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June 3rd, 2015
Neue Skala für Nutzen von Krebsmedikamenten
Die European Society of Medical Oncology (<a href=http://www.esmo.org target=“_blank“>ESMO</a>) hat die sogenannte „ESMOs Magnitude of Clinical Benefit Scale“, ein Hilfsmittel zur Bewertung des klinischen Nutzens von Krebsmedikamenten, veröffentlicht.
In der ESMO mehr als 10.000 Ärzte aus 120 Ländern organisiert, die sich auf das Fachgebiet der Onkologie spezialisiert haben. Als international agierende Organisation mit Fokus auf die gesamte Onkologie habe man immer wieder feststellen müssen, dass einige von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassene Krebsmedikamente für Patienten, denen sie verschrieben wurden, nicht erhältlich oder zu teuer sind, so ESMO-Präsident Rolf Stahel.
Der Wert einer neuen Behandlungsmethode wird üblicherweise durch das Verhältnis des Umfangs ihres klinischen Nutzens zu den verursachten Kosten bestimmt. Bislang habe es jedoch kein standardisiertes Hilfsmittel zur Einstufung eines derartigen Umfangs gegeben, heißt es in einer Aussendung der ESMO. Mithilfe der nun veröffentlichten „Magnitude of Clinical Benefit Scale“ soll es möglich werden, Medikamente mit hohem klinischem Nutzen auszuweisen und den Zugang der Patienten zu ihnen zu erleichtern. Die Skala könnte nach dem Wunsch ihrer Urheber dabei sowohl in politischen Entscheidungsfindungsprozessen als auch zur Entwicklung klinischer Richtlinien Verwendung finden.
June 2nd
Hubert Culik ist neuer Obmann des Fachverbands Chemische Industrie
Hubert Culik wurde als Nachfolger von Peter Untersperger zum Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie gewählt. Culik ist Geschäftsführer des Lackherstellers Rembrandtin und Vorstand von dessen Mutterkonzern Helios.
Nach elf Jahren an der Spitze der Interessensvertretung der zweitgrößten heimischen Industriebranche übergab Peter Untersperger nach seinem Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender der Lenzing AG nun auch das Amt des Fachverbandsobmanns. Hubert Culik übernimmt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten: „Die chemische Industrie in Österreich stagniert bereits seit drei Jahren in Folge. Wir brauchen endlich wieder ein industrie- und technologiefreundliches Klima im Land, sonst werden österreichische Betriebe in naher Zukunft keine Rolle mehr am internationalen Parkett spielen“, meinte der erfahrene Manager in einem ersten Statement. Für die kommenden Jahre hat er sich verstärktes Engagement für Entbürokratisierung, wettbewerbsfähige Produktionskosten, die Förderung naturwissenschaftlicher Bildung und die Einforderung von notwendigen Reformen vorgenommen.
Ein Leben für den Lack
Culiks begann seine Karriere 1965 mit der Ausbildung zum Chemie- und Lacklaboranten bei Rembrandtin. 1969 übernahm er die Position eines Lacktechnikers mit speziellen Entwicklungsaufgaben, später fungierte er als Laborleiter. Ab 1990 war Culik als technischer Leiter verantwortlich für die Forschung und Entwicklung von Rembrandtin und ist seit 2005 Geschäftsführer des Unternehmens. Seit 2009 übernahm er zusätzlich die Geschäftsführung der Remho, in der die Lacksparte der Ring-Holdung zuammengefasst ist. 2013 war er federführend am Kauf der slowenischen Helios-Gruppe durch die Ring-Holding beteiligt, zu deren Vorstand er seitdem gehört. Bereits seit 2010 fungierte er im Fachverband als Obmann der Berufsgruppe der Lack- und Anstrichmittelindustrie, seit 2012 ist er Präsident des OFI.
June 1st
Bayer Material Science wird Covestro
Bayer hatte vergangenen September bekannt gegeben, seinen Teilkonzern Bayer Material Science als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Nun steht der Name des neuen, auf Polycarbonate und Polurethane spezialisierten Kunststoffanbieters fest: Covestro.
Das Unternehmen wird ab 1. September 2015 unter dem neuen Namen firmieren. Einer Aussendung des Konzerns zufolge setzt sich das Kunstwort aus „Co“ von „Collaboration“, „vest“ wie in „Investieren“ und „stro“ vom englischen Wort „strong“ zusammen.
2014 kamen 11,7 Milliarden des Bayer-Gesamtumsatzes von 42,2 Milliarden Euro von Bayer Material Science. Der Teilkonzern konnte seine Erlöse währungsbereinigt um 4,8 Prozent steigern.
May 29th
29.05.15
von
Klaus Fischer
Keine Entwarnung hinsichtlich der Lage der chemischen Industrie in Europa gibt der Branchenverband Cefic. Ihm zufolge stagierte die Produktion in den ersten zwei Monaten des Jahres 2015 mit einem Plus von gerade einmal 0,1 Prozent gegenüber den ersten zwei Monaten von 2014. Die Verkaufsmengen fielen im selben Zeitraum um 5,5 Prozent. Überdies sind die Chemikalienpreise im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gefallen.
Im Feber verzeichnete die Branche verglichen mit dem Feber 2014 ein Wachstum von lediglich 0,3 Prozent, die Preise gingen dagegen um 7,3 Prozent zurück. Die Petrochemieproduktion fiel im Vergleich zum Feber 2014 um 2,9 Prozent, bei Polymeren und Haushaltschemikalien war ein Minus von 1,4 bzw. 1,2 Prozent zu verzeichnen. Dem stand ein Plus von 4,6 Prozent bei Spezialchemikalien gegenüber. Die Produktion anorganischer Basischemikalien erhöhte sich schwach um 0,6 Prozent.
Auch die Aussichten für das Gesamtjahr sind nicht rosig: Der EU Chemical Industry Confidence Indicator (CCI) ist im April im Vergleich zum März gefallen. Als Grund nennt die Cefic die schlechtere Auftragslage der Branche. Laut Cefic-Generaldirektor Hubert Mandery ist zwar eine teilweise Erholung der europäischen Wirtschaft insgesamt festzustellen. Dennoch kämpfe die chemische Industrie mit der mäßigen Nachfrage, den fallenden Preisen sowie der Konkurrenz aus den USA und den Staaten am Persischen Golf, die von den dortigen niedrigen Energiepreisen profitierten.
May 26th
Crowdfunding für Milchsäure
Das Wiener Startup-Unternehmen AB&CD Innovations GmbH hat ein Verfahren zur Herstellung von Milchsäure aus dem industriellen Reststoff Glycerin entwickelt. Zur Kofinanzierung einer Pilotanlage startet am 26. Mai eine <a href=https://www.greenrocket.com/investmentchancen/abcd-innovations target=“_blank“>Crowdfunding-Kampagne</a>.
Im Zuge der Produktion von Biodiesel und Fettsäuren fällt Glycerin als Nebenprodukt an, das dadurch einem stetigen Preisverfall ausgesetzt ist. Im Gegenzug steigt die Nachfrage nach Milchsäure, die als Ausgangsprodukt in der Pharma-, Kosmetik-, Futter- und Lebensmittelindustrie, aber auch in der Medizintechnik Verwendung findet. Darüber hinaus dient die Verbindung als Monomer zur Herstellung des wichtigen Biokunststoffs Polymilchsäure (PLA). Das von AB&CD-Gründer Amitava Kundu entwickelte Verfahren stellt Milchsäure aus Glycerin her und schließt damit die bestehende Lücke. Nach Aussagen des Unternehmens läuft der Prozess unter milden Bedingungen ab und ermöglicht eine einfache Aufreinigung des Produkts.
Zur Finanzierung einer Pilotanlage, die die Praktikabilität des Verfahrens in größeren Maßstäben zeigen soll, geht AB&CD nun einen ungewöhnlichen Weg: Über die Crowdfunding-Plattform Greenrocket kann man bereits für kleine Investment-Beträge Genussrechte am Unternehmen erwerben. Jeder Mikroinvestor erhält im Rahmen der Plattform die Möglichkeit, sein persönliches Risiko durch Aufbau eines Portfolios an Beteiligungen zu streuen. Auf diese Weise kann eine Vielzahl an Unternehmen von einer Vielzahl an Geldgebern profitieren.
May 22nd
Kokain-Konsum über Fingerabdrücke nachweisbar
An der Universität Surrey (UK) wurde eine Methode entwickelt, mit der anhand der Fingerabdrücke einer Person ermittelt werden kann, ob diese Kokain konsumiert hat. Das Verfahren basiert auf Massenspektrometrie mit Desorptions-Elektrospray-Ionsiation (DESI).
Die Wissenschaftler lösten etwas Material von einem auf einem Objektträger befindlichen Fingerabdruck und versprühten die Lösung anschließend in einem DESI-Massenspektrometer. Die Analyse zielte dabei nicht nur auf Kokain selbst, sondern auch auf die beiden Stoffwechselprodukte Benzoylecgonin und Methylecgonin ab, wodurch nicht nur die äußere Berührung, sondern auch der Konsum der Droge nachgewiesen werden kann. Durch die Verwendung von Fingerabdrücke ist zudem die eindeutige Zuordnung zu einer Person möglich.
Die Studie wurde in der Zeitschrift „Analyst“ http://rsc.li/1uXXFT2veröffentlicht.
May 20th
Expertenrunde fordert Stärkung der klinischen Forschung
Im Rahmen eines Pressegesprächs brachte die <a href=http://www.pharmig.at target=“_blank“>Pharmig</a> verschiedene Stakeholder an einen Tisch, um Maßnahmen zur Stärkung Österreichs als Standort für klinische Studien zu besprechen. Eine gemeinsame Strategie von Behörden, klinischen Zentren und Arzneimittelherstellern sei gefragt, so der Tenor des Podiums.
Ein Vorteil, den Österreich im Wettbewerb der Forschungsstandorte bisher in die Waagschale werfen konnte, war sein vergleichsweise unkompliziertes und rasch abgewickeltes Genehmigungsverfahren für Patientenstudien. Eine neue EU-Verordnung zu deren Durchführung wird nun aber europaweit einheitliche Standards etablieren. Um daher zukünftig mit anderen Ländern und ihren Strategien zur Forschungsförderung mithalten zu können, bedürfe es der Gestaltung attraktiver Maßnahmen wie Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber betonte.Bund, Länder und Krankenhausträger seien gleichermaßen gefordert.
Der Wettbewerb um den geeignetsten Standort werde auch von der Expertise der Zulassungsbehörde geprägt sein, meinte dazu Ilona Reischl, Abteilungsleiterin Klinische Prüfung in der AGES Medizinmarktaufsicht. Diese könne am besten dadurch gewonnen werden, dass man bereite in den frühen klinischen Phasen der Arzneimittelentwicklung dabei sei, so Reischl, die dazu eine gemeinsame Strategie aller Stakeholder anregte.
Erweiterte Anforderungen stellt die neue EU-Verordnung auch an die mit der Bewertung von klinischen Studien befassten Ethik-Kommissionen, wie Ernst Singer, Vorstand der Ethikkommission an der Med-Uni Wien berichtete. So wie die Kommissionen derzeit organisiert sei, könne man diesen aber nicht gerecht werden, so Singer. Er fordert daher eine Unterstützung auf organisatorischer, finanzieller und legistischer Ebene.
Akkordiertes Vorgehen
Thomas Pieber, Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der Medizinischen Universität in Graz, sieht Österreich prinzipiell gut aufgestellt, was klinische Studien betrifft. Um internationalen Entwicklungen gerecht zu werden, seien dennoch weitreichende Infrastrukturmaßnahmen sowie entsprechende Ausbildungskonzepte der Medizin-Unis nötig.
Für Wolfgang Bonitz, medizinischer Dirketor bei Novartis Österreich, fehlt es auch an einem Bewusstsein bei den Krankenhausträgern, was die Bedeutung klinischer Forschung betrifft. Für Ärzte und Studienpersonal werde es zunehmend schwieriger, Zeit und Ressourcen für klinische Prüfungen aufzubringen. Das zeige, dass ein akkordiertes Vorgehen notwendig sei, um Österreich als Land der Innovationen international zu etablieren.
Unter http://pharmig.streaming.at/20150520 ist ein Video des Pressegesprächs abrufbar.
May 19th
19.05.15
von
Klaus Fischer
Die Kommission zur Untersuchung der HCB-Belastung im Kärntner Görtschitztal legte gestern ihren ersten Bericht an die Landesregierung vor. Eingesetzt wurde die Kommission Ende 2014. Sie besteht aus dem Verwaltungsjuristen Bernd-Christian Funk, dem Umweltrechtsexperten Bernhard Raschauer, dem Verfahrenstechniker Franz Neubacher und dem Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Laut einer Presseunterlage der Kommission wurde das Problem von den Behörden, aber auch den beteiligten Unternehmen, unterschätzt. Für die Kommission stellt sich die Frage, ob das Wietersdorfer Zementwerk „nach seiner bisherigen Bau- und Betriebsweise überhaupt geeignet ist“, mit HCB belasteten Blaukalk wie den aus der Deponie Brückl der Donau Chemie ordnungsgemäß zu verbrennen. Zwar durfte die Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH (W&P) grundsätzlich Klärschlamm als Brennstoff einsetzen. Die Erlaubnis, Blaukalk zu verwenden, wurde jedoch nur mittels eines Anzeigeverfahrens und nicht, wie erforderlich, mittels eines Genehmigungsverfahrens erteilt. Für ein solches Verfahren wäre auch nicht die Bezirkshauptmannschaft (BH) St. Veit, die ihr Placet gab, zuständig gewesen, sondern der Landeshauptmann. Grundlage für den Kenntnisnahmebescheid der BH aus dem Jahr 2010 war das Gutachten eines Amtssachverständigen, das auf den Chlorgehalt des zu verbrennenden Blaukalks überhaupt nicht einging. Die erforderliche „sorgfältige technische Prüfung hinsichtlich der Verbrennungstemperatur“ unterblieb.
Abgesehen davon kritisiert die Kommission aber auch die W&P: Ihr musste klar sein, dass die Betriebsanlagenbewilligung aus dem Jahr 2003 „die Zuführung kontaminierter Abfallarten“ nicht umfasste und dass keine entsprechenden Auflagen für den Betrieb vorgesehen waren. Eine Stellungnahme der W&P liegt bis dato nicht vor.
Brief auf der Viehwaage
Als „wesentliche Ursache für Fehleinschätzungen um die Auswirkungen der Verbrennung von Kalkschlamm“ erachtet die Kommission eine Machbarkeitsstudie der Firma FTU aus dem Jahr 2004. Sie befasste sich mit der verfahrenstechnischen Möglichkeit, HCB-haltigen Klärschlamm im Zementdrehrohrofen der W&P ordnungsgemäß zu verbrennen. Allerdings führte die FTU ihren Versuch mit gerade einmal einem Zehntel der von der W&P zu behandelnden Blaukalk-Menge durch. Die HCB-Konzentration belief sich nur auf ein Fünfzigstel des tatsächlichen Werts, die Hexachlorbutadien-Konzentration auf ein 190stel. Auch sei die Nachweisgrenze für HCB im Versuch „um mehrere Zehnerpotenzen höher als bei anderen Substanzen mit ähnlichem Gefährdungspotential“ gewesen. Neubacher verglich dies mit dem Versuch, „einen Brief zur Feststellung des Portos auf einer Viehwaage abzuwiegen.“
Nicht schuldhaft, aber mangelhaft
Schuldhaftes Verhalten sieht die Kommission bei der Landesverwaltung sowie der W&P nicht. Allerdings bestanden ihr zufolge „Mängel und Verbesserungspotential bei den internen Informationsprozessen sowie bei der Vorsorge für Kommunikation und Koordination.“ Dass der von der W&P zu verbrennende Blaukalk erheblich mit HCB belastet war, bezeichnet die Kommission als „Tatsache, die auf Grund der Altlastenverfahren feststand und als amtsbekannt vorausgesetzt werden kann.“ Für die Kommission fragt sich daher, „warum der Einsatz von Blaukalk aus der Altlast Brückl nicht rascher untersagt wurde.“
Seitens des Landes Kärnten hieß es, der Bericht der Kommission werde in der Sitzung der Landesregierung am morgigen Mittwoch behandelt. Dabei soll „seine Weiterleitung an den Untersuchungsausschuss im Landtag und an die Staatsanwaltschaft beschlossen werden.“
Über Anagnostics, ein Biotech-Unternehmen mit Sitz in St. Valentin, wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Laut Angaben des Unternehmens gelang es nicht, die Liquidität durch eine Aufstockung des Eigenkapitals abzusichern.
Zuletzt sollen Verhandlungen mit einem potenziellen Investor gescheitert sein. Anagnostics hatte eine neuartige zylindrische Anordnung von Microarrays („Hybcell“) und eine zugehörige Einheit zur automatisierten Handhabung („Hyborg“) entwickelt und damit auf den Markt für immunologische und genetische Diagnostik abgezielt.
Wie aus informierten Kreisen zu erfahren ist, konnte das 2006 gegründete Unternehmen die prognostizierten Umsätze nicht erzielen. Trotz interessanter Märkte hätten nur wenige potenzielle Anwender von den Vorteilen des Geräts überzeugt werden können. Auch eine zuletzt gestartete Vertriebsoffensive habe das Rad nicht mehr herumreißen können. Laut Christian Laurer, Senior Investment Manager bei Tecnet Equity, einem der Investoren von Anagnostics, hätte der notwendige Kapitalbedarf die Möglichkeiten der im Eigentum des Landes Niederösterreich stehenden Technologiebeteiligungsgesellschaft, deutlich überstiegen.
Für 26. Mai ist eine Gläubigerausschusssitzung anberaumt, in der die weitere Vorgehensweise festgelegt werden soll. Nach Angaben von Masseverwalter Wolfgang Strasser ist eine Sanierung des Unternehmens aber unwahrscheinlich.
May 18th
Lenzing steigert Umsatzerlöse und EBITDA
18.05.15
von
Klaus Fischer
Die Umsatzerlöse der Lenzing-Gruppe beliefen sich im ersten Quartal 2015 auf 474,6 Millionen Euro, um 5,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014. Das EBITDA stieg um 28,7 Prozent auf 59,6 Millionen Euro, teilte der Faserkonzern heute in einer Aussendung mit. Vorstandschef Peter Untersperger verlautete, die 2014 eingeleitete Marketingoffensive bei Spezialfasern wie Tencel zeige erste Erfolge. Auch habe die Lenzing Preissteigerungen erzielt und „den Spezialitätenanteil im Produktmix deutlich erhöhen“ können. Nicht zuletzt mit der Neuaufstellung des Bereichs Technische Services sowie dem Kostensenkungsprogramm „Excellenz“ seien auch „die Weichen gestellt, um in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weitere Ergebnisverbesserungen erzielen zu können.“
Für Untersperger ist der heutige Quartalsbericht der letzte seiner 30jährigen Laufbahn bei der Lenzing. Er legt mit Monatsende den Vorstandsvorsitz zurück, den er seit 2009 innehatte. Sein Nachfolger ist der Kärntner Stephan Doboczky, bisher Mitglied des Vorstands des holländischen Chemiekonzerns Royal DSM.
Im laufenden zweiten Quartal will die Lenzing-Gruppe die Preise für ihre Produkte weiter steigern. Der Baumwollpreis, der als Referenzpreis für den gesamten Fasermarkt gilt, lag ihr zufolge zuletzt bei 69,5 US-Cent/Pfund, nachdem er Ende Jänner kurzfristig auf 67,3 US-Dollar zurückgegangen war. Vom Vorjahresniveau (98,1 US-Cent/Pfund) ist auch der derzeitige Preis aber weit entfernt. Nicht sicher ist die Lenzing, ob der zuletzt beobachtete Anstieg der Preise für Viskosefasern in China von 11.480 auf 12.500 Yuan Renminbi (1.620 auf 1.763 Euro) pro Tonne bereits auf eine „nachhaltige Preiserholung“ hinweist. Grundsätzlich zeigte sich das Lenzing-Management indessen optimistisch. Für das Gesamtjahr 2015 werde „eine gute operative Ertragsentwicklung“ erwartet.
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