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April 24th, 2015

Biopharma-Produktion bei Boehringer Ingelheim RCV angestiegen

Der Wiener Standort von Boehringer Ingelheim ist wie das Mutterhaus von Umsatzrückgängen im Arzneimittelgeschäft betroffen. Von wachsender Bedeutung ist die hier angesiedelte Biopharma-Produktion.

 

Zwei Tage nach dem Mutterkonzern hat auch das Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV) seine Zahlen für 2014 präsentiert. Demnach konnte die Betriebsleistung, die sich aus Umsätzen, betrieblichen Erträgen und Bestandsveränderungen zusammensetzt um 2,1 Prozent auf 1,115 Milliarden Euro erhöht werden. Den  Löwenanteil macht dabei mit 771 Millionen Euro der Vertrieb von verschreibungspflichtigen Medikamenten, rezeptfreien Präparaten und Tierarzneimitteln in Österreich, der Schweiz, Israel sowie den Ländern Mittel‐ und Osteuropas und  Zentralasiens aus. Gerade bei den umsatzstarken verschreibungspflichtigen Arzneimittel kam es dabei, wie beim Konzern insgesamt, zu Rückgängen (minus 1,4 Prozent auf 578,9 Millionen Euro), in Österreich unter anderem bewirkt durch Patentabläufe bei Sifrol und Micardis. Zudem belasteten Wechselkurseffekte das Ergebnis. Umsatzstärkste Präparate in der Gesamtregion waren der BronchodilatatorSpiriva und der Gerinnungshemmer Pradaxa.

 

Wichtiger Standort für Biopharma und Krebsforschung

Die Betriebsleistung des RCV beinhaltet aber auch die Umsätze gegenüber verbundenen Unternehmen. So werden am Standort Wien biopharmazeutische Arzneimittel produziert, die entweder aus konzerneigener Forschung stammen oder für Auftragskunden entwickelt wurden – ein  Geschäftsfeld, das 2014 nach Angaben des Unternehmens deutliche Umsatzsteigerungen erzielen konnte. Genaue Zahlen wurden nicht bekannt gegeben. Die Bedeutung des Standorts ist darüber hinaus durch die hier angesiedelte Konzernkrebsforschung gegeben, aus deren Pipeline 2014 mit Vargatef das zweite Präparat auf den Markt gebracht werden konnte.

Insgesamt arbeiten bei Boehringer Ingelheim 3.349 Personen, davon 1.439 in Österreich.

 

 

 

April 23rd

Boehringer Ingelheim: Schwacher Umsatz, starke Pipeline

Boehringer Ingelheim musste 2014 Umsatzeinbußen von währungsbereinigt 3,2 Prozent hinnehmen. Zahlreiche Markteinführungen und Neuzulassungen stimmen den Konzern aber optimistisch für die Zukunft.

 

Das in Familieneigentum befindliche Unternehmen hatte für 2014 eine stabile Umsatzentwicklung geplant. Vor allem ein sich „rasch veränderndes Marktumfeld in den USA“ hat dem nach Aussage von Andreas Barner, dem Vorsitzenden der Unternehmensleitung, aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Umsatz fiel um 5,3 Prozent von 14,1 auf 13,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkursschwankungen bleibt immer noch ein Rückgang von 3,2 Prozent übrig. Bei den Kosten habe man aber erfolgreich gegensteuern können, so Barner, sodass mit 2,1 Milliarden Euro ein Betriebsergebnis auf dem Niveau des Vorjahres und eine Umsatzrendite von 16,1 Prozent erreicht werden konnten.

Erfreulich entwickelte sich dagegen das Portfolio des Pharmakonzerns. Im Bereich der verschreibungspflichtigen Arzneimittel konnten acht Wirkstoffe Zulassungen in den wichtigsten Märkten erhalten, darunter auch solche für Zusatzindikationen bei Präparaten, die bereits am Markt verfügbar waren. Neu eingeführt wurden  „Jardiance“ gegen Typ-2-Diabetes, „Ofev“ gegen Idiopathische Lungenfibrose, „Striverdi Respimat“ gegen chronisch-obstruktive Lungenerkrankung und „Vargatef“ gegen fortgeschrittenes Lungenkarzinom nach erfolgter Chemotherapie.

 

Unabhängigkeit als Unternehmensziel

Um die Unabhängigkeit des Familienunternehmens zu sichern, hat Boehringer Ingelheim ausreichende finanzielle Mittel bereitgestellt. Bei einer Liquidität von 8,5 Milliarden Euro werden mehr als 3 Milliarden als Reserve bereitgehalten, die nicht für etwaige Akquisitionen angefasst werden, wie Hubertus von Baumbach, für Finanzen verantwortliches Mitglied der Unternehmensleitung, erklärte.

 

 

 

 

Pharma-Deal „ohne Logik“

Wir sehen keine Logik in dieser Kombination, auch unsere Unternehmenskulturen passen nicht zusammen.“ So kommentiert der Chef des US-amerikanischen Generikakonzerns Mylan, Robert J. Coury, das Übernahmeangebot des israelischen Branchengiganten Teva, dem unter anderem die deutsche Ratiopharm gehört. Darüber hinaus äußerte Coury kartellrechtliche Bedenken: Die Überschneidungen in den Geschäftsfeldern der beiden Unternehmen seien so groß, dass eine Genehmigung einer wie auch immer gearteten Fusion „unwahrscheinlich ist.“ Mylan werde daher seine eigene Strategie fortsetzen. Beabsichtigt sei unter anderem, den irischen Pharmakonzern Perrigo zu übernehmen. Allerdings ist dieser seinerseits von der Mylan-Offerte alles andere als begeistert. Diese werde dem Unternehmenswert von Perrigo bei weitem nicht gerecht, ließ Unternehmenschef Joseph C. Papa wissen.

 

Die als Weltmarktführer bei Generika geltende Teva hatte am 21. April gemeldet, sie wolle Mylan um 82 US-Dollar pro Aktie und damit insgesamt etwa 40 Milliarden US-Dollar erwerben. So entstünde bis 2018 ein weltweit führender Pharmakonzern mit einem Jahresumsatz von rund 33 Milliarden US-Dollar und einem EBITDA von etwa 13 Milliarden, verlautete Teva in einer Aussendung. Wie Teva-Präsident Erez Vigodman in einem Schreiben an den „lieben Robert“ Coury ausführte, wäre das eine „erheblich attraktivere und höheren Wert schaffende Alternative für Mylan und seine Aktionäre als die geplante Übernahme von Perrigo durch Mylan.“ Er sei enttäuscht von der ablehnenden Haltung Courys und hoffe, allfällige Fragen in einem persönlichen Gespräch klären zu können, fügte Vigodman hinzu. Eine öffentliche Reaktion Courys erfolgte bisher nicht.

 

 

 

April 22nd

EU plant neue Gentechnik-Beschränkungen

Künftig sollen die EU-Mitgliedstaaten die Verwendung genetisch veränderter Organismen (GVO) in Nahrungs- und Futtermitteln auch dann untersagen können, wenn diese in der Gemeinschaft zugelassen sind („Opt-out“). Ein entsprechendes Paket rechtlicher Maßnahmen legte die EU-Kommission vor. Wie die Kommission feststellte, müssen die Mitgliedsstaaten bei der Einführung von Opt-out-Maßnahmen nachweisen, dass diese mit dem EU-Recht inklusive der internationalen Verpflichtungen der Gemeinschaft vereinbar sind. Insbesondere dürfen die Begründungen für die Maßnahmen der Risikobewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht widersprechen und die WTO-Regeln nicht verletzen.

 

Die Basis des Vorschlags sind die politischen Leitlinien vom Juli 2014, auf grund derer die amtierende EU-Kommission ernannt wurde. Der Entwurf der Kommission wird nun dem europäischen Parlament sowie dem Rat übermittelt. Ob, wann und mit welchen allfälligen Änderungen dieser in Kraft tritt, ist nicht absehbar.

 

Zurzeit sind in der EU 58 Nahrungs- sowie Futtermittel zugelassen, die GVO enthalten. Eine Liste ist unter http://ec.europa.eu/food/dyna/gm_register/index_en.cfm verfügbar. Der Bedarf der EU an pflanzlichem Eiweißfutter für Rinder wird zu 60 Prozent Soja und Sojaschrot aus Drittländern gedeckt, in denen der Großteil des Sojas gentechnisch verändert ist. „2013 kamen 43,8 Prozent der Importe aus Brasilien, wo 89 Prozent des angebauten Sojas GV-Soja ist, 22,4 Prozent kamen aus Argentinien, wo zu 100 Prozent GV-Soja angebaut wird, 15,9 Prozent kamen aus den Vereinigten Staaten, wo der Anteil des GV-Sojaanbaus 93 Prozent des Gesamtsojaanbaus beträgt und 7,3 Prozent aus Paraguay, wo 95 Prozent des angebauten Sojas GV-Soja ist“, stellt die EU-Kommission in einer Aussendung fest. Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden in der EU dagegen bisher kaum angeboten.

 

 

 

April 21st

Kunststoff für Umweltschutz

Kunststoffe können einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Erreichen der ambitionierten klimapolitischen Ziele Deutschands leisten. Das sagte Tina Buchholz, Expertin im Geschäftsbereich „Mensch und Umwelt“ bei PlasticsEurope Deutschland, kürzlich bei einem Fachpressetag in Frankfurt am Main. Wie Buchholz erläuterte, plant die Bundesregierung in Berlin, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Dies würde eine Reduktion um etwa 450 Millionen Tonnen pro Jahr bedeuten. Nach eigenen Einschätzungen der Bundesregierung dürfte dieses Ziel indessen um etwa fünf bis acht Prozentpunkte verfehlt werden. Laut den neuesten verfügbaren Zahlen wurden im Jahr 2013 rund 951 Millionen Tonnen CO2 emittiert, was gegenüber 1990 einer Reduktion von etwa 24 Prozent entspricht.


Einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion erwartet sich die deutsche Regierung von der Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich. Dabei könnte die Kunststoffindustrie laut Buchholz eine erheblich Rolle spielen: Von ihr hergestellte Materialien kommen für Fensterrahmen genauso zur Anwendung wie als Dämm- und Isolierstoffe und sind in der Baubranche seit langem etabliert. „Rund ein Viertel des in Deutschland eingesetzten Kunststoffs geht in den Baubereich“, konstatierte Buchholz. Der „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ sehe vor, im Gebäudesektor rund 2,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen. Um dies zu erreichen, ist ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro für den Zeitraum 2015 bis 2019 geplant.

 

Buchholz zufolge konnte sich die Koalition aus CDU/CSU und SPD allerdings bisher nicht auf eine Gegenfinanzierung einigen. Das Wirtschaftsministerium, dem SPD-Chef Sigmar Gabriel vorsitzt, hat Vorschläge zum Ausbau bestehender Förderprogramme angekündigt.

 

Fraglicher „Klimabeitrag“

 

Skeptisch ist die Kunststoffindustrie, was Gabriels Idee hinsichtlich eines „Klimabeitrags“ für thermische Kraftwerke angeht, betonte Buchholz. Der Minister will, dass die Betreiber solcher Anlagen zusätzliche Emissionszertifikate kaufen, wenn ihre Kraftwerke ein bestimmtes Emissionsniveau überschreiten. Laut Buchholz würde das die Stromkosten erhöhen. Ob die Industrie eine Kompensation erhalte, sei fraglich. Auch gelte es zu klären, ob mit dem „Klimabetrag“ in den europäischen CO2-Handel (EU-ETS) eingegriffen werde und ob die anderen EU-Mitgliedsstaaten einen solchen Eingriff tolerieren würden. Jedenfalls nehme mit Gabriels Vorstoß das Vertrauen in das ETS weiter ab. Auf diese Probleme habe nicht zuletzt der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) warnend hingewiesen, fügte Buchholz hinzu.

 

Gegen „Müll im Meer“

 

Mit der „Herausforderung Müll im Meer“, auch bekannt als „Marine Littering“, befasste sich bei dem Fachpressetag Ingo Sartorius, der bei PlasticsEurope Deutschand den Geschäftsbereich „Mensch und Umwelt“ leitet. Ihm zufolge werden in Deutschland jährlich rund 20 Millionen Tonnen Kunststoff produziert und etwa zwölf Millionen Tonnen verarbeitet. Die Menge der Kunststoffabfälle beläuft sich auf rund 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr, davon etwa eine Million Tonnen bei Herstellern und Verarbeitern und 4,7 Millionen Tonnen bei den privaten sowie gewerblichen Endverbrauchern. Trotz der hochentwickelten Sammelsysteme für Kunststoffabfälle gelange eine gewisse Menge in die Gewässer und damit letztlich in die Weltmeere.

 

Die Branche versuche mit einer breiten Palette von Maßnahmen, dem gegenzusteuern, darunter Aufklärungskampagnen und Abfallmanagementkonzepten. Im Jahr 2013 startete das globale Projekt „Null Pelletverlust“, das den Eintrag von Kunststoffpellets aus der industriellen Produktion in Gewässer verhindern soll. Klar ist laut Sartorius allerdings, dass die Kunststoffindustrie das Problem „Müll im Meer“ nicht alleine bewältigen kann: „Wir brauchen ein Zusammenwirken der weiteren Partner, Verantwortlichen und Unterstützer.“

 

 

April 20th

VCI für TTIP

Mehr Sachlichkeit bei der Diskussion um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP“ fordert der deutsche Verband der Chemischen Industrie (VCI). In einer Aussendung betont VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann, das Abkommen werde „auf keinen Fall zu einer Aufweichung von Standards in der Chemikaliensicherheit führen.“ Die Chemie-Branche bekenne sich zum europäischen Chemikalienmanagementsystem REACH. Unumstritten sei: „Die chemierelevanten Regulierungen in der EU und den USA sind zu unterschiedlich für eine gegenseitige Anerkennung.“ Dennoch gelte es, im Rahmen der Verhandlungen über TTIP festzustellen, „ob gemeinsame Regulierungen in der Zukunft im Einzelfall sinnvoll sein können.“

 

Laut Tillmann sind die USA für die deutsche chemische Industrie „der wichtigste Auslandsmarkt außerhalb der EU.“ Ihm zufolge exportierte Deutschland 2014 chemische Produkte im Wert von etwa 15 Milliarden Euro in die USA. Damit wurde der Wert der Exporte der US-amerikanischen Chemieunternehmen nach Deutschland um vier Milliarden Euro übertroffen.

 

Ausdrücklich befürwortete Tillmann auch „einfache und transparente Regeln zum Investorenschutz“, die gerade für den Mittelstand in der chemischen Industrie wichtig seien. Die im Rahmen des TTIP vorgesehenen Schiedsgerichte gehören zu den in der Öffentlichkeit umstrittensten Punkten des geplanten Abkommens.

 

Am vergangenen Wochenende demonstrierten weltweit zehntausende Personen gegen TTIP sowie das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA). Nach Angaben von ATTAC Österreich sollen es allein hierzulande rund 22.000 gewesen sein.

 

 

 

April 17th

Kritik an geplantem Gentechnik-Gesetz

Noch bis 23. April läuft die Begutachtungfrist für das „Gentechnik-Anbauverbots-Rahmengesetz“. Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter will damit Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen zwischen Bund und Ländern koordinieren. Möglich sind solche Verbote aufgrund der am 13. März in Kraft getretenen EU-Richtlinie 2015/412/EU. Auf Basis des „Rahmengesetzes“ sollen die Länder binnen eines Jahres Ausführungsgesetze erlassen, in denen sie Verbote für den Anbau gentechisch veränderter Pflanzen vorsehen. Und damit die Verbote bundesweit einigermaßen einheitlich ausfallen, will Rupprechter zwei Beratungsgremien einrichten. Das „gemeinsame Bund-Länder-Komitee“ aus Vertretern des Landwirschafts- und des Gesundheitsministeriums sowie der Bundesländer soll gleichsam als politische Koordinationsstelle fungieren. Der„Gentechnik-Vorsorge-Beirat“, dessen Mitglieder der Landwirtschaftsminister auf Vorschlag des Komitees ernennen will, hat die Aufgabe der fachlichen Beratung.

 

Doch nicht zuletzt aus Rupprechters Heimat Tirol tönt heftige Kritik an dem Entwurf. Zwar würden Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen unterstützt, heißt es in der Stellungnahme des Amtes der Tiroler Landesregierung. Dem geplanten Entwurf werde aber eine „entschieden(e)“ Absage erteilt. Folgende Gründe macht das Land Tirol dafür geltend:

  • Erstens sei das Gesetz unnötig, weil Bund und Länder Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen ebensogut über Vereinbarungen gemäß Artikel 15a des Bundes-Verfassungsgesetzes („15a-Vereinbarungen“) koordinieren könnten.
  • Zweitens greife das Gesetz „ohne Notwendigkeit in die Kompetenz der Länder zur Regelung der Ausbringung bzw. des Anbaus genetisch veränderter Organismen ein.“
  • Drittens werde mit dem „Rahmengesetz“ unnötiger Weise eine in der Bundesverfassung nicht vorgesehene neue Gesetzeskategorie geschaffen.
  • Viertens schließlich errichte das geplante Gesetz neue Bund-Länder-Beratungsgremien, was „den aktuellen Bestrebungen zur Deregulierung und zum Bürokratieabbau diametral“ entgegenlaufe.

 

Außerdem hätten Rupprechter und seine Mannen gefälligst vor Aussendung des Entwurfs bei den Ländern vorstellig werden sollen, granteln die Gebirgler. Wörtlich heißt es in ihrer Stellungnahme: „Das Land Tirol hätte sich erwartet, dass der Bund im Sinne einer partnerschaftlichen Vorgangsweise zunächst mit einem Ersuchen, über die Frage einer innerösterreichischen Abstimmung der Umsetzung der Richtlinie 2015/412/EU Verhandlungen aufzunehmen, an die Länder herantritt, bevor unakkordiert ein Entwurf für bundesgesetzliche Maßnahmen zur Begutachtung ausgesandt wird.“

 

Gut möglich, dass die Verhandlungen über das Gesetz noch interessant werden.

 

 

 

April 16th

Vier Stiftungsprofessuren zu neuen Industrietechnologien ausgeschrieben

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) hat vier weitere Stiftungsprofessuren zum Themenkreis „Industrie 4.0“ ausgeschrieben, die jeweils mit maximal 1,5 Millionen Euro gefördert werden.

 

Bereits im letzten Jahr wurden drei Lehrstühle zum Thema geschaffen, den Zuschlag dafür erhielten die Montanuniversität Leoben, die Universität Innsbruck und die TU Wien. Für die diesjährige Ausschreibung wurden vier Fachgebiete abgegrenzt, die als „Enabling Technologies“ einer Weiterentwicklung der industriellen Produktion betrachtet werden. Über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren sollen Professuren mit den Schwerpunkten „Nachhaltige Transportlogistik 4.0“,  „Innovative Werkstoffe und Fertigungstechniken mit Schwerpunkt Luftfahrt“, „Data Science“ und „Industrie 4.0“ mit jeweils maximal 1,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert werden.

 

Rahmenbedingungen der Ausschreibung

Die Ausschreibung richtet sich an Universitäten, die nach erfolgtem Zuschlag  den Auswahlprozess der für die Position in Frage kommenden Person selbst durchführen. Die Finanzierung der Gesamtkosten erfolgt einerseits über die Förderung, anderseits über Eigenmittel der Universität und Barleistungen von mitfinanzierenden Partnern. An der Mitfinanzierung müssen mindestens zwei Partner mitwirken, einer davon muss ein Unternehmen sein.

 

 

 

Lenzing setzt Restrukturierung fort

Die Restrukturierung der Lenzing-Gruppe geht weiter. Wie das Unternehmen meldete, wurden die 100-Prozent-Beteiligung an der Dolan GmbH sowie die 91,1-Prozent-Beteiligung an der European Carbon Fiber GmbH per 15. April an den britischen WHEB Partners' Growth Fund 2 und den Privatinvestor Jan Verdenhalven verkauft. Beide verkauften Unternehmen haben ihren Sitz in Kelheim etwa 60 Kilometer nordöstlich von München. Dolan erzeugt Spezialfasern auf Acrylbasis,die unter anderem für Verdecke von Kabriolets, für den Sonnenschutz sowie für Arbeitsbekleidung verwendet werden. Mit rund 100 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen 2014 rund 57,5 Millionen Euro Jahresumsatz. Die European Carbon Fiber GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Lenzing mit der Kelheim Fibres GmbH. Sie produziert Vormaterial für die Carbonindustrie und erwirtschaftete 2014 einen Jahresumsatz von etwa 10,4 Millionen Euro.

 

Der Verkaufspreis für die beiden Firmen wurde nicht bekanntgegeben. Informationen aus der Finanzkreisen zufolge bewegen sich Investitionen von WHEB Partners üblicherweise in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro. WHEB Partners ist ein Private-Equity- sowie Venture-Capital-Unternehmen, das sich nach eigenen Angaben auf „Firmen mit hohen Wachstumsaussichten, die auf den Energie- und Ressourceneffizienz-Märkten tätig sind“, spezialisiert hat. Verdenhalven ist promovierter Biochemiker und war unter anderem für Hoechst, DyStar und die SGL-Gruppe tätig. Bei WHEB Partners hat er die Postion eines „Special Advisors“ inne.

 

Wie der Finanzvorstand der Lenzing, Thomas Riegler, in einer Aussendung mitteilte, ist der Verkauf „Teil der Strategie von Lenzing, sich auf das Kerngeschäft Man-made-Cellulosefasern zu konzentrieren. Mit WHEB und Jan Verdenhalven konnten finanzstarke, industriell orientierte neuen Eigentümer gefunden werden, unter denen sich die beiden Unternehmen in Zukunft noch besser entfalten werden können als bisher.“ Verdenhalven verfüge zudem über „langjährige industrielle Erfahrung im Carbonfasergeschäft.“

 

 

 

April 15th

WU Wien: Roiss ist Ehrensenator

Der scheidende Generaldirektor der OMV, Gerhard Roiss, wurde gestern zum Ehrensenator der Wirtschaftsuniversität Wien ernannt. Das teilte die Universität in einer Aussendung mit. In seiner Laudatio sagte Norbert Zimmermann, WU-Ehrensenator und Berndorf-Aufsichtsratsvorsitzender, die OMV habe Roiss „eine spektakuläre Entwicklung“ zu verdanken. Die „Übernahme und äußerst erfolgreiche Integration der Petrom sowie die Sanierung des Petrochemiebereiches und anschließende strategische Weiterentwicklung der Borealis zu einem Weltklasseunternehmen“ seien Roiss´ „Meisterstücke“ gewesen.

 

Laut Werner Hoffmann, dem Leiter des Leiter des Instituts für Strategisches Management der WU, hat Roiss „Beispielhaftes geleistet“. Insbesondere habe er sich „die beste Praxis der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der anglo-amerikanischen Welt zum Vorbild genommen. Man kann nur hoffen, dass viele weitere österreichische Führungskräfte und Unternehmer dem Beispiel von Gerhard Roiss folgen werden.“

 

 

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