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November 16th, 2015

Culik: „Biobasierte Industrie ist die Zukunft“

Österreich gehört in der biobasierten Industrie (BBI) zu den weltweit führenden Staaten. Wir sollten uns bemühen, dass das auch so bleibt.“ Das sagte der Obmann des Fachverbandes der chemischen Industrie Österreichs (FCIO), Hubert Culik, beim Stakeholder-Dialog Biobasierte Industrie in Wien. Culik erläuterte, bis 2045 werde die Weltbevölkerung um etwa zwei Milliarden Personen auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Diese benötigten pharmazeutische Produkte, Kraft- und Brennstoffe, Nahrung, Kleidung sowie eine ganze Reihe weiterer Konsumgüter, „und für deren Herstellung sind nun einmal chemische Stoffe notwendig.“ Mit der nach wie vor dominierenden Petrochemie allein könnten diese jedoch nicht bereitgestellt werden. Daher sei es notwendig, auch andere Stoffe zu nutzen.

Freilich stelle die Ressourcenproblematik auch in der BBI einen „Flaschenhals“ dar, räumte Culik ein: „Daher müssen wir die Biomasse kaskadisch nutzen, was ja auch am meisten Wertschöpfung bringt.“ Letzten Endes werde der Ersatz der fossilen Rohstoffe durch biogene Materialien indessen die Zukunft sein, gab sich Culik überzeugt. Er rief die Politik dazu auf, der Wirtschaft die notwendigen langfristig stabilen Rahmenbedingungen für Investitionen in neue Verfahren und Produkte zu bieten. Ohne „Planungssicherheit“ seien diese nicht möglich. Die seinerzeitige „Berg- und Talfahrt“ bei den Bestimmungen zur Beimischung biogener Kraftstoffe zu konventionellem Benzin und Diesel war laut Culik ein abschreckendes Beispiel.

 

Theodor Zillner vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), das den Stakeholder-Dialog mitveranstaltete, sicherte zu, im Rahmen seiner Möglichkeiten auf noch bessere Bedingungen für die BBI hinzuwirken. Beispielsweise bestünden Überlegungen, die Beschaffung der öffentlichen Hand am Bestbieterprinzip statt am Billigstbieterprinzip auszurichten. Laut Zillner würde dies zusätzliche Marktchancen für biobasierte Produkte eröffnen, die üblicherweise „ein bisschen“ teurer seien als herkömmliche Erzeugnisse. Wenig Hoffnung gibt es laut Zillner dagegen für eine ökologische Steuerreform, in deren Rahmen die BBI entlastet werden könnte. Es habe keinen Sinn, „zehn Jahre lang mit dem Finanzministerium über dieses Thema zu diskutieren, und am Ende kommt dann wieder nichts heraus.“ Zillner riet, statt dessen die Vorteile biobasierter Produkte verstärkt zu kommunizieren. Wie er hinzufügte, bestehen für die Herstellung solcher Produkte bisweilen gesetzliche Einschränkungen. Werde beispielsweise zur „Fütterung“ von Algen CO2 aus Kraftwerksabgasen eingesetzt, so gelte dieses als Abfallstoff. Das bedeute, „man darf mit so einem Verfahren nur Bioplastik erzeugen, aber keine Lebensmittel.“

 

Spinner“ oder „Visionär“?

 

Der niedrigere Ölpreis, der auch die Beschaffungskosten für die Produkte der petrochemischen Industrie der dämpft, ist für die BBI übrigens nicht mehr das große Problem, betonte Mathias Drexler von der ACIB GmbH. Der biobasierten Industrie gehe es „um langfristige Ziele, und die Schwankungen des Ölpreises sind eine eher kurzfristige Angelegenheit.“ Außerdem sei Erdöl nun einmal ein begrenzt verfügbarer Rohstoff, was der BBI auf lange Sicht Wettbewerbsvorteile biete. Laut Johann Zimmermann von der NAKU GmbH ist der Ölpreis zwar nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Markteintrittsbarriere. Eine wesentliche Rolle spielen aber auch Emotionen: „Es ist natürlich ein Unterschied, ob mich ein potenzieller Kunde als Spinner betrachtet oder als Visionär.“

 

 

 

November 12th

Wiener Quantenphysiker weisen Verschränkung von Teilchen nach

Ein Team um den österreichischen Quantenphysikern Anton Zeilinger hat die Verschränkung von Teilchen erstmals in einem Experiment ohne Schlupflöcher zeigen können und dabei gleichzeitig den Nachweis erbracht, dass abhörsichere Quantenkryptographie möglich ist.

 

Albert Einstein, ein Skeptiker gegenüber der Quantenmechanik, sprach von „spukhafter Fernwirkung“, wenn – wie von der Theorie gefordert – Messergebnisse an korrelierten Teilchen voneinander nicht unabhängig sein sollten, auch wenn sie räumlich weit voneinander entfernt sind. Forscher der Universität Wien und des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften konnten nun zweifelsfrei nachweisen, dass eine solche Fernwirkung tatsächlich existiert. Sie konzipierten einen Versuchsaufbau im Keller der Wiener Hofburg, der gewährleistete, dass etwaige Schlupflöcher (sogenannte „loopholes“, etwa direkte Kommunikation zwischen den Messapparaten, nicht gewährleistete Unabhängigkeit der beiden Messungen, unzureichender Nachweis der erzeugten verschränkten Teilchen) ausgeschlossen werden konnten, was bei bisherigen Experimenten nicht mit Sicherheit der Fall gewesen war.

 

Quantenphysik im Hofburg-Keller

Die eingesetzten Photonen wurden paarweise erzeugt und in einem speziellen Aufbau miteinander
verschränkt. Anschließend wurden die beiden Lichtteilchen getrennt und über optische Glasfasern zu zwei 30 Meter voneinander entfernten Messstationen geleitet. Ein Zufallsgenerator wählte die Ausrichtung zur Messung der Polarisation der Photonen aus, hochempfindliche supraleitende Detektoren wurden zum Nachweis der Quanten in den beiden Messstationen verwendet.

Nach Aussage von Anton Zeilinger ein solches Experiment ohne Schlupflöcher gleichzeitig eine Bestätigung dafür, dass derartige Mechanismen in der Quantenkryptographie zum abhörsicheren Verschlüsseln von Information dienen können. Die <a href=http://arxiv.org/abs/1511.03190>Ergebnisse</a> wurden auf der Open Access-Plattform „arXiv.org“ veröffentlicht und gleichzeitig bei der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ eingereicht.

 

 

 

November 11th

„Historisches Ereignis“

 

Sie verlauteten kürzlich, in den kommenden Monaten würden die USA beginnen, verflüssigtes Erdgas (LNG) zu exportieren. Das werde den weltweiten Gasmarkt verändern. Wie hoch werden die Exporte sein, wo hin werden sie gehen?

Ab Jänner kommenden Jahres werden vom Cheniere/Sabine Pass-Terminal im Golf von Texas rund 28 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag exportiert. Das entspricht einer Jahresmenge von etwa zehn Milliarden Kubikmetern. Es handelt sich um ein historisches Ereignis, weil erstmals Gas aus den USA auf den Weltmarkt kommt. Im Lauf des Jahres 2017 gehen fünf weitere Terminals in Betrieb. Die USA werden dann rund 80 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr exportieren. Das entspricht etwa der Menge, die Katar ausführt, zurzeit der größte LNG-Produzent der Welt.

 

Japan nimmt nach dem Reaktorunfall in Fukushima vor vier Jahren seine Kernkraftwerke wieder in Betrieb. China braucht kein amerikanisches Gas, weil es seine eigenen Vorkommen erschließt und Gas aus der Russländischen Föderation sowie aus Turkmenistan importieren wird. In Europa geht der Gasbedarf zurück. Zusätzlich beginnt auch Australien, LNG zu exportieren, vor allem in den asiatischen Raum. Wo ist der Markt für Gas aus den USA?

Zurzeit ist die Situation zweifellos herausfordernd. Aber all diese LNG-Projekte wurden und werden auf Basis langfristiger Lieferverträge errichtet, die Laufzeiten von etwa 25 bis 30 Jahren haben. Wir selbst beraten die Betreiber eines kanadischen Projekts, bei dem die Lieferverträge 40 Jahre lang laufen.

 

Der russländische Gaskonzern Gasprom kündigte kürzlich an, er könne und wolle Gas nach Europa auch ungefähr zur Hälfte des derzeitigen Preises liefern. Ist US-Gas dem gegenüber konkurrenzfähig?

Ich denke, ja. Mit dem technischen Wandel durch die Schiefergasförderung - Stichwort Fracking und Horizontalbohrungen - sind die Vorkommen und die Produktion förmlich explodiert. In einem funktionierenden Markt sinkt der Preis, wenn zusätzliches Angebot auf den Markt kommt. Daher erwarte ich auf lange Sicht ein niedriges Preisniveau.

 

Reichen die Preise aus, um die Produktionskosten für Schiefergas zu decken?

Die Kosten sind sehr niedrig. Außerdem sind sie nicht das Entscheidende. Der US-amerikanische Gasmarkt basiert auf dem Wettbewerb der Gasförderer. Und es gilt, die Auswirkungen des technischens Wandels zu verstehen. Es gab eine Reihe technologischer Durchbrüche, die unter anderem zu einem besseren Verständnis der geologischen Struktur der Lagerstätten geführt haben.

 

Selbst wenn US-amerikanisches Gas wirtschaftlich konkurrenzfähig ist, liegt es doch nicht im Interesse der dortigen Industrie, dass billiges Gas nach Europa oder Asien gelangt. Es bestehen ja rechtliche Hindernisse für Exporte, um genau das zu verhindern.

Das ist schon richtig. Dow Chemical beispielsweise hat sich mit den Ökoenergieproduzenten und lokalen Interessengruppen verbündet, die die Schiefergasnutzung verhindern wollen. Außerdem hat das Unternehmen gegen fast alle bisherigen Exportgenehmigungen Einsprüche erhoben. Diesen wurde vom Energieministerium aber nicht stattgegeben. Meiner Ansicht nach werden die Vorteile der Exporte anerkannt, die unter anderem in der Versorgungssicherheit und in wirtschaftlichen Gewinnen liegen.

 

Wie steht es um die Aussichten der Schiefergasförderung in Europa? Sogar in Großbritannien, wo die Regierung diese massiv unterstützt, verläuft die Entwicklung eher zurückhaltend. Im Sommer beispielsweise stoppte das County Council von Lancashire ein Projekt des Cuadrilla-Konzerns, obwohl dieser versprochen hatte, rund 100 Millionen Pfund in die Region zu investieren.

Das ist ein regionales Problem, bei dem es nicht um Schiefergas an sich geht. Letzten Endes muss sich Cuadrilla mit den Behörden einigen. Auch in den USA und in Kanada laufen intensive Diskussionen hinsichtlich der Umweltauswirkungen der Schiefergasförderung. Was die Menschen in den Regionen aber am meisten stört, ist der LKW-Verkehr, den die Förderung mit sich bringt. Die Leute interessieren sich nicht so sehr für das Schiefergas. Aber sie mögen die Lastwagen vor ihrer Haustür nicht. Mit diesem Problem müssen die Unternehmen fertig werden. Klar ist natürlich: Ohne Zugang zur Förderstätte gibt es keine Förderung. Ich gehe daher davon aus, dass es in manchen Regionen Projekte geben wird, in anderen dagegen nicht. Frankreich beispielsweise hat ja die Schiefergasförderung verboten. In den USA hat der Staat New York ein Moratorium verhängt. Es beginnt allerdings ein Umdenken, weil die wirtschaftlichen Vorteile benachbarter Bundesstaaten wie Pennsylvania und Ohio, in denen Schiefergas gefördert wird, erkannt werden.

 

Es heißt, die Schiefergasförderung in den USA werde durch Erträge aus der Schieferölförderung subventioniert. Wie kann das angesichts der verfallenen Ölpreise funktionieren? Der Internationale Währungsfonds verlautete vor kurzem, selbst die Saudis bekämen mit diesen Preisen bald Probleme.

Es läuft eine Art Pokerpartie zwischen den Amerikanern und den Saudis, und die US-Regierung ist bereit, das Spiel mitzumachen. Die amerikanischen Produzenten sagen, sie könnten Öl billiger fördern als die Saudis. Tatsache ist: In etwa 15 Prozent der Fälle werden Öl und Gas gemeinsam gefördert. Und die Produktivität der Förderung nimmt zu. Das sollte auch bei den derzeitigen Ölpreisen eine dauerhafte Schiefergasproduktion sicherstellen.

 

 

Zur Person:

Gordon Pickering ist beim US-amerikanischen Beratungsunternehmen Navigant für Erdgas und LNG in Nordamerika zuständig. Er gilt als einer der weltweit gefragtesten Spezialisten hinsichtlich des Themas Schiefergas. Kürzlich weilte Pickering auf Einladung des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen (FVGW) in Wien und hielt einen in Expertenkreisen viel beachteten Vortrag zur Schiefergasproduktion in den USA.

 

Rahmen-Pharmavertrag wird verlängert

Die Pharmaindustrie und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) haben sich grundsätzlich auf die Verlängerung des Rahmen-Pharmavertrags geeinigt. Das teilte der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs (FCIO) per Aussendung mit. Laut FCIO soll der noch bis Ende 2015 geltende Vertrag um drei Jahre verlängert werden. Im kommenden Jahr leistet die Pharmabranche einen „hohen Fixbetrag“ zur Abgeltung der Medikamentenkosten. Ab 2017 orientiert sich ihr Beitrag am „tatsächlichen Wachstum“ dieser Kosten. Laut FCIO-Geschäftsführerin Sylvia Hofinger wird damit „die Forderung der Pharmawirtschaft nach einem dynamischen, faktenbasierten Modell ab 2017 verankert. Damit sollte für die Zukunft sichergestellt werden, dass es zu keinen Quersubventionierungen anderer defizitärer Bereiche kommt.“

 

Vom Tisch ist damit der Entwurf des Gesundheitsministeriums für eine ASVG-Novelle, der zufolge die Pharmaindustrie den Krankenkassen für die Jahre 2016 bis 2018 einen Rabatt in der Höhe von 125 Millionen Euro auf die Arzneimittelkosten gewähren sollte. Der Branchenverband Pharmig und der FCIO waren in den vergangenen Wochen gegen die Novelle Sturm gelaufen. Ihnen zufolge hätten die vorgesehenen „Zwangsrabatte“ über kurz oder lang zu sinkenden Investitionen und damit zum Verlust von Arbeitsplätzen geführt. Laut einem Gutachten im Auftrag des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI) wäre die Novelle vermutlich verfassungswidrig gewesen und hätte gegen EU-Recht verstoßen.

 

Den ersten Rahmen-Pharmavertrag schlossen die Pharmaindustrie und der HV im Jahr 2008, die Verlängerung erfolgte 2011. Unter Berücksichtigung des heurigen Jahres bezahlte die Branche seit der Verlängerung insgesamt 82 Millionen Euro an den HV, um damit zur Deckung der Arzneimittelkosten beizutragen. In diesem Betrag inkludiert waren 6,7 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention, die die Pharmaindustrie und der HV gemeinsam durchführten.

 

 

November 10th

Schlafkrankheit: Behandlung von Rindern senkt Infektionsrate beim Menschen

Ein Forschungsteam der Universität Edinburgh hat einen neuen Ansatz zur Bekämpfung der Schlafkrankheit getestet: Sie behandelten in Uganda 500.000 Rinder, die ein häufiger Ausgangspunkt der Infektion sind.

 

Die Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) wird von einzelligen Parasiten verursacht und von der Tsetsefliege von verschiedenen Tierarten (Schwein, Rind, Antilope) auf den Menschen übertragen. In vielen Ländern Zentral- und Ostafrikas treten immer wieder breitflächige Infektionen auf. Der Erreger befällt die Parenchymzellen des Gehirns, mit Fortschreiten der Krankheit ist das Zentralnervensystem in immer stärkerem Ausmaß beeinträchtigt. Der deutsche Name der Krankheit hat seinen Ursprung von jenem kontinuierlichen Dämmerstadium, in das Patienten im Endstadium fallen. Ohne Behandlung endet die Erkrankung meist tödlich.

Ein Forscherteam um Sue Welburn von der Universität Edinburgh injizierte nun einer halben Million Rindern im ostafrikanischen Uganda ein gegen den Parasiten gerichtetes Mittel sowie ein Insektizid, das einer neuerlichen Infektion vorbeugen sollte. In der betreffenden Region ging die Zahl der akuten Fälle von Schlafkrankheit beim Menschen daraufhin um 90 Prozent zurück. Nun soll diese Vorgangsweise auch auf andere Regionen Ugandas ausgeweitet werden. Nach Aussage von Welburn wäre die Behandlung der Rinder wesentlich kostengünstiger als die Therapie von menschlichen Patienten.

 

 

 

November 6th

Hubertus von Baumbach folgt Andreas Barner

Boehringer Ingelheim hat für Mitte 2016 einen Wechsel in der Geschäftsleitung angekündigt. Andreas Barner, der das Unternehmen seit 2009 leitet, wird in den Gesellschafterausschuss wechseln. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Hubertus von Baumbach, der selbst Mitglied der Eigentümerfamilie ist.

 

Barner, promovierter Mediziner und Mathematiker, leitete zunächst den Medizin-Bereich bei Boehringer Ingelheim, bevor er 1999 in die Geschäftsleitung berufen wurde. Bis zuletzt hatte er eine große Nähe zu den Entwicklungsaufgaben des Konzerns und zeichnete innerhalb der Geschäftsleitung selbst für die Forschung, Entwicklung und Medizin verantwortlich. Die Agenden der Forschung und nicht-klinischen Entwicklung wird nun ab 1. Jänner 2016 Michel Pairet, zuletzt Leiter der weltweiten Pharmaforschung des Konzerns übernehmen.

Für 1. Juli 2016 ist der Wechsel Barners in den Gesellschafterausschuss geplant, der – vergleichbar einem Aufsichtsrat in Aktiengesellschaften – die Interessen der Eigentümerfamilien Boehringer und von Baumbach vertritt. Wenn ihm zu diesem Zeitpunkt Hubertus von Baumbach als Vorsitzender der Geschäftsleitung nachfolgt, wird der Konzern erstmals seit 1991 auch operativ von einem Familienmitglied geführt. Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschuss, gab denn auch die Devise für die neue Führungskonstellation aus: Oberstes Ziel sei, die Unabhängigkeit des einzigen noch in Familieneigentum befindlichen der weltweit größten 20 Pharmaunternehmen  nachhaltig zu festigen.

 

 

 

 

 

Molekulare Roboter im antibakteriellen Einsatz

Mit Unterstützung aus Mitteln des EU-Förderprogramms Horizon 2020 entwickelt das Forschungsprojekt MARA neuartige Werkzeuge zur Charakterisierung und Bekämpfung bakterieller Infektionen. Unter den Partnern des Konsortiums ist auch das Austrian Institute of Technology (AIT).

 

Im Rahmen des Projekts sollen drei neuartige Technologien zum Einsatz kommen, die langfristig an die Stellen des Einsatzes von Antibiotika treten könnten. Die autonome Detektion von Nukleinsäuren („AUDENA“) soll zum Aufspüren Pathogen-assoziierter Antigene verwendet werden. Artifizielle Enzyme sollen mittels Mimikry natürlich vorkommender Proteine erzeugt werden. Und schließlich sollen molekulare Roboter (MORO) aus selbstassemblierender DNA dazu verwendet werden, bakterielle Zellen gezielt zu zerstören und die mit der Resistenz gegenüber Antibiotika assoziierten Antigene freizusetzen.

Einer der technologischen Kerne des Ansatzes ist die vom britischen Unternehmen Apta Biosciences entwickelte Seligo-Technologie zum gezielten Auffinden molekularer Strukturen. Weitere Partner des Forschungskonsortiums sind das Austrian Institute of Technology (AIT), das Imperial College London, die Aarhus University in Dänemark sowie die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Das Budget von MARA hat ein Gesamtvolumen von 3 Millionen Euro.

 

 

 

November 5th

Boehringer Ingelheim auf Humira-Jagd

Boehringer Ingelheim konnte im Rahmen eine Bioäquivalenz-Studie zeigen, dass sein Biosimilar-Kandidat in Sicherheit und Pharmakokinetik mit dem am Markt befindlichen Adalimumab vergleichbar ist. Der Patentschutz dafür läuft in den kommenden Jahren aus.

 

Adalimumab ist ein monoklonaler Antikörper, der sich gegen den Tumornekrosefaktor alpha richtet und gegen chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Crohn eingesetzt wird. Unter dem Handelsnamen „Humira“ ist Adalimumab derzeit das weltweit umsatzstärkste Arzneimittel. Doch der Patentschutz für den Pharmakonzern Abbvie läuft ab 2016 schrittweise aus. Mehrere Biosimilar-Anbieter stehen daher schon in den Startlöchern, um in den lukrativen Markt einzusteigen.

Boehringer Ingelheim hat nun gezeigt, dass der vom Unternehmen entwickelte Kandidat dem Original in Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik um nichts nachsteht. Das ist das Ergebnis einer Phase-I-Bioäquivalenz-Studie, in die 327 gesunde Männer im Alter zwischen 18 und 55 eingeschlossen waren, die randomisiert entweder Boehringers Kandidaten oder das zugelassene Adalimumab als subkutan Einzeldosis erhielten.

 

Große Hoffnungen auf Biosimilars

Boehringer Ingelheim ist seit mehr als drei Jahrzehnten in der Herstellung von biopharmazeutischen Arzneimitteln tätig und hat dieses Know-how nun in sein Biosimilar-Geschäft eingebracht, der einen neuen Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens darstellt.

November 3rd

IST Austria: Prestigeträchtiger Preis an Neurowissenschaftlerin verliehen

Die am <a href=https://ist.ac.at target=“_blank“>IST Austria</a> in Klosterneuburg tätige Neurowissenschaftlerin Gaia Novarino wird mit dem vom gleichnamigen Pharmaunternehmen gestifteten Boehringer Ingelheim FENS Research Award ausgezeichnet.

 

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis ist eine prestigeträchtige Auszeichnung auf dem Gebiet der Erforschung des Nervensystems, die für herausragende wissenschaftliche Arbeit an Forscher unter 40 Jahren vergeben wird. Ausgeschrieben wird der Award von der Federation of European Neuroscience Societies (FENS)

Novarino, die seit 2014 eine Professur am IST Austria innehat, untersucht die molekularen Grundlagen genetisch bedingter Erkrankungen. Ihr gegenwärtiger Forschungsfokus liegt auf erblichen Formen von Epilepsie, kognitiven Störungen und Autismus. Da diese Erkrankungen häufig gemeinsam auftreten, vermutet die gebürtige Italienerin auch gemeinsame zugrundliegende molekulare Entstehungsmechanismen. In Novarinos Forschungsgruppe werden unter anderem neue Methoden der DNA-Sequenzierung angewandt, um im Genom einer großen Anzahl von Patienten krankheitsauslösende Gene ausfindig zu machen.

 

 

 

October 30th

Jubiläum in Krems

Die Fresenius Medical Care Adsober Tec GmbH feierte am 29. Oktober ihr fünfjähriges Bestehen. Das  in Krems angesiedelte Unternehmen fungiert als Kompetenzzentrum des weltweit tätigen Fresenius-Konzerns auf dem Gebiet der Adsorbertechnologie.

 

Entstanden war das Unternehmen aus der Firma Biotec Systems, einem Spin-off der Donau-Universität, das der heuer verstorbene ehemalige Leiter des Zentrums für Biomedizinische Technologie, Dieter Falkenhagen, 1999 gegründet hatte.  Von Anfang an fanden die Bemühungen, Adsorber für die extrakorporale Blutreinigung bei Leberschaden zur Marktreife zu entwickeln, die Unterstützung von Fresenius Medical Care (FMC), einem Marktführer auf dem Gebiet der Dialyse-Geräte. 2007 wurde Biotec Systems vollständig in den Konzern integriert, 2010 firmierte man in FMC Adsober Tec um und übernahm nach und nach auch andere Adsorber-Produkte, die etwa gegen Autoimmunerkrankungen oder schwere Störungen des Fettstoffwechsels zum Einsatz kommen. Heute sind sowohl Forschung und Entwicklung als auch Produktion von Adsorbern in Krems konzentriert, 55 Mitarbeiter haben hier ihren Arbeitsplatz gefunden.

Als Gratulanten stellten sich unter anderem Hans Penz (Präsident des niederösterreichischen Landtags), Reinhard Resch (Bürgermeister der Stadt Krems), Helmut Miernicki (Geschäftsführer der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus), Michael Losch (Sektionschef im Wirtschaftsministerium), Viktoria Weber (Vizerektorin der Donau-Universität Krems), Rudolf Mallinger (Rektor der Karl-Landsteiner-Universität) und Ulrike Prommer (Geschäftsführerin der IMC FH JKrems) ein.

 

 

 

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