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August 7th, 2015
Britische Wettbewerbsbehörde ermittelt gegen Pfizer und Flynn Pharma
07.08.15
von
Klaus Fischer
Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat eine Untersuchung gegen die Pharmaunternehmen Pfizer und Flynn Pharma eingeleitet. Sie werden beschuldigt, seit September 2012 in Großbritannien ein Arzneimittel gegen Epilepsie zu „überhöhten und unfairen Preisen“ verkauft und damit britisches sowie EU-Recht verletzt zu haben. Dadurch sei das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens geschädigt worden. Das Medikament dient der Vorbeugung gegen Schlaganfälle sowie dazu, die Auswirkungen von Schlaganfällen zu kontrollieren. Nach Angaben der CMA wird es in Großbritannien von etwa 50.000 Personen benötigt.
Laut CMA ist der Sachverhalt folgender: Vor September 2012 produzierte und verkaufte Pfizer das Medikament unter der Bezeichnung Epanutin. Zu dieser Zeit wurden die Vermarktungsrechte an die Flynn Pharma verkauft. Diese erzeugte ein Generikum und begann im September 2012 mit dessen Vermarktung. Gleichzeitig produzierte Pfizer Epanutin weiter und verkaufte es zwecks Weitervermarktung an Flynn Pharma – zu Preisen, die um acht bis 17 Prozent über dem ursprünglichen Verkaufspreis lagen. Flynn Pharma wiederum verkaufte das Mittel um 25 bis 27 Prozent über dem ursprünglichen Verkaufspreis von Pfizer. Dadurch stieg der Aufwand für das Arzneimittel und das Generikum im Rahmen des staatlichen britischen Gesundheitssystems von rund 2,3 Millionen Pfund (3,3 Millionen Euro) im Jahr 2012 auf über 50 Millionen Pfund (71 Millionen Euro) im Jahr 2013 und über 40 Millionen Pfund (56,8 Millionen Euro) im Jahr 2014.
Ann Pope, Senior Director of Antitrust Enforcement der CMA, verlautete in der Aussendung, Unternehmen mit einer dominierenden Marktposition hätten eine „spezielle Verantwortung“ dafür, sicherzustellen, dass die von ihnen verlangten Preise nicht überhöht und unfair seien. Die CMA sei deshalb über das Verhalten der beiden Pharmaunternehmen und dessen Auswirkungen auf das britische Gesundheitssystem besorgt. Es werde nun weitere Untersuchungen geben, um festzustellen, ob tatsächlich britisches bzw. europäisches Recht gebrochen wurde.
Laut einer Meldung des britischen Nachrichtensenders BBC hat Pfizer der CMA „volle Kooperation“ zugesagt. Eine Bestätigung des Unternehmens gibt es bisher nicht.
August 5th
Boehringer Ingelheim: Umsatz wächst um zwei Prozent
05.08.15
von
Klaus Fischer
Der Umsatz des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf rund 7,4 Milliarden Euro. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2014 (6,5 Milliarden Euro) sei dies ein Plus von rund zwei Prozent, teilte Boehringer Ingelheim in einer Aussendung mit. Den mit rund 5,3 Milliarden Euro größten Teil des Umsatzes erwirtschaftete das Unternehmen weiterhin mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. „Währungsbereinigt“ sei das Geschäft in diesem Bereich „stabil“ geblieben. In Euro gerechnet ergebe sich ein Plus von rund zwölf Prozent, was allerdings nicht zuletzt der „relativen Schwäche“ der gemeinsamen europäischen Währung geschuldet sei.
„Sehr gut“ entwickelten sich laut der Aussendung die Bereiche Selbstmedikation und Tiergesundheit. Letzterer wuchs währungsbereinigt um elf Prozent auf 662 Millionen Euro. Bei Biopharmazeutika, die Boehringer Ingelheim ausschließlich an Industriekunden verkauft, war mit 214 Millionen Euro ein Plus von 24 Prozent zu verzeichnen.
Überdies wurdeb laut der Aussendung im ersten Halbjahr Zulassungen für mehrere Medikamente erzielt, etwa für Synjardi in der EU und für Glyxambir in den USA. Beide Produkte dienen der Behandlung von Diabetes mellitus. In der EU wurde weiters Ofev, ein Mittel gegen idiopathische Lungenfibrose (IPF), zugelassen. Sowohl in den USA als auch in der EU bekam Boehringer Ingelheim auch die Zulassung für Stitolo Respimat gegen COPD. Zur Zulassung in der EU, den USA, Kanada und anderen Ländern eingereicht hat das Pharmaunternehmen Idarucizumab, ein Medikament, das den oralen Gerinnungshemmer Pradaxa seinerseits hemmt.
Andreas Barner, der Vorsitzende der Geschäftsführung, zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Wir haben mit unseren Markteinführungen der vergangenen Monate die Erneuerung unseres Portfolios weiter vorangetrieben und damit Wachstumspotenziale nicht nur geschaffen, sondern auch genutzt.“ Um mit dem „sich verändernden Umfeld“, vor allem in den USA und Japan, besser zurande zu kommen, soll die Effizienz des Unternehmens weiter gesteigert werden. Für das Gesamtjahr erwartet Boehringer Ingelheim ein „moderates Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich“, verlautete Hubertus von Baumbach, der die Finanzen des Unternehmens managt.
August 4th
AMAG: Absatz sinkt, EBIDTA steigt
04.08.15
von
Klaus Fischer
Der Absatz des Ranshofener Aluminiumkonzerns AMAG belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf rund 192.500 Tonnen, um zwei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2014. Das Ergebnis nach Ertragssteuern sank um 15 Prozent auf 22,7 Millionen Euro. Letzteres habe allerdings nichts mit dem operativen Geschäft zu tun, betonten AMA-Vorstandsvorsitzender Helmut Wieser und Finanzvorstand Gernot Mayer heute bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Mayer erläuterte, im ersten Halbjahr 2014 sei vor allem ein einmaliger „positiver Steuereffekt“ zum Trage gekommen: „Den hatten wir heuer nicht mehr.“ Laut Geschäftsbericht 2014 begründete sich dies durch Verlustvorträge für den Standort Ranshofen, die für das Gesamtjahr zu einem Steuerertrag von rund 3,2 Millionen Euro führten.
Wie Wieser und Mayer betonten, erhöhte die AMAG im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihre Umsatzerlöse um 16 Prozent auf 471,5 Millionen Euro. Das EBITDA wuchs um 30 Prozent auf 70,6 Millionen Euro. Preiseffekte im ersten Quartal trugen zum EBITDA mit 2,5 Millionen Euro bei, die Umschichtung der Verkaufsmengen auf höherwertige Produkte brachte 27,2 Millionen ein. Dazu kamen Währungseffekte vor allem durch den im Vergleich zum US-Dollar gesunkenen Euro-Kurs, die Exporte, primär in die USA, erleichterten und insgesamt mit 10,1 Millionen Euro positiv zu Buche schlugen. Negativ wirkten sich dagegen die um 16,7 Millionen Euro höheren Rohstoff- und Energiekosten, der um 3,9 Millionen Euro gestiegene Personalaufwand sowie nicht näher erläuterte Effekte in der Höhe von 2,9 Millionen Euro aus. Insgesamt sei das erste Halbjahr 2015 sehr gut gelaufen, betonten die beiden AMAG-Vorstände.
Die höheren Personalkosten stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Standorts Ranshofen, wo bis Mitte 2017 um rund 300 Millionen Euro ein neues Kaltwalzwerk sowie dazu gehörende Veredelungsanlagen errichtet werden. Damit baut die AMAG ihre Kapazität im Bereich Walzen auf mehr als 300.000 Tonnen pro Jahr aus. Wieser betonte, dass die Nachfrage derzeit die Produktionsmöglichkeiten seines Unternehmens übersteige: „Alle, von der Auto- über die Flugzeug- bis zur Verpackungsindustrie, möchten mehr Walzprodukte von uns haben. Dieses Problem lösen wir jetzt.“
Klima hilft
Als hilfreich fürs Geschäft erweist sich ihm zufolge nicht zuletzt die internationale Klimapolitik. Sowohl in den USA als auch in Europa treten in den nächsten Jahren neue Grenzwerte für den PKW-Flottenausstoß an CO2 in Kraft. Auch hat die EU angekündigt, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken zu wollen. Am 3. Juli präsentierte US-Präsident Barack Obama seinen „Clean Power Plan“ (CPP), der bis 2030 eine Reduktion der US-amerikanischen CO2-Emissionen um 32 Prozent gegenüber dem Niveau von 2005 vorsieht.
Wieser zufolge zwingt dies die Automobilindustrie, verstärkt Aluminium statt Stahl einzusetzen. Ein Mercedes der C-Klasse enthalte heute bereits etwa 50 Prozent Aluminium, vor zehn Jahren seien es noch acht Prozent gewesen. Wie Wieser dem Chemereport erläuterte, steht Aluminium bei den Leichtbaustoffen „natürlich“ in Konkurrenz zu Kohlefaserstoffen. Allerdings sei Aluminium zu rund 80 Prozent rezyklierbar, Kohlefaserstoffe kämen dagegen auf maximal 16 Prozent. Überdies spiele auch das Kostenargument eine nicht unwesentliche Rolle. Und die Entwicklung gehe weiter. Auch zweidimensionale Werkstoffe seien „selbstverständlich“ ein wichtiges Thema.
Überdies setzt auch die AMAG auf das Thema „Industrie 4.0“, fügte Wieser gegenüber dem Chemiereport hinzu. Mit diesbezüglichen Automatisierungstechnologien – Stichwort „intelligente Fabrik“ - lasse sich die Produktivität um das Zehnfache steigern. Vom Chemiereport auf die im Herbst anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen angesprochen, sagte Wieser, die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit werde dabei ganz sicher auf der Tagesordnung stehen. Diese sei notwendig, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Nichts abgewinnen kann Wieser dagegen der Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche: „Am Strand liegend kann man kein Geld verdienen.“
Für das Gesamtjahr 2015 rechnen Wieser und Mayer mit einem EBITDA in der Höhe von 130 bis 140 Millionen Euro. Gegenüber 2014 (114,7 Millionen Euro) wäre das ein Plus von etwa 13,3 bis 22 Prozent. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die seit März von 2.194 US-Dollar pro Tonne auf 1.879 US-Dollar gesunkenen Alu-Preise nicht weiterhin stark fallen. Welches Preisniveau zu einer Korrektur der Ergebnisprognose führen würde, wollten die beiden Manager nicht sagen.
July 30th
„Wahrscheinlich krebserregend“
30.07.15
von
Klaus Fischer
Das weltweit am meisten verbreitete Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend. Zu diesem Ergebnis kommt eine 92 Seiten umfassende Monographie der Internationalen Krebsforschungsagentur (International Agency for Research on Cancer, IARC), die am 29. Juli präsentiert wurde. Die IARC fasst darin die Ergebnisse von mehr als 200 Untersuchungen aus aller Welt zusammen. In Auftrag gegeben wurde die Monographie seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO. Wie die IARC ausführt, werden jährlich global rund 700.000 Tonnen Glyphosat erzeugt und über mehr als 750 Produkte vermarktet. Das Pflanzenschutzmittel, dessen Wirkung im Jahr 1970 entdeckt wurde, lässt sich mittlerweile im Boden, in der Luft, im Oberflächen- und Grundwasser sowie in Lebensmitteln nachweisen. In den von der IARC berücksichtigten Studien wurde unter anderem untersucht, ob der Wirkstoff bestimmte Arten von Lymphknotenkrebs (Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom), Knochenkrebs, Gehirntumore sowie Prostatakrebs auslösen kann. Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom erbrachten laut IARC Studien in Schweden, Kanada und den USA. Nur schwache Evidenz besteht bisher hinsichtlich Knochenkrebs. Für alle anderen Krebsarten wurden keine Hinweise auf einen Zusammenhang ihres Auftretens mit einer Glyphosat-Exposition ermittelt. Starke Hinweise sieht die IARC in den von ihr überprüften Studien auf eine erbgutschädigende Wirkung von Glyphosat. Hinsichtlich des Abbauprodukts AMPA vermerkt die Agentur, es gebe nur wenige Studien zur Frage, ob dieses erbgutschädigend ist. Allerdings deuteten diese sämtlich auf diese Gefahr hin.
Brisanz hat die Monographie deshalb, weil Ende des Jahres die Zulassung von Glyphosat und damit der glyphosathältigen Pflanzenschutzmittel in der Europäischen Union ausläuft. Die EU-Lebensmittelsicherheitsagentur EFSA hat angekündigt, die Monographie der IARC in ihrem Verfahren zur Verlängerung der Zulassung zu berücksichtigen. Überraschend kam die Stellungnahme der IARC übrigens kaum. Bereits im März hatte sie mehrere glyphosathältige Pflanzenschutzmittel als „möglicherweise“ bzw. „wahrscheinlich“ krebserregend bezeichnet.
Konter der Industrie
Die Pflanzenschutzmittelindustrie reagierte zumindest offiziell gelassen. In einer Aussendung der Glyphosate Task Force (GTF), der unter anderem Monsanto Europe, Syngenta und Dow AgroSciences angehören, hieß es, in den vergangenen 40 Jahren hätten Untersuchungen in aller Welt gezeigt, dass der Einsatz von Glyphosat „kein inakzeptables Risiko für Menschen, Tiere oder die Umwelt darstellt.“ Auch heiße es im Review Assessment Report (RAR) im Rahmen des Wiederzulassungsverfahrens in der EU, die darin berücksichtigten Studien hätten keinen Hinweis auf die Karzinogenität von Glyphosat erbracht. Dies werde auch in der Monographie der IARC nicht in Frage gestellt. Auch habe deren Aufgabe ausschließlich darin bestanden, die grundsätzlichen Risiken zu ermitteln, die von Glyphosat ausgehen könnten. Dies sage jedoch nichts über die tatsächlichen Gefahren im tagtäglichen Einsatz des Stoffes sowie der darauf basierenden Pflanzenschutzmittel aus. Um diese festzustellen, seien Risikobewertungen erforderlich, die seitens der zuständigen Behörden im Rahmen der Zulassungsverfahren erfolgten. Überdies habe die IARC nur einen „Bruchteil“ der verfügbaren Daten berücksichtigt.
Ähnlich argumentierte die CropLife International, die sich als weltweiter Vertreter der Pflanzenforschungsindustrie versteht. Zu ihren Mitgliedern gehören neben Monsanto, Syngenta und Dow AgroSciences unter anderem DuPont, die US-amerikanische Food Machinery and Chemical Corporation (FMC) sowie Sumitomo Chemical. CropLife-International-Präsident Howard Minigh verlautete, die IARC habe nach ihren eigenen Aussagen lediglich die potenziellen Risiken, aber nicht die konkreten Gefahren durch den Einsatz von Glyphosat untersucht. Letzteres sei die Aufgabe der Zulassungsbehörden. Diese führten ihre Risikobewertungen unter Praxisbedingungen („real world conditions“) durch. Signifikante neue Informationen enthalte die Monographie der IARC nicht. Dennoch habe CropLife International die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, sowie IARC-Direktor Chris Wild um ein Treffen ersucht. Die Pflanzenforschungs- und Pflanzenschutzmittelindustrie bemühe sich um das Vertrauen ihrer Kunden und der Öffentlichkeit insgesamt, betonte Minigh: „Wir möchten nicht, dass dieser Prozess unterminiert wird.“
July 28th
EMA empfiehlt neuartigen Cholesterin-Senker
Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat die Zulassung von Alirocumab (Handelsname Praluent) empfohlen. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um den Vertreter eines neuen Typus von Cholesterin-Senkern.
Alirocumab ist ein von Sanofi Aventis und Regeneron Pharmaceuticals entwickelter monoklonaler Antikörper, der sich gegen das Enzym PCSK9 (Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9) richtet. PCSK9-Inhibitoren werden als neue Option zur Senkung des Cholesterin-Spiegels für Patienten angesehen, die auf die üblicherweise verabreichten Statine nicht reagieren.
Der Empfehlung des CHMP liegt eine Phase III-Studie mit knapp 5.300 Patienten mit erhöhten Cholesterin- bzw. erhöhten Fettwerten im Blut zugrunde, die belegt dass Alirocumab den LDL-Cholesterin- Spiegel verringert.
Cholesterin-Therapie wird im Allgemeinen angewandt, um das Risiko für Arteriosklerose und als Folge davon Herzinfarkt durch erhöhte Werte des Lipids zu reduzieren. Die Kausalität zwischen erhöhtem Cholesterin-Spiegel und der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist aber umstritten.
July 25th
„Top 5 als Ziel“: Ring-Holding strebt weiteres Wachstum der Lacksparte an
Das Wirtschaftsmagazin „Trend“ hat die <a href=http://www.ringholding.com target=“_blank“>Ring International Holding</a> (RIH) im Rahmen seiner „Top 500“ als wachstumsstärkstes österreichisches Unternehmen 2014 ausgewiesen. Die Gruppe konnte ihren Umsatz vor allem durch die Übernahme der slowenischen Helios-Gruppe mehr als verdoppeln.
Die Holding, die im Mehrheitseigentum der britischen Oxhault Ltd. steht, hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 142,66 Prozent gesteigert und verwies damit das Supply-Chain- und Rohstoff-Unternehmen MFC Holding und den Immobilienentwickler UBM Development auf die Plätze. Hintergrund des Wachstums ist die 2013 erfolgte Akquisition der slowenischen Lackgruppe Helios, mit der sich die Lacksparte der RIH (österreichische Marken: Rembrandtin, Fritze Lacke) unter die Top 10 der europäischen Beschichtungsmittelhersteller gehievt hat.
Erfolgreiches Brüderpaar
Hinter der Ring International Holding steht das Industriellen-Brüderpaar Martens. Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Martens kontrolliert über die britische Oxhauth Ltd. mehr als 55 Prozent der Anteile, Gerald Martens fungiert als Vorstandsvorsitzender. Weitere Eigentümer sind die Beteiligungsgesellschaften Bast, LMOS, IKB, Invest Unternehmensbeteiligungs AG sowie die Private-Equity-Tochter der Oberbank. Seit 2001 hat RIH durch gezielte Zukäufe in den Sparten Büroartikel und Lacke einen Konzern mit rund 3.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 520 Mio. Euro gezimmert. Unter den Produkten sind Hochleistungs-Ringbuchordner für die Luftfahrtindustrie ebenso wie eine große Bandbreite von Industrie- und Speziallacken sowie Chemikalien und Harze.
Dennoch spricht CEO Gerald Martens von einem „kleinen Schritt verglichen mit dem, was wir noch vorhaben.“ Sei man in der Büroartikel-Sparte in vielen Nischenbereichen schon heute Weltmarktführer, wolle man im Bereich der Industrielacke zu den Top 5 Europas vorstoßen.
July 23rd
VCI: „Durchwachsenes“ erstes Halbjahr 2015
23.07.15
von
Klaus Fischer
Die Produktion der deutschen chemischen Industrie war im ersten Halbjahr 2015 um rund ein Prozent höher als im ersten Halbjahr 2014. Der Branchenumsatz lag mit 96,5 Milliarden Euro um 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert, obwohl die Chemikalienpreise um drei Prozent zurückgingen. Das teilte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, mit. Ihm zufolge ist zwar ein „Aufwärtstrend zu erkennen. Er wirkt aber kraftlos. Es fehlen nachhaltige Impulse von der Weltwirtschaft.“ Insgesamt sei die Bilanz des ersten Halbjahres 2015 „durchwachsen“.
Nicht zuletzt wegen der Abwertung des Euros stiegen allerdings die Exporte in die NAFTA-Zone um rund zwölf Prozent. Die Exporte nach Lateinamerika erhöhten sich um 15,5 Prozent, jene in den asiatischen Raum um zehn Prozent. Leicht rückläufig waren mit einem Minus von 0,5 Prozent dagegen die Ausfuhren nach Westeuropa. Insgesamt exportierte die deutsche Chemiebranche im ersten Halbjahr 2015 Waren im Wert von 59,1 Milliarden Euro, um 2,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014.
Für das Gesamtjahr 2015 rechnet Dekkers weiterhin mit einem Branchenumsatz von rund 191,8 Milliarden Euro, gegenüber 2014 ein Plus von 0,5 Prozent. Dazu werde „vor allem das Auslandsgeschäft mit einem Plus von zwei Prozent“ beitragen. Das Inlandsgeschäft werde dagegen „trotz steigender Verkaufsmengen um rund ein Prozent zurückgehen.“ Dekkers geht davon aus, dass die Chemieindustrie weiter „vom schwachen Euro bei den Exporten und vom billigen Öl“ profitiert. Dadurch würden „Nachteile bei den Produktionskosten von Basis-Chemikalien gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder dem Nahen Osten abgemildert.“
Kritik übte Dekkers an der deutschen Wirtschaftspolitik. Es fehle eine „industriepolitische Initiative, um das Investitionsklima deutlich zu verbessern. Wir dürfen nicht noch mehr Investitionen ins Ausland verlieren.“ Auch würden „Hemmnisse für Innovationen“ nicht abgebaut. Benötigt werde eine „umfassende Agenda für bessere Investitions- und Innovationsbedingungen.“ Ende September werde der VCI eine branchenweite Studie über „unternehmensinterne und -externe Hemmnisse für Innovationen“ präsentieren, kündigte Dekkers an.
Ein Krebsgen, das Gutes tut
Ein Forschungsteam um Lukas Kenner (Meduni Wien, Vetmed) hat eine überraschende Rolle des „Krebsgens“ STAT 3 und des von ihm codierten Transkriptionsfaktors entdeckt: Bei Prostatakrebs wird das Wachstum von Krebszellen nicht gefördert sondern blockiert.
Das Protein STAT 3, ein Transkriptionsfaktor aus der STAT-Familie, ist dafür bekannt, das Wachstum von Krebszellen zu fördern. Das für das Protein codierende Gen ist also im Allgemeinen ein Onkogen. Es wird unter anderem von Interleukin 6 (IL-6) aktiviert – ein Signalweg, der aus diesem Grund Ziel verschiedener Krebstherapien ist.
Ein internationales Forschungsteam um Lukas Kenner, der die Abteilung für Labortierpathologie der Meduni Wien und der Vetmed leitet, hat nun herausgefunden, dass STAT3 bei Prostatakarzinom eine entgegengesetzte Rolle spielt. Das Protein aktiviert hier das Gen P14ARF, dessen zugehöriges Protein wiederum die Teilung von Krebszellen blockiert und so der Bildung von Metastasen entgegenwirkt. Das Vorhandensein von STAT3 und P14ARF kann sogar als Biomarker dafür dienen, eine geringere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Metastasen vorauszusagen.
Interleukin-6-Hemmung mit Nebenwirkungen?
Tumorsuppressive Wirkungen von STAT3 konnten zuvor auch schon bei Gehirntumor, bei der Progression von Adenomen zu Karzinomen und beim Fortschreiten von Darmkrebs beschrieben werden. Vor dem Hintergrund der neuen Ergebnisse raten die Wissenschaftler zur Vorsicht beim Einsatz von Interleukibn-6-Hemmern, wie sie etwa gegen Rheumatoide Arthritis zum Einsatz kommen. Eine solche Therapie könnte möglicherweise die Entstehung von Krebsarten wie Prostatakarzinom begünstigen.
July 21st
Ehemalige Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager verstorben
Die ehemalige ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager ist im Alter von 55 Jahren verstorben. Die Unternehmensberaterin war von Oktober 2008 bis Oktober 2013 Nationalratsabgeordnete der ÖVP.
Während ihrer Zeit als Wissenschaftssprecherin gestaltete sie die Änderung des Universitätsgesetzes maßgeblich mit, die eine Neuregelung der Universitätsfinanzierung und eine Neugestaltung der Studieneingangsphase brachte. Der damalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle würdigte die gute Zusammenarbeit, die auch bei der Reform der Pädagogen-Ausbildung und bei der Erstellung des Online-Wegweisers „Wissenslandkarte“ zum Tragen kam.
Auch ihre politischen Gegner attestieren Cortolezis-Schlager Kompetenz und Engagement: Die grüne Wissenschaftssprecherinn Sigrid Maurer sprach von einer „engagierten Wissenschaftspolitikerin“, SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl betonte die trotz aller inhaltlichen Differenzen stets vorhandene gute Gesprächsbasis.
Karriere in Politik und Wirtschaft
Mit Hochschulpolitik kam Cortolezis-Schlager als Vorsitzende der Hochschülerschaft an der WU Wien schon früh in Berührung. Nach dem Studium machte sie Karriere als Unternehmensberaterin. Der Einstieg in die Politik erfolgte 2005 als nicht amtsführende Stadträtin der Gemeinde Wien, wo sie sich bereits für Bildung und Forschung engagierte. Zuletzt fungierte sie als Präsidentin der Österreichischen Forschungsgemeinschaft – einer von Bund und Ländern getragenen Einrichtung, die die Qualitätssicherung in Forschung und Lehre sowie das Gespräch über Disziplinen hinweg zum Ziel hat.
July 17th
GSK geht von umsatzabhängiger Entlohnung im Vertrieb ab
Das Pharma-Unternehmen Glaxo Smith Kline will mit mehreren Maßnahmen Branchen-Vorreiter bei transparentem Verhalten gegenüber Ärzten sein. Darunter sind die Einführung eines umsatzunabhängigen Entlohnungssystems für den Außendienst und die Beendigung von Direktzahlungen an Referenten auf Veranstaltungen des Unternehmens.
Schon seit Jahren gibt es im Gesundheitswesen Diskussionen um den möglichen Einfluss, den pharmazeutische Unternehmen auf Entscheidungen ausüben, beispielsweise durch (legale) Zuwendungen oder Honorierung ärztlicher Leistungen. Die Pharmabranche reagierte im Gegenzug durch umfangreiche Maßnahmen, zuletzt etwa durch die Verpflichtung zur Offenlegung sämtlicher Geldausgaben gegenüber Ärzten im Verhaltenscodex des Branchenverbands Pharmig.
Der britische Pharmakonzern Glaxo Smith Kline setzt nun einige Maßnahmen, die ihn zum Vorreiter in der Erhöhung der Transparenz machen könnten. So wurde mit Anfang 2015 ein umsatzunabhängiges Entlohnungssystem im Vertrieb eingeführt. Weltweit erhalten Außendienstmitarbeiter keine individuellen Verkaufsziele mehr, sondern werden anhand ihrer Fachkenntnisse und der Qualität ihrer Beratung honoriert.
Keine Direktzahlungen an Vortragende
Darüber hinaus werden direkte Zahlungen und andere geldwerte Leistungen für Referenten auf Fortbildungsveranstaltungen eingestellt, um „Bedenken bezüglich eines etwaigen Einflusses auf das Verschreibungsverhalten zu begegnen“, wie es in einer Aussendung des Unternehmens heißt. Die Teilnahme von Ärzten an Kongressen wolle man künftig nur mehr durch unabhängige Grants an wissenschaftliche Gesellschaften unterstützen. Für ärztliche Dienstleistungen in der klinischen Forschung und Marktforschung sollen auch künftig angemessene Honorare bezahlt werden.
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