Österreichs Unternehmen haben 2005 um rund 950.000 t - das sind 2,9 % - mehr CO<small>2</small> emittiert, als ihnen gratis über den nationalen Zuteilungsplan zugeteilt wurde. <% image name="Schlot" %><p>
Die verifizierten Emissionen 2005 von der <a href=http://www.emissionshandelsregister.at>Registerstelle</a> zeigen ein differenziertes Bild: Während die Energiewirtschaft - insbesondere die Stromerzeuger - deutlich mehr emittiert haben, gab es bei der Industrie einen Zertifikateüberschuss. Das Defizit der Energiewirtschaft an Zertifikaten beträgt immerhin knapp 2 Mio t CO<small>2</small>. Damit verbrauchten die Energiehersteller um 16 % mehr, als ihnen zugeteilt wurde.
Die Industrie kommt auf eine Zuteilung "über Bedarf" von einer Mio. Tonnen oder 5,1 %. Der in Tonnen größte Überschuss an Zertifikaten ist bei den Anlagen der voestalpine festzustellen. Diese konnte in den Verhandlungen zum Zuteilungsplan 2004 aufgrund der Erweiterung des Linzer Stahlwerks eine erhebliche Ausweitung der Zuteilung erwirken.
Aber auch andere Branchen wie die mineralische Industrie (Kalk, Zement, Ziegel, Feuerfestprodukte), chemische Industrie oder die Papierindustrie emittierten durchwegs deutlich weniger als Zertifikate zugeteilt wurden. Die Gründe dafür liegen in zum Teil geringeren Produktionswerten, aber auch in der teilweisen Umstellung in der Brennstoffversorgung auf Biomasse.Österreichs Energieerzeugung verbraucht zuviel CO<small>2</small>
Die <a href=http://www.omv.at>OMV</a> hat dank guter Rohöl-Rahmenbedingungen im ersten Quartal 2006 wieder gute Ergebnisse erzielt: Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 36 % auf 4,3 Mrd €, das EBIT legte um 27 % auf 541 Mio € zu. Am Standort Burghausen in Bayern wird die OMV noch heuer den Startschuss für einen neuen Cracker geben.<% image name="omvlogo" %><p>
Während der Bereich Exploration und Produktion von den hohen Rohölpreisen profitiert, erhöht sich derzeit der Druck auf die Margen im Bereich Raffinerien und Marketing und die Kosten für den Energieeigenverbrauch in den Raffinerien steigen, vor allem bei Petrom.
Durch den Erwerb von 34 % an der türkischen Petrol Ofisi hat die OMV nun Zugang zu einem der größten und am schnellsten wachsenden Märkte in Europa erhalten. Zudem soll der geplante Zusammenschluss mit dem Verbund "die finanzielle Stärke erhöhen und unser langfristiges Wachstumspotenzial in Mitteleuropa weiter stärken", so OMV-Boss Wolfgang Ruttenstorfer.
Das Beteiligungsergebnis stieg um 34 % und spiegelt den starken Beitrag der Gas-Tochter EconGas wider, während die Beteiligung von Borealis aufgrund schwächerer Margen niedriger ausfiel. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten lag mit 319 Mio € um 24 % über dem Vorjahr. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 12 % auf 491 Mio €. Die Sondereffekte enthielten vor allem Erlöse aus dem Verkauf von mobilen Bohreinheiten der Petrom. Der bereinigte Periodenüberschuss betrug 297 Mio €.
In <b>Exploration und Produktion</b> (E&P) konnte das Ergebnis um 74 % gesteigert werden, was die höheren Öl- und Gaspreise widerspiegelt. Vor allem der Raffineriebereich bei Petrom führte im Segment <b>Raffinerien und Marketing</b> (R&M) zu negativen Ergebnissen. Die OMV erwartet 2006 weiterhin sehr hohe Volatilitäten auf den Ölmärkten und unterm Strich ein ähnliches Ergebnis wie 2005.
Die <b>Investitionsschwerpunkte</b> für 2006 sind die Entwicklung des Gasfelds Strasshof in Österreich sowie Felder in Neuseeland, Libyen und im Jemen. Weiters liegt der Fokus auf Investitionen zur Optimierung der Produktion in Rumänien. In Schwechat soll mit dem Bau eines thermischen Crackers begonnen werden, um vermehrt schwere Rohöle einsetzen zu können. Wie der Chemie Report in Erfahrung bringen konnte, wird die OMV demnächst auch an ihrem Standort Burghausen eine Großinvestition tätigen: Ein neuer Cracker - vergleichbar jenem kürzlich in Schwechat in Betrieb genommenen - soll dort noch heuer in Angriff genommen werden. Bei Bayernoil wird eine tief greifende Restrukturierung des Raffineriekonzepts vorbereitet. Im Bereich Erdgas wird der Fokus weiterhin am Vorantreiben des Nabucco Pipeline-Projekts liegen.
Wegen des Brandes bei einer Rohöldestillationsanlage in Schwechat Ende März wird die Durchsatzleistung bis zum dritten Quartal reduziert bleiben, im Zuge von Endreparaturen wird ein kurzer Raffineriestillstand erforderlich sein. Die Folge werden Verluste von 30 Mio € sein.OMV erhöht EBIT und investiert in Bayern
<a href=http://www.biodiesel-vienna.com>BioDiesel Vienna</a>, ein Unternehmen der österreichischen Münzer Holding GmbH, hat im Wiener Ölhafen Lobau eine der größten und modernsten Biodieselanlagen Europas eröffnet. Wien ist damit die erste europäische Hauptstadt, in der der Biodiesel großtechnisch hergestellt wird.<% image name="Biodieselanlage" %><p>
Die Produktionsleistung soll von derzeit 95.000 t in den kommenden 2 Jahren schrittweise auf 400.000 t ausgebaut werden. Damit ist die Versorgung mit umweltfreundlichem Treibstoff in Österreich nachhaltig abgedeckt und gesichert.
Die mit 1. Oktober 2005 in Kraft getretene Kraftstoffverordnung schreibt vor, dass Dieselkraftstoffen rund 5 % Biodiesel beigemengt werden muss. Bis dato reichte die jährliche österreichische Produktion von 55.000 t aber nicht aus, weshalb sich BioDiesel Vienna 2005 für die Errichtung der jetzt fertig gestellten Anlage mit einer Produktionsleistung von anfänglich 95.000 t Biodiesel entschieden hat. Der heimische Biodiesel wird von der OMV dem herkömmlichen Diesel beigemischt.
"Damit können Österreichs Autofahrer an rund 570 OMV-Tankstellen Biodiesel made in Austria in ihren Wagen tanken", so sich Ewald-Marco Münzer, Mitglied der Geschäftsleitung der BDV.
Aufgrund des stufenweise steigenden Beimischbedarfs - bis 2008 müssen 5,75 % Biodiesel beigemischt werden - werden in Österreich bis 2010 etwa 415.000 t Biodiesel benötigt werden.
"Wir haben uns daher entschlossen, die unsere Anlage am Standort Lobau bis 2008 im Zuge modularer Ausbaustufen schrittweise auf 400.000 t auszubauen. Damit decken wir den österreichischen Gesamtbedarf ab und sichern die nachhaltige Versorgung Österreichs mit Biodiesel", so Münzer. Die Ausweitung der Produktionsanlage wird mit der Grazer BioDiesel International erfolgen.
Für die Erzeugung des Kraftstoffes werden ausschließlich pflanzliche Frischöle wie Rapsöl aus dem europäischen Raum verwendet. Mittelfristig soll auch österreichischer Rohstoff zum Einsatz kommen, erfolgreiche Gespräche mit der österreichischen Landwirtschaft gibt es bereits. "Diesbezüglich planen wir ebenfalls die Realisierung von zwei Ölmühlen im benachbarten Ausland, die unseren steigenden Rohstoffbedarf decken werden", so Münzer.
Durch die Umwandlung der Öle in Fettsäuremethylester können dieselähnliche Eigenschaften erreicht werden, das macht die Vermischung mit herkömmlichem Diesel äußerst sinnvoll. Zusätzlicher Nutzen: Das bei der Produktion von Biodiesel anfallende "Nebenprodukt" Pharmaglycerin wird in der chemischen Industrie verwendet, Kaliumhydroxid, ebenfalls ein "Abfallprodukt", findet in der Düngemittelindustrie Verwendung. Somit ist die Biodiesel-Produktion eine der wenigen Herstellungsverfahren, wo ein Rohstoff zu hundert Prozent verwertet wird und keinerlei Abfall entsteht.Wiener Biodiesel-Anlage nimmt Betrieb auf
Die Zuckerforschung Tulln (<a href=http://www.zuckerforschung.at>ZFT</a>) feierte ihr 20-jähriges Bestehen. Die heutige Forschungs-Company der <a href=http://www.agrana.at>Agrana</a> sorgt für Innovationen aus Kartoffeln, Mais, Weizen und Zuckerrüben. Den 55 Mitarbeitern steht ein jährliches F&E-Budget von 4,2 Mio € zur Verfügung.20 Jahre Zuckerforschung Tulln<% image name="Agrana_Marihart" %><p>
<small> Johann Marihart: „Wissen statt Weizen? Nein: Mehr Wissen für mehr Weizen!“ </small>
Die Laudatio von Agrana-Boss Johann Marihart passt nicht zu einem trockenen Landwirtschaftsriesen. Und das soll so sein: „Man rechnet uns der ,Old Economy’ zu, obwohl unsere Anlagen voll mit High-Tech sind. Und man spricht bereits vom Austausch der Produktionsgesellschaft durch die Wissensgesellschaft, spricht von ,Wissen statt Weizen’.“ Landwirtschaft und agrarische Veredelung haben aber nichts im entwicklungspolitischen Eck verloren: „Insbesondere wenn ich an Biotreibstoffe denke, braucht es vor allem mehr Wissen für mehr Weizen. Das Motto: ,Wir produzieren Wissen und Entwicklungsländer die Agrarprodukte’ ist dabei fehl am Platz.“ Prägnante Phrasen wie <i>stable to table</i> oder <i>feed to fork</i> würden neben „schweren Globalisierungs-Visionen“ mindestens ebenso viel Gewicht haben.
<b>Veredelung zu Bioethanol:</b> Die smarte Verwertung agrarischer Überschüsse war vor 20 Jahren denn auch die erste Mission der Zuckerforschung Tulln (ZFT), damals noch als Raiffeisen Bioforschung. Im Mai 1986 wurde das „Austroprot“-Projekt zur Vergärung und Verspritung von Weizen und Körnerleguminosen ausgerufen – ein Unterfangen, das erst heute mit dem Bau der Bioethanolanlage in Pischelsdorf die großtechnische Umsetzung erfährt.
<% image name="Pischelsdorf" %> <p>
<small> Agranas Bioethanol-Produktion soll in Pischelsdorf Ende 2007 anlaufen. </small>
Und nicht nur das: Heute arbeiten die Tullner Forscher auch auf Hochtouren daran, das Feintuning der Bioethanol-Rohstoffe voranzutreiben. ZFT-Mann Herbert Eigner untersucht dazu gemeinsam mit Franziska Löschenberger von Saatzucht Donau den Stärke- und Eiweißgehalt sowie die Alkoholkinetik und das Ausmaß an vergärbaren Kohlehydraten bei verschiedensten Weizensorten und Triticalen in unterschiedlichsten Anbauregionen. Spätestens im Herbst werden sie den Bauern ihre entsprechende Saatgut-Empfehlung abgeben. Bereits jetzt weiß man, dass sich vor allem die Anbaugebiete westlich von Wien gut für die Bioethanol-Erzeugung eignen.
Eigner rechnet in den nächsten Jahren damit, durch gezielte Forschung den Verwertungs-Ertrag noch um etwa 5 % steigern zu können. Der Agrana-Außendienst hat jedenfalls alle Hände voll zu tun, die Bauern zu überzeugen, rund ein Viertel der heimischen Anbaufläche ab der nächsten Saison den Energiepflanzen für Pischelsdorf zu widmen.
<% image name="Zuckerfabrik_Tulln" %><p>
<small> Agrana-Zuckerfabrik in Tulln. </small>
<b>Einzigartiges Technikum.</b> Die Tullner Zuckerforschung bekam in den 1990er Jahren ihre zentrale Struktur mit den vier Forschungsbereichen Landwirtschaft, Biotechnologie, Zuckertechnologie und Stärketechnologie. Seit 2001 steht den Tullner mit den beiden 1:1000-Modellen der Produktionsanlagen Gmünd (NÖ) und Aschach (OÖ) auch ein „einzigartiges Forschungs-Instrumentarium“ zur Verfügung.
Der Bündelung der Forschungskompetenzen folgten eine Reihe an bahnbrechenden Innovationen. ZFT-Leiter Marnik Wastyn schildert den Durchbruch mit der ,Hopfen-Story’: „Durch den freiwilligen Verzicht auf Formalin bei der Zuckerproduktion entstand eine akute Gefahr mikrobiologischer Infektionen im Extraktionsturm. Unsere Forscher haben sich dann erinnert, dass der Hopfen im Bier ursprünglich kein Geschmacksbestandteil war, sondern nur die Lagerfähigkeit erhöhte – dank seiner ,bakteriostatischen Kraft’. Eben diese machten wir sodann für die Zuckerproduktion salonfähig.“
Optimiert wurde die Zuckerproduktion auch durch ein Kalkeinsparungs-Programm: Gebrannter Kalkstein ist mit jährlich bis zu 20.000 t der wichtigste Hilfsstoff in der heimischen Zuckerproduktion, der zur Klärung der Zuckersäfte verwendet wird. Anstelle einer manuellen verwendet die Agrana heute eine bedarfsabhängige Kalkmilchdosierung und reduziert so den Bedarf um mehr als die Hälfte.
<b>Innovations-Bauchladen.</b> Aktuell entwickelt die ZFT weitere natürliche Biostabilisatoren für die Zuckerproduktion anstelle von chemischen Bioziden. Einer patentierten Anwendung für die Hopfenindustrie (BetaStab10A wird weltweit mit einem Joint-venture der Barth-Haas-Gruppe vermarktet) folgten Derivate von Harz (PineStab haben sich die Tullner beim Retsina-Genuss abgeschaut) und Ölpalme (PalmStab).
Und Stärke ist noch mehr als Pudding oder Tapetenkleister: Das Biopolymer hat als nachwachsender Rohstoff noch ein enormes Potenzial für Lebensmittel und technische Anwendungen. So ist es der ZFT etwa gelungen, eine spezielle Stärke zu entwickeln, die beim Tunnelbau besondere Leistungen erbringt – deren Zusatz sorgt dafür, dass der Rückprall beim Auftragen des Spritzbetons um die Hälfte verringert und daher Beton als teurer Abfall vermieden wird.
<% image name="Staerke" %><p>
<small> Rohstoff Stärke: Breites Einsatzfeld steht noch bevor. </small>
Ein weiteres weltweites ZFT-Patent ist die Verwendung spezieller Stärken aus Mais und Kartoffeln als Verdicker für Dispersionsfarben. Die umweltfreundliche Herstellung dieser Rheologiegeber erlaubt nicht nur eine günstige Herstellung von Bautenfarben, sondern ermöglicht auch die Produktion von Farben mit hoher Deckkraft, gutem Verlaufvermögen und geringem Tropfverhalten.
Damit nicht genug: Spezifische Biostärken werden derzeit für Fruchtzubereitungen, Desserts und Mayonnaisen entwickelt. Für den US-Markt hat die ZFT die „Fire Safe Cigarette“ entwickelt – ein Stärkederivat für die Beschichtung von Zigarettenpapier. Schließlich ersetzt eine besondere Stärke auch das in Qualität und Preis stark schwankende Kasein bei der Flaschenetikettierung.
<b>Stärke-Felder.</b> Und wie geht es weiter? Steht ein molekülgleicher Ersatz der Petrochemie in absehbarer Zeit durch die Anstrengungen der Zuckerforscher bald bevor? Südzucker-Vorstand Markwart Kunz sieht das in 50 bis 100 Jahren als „möglicherweise realistisch“ an, derzeit sei ein Mindestmaß an Erlös – mehr als 1 € je kg – die „natürliche Grenze von Energielösungen durch nachwachsende Rohstoffe“.
In der Südzucker-Vision hat die stoffliche Modifikation von Kohlehydraten mit chemischen und biochemischen Katalysatoren dennoch breiten Raum. Und zwar insbesondere für Functional Food: „Wir machen im Konzern bereits 350 Mio € Umsatz damit. Neue Kohlehydrate – entstanden durch die Isomerisierung der Saccharose, durch hochmolekulare Polymerisation sowie als Neuzuckersynthese – ermöglicht zahnschonende Produkte, kalorisch niedrige Mahlzeiten, also glykämisch extrem niedrige Lebensmittel. Das geht soweit, dass wir bestimmte Wechselwirkungen mit Darm-Bakterien anregen können – also die Fütterung der ,guten’ Bakterien in uns.“
May 12th
Intercell forscht mit Merck an S. aureus-Antikörpern
<a href=http://www.intercell.com>Intercell</a> hat eine strategische Partnerschaft mit <a href=http://www.merck.com>Merck & Co</a> zur Entwicklung von monoklonalen Antikörpern gegen schwere Infektionen, die durch Staphylococcus aureus hervorgerufen werden, abgeschlossen.Intercell forscht mit Merck an S. aureus-Antikörpern<% image name="Labor" %><p>
Im Zuge einer im Mai 2004 unterzeichneten Vereinbarung, hat Merck nun eine Option auf die weltweiten Rechte zur Entwicklung und Vermarktung von Antikörpern ausgeübt, die gegen Antigene gerichtet sind, die mit Intercells Antigen Identifikations-Programm entdeckt wurden.
Merck ist dabei für die präklinische und klinische Entwicklung, Registrierung und Vermarktung des Produkts verantwortlich. Intercell hat dagegen Anspruch auf eine Options-Ausübungsgebühr sowie auf weitere Meilenstein-Zahlungen und Lizenzgebühren aus künftigen Produktverkäufen.
Durch die Entwicklung von antibakteriellen Antikörpern entstehen vollkommen neue Behandlungsmöglichkeiten für bestimmte Infektionskrankheiten, besonders dann, wenn die Behandlung mit Antibiotika keine Wirkung zeigt. "Neben unserer kürzlich abgeschlossenen Partnerschaft mit Kirin setzen wir unsere Technologie nun zum zweiten Mal in diesem stark wachsenden und immer wichtigeren Gebiet der modernen Medizin ein", so Alexander von Gabain, wissenschaftlicher Direktor der Intercell AG.
<small><b><u>S. aureus</u></b> ist der häufigste Verursacher von nosokomialen Infektionen. Zusätzlich zu Infektionen des Blutkreislaufes, wo die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalles bis zu 35 % beträgt, führen auch Infektionen der Knochen, des Herzens und anderer innerer Organe zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zum Tod. Heute sind etwa 50 % der weltweit in Krankenhäusern isolierten S. aureus-Stämme gegen mehrere Antibiotika resistent, was die gezielte Behandlung von Erkrankungen durch Staphylokokken erschwert und die dadurch entstehende wirtschaftliche Belastung erhöht. </small>
Die EU hat mit ihrem 6 Jahre dauernden Moratorium für die Zulassung gentechnisch veränderter Lebensmittel gegen die internationalen Handelsregeln verstoßen, so das endgültige Urteil der WTO. WTO verurteilt Gentechnik-Moratorium der EU<% image name="Urteil" %><p>
Beschwerden der USA, Argentinien und Brasilien wurden damit als berechtigt anerkannt. Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und Österreich wurden gesondert verurteilt, weil sie individuell weitere Hürden eingeführt haben. Die USA betonten, dass ihre Farmer durch das Moratorium 300 Mio $/Jahr verloren hätten.
Die EU will das Urteil jedoch nicht zum Anlass nehmen, ihre Gentechnik-Politik zu ändern: Die Strategie, ausschließlich aufgrund wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse Organismen und Produkte zuzulassen, bleibe unberührt, das Moratorium selbst sei ja mit der neuen Kennzeichnungsverordnung beendet worden.
Österreich könnte indessen Probleme bekommen, wenn gentechnisch veränderte Organismen, die von der EU für sensible Gebiete zugelassen sind, weiterhin aussperrt.
Die Verfahrensprofis von <a href=http://www.vtu-engineering.at>VTU-Engineering</a> sind mit der kalifornischen BioCatalytics eine Partnerschaft eingegangen. Gemeinsam wollen sie in der Nähe von Graz Anlagenkonzepte für die Biokatalyse entwickeln und weltweit lizenzieren.VTU baut Biokatalyse-Know-how aus<% image name="VTU_Produktion" %><p>
Glaubt man den Consultern von McKinsey, dann steht dem Geschäft mit der Biokatalyse – der smarten Nutzung von Enzymen in Produktionsverfahren – ein hohes Wachstum bevor: Das Marktvolumen von 30 Mrd $ aus 2001 soll sich bis 2010 etwa verzehnfachen. Mindestens „ein bis zwei Jahre Entwicklungsvorsprung“ sehen die Grazer Biokatalyse-Pioniere in ihren Bemühungen. Die Grazer Pioniere: Das sind vor allem die Forscher vom Kplus-Zentrum „Angewandte Biokatalyse“ sowie die Verfahrenstechniker der im Grazer Vorort Grambach angesiedelten VTU-Engineering.
Wobei dieser Vorsprung nicht leicht zu quantifizieren sei. „Würden wir das Vernetzungskapital messen“, so Markus Michaelis, der Geschäftsführer des Applied Biocatalysis Research Centre, „kann Graz auf eine Investition von mehr als 20 Jahren zurückblicken“. Wie auch immer – fest steht, dass es „eine international wahrnehmbare Kompetenz“ geworden ist.
<b>US-Partner.</b> Der letzte Coup des Grazer Biokatalyse-Netzwerks ist die Partnerschaft der VTU-Engineering mit der kalifornischen BioCatalytics, deren Chef und Gründer David Rozzell von den gemeinsamen Aktivitäten schwärmt: „Gemeinsam ist uns letztes Jahr die Entwicklung von Enzymen für sechs verschiedene klinische Studien hier gelungen. Wir können aufgrund der gemeinsamen Forschungen heute auf die breiteste Produktpalette am Markt stolz sein.“
Die Enzymforschung treibt BioCatalytics in Österreich gemeinsam mit der Wiener <a href=http://www.eucodis.com>Eucodis</a> sowie der TU Graz und dem Kplus-Zentrum für <a href=http://www.applied-biocat.at>Angewandte Biokatalyse</a> voran. Stolz ist man dabei auf die Entwicklung völlig neuer Reaktionsklassen sowie darauf, von den unterstützenden Chemiegrößen wie DSM, BASF, Degussa und Ciba als kommerzieller Partner „herzlich begrüßt“ worden zu sein.
<b>Brückenschlag.</b> Das Know-how der BioCatalytics in Sachen Enzym-Screening und -Engineering soll sich nun mit dem Wissen der VTU-Engineering paaren. VTU-Chef Michael Koncar will in Graz neue Anlagen- und Verfahrenskonzepte entwickeln, deren Patente letztlich für lukrative Lizenzeinnahmen sorgen sollen: „BioCatalytics weiß, wie man Enzyme entdeckt und verwendet – wir wissen, mit welchen Anlagen man diese Art der Weißen Biotechnologie betreibt und zum Upscaling begleitet. Forschung trifft also auf Praxis – und das bedeutet 35 neue Arbeitsplätze in den nächsten drei Jahren bei uns in Graz.“
<small><a href=http://www.biocatalytics.com>BioCatalytics</a> vermarktet seit 1998 Spezialchemikalien, die mit den selbst entwickelten Enzymen hergestellt werden. Heute ist BioCatalytics der weltweit führende Enzym-Lieferant für die Pharma-Industrie. BioCatalytics-Gründer David Rozzell nennt das Grazer Center of Applied Biocatalysis „das beste Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Biokatalyse“. BioCatalytics erzielte im letzten Jahr 3,1 Mio $. Der europäische Markt soll jetzt von der neuen Europazentrale in Grambach bei Graz verstärkt bearbeitet werden. </small>
Traditionelle Medizin als Grundlage moderner Forschung
<a href=http://www.55pharma.com>55pharma</a> sucht in Arzneipflanzen nach Wirkstoffen für die Entwicklung von Medikamenten. Die Vision steht dabei schon im Namen: Von 50 untersuchten sollen 5 Kandidaten einmal lizenziert werden. <% image name="55pharma" %><p>
<small> Leonhardt Bauer (re.) und Stephan Eder forschen mit Universitäten rund um den Globus. </small>
Normalerweise braucht es 9.000 untersuchte Stoffe, um daraus ein marktreifes Produkt zu entwickeln, schätzt Leonhardt Bauer, der CEO seit dem Vorjahr in Tulln aktiven 55pharma. Für kleine Unternehmen, die sich nur auf eine oder bestimmte Substanzen spezialisieren, kann das rasch das Ende bedeuten. 55pharma geht da einen anderen Weg: Die Firma sucht dort nach den Grundstoffen künftiger Medikamente, wo bereits viel an Forschung und Erfahrung vorhanden ist.
Denn: Heilpflanzen aus aller Welt, deren Wirksamkeit bereits beschrieben wurde, sind „ein Rucksack hoher Wahrscheinlichkeit“, um rascher und effizienter als mit der herkömmlichen Wirkstoffentwicklung ans Ziel zu kommen. Im Zentrum des Interesses steht Diabetes Typ II: In spätestens fünf Jahren soll ein antidiabetischer Wirkstoff als erstes Produkt die klinische Phase IIa überstanden haben. Parallel soll auch an anderen Substanzen geforscht werden.
Die Abkürzung, die 55pharma nimmt, wird erst durch die umfassende Kooperation mit Universitäten auf der ganzen Welt möglich. „Die Beschäftigung mit Arzneipflanzen hat in Ländern der zweiten und dritten Welt große Tradition“, erklärt Stephan Eder, der gemeinsam mit Bauer und Bjoern Castner das Unternehmen 2005 gründete. „Deren Forschung ist unser Ausgangspunkt.“
Dabei konzentriert sich die Arbeit auf Regionen Asiens und Afrikas, in denen große Pharmakonzerne noch keine F&E-Einrichtungen unterhalten. 55pharma kann dort nun eine Pionierrolle einnehmen. Wer in diesen Ländern künftig nach Typ-2-Diabetes-Wirkstoffen suchen will, kommt an der österreichischen Firma nicht vorbei. „Wir waren in diesen Gebieten die ersten. Das hat uns selber überrascht.“ Bis es allerdings soweit war, hatte man Monate daran gearbeitet, Netzwerke mit mehr als 30 Institutionen zu schaffen. Entscheidend dafür ist die Bereitschaft, vor Ort Beziehungen aufzubauen. „Es reicht nicht, ein keckes E-Mail zu schreiben,“ berichtet Bauer, „da bekommt man höchstens ein nettes E-Mail zurück.“
Die gelernten Consulter von 55pharma hatten bereits vor der Firmengründung viele Wochenenden mit Aufbauarbeit verbracht. Der Startschuss war letztlich die systematische Beurteilung einiger Heilpflanzen, die zur erfolgreichen Auswahl der ersten Arzneimittelkandidaten führte. Derzeit wird an rund 20 Heilpflanzen aus dem Mittleren Osten und Asien gearbeitet. In einer Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien werden Extrakte daraus im Tiermodell auf ihre Aktivität getestet. Diese Ergebnisse sind die Grundlage für eine Entscheidung über eine weitere Investition in ein Projekt. Kann die antidiabetische Aktivität bestätigt werden, lohnt es sich, daran weiter zu forschen. „Wenn nicht, dann können wir diese Pflanze früh aus unserem Portfolio ausscheiden und haben dabei nicht viel Geld investiert,“ meint Eder.
In den darauf folgenden Isolierungsschritten will man sich in enger Zusammenarbeit mit internationalen Experten an die Wirkstoffe heran arbeiten und deren Aktivität erneut im tierischen Modell beweisen. Die Entwicklung soll bis in Phase IIa gehen, „um dort zu zeigen, dass der von uns isolierte Stoff tatsächlich für die Wirkung der Heilpflanze verantwortlich zeichnet“.
Die Voraussetzungen dafür sind im Technologiezentrum Tulln, wo 55pharmas Labor angesiedelt ist, gegeben. Man schätzt vor allem den „gelebten Clustergedanken“. Am angrenzenden IFA beschäftigt man sich auch mit Naturstoffchemie, insofern befinde man sich unter Gleichgesinnten. „Der Grundstein ist gelegt“, schließt Bauer, „neben harter Arbeit sind nun Ausdauer und ein Quäntchen Glück die Ingredienzien des Erfolgs“.Traditionelle Medizin als Grundlage moderner Forschung
Das Forschungsinstitut für molekulare Pathologie (<a href=http://www.imp.ac.at>IMP</a>) und das Institut für Molekulare Biotechnologie (<a href=http://www.imba.oeaw.ac.at>IMBA</a>) wollen in Wien eine neue Forschungsrichtung etablieren. Ihr langfristiges Ziel ist ein hehres: Das Verständnis der Zell-Funktionen.<% image name="Marlovits" %><p>
<small> Thomas C. Marlovits: Liefert 3D-Modelle von der Zelle. </small>
Zellstrukturen dreidimensional sowohl auf zellulärer als auch auf molekularer Ebene sichtbar zu machen – das ist der Schlüssel zum Verständnis fundamentaler biologischer Prozesse. Die unter dem weitläufigen Begriff der „Nanobiologie“ zusammengefasste Forschungsrichtung haben das IMP und das IMBA jetzt nach Wien geholt. Und zwar in Form eines Vienna Spot of Excellence namens „Center of Molecular and Cellular Nanostructure Vienna“ (CMCN): In den nächsten fünf Jahren soll hier das Verständnis der Funktionsweise von Zellen und des Designs der zellulären Bausteine erhöht werden.
Wissenschaftlicher Leiter des neuen CMCN ist Thomas C. Marlovits von der Yale School of Medicine. Im Zuge des CMCN will er die dreidimensionale Struktur und die Funktionsweise molekularer Komplexe aufklären, die in der Pathogenese von bakteriellen Infektionen eine Rolle spielen.
So werden etwa molekulare Komplexe untersucht, die bei der Kontrolle der Zellteilung – die bei der Bildung von Tumorzellen entscheidend ist – eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge des Forschungsprojekts soll auch die Markierung und Identifizierung dieser Komplexe technisch vorangetrieben werden. „Die Zelle, als kleinste Einheit des Lebens betrachtet, besteht nicht nur aus einer willkürlichen Anordnung von einzelnen Bausteinen, sondern setzt sich zum Großteil aus geordneten, größeren Komplexen zusammen, die sehr spezifische Funktionen innerhalb der Zelle effizient ausführen“, so Marlovits. Diese Komplexe – Ribosomen oder Proteasomen – werden auch „molekulare Maschinen“ genannt.
In Yale hat sich Marlovits mit der fundamentalen Frage des Transports von bakterieller Giftstoffe beschäftigt: Wo kann in molekulare Komplexe eingegriffen werden, um eine bakterielle Infektion zu verhindern? „Dazu ist es beispielsweise notwendig zu verstehen, welche Formen ein so genannter Needlecomplex einnehmen kann und wie es möglich ist, dass etwa 200 verschiedene Proteinketten zu einer hochgeordneten supramolekularen Struktur zusammenfinden.“
Wichtigstes Tool der Forschungsarbeit im Rahmen des CMCN ist die so genannte Kryoelektronenmikroskopie. Dabei werden isolierte molekulare Maschinen im Größenbereich von etwa 10 Nanometer aufwärts in Lösungen eingebracht, in denen sie teilweise noch vollkommen funktionsfähig sind. Danach werden sie ultraschnell tiefgefroren. „Man erhält ,schockgefrorene’ Moleküle, die vollständig hydratisiert sind und als solches im Elektronenmikroskop bei Temperaturen von unter minus 170 ° C betrachtet werden können“, so Marlovits. „Wir sind dabei in der Lage, die Moleküle von verschiedenen Seiten her direkt zu betrachten und auch die inneren Teile festzuhalten.“
Die Synthese der Bilder aus den verschiedenen Blickwinkeln erlaubt die Rekonstitution in ein dreidimensionales Modell, ähnlich wie bei einem Computertomografen. „Wir verwenden nur sehr geringe Elektronendosen – das gewährleistet, dass das Material kaum Strahlungsschäden ausgesetzt ist und wir daher sehr detailgerechte Modellstrukturen erlangen.“ Dies hat aber zur Folge, dass die aufgenommenen Bilder wenig Kontrast zeigen, weshalb sie in aufwendigen Datenprozessschritten in Computerclustern hochgerechnet werden müssen.
„Wir erwarten noch einige technische Entwicklungen, die es erlauben werden, die derzeit noch signalarmen Bilder wesentlich zu verbessern“, blickt Marlovits in die Zukunft. Damit dürfte auch die Zeit der Datensammlung dramatisch gesenkt werden.Wien wird Forschungszentrum für Nanobiologie