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August 31st, 2006

Lobbying für PV-Heimmarkt in Österreich

Die <a href=http://www.bv-pv.at>Photovoltaic Austria</a> fordert den Aufbau eines Heimmarktes für Photovoltaik. Ein Klimaaktivprogramm, Unterstützungen für Unternehmensgründungen sowie eine verbindliche PV-Nutzung in der Wohnbauförderung, der Bauordnung und der Gebäuderichtlinie sollen dazu beitragen. <% image name="Listhalle" %><p> <b>Kein Heimmarkt.</b> Österreich hat zwar im technologischen Bereich internationale Anerkennung erreicht, allerdings ist ein Heimmarkt für PV-Anlagen quasi nicht existent. Während sich die PV-Technologie in immer mehr Ländern als Arbeitsmarktmotor etabliert, steht Österreich im Moment noch vor der Herausforderung, jene Schritte zu setzen, die eine Beteiligung an diesen Entwicklungen ermöglichen. Zwar hat sich die PV-Technologie seit Jahren bewährt, dennoch besitzt sie noch "enormes Optimierungspotenzial hinsichtlich der Materialien, Systeme und neuer Einsatzgebiete", meint Hubert Fechner von arsenal research. Der Bedarf an einem Ausbau der Forschung und Weiterentwicklung der PV-Technologie sei offensichtlich und Österreich könne in diesem Bereich deutlich stärker zum Zug kommen als bisher. <% image name="Photovoltaik_Systempreisprognose" %><p> <small> Während die Strompreise konventioneller Energieträger weiterhin jährlich um rund 1 % steigen, sinken die Preise für PV-Anlagen um 5 % pro Jahr. In spätestens 15 Jahren sollen sich daher die beiden Preisniveaus angeglichen haben. </small> Die für die österreichische PV-Forschung relevanten Bereiche sind die architektonische Integration von photovoltaischen Elementen in die Gebäudehülle sowie die Einbindung von PV-Strom ins öffentliche Stromnetz - Österreichs PV-Unternehmen sind weltweit führende Wechselrichterhersteller. Zudem ist <a href=http://www.arsenal.ac.at>arsenal research</a> seit Ende 2005 einer der Kernpartner beim "Europäischen Labor für verteilte Stromressourcen", wo in Form eines Center of Excellence an der Einbindung von photovoltaischer Energie in elektrische Netzwerke geforscht wird. Lobbying für PV-Heimmarkt in Österreich

Startschuss für "elektronische Gesundheitsakte"

Österreich hat die elektronische lebensbegleitende Gesundheitsakte - kurz ELGA - realisiert. Jetzt soll eine nationale "eHealth-Strategie" folgen. Startschuss für "elektronische Gesundheitsakte" <% image name="Rauch_Kallat" %><p> <small> "ELGA sorgt für den Patienten für mehr Sicherheit, weil relevante Informationen wie Arzneimittelunverträglichkeiten oder Allergien für alle behandelnden Ärzte sofort vorliegen", so Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. </small> ELGA soll die Kommunikation erleichtern, Befunde effizienter machen und durch Vermeidung von Mehrfach-Untersuchungen auch Kosten sparen. Erste Anwendungen soll es ab 2008 geben. Die Gesundheitsakte soll künftig als "virtueller lebenslanger Gesundheitsakt" orts- und zeitunabhängig Ärzten und Pflegern zur Verfügung stehen. Ein "sehr strenges Berechtigungssystem" soll Missbrauch verhindern. Bis Dezember soll zudem ein Masterplan für die künftige Entwicklung von eHealth in Österreich fertig sein. "eHealth" - der IT-Einsatz im Gesundheitssystem - soll einen Beitrag zur Steigerung der Produktivität und der Qualität im Gesundheitswesen leisten. Rauch-Kallat will die "Führungsposition" Österreichs in diesem Bereich in den nächsten Jahren ausbauen. Der Einsatz der eCard ab 2007 auch in Krankenanstalten soll eine weitere Vernetzung im Gesundheitswesen ermöglichen. Die geplante flächendeckende Einführung des Arzneimittelbewilligungs-Systems erspare Patienten den Gang zum Chefarzt, heute könne der Arzt innerhalb von 4 Minuten eine elektronische Bewilligung erhalten. Gut 5.000 Ärzte sind an dieses System angebunden. Als weiteres Folgeprojekte schwebt der Ministerin eine "e-Medikationsdatenbank" vor, in der negative Arzneimittelwirkungen oder Unverträglichkeiten erfasst werden und die Disziplin bei der Medikamenteneinnahme zu verbessern. Dazu läuft ein Pilot-Projekt in Salzburg. Mittelfristig will Rauch-Kallat ein "eHealth-Portal" einrichten. Außer Informationen soll es auch Feedback-Möglichkeiten geben, Patienten sollen etwa ihre Blutdruckwerte eingeben oder für sie geeignete Rezepte abfragen können. Der Arzt kann dann nach Bedarf Termine übermitteln.

Allweiler liefert schwerste Schmierölmodule für Hitachi

Babcock-Hitachi Europe (BHE) erweitert die beiden ungarischen Braunkohle- und Gaskraftwerke Matra und Nyiregyhaza mit insgesamt drei Hitachi-Gasturbinensystemen. Die deutsche <a href=http://www.allweiler.com>Allweiler AG</a> liefert für alle Turbinen die Schmierölanlagen. Allweiler liefert schwerste Schmierölmodule für Hitachi <% image name="Allweiler_Hitachi_Gasturbinen" %><p> <small> Eines der drei Schmierölmodule für die neuen Hitachi-Turbinen H25 kurz vor der Verladung. Die Module für die Kraftwerke Matra und Nyiregyhaza sind 4,5 m breit, 6,5 m lang und knapp 4 m hoch. </small> Allweiler montiert diese Module einsatzfertig komplett mit Getriebe, Drehmomentwandler und Startmotor. Die Schmierölförderung übernehmen Allweiler-Kreiselpumpen. Mit rund 85 t Leergewicht sind die Anlagen die schwersten, die Allweiler bisher erstellt hat. Die Schmierölanlagen verbinden als Getriebepackage die Gasturbinen mit den Generatoren. Sie sind komplett von Allweiler konstruiert und montiert. Neben dem von Hitachi zugelieferten Getriebe gehören die gesamte Elektrik und Steuerung hinzu. In jedem Modul fördern drei Kreiselpumpen der Baureihe NSSV das Schmieröl aus dem 10.000 l Tank. Die Förderleistung jeder dieser Pumpen beträgt bis zu 1.000 l/min. Der Auftragswert liegt bei etwa 1 Mio €. Etwa 6 Monate nach der Auftragserteilung verließ das letzte Modul im August das Werk.

August 30th

Erster Adipositasbericht zeigt: Österreich ist zu dick

Die Prävalenz von Fettsucht stieg in nur 8 Jahren von 8,5 auf 9,1 %. Der Handlungsbedarf wird bei allen Altersgruppen als akut bezeichnet. Denn: Etwa die Hälfte der Männer und ein Drittel der Frauen in Österreich sind übergewichtig. Besonders betroffen sind die 45- bis 60-Jährigen sowie die 30- bis 44-Jährigen. Erster Adipositasbericht zeigt: Österreich ist zu dick <% image name="Anita_Rieder_Altern_mit_Zukunft" %><p> <small> Anita Rieder, Institut für Sozialmedizin: "Wenn sich die Prävalenz in Österreich um nur 1 % verringern würde, könnten direkte Gesundheitskosten von 751,4 Mio € eingespart werden." Fotos: pressefotos.at/Niko Formanek </small> Die Erde ist mit 1 Mrd Übergewichtigen bevölkert, davon sind über 300 Mio fettsüchtig. In Österreich sind 23 % der Männer und 24 % der Frauen adipös. Und da Adipositas ein bedeutender Einflussfaktor für zahlreiche chronische Krankheiten und Krebserkrankungen ist, wird sie als Hauptgesundheitsproblem dieses Jahrhunderts angesehen. Die ökonomische Dimension ist enorm - direkte Kosten entstehen in Krankenhäusern und Ambulanzen sowie für Medikamente, indirekte für Produktivitätsausfälle, intangible Kosten aufgrund von Schmerzen und verminderter Lebensqualität. <b>Dicke Bäuche kosten.</b> Bei einer Umrechnung internationaler Kostenschätzungen auf Österreich ergeben sich Gesundheitskosten für 2004 von bis zu 1,1 Mrd €. Knapp 60 Mio € sind auf Bluthochdruck, 46 Mio auf Osteoarthritis, 44 Mio auf koronare Herzerkrankungen bei unter 65-Jährigen und 38 Mio auf Diabetes mellitus als Folgeerkrankungen der Adipositas zurückzuführen. <b>Krebsursache Fettsucht.</b> Und nicht nur das. Schätzungen zufolge liegt der Anteil der Fettsucht auch an der Krebsentstehung hierzulande bei 3,7 % bei Männern bzw. 6 % bei Frauen. Bei Österreichs Männern werden 10,5 % aller Dickdarm-, 4,2 % aller Prostata-, 23,9 % aller Nieren- und 2,6 % aller Gallenblasenkrebsfälle auf bestehendes Übergewicht zurückgeführt. Bei den Frauen verursachte Übergewicht bei 7,4 % die Entstehung von Brustkrebs, bei 9,5 % Darmkrebs und 35,1 % Nierenkrebs. <b>Risiko für Missbildungen.</b> Erschreckend ist weiters, dass bereits jede dritte Frau im gebärfähigen Alter übergewichtig ist. In der Geburtshilfe gilt dies als einer der wichtigsten Risikofaktoren - Übergewichtige haben häufiger Schwangerschafts-Komplikationen und operative Entbindungen als Normalgewichtige. Mütterliches Übergewicht kann zudem zu Missbildungen des Fötus oder Früh- und Totgeburten führen. "Die Prävalenz zu makrosomen Kindern ist bei adipösen Frauen dreimal so hoch, zudem ist Adipositas sehr häufig mit Infertilität assoziiert. Die Kinder adipöser Mütter wiederum zeigen eine erhöhte Neigung zur Entwicklung von Übergewicht im späteren Leben sowie Stoffwechselstörungen. Und jede zehnte Schwangere entwickelt Schwangerschaftsdiabetes", so Alexandra Kautzky-Willer von der Wiener Uniklinik für Innere Medizin. <b>Übergewichtige Kinder.</b> Im Schnitt sind unter den österreichischen Kindern und Jugendlichen 10 bis 29 % der Burschen und 6 bis 42 % der Mädchen übergewichtig; 5 bis 11 % der Burschen und 3 bis 4 % der Mädchen gelten als adipös. Basierend auf Schätzungen können in Wien 19,2 % der Kinder zwischen 0,5 und 10 Jahren und 24,9 % der 10- bis 17-Jährigen als übergewichtig bezeichnet werden. 5 % der unter 10-Jährigen und 6,1 % der über 10-Jährigen sind adipös. Bei Familien mit geringem sozioökonomischem Status tritt Adipositas gehäuft auf. <b>Burgenland ist Spitzenreiter.</b> Die Prävalenz der Adipositas nach Bundesländern betrachtet, lässt ein deutliches Ost-West-Gefälle feststellen. Das Burgenland verzeichnet mit 13,1 % die höchste Adipositasprävalenz, in Salzburg ist mit 6,2 % die niedrigste Prävalenz festzustellen. Über dem österreichischen Adipositasdurchschnitt von 9,1 % liegen das Burgenland (13,1 %), Nieder- (10,4 %) und Oberösterreich (9,7 %) sowie die Steiermark (10,2 %). Adipöse Frauen sind in den westlichen Bundesländern häufiger, wogegen in den östlichen Bundesländern ein höherer Anteil an adipösen Männern besteht. <small> <b><u>Adipositas</u></b>, durch eine übermäßige Ansammlung an Fettgewebe im Körper erkennbar, wird als chronische Gesundheitsstörung verstanden. Geschlechtsunabhängig gilt für Übergewicht ein Body Mass Index (BMI) größer/gleich 25 kg/m2, für Adipositas größer/gleich 30 kg/m2. Der Bauchumfang bei abdomineller Adipositas ist bei Männern größer/gleich 102 cm und bei Frauen größer/gleich 88 cm. </small>

Norstel eröffnet Siliciumkarbid-Anlage in Schweden

<a href=http://www.norstel.com>Norstel</a> hat sein Siliziumkarbid-Werk in Norrköping offiziell eröffnet. Die Anlage umfasst eine Nutzfläche von 2.000 m² - die dort produzierten Chips sollen neue Anwendungen im Autobau, der Mikrowellentechnik sowie im Energiesektor ermöglichen. Norstel eröffnet Siliciumkarbid-Anlage in Schweden <% image name="Norstel" %><p> Der schwedische Industrie- und Handelsminister Thomas Östros spricht vom "Beginn der industriellen Phase der modernen Siliziumkarbid-Herstellung" in Schweden. Die Anlage werde "wesentlich zum Ausbau der Infrastruktur der schwedischen Elektronikbranche beitragen". Asko Vehanen, der CEO von Norstel, erklärt: "Unsere Technologie beruht auf dem patentierten HTCVD-Verfahren (High Temperature Chemical Vapor Deposition, chemische Hochtemperatur-Gasphasenabscheidung). Der Ausbau dieses Prinzips zu einem industriellen Verfahren versetzt Norstel in die Lage, qualitativ hochwertige SiC-Kristalle und Wafers mit großem Durchmesser günstig zu produzieren, mit denen neue Anwendungen und Märkte erobert werden können". Der Bau der Fabrik begann im Februar 2005 mit der Ausgründung von Norstel aus dem Silizium-Wafer-Hersteller Okmetic Oyj. Sie wurde mit modernen Verarbeitungsmaschinen und Charakterisierungsgeräten ausgestattet. Damit ist sie heute weltweit eine der fortschrittlichsten Anlagen, die ausschließlich auf die Produktion von SiC-Einkristall-Werkstoffen ausgerichtet ist. Dank des Einsatzes eines hochentwickelten Abgassystems und der hauseigenen Verarbeitung der verbrauchten Chemikalien und des Abwassers, ist die Umweltbelastung minimal. Im Bereich der Leistungselektronik ermöglichen die neuen SiC-Chips bedeutende Einsparungen bei Energieverbrauch, Größe und Kosten elektrischer Systeme. Eine verbesserte Leistungselektronik wird den Energieverbrauch und die Umweltbelastung weltweit drastisch verringern. Beispiele für SiC-Chips-Anwendungen reichen von Autos mit Hybridantrieb und Hochleistungs-Mikrowellen bis hin zu Energietransport und -Verteilung über Hochspannungsanlagen.

Erfolgversprechend: Ionische Flüssigkeiten bei Cellulose

Cellulosefasern lassen sich mit ionischem Flüssigkeiten effizient und umweltverträglich herstellen, so die Praxisversuche von <a href=http://www.basf.de>BASF</a> und dem Institut für Textilchemie und Chemiefasern (<a href=http://www.itcf-denkendorf.de>ITCF</a>) in Denkendorf. Erfolgversprechend: Ionische Flüssigkeiten bei Cellulose <% image name="BASF_Cellulosefaser" %><p> Der Grund: Das Lösungsverhalten und die technisch nutzbaren Konzentrationen der Cellulose sind in ionischen Flüssigkeiten eindeutig besser. Zudem weisen die mit Hilfe ionischer Flüssigkeiten hergestellten Cellulosefasern schon heute vergleichbare Eigenschaften auf wie konventionell produzierte Fasern. Derzeit wird der überwiegende Teil an Cellulosefasern nach dem Viskoseverfahren aus Chemie-Zellstoff hergestellt. Dabei werden mehr als 2 t Hilfschemikalien und erhebliche Mengen an Frischwasser/t produzierter Cellulosefaser verbraucht, so dass ein großer Aufwand für die Abwasserbehandlung nötig ist. Demgegenüber lassen sich die als Lösemittel eingesetzten ionischen Flüssigkeiten fast vollständig wiederverwenden. Das Gleiche gilt für das beim Verspinnen der Fasern benötigte Wasser. Zusätzlich sinkt die Menge an Hilfschemikalien deutlich. Durch den Einsatz ionischer Flüssigkeiten lassen sich erstmals Lösungen von Cellulose einfach und in technisch attraktiven Konzentrationen bereitstellen. Die neue Technologie eröffnet daher für die Verarbeitung von Cellulose große Potenziale. „Gemeinsam mit dem ITCF arbeiten wir derzeit an praxisnahen Prozessen für Faserproduzenten“, erklärt Eric Uerdingen von der Einheit New Business Development im Bereich Zwischenprodukte der BASF. „Jetzt streben wir die Zusammenarbeit mit Faserherstellern an.“ <small> <b><u>Cellulose</u></b> ist mit einem Vorkommen von etwa 700 Mrd t die mengenmäßig größte natürliche organische Chemikalie auf der Erde und damit als nachwachsender Rohstoff von großer Bedeutung. Selbst von den durch die Natur jährlich nachgebildeten 40 Mrd t werden aber nur 0,1 Mrd t als Rohstoff für eine weitere Veredelung verwertet. Einer erweiterten Nutzung der Cellulose als nachwachsender Rohstoff steht bisher entgegen, dass es an einem geeigneten Lösemittel für chemische Prozesse fehlt. </small> BASF betreibt in Ludwigshafen bereits seit einigen Jahren das weltweit erste technische Verfahren, das ionische Flüssigkeiten einsetzt. Dabei lassen sich Säuren aus Reaktionslösungen schnell und einfach entfernen. Bei der Reaktion zwischen Säure und Base entsteht ein flüssiges Salz anstatt fester Kristalle, die bei der Produktion häufig verfahrenstechnische Probleme bereiten. Bei Einsatz der ionischen Flüssigkeiten entfällt die zeitaufwendige und teure Filtration. Diese Flüssigkeiten lassen sich wie Öl von Wasser unkompliziert vom gewünschten Produkt trennen und können zudem wiederverwendet werden. Überdies wirkt das an Stelle anderer Basen beigemengte 1-Methylimidazol als Katalysator und beschleunigt die Reaktion erheblich. Denkbar sind ionische Flüssigkeiten aber auch als neue Materialien oder als technische Flüssigkeiten im Maschinen- und Autobau, aber auch im Bereich Öl- und Gasförderung bis hin zum Einsatz im Bereich nachwachsender Rohstoffe. Die ionischen Flüssigkeiten vertreibt die BASF als "Basionic", die entsprechenden Verfahren werden unter dem Namen Basil vermarktet.

Genmutation erklärt kognitive Defizite bei Autismus

Forscher des Frankfurter Uniklinikums, der Uni Salzburg sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (<a href=http://www.dkfz.de>DKFZ</a>) haben Mutationen auf dem X-Chromosom identifiziert. Damit könnten die kognitiven Defizite bei an Autismus Erkrankten besser erklärt werden. Genmutation erklärt kognitive Defizite bei Autismus <% image name="Chromosomen" %><p> Die Studie des DKFZ basiert auf langjährigen Erhebungen und der Klassifikation von Familien mit autistischen Kindern der Forschungsgruppe Autismus des Uniklinikums Frankfurt/Main. Es ist dies eines der größten einschlägigen Forschungsvorhaben im internationalen Maßstab und wird seit Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Da Jungen viermal häufiger an Autismus erkranken als Mädchen werden die genetischen Ursachen der Erkrankung unter anderem auf dem X-Chromosom vermutet. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Markergene für Autismus auf dem X-Chromosom identifiziert. Die Forscher nahmen nun weitere, bisher noch uncharakterisierte Regionen auf dem X-Chromosom ins Visier und unterzogen insgesamt 345 Autisten einem molekulargenetischen Screening. Bei zwei Brüderpaaren aus unterschiedlichen Familien fanden sie Mutationen in einer Region, die für die Herstellung von Ribosomen verantwortlich ist. Die Mutationen waren bei den Brüderpaaren zwar nicht identisch, lagen jedoch räumlich sehr eng beieinander und waren bei gesunden Kontrollpersonen nicht nachweisbar. Sie betrafen eine Sequenz im Genom, die für das ribosomale Protein L10 (<b>RPL10</b>) kodiert. Dieses Protein gehört zu einer Familie von Ribosomenproteinen, die evolutionär hoch konserviert von den Bakterien bis zum Menschen vorkommt und unverzichtbar ist für die Translation, die Übersetzung der genetischen Information in Proteine. RPL10 wird im Gehirn besonders stark in Bereichen wie dem Hippokampus exprimiert, wo Lernen, Gedächtnis, soziale und affektive Funktionen lokalisiert sind. "Ein funktionsgestörtes RPL10 könnte verantwortlich sein für die mangelhafte Differenzierung von Nervenzellen und unzureichende Ausbildung von Nervenzellverbindungen während der Gehirnentwicklung, die bei Autisten mit bildgebenden Verfahren nachzuweisen ist und als Grundlage der Erkrankung gilt", betont Sabine Klauck vom DKFZ. In der Vergangenheit wurden bei Autisten bereits mehrfach Mutationen in Genen nachgewiesen, die bei der synaptischen Verknüpfung im Hippokampus eine Rolle spielen. Die neuen Erkenntnisse stützen ein Erkrankungsmodell, bei dem der genetische Defekt über eine Störung der Translation zu einer unzureichenden Nervenzellentwicklung und -verschaltung in bestimmten Hirnregionen führt. Diese Störungen manifestieren sich dann in den typischen kognitiven Defiziten und Wahrnehmungsstörungen beim Autismus. <small> <b><u>Autismus</u></b> ist eine tiefgreifende Störung der sozialen Interaktion mit zwanghaften Verhaltensweisen und Stereotypien, die in den ersten 3 bis 4 Lebensjahren deutlich wird und ein Leben lang besteht. Bei etwa 1 % eines Geburtsjahrgangs tritt diese Störung auf. Die Ursachenforschung mit Hilfe von Zwillings- und Familienuntersuchungen geht davon aus, dass die Erblichkeit mit etwa 90 % anzunehmen ist. Untersuchungen zur Gehirnentwicklung lassen bedeutsame Abweichungen erkennen, die wahrscheinlich entwicklungsgenetisch bedingt sind. </small>

Bayer verkauft 3 Pflanzenschutzmittel an UPL

Die indische United Phosphorus (<a href=http://www.upleurope.com>UPL</a>) hat von <a href=http://www.bayercropscience.com>Bayer CropScience</a> für 43,5 Mio € einige Pflanzenschutzprodukte erworben. <% image name="Pflanzenzucht2" %><p> Der Deal bezieht sich auf den systemisch wirkenden Herbizid-Wirkstoff Asulam (Markennamen Asulox, Asilan) aus der Stoffklasse der Carbamate und 2 insektizide Wirkstoffe. Im Gegenzug erhält Bayer CropScience Vertriebsrechte für nicht-landwirtschaftliche Anwendungen in strategischen Märkten. Für Bayer CropScience steht die Entscheidung, diese Mittel zu verkaufen, im Einklang mit der Strategie des Unternehmens, sich auf Produkte mit höherer Wertschöpfung zu konzentrieren und daraufhin das vorhandene Portfolio zu straffen. Der Kauf von Produkten, die von Bayer CropScience zur Veräußerung vorgesehen sind, stimmt wiederum mit der Strategie von UPL überein, seinen Kunden über die eigenen Landesgrenzen hinweg ein möglichst großes Portfolio von Lösungen anbieten zu können. <small> United Phosphorus ist das größte Pflanzenschutz-Unternehmen Indiens und einer der 5 bedeutendsten Generika-Anbieter in dieser Industrie. UPL ist weltweit in Forschung, Produktion und dem Vertrieb von Agrar- und Spezialchemikalien tätig. Die Umsatzerlöse der UPL-Gruppe betrugen im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März 2006 endete, insgesamt 480 Mio $. </small> Bayer verkauft 3 Pflanzenschutzmittel an UPL

Merck plant Biopharma-Produktion in Darmstadt

<a href=http://www.merck.de>Merck KGaA</a> plant für 2010 am Hauptsitz in Darmstadt eine Biopharma-Produktionsanlage, in der das neue Krebsmedikament Erbitux hergestellt werden soll. Mit 190 Mio € ist dies die zweitgrößte Einzelinvestition der Merck-Geschichte. Merck plant Biopharma-Produktion in Darmstadt <% image name="Erbitux" %><p> „Die Produktionsanlage stellt eine wesentliche Schlüsseltechnologie für Merck dar und soll somit an unserem Stammsitz errichtet werden“, sagt Merck-Chef Michael Römer. Neben Darmstadt waren auch andere Standorte im In- und Ausland in die engere Wahl gekommen. Hauptprodukt der neuen Anlage wird zunächst der monoklonale Antikörper Erbitux (Cetuximab) zur Behandlung von Darm-, Kopf- und Halskrebs sein. Merck erwarb von ImClone Systems Inc. (New York) die Rechte zur Entwicklung und Vermarktung von Erbitux außerhalb der USA und Kanada. In Japan teilt sich Merck die Vermarktungsrechte mit ImClone Systems. Erbitux ist seit 2003 auf dem Markt und wird mittlerweile in 52 Ländern vertrieben. Bisher wird Erbitux von Boehringer Ingelheim und von ImClone Systems für Merck hergestellt. Das Krebsmedikament ist für Merck mittlerweile das umsatzstärkste Einzelprodukt im Pharmabereich und erzielte im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg um 56 % auf 81 Mio € im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Genom von Pleurotus und Heterobasidion wird analysiert

Forstwissenschaftler der <a href=http://www.forst.uni-goettingen.de>Uni Göttingen</a> analysieren Genomsequenzen von Holz abbauenden Pilzen. Neben den Abbauprozessen interessieren sie sich auch für Anwendungspotenziale in der biotechnologischen Forst- und Holzwirtschaft. <% image name="Pleurotus" %><p> <small> Fruchtkörper des essbaren Pilzes Pleurotus. </small> Die Sequenzierung der Genome erfolgt am Joint Genome Institute in Kalifornien als Teil des internationalen "Community Sequencing Program", in dem sich Forscher aus Europa, Israel und den USA zusammengeschlossen haben. In Göttingen wird das Genom des zweitwichtigsten Speisepilzes der Welt, des Austernseitlings <b><u>Pleurotus ostreatus</u></b>, untersucht. Durch dessen Genomanalyse erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse darüber, wie der Pilz und seine Enzyme in der Biotechnologie eingesetzt werden können. Derzeit wird etwa in der Produktion von Faserplatten wird der Einsatz des vom Austernseitling produzierten Enzyms Laccase bei der Verklebung von Fasern getestet. Darüber hinaus sollen gemeinsam mit der Uni Hannover verschiedene andere Substanzen des Pilzes auf ihre mögliche Bedeutung für die Medizin untersucht werden. Gegenstand der Forschungsarbeiten ist daneben der Pilz <b><u>Heterobasidion annosum</u></b>. Er verursacht Rotfäule bei Kiefern und Fichten und richtet in den Wäldern weltweit Schäden in Millionenhöhe an. Hier wollen die Forscher herausfinden, warum dieser Pilz im Gegensatz zu Pleurotus nicht nur Totholz abbaut, sondern auch das Holz im lebenden Baum verarbeitet. Die Untersuchungsergebnisse werden anschließend verglichen mit den Genomanalysen von zwei anderen Pilzen der gleichen Gruppe, die zur Zeit am Göttinger Institut durchgeführt werden, nachdem sie 2003 und 2005 sequenziert worden sind. Genom von Pleurotus und Heterobasidion wird analysiert

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