Kurt Grünewald, der Gesundheitssprecher der Grünen, referierte auf Einladung von <a href=http://www.abbottdiagnostics.at>Abbott</a> in Wien. Er fordert mehr Bundeskompetenzen im Gesundheitsbereich, sieht den privaten Anteil an der Gesundheits-Finanzierung ausgereizt und hält es für sinnvoll, Einkünfte aus Pacht, Zins und Spekulation sozialversicherungspflichtig zu machen.<% image name="Gruenewald" %><p>
<small> Kurt Grünewald: "Eine Gesundheitsministerin, die immer bei den Ländern betteln gehen muss, ist kontraproduktiv. Der Bund braucht mehr Einspruchsrecht." </small>
Ausgaben im Gesundheitssektor sind nicht bloß "verlorenes Geld". Also dürfe sich eine Debatte um die Krankenkassen auch nicht allein in einer reinen Kosten-Diskussion erschöpfen: "Viel zu oft wird die hohe <u>Rendite für den Staat</u> vergessen", sagt der Tiroler Grün-Abgeordnete, "die den Gesundheitsausgaben ebenso gegenüber stehen." Lag etwa die Säuglingssterblichkeit in Österreich vor 20 Jahren noch bei 1,4 %, so lag sie 2001 schon nur noch bei 0,48 %. Zudem erhöht sich die Lebenserwartung alle 5 Jahre im statistischen Schnitt um 1 Jahr.
Grünewald spricht von der Notwendigkeit, ein Mehr an vernetztem Denken umzusetzen: "Und dazu gehören insbesondere auch sozioökonomische Investments. Rückblickend wissen wir heute, dass alleine diese Investments - also ein Mehr an Hygiene, eine bessere Kanalisation - Krankheiten wie Malaria, Typhus oder Tbc um rund drei Viertel zurückgedrängt haben, also noch vor dem Aufkommen von Impfungen und Antibiotika."
Überhaupt: Für Grünewald sind es neben der genetischen Disposition insbesondere das Bildungs- und Einkommensniveau sowie die Arbeitsverhältnisse und weniger allein die Pharma-Innovationen, die für ein Mehr an Gesundheit sorgen. Und es seien vorrangig <u>Verhaltensmodifikationen</u>, die das Gesundheitssystem billiger machen: "Niederschwellige Vorsorge-Angebote sind entscheidend."
<b>Reformbedarf.</b> Hat es zu Monarchiezeiten noch rund 3.000 Krankenkassen in Österreich gegen, sind es heute noch 21. Aber immer noch zuviel: Die noch zu einem Gutteil berufsständisch organisierte Kassenstruktur sei antiquiert - und ungerecht.
Generell werden in Österreich - je nach Berechnungsgrundlage - zwischen 7,4 % (Statistik Austria) und 11 % des BIP (IWI) ausgegeben; das IHS veranschlagt etwa 9,4 %. Zu 69 % stammen die Gesundheitsausgaben von den Krankenkassen, zu 20 % werden sie aus Steuern und zu 31 % aus privaten Selbstbehalten aufgebracht. "Die privaten Ausgaben im Gesundheitssektor liegen in Österreich damit bereits innerhalb der OECD hinter den USA und der Schweiz auf Rang Drei. Eine weitere Erhöhung der <u>Selbstbehalte</u> ist daher bereits sozial unverträglich."
Der größte Teil der <u>Sozialquote von 67 Mrd €</u> gelangt allerdings nicht zu den Krankenkassen, sondern dient der Pensionsfinanzierung und der Arbeitslosenunterstützung. Das Budget der Krankenkassen ist aber mit knapp 12 Mrd € immer noch rund 6 Mal so hoch wie jenes des neuen Wissenschaftsministerium.
<b>Ausufernde Kosten.</b> Stellt man die Gesundheitsausgaben in Relation zum BIP, so könne von einer "Kostenexplosion" eigentlich nicht gesprochen werden. Jedoch: Nur mehr 71 % der Leistungsbezieher in Österreich sind auch Beitragszahler. Und: Die Krankenkassen übernehmen immer mehr <u>artfremde Leistungen</u> wie etwa das Mutterschaftsgeld in Höhe von 400 Mio € - jener Betrag, der 2007 etwa als Minus erwartet wird.
Der Plan, die "geplünderten Kassen" mit der angekündigten Beitragserhöhung von 0,15 % wieder aufzufüllen, gehe nur bedingt auf: "Von den daraus resultierenden 150 Mio € bekommen die Krankenkassen gerade einmal 30 Mio €. Die am schlechtesten gestellten Gebietskrankenkassen bekommen zudem noch weniger, weil das Einkommensniveau ihrer Beitragszahler deutlich niedriger liegt."
<b>Lösungen.</b> Was also tun? Grünewald schlägt neben einer ambitionierteren <u>Verwaltungsstaatsreform</u> insbesondere vor, auch die Einkünfte aus Pacht, Zins und Spekulation - insgesamt 97 Mrd € - sozialversicherungspflichtig zu machen. Höhere oder gar keine Beitragsgrenzen sowie die lange geforderte Senkung der Umsatzsteuer auf Medikamente würde ein Übriges tun. Schließlich empfiehlt er auch ein Umdenken in den Sozialversicherungen: "Diese haben jahrzehntelang eigentlich nur verwaltet. Jetzt sollten sie endlich auch ein Mitspracherecht bekommen und die Gesundheitspolitik mitgestalten."
<small> PS: Bis jetzt war es Usus der Krankenkassen, die prognostizierten Fehlbeträge am Beginn eines Jahres deutlich horrender darzustellen, als sie am Ende tatsächlich waren. Ob sich also das Minus von 56 Mio € im Vorjahr auf tatsächlich über 400 Mio € - insbesondere eingedenk stark fallender Arbeitslosenzahlen - fast versiebenfachen wird, darf bezweifelt werden. Grünewald sieht jedenfalls "alle Rücklagen nun aufgebraucht". Jetzt sei Zeit für Taten. </small>Von kranken Kassen. Und geplünderten Kassen.
Phase-III-Studie mit Krebs-Impfstoff Stimuvax startet
<a href=http://www.merck.de>Merck KGaA</a> hat den ersten Patienten in die globale Phase-III-Studie START (Stimulating Targeted Antigenic Responses To NSCLC) eingeschlossen. <a href=http://www.nsclcstudy.com>START</a> untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Stimuvax bei inoperablem nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium III.Phase-III-Studie mit Krebs-Impfstoff Stimuvax startet<% image name="Injektionsspritzen" %><p>
<small> Stimuvax ist der erste Lungenkrebs-Impfstoff in Phase III bei inoperablem nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium III. </small>
Lungenkrebs stellt die Hauptursache für krebsbedingte Todesfälle dar; etwa 80 % davon werden als NSCLC eingestuft. Nur 15 % aller NSCLC-Patienten überleben diese Erkrankung länger als 5 Jahre nach Diagnosestellung. Stimuvax soll das künftig ändern.
Untersucht wird der Impfstoff in der randomisierten Doppelblind-Studie in 30 Ländern an 1.300 Patienten mit dokumentiertem inoperablem NSCLC im Stadium III, bei denen es nach mindestens 2 Zyklen platinbasierter Chemoradiotherapie zu einem Ansprechen oder einem stabilen Verlauf der Erkrankung kam.
<b>Stimuvax</b> soll eine Immunantwort auf MUC1-exprimierende Tumorzellen induzieren. Bei MUC1 handelt es sich um ein Proteinantigen, dass verstärkt auf häufig vorkommende Tumoren exprimiert wird - etwa beim Bronchial-, Mamma- oder Kolorektalkarzinom. In einer Phase-IIb-Studie sorgte Stimuvax in der Patientenuntergruppe mit lokoregionaler Erkrankung im Stadium IIIb für eine mediane Überlebenszeit von 30,6 Monaten gegenüber 13,3 Monaten in der Kontrollgruppe.
<small> 2004 erteilte die FDA Stimuvax (früher als liposomaler Krebs-Impfstoff BLP25 bezeichnet) den Status des beschleunigten Prüfverfahrens. Merck KGaA hat von Biomira aus Edmonton, Kanada, die weltweiten Exklusiv-Lizenzrechte außer für Kanada erworben, wo sich beide Unternehmen die Rechte teilen. Stimuvax wird in Europa durch Merck KGaA entwickelt, in den USA durch die Tochter EMD Serono Pharmaceuticals. </small>
<a href=http://www.cordis.com>Cordis</a> erweitert in Europa sein Produkt-Portfolio zur Unterstützung von Interventionskardiologen mit der Markteinführung von 6 verschiedenen, lenkbaren Führungsdrähten der "Regatta"-Produktfamilie. <% image name="Cordis_Stent" %><p>
Die Regatta-Produktfamilie bietet maßgeschneiderte Lösungen zur Einführung von Kathetern und anderen Interventionsgeräten in Koronararterien. Die Allzweck-Führungsdrähte sind für den täglichen Gebrauch im Katheterlabor gedacht.
Regatta SB sind dabei für den leichteren Zugang zu seitlichen Verzweigungen vorgesehen, Regatta HS erleichtern die Einführung in hochgradig verengte Arterien. Die Versionen unterscheiden sich in unterschiedlichen Spitzen und Spitzenquerschnitten, lateraler Stützung und/oder Drahtlänge.
Alle Versionen der Führungsdrähte zeichnen sich durch eine Schwellungen verhindernde hydrophile Beschichtungstechnik und einen einteiligen Stahlkerndraht aus, der das Drehmoment verbessert.EU-Start für lenkbare Regatta-Führungsdrähte
February 24th
Den Ursachen von Retinitis pigmentosa auf der Spur
Forscher am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen haben herausgefunden, dass bei der Erbkrankheit Retinitis pigmentosa bestimmte Proteinmoleküle so in ihrer Struktur verändert sein können, dass sie nicht mehr zu anderen Proteinen passen - und damit wichtige zelluläre Funktionen nicht mehr wahrnehmen können.<table>
<td><% image name="Prp8" %></td>
<td align="right"> Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Krankheit mit Defekten im <u>prä-mRNA-Spleißen</u> zusammenhängt - ein molekularer Prozess, bei dem aus einer prä-mRNA, der ersten Gen-Abschrift die leer codierenden Introns herausgeschnitten und die Exons zu einer kontinuierlichen mRNA zusammengefügt werden. <p>Diese reife mRNA kann dann aus dem Zellkern ausgeschleust und im Zytoplasma als Bauanleitung für die Produktion von Proteinen verwendet werden. </td>
</table><p>
<small> 3D-Struktur eines Prp8-Endstückes: Die verschiedenfarbigen Bereiche heben architektonische Elemente gegeneinander ab. Rot bezeichnet den Molekül-Teil, der bei der RP13-Form von Retinitis pigmentosa verändert ist. </small>
Das prä-mRNA-Spleißen wird von einer komplexen molekularen Maschinerie, dem <u>Spleißosom</u>, bewerkstelligt, das aus weit über 100 verschiedenen Protein- und RNA-Molekülen zusammengesetzt ist. Gerade bei Patienten mit verschiedenen Formen von Retinitis pigmentosa sind nun in einer Reihe von Proteinbestandteilen des Spleißosoms Mutationen gefunden worden.
Das größte Protein im Spleißosom ist <u>Prp8</u>. Es unterhält Kontakte mit vielen anderen funktionell wichtigen Proteinen und RNA-Molekülen der Spleißmaschinerie und wird daher als Fundament des Spleißosoms angesehen. Bei einer besonders aggressiven Form der Retinitis pigmentosa, die als RP13 bezeichnet wird, finden sich eine Reihe von Punktmutationen in einer kurzen Region an einem Ende des Prp8-Proteins.
Markus Wahl und Reinhard Lührmann konnten nun die atomare 3D-Struktur von diesem Teil des Prp8-Proteins via Röntgenkristallographie aufklären. Dabei wurde ein Bakterienstamm gentechnisch so verändert, sodass er große Mengen des Proteins hergestellt hat. Daraus wurden dann die Kristalle gezüchtet, in denen die Moleküle in allen Raumrichtungen regelmäßig angeordnet sind. Diese Kristalle erzeugen bei Bestrahlung mit Röntgenlicht ein Beugungsbild, aus dem sich die exakte Anordnung der Atome im Kristall berechnen lässt.
Die Struktur zeigte, dass alle Aminosäuren, die bei der RP13-Form von Retinitis pigmentosa verändert sind, in einem ausgedehnten Fortsatz am Ende von Prp8 liegen. Mit einem weiteren gentechnischen Verfahren testeten die Forscher die Funktion dieses Fortsatzes. Wenn dieser Proteinbereich komplett entfernt wurde, war das Andocken von 2 anderen Proteinen des Spleißosoms an den untersuchten Teil von Prp8 unterbunden. Auch wenn einzelne Aminosäuren so verändert wurden, wie es bei Retinitis pigmentosa zu beobachten ist, stellten die Forscher eine Abschwächung dieser Protein-Protein-Interaktionen fest.
Diese Ergebnisse belegen, dass der Fortsatz am Prp8-Ende als Bindestelle für andere Bausteine des Spleißosoms dient - vergleichbar mit einer Wäscheleine, an der mehrere Kleidungsstücke aufgehängt werden können. Wenn diese Aufhängevorrichtung defekt ist, ist zu erwarten, dass die Spleißmaschine nicht reibungslos funktioniert und letztendlich die Produktion eines netzhautspezifischen Proteins gestört sein könnte.
<small> Das Krankheitsbild tritt Ø bei 1/2500 Personen auf und ist damit eine der häufigsten Ursachen für den Verlust der Sehfähigkeit. Derzeit gibt es weder chirurgische noch medikamentöse Behandlungsmethoden. </small>Den Ursachen von Retinitis pigmentosa auf der Spur
Das auf Diabetes spezialisierte Biotech <a href=http://www.curedm.com>CureDM</a> aus Pennsylvania hat 2 vorklinische Meilensteine erreicht und damit die Voraussetzungen für das pre-IND-Meeting mit der FDA geschaffen. An Mäusen konnte gezeigt werden, dass ein entwickeltes Peptid die Stoffwechselkrankheit umkehren kann.Erste Schritte in der Schubumkehr für Diabetes<% image name="Makrolon_Nadel" %><p><p>
Der erste Meilenstein war der Abschluss der pharmakokinetischen Studien des Human proIslet Peptide (HIP) in Serum. Diese Studien waren wichtig zur Identifizierung struktureller Verbesserungen, die das Peptid für den Einsatz als Therapeutikum für den Menschen stabilisieren.
Der zweite Meilenstein: Es konnte gezeigt werden, dass HIP in der Lage ist, Diabetes bei Mäusen umzukehren: Mit dem Streptozotocin-induzierten Diabetesmodell konnte im Vergleich zu Placebo in der Behandlungsgruppe eine signifikante Senkung der Glukosespiegel gezeigt werden. Zudem benötigten die Behandlungsgruppen im Verlaufe der 28-tägigen Studie immer weniger Insulin und eine gesamte Gruppe, die mit einem proprietären HIP-Derivat von CureDM behandelt wurde, war am 21. Tag sogar komplett insulinfrei.
CureDM arbeitet daran, Diabetes von einer chronischen, fortschreitenden Erkrankung in eine vorübergehende Stoffwechselkrankheit zu verwandeln - HIP soll künftig auch den normalen Glukosestoffwechsel beim Menschen wiederherstellen können. Von einem solchen Therapeutikum würden Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes erheblich profitieren.
<small> <b>Das Human proIslet Peptide (HIP)</b> stimuliert die Differenzierung von adulten Pankreasvorläuferzellen in Insulin-produzierende Inselzellen. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Behandlung mit diesem Therapeutikum die Pankreasfunktion des Menschen ohne den Einsatz von Stammzellen wiederherstellen wird. </small>
Niederösterreichs Wissenstransfer-Konzept - bestehend aus Fachhochschulen, Donau Uni Krems und den Technopolen - wird sukzessive erweitert. Jetzt hat die landeseigene Technologiefinanzierungs-Gesellschaft <a href=http://www.tecnet.co.at>tecnet capital</a> den Risikokapitalfonds tecnet equity mit 18 Mio € gespeist. Niederösterreich forciert Technologiefinanzierung <% image name="tecnet" %><p>
<small> Berndorf-Chef Norbert Zimmermann, Niederösterreichs Landesvize Ernest Gabmann und Doris Agneter, die Geschäftsführerin des tecnet-Fonds. </small>
Das Risikokapital der Niederösterreicher ist damit inklusive des bereits bestehenden Risikokapitalfonds der PVP I Beteiligungs-Invest AG - eine Tochter der tecnet capital - auf nunmehr knapp 50 Mio € angewachsen. 30 Mio € davon stammen vom Land selbst, den Rest haben private Investoren wie die Hypo NÖ sowie der Europäische Investitionsfonds bereitgestellt.
Diese Gelder dienen keinen unmittelbaren Förderungen, sondern werden in Form von Unternehmensbeteiligungen investiert. tecnet-Chefin Doris Agneter erklärt: "Es geht um mehr Anreize für die Forschung, ihre Ergebnisse auch zu verwerten. Es geht darum, ein Umdenken zu fördern, um einen Technologietransfer anzustoßen."
Es geht um einen Technologietransfer aus den Bereichen IT, Industrielle Technologien, Life Sciences sowie Umwelt- und Materialwissenschaften. Und einen Technologietransfer, der in enger Zusammenarbeit mit den bestehenden drei Technopolen abgewickelt werden soll. Und vielleicht noch mehr: Landesvize Ernest Gabmann spricht davon, dass "weitere Technopole in der Pipeline" sind, also "Interesse für weitere Schwerpunktbildungen innerhalb Niederösterreichs" da sei.
<b>Exzellente Wirtschaftsdaten.</b> Generell kann Gabmann derzeit auf eine boomende Wirtschaft in Niederösterreich hinweisen: "4 % Wachstum, mit 560.000 so viele unselbständig Beschäftigte wie noch nie und sinkende Arbeitslosenzahlen." Eben diese Rahmenbedingungen sollen genutzt werden, um die Profilbildung des Landes innerhalb des strukturellen Umbruchs abzuschließen: Mit reichlich Geld, um die bestehende Finanzierungslücke in der Frühphase von Jungunternehmen überbrücken zu können.
Der Aufsichtsrat des neuen Fonds zur Seedfinanzierung wurde hochkarätig mit Wirtschaftsexperten besetzt: Neben Berndorf-Chef Norbert Zimmermann - "wir werden marktwirtschaftliche Profis finanzieren, keine Abenteurer" - finden sich ebenso der ehemalige Baxter-Chef Friedrich Dorner sowie Siemens Österreich-Vorstand Franz Geiger.
<b>Ideenverwertung.</b> Neben den Unternehmensbeteiligungen will die tecnet capital auch die an den Unis, den Forschungseinrichtungen oder in der Privatwirtschaft generierten Ideen mit einer professionellen Patent- und Technologieverwertung besser am Markt platzieren. Dabei arbeitet tecnet eng mit dem AplusB Gründerzentrum zusammen.
In den vergangenen drei Jahren hat <a href=http://www.wienenergie.at>Wien Energie</a> bereits 3,5 Mio € in den eigenen Erdgas-Fuhrpark investiert. Bis 2010 folgen nun weitere 9 Mio € in den Ausbau des Tankstellen-Netzes und die Umstellung der Flotte auf Erdgas-Fahrzeuge.<% image name="Wien_Energie_Erdgasauto" %><p>
Derzeit wird an 8 öffentlichen Tankstellen und an 2 Betriebstankstellen Erdgas abgegeben, "womit im Raum Wien schon jetzt die Versorgungssicherheit mit Erdgas als Kraftstoff gegeben ist", so Wien Energie-Chef Helmut Miksits. 2010 sollen im Wiener Versorgungsgebiet an 24 öffentlichen Tankstellen und 5 Betriebstankstellen Erdgas getankt werden können.
Eine Erdgas-Zapfsäule kostet in der Errichtung rund 300.000 Euro – das Absatzwachstum daran soll sich laut Wien Energie "langsamen aber stetig" einstellen. Derzeit benötigen alle Wiener Erdgastankstellen rund 1,3 Mio m³ jährlich, 2010 sollen es rund 3 Mio m³ sein. Für heuer rechnet Wien Energie mit einem Nettoumsatz von rund 700.000 €. Bis 2010 sollen die Erdgas-Tankstellen einen jährlichen Umsatz von 1,5-2 Mio € erzielen.
Bei den Zulassungs-Zahlen erwartet Wien Energie in den nächsten Jahren starke Steigerungsraten. Ende 2007 sollen laut Prognosen 3.000 Erdgas-Fahrzeuge in Österreich unterwegs sein. 2010 wird mit bis zu 50.000 gerechnet. Erdgas-Autos stoßen generell bis zu 25 % weniger CO<small>2</small> aus, bis zu 80 % weniger Kohlenwasserstoffe und bis zu 95 % weniger Stickstoffoxide. Bei einem kompletten Umstieg auf Erdgas-Autos in Österreich würde sich alleine der CO<small>2</small>-Ausstoß um ein Fünftel reduzieren.Wien Energie investiert in die Erdgas-Flotte
<a href=http://www.powergeneration.siemens.com/de/index.cfm>Siemens Power Generation</a> wird das CEZ-Kohlekraftwerk im tschechischen Tusimice für mehr als 100 Mio € mit moderner Leittechnik aufrüsten. Nach der Modernisierung des Kraftwerks Patnow II in Polen ist dies bereits der zweite Auftrag für das Leittechniksystem SPPA-T3000 in Osteuropa.<% image name="Siemens_GuD-KW" %><p>
<small> SPPA-T3000 wurde speziell für den Einsatz im Power-Generation-Management konzipiert. Im Kraftwerk deckt es alle Funktionen zur Steuerung und Regelung der Kraftwerksprozesse ab, einschließlich Kessel und Turbine. </small>
Das Braunkohlekraftwerk ETU II in Tusimice, 100 km westlich von Prag, umfasst 4 Blöcke mit jeweils 200 MW. Tusimice ist das erste von 2 Kraftwerken, die CEZ in den nächsten 10 Jahren auf den neuesten Stand der Technik bringen wird.
In den letzten Monaten konnte Siemens PG zudem eine Reihe weiterer Großaufträge im Kraftwerksbau sowie der <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/5139>Kohlevergasung</a> verbuchen:
<b>In den USA</b> liefert Siemens PG die Schlüsselkomponenten für das Kraftwerk Caithness auf Long Island. Das Auftragsvolumen samt 17 Jahre Wartung und den Betrieb der Anlage beträgt hier rund 450 Mio $. Das 350-MW-GuD-Kraftwerk ist das erste große Kraftwerk, das seit mehr als 30 Jahren auf Long Island gebaut wird - es soll ab 2009 vor allem Brookhaven mit Strom versorgen.
<b>In UK</b> errichtet Siemens PG bis 2009 ein 840-MW-GuD-Kraftwerk für Marchwood Power - ein Joint-venture der ESBI und Scottish & Southern Energy - in der Nähe von Southampton. Das Auftragsvolumen einschließlich eines langfristigen Wartungsvertrags beträgt hier rund 500 Mio €. Zum Auftragsumfang gehört auch eine 22 km lange Gaspipeline, die die Anlage über das nationale Gasnetz mit Erdgas versorgen wird. "Marchwood ist bereits das achte Kraftwerk, das wir in UK schlüsselfertig errichten", so Siemens PG-Chef Klaus Voges. Südlich von Glasgow errichtet Siemens zudem den Windpark Whitelee. Mit einer installierten Leistung von 322 MW wird es der größte Windpark Europas sein.
<b>In Argentinien</b> schließlich baut Siemens derzeit 2 GuD-Kraftwerke in Campana in der Provinz Buenos Aires und in Timbúes nahe der Stadt Rosario. Das gesamte Auftragsvolumen beläuft sich für Siemens hier auf rund 1 Mrd $. Beide Anlagen sind Projekte der unabhängigen Stromerzeuger Termoeléctrica Manuel Belgrano und Termoeléctrica José de San Martín. Die beiden Kraftwerke mit einer Leistung von jeweils 830 MW werden mit Erdgas oder flüssigem Brennstoff befeuert. 2009 sollen sie den kombinierten GuD-Betrieb aufnehmen.Siemens reüssiert mit Leittechnik für Kraftwerke
MEGAPIE: Lösung für radioaktiven Müll wird konkreter
Das viermonatige Transmutations-Experiment MEGAPIE wurde erfolgreich abgeschlossen. Die erste Bestrahlung eines Blei-Wismut-Flüssigmetall-Spallations-Targets der Megawatt-Klasse stellt einen Meilenstein bei der Umwandlung langlebiger hochradioaktiver Abfälle in kurzlebige radioaktive Elemente dar. MEGAPIE: Lösung für radioaktiven Müll wird konkreter<table>
<td><% image name="Megapie_Target" %></td>
<td align="right"><small> Die Aussicht, radioaktive Abfälle einfach "verbrennen" zu können, ist verlockend: Seit 2000 arbeiten 170 Wissenschaftler aus 9 Forschungseinrichtungen in Europa, Japan, USA und Korea am Aufbau des MEGAPIE-Experiments.
Jetzt ist es am Schweizer Paul Scherrer Institut in Villigen im Rahmen des Experiments erstmals gelungen, durch Beschuss eines Flüssigmetall-Targets (920 kg Blei-Wismut-Eutektikum in einem Stahlgehäuse) mit einem Protonenstrahl eine Neutronenquelle so hoher Leistung zu erzeugen, wie sie auch in einer Transmutationsanlage eingesetzt würde.
Damit könnten in einem künftigen Transmutationsprozess langlebige radioaktive Abfallstoffe wie Neptunium, Americium und Curium in kurzlebige radioaktive Elemente umgewandelt werden. </small></td>
</table><p>
<small> Zielscheibe für Protonen: Die 5 m lange Hülle des Flüssigmetall-Targets von MEGAPIE wird in der Spallations-Neutronenquelle installiert. </small>
In der Spallationsneutronenquelle werden die Neutronen durch einen Protonenstrahl von 1 MW Leistung erzielt: Dieser schlägt aus den Metallatomen Neutronen heraus (Spallation). Bisher handelte es sich bei dem Target stets um einen Feststoff. Berechnungen haben jedoch vorhergesagt, dass mit einem Flüssigmetall-Target weit höhere Neutronenflussdichten erzeugt werden können, was für eine effektive Verbrennung der hochradioaktiven Abfälle von Vorteil ist. MEGAPIE hat die um etwa 80 % erhöhten Neutronenflussdichte gegenüber einem Festkörpertarget sowie den fehlerfreien Betrieb eines leistungsstarken Flüssigmetall-Targets bestätigt.
<% image name="Megapie_2" %><p>
<small> Am Targetkopf: Das flüssige Metall wird zu Beginn des MEGAPIE-Experiments durch das dicke, isolierte Rohr (Mitte) oben ins Target eingefüllt. Fotos: PSI </small>
Das Target und die Anlage wurden in Frankreich, Italien, Lettland und der Schweiz gebaut. Der auf das Blei-Wismut-Eutektikum treffende Protonenstrahl erzeugte 1.017 Hochenergie-Spallationsneutronen/sek. Nach dessen Abschaltung wird das Blei-Wismut-Eutektikum nun 1,5 Jahre gelagert. Danach wird es geöffnet und der Zustand der darin befindlichen Komponenten und Konstruktionsmaterialien untersucht.
Wissenschaftler der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft konnten dank "lernender Algorithmen" mit hoher Genauigkeit Exons und Introns - proteincodierende und nicht codierende Abschnitte im Genom des Fadenwurms Caenorhabditis elegans erkennen. <% image name="msplicer_logo" %><p>
Der 1 mm lange Caenorhabditis elegans gehört zu den bestuntersuchten Organismen der Welt. Sein <a href=http://www.wormbase.org>Genom</a> wurde 1998 vollständig sequenziert. Dennoch ist die Annotation des Genoms - die Lokalisierung seiner Gene und die Bestimmung der entsprechenden Proteine - bei weitem noch nicht vollständig.
Mit Verfahren des maschinellen Lernens haben Forscher nun die Annotation des Fadenwurms um 40 % gegenüber herkömmlichen Methoden verbessert.
Dabei wurden zunächst die eingesetzten Algorithmen anhand bereits entschlüsselter mRNA-Sequenzen trainiert: mRNA-Moleküle (Messenger-Ribonukleinsäure) transportieren die genetische Information der DNA und codieren die ihr entsprechenden Proteine. Dabei lernen die Algorithmen die Muster für die Übersetzung von DNA in mRNA. Diese Muster helfen, die verschiedenen Teile der Gensequenz voneinander zu unterscheiden. Dabei spielt die Erkennung der Grenzen zwischen Exons und Introns - den Spleißstellen - eine entscheidende Rolle.
Nach der Trainingsphase wurden die Algorithmen zur Vorhersage fertiger mRNA aus DNA eingesetzt und die Ergebnisse mit bestehenden Datenbanken verglichen. Resultat: Mit einer Genauigkeit von bis zu 95 % konnte <a href=http://www.msplicer.org>mSplicer</a> alle Exons und Introns korrekt vorhersagen. Auffällig war, dass die Ergebnisse nur in bis zu 50 % mit der bestehenden Annotation des Genoms von C. elegans übereinstimmten. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde eine neue Annotation von C. elegans entwickelt.
In einem weiteren Schritt wurde mSplicer mit 2 weiteren State-of-the-art Verfahren zur Vorhersage von Exons und Introns verglichen: SNAP und ExonHunter. Diese Verfahren basieren auf generativen Modellen, die versuchen, die Struktur der untersuchten Daten zu modellieren. mSplicer hingegen beruht auf diskriminativen Methoden: Der Algorithmus lernt "den Unterschied" zwischen richtigen und falschen Vorhersagen und unterscheidet sie anhand einer Trennfunktion. Je nach Auswahl der zugrundeliegenden Sequenzen erreichten SNAP und ExonHunter eine Genauigkeit bei der Vorhersage von Exons und Introns von nur 82,6 bzw. 90,2 %. mSplicer kann dagegen eine Genauigkeit von 95,2 % erzielen.mSplicer: Vorhersagen für die Proteinfabrik