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Dezember 15th, 2015

Boehringer Ingelheim und Sanofi planen Asset Swap

Boehringer Ingelheim will den Geschäftsbereich Tiergesundheit von Sanofi (Merial) übernehmen. Im Gegenzug soll Sanofi das Selbstmedikations-Geschäft (CHC) von Boehringer Ingelheim sowie eine Barzahlung von 4,7 Milliarden Euro erhalten. Das CHC-Geschäft von Boehringer Ingelheim in China ist aus der Transaktion ausgenommen, teilten die beiden Pharmakonzerne in einer Aussendung mit. Ihr zufolge haben sie eine Vereinbarung über „exklusive Verhandlungen“ zu dem geplanten Tausch (Asset Swap) geschlossen.

 

Durch die Übernahme von Merial würde Boehringer Ingelheim nach eigenen Angaben zum „zweitgrößten Anbieter im weltweiten Markt für Tiergesundheit“ und könnte in diesem Geschäftsfeld einen Jahresumsatz von rund 3,8 Milliarden Euro erwirtschaften. Merial ist vor allem auf Pharmaprodukte Haustiere und Geflügel spezialisiert, Boehringer Ingelheim auf Arzneien für Schweine. Sanofi wiederum käme im Bereich CHC künftig auf rund 5,1 Milliarden Euro Jahresumsatz sowie einen weltweiten Marktanteil von 4,6 Prozent und würde damit die Nr. 1 in diesem Geschäftsfeld.

 

Andreas Barner, der Vorsitzende der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, verlautete, die „Konzentration auf unsere Kernkompetenzen und auf Geschäftsfelder, in denen wir bereits eine weltweit führende Rolle einnehmen oder sie erreichen können, ist für uns von strategischer Priorität.“ Durch das Tauschgeschäft mit Sanofi „würde ein weltweit führendes Unternehmen entstehen.“ Ähnlich äußerte sich der Vorstandschef von Sanofi, Olivier Brandicourt. Auch er sieht in der Transaktion eine Möglichkeit, „strategische Kernziele“ seines Konzerns zu erreichen und „Weltmarktführer im attraktiven Bereich für nicht verschreibungspflichtige Medikamente zu werden.“

 

 

 

Dezember 14th

Europäischer Durchschnitt

Die Medizinische Universität Wien hat die Ergebnisse einer aktuellen Prävalenzstudie zu Krankenhausinfektionen in Österreich veröffentlicht. Demnach hat sich die Prävalenzrate gegenüber der letzten derartigen Studie aus dem Jahr 2012 von 6,2 auf 5,3 Prozent leicht verbessert.

 

Bei der Studie handelt es sich um eine Punktprävalenz-Untersuchung, das heißt es wurde erhoben, wie viele der zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Krankenanstalt behandelten Personen mit einem nosokomialen Keim infiziert waren. Insgesamt wurden dabei 13.814 Patienten in 51 Krankenanstalten erfasst, von denen 727 eine mit der Behandlung assoziierte Infektion aufwiesen, was einem Anteil von 5,3 Prozent entspricht.

Laut Hochrechnungen des ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) erkranken in Europa rund 6 Prozent der Patienten an einer Krankenhausinfektion, Österreich liegt also knapp unter dem Durchschnitt.

 

Keine Ausreißer bei den medizinischen Fachgebieten

Die Verteilung der gefundenen Infektionen auf medizinische Fachgebiete entspricht der Verteilung der aufgenommenen Patienten: In Chirurgie und Innerer Medizin fand sich jeweils ein Drittel der nosokomialen Erkrankungen. Am häufigsten traten Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, postoperative Wundinfektionen und gastrointestinale Infektionen auf. In rund der Hälfte der Fälle waren Erreger mit multiplen Resistenzen involviert, am häufigsten traten Enterobakterien auf.

 

 

 

 

 

VCI: Weiterhin „Klimaschutz mit zwei Geschwindigkeiten“

Skeptisch bezüglich des Ausgangs des Klimagipfels in Paris am vergangenen Samstag zeigt sich der Hauptgeschäftsführer des deutschen Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Ihm zufolge „fährt die Welt auch nach dem Gipfel beim Klimaschutz mit zwei Geschwindigkeiten.“ Die Europäische Union habe weiterhin „die höchsten Ziele“. Im Gegensatz dazu gäben viele andere Staaten zwar klimapolitische Bekenntnisse ab, führten aber in der Praxis nur durch, „was wirtschaftlich vertretbar“ sei. Aus diesem Grund ist das am Samstag erzielte Abkommen („Paris Agenda“) laut Tillmann „keine Grundlage für Deutschland und die EU, die Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz noch weiter zu verschärfen.“ Die Industrie dürfte nicht gezwungen werden, in Wirtschaftsräume mit weniger strengen klimapolitischen Verpflichtungen auszuweichen („Carbon Leakage“).

 

Insgesamt hält Tillmann das Pariser Abkommen für einen diplomatischen Erfolg Frankreichs, der aber „wenig substanziell“ ist und „nicht zu einer Minderung des globalen Treibhausgasausstoßes“ führen wird. Vor allem Schwellenländer wie China und Indien „werden den Ausstoß von Treibhausgasen sogar noch deutlich steigern“, warnte Tillmann. Wie er hinzufügte, verminderte die Chemieindustrie in Deutschland ihre CO2-Emissionen im Zeitraum 1990 bis 2013 um 49 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Produktion um 60 Prozent.

 

Wirtschaft schützen

 

Zurückhaltend äußerten sich auch die österreichische Wirtschaftskammer (WKÖ) und die Industriellenvereinigung (IV). IV-Präsident Georg Kapsch warnte davor, das Abkommen als „Aufforderung für einen weiteren klimapolitischen Alleingang der EU fehlzuinterpretieren. Die bisherige Rolle Europas als einsamer Vorreiter im Klimaschutz hat kaum einen Effekt auf andere große Volkswirtschaften und damit auf das Weltklima.“ Zwar bekenne sich die Industrie „voll und ganz zum Klimaschutz, aber nur unter vergleichbaren und fairen Bedingungen. Neue Alleingänge unter den gegebenen Bedingungen und damit die schleichende Demontage des Industrie- und Arbeitsstandortes Europa sind daher entschieden abzulehnen.“

Für problematisch hält der IV-Präsident insbesondere den „Revisionsmechanismus“, mit dem die Ziele der Staaten, die das Pariser Abkommen ratifizieren, verschärft werden können. „Keinesfalls darf dies in gewohnter Manier in einer erneuten einseitigen Erhöhung des geltenden 40-Prozent-Ziels münden“, betonte Kapsch.

 

Ähnlich argumentierte der Leiter der WKÖ-Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, Stephan Schwarzer. Er wies darauf hin, dass das Pariser Abkommen keine weltweit verbindlichen Emissionsreduktionsziele enthält. Damit bleibe „der jährliche vorweihnachtliche Wunsch nach einem Global Level Playing Field für die Wirtschaft weiterhin unerfüllt.“ Mit dem Ziel, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, sei die EU somit auch künftig „weltweit einsamer Vorreiter.“ Aus diesem Grund ist es laut Schwarzer „unerlässlich, den Schutz der Industrie vor Abwanderungsdruck in der europäischen Emissionshandelsrichtlinie fest zu verankern. Ein Vorpreschen braucht Flankenschutz, nur ein wirtschaftlich starkes Europa kann der unverzichtbare Schrittmacher des globalen Klimaschutzes sein.“

 

 

Dezember 10th

Wiener Life-Science-Start-up im Silicon Valley

Das österreichische Start-up-Unternehmen <a href=https://scarletred.at tagret=“_blank“>Scarletred</a> ist als eine von zehn „disruptiven Medizintechnik-Firmen“ zu einer Präsentation auf der „Internet of Things & Health Expo“ ins Silicon Valley eingeladen worden.

 

Die Veranstaltung, die am 10. Dezember in Sunnyvale, Kalifornien, stattfindet, gibt innovativen jungen Unternehmen aus den Bereichen „Internet of Things“, Medizintechnik sowie Optik und Photonik die Gelegenheit, ihre Ideen vor ausgewählten Unternehmen wie Norwest Venture Partners, Johnson & Johnson Innovation, Sutter Health, Mayo Clinic, GSK, Xerox Healthcare oder Davita Healthcare vorzustellen. Organisiert wird das Treffen von der Innovationsplattform „Plug & Play“, die Start-ups mit eingesessenen Unternehmen und Investoren zusammenbringt und über die jährlich in mehr als 100 Firmen investiert wird.

Scarletred hat eine Software entwickelt, mit deren Hilfe sich dermatologische Befund objektivieren lassen. Dabei werden Grad und Verlauf verschiedener Hautveränderungen wie Erytheme, Hämatome oder chronische Wunden quantifiziert und so einer Analyse zugänglich gemacht, die die Limitationen einer subjektiven Beurteilung durch einen Spezialisten überschreitet. Vorteile bringt das nicht nur für die Diagnostik selbst, sondern aufgrund der kurzen, für die Datenanalyse benötigten Zeit auch für die Entwicklung dermatologischer Arzneimittel.

 

 

 

Fusionsgerüchte um Dow Chemical und DuPont

Die US-amerikanischen Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont verhandeln über eine mögliche Fusion. Das meldete das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderkreise. Mit dem Zusammengehen entstünde das weltgrößte Chemieunternehmen, das einen Marktwert von rund 120 Milliarden US-Dollar (109 Milliarden Euro) und einen Jahresumsatz von 90 Milliarden US-Dollar (82 Milliarden Euro) hätte. Die derzeit als globale Nummer 1 geltende deutsche BASF kam 2014 auf einen Umsatz von rund 74,3 Milliarden Euro.

 

In den ersten neun Monaten des heurigen Jahres kam Dow Chemical auf ein EBITDA von 9,5 Milliarden US-Dollar (8,6 Milliarden Euro), DuPont mit auf 4,4 Milliarden US-Dollar (4,0 Milliarden Euro) auf etwas weniger als die Hälfte. Dow Chemical gilt als der weltgrößte Hersteller von Chlor, Ethylen, Glykol und Natronlauge. DuPont wurde als Schießpulvererzeuger gegründet. Das Unternehmen ist der Erfinder von Nylon und des Panzermaterials Kevlar, das unter anderem von der US-amerikanischen Kriegsmarine zum Schutz ihrer Kreuzer und Zerstörer verwendet wird. Seitens der beiden Konzerne liegt bis dato keine Bestätigung für die Fusionsgespräche vor.

 

Als problematisch gilt unter anderem, dass die Unternehmen stark im Bereich der industriellen Landwirtschaft verankert sind - von der Saatgutproduktion durch DuPont bis zur Pflanzenschutzmittelherstellung durch Dow Chemical. Dies könnte laut Analysten unter Umständen zu Schwierigkeiten bei der Genehmigung der Fusion führen. Anleger reagierten indessen positiv auf die Nachricht. Die Aktienkurse der beiden Unternehmen gingen um jeweils zwölf Prozent in die Höhe.

 

 

 

 

Dezember 9th

VCI: Umsatz der Chemiebranche auf Vorjahresniveau

Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist heuer insgesamt um 1 Prozent gewachsen. Ohne Berücksichtigung der Pharmazeutika sank das Mengengeschäft jedoch um 0,5 Prozent. Das teilte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, heute mit. Der Gesamtumsatz lag trotz der um 2,5 Prozent gesunkenen Chemikalienpreise bei 190,8 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau des Jahres 2014. Laut Dekkers ist dies vor allem auf das um insgesamt 1 Prozent gestiegene Auslandsgeschäft zurückzuführen, das wiederum durch den im Vergleich zum US-Dollar schwächeren Euro bedingt war. Insgesamt belief sich der Auslandsumsatz auf 116,2 Milliarden Euro. Um 13,0 Prozent erhöhten sich die Exporte in den NAFTA-Raum (USA, Kanada und Mexiko). Im Gegensatz dazu gingen die Ausfuhren nach Westeuropa (EU-15) um 1,5 Prozent zurück. Auch der Branchenumsatz in Deutschland selbst sank um 1,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 447.000.

 

Für 2016 erwartet Dekkers einen Anstieg der deutschen Chemieproduktion um rund 1,5 Prozent. Bei gleichbleibenden Preisen sollte sich der Umsatz der Branche ebenfalls um 1,5 Prozent auf 193,6 Milliarden Euro erhöhen, kündigte der VCI-Präsident an. Ihm zufolge „spricht vieles für eine leichte Belebung des Chemiegeschäftes mit Kunden im In- und Ausland.“ Alle Geschäftszweige werde das aber nicht betreffen, warnte Dekkers: „In der Basischemie mildert zwar das günstige Öl den Nachteil der Produktionskosten gegenüber den USA oder dem Nahen Osten ab. Dennoch haben die Unternehmen mit zunehmendem Importdruck und Problemen der Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen.“

 

 

Deutschland: Experten fordern „Rohstoffwende“

Nach der „Energiewende“ benötigt Deutschland eine „Rohstoffwende“. Das besagt das Positionspapier „Anorganische Rohstoffe - Sicherung der Rohstoffbasis von morgen“ des Arbeitskreises „Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft“, in dem die DECHEMA, der Verband chemischen Industrie (VCI) und die Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (GVC) zusammenarbeiten. Dem Papier zufolge stammt „nach wie vor der weit überwiegende Anteil der Rohstoffe aus der Primärproduktion, während sich die Einbeziehung von Sekundärrohstoffen nur in begrenztem Maße durchgesetzt hat.“ Kritisch ist das speziell bei seltenen Substanzen wegen der Preise und der Verfügbarkeit. Außerdem ist „derzeit ein echtes Recycling zu Produkten in Primärrohstoffqualität auf wenige Rohstoffe beschränkt“, darunter Platingruppenmetalle und Kupfer. Bei anderen wichtigen Metallen erweise sich die Auftrennung von Legierungen manchmal als „schwer überwindbares Hindernis.“ Dies gelte selbst für Stoffe wie Eisen, Stahl und Aluminium, bei denen Recyclingquoten von 50 bis 70 Prozent erreicht werden.

 

Die Verfasser des Papiers empfehlen daher, eine „langfristige nationale Rohstoffstrategie“ auszuarbeiten. Überdies müsse der Umgang mit Rohstoffen von der Gewinnung bis zum Recycling am Ziel der „Stärkung des Wirtschaftsstandortes“ orientiert werden. Weiters fordern die Autoren „innerhalb der EU gleiche Rahmenbedingungen für alle Akteure“. Genutzt werden sollten auch sogenannte „anthropogene Lagerstätten“, darunter insbesondere Abraumhalden und Deponien. Beim Recycling gelte es, auf die Rentabilität zu achten und Methoden zu entwickeln, um festzustellen, ob diese hinsichtlich eines bestimmten Stoffs gegeben ist. Darüber hinaus empfehlen die Verfasser eine gesamtheitliche Betrachtung, um den Wechsel vom Abfall- ins Produktrecht zu erleichtern, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist.

 

Akzeptanz verbessern

Gefordert werden in dem Papier weiters die „Entwicklung und Optimierung von Trennverfahren zur Nutzung von Sekundärrohstoffen“, die „Bereitstellung entsprechender Sammellogistik und Aufbereitungskapazitäten“, die „Entwicklung von Technologien und Prozessketten zur sparsameren Verwendung von Ressourcen“ sowie die verstärkte „Forschung zur Substitution kritischer Elemente.“ Auch dürfe „die Toxizität eines Stoffes nicht ausschlaggebendes Kriterium für seine Anwendbarkeit“ sein.

 

Abgesehen davon halten die Verfasser eine „breite Öffentlichkeitsarbeit“ für notwendig. Mit dieser solle die „Akzeptanz vopn Recyclingprodukten“ verbessert werden. Zu guter Letzt gelte es auch, die Zusammenarbeit der Industrie „und den Entwicklern neuer Werkstoffe mit der Recyclingindustrie“ zu fördern. Fragen des Recyclings sollten bereits bei der Entwicklung von Produkten berücksichtigt werden.

 

Das Papier ist unter http://dechema.de/Anorganische_Rohstoffe_2015 verfügbar.

 

 

 

Dezember 4th

IMBA: Translationspartner für Therapie von Schmetterlingskindern gesucht

Am Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien (IMBA) ist im Tiermodell ein wichtiger Schritt in Richtung einer Therapie von Schmetterlingskindern gelungen. Für die weitere Entwicklung wird  nun nach Partnern aus Klinik und Unternehmen gesucht.

 

Schmetterlingskinder leiden unter einer Krankheit, die sich Epidermolysis bullosa nennt. Ihre Haut weist eine viel zu geringe mechanische Belastbarkeit auf, bei der kleinsten Beanspruchung treten Wunden, Blasen oder Entzündungen auf, oft entstehen aggressive Formen von Hautkrebs. Ursache der Krankheit ist ein angeborener Gendefekt, der zu einem Mangel oder gänzlichen Fehlen des Strukturproteins Kollagen 7 führt.

Derzeit ist Epidermolysis bullosa nicht heilbar, doch am IMBA hat man große Fortschritte auf dem Weg zu einer Therapie  erzielen können. In Kooperation mit der Patientenorganisation DEBRA und mit Unterstützung der Österreichischen Lotterien ist es einem Team um die Biochemikerin Arabella Meixner gelungen, Mäuse erfolgreich mit einer Fibroblasteninjektion zu behandeln. Dabei wurden zunächst Hautzellen von erkrankten Mäusen zu Stammzellen zurückprogrammiert (man erhält dann sogenannte „induzierte pluripotente“ Stammzellen), in diesen der Gendefekt repariert und die reparierten Zellen wird zu Fibroblasten ausdifferenziert.

 

Mechanischen Test bestanden

Die nun zur Bildung von Kollagen befähigten Fibroblasten werden der Maus zwischen die Hautschichten injiziert. Dabei musste auch sichergestellt werden, dass es zu keinen Entzündungs- oder Abstoßungsreaktionen kommt. Ein mechanischer Belastungstest mit einem weichen Radiergummipinsel zeigte, dass die Haut der mit der Stammzellen-Therapie behandelten Mäuse stabil war und keine Wunden mehr entstanden.

Mit diesen Forschungsergebnissen ist der Grundstein für die Entwicklung einer Therapie beim Menschen gelegt.  Dazu werden nun Partner aus der Medizinsowie aus Biotechnologie-Unternehmen gesucht, um in klinischen Studien den Einsatz pluripotenter Stammzellen beim Menschen zu testen.

 

 

 

Rahmenpharmavertrag verzögert sich

Der Abschluss des Rahmenpharmavertrags verzögert sich. Wie es seitens des Pharmaindustrieverbands Pharmig gegenüber dem Chemiereport hieß, haben die Branchenmitglieder statt bis heute nunmehr bis einschließlich 31. Dezember Zeit, den Vertrag zu unterzeichnen. Begründet wird dies damit, dass die Verhandlungen über den Vertrag länger als geplant in Anspruch nahmen. Erst nach monatelangen teils höchst emotional geführten Debatten war am 11. November eine Grundsatzeinigung erzielt worden.

 

Sie sieht vor, dass die Branche im kommenden Jahr 125 Millionen Euro an den Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) überweist, die den Krankenkassen zur Deckung der gestiegenen Medikamentenkosten zur Verfügung stehen. In den Jahren 2017 und 2018 hängt die Höhe der Zahlungen an den HV von der tatsächlichen Steigerung der Medikamentenkosten ab. Pro Prozentpunkt sind zehn Millionen Euro fällig. Allerdings besteht eine Deckelung von 82 Millionen Euro. Darüber hinaus leisten die Pharmaunternehmen auch weiterhin einen finanziellen Beitrag für Maßnahmen zum Erreichen der Gesundheitsziele in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention. Auf Basis des noch bis Jahresende geltenden Rahmenpharmavertrags standen dafür seit 2011 insgesamt rund 6,7 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Dass der neue Vertrag doch noch scheitert, gilt in Insiderkreisen als unwahrscheinlich. In diesem Fall würde nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach die vom Gesundheitsministerium ausgearbeitete ASVG-Novelle schlagend. Dieser zufolge müsste die Pharmaindustrie den Krankenkassen einen jährlichen Rabatt von 125 Millionen Euro auf die Medikamentenkosten einräumen. Der Entwurf zur Novelle wird von der Branche vehement abgelehnt und als verfassungswidrig bezeichnet. Hochrangige HV-Vertreter hatten nach der Grundsatzeinigung festgestellt, die Novelle sei vorerst vom Tisch. Sie könne aber erforderlichenfalls jederzeit wieder „reaktiviert“ werden.

 

Den ersten Rahmen-Pharmavertrag schlossen die Pharmaindustrie 2008, die Verlängerung erfolgte 2011.Unter Berücksichtigung des heurigen Jahres bezahlte die Branche seit der Verlängerung insgesamt 82 Millionen Euro an den HV, um damit zur Deckung der Arzneimittelkosten beizutragen. In diesem Betrag inkludiert waren 6,7 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention, die die Pharmaindustrie und der HV gemeinsam durchführten.

 

 

 

 

Dezember 3rd

Gut im Griff

Die Zeit drängt: Noch heuer hat die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Begrenzung der Wasserbelastung durch Arzneimittel vorzulegen. Das wurde im Herbst 2014 im Zuge der Revision der Wasserrahmenrichtlinie (WWRL) der EU beschlossen. Und manche Mitgliedsstaaten, insbesondere Schweden, legten eine Reihe von diesbezüglichen Forderungen auf den Tisch, berichtete Thomas Jakl, der stellvertretende Leiter der Sektion Abfallwirtschaft, Chemiepolitik und Umwelttechnologie im Umweltministerium, am 3. Dezember beim 8. Fachgespräch des Umweltbundesamts (UBA) über „Arzneimittelwirkstoffe in der Umwelt“. Den Schweden zufolge soll sich die Kommission in dem Plan unter anderem mit Resistenzentwicklungen, Freisetzungsfragen bei Produktionsstätten, eventuellen Rücknahmeverpflichtungen für Arzneimittel und Abwasserbehandlung befassen. Auch die Entwicklung eines Screeningtests für Arzneimittelrückstände in Gewässern steht auf der Wunschliste.

Zumindest diesbezüglich kann den Skandinaviern in absehbarer Zeit geholfen werden, versicherte Karl Kienzl, der stellvertretende Geschäftsführer des UBA. Dieses entwickle gerade einen solchen Test. Zur Verfügung stehen werde dieser voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2016. Schon im Jahr 1999 veröffentlichte das UBA seinen ersten Bericht zum Thema des Fachgesprächs. Eine Überarbeitung ist laut Kienzl im Gang und soll im zweiten Quartal des kommenden Jahres publiziert werden.

 

(K)ein Problem

Über die Ergebnisse des im Rahmen eines Forschungsprojekts durchgeführten Monitoringprogramms „Pharmazeutika und Abwasserindikatoren in Grund- und Trinkwasser“ berichteten Franz Allerberger von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und Franko Humer vom UBA. Im Zuge des Projekts wurden jeweils 50 Grund- und Trinkwassermessstellen auf 19 Antibiotika und acht Abwasserindikatoren untersucht. Ausgewählt wurden laut Humer Messstellen, bei denen das Auftreten der fraglichen Substanzen besonders wahrscheinlich ist und die daher als „risikobasiert“ gelten können. Das Ergebnis: Zwar wurden etliche der Stoffe tatsächlich nachgewiesen. Ihre Konzentration lag aber meist an der Nachweisgrenze und in allen Fällen „deutlich unterhalb jeglicher gesicherten humatoxikologischen Relevanz.“ Allerberger zufolge wäre es jedoch trotzdem sinnvoll, die Ursachen für die Einträge ausfindig zu machen und letztere so weit wie möglich zu unterbinden: „Man sollte nicht sagen: Wir sind eh um Zehnerpotenzen unter den gefährlichen Werten. Also ist das kein Problem und wird auch nie eines werden.“

 

Teilweiser Abbau

Laut Manfred Clara vom UBA sind in Österreich derzeit etwa 13.500 Humanarzneimittelspezialitäten und 1.300 Arzneimittel für Tiere zugelassen. Insgesamt enthalten diese rund 2.000 verschiedene Wirkstoffe. Die Zahl der abgegebenen Einzeldosen, also Tabletten und dergleichen, liegt im europäischen Durchschnitt. Aufgrund der immer besser werdenden Analytik können Rückstände so gut wie überall nachgewiesen werden, etwa in Abwasser, Klärschlamm und daraus hergestelltem Kompost, im Boden, in Oberflächengewässern und im Grundwasser sowie in Sedimenten und Schwebstoffen. In Donauschwebstoffen kommen unter anderem die Antibiotika Erythomycin und Sulfadiazin sowie das Beruhigungsmittel Diazepam vor. In Sedimenten fand sich außerdem der Blutdrucksenker Verapamil. In Kläranlagen ist es nur teilweise möglich, Arzneimittelrückstände zu beseitigen. Vollständig gelingt dies unter anderem beim Schmerzmittel Ibuprofen und beim Lipidsenker Bezafibrat. Erythromycin lässt sich dagegen nur zum Teil abbauen. Keine Wirkung haben Kläranlagen nach derzeitigen Kenntnisstand unter anderem auf das Antiepileptikum Carbamazepin.

Einiges Erstaunen bei den Experten löste übrigens das Auffinden von Arzneimittelrückständen in Bioabfallkompost aus Vorarlberg aus. Nachfragen ergaben laut Clara, dass in manchen Haushalten Arzneimittel im Biomüll entsorgt wurden: „Das Argument war: Das ist ja ein Medikament, das kann ja nicht schlecht sein.“

 

 

 

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