holding</a> errichtet um rund 30 Mio € ein Viskose-Werk in China. <a href=http://www.lenzing.at>Lenzing</a> wird dafür zuliefern. Die Produktion soll sich vorerst auf jährlich 6.000 t belaufen. Linz Textil baut Viskose-Werk in China <% image name="Textilproduktion" %><p> Die asiatische Kostenstruktur könne nicht umgangen werden, so Linz-Textil-Generaldirektor Dionys Lehner. Die Fakten würden für sich sprechen: Chinas Viskoseproduktion sei seit 1970 von rund 150.000 auf 1 Mio Jahrestonnen gestiegen, in Westeuropa hingegen habe sich die Kapazität von mehr als 700.000 auf rund 350.000 t mehr als halbiert. Das neue Linz-Textil-Werk soll ab dem zweiten Quartal 2007 nahe des Lenzing-Viskosefaserwerks in Nanjing errichtet werden. Der Produktionsstart ist für Mitte 2008 vorgesehen. Linz Textil will etwa ein Zehntel der chinesischen Jahresproduktion von 60.000 Jahrestonnen der Lenzing AG, deren Standort im ersten Quartal 2007 in Betrieb gehen soll, abnehmen. Lenzing-Vorstand Thomas Fahnemann beziffert die mögliche Erzeugungskapazität im Endausbau mit 180.000 t. Die erzeugten Garne sollen sowohl in China als auch auf anderen Märkten der Linz Textil abgesetzt werden. Am Weltmarkt würden 15 bis 20 % an Fasern fehlen, so Lehner.

Software vereinfacht Betreuung Pflegebedürftiger

Das smart systems- und das Biomedizintechnik-Team der <a href=http://www.arcs.ac.at>Austrian Research Centers</a> (ARC) entwickeln mit <a href=http://www.moeller.at>Moeller</a> ein Notfall-System, das die Betreuung älterer oder behinderter Menschen erleichtert. In einem Wiener Pilotprojekt wird es derzeit getestet. <% image name="Pflegebeduerftiger" %><p> <small> Software erleichtert Pflege betreuungsbedürftiger Menschen. </small> Das Prinzip der Neu-Entwicklung: Intelligente Sensoren erfassen die Aktivitäten und Bewegungen der Menschen in ihrer Wohnsituation. Eine speziell entwickelte Software, die mit den Sensoren per Funk verbunden ist, leitet daraus typische Verhaltensmuster ab. Das System kann in Folge Abweichungen vom Normverhalten erkennen und dem Pflegepersonal melden. Eine typische Normabweichung ist etwa der Sturz einer zu betreuenden Person in ihrem Zimmer. Entscheidungsgrundlage für das Erfassen und Erkennen von Unregelmäßigkeiten ist die Einschätzbarkeit des geregelten Tagesablaufs einer Person. Die Software wurde von den beiden Forschungsteams der ARC entwickelt und basiert auf einer Kombination statistischer Methoden. "Unser System ist eine Verbesserung für die Betreuungsbedürftigen und das Pflegepersonal, da es selbständig auf Problemsituationen reagiert", so Gerhard Russ, Leiter der Arbeitsgruppe für Semantische Netze Ambient Intelligence Anwendungen. Die Hardware stammt von Moeller Gebäudeautomation. Sie besteht aus vernetzten Sensoren, die über Funk die Bewegungen der zu betreuenden Personen, die Lichtsituation, die Raumtemperatur und die Bewegung von Türen und Fenstern an einen Rechner weiter leiten. Die Funklösung wurde gewählt, weil sie eine maximale Flexibilität beim Anbringen der Sensoren ermöglicht. Software vereinfacht Betreuung Pflegebedürftiger

Neue Entdeckungen beim Insulin-Signalweg

Bonner Forscher konnten ein weiteres Element im Netzwerk des Insulin-Signalweges identifizieren: Die Cytohesine könnten ein neuer Ansatzpunkt für die Diabetes-Behandlung werden. Neue Entdeckungen beim Insulin-Signalweg <% image name="Zucker" %><p> <small> Wenn man etwas isst und der Blutzuckerspiegel im Körper steigt, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Die Zucker-Moleküle werden daraufhin in der Leber und den Muskeln von den Zellen aufgenommen und können in Form langer Glykogen-Ketten gespeichert werden. </small> Die ersten Schritte im Zuckerabbau bestehen darin, dass Insulin an den in der Zellmembran sitzenden Insulin-Rezeptor (IR) bindet und dieser verschiedene als Insulin-Rezeptor-Substrate (IRS) bezeichnete Proteine phosphoryliert. Danach wird über eine Kette mehrerer hintereinander geschalteter Enzyme unter anderem die Glykogensynthase aktiviert. Forscher rund um Michael Famulok haben nun herausgefunden, dass schon der Anfang der Signalübertragung komplizierter ist, als bisher gedacht: Weil nämlich zusätzlich noch Proteine aus der Klasse der Cytohesine beteiligt sind. Diese erhöhen die Effizienz der IRS-Phosphorylierung und damit der Signalübertragung beträchtlich. Denn bekannt ist von den Cytohesinen vor allem, dass sie Zellen helfen, aneinander zu haften - daher auch ihr Name. Diese Fähigkeit brauchen etwa im Blut treibende Immunzellen, um sich an der Gefäßwand festzuhalten und dann ins umliegende, erkrankte Gewebe einzuwandern. Auf molekularer Ebene helfen Cytohesine bestimmten biochemischen Schaltern (GTPasen), vom inaktiven in den aktiven Zustand zu wechseln. Dass Cytohesine auch im "Insulin Signalling" involviert sind, konnte mit Antikörpern nachgewiesen werden. Die Forscher nahmen dazu Leberzellen, gaben Insulin hinzu und analysierten anschließend die in den Zellen aktivierten Proteine. Mit einem gegen den Insulin-Rezeptor gerichteten Antikörper fischten sie den IR und die an ihm dran hängenden Proteine heraus. Der positive Test mit dem neuen Anti-Cytohesin-3-Antikörper bewies dann: Nach Gabe von Insulin lagern sich IR, IRS und Cytohesine zu einem festen Komplex zusammen. Die Wirkung der Cytohesine im lebenden Organismus bewiesen dann Versuche mit Mäusen. Ihnen wurde eine Substanz (SecinH3) ins Futter gemischt, die stark an Cytohesine bindet und deren Funktion blockiert. Die Untersuchung der Tiere ergab: Die durch Insulin ausgelösten Veränderungen der Expression von Genen des Zucker-Stoffwechsels waren geringer als normal, zudem wurde in den Leberzellen der Mäuse weniger Glykogen synthetisiert. Mit der Entdeckung der Cytohesine als zusätzlichem Mitspieler im komplizierten Regelsystem, das das Insulin-Signal in den Zellen weiterleitet, verbinden die Forscher die Hoffnung auf Fortschritte bei der Therapie von Diabetes Typ 2.

Österreich präsentiert dritten Lebensmittelbericht

Der nach 1997 und 2003 nunmehr dritte Lebensmittelbericht bestätigt dem Lebensmittelsektor eine dynamische Entwicklung. Die Exportinitiative in die mittel- und osteuropäischen Länder bezeichnet Landwirtschaftsminister Josef Pröll als "Erfolgsstory". Gentechnik ist für ihn auch weiterhin "keine Option". Österreich präsentiert dritten Lebensmittelbericht <% image name="Proell_Josef" %><p> <small> Josef Pröll: "Rund 14 % der Wirtschaftsleistung Österreichs kommen aus der Nahrungsmittelproduktion. Jeder sechste Arbeitsplatz hängt an diesem Sektor." © pressefotos.at </small> In der <b>Fleischbranche</b> findet ein starker Konzentrationsprozess statt, gleichzeitig nimmt der Fleischkonsum um 1 bis 3 % pro Jahr ab. Die zunehmende Marktmacht der Handelsketten als Hauptabnehmer von Fleischerzeugnissen geht Hand in Hand mit einem kontinuierlichen Rückgang der Fleischfachgeschäfte. Bereits 60 % der Waren wird über Lebensmittelhandelsketten abgesetzt. Geänderte Ernährungsgewohnheiten haben das Segment der Imbisse, Convenienceprodukte und Fertiggerichte auf 14,5 % des gesamten Fleischproduktumsatzes ansteigen lassen. In der <b>Milchwirtschaft</b> werden zunehmend Functional Drinks verlangt. Dabei investieren die Unternehmen verstärkt in Innovationen bei Produkten, Verfahren und Verpackungen. Hohe Steigerungen beim Export in die neuen EU-Mitgliedsländer wurden 2005 im Bereich Käse (+19,9 % gegenüber 2004) erzielt. Deutschland und Italien bleiben aber mit über 70 % Exportanteil die dominierenden Absatzmärkte für österreichische Milchprodukte. Die <b>Getreideanbaufläche</b> betrug 2005 rund 601.900 ha und lag damit leicht höher als 2004. Chancen entwickeln sich für die Braugerste und Malzproduktion. Wettbewerbsvorteile auf den EU-Märkten ergeben sich aus dem kontrollierten Getreideanbau (ÖPUL) mit reduziertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Gerade für kleine und mittlere Mühlen sei die Verarbeitung des in der Region angebauten Getreides eine wichtige Einnahmequelle. 2004 konnte eine starke Steigerung der abgesetzten Produktion gegenüber 2003 bei Grob- und Feingrieß beobachtet werden (plus 21 %). Bei allen anderen Erzeugnissen mit Ausnahme der Lebensmittelzubereitungen (-17,6 %) wurden leichte Umsatzsteigerungen verzeichnet. Bei <b>Gemüse</b> gab es seit 1990 (78,8 kg/Kopf) eine Steigerung des Pro-Kopf-Konsums um 34,5 %. Dies zeigt den Trend zu einer gesünderen Ernährung. Der Verbrauch von Frischobst steigt seit 1997 und hat eine Zunahme des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauches von 71,6 kg im Jahr 1997 auf 79,2 kg im Jahr 2004 erfahren. Die Anzahl der <b>Weinbaubetriebe</b> hat sich seit 1992 von 40.000 auf 32.000 verringert. Die Anbaufläche ist seit 1990 um 23,4 % stark zurückgegangen. Es ist aber zu einer enormen Qualitätssteigerung gekommen. 2004 gab es in Österreich 19.826 <b>Biobetriebe</b>, diese bewirtschafteten 344.916 ha landwirtschaftliche Fläche. Die Erzeugung von biologischen Produkten nimmt in Österreich weiter zu. Dies ist auf die Zunahme der Bioflächen auf 361.000 ha im Jahr 2005 zurückzuführen. Das ist ein Plus von 4,5 % gegenüber 2004 und insgesamt ein neuer Rekordwert von 15,1 % Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche. 2005 gab es gegenüber 2004 wieder deutliche Steigerungen bei der Zahl der Biobetriebe (von 19.800 auf 20.310), deren Anteil beträgt jetzt 12,9 %. Während die österreichischen Exporte aller Waren und Dienstleistungen von 1998 bis 2005 weltweit um 60 % gesteigert werden konnten, legten die weltweiten <b>Exporte</b> der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft in diesem Zeitraum um 123,5 % zu. Höher verarbeitete Lebensmittel und Getränke wurden 2005 um 6 Mrd € exportiert. Das sind um 11,3 % mehr als im Vorjahr. Die diesbezüglichen Importe machen 6,2 Mrd € aus. Der Großteil der Exporte wurde mit Deutschland (31,7 %), Italien (17 %) und den USA (6,7 %) abgewickelt. Die Exporte in die neuen EU-Mitgliedsländer wurden mit einem Plus von 9,4 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutend gesteigert und betragen nun 10,9 %. Im ersten Halbjahr 2006 ist die <b>Agrarhandelsbilanz</b> weltweit mit plus 182 Mio € positiv, für das gesamte Jahr 2006 wird eine positive Agrarhandelsbilanz von plus 50 Mio € erwartet. Mit den höher verarbeiteten Produkten wurde von Jänner bis Juni ein noch deutlicheres Handelsbilanzplus von 561 Mio € erzielt, hier wird für das Gesamtjahr eine positive Handelbilanz von 928 Mio € erwartet. Der <b>Lebensmitteleinzelhandel</b> erzielte 2005 einen Umsatz von 14,9 Mrd € inklusive den geschätzten Umsätzen der Diskonter Hofer und Lidl mit fast 2,9 Mrd €. Das entspricht einem nominellen Zuwachs von 1,6 %. Der Lebensmitteleinzelhandel ist wertmäßig für über 85 % des Lebensmittelvertriebes verantwortlich.

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