Archive

April 15th, 2015

EFSA: Kaum Grenzwertüberschreitungen

Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat eine speziell an Laien gerichtete Zusammenstellung ihrer Berichte aus dem Jahr 2014 sowie den ersten Monaten des Jahres 2015 veröffentlicht. Die Broschüre mit dem Titel „Chemicals in food 2015“ soll dazu dienen, wissenschaftliche Informationen allgemein verständlich aufzubereiten.

EFSA-Direktor Bernhard Url konstatierte, EU-weit werde versucht, fundierte Daten über Rückstände von Chemikalien und Pharmazeutika in Lebensmitteln sowie Pflanzen und Tieren zu erheben, zu analysieren und zu überwachen. Die EFSA verstehe sich diesbezüglich als Informationsdrehscheibe.

 

Wie es in der Broschüre heißt, lassen sich zwar immer wieder Spuren von Chemikalien und Pharmazeutika auffinden. Doch dass die Mengen die erlaubten Grenzwerte überschreiten, „ist die Ausnahme und nicht die Regel.“ So waren etwa die Pestizidwerte in 97,4 Prozent von rund 81.000 Stichproben niedriger als erlaubt, womit Gesundheitsgefahren auszuschließen sind. Hinsichtlich Tierarzneien in tierischen Produkten wiesen nur 0,25 Prozent von 425.000 Proben unzulässig hohe Werte auf. „Die Situation ist größtenteils unter Kontrolle“, wird dies in der EFSA-Broschüre kommentiert. Auch die Arsenrückstände in Lebensmitteln und Wasser bieten keinen Grund zu übertriebener Sorge. Die im Durchschnitt festgestellten Belastungen liegen zwischen 0,2 und 1,37 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Als bedenklicher Wert („Benchmark Dose“), ab dem mit einem erhöhten Risiko von Lungen-, Blasen- und Hautkrebs sowie von krankhaften Veränderungen des Hautgewebes zu rechnen ist, gelten 0,3 bis acht Mikrogramm.

 

Die EFSA führt regelmäßig Untersuchungen über Rückstände von Chemikalien und Pharmazeutika in Lebensmitteln durch. Außerdem testet sie die gesamte Nahrungskette auf mögliche biologische Gefahrenquellen wie Bakterien, Pilze, Enzyme und Viren. Die neue Broschüre ist unter http://www.efsa.europa.eu/en/corporate/pub/chemfood15.htm kostenlos verfügbar.

 

 

April 14th

CEFIC: Chemiebranche unter Druck

Von einer „Besorgnis erregenden Lage“ spricht die CEFIC, der europäische Verband der chemischen Industrie. Laut ihrem neuesten Trendbericht ist die Produktion der Branche im Jänner 2015 im Vergleich zum Jänner 2014 um 0,3 Prozent gesunken. Die Petrochemieproduktion rasselte im Jänner 2015 im Vergleich zum Jänner 2014 um 7,6 Prozent nach unten. Bei der Herstellung anorganischer Basischemikalien war ein Minus von 1,2 Prozent zu verzeichnen. Bei den Polymeren ging der Erzeugung um 0,6 Prozent zurück, bei den Haushaltschemikalien um 0,2 Prozent. Das einzige Trostpflaster waren einmal mehr die Spezialchemikalien, deren Produktion um 4,2 Prozent zunahm. Und die CEFIC fügt hinzu: Die Preise für die Produkte der chemischen Industrie fielen im Jahresvergleich um nicht weniger als sechs Prozent. Die mittelfristige Auftragslage und die Produktionserwartungen für die kommenden Monate haben sich ebenfalls verschlechtert.

 

Verminderter Exportüberschuss

 

Dazu kommt, dass der kumulierte Umsatz der chemischen Industrie von 2014 im Vergleich zu 2013 um 1,1 Prozent zurückgegangen ist. Auch der Nettoexportüberschuss lag mit 44,1 Milliarden Euro deutlich unter dem von 2013, als mit 48,2 Milliarden Euro laut CEFIC allerdings ein „Rekordwert“ erzielt wurde. Der Außenhandelsüberschuss mit den Ländern außerhalb der EU fiel um 3,1 Milliarden auf 11,7 Milliarden Euro. Massiv verschlechtert hat sich nicht zuletzt der Netto-Außenhandelsüberschuss mit China: Er ging um 1,3 Milliarden Euro auf nur mehr 671 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig holen die USA weiter auf: Sie konnten ihr Defizit im Chemikalienhandel mit Europa um rund 889 Millionen Euro auf 5,4 Milliarden Euro verringern. Nicht eben Freude hat die CEFIC auch mit dem Russland-Geschäft: Während die Exporte um 4,0 Prozent oder 403 Millionen Euro sanken, stiegen die Importe um 12,5 Prozent bzw. 931 Millionen Euro.

 

CEFIC-Generaldirektor Hubert Mandery fasst die Lage wie folgt zusammen: Das fehlende Wachstum sei zumindest teilweise mit den gesunkenen Exporten zu erklären. Trotz des gefallenen Ölpreises und der damit verminderten Produktionskosten bleibe die chemische Industrie aber längerfristig unter Druck. Und einmal mehr betonte Mandery: Weiterhin bestehe die Herausforderung, die Branche „zu leistbaren Preisen sicher mit Energie zu versorgen.“

 

 

Einschlaftraining via Neurofeedback

In einem FWF-geförderten Projekt entwickelten Neurowissenschaftler der Universität Salzburg eine Neurofeedbackmethode gegen Schlaflosigkeit. Dabei trainieren Patienten im Wachzustand den im EEG sichtbar gemachten Gehirnwellen-Frequenzbereich zwischen 12 und 15 Hertz.

 

Dieser sogenannte „Sensomotorische Rhythmus“  tritt im Leichtschlaf prominent hervor und zeigt sich insbesondere während des Einschlafens als „Schlafspindeln" – im EEG erkennbare Muster, die durch ein rasches Auf und Ab der Hirnstromaktivität gekennzeichnet sind. In dem von einem Forscherteam um Manuel Schabus vom Centre for Cognitive Neuroscience der Universität Salzburg entwickelten Training beobachten Patienten mit Schlafstörungen ihren sensomotorischen Rhythmus auf dem Computerbildschirm und lernen, diesen bewusst zu steuern.

Jene Versuchspersonen, die gut auf das Training ansprachen, wiesen danach eine verbesserte Schlafqualität auf, wie sowohl durch Self-Monitoring-Methoden als auch durch Messungen im Schlaflabor gezeigt werden konnte. Nach Aussage von Schabus kann ein solches Training jene Erregungszustände bekämpfen, die das Einschlafen verhindern und zeigt sich darin einer medikamentösen Behandlung überlegen, die auch nützliche nächtliche Gehirnaktivitäten wie die Konsolidierung von Gedächtnisinhalten dämpft.

 

 

 

 

 

 

April 13th

Novo Nordisk investiert in Russland

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk eröffnete Ende vergangener Woche in der russländischen Region Kaluga rund 150 Kilometer südöstlich von Moskau eine Fabrik zur Herstellung Produkten gegen Diabetes. Produziert werden dort Spritzen zur subkutanen Verabreichung von Insulin sowie die zur Befüllung der Spritzen notwendigen Patronen, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. In der Fabrik sind etwa 150 Personen beschäftigt. Laut Angaben der staatlichen russländischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS beläuft sich die Investitionssumme auf rund 94 Millionen Euro. Studien zufolge leiden in der Russländischen Föderation etwa zehn Millionen Personen an Diabetes, verlautete Novo-Nordisk-Chef Lars Rebien Sørensen.

 

In der Region Kaluga entstand in den vergangenen Jahren ein Pharmacluster, in den etwa 450 Millionen Euro investiert wurden. Nach Angaben des Gebietsgouverneurs Anatoli Artamonow gegenüber ITAR-TASS soll der Cluster ab etwa 2020 rund zwölf Prozent aller in der Russländischen Föderation benötigten Medikamente erzeugen.

 

Novo Nordisk ist auf Arzneien gegen Diabetes sowie auf Hormontherapien spezialisiert. Mit seinen 41.500 Beschäftigten erwirtschaftete der in 75 Ländern tätige Konzern 2014 einen Umsatz von knapp zwölf Milliarden Euro.

 

 

April 10th

Messerli-Institut: Enzym Papain kann Allergien auslösen

Das in kosmetischen Produkten verwendete Enzym Papain kann allergische Reaktionen der Haut auslösen. Dies geht aus Arbeiten hervor, die am <a href=http://www.vetmeduni.ac.at/messerli target=“_blank“>Messerli Forschungsinstitut</a> an der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführt wurden.

 

Papain, das natürlicherweise in Schalen und Kernen der Papaya vorkommt und zur Gruppe der Cysteinproteasen gehört, wird wegen seiner Protein-spaltenden Wirkung auch industriell eingesetzt. So kommt es etwa als Zartmacher für Fleisch und zur Verhinderung der Eintrübung von Bier zum Einsatz. Die Kosmetikindustrie nutzt Papain beispielsweise in Peelings, um Hautschuppen zu entfernen oder in enzymhaltigen Shampoos zur Fellreinigung von Haustieren. Ein Forschungsteam um Erika Jensen-Jarolim, die am Messerli-Institut die Abteilung für komparative Medizin (also der vergleichenden Erforschung von Krankheiten bei Tier und Mensch) leitet, untersuchte nun die Wirkung des Enzyms auf die Haut von Mäusen und auf Hautzellen in der Petrischale.

Dabei zeigte sich, dass bereits nach kurzer Einwirkzeit die Barrierewirkung der Haut verloren ging, Blutgefäße durchlässiger wurden und Entzündungszellen einwandern konnten.  Etwa zwei Wochen nach der Behandlung hatten die Mäuse Antikörper gegen Papain gebildet, die Auslöser einer spezifischen Allergisierung gegen das Enzym sind. Auffällig war dabei, dass die Öffnung der Hautbarriere nicht die Voraussetzung für die Allergisierung ist, da diese auch eintritt, wenn die enzymatische Funktion von Papain blockiert ist. Der Verlust der Barrierefunktion steht dagegen mit dem Eindringen anderer Allergene und Bakterien in Zusammenhang, wie das auch für Hauterkrankungen wie Neurodermitis typisch ist. Da Papain eine große strukturelle Ähnlichkeit mit einem der wichtigsten Allergene der Hausstaubmilbe hat, schließen die Autoren, dass diese sehr häufige Allergisierung nach demselben Prinzip abläuft.

 

Das Messerli Forschungsinstitut

Das Messerli Forschungsinstitut wurde 2010 mit Unterstützung der Schweizer Messerli-Stiftung gegründet. Es wird von der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien betrieben und widmet sich der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung sowie der vergleichenden Medizin.

 

 

EASAC: Neonicotinoid-Einsatz neu bewerten

In Stöcken lebende Honigbienen sind möglicherweise keine taugliche Spezies, um die Auswirkungen von Neonicotinoiden zu untersuchen. Zu diesem Schluss kommt eine 70 Seiten umfassende Studie des European Academies Science Advisory Council (EASAC), in dem die Akademien der Wissenschaften der EU-Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten. Wie es in der Studie heißt, führte die Ausbreitung der Honigbienen zu einem Rückgang anderer Insektenarten, darunter Hummeln, Wildbienen (solitary bees), Schwebfliegen und Schmetterlingen, die für die Bestäubung von Pflanzen ebenso wichtig seien. Allerdings könnten die Honigbienen die Neonicotinoide möglicherweise leichter verkraften, weil sie in Stöcken leben und damit über eine wirksame Kapazität zum „Abpuffern“ für die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln verfügen. Einzeln lebende Insekten wie Hummeln und Wildbienen hätten diese Kapazität dagegen nicht. Jedenfalls reiche das Schützen von Honigbienen alleine nicht aus, um eine „nachhaltige Landwirtschaft“ sicherzustellen. Ausdrücklich wird in der Studie einmal mehr betont, dass es keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen dem Absterben von Bienenvölkern und dem Einsatz von Neonicotinoiden gibt.

 

Den Experten zufolge stellt sich indessen die Frage, ob der routinemäßige Einsatz von Neonicotinoiden gegen „nur gelegentlich auftretende Schädlinge“ sinnvoll ist. In manchen Fällen könne der Einsatz der Substanzen sogar Probleme verschärfen, weil diese auch natürliche Fressfeinde der Schädlinge beeinträchtigten, etwa Schlupfwespen und Marienkäfer. Laut der Studie wurde diese Problematik beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bislang generell zu wenig berücksichtigt. Die Diskussionen über die Neonicotinoide hätten aber gezeigt, dass es notwendig sei, die derzeit gängigen Pflanzenschutzverfahren neu zu bewerten. Jedenfalls widerspreche der prophylaktische Einsatz von Neonicotinoiden den Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes, wie er unter anderem in der Richtlinie „über einen Aktionsrahmen der Gemeinschaft für den nachhaltigen Einsatz von Pestiziden“ (2009/128/EU) der Europäischen Union vom 21.Oktober 2009 gefordert werde.

 

Die Studie wurde im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, eine Analyse der European Food Safety Authority (EFSA) zum Thema Neonicotinoide vom Jänner 2013 zu evaluieren. Zu diesem Zweck werteten die EASAC-Experten unter anderem mehr als 100 Studien aus, die seit der EFSA-Analyse erschienen. Primärdaten erhoben sie allerdings nicht. Ein PdF der Studie ist unter www.easac.eu kostenlos verfügbar.

 

 

April 9th

EuCheMS veröffentlicht Tätigkeitsbericht

Die European Association for Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS) hat ihren Tätigkeitsbericht über das Jahr 2014 (Year Book 2014) veröffentlicht. Dieser ist auf der Website www.euchems.eu kostenlos verfügbar. Wie der neue Präsident David Cole-Hamilton in seinem Vorwort ausführt, wurden auf der Generalversammlung vier Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich im Feber des heurigen Jahres konstituierten. Sie sollen dazu beitragen, die Arbeit des Verbandes für seine Mitglieder weiter zu verbessern. Die Arbeitsgruppen befassen sich mit der Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen sowie den individuellen Mitgliedern, dem Zusammenwirken der Divisionen von EuCheMS, der Schärfung des Aufgabenprofils der Organisation und der Entwicklung einer gemeinsamen Vision sowie mit Finanzierungsfragen.

 

Die Arbeitsgruppe zu den Aufgaben und zur Vision leitet Cole-Hamilton selbst. Er wolle die EuCheMS zu einer Plattform machen, „an die sich alle europäischen Institutionen wenden, wenn sie unabhängige und ausgewogene Informationen über alle Bereiche der Chemie benötigen“, kündigt Cole-Hamilton in seinem Vorwort an.

 

Fortschrittsberichte der Arbeitsgruppen sollen beim Treffen des Executive Board in Rom im Juni vorliegen. Der Beschluss der Endberichte ist für die Hauptversammlung im September geplant, die in Wien stattfindet. Cole-Hamilton zufolge laufen auch bereits die Arbeiten zur Vorbereitung des 6. EuCheMS-Chemistry-Kongresses Mitte September 2016 in Sevilla.

 

 

Geldsegen für Nabriva

<a href=http://www.nabriva.com>Nabriva</a> hat eine Finanzierungsrunde über 120 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Wiener Antibiotika-Unternehmen wird das Geld für klinische Studien zu seiner Leitverbindung und für die Erweiterung der Pipeline verwenden.

 

Das 2006 als Sandoz-Ableger gegründete Unternehmen erforscht die antibiotisch wirksame Stoffklasse der Pleuromutiline. Der Leitkandidat Lefamulin (interne Bezeichnung BC‑3781) soll mit der ersten Tranche der aktuellen Finanzierungsrunde in Phase III an Patienten mit bakteriell verursachter Lungenentzündung getestet werden. Die Substanz hat sich, etwa bei Streptococcus pneumoniae oder Staphylococcus aureus, in-vitro als wirksam gegen multiresistente Keime erwiesen und wäre das erste systemisch wirksame Pleuromutiline auf dem Humanarzneimittel-Markt.

Darüber hinaus soll mit dem eingeworbenen Geld die Pipeline um eine neue Klasse von Pleuromutilinen („Extended Spectrum Pleuromutilins“) erweitert werden, die Wirksamkeit gegen drängende bakterielle Bedrohungen wie Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae zeigen und dabei das antimikrobielle Spektrum von Lefamulin erhalten sollen.

 

US-Investoren an Bord

An der Finanzierungsrunde haben sich unter Führung der US-Investoren Vivo Capital und Orbimed auch EcoR1 Capital, Boxer Capital von Travistock Life Sciences sowie die bisherigen Kapitalgeber HBM, Phase 4 Partners, Wellcome Trust, GLSV und Novartis Venture Fund beteiligt. Die Rechtsanwaltskanzlei Wolf Theiss hat die Investoren gemeinsam mit der US-Kanzlei Cooley in Fragen des österreichischen Rechts beraten.

 

 

 

April 8th

AOP Orphan und Rigi Healthcare gründen Unternehmen für US-Markt

Das Wiener Unternehmen <a href=http://www.aoporphan.com target=“_blank“>AOP Orphan</a> hat gemeinsam mit der Schweizer Rigi Healthcare AG die Rigi Orphan Inc. gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen soll sich auf die Kommerzialisierung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen auf dem nordamerikanischen Markt konzentrieren.

 

Das 1996 von Rudolf Widmann gegründete Unternehmen AOP Orphan hat sich konsequent darauf ausgerichtet, Arzneimittel für seltene Erkrankungen auf den Markt zu bringen, die von großen Pharma-Konzernen vielfach nicht als lukratives Geschäft angesehen werden. Durch Eigenentwicklung und Lizenzierungen wurde ein Portfolio an Produkten für hämatologische, kardiologische und neurologische Indikationen aufgebaut und zunehmend international vermarktet.

Mit Rigi Orphan Inc. sollen die Aktivitäten nun auch auf den US-Markt ausgedehnt werden. Partner ist dabei die Rigi Healthcare AG, die erst 2014 mit dem Ziel gegründet wurde, den Arzneimittelmarkt für seltene Erkrankungen in Nordamerika und Afrika zu erschließen. Neben der Vermarktung von AOPs bisherigem Portfolio ist die Erweiterung des Angebots um weitere Produkte für den nordamerikanischen Markt geplant.

 

 

 

Krach im HCB-Untersuchungsausschuss

Im Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtags zum sogenannten HCB-Skandal fliegen die Fetzen. Der Ausschussvorsitzende Wilhelm Korak (BZÖ) und sein Stellvertreter Hartmut Prasch (Team Stronach bzw. Team Kärnten) kritisierten bei der heutigen Sitzung Michael Johann von den Grünen. Korak zufolge bot Johann dem in der Causa ermittelnden Klagenfurter Staatsanwalt Helmut Jamnig laut einem Aktenvermerk an, „gegenseitig Unterlagen, Untersuchungsergebnisse und Informationen auszutauschen“. Jamnig habe dies jedoch abgelehnt und Johann „freigestellt, neue Aufklärungsergebnisse in Form einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.“

 

Korak zufolge ist das Vorgehen Johanns „zutiefst unredlich und strafrechtlich zumindest grenzwertig. Es wäre dem Kollegen Johann gut zu Gesicht gestanden, sich nicht nur beim Untersuchungsausschuss, sondern auch bei der Staatsanwaltschaft zu entschuldigen, doch das hat er leider nicht getan.“ Prasch sprach von „unlauteren Versuchen Johanns, so an Informationen zu kommen“, die „auf das Schärfste“ zu verurteilen seien: „Die Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses droht durch solche Handlungen massiv beeinträchtigt zu werden. Zudem schaden die Grünen mit ihrem Vorgehen dem Ansehen des Ausschusses.“

 

Johann konterte, Korak versuche mit Unterstützung des Teams Stronach, „ Aufklärungsarbeit zu verhindern.“ Dies sei „skandalös“. Er, Johann, habe im Jänner Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen, „um Informationen zu übermitteln, die für das (vorläufig gegen unbekannt) laufende Verfahren wegen vorsätzlicher Umweltgefährdung von Relevanz sein konnten.“ Die Staatsanwaltschaft habe ihn ihrerseits „auf die Möglichkeit der Einbringung einer schriftlichen Sachverhaltsdarstellung verwiesen. Eine solche wird seitens des Grünen Klubs vorbereitet.“

 

Der Ausschuss untersucht die Vorgänge um die Entsorgung HCB-hältigen Blaukalks durch die Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke (w & p), der aus dem Werk Brückl der Donau Chemie stammt. Die w & p soll das Material nicht ordnungsgemäß verbrannt haben. Dies habe zu HCB-Emissionen in die Umwelt geführt. Bereits im vergangenen Dezember stellten Experten fest, dass die Emissionen weitaus zu niedrig waren, um die Umwelt oder die Gesundheit der Bevölkerung zu schädigen.

 

 

 

Seiten