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April 27th, 2007

plastic-worX kreiert Kunststoff- statt Metallteile

Vier fränkische Spezialfirmen propagieren den Umstieg von Metall- auf Kunststoffteile und haben sich dazu für die Entwicklung, die Prototypenproduktion, Formen-Fertigung und Spritzgieß-Produktion im Verbund <a href=http://www.plastic-worxx.de>plastic-worX</a> zusammengetan. <% image name="plastic-worx_Wasserzaehler" %> <p> <small> Das zylindrische Teil mit den inneren Verstrebungen ist aus PA6T (Polyamid 6, Handelsname Grivory HTV5x1) mit Talkuum-Zusatz. Der Gebrauchsgegenstand findet sich in jedem Haus – das Gehäuse einer Wasseruhr: Eines der ersten Produkte aus der Produktion von plastic-worX. </small> Bisherige Metallteile sollen dabei neu konstruiert, optimiert und gestaltet werden, sodass sie sich aus den modernen Kunststoffen erheblich günstiger herstellen lassen. Wo bisher Gussteile und Pressteile aus Metall eingesetzt waren, wo bisher zerspant, sandgeformt und metallgegossen wurde, sollen leichte Teile aus Kunststoff - faser- oder granulatverstärkt, hitze- und kälteresistent, hochfest und hygienisch - einziehen. plastic-worX setzt sich zusammen aus der <a href=http://www.frank-praezision.de>Frank Präzision GmbH</a>, der <a href=http://www.bierleinundschwarz.de>Bierlein & Schwarz KG</a>, <a href=http://www.proma-engineering.com>Proma high quality engineering GmbH</a> und der <a href=http://www.protoform.com>Protoform K. Hofmann GmbH</a>. Diese Unternehmen unterstützen mit einer lückenlosen Prozesskette beim Technologie-Transfer. <% image name="plastic-worx_Pumpengehaeuse" %> <p> <small> Pumpengehäuse, die früher aus massivem Stahlguss und Messing waren, werden zu Bauteilen aus leichten Kunststoffen umgewandelt. </small> Der noch junge Verbund hat bereits einige Musterprojekte vorzuweisen: Neben einem Wasserzähler aus Kunststoff PA6T mit Talkuum-Zusatz sind auch noch eine Serie Pumpengehäuse und Pumpendeckel des Pumpen-Herstellers Speck-Pumpen vorzuweisen. Diese klassischen Produkte haben sich bereits gewandelt: Statt Messing-Guss und Stahl-Gehäusen sind die Pumpengehäuse heute schon aus glasfaserverstärktem Kunststoff Polyphenylensulfid mit Glasfaserverstärkung, PPS-GF. <small> Hergestellt werden die Prototypen nach dem SPM-Verfahren von Frank Präzision. Es ermöglicht im Kurz-Durchlauf gefertigte Formwerkzeuge, mit denen sich sehr schnell Prototypen und Kleinserien in Originalmaterial und Serienqualität produzieren lassen. Die Spritzgieß-Formwerkzeuge können Abmessungen im Mikro-Bereich aufweisen oder aber bis zu 20 t schwer sein. Die Computersystem der Verbund-Firmen sind kompatibel und arbeiten mit aktuellen Daten-Protokollen. </small> plastic-worX kreiert Kunststoff- statt Metallteile

Degussa liefert H<small>2</small>O<small>2</small> für Sojus-Flüge im All

<a href=http://www.degussa.de>Degussa</a> und die russischen TsSKB Progress (Hersteller der Sojus-Rakete) und TsENKI (verantwortlich für deren Treibstoffversorgung) haben eine Absichtserklärung zur Lieferung hochkonzentrierten Wasserstoffperoxids unterschrieben. Die Vereinbarung bezieht sich auf 5 Sojus-Starts vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guyana, und umfasst 50 t bis Ende 2009. <table> <td><% image name="Degussa_Sojusrakete" %></td> <td align="right"> Die europäische ESA und die russische Roskosmos haben bereits im Vorfeld ein Abkommen zum Start von Sojus-Raketen aus Kourou geschlossen. „Wir errichten derzeit in Französisch-Guyana einen neuen Startkomplex für Sojus. Die Baustelle wurde Ende Februar eingeweiht“, sagt Harald Arend, Leiter des Programms Sojus im Raumfahrtzentrum Guyana bei der ESA, die das Weltraumprojekt finanziert. Der erste Start ist Ende 2008 geplant. H<small>2</small>O<small>2</small> wird in den Triebwerken der ersten beiden Stufen der Sojus-Rakete dazu benutzt, Kerosin und Flüssigsauerstoff durch Turbopumpen in die Brennkammern zu drücken. </td> </table><p> <small> Degussa, der zweitgrößte Hersteller von Wasserstoffperoxid, liefert das H<small>2</small>O<small>2</small> an russische Weltraumfirmen. </small> <table> <td> <small> <b>H<small>2</small>O<small>2</small></b> ist eines der ältesten Produkte der Degussa und gleichzeitig eines ihrer innovativsten. Degussa kann jährlich rund 600.000 t H<small>2</small>O<small>2</small> herstellen. Produktionsstätten gibt es in Deutschland, Belgien, Italien, Österreich, den USA, in Kanada, Brasilien, Korea, Indonesien, Neuseeland und Südafrika. Die größten Mengen gehen in die Zellstoffbleiche, das Altpapierrecycling und in die Waschmittelherstellung; die chemische Industrie nutzt es als Oxidationschemikalie. Weitere Anwendungen liegen im Umweltschutz, bei der Verpackungsdesinfektion und Reinigung von Abwasser sowie Trinkwasser. Auch plötzlich erblondete Haare lassen auf seinen Einsatz schließen. </small> </td> <td> <small> <b>H<small>2</small>O<small>2</small></b> sieht Wasser zum Verwechseln ähnlich. Im gängigen Produktionsprozess fällt es als wässrige Lösung an. Handelsübliche Konzentrationen liegen zwischen 30 und 70 %. Degussa stellt das H<small>2</small>O<small>2</small> nach einem selbst entwickelten Verfahren - dem Anthrachinonverfahren - her, das diese wässrigen Lösungen auf bis zu 98-prozentige Qualitäten aufkonzentrieren lässt. Gemeinsam mit ihrem US-Partner Headwaters arbeitet Degussa zudem an einem weiteren neuen Verfahren zur H<small>2</small>O<small>2</small>-Herstellung, wo es direkt aus Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt wird. </small> </td> </table> Degussa liefert H<small>2</small>O<small>2</small> für Sojus-Flüge im All

Invega: Vor EU-Zulassung zur Schizophreniebehandlung

<a href=http://www.janssen-cilag.com>Janssen-Cilag</a> hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel der EU eine positive Bewertung zu Invega erhalten - die EU-Zulassung der Paliperidon-Retardtabletten soll nun Mitte 2007 erfolgen. <% image name="Arztkittel" %><p> Der Zulassungsantrag für die Vermarktung der Paliperidon-Retardtabletten stützt sich auf ein globales, klinisches Entwicklungsprogramm, an dem mehr als 1.600 Patienten in 23 Ländern teilgenommen haben. Paliperidon-Retardtabletten verwenden die von <a href=hhttp://www.alza.com>ALZA</a> entwickelte OROS-Technologie für die verzögerte Freisetzung. Die Technologie wurde so entwickelt, dass der Wirkstoff nach einem einzigartigen Muster im Laufe von 24 h freigesetzt wird, was zu einer gleichmäßigen Blutplasmakonzentration führt. Die Paliperidon-Retardtabletten wurden von Johnson & Johnson Pharmaceutical Research and Development FDA im Dezember 2006 zugelassen und werden in den USA von Janssen L.P. vertrieben. Nach der Zulassung durch die EU-Kommission soll der Europa-Vertrieb durch Unternehmen der Janssen-Cilag-Gruppe erfolgen. <small> Schätzungen zufolge leidet weltweit einer von 100 Menschen an <b>Schizophrenie</b>, eine der gravierendsten Geisteskrankheiten. Sie äußert sich durch positive Symptome (Halluzinationen und Wahnvorstellungen) und negative Symptome (Depression, Abstumpfung und soziales Zurückziehen) sowie durch eine gestörte Denkfähigkeit. </small> Invega: Vor EU-Zulassung zur Schizophreniebehandlung

April 26th

Chemiker Peter Seeberger gewinnt Körber-Preis 2007

Die Hamburger <a href=http://www.koerber-stiftung.de>Körber-Stiftung</a> vergibt den diesjährigen, mit 750.000 € dotierten Körber-Preis an Peter Seeberger. Der 1966 in Nürnberg geborene Chemiker hat in jahrelanger Feinarbeit eine automatische Synthese-Maschine für Kohlenhydrate entwickelt, die dabei hilft, neuartige synthetische Impfstoffe auf Zuckerbasis herzustellen. <table> <td><% image name="Peter_Seeberger" %></td> <td> Seeberger, seit 2003 Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich, forscht an der Schnittstelle zwischen Biologie und Chemie. Ihn interessieren insbesondere komplexe Zucker - so genannte Oligosaccharide -, die unter anderem Wechselwirkungen zwischen Zellen steuern. </td> </table> Jede Zelle ist mit einem für sie typischen Pelz aus Zuckerketten umhüllt. Anhand dieser Glykane erkennen Zellen einander, damit tauschen sie auch Signalstoffe aus. Aber auch Bakterien, Viren und Pilze machen anhand des Zuckerpelzes bestimmte Körperzellen ausfindig, um diese dann zu befallen: Krebs erregende Helicobacter-Bakterien heften sich an die Zuckerhülle von Magenschleimhautzellen; Grippe-Viren binden sich an Glykane auf Lungenzellen. <u>Um einen Impfstoff auf Zuckerbasis zu entwickeln</u>, müssen Forscher herausfinden, welche typischen Glykane auf den Erregerzellen sitzen. Anschließend werden diese Glykane extrahiert oder künstlich hergestellt und mit einem harmlosen Protein "verschweißt" - eine Kombination, die sodann bei der Impfung gespritzt wird. Das Immunsystem entwickelt nun Antikörper gegen diese Glykane, die später auch dann schützen, wenn der natürliche Erreger in den Körper eindringt. Mit dem von Seeberger entwickelten automatischen <b>Oligosaccharid-Synthesizer</b> gelang es, bekannte Glykane von Krankheitserregern künstlich herzustellen. Bisher dauerte das Extrahieren der Glykane oft Monate - mit Seebergers Synthesizer lassen sie sich nun als "Designer-Zucker" herstellen, teils in wenigen Stunden, und zu Kandidaten-Impfstoffen gegen Leishmaniose, Malaria, Aids, Milzbrand und Tuberkulose verarbeiten. In Tierversuchen haben sie sich bereits als wirksam erwiesen; der Malaria-Impfstoff wird nächstes Jahr erstmals am Menschen erprobt. Chemiker Peter Seeberger gewinnt Körber-Preis 2007

Novoplant darf Antikörper-produzierende Erbsen testen

Das deutsche Biotech <a href=http://www.novoplant.de>Novoplant </a> hat vom deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (<a href=http://www.bvl.bund.de>BVL</a>) das OK für die Freisetzung von Antikörper-produzierenden Erbsen auf rund 100 m² in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) erhalten. <% image name="Erbse" %><p> In diesem Versuch, der auf dem Gelände des benachbarten Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) abgeschirmt stattfinden wird, ist die Freisetzung von 600 transgenen Erbsenpflanzen vorgesehen. Diese exprimieren in ihren Samen einen Antikörper, der gegen ein Oberflächenantigen von Bakterien (Enterotoxigene E. coli, ETEC) gerichtet ist. Ziel ist die direkte Verabreichung dieser Samen als Bestandteil des Futters zur Verhinderung von E. coli-Infektionen in Absetzferkeln. In die gentechnisch veränderten Erbsen wurde Erbgut aus der Ackerbohne, der Maus und dem Blumenkohlmosaikvirus sowie synthetisch erzeugtes Erbgut eingebracht. Dieses der Natur entlehnte <u>Konzept der passiven Immunisierung</u> soll den in Europa seit 2006 verbotenen vorbeugenden Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ersetzen. Novoplant-Chef Dieter Falkenburg sagt: "Die Erbse als nicht-winterharter Selbstbefruchter ist ein stabiles, robustes und sicheres System zur Expression von Fremdproteinen, die für die Freisetzung verwendete Produktionslinie enthält kein Resistenzgen, sie ist Marker-frei. Von den hochspezifischen, gegen ein E. coli-Antigen gerichteten Antikörpern sind ebenfalls keine negativen Umwelteinflüsse zu erwarten." Zuvor sprachen sich rund 75.000 Bürger, überwiegend durch die Unterzeichnung von Unterschriftenlisten, gegen die Freisetzung aus. Die weltweite Zunahme von Infektionserkrankungen sowie die dramatische Zunahme von Resistenzen gegen Antibiotika machen neue Lösungen zur Vorbeugung und Therapie erforderlich. 58 % der menschlichen Pathogene sind zoonotisch, können also von Tieren übertragen werden. Gesundheit von Mensch und Tier bedingen sich somit gegenseitig. Rekombinante Antikörper, die günstig in Pflanzen hergestellt werden, bieten hier einen biologischen Weg der Infektionsbekämpfung. <small> <b>Novoplant</b> hat Lizenzvereinbarungen mit MorphoSys (München) über die Nutzung ihrer Human Combinatorial Antibody Library (HuCAL)-Technologie und mit Icon Genetics (Halle) zur Nutzung eines pflanzlichen Expressionssystems. </small> Novoplant darf Antikörper-produzierende Erbsen testen

Roche drosselt Tamiflu-Produktion

<a href=http://www.roche.com>Roche</a> wird seine für jährlich mehr als 400 Mio Packungen Tamiflu ausgelegte Produktionskapazitäten zurückfahren - bisher sind von den Regierungen erst rund 215 Mio Packungen bestellt worden. Das Produktionsnetz umfasst 8 Roche-Standorte und 19 externe Partnerfirmen in 9 verschiedenen Ländern. <% image name="Tamiflu" %><p> Roche wird von allen erforderlichen Zwischenprodukten und vom pharmazeutischen Wirkstoff Oseltamivir gewisse Vorräte anlegen und im Falle einer Pandemie sofort die Produktion wieder hochfahren. Insgesamt hat Roche aus mehr als 80 Ländern Bestellungen für Tamiflu erhalten und ausgeführt. Der Umfang der Bestellungen ist je nach Land verschieden, wobei Frankreich, Finnland, UK, Irland, Island, Luxemburg, Neuseeland, die Niederlande, Norwegen und die Schweiz Vorräte an Tamiflu anlegen bzw. anzulegen gedenken, die für 20-40% der Bevölkerung reichen. <small> <b>Tamiflu</b> wurde von Gilead Sciences entdeckt und 1996 an Roche lizenziert. Roche und Gilead übernahmen gemeinsam die klinische Entwicklung, wobei Roche bei der Herstellung, behördlichen Registrierung und Markteinführung des Produkts federführend war. Gemäß der - im November 2005 revidierten - Übereinkunft zwischen den zwei Firmen, entscheiden Roche und Gilead gemeinsam über die Erteilung von Sublizenzen für die Pandemievorsorge mit Oseltamivir. </small> Roche drosselt Tamiflu-Produktion

Forscher finden Zwischenzustand des Ras-Proteins

Das Ras-Protein ist der zentrale Ein- und Ausschalter des Zellwachstums. Ist er defekt, läuft das Wachstum aus dem Ruder: Onkogen mutiertes Ras, das immer auf "an" geschaltet ist, ist einer der Auslöser von Krebs. Hoffnung auf gezielte Therapien macht der Fund des Bochumer Forscherteams um Klaus Gerwert. <% image name="Ras-Protein" %><p> <small> Zeit- und ortsaufgelöste Messung der Oberflächenänderung des Ras-Proteins. </small> Mit einem hochauflösenden Spektroskopieverfahren konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Ras-Protein zeitverzögert funktioniert. Sie wiesen einen Zustand nach, in dem das Ras-Protein zwar schon auf "an" geschaltet, aber noch nicht in der Lage ist, das Wachstumssignal weiterzugeben. "Wenn es gelingt, diesen Zustand zu stabilisieren, könnte man Krebs aufgrund von defektem Ras an der Wurzel beheben", meint Gerwert. <b>Entscheidende 200 Millisekunden.</b> Signalwege in lebenden Zellen werden über zentrale Schalterproteine reguliert. Dazu wird die Oberfläche der Proteine verändert, was die Bindung eines Effektorproteins ermöglicht und somit das Anschalten eines Signalweges bedeutet. Dem Team um Gerwert ist es gelungen, eine solche Oberflächenveränderung mit atomarer Auflösung in Echtzeit zu beobachten. Mittels zeitaufgelöste Infrarotspektroskopie (trFTIR) konnten sie einen Zustand identifizieren, in dem der interne Taktgeber des Schalterproteins bereits auf "an" steht, die Oberfläche sich aber erst mit einer Verzögerung von 200 Millisekunden so verändert, dass ein Effektorprotein gebunden werden kann. Der jetzt entdeckte Zustand, bei dem der interne Taktgeber auf "an" steht, die Oberfläche aber noch keine Signalweiterleitung erlaubt, kann möglicherweise als Ausgangspunkt für eine molekulare Therapie eingesetzt werden. Gelingt es, ihn mit kleinen Wirkmolekülen zu stabilisieren, kann in onkogen mutierten Ras-Proteinen die unkontrollierte Signalweiterleitung gestoppt werden. Forscher finden Zwischenzustand des Ras-Proteins

Europa-Premiere: Schöner werden mit Stammzellen

<a href=http://www.ddrheinrich.com>Karl-Georg Heinrich</a> wendet in Wien die Stammzelltherapie erstmals in Europa zu kosmetischen Zwecken an. In Japan wurde die Technik an zahlreichen Frauen im Rahmen einer Studie mit sehr gutem Erfolg erprobt. Europa-Premiere: Schöner werden mit Stammzellen <% image name="Bauchspeck" %><p> "Seit einiger Zeit weiß man, dass Stammzellen auch in Fett enthalten sind und bei jeder Fettabsaugung anfallen", sagt der Wiener kosmetische Chirurg Karl-Georg Heinrich, "diese wertvollen Zellen wurden früher achtlos weggeworfen. Mittlerweile haben wir gelernt, was man mit diesem lebenden Material alles machen kann." "Wir können jetzt überall dort, wo mehr Fülle gebraucht wird, eine Auffüllung mit lebenden, körpereigenen Zellen vornehmen. Die Stammzellen werden durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren aus Fettgewebe gewonnen, das zuvor im Rahmen einer Fettabsaugung entnommen wird. Vereinfacht gesprochen haben wir jetzt ein Verfahren, das es uns ermöglicht, den besten Teil des Eigenfetts herauszufiltern und dann optimal zum Einsatz zu bringen." In der ästhetischen Medizin ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten: Die Brustvergrößerung mittels Stammzellen bringt Volumszunahme nicht aus Plastik, sondern aus lebendem, körpereigenem Fettgewebe. Die vergrößerte Brust fühlt sich daher auch natürlich an und sieht tatsächlich auch so aus. Was für die Brust gilt, gilt auch für andere Körperregionen wie Po, Hüften, Oberschenkel oder Waden.

Stammzellen gegen Knochendefekte

Mit körpereigenen Stammzellen Knochendefekte heilen und die Durchblutung des Knochens verbessern: Diesen Therapieansatz verfolgt Philip Kasten an der Orthopädischen Uniklinik Heidelberg. Dem Patienten werden während einer Narkose Stammzellen entnommen und nach Aufbereitung in hoher Konzentration wieder implantiert. <% image name="Stammzellen1" %> <small> Stammzellen unter dem Lichtmikroskop. © Orthopädische Uniklinik Heidelberg </small> Mit der Heilung von Knochendefekten nach dem Konzept des Tissue Engineerings beschäftigen sich Kasten und sein Team schon seit mehreren Jahren. Die körpereigenen Stammzellen werden durch die Zugabe von Wachstumsfaktoren vermehrt und mit resorbierbaren Knochenersatzstoffen kombiniert, die den Knochendefekt auffüllen. Dabei wird auch der neuartige Knochenersatzstoff, das Calcium-defiziente Hydroxylapatit, das dem natürlichem Knochengewebe besonders nahe kommt, verwendet. Ziel der Heidelberger Arbeitsgruppe ist es, <u>die Stammzellen direkt im OP aufzubereiten</u>: Die Zellen werden dabei aus dem Knochenmark der Beckenschaufel entnommen und die Stammzellen in einer speziellen Zentrifuge direkt im Operationssaal gewonnen. So können die Patienten während einer einzigen Narkose mit Stammzellen behandelt werden - auch im Rahmen eines ambulanten Eingriffs. Die ansonsten übliche Methode ist, dass die Stammzellen in Labors vermehrt und dann in einer zweiten Operation eingesetzt werden. Stammzellen gegen Knochendefekte

Deutscher "Gen-Check" der Superlative

Das Nationale Genomforschungsnetz (<a href=http://www.ngfn.de>NGFN</a>) startete in Deutschland mit einem der weltweit größten Forschungsprojekte zur Untersuchung von krankheitsauslösenden genetischen Veränderungen. Wissenschaftler wollen die genetische Information von bis zu 25.000 Patienten und Kontrollpersonen mit DNA-Chips von <a href=http://www.affymetrix.com>Affymetrix</a> und <a href=http://www.illumina.com>Illumina</a> untersuchen. Deutscher "Gen-Check" der Superlative <table> <td><% image name="Deutschland_als_Barcorde" %></td> <td> Ziel ist es, die genetischen Ursachen von 25 Krankheiten besser zu verstehen. Die Forscher vergleichen die Daten von Patienten mit denen gesunder Probanden, um genetische Variationen und Unterschiede zu identifizieren, die mit den Krankheiten verbunden sind. "Jeder Teilnehmer der Studie wird auf mehrere hunderttausend genetische Details hin untersucht", erläutert Max Baur von der Uni Bonn. 20 Mrd Einzeldaten - gebündelt in einer für Forscher aus den Hochschulen und der Pharma-Industrie zugänglichen Datenbank - sollen den Einstieg "in eine neue Welt der Genetik" einläuten. </td> </table> Das NGFN nutzt die Affymetrix-Technologie, um die genetische Information von mehr als 17.000 Menschen zu analysieren. Zusätzliche 8.000 Personen werden mit den DNA-Chips von Illumina untersucht. Mit beiden Systemen lassen sich mehr als 500.000 Veränderungen von einzelnen Buchstaben im Text des genetischen Bauplans nachweisen, aber auch andere genetische Unterschiede, darunter Variationen in der Anzahl von Genkopien. "Wir hoffen, dass wir mit diesem Großprojekt weitere Studien dieser Art anstoßen können", so Stefan Schreiber von der Uni Kiel. "<a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/3998>Andere Projekte</a> wie das Wellcome Trust Case Control Consortium in UK sind bereits erste Schritte zu einer systematischen Aufklärung genetischer Krankheitsursachen gegangen. Wir gehen mit unserer Initiative einen Schritt weiter: Wir suchen auch gezielt die Verbindungen zwischen ähnlichen Krankheiten, um krankheitsübergreifende Gene zu identifizieren. Die Möglichkeit eine derart große Gruppe von Personen wie in dieser Studie zu untersuchen, ist grundlegend für das Verständnis komplexer genetischer Zusammenhänge." <small> Die Krankheitsgebiete, die im Rahmen dieser Studie untersucht werden, umfassen Essstörungen, extremes Übergewicht, Epilepsie, bipolare Störungen, Schizophrenie, Depression, Parkinson, Alzheimer, Alkoholsucht, chronische Darmerkrankungen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Sarkoidose, Koronare Herzkrankheit, Hypertrophie der linken Herzkammer, Diastolische Herzschwäche, Erkrankungen des Herzmuskels, mehrere Arten der Malaria sowie Tbc. Darüber hinaus sollen genetische Ursachen der Langlebigkeit aufgedeckt werden. </small>

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