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October 6th, 2015
Physik-Nobelpreis 2015: Neutrinos sind nicht masselos
Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an Takaaki Kajita und Arthur B. McDonald, die nachweisen konnten, dass Neutrinos eine nichtverschwindende Masse besitzen und damit das Standardmodell der Elementarteilchenphysik durcheinander brachten.
Das – mittlerweile etwas brüchig gewordene – Standardmodell der Elementarteilchenphysik sieht eine Gruppe von Teilchen vor, die weder Masse noch elektrische Ladung besitzen und in drei unterschiedlichen „Flavours“ vorkommen: Elektron-, Myon- und Tau-Neutrinos. Doch nach und nach mehrten sich die Anzeichen, dass Vorhersagen des Modells für die in den 1930er-Jahren von Wolfgang Pauli postulierten und 1956 erstmals beobachteten Teilchen nicht korrekt sind und sie eine (wenn auch sehr kleine) endliche Masse besitzen müssen.
Eine der relevanten Beobachtungen war, dass sich die verschiedenen Arten von Neutrinos ineinander umwandeln können, was physikalisch nur bei einer nichtverschwindenden Masse möglich wäre. Da sich die Wahrscheinlichkeit für eine solche Umwandlung mit der Ausbreitung des Neutrinos periodisch ändert, spricht man von „Neutrinooszillationen“.
Allgegenwärtige Elementarteilchen
Den diesjährigen Physik-Nobelpreisträgern, kommt das Verdienst zu, derartige Oszillationen zweifelsfrei nachgewiesen und damit sichergestellt zu haben, dass Neutrinos eine Masse besitzen. Dabei machten sie sich die Allgegenwart dieses Typus Elementarteilchen zunutze. So konnte Takaaki Kajita an Neutrinos, die in der Atmosphäre durch Wechselwirkung mit der kosmischen Strahlung entstehen, nachweisen, dass diese von einer Ausprägung in die andere wechseln. Arthur B. McDonald gelang dasselbe für jene Neutrinos, die im Inneren der Sonne entstehen und ihre Identität auf dem Weg zur Erde ändern.
October 5th
Medizin-Nobelpreis 2015: Therapien gegen tropische Infektionskrankheiten
Der Medizin-Nobelpreis 2015 ist an drei Forscher vergeben worden, die neue Wirkstoffe gegen tropische Infektionskrankheiten gefunden haben und sich dabei des Arsenals an Stoffwechselprodukten von Pflanzen und Mikroorganismen bedienten.
Die Nobel-Versammlung des Karolinska-Instituts hat den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ 2015 zur Hälfte der chinesischen Forscherin Youyou Tu zugesprochen, die sich auf die Spur traditioneller Kräuterrezepturen gegen Malaria begeben hat. Sie erkannte, dass Artemisinin, ein trizyklischer sekundärer Metabolit aus dem einjährigen Beifuß, ein gegen den Malaria-Erreger hochaktiver Wirkstoff ist. Artemisinin ist heute Bestandteil einer Standard-Kombinationstherapie gegen Malaria.
Bekämpfung parasitärer Würmer
Die andere Hälfte des diesjährigen Medizin-Nobelpreises teilen sich der Japaner Satoshi Ōmura und der US-Amerikaner William Campbell. Ōmura ist es gelungen, neue Stämme der Bakteriengattung Streptomyces zu kultivieren, die eine bemerkenswerte Aktivität gegen parasitäre Fadenwürmer zeigten. Derartige Erreger lösen etwa die von Mücken übertragene Onchozerkose (Flussblindheit) oder die durch chronische Entzündungsreaktion mit Lymphstau verursachte Elephantiasis tropica aus.
Campbell konnte zeigen, dass die entscheidende chemische Komponente in Ōmuras Kulturen die Verbindung Avermectin, ein makrocyclisches Lacton (Macrolid) ist. Durch Derivatisierung wurde das Molekül Ivermectin erhalten, das nicht nur gegen Fadenwürmer, sondern auch gegen Ektoparasiten wie Läuse, Milben und Zecken eingesetzt wird.
October 2nd
20 Jahre Donau-Universität
Mit einem Festakt im Beisein von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Landeshauptmann Erwin Pröll beging die <a href=http://www.donau-uni.ac.at target=“_blank“>Donau-Universität Krems</a> am 1. Oktober ihr 20-jähriges Bestehen.
Seit im Oktober 1995 der Lehrbetrieb mit damals 93 Studenten aufgenommen wurde, fokussierte die Einrichtung auf die postgraduale Weiterbildung von Menschen mit einschlägiger Ausbildung und Berufserfahrung. Rektor Friedrich Faulhammer betonte in seiner Ansprache denn auch den „innovativen Charakter, den die Donau-Universität seit ihrer Gründung verkörpert“, kündigte aber auch an, deren gesellschaftliche Verantwortung zukünftig noch stärker zu akzentuieren.
Heute studieren 8.500 Menschen an der Donau-Universität und belegen dabei einen von mehr als 200 Studiengängen in den fünf Bereichen „Medizin, Gesundheit und Soziales“, „Wirtschaft und Unternehmensführung“, „Recht, Verwaltung und Internationales“, „Bildung, Medien und Kommunikation“ sowie „Kunst, Kultur und Bau“. In drei Fakultäten wird das Bildungsangebot durch anwendungsorientierte Forschung ergänzt und unterfüttert. Jüngster Meilenstein der Entwicklung ist das 2014 erhaltene Promotionsrecht, die beiden ersten PhD-Programme „Regenerative Medizin“ und „Migration Studies“ sind in Vorbereitung.

Rektor Friedrich Faulhammer (Mitte) mit Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (links) und Landeshauptmann Erwin Pröll.
Bild: DUK/Reischer
Der Weg in ruhigere Fahrwasser
Nicht immer ist die Entwicklung der jungen Universität indes geradlinig verlaufen.2007 trat Rektor Helmut Kramer nach Unstimmigkeiten mit dem Senat zurück. Bei der Bestellung seines Nachfolgers Heinrich Kern kam es zu Protesten, die Vizerektorinnen Hanna Risku und Ada Pellert legten 2008 ihre Funktionen nieder. Auch eine Abspaltung der Medizin- und Life Sciences-Angebote in eine eigene Universität wurde damals diskutiert, letztlich aber wieder verworfen. Doch auch Kerns Nachfolger Jürgen Willer beendete 2012 nach Auffassungsunterschieden mit dem Universitätsrat seine Arbeit vorzeitig. Der heutige Rektor Friedrich Faulhammer, der im Herbst 2013 sein Amt antrat, brachte als langjähriger Sektionschef im Wissenschaftsministerium viel Erfahrung in der universitären Administration mit und dürfte die Donau-Universität nun in ruhigere Fahrwasser geführt haben.
October 1st
Unterschiede zwischen Mann und Frau
Eine Ringvorlesung der Medizinischen Universität Innsbruck zur „Gender-Medizin“ beleuchtet geschlechtsspezifische Krankheitsverläufe in Infektiologie und Immunologie.
In den vergangenen Jahren ist die medizinische Forschung bei Inzidenz und Verlauf verschiedenster Erkrankungen in stärkerem Maße auf Unterschiede zwischen Männern und Frauen gestoßen. Wohl um nicht in den Geruch einer biologistischen Geschlechterlehre zu kommen, ist allgemein von „Gender Medicine“ die Rede, obwohl es doch um das biologische Geschlecht (englisch „sex“) und nicht um kulturelle Konstruktionen und Zuschreibungen (englisch „gender“) geht.
Dem medizinischen Gehalt des neuen Ansatzes im Bezug auf Infektiologie, Immunologie und Transplantationsmedizin geht im Wintersemester 2015/16 eine Ringvorlesung der Medizinischen Universität Innsbruck auf den Grund. Der Kern der Sache ist dabei, Patienten mit einer bestimmten Erkrankung im Sinne der Personalisierten Medizin in Subgruppen zu unterteilen, bei denen pathophysiologische Mechanismen und therapeutischen Wirkung besser übereinstimmen und dabei die Geschlechtszugehörigkeit als eines der Kriterien heranzuziehen.
Weibliche und männliche Immunsysteme
So treten beinahe alle immunologischen Erkrankungen bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Osteoporose ist wiederum keineswegs Frauensache, ein Viertel aller Betroffenen sind Männer. Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck wie Margarethe Hochleitner, Cornelia Lass-Flörl, Herbert Tilg oder Gottfried Baier beleuchten im Rahmen der Ringvorlesung neuere Erkenntnisse zur medikamentösen Immunsuppression, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Immuntherapie von Krebs und gehen jeweils auf geschlechtsspezifische Unterschiede ein.
September 29th
Axalta stiftet Stipendium an FH Campus Wien
Der Lackhersteller Axalta verstärkt sein Engagement auf dem österreichischen Markt. Auf der neuen Website http://www.axalta.at werden alle verfügbaren Produkte und Dienstleistungen dargestellt. Zusätzlich vergibt das Unternehmen jährlich ein Stipendium für den Bachelorstudiengang „High Tech Manufacturing“ der FH Campus Wien.
Axalta entstand 2013 durch Ausgliederung der Coatings-Sparte des Chemiekonzerns DuPont. In Österreich ist das Unternehmen durch ein Werk für Fahrzeug-Lacke in Guntramsdorf vertreten. Die neue Website informiert über Produkte aus den Kategorien Flüssigbeschichtungen und Pulverlacke sowie über die Anwenderbranchen (allen voran Serienherstellung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Darüber hinaus wird auf offene Stellen und Praktika bei der Axalta Coating Systems Austria GmbH hingewiesen.
Um sich für zukünftige Innovationsaufgaben ausreichend Nachwuchs an jungen Fachkräften sicherzustellen, hat Axalta nun auch eine Vereinbarung mit der FH Campus Wien getroffen. Für den dreijährigen Bachelorstudiengang „High Tech Manufacturing“ wird jährlich ein Stipendium vergeben. Im Rahmen der Partnerschaft werden Studenten der Fachhochschule zu speziellen Führungen durch das Werk in Guntramsdorf und das Refinish Training Center in Oeynhausen eingeladen. Auf diese Weise soll früh die notwendige Verbindung zwischen erlerntem Wissen und industrieller Praxis hergestellt werden.
September 25th
Baxalta und IMC FH Krems erweitern ihre Zusammenarbeit
Der Biopharma-Konzern Baxalta und die IMC FH Krems blickten im Rahmen einer Pressekonferenz auf das einjährige Bestehen ihrer Zusammenarbeit im Rahmen des „Forschungsinstituts für Angewandte Bioanalytik und Wirkstoffentwicklung“ zurück und gaben Erweiterungspläne bekannt.
Das von beiden Institutionen gemeinsam betriebene Forschungsinstitut beschäftigt sich mit der Identifizierung und pharmazeutischen Weiterentwicklung von bioaktiven Substanzen sowie der vorklinischen und klinischen Erforschung von therapeutischem Nutzen und Nebenwirkungen derartiger Verbindungen, wie Andreas Eger (IMC FH Krems) und Birgit Reipert (Baxalta) erläuterten. Insbesondere gehe es bei den gegenwärtig vorangetriebenen Projekten um Nachweismethoden, mit deren Hilfe ungewollte Immunreaktionen von Patienten gegen ein neues Medikament ausgeschlossen werden sollen.
Das Forschungsinstitut ist im RIZ Gründerzentrum Nord angesiedelt, das von der Gründeragentur RIZ, einer Tochtergesellschaft der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur, betrieben wird. Das Land hat die Räumlichen um rund 250.000 Euro den Anforderungen der Forschungsarbeit entsprechend ausgestattet. Nach dem Erfolg der bisherigen Kooperation zwischen Baxalta und der Fachhochschule werden diese Räumlichkeiten nun erweitert.
September 24th
Erfolgreicher IPO von Nabriva
Anteile des Wiener Biotech-Unternehmen Nabriva werden seit vergangenem Freitag (18. September) an der elektronischen US-Börse NASDAQ gehandelt. Im Zuge des Public Offering wurden neun Millionen „American Depositary Shares“ (ADS) zu einem Ausgabepreis von 10,25 US-Dollar pro ADS verkauft, was dem Unternehmen 92 Millionen Dollar einbrachte.
Am ersten Handelstag kletterte der Preis je ADS auf 13,24 Dollar, pendelte sich aber bis zum 23. September wieder auf 10,79 Dollar ein. Ein ADS (ein von einer amerikanischen Depotbank ausgegebenes Aktienzertifikat) entspricht im Wert einem Zehntel einer Nabriva-Stammaktie. Ursprünglich plante das Unternehmen, rund 96 Millionen Dollar durch Ausgabe von sechs Millionen Zertifikaten um einen Preis zwischen 15 und 17 Dollar zu lukrieren. Kurz vor dem IPO reduzierte man den Ausgabepreis auf 10,25 Dollar, gab dafür aber neun Millionen Depositary Shares aus.
Hoffnungsträger gegen Krankenhauskeime
Nabriva beschäftigt sich mit neuen antibiotischen Wirkstoffen aus der Klasse der Pleuromutiline. Der Leitkandidat Lefamulin ist das erste systemisch verabreichbare Pleuromutilin, das in klinischen Studien am Menschen getestet wird. Das mit dem IPO lukrierte Geld soll zur Finanzierung einer Phase-III-Studie an Patienten mit durch Lüftungsanlagen und in Krankenhäusern übertragenen Pneumonien verwendet werden. Erst im April wurde zu diesem Zweck eine Finanzierungsrund über 120 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
September 22nd
Šefčovič gegen neue Pipelines
22.09.15
von
Klaus Fischer
Noch im September will der Vizepräsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič, eine Vereinbarung über die Erdgasversorgung der Ukraine im kommenden Winter abschließen. Bei seinem Besuch in Wien am 21. September erläuterte Šefčovič vor Journalisten, die EU arbeite an einem umfassenden Finanzierungspaket, bestehend aus Krediten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der Europäischen Investitionsbank (EIB) und anderer Finanzinstitute. Dieses soll sicherstellen, dass die Ukraine genug Gas einlagern kann, um selbst einen strengen Winter durchzustehen. Zurzeit soll sich der Speicherstand auf etwa 15,3 Milliarden Kubikmeter belaufen. Benötigt werden nach Schätzungen von Experten rund 17 bis 19 Milliarden Kubikmeter.
Ablehnend äußerte sich Šefčovič auf Anfrage des Chemiereport zu den geplanten russländischen Pipelines Nord Stream 2 und Turk Stream. Diese würden nicht benötigt, weil zurzeit „nur rund 50 bis 57 Prozent der Kapazität auf den bestehenden Leitungen genutzt wird.“ Mit Nord Stream 2 und Turk Stream würde sich die Leistung der Transitleitungen nahezu verdoppeln: „Das heißt, es würde künftig nur ein Viertel der verfügbaren Kapazität genutzt. Wirtschaftlich ergibt das keinen Sinn.“ Außerdem hätten Vertreter der russländischen Regierung sowie des Gaskonzerns Gasprom mehrfach mitgeteilt, mit den Pipelines die Ukraine umgehen zu wollen. Laut Šefčovič ist dies aus mehreren Gründen „besorgniserregend“. Erstens würde die Ukraine die Transitgebühren verlieren, die sich auf etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Zweitens entfielen die Möglichkeiten, Gas gegen die übliche Fließrichtung („reverse-flow“) in die Ukraine zu liefern. Drittens wären von einer Stilllegung des Pipelinesystems durch die Ukraine auch Staaten in Zentraleuropa sowie auf dem Westbalkan betroffen. „Daher sage ich: Wir müssen mit den EU-Mitgliedsstaaten sowie den wichtigsten Gaslieferanten, darunter auch den Russen, Szenarien erarbeiten, um die Versorgung aller europäischen Staaten, nicht nur unserer Mitglieder, zu verbessern“, betonte Šefčovič.
Sorgfältig prüfen
Der Kommissions-Vizepräsident fügte hinzu, er kenne noch keine Details der geplanten Pipelineprojekte. Und „natürlich muss jedes derartige Infrastrukturprojekt sehr genau untersucht werden, um sicherzugehen, dass das EU-Recht eingehalten wird. Wir würden die neuen Vorhaben daher mit derselben Sorgfalt prüfen, wie wir die South-Stream-Pipeline geprüft haben.“ Dieses Projekt wurde von russländischer Seite im Dezember 2014 nach jahrelangen ergebnislosen Debatten mit der EU-Kommission aufgegeben. Als Ersatz soll die Turk Stream auf einer weitgehend identischen Route gebaut werden. Als Endpunkt ist ein neu zu errichtender Gasnetzknoten nahe des türkischen Dorfs Kiyiköy 150 Kilometer nordwestlich von Istanbul geplant.
Vom Chemiereport gefragt, ob er versuchen werde, Pipelinevorhaben auch dann zu verhindern, wenn diese dem EU-Recht entsprechen, wich Šefčovič aus: „Ich habe dafür zu sorgen, dass das EU-Recht eingehalten wird. Das betrifft sowohl das 3. Binnenmarktpaket als auch die Rechtsakte zur Versorgungssicherheit.“ Weiters stelle sich die Frage der Wirtschaftlichkeit, „aber diese müssen die beteiligten Unternehmen beantworten.“
Hinsichtlich des Projekts Nord Stream 2 sind laut Šefčovič in näherer Zukunft keine Gespräche zwischen der EU-Kommission und den Vertretern des Konsortiums aus der Gasprom, dem deutschen Chemieriesen BASF, dem deutschen Energiekonzern E.On, dem französischen Energiekonzern Engie (vormals GDF Suez), der Shell und der OMV geplant. „Diesbezüglich müsste das Konsortium auf uns zukommen. Zurzeit laufen aber meines Wissens nach noch interne Abstimmungen“, sage Šefčovič.
Wichtige Rolle Österreichs
Zufrieden äußerte sich Šefčovič hinsichtlich seiner Gespräche mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, der als Wirtschaftsminister für Energiepolitik zuständig ist. Österreich mache insbesondere beim Ausbau der erneuerbaren Energien „sehr gute Fortschritte“. Das Ziel, ab 2020 mindestens 34 Prozent des Brutto-Endenergiebedarfs mit den „Erneuerbaren“ zu decken, werde offenbar übererfüllt. Auch als Drehscheibe für Energietransporte spiele Österreich im Zentrum der EU eine wichtige Rolle.
September 18th
AMAG: Baustart für Kaltwalzwerk
18.09.15
von
Klaus Fischer
Den Bau seines neuen Kaltwalzwerks startete gestern der Aluminiumkonzern AMAG an seinem Hauptsitz Ranshofen. Im Rahmen des Projekts „AMAG 2020“ wird dort die Walzkapazität für Aluminiumbleche und -bänder mit über 2.000 Millimetern Breite auf mehr als 300.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt. Überdies erweitert der Konzern auch seine Wärmebehandlungskapazitäten und sonstigen Veredelungsanlagen. Mit der 300-Millionen-Euro-Investition schafft die AMAG rund 250 neue Arbeitsplätze. In Betrieb gehen sollen die neuen Maschinen im Jahr 2017.
Laut AMAG-Chef Helmut Wieser wird der Alu-Bedarf „in den nächsten Jahren massiv steigen. Wir nutzen diese Chance und bauen unseren Hauptsitz Ranshofen zu einem der modernsten Standorte der europäischen Aluminiumindustrie aus.“ Die AMAG habe ihre Absatzmenge in den vergangenen 20 Jahren etwa verdreifacht: „Mit dem Projekt AMAG 2020 setzen wir den eingeschlagenen Weg in einem expandierenden Markt konsequent fort.“ Erst vor einem Jahr hatte der Alu-Konzern in Ranshofen ein neues Warmwalzwerk eröffnet und damit seine Gesamtkapazität im Bereich Walzen auf rund 225.000 Jahrestonnen erhöht.
September 17th
Sandoz eröffnet neue Produktionsstätte in Schaftenau
<a href=http://www.sandoz.com target="blank">Sandoz</a>, die Generika-Tochter des Novartis-Konzerns, hat in Schaftenau (Tirol) eine neue Produktionsstätte für injizierbare Biopharmazeutika eröffnet. Das Unternehmen hat rund 150 Millionen Euro in den Standort investiert, etwa 100 neue Arbeitsplätze sind entstanden.
Die neue Produktionsanlage, in der biopharmazeutische Wirkstoffe zu Injektionslösungen verarbeitet, in Spritzen abgefüllt und anschließend verpackt werden, wurde am 17. September im Beisein von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Landeshauptmann Günther Platter feierlich eröffnet. Derzeit werden sechs Wirkstoffe zu Fertigspritzen verarbeitet, darunter ein Original-Biologikum für den Mutterkonzern Novartis und fünf Biosimilars.
Von Biochemie zu Sandoz
Die Geschichte der österreichischen Sandoz Gmbh kann bis zur Gründung der Biochemie Kundl im Jahr 1946 zurückverfolgt werden. 1951 gelang hier die Entwicklung von oral verabreichbarem Penicillin. 1963 wurde die Biochemie GmbH durch den Schweizer Pharma-Konzern Sandoz gekauft. Nach der Fusion von Sandoz und Ciba zu Novartis ließ der Konzern die Marke Sandoz für seine Gerika- und Biosimilar-Produkte wieder aufleben.
Die beiden Tiroler Forschnungs- und Produtionsstätten Kundl und Schaftenau stellen heute den weltweit größten Sandoz-Standort dar. Neben der Produktion von Antibiotika hat man sich hier auf die Entwicklung und biotechnologische Erzeugung von komplexen biologischen Wirkstoffen spezialisert.
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