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Dezember 21st, 2005

Genom von drei Schimmelpilzen verglichen

Ein Forscherkonsortium hat die Genomsequenzen von drei verwandten Schimmelpilzen verglichen: Aspergillus oryzae, Aspergillus fumigatus und Aspergillus nidulans sind - obwohl zur gleichen Gattung zählend - genetisch so unterschiedlich wie Fische und Menschen. Genom von drei Schimmelpilzen verglichen <% image name="Aspergillus" %><p> <small> Sporenträger von Aspergillus (Gießkannenschimmel): Die Sporen (C=Conidien) werden in die Luft entlassen und sorgen für die weltweite Verbreitung der Aspergillen. </small> Die komplette Sequenzierung von drei Genomen einer Gattung ist das Ergebnis sechsjähriger Arbeit von 150 Wissenschaftlern auf der ganzen Welt. Die Resultate erlauben neue Rückschlüsse über die Genomevolution und Genomregulation und werden helfen, die Bekämpfung lebensbedrohlicher Infektionen voranzutreiben. Aspergillen (Gießkannenschimmel) kommen in allen Klimazonen der Erde vor und haben ganz unterschiedliche Bedeutungen für den Menschen: Sie dienen als Lebensmittelveredler, stellen Penicillin her oder können zu lebensbedrohlichen Infektionen bei immungeschwächten Patienten führen. <u>Sie erinnern mit ihren schlauchartigen Zellfäden (den Filamenten) an den Nervenfortsatz eines Neurons (dem Axon) und haben ähnliche Probleme:</u> Sie müssen wissen, wohin sie wachsen sollen, und den Transport von Stoffen oder Informationen in beide Richtungen durchführen können. Diese Parallelen sind nicht zufällig: Bei Aspergillus hat man herausgefunden, dass Lisencephalie - ein Gendefekt beim Menschen, der zur Degeneration des kindlichen Gehirns führt - auf einem Defekt in einem Regulator für ein Motorprotein beruht. Während man so etwas beim Menschen kaum untersuchen kann, ist das beim Pilz relativ einfach, weil man hier gezielte Gentechnologie im Chromosom durchführen kann. Die Kinesinmotorproteine in A. nidulans transportieren als leistungsfähige Motoren wichtige Bausteine in den Zellen und ermöglichen das schnelle Wachstum der Pilze. Die gleichen Motoren kommen auch in Nervenzellen vor und ermöglichen den Langstreckentransport in den Neuronen. Auch hier ist der filamentöse Pilz ein hervorragendes Modell zur Aufklärung einiger Motorfunktionen, deren Kenntnis auch das Nervenwachstum im menschlichen Gehirn zu verstehen hilft. In Österreich forschen Wissenschaftler um Hubertus Haas an der Sektion für Molekularbiologie des <a href=http://mol-biol.i-med.ac.at>Biozentrums Innsbruck</a> seit Jahren an A. fumigatus. Dem Innsbrucker Team ist es schon vor der Genomsequenzierung gelungen, die notwendige Eisenzufuhr des Pilzes zu stoppen und damit sein Wachstum stark einzuschränken. Die Eisenaufnahme - auch Siderophorsystem genannt - ist für die Virulenz des Schimmelpilzes essenziell. Die Forscher arbeiten derzeit an entsprechenden Ansatzpunkten für neue antifungale Therapien. <b><u>A. fumigatus</u></b> ist der gefährlichste der Aspergillen. Die durch ihn verursachte invasive Aspergillose dringt vor allem in die Lungen oder Nebenhöhlen ein, kann aber auch andere Organe wie das Gehirn befallen. Neben Leukämie-Patienten greift die invasive Aspergillose immer häufiger auch andere Patienten-Gruppen in Krankenhäusern an und ist äußerst schwierig zu behandeln. Der Pilz gilt daher als einer der teuersten für die weltweiten Gesundheitssysteme. Auch vor Pflanzen und Tieren macht er nicht halt. Wohl fühlt sich der Pilz vor allem in Kellerräumen, Wohnraumpflanzen, Komposthaufen, Computern (auch denen im Krankenhaus), gemahlenem Pfeffer und anderen Gewürzen. <b><u>A. nidulans</u></b> ist das klassische genetische Modell, mit dem seit den 1940ern genetische und zelluläre Prozesse erforscht werden. Er liefert das Fundament für das Wissen über diese Pilzfamilie. Auch die Produktion von Lebensmitteln, industriell nutzbarer Enzyme oder Medikamente ist durch die Forschung an A. nidulans stark beeinflusst worden. Da das Genom dieses Pilzes nun entschlüsselt wurde, sind neue Erkenntnisse über grundlegende zellbiologische Prozesse wahrscheinlich. <b><u>A. oryzae</u></b> wird sehr häufig in der traditionellen japanischen Küche verwendet. Japanische Biotechs verwenden diesen Pilz vor allem für die Enzym-Produktion - das Verkaufsvolumen japanischer Firmen, die den Pilz in irgendeiner Form nutzen, liegt bei 1 % des japanischen GDP (rund 50 Mrd $/Jahr). Seine Bedeutung hat ihm in Japan den Spitznamen "kokkin" eingebracht, was so viel bedeutet wie "nationaler Mikro-Organismus". Er spaltet Stärke in Zucker und Proteine in Peptide und Aminosäuren, indem er enorme Mengen an hydrolytischen Enzymen produziert.

Patentiert: Strom aus dem Baum

Ein Stromerzeugungssystem, das Energie aus Bäumen gewinnt, wurde von <a href=http://www.magcap.com>MagCap</a> aus Massachusetts mit einem Erfinder patentiert. Gordon Wadle hat eine Möglichkeit erfunden, die von einem Baum generierte Energie zu gewinnen. MagCap Engineering entwickelte eine Schaltung, die diese Energiequelle in Gleichstrom umwandelt und eine Batterie aufladen kann. Die Erfinder schwärmen von der "unbeschränkten Zufuhr konstanter, sauberer Energie" und suchen jetzt einen Kooperationspartner. Sie gehen davon aus, dass die neue Energiequelle praktischer als Solar- oder Windenergie und mit Sicherheit günstiger als Brennstoffzellen sei. <% image name="Wald" %><p> Die Idee zur Nutzung von Bäumen entstand aus einer Untersuchung von Blitzen, die zu über 50 % aus dem Boden entstehen. Das System umfasst einen Metallstab, der in einen Baum eingebettet ist, einen im Boden verankerten Erdungsstab und die Verbindungsschaltung, die den Energieausstoß filtert und verstärkt. Die Experimentkonfiguration erzeugt 2,1 Volt, was genügt, um eine Nickel-Kadmium-Batterie mit LED-Lampe dauerhaft im aufgeladenen Zustand zu halten. "Stellen Sie sich die Umwelt als Batterie vor", so die Erfinder, "in diesem Fall ist der Baum der positive Pol und der Erdungsstab der negative Pol." Kurzfristig ließe sich das System verstärken, um 12 Volt und 1 Ampere zu erzeugen - genug, um Batterien für jede Art von Fahrzeug aufzuladen, einschließlich Elektrofahrzeugen. Mit einem Wechselstromkonverter seien auch Haushaltsanwendungen denkbar. <small> <b><u>Das Grundprinzip</u></b> lasse sich einfach demonstrieren: "Treiben Sie einen Dachnagel aus Aluminium 1,2 cm tief in einen Baum. Rammen Sie dann ein kupfernes Wasserrohr 19 - 22 cm in den Boden, besorgen Sie sich ein digitales Voltmeter und verbinden Sie ein Ende mit dem Rohr und das andere mit dem Nagel. Sie werden sehen, dass ein Wert von 0,8 bis 1,2 Volt Gleichstrom angezeigt wird", so der Erfinder. Es gäbe keine Beschränkungen, wie viel Strom aus einem einzelnen Baum erzeugt werden kann, gleich, wie viele "Zapfhähne" angebracht werden - jeder einzelne erzeugt 0,7 - 0,8 Volt. Die Größe des Baums scheint ebenfalls keine Rolle zu spielen. Interessant sei, dass die Ausgangsspannung im Winter auf 1,2 - 1,3 Volt ansteigt, obwohl herkömmliches Wissen darauf hinweist, dass der Baum einen Großteil seiner Energie von der Photosynthese durch seine Blätter bezieht. Patentiert: Strom aus dem Baum

CSC verlängert Outsourcing mit DuPont

Die Computer Sciences Corporation (<a href=http://www.csc.com>CSC</a>) hat seinen IT-Service-Vertrag mit <a href=http://www.dupont.com>DuPont</a> bis Dezember 2014 verlängert. Der IT-Dienstleister schätzt den Vertragswert auf 1,6 bis 2 Mrd $, abhängig von Marktschwankungen und den künftig erzielten Effizienzsteigerungen. CSC verlängert Outsourcing mit DuPont <% image name="EDV" %><p> CSC begann seine Geschäftsbeziehung mit DuPont 1997 mit einem Zehn-Jahres-Vertrag über IT-Outsourcing-Services. CSC betreibt die IT-Systeme und -Infrastrukrur für DuPont und betreut ausgewählte Applikationen in mehr als 40 Ländern.

Forschen am Gen für erhöhte Salztoleranz

Der Schimmelpilz Eurotium herbatiorum überlebt auch den zehnfachen Salzgehalt von Meerwasser. Jetzt ist es Forschern der Uni Haifa gelungen, das Gen für die Salzresistenz in Brau-Hefe zu schleusen und diese so wesentlich widerstandsfähiger zu machen. <% image name="Gensequenz" %><p> Im Toten Meer beträgt der Salzgehalt 340 g/l Wasser. Unter diesen Umständen kann der Schimmelpilz überleben, weil die Zellen auf die unwirtliche Umgebung mit der Produktion von Glyzerin reagieren. Glyzerin verhindert nämlich, dass die Zellen Wasser verlieren. Das Forscherteam um den Evolutionsbiologen <a href=http://evolution.haifa.ac.il>Eviatar Nevo</a> haben ein Gen namens <b><u>EhHOG</u></b>, das mit der Herstellung des Glyzerins in Verbindung gebracht wird, isoliert und es in Brauhefe Saccharomyces cerevisiae geschleust. Tatsächlich erhöhte sich nicht nur die Salztoleranz der transgenen Hefe, sondern auch die Toleranz für Kälte und Hitze. Die Forscher hoffen nun, dass dieses Gen eventuell auch bei anderen Pflanzen zur Erhöhung der Toleranz für Salz und Temperaturextreme verwendet werden könnte. Seit Jahren beklagen Biologen nämlich die zunehmende Versalzung arider Regionen. Zahlreiche Nahrungspflanzen sind empfindlich gegen erhöhte Salzwerte im Boden. Eine Erhöhung der Salztoleranz könnte helfen, Pflanzen auch unter extremen Bedingungen zu züchten. Dass das Wissen um das Gen im Schimmelpilz auch Auswirkungen auf die Nahrungspflanzen haben könnte, ist allerdings zweifelhaft. Forschen am Gen für erhöhte Salztoleranz

Wieder bedeutender Gasfund in Österreich

Die <a href=http://www.omv.at>OMV</a> hat nach dem bedeutenden Fund im Frühjahr dieses Jahres einen weiteren substanziellen Gasfund im Wiener Becken getätigt. Wieder bedeutender Gasfund in Österreich <%image name="omvlogo" %><p> Die technisch herausfordernde Explorationsbohrung erschloss Gasvorkommen in einer Tiefe von rund 3.400 m. Die möglichen Reserven von rund 1,5 Mrd m3 entsprechen etwa einem Fünftel des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs und liegen über der österreichischen Jahresgasproduktion der OMV von 1,25 Mrd m3. Erste Tests ergaben eine maximale Förderrate von 600.000 m3/Tag. Mit dem Start der Förderung ist 2007 zu rechnen. Die Lebensdauer des Feldes wird auf 10 bis 15 Jahre geschätzt. Insgesamt investierte die OMV 2004 und 2005 rund 150 Mio. Euro in die Aufsuchung und Gewinnung von Öl und Gas in Österreich. Aufgrund des hohen Alters der Felder ist das ein schwieriges Unterfangen und nur dank 3D-Seismik und modernster Tiefbohrtechnik möglich. 19 Bohrungen wurden in diesen beiden Jahren in Österreich abgeteuft – eine Bohrmeterleistung von 51.100 m. Die fündige Explorationsbohrung Ebenthal Tief 1 befindet sich 30 km nordöstlich von Wien, östlich der Ortschaft Ebenthal. Die OMV war bereits im Frühjahr mit der Bohrung Strasshof T4 auf große Gasvorkommen – rund 4 Mrd m3 – gestoßen, gemeinsam mit dem neuen Fund zeichnet sich damit für das österreichische Explorationsgeschäft der OMV ein Rekordjahr ab. Derzeit verfügt die OMV in Österreich über sichere Öl- und Erdgasreserven von 150 Mio. boe. Ziel der OMV ist es, die österreichische Öl- und Gasförderung von derzeit 40.000 boe/d bis 2010 um ein Viertel auf 50.000 boe/d zu erhöhen. 12 % der von OMV geförderten Öl- und Gasmengen werden derzeit in Österreich produziert.

Dezember 20th

Displays mit Durchblick

Anzeigen mit organischen Leuchtdioden leuchten brillant, waren bisher aber undurchsichtig. Mit transparenten Leuchtdioden eröffnen sich neue Anwendungen: OLEDs lassen sich mit klassischen LCDs verheiraten und machen Verbundgläser zu Infotafeln. Displays mit Durchblick <% image name="OLED" %><p> <small> Transparente organische Leuchtdioden leuchten in verschiedenen Farben. So werden Displays mit beliebigen Mischfarben möglich. © Fraunhofer IAP </small> Wissenschaftlern vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung <a href=http://www.iap.fraunhofer.de>IAP</a> in Potsdam ist es nun gelungen, mit leuchtenden Polymeren transparente OLED-Anzeigen zu bauen. Deren Helligkeit, Lebensdauer und Wirkungsgrad ist so hoch, dass erste kommerzielle Anwendungen absehbar sind. Möglich wurde das durch eine neue Art von Metallelektroden, welche die Polymerschicht mit Strom versorgt. Dank ihrer Transparenz können OLED-Anzeigen mit den klassischen und mittlerweile sehr hoch entwickelten TFT-Flüssigkristalldisplays der verschiedensten Geräte kombiniert werden. Dabei denken die Forscher daran, zusätzliche Funktionen oder Warnhinweise als leuchtende oder blinkende Flächen und Symbole direkt in das OLED-Display zu integrieren. Durch Kombination der beiden Anzeigetypen lässt sich die Informationsdichte auf gleicher Fläche erhöhen. Der Kooperationspartner Optrex Europe GmbH im hessischen Babenhausen hat bereits Demonstratoren solcher hybrider Anzeigen erstellt. Wenn künftig größere Flächen beherrschbar werden, ließen sich die leuchtenden Polymere auch in Verbundgläser einbringen. So würden aus Windschutzscheiben von Autos oder Fassadenelementen Anzeigetafeln, die den Durchblick kaum trüben. Ein Novum sind zweifarbige transparente Anzeigen: Durch Farbmischung werden nun vollkommen neue Effekte und Anwendungen möglich. <small> 2005 werden mit OLED-Displays weltweit rund 550 Mio € umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von knapp 60 %. Eingebaut werden die meist noch kleinen, selbst leuchtenden Anzeigen derzeit vor allem in Mobiltelefone und MP3-Player. </small>

Satraplatin: GPC Biotech und Pharmion kooperieren

<a href=http://www.gpc-biotech.com>GPC Biotech</a> und <a href=http://www.pharmion.com>Pharmion</a> haben einen Entwicklungs- und Lizenzvertrag für die Vermarktung von Satraplatin abgeschlossen. Gemäß den Vereinbarungen erhält Pharmion für eine Vorauszahlung von 37,1 Mio $ die Vermarktungsrechte für Europa, die Türkei, Nahost, Australien und Neuseeland. <% image name="Satraplatinkapsel" %><p> <small> Die Unternehmen werden Satraplatin in verschiedenen Tumorarten untersuchen und die Entwicklungskosten teilen. </small> Pharmion hat sich über die Vorauszahlung hinausgehend zu einer weiteren Zahlung von 22,2 Mio $ verpflichtet. Für das Erreichen bestimmter Meilensteine bei der Einreichung der Zulassungsdokumente sowie der ersten Zulassung selbst wurden Zahlungen in Höhe von 30,5 Mio $ vereinbart. Bei bis zu 5 weiteren Zulassungen der EMEA für andere Indikationen erhält GPC Biotech zusätzliche Zahlungen in Höhe von bis zu 75 Mio $. Zudem wird GPC Biotech eine prozentuale Umsatzbeteiligung zwischen 26 und 30 % erhalten, wenn die Umsätze mit Satraplatin im Lizenzierungsgebiet bis zu 500 Mio $ erreichen oder eine Beteiligung von 34 % an den Umsätzen im Lizenzierungsgebiet, wenn diese 500 Mio $ übersteigen. Außerdem wird Pharmion Meilensteinzahlungen von bis zu 105 Mio $ an GPC Biotech leisten, wenn bestimmte Jahresumsätze in den Pharmion-Gebieten erreicht werden. <small> <b><u>Satraplatin</u></b> gehört zur Medikamentenklasse der Platin-Derivate, die in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil moderner Chemotherapien bei der Behandlung unterschiedlicher Krebserkrankungen wurden. Im Gegensatz zu den derzeit verfügbaren Vertretern dieser Wirkstoffklasse, die alle intravenös verabreicht werden müssen, können Patienten Satraplatin als Kapsel einnehmen. Satraplatin befindet sich derzeit in der Phase-3. Diese Studie soll als Grundlage für den Zulassungsantrag als Zweitlinien-Chemotherapie in Europa und den USA dienen. Pharmion will den Zulassungsantrag dafür 2007 in Europa einreichen. </small> Satraplatin: GPC Biotech und Pharmion kooperieren

US-Zulassung für Nierenkrebsmittel Sorafenib

Schneller als erwartet hat die FDA den von <a href=http://www.bayerhealthcare.com>Bayer HealthCare</a> und <a href=http://www.onyx-pharm.com>Onyx Pharma</a> entwickelten Wirkstoff Sorafenib gegen fortgeschrittenes Nierenkarzinom zugelassen. US-Zulassung für Nierenkrebsmittel Sorafenib <% image name="Nexavar" %><p> Das Medikament wird jetzt unter dem Handelsnamen <a href=http://www.nexavar.com>Nexavar</a> an die Apotheken ausgeliefert. Der orale Multi-Kinase-Hemmer ist die erste neue Behandlungsoption für diese Krebsart seit über zehn Jahren. Bayer-Chef Werner Wenning sieht in der positiven FDA-Entscheidung "eine Bestätigung für die Neuausrichtung des Pharmageschäfts und einen Erfolg für den Aufbau des Bereichs Onkologie". Die Zulassung basiert auf der bisher größten Studie an Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs, an der international 130 Zentren beteiligt waren. Unter der Therapie mit Nexavar hat sich das progressionsfreie Überleben annähernd verdoppelt. Bayer hat auch bei der EMEA einen Zulassungsantrag gestellt - Nexavar könnte bis Ende 2006 auch in der EU auf den Markt kommen. <b><u>Die neuen Krebs-Therapien</u></b> halten das Tumorwachstum auf, indem sie die Wachstumssignale unterbrechen und/oder die Blutversorgung des Tumors stoppen. Diese zytostatischen Therapien haben weniger Nebenwirkungen als die älteren zelltötenden (zytotoxischen) Medikamente. <b><u>Nexavar</u></b> ist der erste orale Multi-Kinase-Hemmer, der Serine/Threonin-Kinasen und Rezeptor-Tyrosin-Kinasen in den Tumorzellen und in den Tumorgefäßen angreift. In präklinischen Modellen wirkte Nexavar auf beide Kinase-Klassen, die am Tumorwachstum und an der Angiogenese (Versorgung des Tumors mit Blut) mitwirken und wichtige Voraussetzungen für das Krebswachstum sind. Dazu gehören die RAF Kinase, VEGFR-2, VEGFR-3, PDGFR-ß, KIT und FLT-3. <small> Aktuell werden mit Sorafenib auch Phase-III-Studien zur Therapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms (Leberkrebs) und des metastasierenden Melanoms (Hautkrebs) durchgeführt. Im ersten Halbjahr 2006 ist der Start einer Phase-III-Studie an Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom geplant. </small>

Lanxess verkauft Business Unit Paper an Kemira

<a href=http://www.lanxess.de>Lanxess</a> verkauft seine Business Unit Paper für 88 Mio € an den finnischen Chemiekonzern <a href=http://www.kemira.com>Kemira Oyj</a>. Die Business Unit Paper erzielte 2004 einen Umsatz von rund 240 Mio €. Lanxess verkauft Business Unit Paper an Kemira In der Papierbranche schreite die Konsolidierung weiter fort. „Hinzu kommt, dass viele Kunden von einem Anbieter global die komplette Leistungspalette verlangen. Dieses Spektrum deckte unsere Business Unit jedoch nicht ab“, so Lanxess-Chef Axel C. Heitmann. Der Leverkusener Konzern hatte daher im April die Prüfung von strategischen Optionen für den Bereich angekündigt. Nach den defizitären Geschäftsjahren 2003 und 2004 konnte sich die Business Unit zuletzt besser entwickeln. <table><td> <% image name="Lanxess_Headquarter" %></td> <td> Nachdem Lanxess in den vergangenen Wochen den bevorstehenden Verkauf seines Dorlastan-Geschäfts an die japanische Asahi Kasei Fibers und die Desinvestition der Rhein Chemie-Tochter iSL-Chemie bekannt gegeben hatte, wird mit der Abgabe der Business Unit Paper eine weitere bedeutende Maßnahme zur Optimierung des Portfolios realisiert.<p> Die Business Unit Paper beschäftigt 375 Mitarbeiter in Leverkusen und in Bushy Park, South Carolina. Das breite Sortiment umfasst Farbstoffe, Weißtöner, Leimungs- und Verfestigungsmittel sowie Retentionsmittel. </td></table> <small> <b><u>Kemira</u></b> ist ein Chemiekonzern mit den Schwerpunkten Zellstoff-, Papier- sowie Wasserchemie. 2004 erzielte Kemira mit über 7.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,5 Mrd €. </small>

Wie ein Duft im Fliegenhirn Gefahr signalisiert

Nur wenige Sinnesreize sind für das Verhalten und Überleben von Belang. Wie aber machen diese Reize im Gehirn deutlich, dass sie besonders wichtig sind? Darauf haben Forscher vom Biozentrum der Uni Würzburg eine Antwort gefunden. Wie ein Duft im Fliegenhirn Gefahr signalisiert <% image name="Taufliege1" %><p> <small> Diese Taufliege wurde unter dem Objektiv eines Mikroskops so befestigt, dass durch eine kleine Öffnung in ihrer Kopfkapsel das Gehirn sichtbar wird. Das Tier ist genetisch so verändert, dass es in ausgewählten Nervenzellen ein Fluoreszenz-Protein produziert, und zwar abhängig von der Aktivität der Zellen. So lassen sich die Gehirnaktivitäten im Bild festhalten. &copy; Thomas Riemensperger </small> Die Umwelt wird im Gehirn des Menschen durch die Aktivität vieler tausender Nervenzellen abgebildet. Permanent werden dort Farben, Formen, Düfte und andere Reize registriert. Die meisten davon sind für das Verhalten wenig bedeutsam. Manche Reize haben aber eine ganz besondere Bedeutung und rufen eine Reaktion hervor. Der Duft von Essen etwa lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen - damit bereitet sich der Organismus auf den Verdauungsprozess vor. Diese bedeutsamen Reize müssen nicht angeboren sein, sondern können auch erlernt werden. "Wir haben uns gefragt, wie die Relevanz eines Reizes im Gehirn repräsentiert wird", sagt der Würzburger Forscher <a href=mailto:andre.fiala@biozentrum.uni-wuerzburg.de>André Fiala</a>. Um dies auf der Ebene einzelner Nervenzellen zu untersuchen, verwendeten die Wissenschaftler Fruchtfliegen. Die nur gut zwei Millimeter großen Fliegen haben ein Gehirn, das ganz ähnliche Aufgaben lösen kann wie das Denkorgan des Menschen. Bekommen die Insekten in einer Art Training einen neutralen Geruch vorgesetzt und gleichzeitig einen kleinen Elektroschock verpasst, so gehen sie dem Duft bald aus dem Weg. Sie lernen, den zunächst unbedeutenden Reiz mit Gefahr zu assoziieren. "Während eines solchen Trainings haben wir mit mikroskopischen Methoden die Aktivität ganz bestimmter Nervenzellen im Gehirn der Fliegen beobachtet", erklärt Fiala. Diese Zellen, die den Botenstoff Dopamin ausschütten, sind bei einem Elektroschock besonders aktiv. Nachdem die Fliege gelernt hat, dass ein Duft diese gefährliche Situation vorhersagt, antworten die Zellen verstärkt auf den Duft hin: Dieser hat plötzlich eine Bedeutung erlangt, und die Nervenzellen schütten nun deutlich länger Dopamin aus als vorher. Menschengehirne arbeiten laut Fiala ganz ähnlich. Auch sie schütten Dopamin aus, wenn ein bedeutsamer Reiz auftritt. Allerdings seien es bei Säugetieren belohnende Reize, die diese Nervenzellen aktivieren. Dennoch scheinen die Prinzipien, wie Reize bewertet und im Gehirn verarbeitet werden, bei Fliegen ähnlich zu funktionieren wie bei Menschen. "Dieser Befund erlaubt uns nun, die Vorgänge im Fliegengehirn genauer unter die Lupe zu nehmen und dadurch etwas über unser eigenes Gehirn zu lernen." <% image name="Taufliege2" %><p> <small> Hier wurden bestimmte Nervenzellen der Taufliege durch grüne Fluoreszenz sichtbar gemacht. Sie alle enthalten den Transmitter Dopamin, der auch im Gehirn des Menschen an Lernvorgängen beteiligt ist. In der Fliege verstärkt sich die Antwort dieser Zellen auf einen bestimmten Duft, wenn dieser zuvor mit einem Elektroschock gepaart wurde (assoziatives Lernen). </small>

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