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February 2nd, 2016

Rahmen-Pharmavertrag abgeschlossen

Nach mehrmaligen Verzögerungen ist es so weit: Der Rahmen-Pharmavertrag zwischen der österreichischen Pharmabranche und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) ist unter Dach und Fach. Er gilt bis Ende 2018 und trat rückwirkend per 1. Jänner in Kraft. Das teilten der Pharmaverband Pharmig und der HV in einer gemeinsamen Presseaussendung mit. Laut Pharmig-Präsident Robin Rumler werden „die ersten Teilzahlungen an den Hauptverband in Kürze erfolgen“. Heuer handelt es sich um insgesamt 125 Millionen Euro. In den kommenden beiden Jahren hängt die Höhe der Zahlungen von der Steigerung der Arzneimittelkosten ab. Pro Prozentpunkt macht diese zehn Millionen Euro aus. Allerdings besteht eine Obergrenze von 80 Millionen Euro. Die Maximalkosten für die Pharmaindustrie für die Jahre 2016 bis inklusive 2018 sind also mit 285 Millionen Euro begrenzt. Jährlich sind zwei Millionen Euro für Gesundheitsziele in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention reserviert.

 

Seitens der Pharmaindustrie und des Großhandels unterzeichneten den Vertrag neben der Pharmig und den einzelnen Unternehmen sämtliche einschlägigen Verbände, konkret das Bundesgremium des Handels mit Arzneimitteln in der WKO, der Fachverband der chemischen Industrie (FCIO), die Bundesinnung der chemischen Gewerbe, der Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler (Phago), das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI), sowie der Österreichische Generikaverband. 
Die Grundsatzeinigung hatte der FCIO bereits am 11. November vergangenen Jahres gemeldet. Der formelle Abschluss hätte ursprünglich am 4. Dezember erfolgen sollen. Kurz zuvor einigten sich der HV und die Branche darauf, letzterer bis 31. Dezember Zeit zu geben. Knapp vor Jahresende wurde diese Frist auf Ende Jänner neuerlich verlängert und diesmal auch eingehalten.
Begründet werden die Verzögerungen einerseits mit den langwierigen Verhandlungen im vergangenen Jahr, andererseits damit, dass in der Pharmaindustrie Übernahmen von Unternehmen und damit Änderungen auf der Ebene der Vertragspartner erfolgten. Das Problem: Die Liste der Unternehmen, die den Rahmen-Pharmavertrag unterzeichnen, ist Teil des Vertrages. Sie musste daher zumindest mit Datum 1. Jänner 2016 aktuell sein.

 

Zirkus 2017?
 

Nun herrscht in der Branche zwar Erleichterung, eitel Wonne allerdings nicht, wie Insider dem Chemiereport bestätigten. Die Höhe der Zahlungen von der tatsächlichen Steigerung der Medikamentenkosten abhängig zu machen, sei ein zweischneidiges Schwert. Einerseits könne damit zwar allzu „überzogenen Begehrlichkeiten der HV-Bürokratie“ entgegengewirkt werden, umso mehr, als für die kommenden beiden Jahre ja die Obergrenze von 80 Millionen Euro pro Jahr bestehe. Andererseits sei gerade die Höhe der Kostensteigerungen einer der Knackpunkte bei den Verhandlungen über den neuen Rahmen-Pharmavertrag gewesen. Wahre Hekatomben von Berechnungen hätten sich die Verhandler gegenseitig an den Kopf geworfen. Und im kommenden Jahr „steht uns dieser Zirkus möglicherweise wieder ins Haus“, ätzt ein Kundiger, der seinen Namen nicht genannt wissen will.

 

Unvergessen sind dabei manche schrilleren Töne, wie sie beispielsweise von Ingrid Reischl, der Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und Vorsitzenden der HV-Trägerkonferenz, zu hören waren. Sie attestierte der Pharmaindustrie ob der Preise für manche Arzneimittel schlicht „Raubrittertum“, was von der Pharmaindustrie vehement zurückgewiesen wurde. Angesichts derartiger Auftritte wäre es dem Insider zufolge vielleicht doch besser gewesen, die vom Gesundheitsministerium als Alternative zum Rahmen-Pharmavertrag vorgelegte ASVG-Novelle zu schlucken - wenngleich mit einigen Änderungen umfassenderer Art, die im Rahmen der Begutachtung noch auszuhandeln gewesen wären.

 

Vorerst ist aber Burgfrieden angesagt. Die neue HV-Vorsitzende Ulrike Rabmer-Koller verlautete, schon bisher habe die Kooperation der Pharmabranche und des HV „gezeigt, was gute Projekte für die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung zu leisten vermögen.“ Sie sei daher „froh, dass uns ein gemeinsamer Vertrag neuerlich gelungen ist.“ Erstmals hatten die Pharmabranche und der HV den Rahmen-Pharmavertrag 2008 abgeschlossen. Die Verlängerung war 2011 erfolgt.

 

 

January 29th

Optimiertes Umkehrosmose-System

Lanxess hat einen neuartigen Abstandhalter („Feedspacer“) für Umkehrosmose-Systeme entwickelt. Der Aufbau bietet Vorteile in der Wasseraufbereitung.

 

Umkehrosmose ist ein wichtiger technischer Prozess zur Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser. Dabei wird mithilfe von Druck ein gelöster Stoff in einer Lösung an-, in einer anderen abgereichert. Die beiden Lösungen sind durch eine semipermeable Membran miteinander verbunden.

Das deutsche Chemie-Unternehmen Lanxess hat nun neuartige Umkehrosmose-Elemente der Produktreihe Lewabrane auf den Markt gebracht. Der Elementaufbau ist durch einen neuartigen Feedspacer gekennzeichnet, der zu verbesserten Fließeigenschaften und dadurch zu  einem geringeren Energieverbrauch beiträgt.

Die Feedspacer sind multifunktionale Abstandhalter. Sie schaffen Raum für das strömende Wasser zwischen den Membranflächen, stützen dabei die Membran und bewirken eine turbulente Wasserströmung. Letztere hilft einerseits, die Salzkonzentration an der Membranoberfläche und damit die Konzentrationspolarisation zu senken, und führt andererseits zu einem erhöhten Druckverlust im Vergleich zu einer zum Beispiel laminaren Strömung. Zunächst wurden von Lanxess´ Membranwerk in Bitterfeld zwei Produkte mit dem neuen Feedspacer ausgestattet, die auf Anwendungen im Brackwasser optimiert sind und eine hohe Beständigkeit gegen Ablagerungen aufweisen.

 

 

 

January 27th

BASF: EBIT bricht um 18,4 Prozent ein

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) des deutschen Chemiekonzerns BASF sank im Jahr 2015 gegenüber 2014 um 18,4 Prozent von 7,6 auf 6,2 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um fünf Prozent auf 70,4 Milliarden Euro. Diese „vorläufigen, nicht testierten Zahlen“ gab die BASF heute per Aussendung bekannt.

 

Den EBIT-Einbruch begründet BASF mit „deutlich niedrigeren Ergebnissen der Segmente Oil & Gas sowie Chemicals im 4. Quartal 2015“. Im Chemikaliensegment seien vor allem die gesunkenen Margen im Petrochemiegeschäft ins Gewicht gefallen. Im Segment Oil & Gas waren wegen der stark gefallenen Öl- und Gaspreise im Wertberichtigungen von rund 600 Millionen Euro nötig. Für heuer rechnet die BASF nicht mit einer Erholgung der Öl- und Gaspreise. Überdies seien die Öl- und Gaspreisschätzungen für die kommenden Jahre „reduziert“ worden.

 

Das Umsatzminus ist laut BASF „vor allem auf die Devestition der Erdgashandels- und Erdgasspeicheraktivitäten zurückzuführen“. Die endgültigen Zahlen für 2015 präsentiert der Konzern am 26. Februar.

 

 

January 25th

Comprehensive Cancer Center Innsbruck gegründet

Um die in Tirol vorhandenen onkologischen Kompetenzen zu bündeln, haben die Tirol Kliniken und die Medizinische Universität Innsbruck gemeinsam das Comprehensive Cancer Center Innsbruck (CCCI) gegründet. Ziel ist, Ergebnisse der Krebsforschung den betroffenen Patienten möglichst rasch zukommen zu lassen.

 

Am Landeskrankenhaus Innsbruck, das eng mit den Innsbrucker Universitätskliniken verzahnt ist, sollen einheitliche fachübergreifende Behandlungsstandards, Tumorboards, eine interdisziplinäre Ambulanz und Tagesklinik sowie eine Studienzentrale etabliert werden. Die für Ende 2017 geplante Fertigstellung des Neubaus der Inneren Medizin bietet die Möglichkeit, diese Einrichtungen unter einem Dach unterzubringen.

Das CCCI soll dabei jenem Paradigmenwechsel in der Krebsmedizin verpflichtet sein, demzufolge Krebsarten weniger nach dem Organ ihre Entstehung als nach ihrem molekularen Profil klassifiziert werden, wie Günther Gastl, Direktor der Innsbrucker Uni-Klinik für Innere Medizin V erläutert. Ziel sei, die für die Krebsentstehung ursächlichen genetischen Mutation zu erkennen und darauf aufbauend gezielt Wirkstoffe gegen die molekulare Eigenschaften des Tumors einzusetzen. Zudem werden den Onkologen schon bald neue diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, beispielswiese die „Liquid Biopsie“, bei der ein Tumor über die ins Blut freigesetzten Faktoren identifiziert wird.  

 

 

 

 

January 21st

Neue Daten zur langfristigen Hepatitis-B-Therapie

Gilead Sciences hat Daten von Phase-III-Studien präsentiert, die den Einsatz des antiviralen Wirkstoffs Tenofovir Alafenamid gegen Heptatitis B testen sollten.

 

Das US-Biopharma-Unternehmen Gilead Science ist im vergangenen Jahr vor allem durch Diskussion um das Medikament Sofosbuvir (Handelsname Sovaldi) in die Schlagzeilen geraten. Das Präparat wird als Durchbruch in der Hepatitis C-Therapie bezeichnet, vielfach aber die hohen Kosten, zu denen es am Markt angeboten wird, kritisiert. Nun  hat man Phase-III-Ergebnisse zu Tenofovir Alafenamid (TAF), einem antiviralen Therapeutikum gegen Hepatitis B veröffentlicht. In zwei Studien wurde einmal täglich verabreichtes TAF (25 mg) an nicht vorbehandelten und an vorbehandelten Erwachsenen mit HBeAg-negativer und HBeAg-positiver chronischer Hepatitis-B-Virusinfektion mit dem zugelassenen Medikament  Tenofovirdisoproxilfumarat („Viread“) verglichen. Dabei zeigte sich, dass TAF nach 48-wöchiger Behandlung nicht unterlegen war und darüber hinaus verbesserte Nieren- und Knochen-Laborsicherheitsparameter zeigte.

In beiden Studien verzeichneten Patienten, die TAF erhielten, verglichen mit den Patienten, die Viread erhielten, einen zwischen Studienbeginn und Woche 48 signifikant geringeren durchschnittlichen Rückgang der Knochenmineraldichte an Hüfte und Wirbelsäule. Bei den Patienten einer der Studien wurde ein geringerer Anstieg des Serumkreatininwertes beobachtet. Darüber hinaus fiel die durchschnittliche Veränderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) zwischen Studienbeginn und Woche 48 in beiden Studien zugunsten von TAF aus. Gilead Sciences sieht damit die Möglichkeit gegeben, eine langfristige Behandlung von chronischer Hepatitis B voranzubringen. Abbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse waren in beiden Behandlungsarmen selten. Am häufigsten wurde in beiden Studien über Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis und Husten berichtet. Die Symptome traten sowohl im TAF-Arm als auch im Viread-Arm der Studien auf.

January 18th

Kanzlei Geistwert erhält internationale IT-Rechts-Auszeichnung

Das internationale Entscheidungsträger-Magazin „Corporate INTL“ hat im Rahmen ihrer „Global Awards“ die Wiener Rechtsanwaltskanzlei <a href=http://www.geistwert.at target=_blank">Geistwert</a> zur  „Information Law - Law Firm of the Year in Austria“ gewählt.

 

Geistwert wurde 2014 von Spezialisten aus den Bereichen geistiges Eigentum und IT-Recht gegründet. „Dass wir so kurz nach unserer Gründung bereits diese besondere Auszeichnung mit internationalem Gewicht erhalten durften, macht uns sehr stolz“, kommentiert Partnerin Juliane Messner den zuerkannten Award. Die Auszeichnung stehe nicht nur für die bisherigen Leistungen der Kanzlei, sondern sei auch Motivation, den Klienten auch weiterhin eine erstklassige Rechtsberatung zu bieten.

Nach Aussage von Geistwert-Partner Alexander Schnider gehe mit Entwicklungen wie dem „Internet of Things“ oder der „Industrielle Revolution 4.0“ eine immer größere Regelungsdichte einher. Vielfach müssten Gerichte und Behörden aber auch Gesetze anwenden, die auf die entsprechenden Sachverhalte nicht perfekt passen. Dies sei eine Herausforderung für alle Rechtsberater, die man bei Geistwert gerne annehme.

 

 

 

 

January 14th

Harald Pflanzl ist neuer Zentraleuropa-Chef von BASF

<a href=http://www.basf.at target=“_blank“>BASF</a> hat den Österreicher Harald Pflanzl zum neuen Leiter der Subregion Zentraleuropa mit Sitz in Wien berufen. Er folgt Joachim Meyer nach, der mit Ende April in den Ruhestand tritt.

 

Pflanzl wurde in Kapfenberg geboren und studierte Metallurgie an der Montan-Universität Leoben. Später ergänzte er seine technische Ausbildung mit einem MBA-Programm am International Institute for Management Development in Lausanne. Nach beruflichen Erfahrungen in der Kupfer- und Feuerfestindustrie trat er im Jahr 2000 als Geschäftsführer in die damalige Degussa Bauchemie in Krieglach ein, die 2006 von BASF erworben wurde. Im Geschäftsbereich Betonzusatzmittel der BASF umfasste sein Verantwortungsbereichen zuletzt rund 30 Länder mit insgesamt 13 Formulierungsstandorten.

2010 wechselte Pflanzl zu BASF Coatings nach Münster, wo er als Leiter des Geschäftsbereiches Autoreparaturlacke für Europa, den Nahen Osten und Afrika verantwortlich zeichnete. Nun kehrt der 49-jährige als Leiter der „Sub Region Central Europe“ nach Österreich zurück. Die Regionalgesellschaft umfasst 17 zentraleuropäische Länder und dient als Service-Plattform für die BASF Gruppengesellschaften, etwa in den Bereichen Vertrieb, Finanzwesen, Personal, Kommunikation, Einkauf sowie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

January 13th

150 Jahre Lackgeschichte

<a href=http://www.axaltacs.com target=“_blank“>Axalta Coating Systems</a> blickt – wenn man die Vorgängerunternehmen mit einrechnet – 2016 auf eine 150-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Über die nächsten Monate soll das Jubiläum weltweit gefeiert werden.

 

Die Geschichte von Axalta reicht bis ins Jahr 1866 zurück, als die Firma Herberts in Deutschland Lackierungen für Kutschenhersteller auf den Markt brachte. Herberts ist auch der ursprüngliche Hersteller von Lacken der noch heute existierenden Marke „Standox“. 1880 folgte die Gründung der Firma Spies Hecker – auch diese Marke wird bis heute gepflegt. 1999 wurden beide Marken im Zuge der Übernahme der Lack-Aktivitäten der Hoechst AG in den DuPont-Konzern eingebracht.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts fanden die Axalta-Vorgänger-Unternehmen in der sich rasch entwickelnden Automobilindustrie bald einen florierenden Markt. So richtete DuPont in den 1920er-Jahren für die US-amerikanischen KFZ-Hersteller die erste Lackierstraße ein, auf der verschiedenfarbige und schnelltrocknende Lacke verarbeitet werden konnten. Wissenschaftler des Unternehmens entwickelten die L*a*b*-Farbformel, die zum zentralen Analysewerkzeug bei der Farbtonentwicklung wurde. In den 1990er-Jahren folgte das Wasserlacksortiment der Marke „Cromax“ für Karosseriefachbetriebe.

 

Portfolio erfährt Erweiterungen

Nach und nach wurde das Portfolio aber auch durch Produkte für andere Industriebranchen erweitert: Pulverlacke der Marke „Nap-Gard“ kommen bei Öl- und Gas-Rohrleitungen zum Einsatz, „Voltatex“ Lackprodukte werden für elektrische Isoliermaterialien in zahlreichen elektrischen Bauteilen verwendet. Für Hersteller von Schwerlastkraftwagen, Bussen und Schienenfahrzeugen wurden Lacke der Marke „Imron“ entwickelt.

2013 verkaufte DuPont seine Coatings-Sparte an die Private-Equity-Gruppe Carlyle, die das Unternehmen unter dem neuen Namen Axalta positionierte. Heute beschäftigt Axalta 12.800 Mitarbeiter und beliefert in 130 Ländern rund 120.000 Kunden. In Österreich ist man mit einer Produktionsstätte für Fahrzeug-Lacke in Guntramsdorf vertreten.

 

 

 

Sanochemia zurück in „Gewinnzone“

Wir haben das Geschäftsjahr 2014/15 mit einem relativ guten Ergebnis abgeschlossen.“ So kommentiert der Gründer und Vorstandsvorsitzende des Wiener Pharmaunternehmens Sanochemia, Werner Frantsits, die heute präsentierte Jahresbilanz. Ihr zufolge erhöhte sich der Umsatz von 34,0 Millionen Euro um rund 4,7 Prozent auf 35,6 Millionen Euro. Das EBITDA fiel mit 4,2 Millionen Euro fast fünfmal so hoch aus wie im Geschäftsjahr 2013/14 (910.000 Euro). Von - 2,2 auf + 1,6 Millionen Euro angewachsen ist das EBIT. Das Konzernergebnis schließlich wird mit 384.000 Euro beziffert, nachdem 2013/14 ein Minus von rund 3,4 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen war. Laut Finanzvorstand Stefan Welzig sind die besseren Zahlen vor allem auf eine um zwei Millionen Euro höhere Bruttomarge, gesunkene Abschreibungen sowie um jeweils eine Million Euro verminderte Personal- und Sachkosten zurückzuführen. Als besonders erfreulich bezeichnete Welzig die Entwicklung des Cashflows aus der Geschäftstätigkeit, der sich von 737.000 auf 3,9 Millionen Euro in etwa verfünffacht hat.

 

Frantsits erläuterte, das abgelaufene Geschäftsjahr sei infolge der politischen Verwerfungen auf wichtigen Auslandsmärkten „schwierig“ gewesen. So laufe der Absatz in den nordafrikanischen Staaten, insbesondere in Libyen, aber auch Algerien und Tunesien, verhalten: „Ägypten ist ebenfalls eher schwach, und von Syrien brauchen wir ohnehin nicht zu reden.“ Stabilisiert habe sich der Absatz in der Russländischen Föderation. Infolge des Ölpreisverfalls und des dadurch bedingten Einbruchs des Rubel-Kurses könnten die dortigen Spitäler allerdings im Durchschnitt nur noch etwa halb so viel an Arzneimitteln beschaffen wie noch vor etwa anderthalb Jahren.

 

Dennoch gelang es der Sanochemia, das Exportgeschäft im Bereich Radiologie insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres (2013/14) zu halten und im Bereich Veterinärpharmazeutika auszuweiten. Um den Herausforderungen in Nordafrika, im Nahen Osten und in der Russländischen Föderation gegenzusteuern, hat die Sanochemia begonnen, andere Märkte verstärkt zu bearbeiten. Dies betrifft vor allem die USA, aber auch Südkorea, Indonesien und die Philippinen. In den USA konnte die Sanochemia einen Vermarktungsvertrag für ihre Radiologieprodukte abschließen. Mit der Zulassung eines dieser Produkte, Scanlux, wird laut Frantsis in den nächsten Wochen bis Monaten gerechnet. Es gebe diesbezügliche Andeutungen der zuständigen Food and Drug Administration (FDA). Allerdings besteht keine gesetzliche „Deadline“, bis zu der die FDA eine Entscheidung treffen muss.

 

Ferner nimmt die Sanochemia auch „gute Länder in Europa“ wieder intensiver ins Visier, betonte Frantsits. Laut Vertriebsvorstand Klaus Gerdes betrifft dies neben Deutschland nicht zuletzt Spanien und Griechenland. In Griechenland arbeitet die Sanochemia ihm zufolge „mit einem potenten Partner, den wir gegen Vorkasse beliefern.“ Nach Erschließung des US-amerikanischen Marktes ist die Aufnahme von Vertriebsaktivitäten in Japan geplant. Dies werde jedoch erst „in einigen Jahren“ aktuell, sagte Gerdes.

 

Neue Mittel

Bereits erfolgreich in der EU eingeführt wurde das neue MRT-Kontrastmittel Cyclolux, ergänzte Gerdes. Der Vertrieb in Deutschland sei im abgelaufenen Geschäftsjahr angelaufen, in Österreich habe er vor kurzem begonnen. Als potenzielle „Cash-Cow“ der Zukunft gilt Vidon, ein Mittel zur photodynamischen Früherkennung von Harnblasentumoren. Eine Phase-IIb-Studie konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Nun wird ein Partner bzw. eine sonstige Finanzierungsmöglichkeit für eine Phase-III-Studie gesucht. Die Kosten für die Studie belaufen sich laut Gerdes auf etwa 15 Millionen Euro. Wie Frantsits erläuterte, ist mit der Markteinführung des Mittels in etwa sieben bis acht Jahren zu rechnen. Vidon ermöglicht die vollständige Detektion und damit auch komplette Entfernung der Harnblasenkrebszellen. Mit blauem Licht bestrahlt, beginnen diese zu fluoreszieren und sind damit für den behandelnden Arzt exakt erkennbar. Ein Konkurrenzprodukt ist laut Frantsits bereits auf dem Markt. Er geht allerdings davon aus, Vidon günstiger anbieten zu können. Auch wirke dieses schneller als das Produkt des Wettbewerbers.

 

Gute Aussichten“

Für das angelaufene Geschäftsjahr 2015/16 sind die Aussichten gut, betonte Frantsits. In den USA werde mit ersten Umsätzen aus der Vermarktung der Radiologieprodukte gerechnet. Im Bereich der Veterinärpharmazeutika wolle die Sanochemia den Export mehrerer „Key Products“ ausweiten. Eines davon ist Carofertin, das die Fertilität von Rindern und Schweinen steigert. Dabei handelt es sich um ein Provitamin, das ähnliche Wirkungen wie Hormonpräparate aufweist.

Was die Produktion für andere Unternehmen betrifft, konnte die Sanochemia einen Vertrag mit Janssen Pharmaceutica hinsichtlich der Herstellung von Galantamin verlängern. Da der Patentschutz für das Mittel ausgelaufen ist, wäre es möglich, Generika davon auch für andere Unternehmen zu produzieren.

 

Merckling folgt Frantsits

Wie die Sanochemia bereits gestern per Aussendung mitgeteilt hatte, gibt Frantsits nach der Hauptversammlung am 16. März den Vorstandsvorsitz ab und zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Ihm folgt Franco Merckling, der „mit sofortiger Wirkung“ in den Vorstand berufen wurde. Merckling ist promovierter Chemiker und verfügt über langjährige Managementerfahrung, unter anderem bei Eli Lilly, Merck Sharp & Dohme-Chilbret AG, Eisai Co. Ltd., Kenta Biotech und bei der Therametrics Holding. Seit Oktober 2014 war er als Konsulent der Rentschler Biotechnologie GmbH tätig.

 

 

January 12th

Neues Mitglied im Führungsteam von VWR

VWR International hat Nils Clausnitzer zum Senior Vice President und Leiter des Laborgeschäfts für den europäisch-afrikanischen und asiatisch-pazifischen Raum bestellt. Der studierte Mediziner war zuletzt Head of Commercial Operations EMEA bei Qiagen.

 

Davor war Clausnitzer bei Unternehmen wie Abbott, Olympus und Philips Electronics unter anderem in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Operations, Service und Business Development tätig. Bei VWR kommt Clausnitzer die Aufgabe zu, den Wachstumskurs in den Regionen EMEA und APAC voranzutreiben und Mehrwertlösungen für Kunden aus dem Laborbereich zu entwickeln.

VWR International, das einen Hauptort in Radnor, Pennsylvania, hat, erzielte 2014 mit Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für Labor- und Produktionseinrichtungen einen Umsatz von mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar.

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