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May 9th, 2007

Bayer erweitert Anlagen für Lack- und Klebstoffrohstoffe

<a href=http://www.bayerbms.de>Bayer MaterialScience</a> baut ihren wichtigsten Produktionsstandort für Lack- und Klebstoff-Rohstoffe in Fernost aus. In Shanghai ist die Errichtung einer neuen Produktionsanlage für wässrige Polyurethan-Dispersionen mit einer Jahreskapazität von 20.000 t bis zum zweiten Quartal 2008 geplant. <% image name="Bayer_Shanghai3" %><p> Während der zweiten Jahreshälfte 2007 soll dort zudem die jährliche Produktionskapazität für das aromatische Polyisocyanat <b>Desmodur L</b> auf 20.500 t erhöht werden. Dies entspricht fast einer Verdopplung der ursprünglichen Anlagenkapazität von 11.000 Jahrestonnen, die im Januar 2005 in Betrieb genommen wurde. Ebenfalls bis Ende 2007 soll die jährliche Kapazität für aromatische Typen der Reihe <b>Desmodur IL</b> auf 5.500 t verdoppelt werden. Bis Anfang 2008 ist ferner eine Steigerung der Produktion von aliphatischen Polyisocyanaten der <b>Desmodur N</b>-Serie geplant. Die existierende Anlage mit 11.500 Jahrestonnen Kapazität soll entsprechend der Marktentwicklung erweitert werden. <small> <u>Wässrige Polyurethan-Dispersionen</u> werden in Lack- und Klebstoffformulierungen, Textil- und Lederbeschichtungen sowie Glasfaserschichten dort eingesetzt, wo lösemittelhaltige Systeme nur eingeschränkt oder nicht mehr zugelassen sind. Beispiele dafür sind Verklebungen von Sohlen hochwertiger Sportschuhe, die Folienlaminierung von Möbelfronten, die Beschichtung von Möbeln und Parkett, die Lackierung von Fahrzeugen, Kunststoffteilen und Industriegütern sowie Verklebungen im Automobil-Innenraum. <u>Desmodur L und IL</u> sind Schlüsselrohstoffe für die Holz- und Möbellackierung. Ersteres findet zudem Anwendung in der Formulierung von Klebstoffen, insbesondere für flexible Verpackungen. Wie kürzlich bekannt gegeben, plant Bayer in Shanghai die Errichtung einer <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/5075>TDI-World-Scale-Anlage</a> (Toluylen-Diisocyanat) - neben der Anwendung in Polstermöbeln, Matratzen und Autositzen dient TDI auch als Ausgangsstoff für Desmodur L und IL. 2010 wird die Rohstoffversorgung für diese aromatischen Polyisocyanate weitgehend rückwärts integriert sein. <u>Desmodur N</u> wird als Polyurethan-Rohstoff vor allem in Automobil-, Industrie- und Kunststofflacken eingesetzt. Der steigenden Bedeutung dieses Polyisocyanats trägt Bayer auch durch die Errichtung einer neuen Anlage für die Herstellung des Vorprodukts Hexamethylen-Diisocyanat (HDI) Rechnung, die im September 2006 in Shanghai offiziell eingeweiht wurde. Die Rohstoffversorgung für Desmodur N ist damit bereits rückwärts integriert. Die HDI-Anlage verfügt über eine Kapazität von 30.000 Jahrestonnen und kann bei Bedarf in einem zweiten Schritt erweitert werden. </small> Bayer erweitert Anlagen für Lack- und Klebstoffrohstoffe

Deutschland forciert RNA-Forschung

Die Rolle der RNA erforschen Wissenschaftler deutschlandweit im Schwerpunktprogramm "Sensorische und regulatorische RNAs in Prokaryoten" unter Koordination von Franz Narberhaus in <a href=http://www.ruhr-uni-bochum.de/mikrobiologie>Bochum</a>. 23 Einzelprojekte wurden aus 38 Anträgen für die erste Förderperiode ausgewählt. Das Programm wird über 6 Jahre mit 8 Mio € gefördert. Deutschland forciert RNA-Forschung <table> <td><% image name="RNA_Thermometer" %></td> <td> Dass die RNA nicht nur Vermittler zwischen der in der DNA gespeicherten Erbinformation und den Proteinen ist, sondern eigenständige Funktionen in der Zelle erfüllt, ist eine neue Erkenntnis, die das zentrale Dogma der Molekularbiologie erschüttert hat. Die Bedeutung RNA-abhängiger Kontrollprozesse wurde durch die Vergabe des Nobelpreises für den RNAi-Mechanismus 2006 gewürdigt. Die Erkennung und Weiterleitung intrazellulärer Signale durch RNA-Molekülen ist bei Bakterien, Pflanzen und Tieren verbreitet. Den Wissenschaftlern geht es jetzt darum, <b>bekannte RNA-abhängige Regulations-Mechanismen zu verstehen und neue zu entdecken.</b> Zu den untersuchten Modellorganismen gehören Boden- und Meeresbakterien ebenso wie pathogene und symbiontische Mikroorganismen. Bei verschiedenen Teilprojekten wird eine spätere biotechnologische oder medizinische Anwendung angestrebt. </td> </table> <small> Struktur eines bakteriellen RNA-Thermometers, das auf Temperaturschwankungen reagiert. </small>

BASF erweitert THF-Kapazität in Ludwigshafen

Die <a href=http://www.basf.de/zwischenprodukte>BASF</a> erweitert bis Jahresende am Standort Ludwigshafen ihre Produktionskapazität für das chemische Zwischenprodukt Tetrahydrofuran (THF) um 30.000 auf dann 210.000 Jahrestonnen. Die BASF produziert THF in Europa, NAFTA und Asien. <% image name="OMV_Destillierkolben" %><p> <small> Durch die Erweiterung soll in erster Linie die Versorgung des wachsenden Bedarfes der europäischen Pharma-Industrie mit THF sichergestellt werden. </small> THF eignet sich besonders gut für den Einsatz in anspruchsvollen wasserempfindlichen Reaktionen, wie sie bei der Herstellung von Pharma-Wirkstoffen häufig vorkommen. Basis dabei sind metallorganische Verbindungen, die sich beim Kontakt mit Wasser zersetzen, zum Beispiel Grignard-Reagenzien. Die BASF bietet als einziger Anbieter hochreines THF mit einem Restwassergehalt von maximal 0,01 %. Zudem dient THF als Basis zur Herstellung von PolyTHF. PolyTHF ist ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von hochelastischen Spandex-Fasern für den Textilbereich, zum Beispiel für Sport- und Badebekleidung. Daneben dient PolyTHF als Zwischenprodukt für thermoplastische Polyurethane (TPU), aus denen etwa hochabriebfeste und flexible Schläuche, Folien und Kabelummantelungen hergestellt werden. Weitere Anwendungen sind thermoplastische Polyetherester und Polyetheramide bzw. Gießelastomere, die zum Beispiel für die Produktion von Rollen für Skateboards und Inlineskater benötigt werden. BASF erweitert THF-Kapazität in Ludwigshafen

May 8th

Andritz beliefert größte Zellstoff-Fabrik der Welt

Der Grazer Technologiekonzern <a href=http://www.andritz.com>Andritz</a> erhielt den Auftrag zur Lieferung einer kompletten Faserlinie, einer Zellstofftrocknungsanlage mit Ballenlinien und einer Weißlaugenanlage für die größte Zellstoff-Fabrik der Welt, die in Brasilien errichtet wird. <% image name="Andritz" %><p> Die neue Anlage - mit einer Auslegungskapazität von 1,25 Mio t pro Jahr - wird gebleichten Eukalyptus-Marktzellstoff herstellen. Die Inbetriebnahme ist für 2009 vorgesehen. Der Auftragswert beträgt über 200 Mio €. Die Auftragserteilung erfolgte über den Kontraktor Poyry Empreendimentos Industriais S.A., der von Chamflora - einer Tochter von International Paper - mit der Errichtung der Zellstofffabrik am Standort Três Lagoas, Mato Grosso do Sul, beauftragt wurde. Das Projekt wurde im Rahmen eines Asset-Deals erst kürzlich von International Paper an Votorantim Celulose e Papel (VCP) übertragen. Durch den Einsatz modernster Technologie wird die Faserlinie höchste Ausbeute und Wascheffizienz bei minimalem Chemikalienverbrauch erzielen. Der Zellstofftrockner mit einer Arbeitsbreite von 9,334 m basiert auf der Doppelsiebformertechnik und hat sich in einer Reihe von Zellstofffabriken mit hoher Produktionsleistung bewährt. Der Andritz-Lieferumfang umfasst Technologie, Ausrüstungen, Basis- und Detailengineering, mechanische und elektrische Montage, Montageüberwachung, Inbetriebnahme und Schulung. Andritz beliefert größte Zellstoff-Fabrik der Welt

4SC hält Vogelgrippe-Viren in der Maus in Schach

Das deutsche Biotech <a href=http://www.4sc.com>4SC</a> hat gemeinsam mit dem Institut für Molekulare Virologie der Uni Münster einen wichtigen Meilensteins bei der Entwicklung eines neuen Medikaments zur Behandlung von Influenza-Virusinfektionen erreicht. 4SC hält Vogelgrippe-Viren in der Maus in Schach <% image name="4SC_Logo" %><p> Im Rahmen der bereits im April 2006 begonnenen Kooperation gelang es nun zu zeigen, dass Mäuse, die mit hochpathogenen Vogelgrippe-Viren infiziert wurden, durch die Behandlung mit SC75741 wirksam geheilt werden können. Im weiteren Verlauf der Kooperation sollen nun SC75741 sowie verwandte Substanzen weiterentwickelt werden, um einen geeigneten Medikamentenkandidaten für die klinische Entwicklung bereitzustellen. Ziel ist es, ein entsprechendes Medikament als hochwirksames Notfallpräparat zur Behandlung hochpathogener Influenza-Virusinfektionen auf den Markt zu bringen. Nach dem erfolgreichen präklinischen Proof of Concept führt 4SC nun erste Gespräche mit möglichen Entwicklungspartnern aus der Pharmaindustrie. Aufgrund des hohen Interesses an einer Pandemievorsorge ist 4SC auch im Dialog mit verschiedenen Regierungsorganisationen in Europa und den USA. <small> <b>SC75741</b> verhindert die Vermehrung von Influenza-Viren - etwa die hochgradig pathogenen H5N1- und H7N7-Viren - und damit die Infektion neuer Zellen. Darüber hinaus wird dadurch auch die Ausschüttung von Zytokinen (der "Zytokin-Sturm") drastisch reduziert. </small>

May 7th

ACAT vertreibt Geruchs-Monitoring in Europa

Die Wiener Applied Chemicals (<a href=http://www.acat.com>ACAT</a>) hat einen Vertrag mit der kanadischen <a href=http://www.odotech.com>Odotech</a> für den Europa-Vertrieb des OdoWatch-Systems unterzeichnet - ein Geruchsüberwachungs-System, das die Industrie mit Echtzeit-Informationen über erzeugten Geruch und daraus resultierende Belastungen versorgt. <% image name="ACAT_e-nose" %><p> <small> Die Geruchsmessung im Gelände kann nun auch automatisch erfolgen. Derartige Informationen sind für die Erfüllung der Umweltgesetze wertvoll. </small> Viele Industrieanlagen produzieren Geruchsemissionen, die mit OdoWatch sehr leicht überwacht werden können. Dazu zählen etwa Tierkörperverwertungsanlagen, Schlachthäuser, Massentierhaltungen, Lebensmittelverarbeiter, Futtermittelfabriken, Mülldeponien und Kompostieranlagen. <% image name="ACAT_Geruchsfahne" %><p> Ein OdoWatch-System besteht aus einer Vielzahl elektronischer Nasen (e-Nasen), einer Wetterstation und einer zentralen Kontrolleinheit (CCU). Jede e-Nase entnimmt aus der Luft Proben, analysiert sie und übermittelt der CCU die gemessenen Daten. In der CCU werden die einlangenden Geruchs- und Wetterdaten ausgewertet, um auf einem Bildschirm die Überlagerung der Geruchsfahne darzustellen. Während bisher nur einfache Schnappschüsse in der atmosphärischen Geruchsmessung möglich waren, liefert OdoWatch im Vergleich dazu gewissermaßen eine moderne Videoüberwachungskamera. ACAT vertreibt Geruchs-Monitoring in Europa

Antikes Zentrum zur Purpur-Gewinnung untersucht

Forscher der Veterinärmedizinuni Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben im antiken Andriake die Purpur-Produktion in spätrömischer Zeit nachgewiesen: Das geringe Todesalter der Purpurschnecken lässt auf Überbeanspruchung der natürlichen Schneckenbestände schließen. Antikes Zentrum zur Purpur-Gewinnung untersucht <% image name="VUW_Andriake" %><p> In Andriake, der alten Hafenstadt von Myra (heute Demre) in der Türkei, wurden im Sommer 2003 auffällig viele Schalenbruchstücke von Purpurschnecken gefunden, was die Vermutung nahelegte, dass sich dort eine Produktionsstätte von Purpurfarbe befunden hat. Gerhard Forstenpointner, Alfred Galik und Gerald Weissengruber von der Veterinärmedizinuni Wien haben den gut erhaltenen Ort mit Wissenschaftern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersucht. Andriake ist demnach etwa im 6. Jahrhundert nach Christus ein wichtiger Purpurproduktionsort gewesen. Die Vermessungen lassen auf Schalenablagerungen im Umfang von 300 m3 schließen. „Selbst nach vorsichtigen Schätzungen kommen wir auf etwa 60 Mio Schnecken, die hier verarbeitet wurden“, so Forstenpointner. „Diese hohe Zahl an Purpurschneckenfragmenten macht die Fundstätte in Andriake zu einem der bedeutendsten Produktionsorte der Antike.“ <% image name="VUW_Schalenfragmente" %><p> Auffällig an den untersuchten Proben ist auch die Kleinheit und damit das niedrige Alter der verarbeiteten Schnecken. In den oberen Ablagerungsschichten stammen nur etwa 10 % der gefundenen Fragmente von erwachsenen Schnecken. Das weist darauf hin, dass sich die Altersverteilung innerhalb der intensiv befischten Population verlagerte und die Zahl der Purpurschnecken zurückging. Womöglich hat daher die Ausbeutung sogar zum Zusammenbruch der Schneckenbestände und somit zum Untergang der Purpurproduktion in Andriake geführt. <small> <b>Purpur</b> wird heute kaum noch als Farbstoff eingesetzt, aber es war (und ist) einer der teuersten Farbstoffe der Welt. Er wird aus einer Drüse (daher die Zerkleinerung) der Meeresschnecken Brandhorn (Murex brandaris), Purpurschnecke (Hexaplex trunculus) und Rotmund-Leistenschnecke (Thais haemastoma) gewonnen, wobei für 1 g Farbe tausende von Schnecken verarbeitet werden müssen. Das Tragen purpurfarbener Kleidung war Zeichen hohen Ranges und zeitweilig ausschließlich Senatoren und Caesaren vorbehalten. </small>

2006: Agrana knapp am 2 Mrd €-Umsatz

<a href=http://www.agrana.com>Agrana</a> erzielte im Geschäftsjahr 2006|07 ein Umsatzwachstum von 28 % auf 1,92 Mrd €. Das EBIT stieg um 41 % auf 105,8 Mio €. Der Konzernjahresüberschuss konnte trotz höherer Steueraufwendungen um 10 % auf 71,1 Mio € gesteigert werden. <% image name="Agrana_Logo" %><p> <small> Mittlerweile entfallen rund 48 % des Agrana-Umsatzes auf Frucht, 41 % auf Zucker und 11 % auf Stärke. </small> Ausschlaggebend für die Umsatzausweitung war das organische Wachstum in den Segmenten Stärke und Frucht, wobei Frucht erstmals zum stärksten Umsatzträger wurde. Darüber hinaus trugen Geschäftsjahresanpassungen der Fruchtgesellschaften vom Kalenderjahr auf das Agrana-Geschäftsjahr zum Umsatzanstieg bei. Das Operative Ergebnis erhöhte sich trotz der Belastungen aus der EU-Zuckermarktordungsreform und der gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten um 8 % auf 107 Mio €. Infolge der Anlaufkosten aus der Errichtung der Bioethanolanlage in <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/4212>Pischelsdorf</a> resultierte ein Ergebnis aus Sondereinflüssen von minus 1,2 Mio €, was zu einem Ergebnis der Betriebstätigkeit von 105,8 (<a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/3401>Vorjahr</a> 75) Mio € führte. 2006: Agrana knapp am 2 Mrd €-Umsatz

Messer-Gruppe durchbricht die Milliarden-Schallmauer

Die Gesamtumsätze aller Unternehmen der Familie <a href=http://www.messer.de>Messer</a> überschritten 2006 erstmals 1 Mrd €. Die für Industriegase zuständige Messer Group erzielte dabei einen Jahresumsatz von 630 Mio €, ein Plus von 9,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Das EBITDA belief sich auf 144 Mio €, das ist eine Steigerung von 4,3 %. <% image name="Messer_Druckgasflaschen" %><p> Die Messer Eutectic Castolin Gruppe, der Geschäftsbereich der Schweiß-, Schneid- und Beschichtungstechnik der Unternehmerfamilie, hat 2006 seinen Umsatz um fast 20 % auf 437 Mio € gesteigert. Investiert wurden von der Messer-Gruppe im Geschäftsjahr 2006 mehr als 150 Mio € in den Kernmärkten in Europa und Asien investiert. Im serbischen Smederevo hat Messer eine Produktionsanlage mit einem Investitionsvolumen von 44 Mio € in Betrieb genommen - die doppelsäulige Luftzerlegungsanlage versorgt unter anderem US Steel mit Stickstoff und Sauerstoff. In China wurden 37 Mio € in neue Produktionsanlagen für Industriegase investiert. <b>In Österreich</b> sprudelt seit kurzem in den Getränken dreier Produktionsstandorte der Coca-Cola-Gruppe die Kohlensäure von Messer. Messer-Gruppe durchbricht die Milliarden-Schallmauer

Biotech könnte Jobmotor in Deutschland werden

Der Biotech-Standort Deutschland hat gute Chancen, künftig im internationalen Wettbewerb eine wichtige Rolle zu spielen. Das Fraunhofer ISI rechnet mit erheblichen Beschäftigungszuwächsen bis 2020. <% image name="Forscherin" %><p> <small> In der deutschen Chemieindustrie basieren heute bereits 4-6 % des Umsatzes auf Biotechnologie, in der Pharma-Industrie sind es 11-18 % und in der Umweltbiotechnik 13-18 %. </small> Bis 2020 dürfte der durch Biotechnologie getriebene Umsatzanteil in wichtigen Anwenderbranchen (Chemie, Pharma, Lebensmittel, Landwirtschaft, Umweltbiotechnik) deutlich ansteigen, in einzelnen Branchen um bis zu 200 %. "Der Standort Deutschland ist in vielen Biotech-Segmenten gut positioniert und hat daher große Chancen, künftig im internationalen Wettbewerb eine zentrale Rolle zu spielen", so ISI-Projektleiter Michael Nusser. Zu den <u>Stärken</u> gehören unter anderem das hoch qualifizierte Personal, die ausdifferenzierte Forschungslandschaft, wettbewerbsfähige industrielle Anwenderbranchen, große inländische Absatzmärkte und ein guter Zugang zu den Exportmärkten. <u>Allerdings</u> wird es künftig voraussichtlich Personalengpässe beim qualifizierten Personal geben, zudem investieren die deutsche Industrie und der deutsche Staat im internationalen Vergleich zu wenig in zukunftsgerichtete Bildung, Forschung und Entwicklung. Bei der Bereitstellung von Biotech-Know-how in Forschungseinrichtungen, Universitäten, kleinen und mittleren Biotechs und Biotech-Ausstattern sowie Pflanzenzüchtern besteht derzeit ein Beschäftigungspotenzial von rund 90.000 direkten Biotech-Arbeitsplätzen (ohne Vorleistungseffekte). Bis 2020 ist mit einem Wachstum von 10-20 % zu rechnen. Ein erheblich größeres Beschäftigungspotenzial ergibt sich aus der Nutzung der Biotechnologie in bedeutenden Anwenderbranchen. Rechnet man die Zahlen zusammen, so steigen die direkten Beschäftigungseffekte in den nachgelagerten Anwenderbranchen (Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie sowie Landwirtschaft und Umweltbiotechnik) bis 2020 im Fall einer "langsamen Biotech-Marktdurchdringung" auf etwa 272.000 und bei einer schnellen Durchdringung auf rund 483.000 an. Zudem gelangen die Experten zum Ergebnis, dass die indirekten Beschäftigungspotenziale der Biotechnologie in den vorgelagerten Zuliefererindustrien größer sind als in der direkten Anwendung: 2020 etwa bewegen sich diese Arbeitsplätze in Zulieferersektoren in einem Korridor zwischen 369.000 und 682.000 Arbeitsplätzen. Biotech könnte Jobmotor in Deutschland werden

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