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September 13th, 2006

Gutachten attestiert Finanzkrise im Gesundheitswesen

Ein Gutachten der Linzer Wirtschaftsprüferkanzlei Leitner+Leitner deckt auf, dass die österreichischen Krankenkassen zur uneingeschränkten Erfüllung des gesetzlichen Auftrages heuer zusätzliche liquide Mittel von 1,06 Mrd € benötigen. <% image name="Behandlungskosten" %><p> Der Gebarungsabgang der GKKs betrug im Vorjahr -125 Mio € und werde heuer den Wert von -253 Mio € erreichen, so die Studie. Die Krankenkassen selbst haben dagegen erst <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/4062>kürzlich</a> einen Abgang von 158 Mio € prognostiziert. Insgesamt mussten die GKKs seit 1998 eine Unterdeckung des Aufwandes von insgesamt 1,7 Mrd € verkraften. Die Rücklagen der Gebietskrankenkassen seien daher aufgebraucht, die Finanzierung der gesetzlichen Leistungen nur mehr mit Krediten möglich. Hinzu komme, dass die Verlustprognose für die kommenden zwei Jahre gegenüber der letzten Finanzvorschau nach oben korrigiert werden musste. 2007 sei mit einem Abgang von 372 Mio € zu rechnen, 2008 mit 416 Mio €. Nach Berechnungen des Hauptverbandes wurden der sozialen Krankenversicherung 2000 bis 2005 durch gesetzliche Maßnahmen deutlich mehr Mittel entzogen als zugeführt. WGKK-Obmann Franz Bittner meint: "Das führt zum ernüchternden Befund, dass das Geld aus den Belastungen der Beitragszahler nicht für Zwecke der Krankenversicherung verwendet werden konnten, sondern ins Bundesbudget umgeleitet wurden." Für 2006 hat die Studie folgende Zahlen ermittelt: <u>Jahresverlust/Anspruchsberechtigtem:</u> <table> <tr><td>&#8226; GKK Steiermark</td><td>-67,92 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Kärnten</td><td>-67,08 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Wien</td><td>-54,11 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK NÖ</td><td>-46,03 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Burgenland</td><td>-39,31 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Vorarlberg</td><td>-30,97 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Salzburg</td><td align="right">-9,06 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Oberösterreich</td><td align="right">-7,73 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Tirol</td><td align="right">-0,16 €</td></tr> </table> <u>Reinvermögen pro Versichertem:</u> <table> <tr><td>&#8226; GKK Steiermark</td><td>-217,36 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Kärnten</td><td>-347,40 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Wien</td><td>-334,07 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK NÖ</td><td align="right">- 14,48 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Burgenland</td><td>-176,21 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Vorarlberg</td><td align="right">149,11 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Salzburg</td><td align="right">401,93 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Oberösterreich</td><td align="right">280,77 €</td></tr> <tr><td>&#8226; GKK Tirol</td><td align="right">-83,44 €</td></tr> </table> Gutachten attestiert Finanzkrise im Gesundheitswesen

September 12th

Wyeth verwendet Intercells Adjuvans IC31

<a href=http://www.intercell.com>Intercell</a> hat eine weltweite, nicht exklusive Vereinbarung mit <a href=http://www.wyeth.com>Wyeth</a> zur Verwendung von Intercell's synthetischem Adjuvans IC31 in der Entwicklung verschiedener Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten abgeschlossen. <% image name="Intercell" %><p> Intercell wird dadurch bis zu 77 Mio $ an Voraus-, Options- und Meilensteinzahlungen sowie Lizenzgebühren aus künftigen Produktverkäufen erhalten. "Wir sind davon überzeugt, dass neben unserem erfolgreichen Antigen Identifikations-Programm, das bereits von führenden Impfstoffunternehmen genutzt wird, auch unser Adjuvans IC31 eine große Rolle in der Impfstoffentwicklung spielen wird", kommentiert Alexander von Gabain, Intercells CSO. Antigene geben dem Impfstoff ihre Spezifität gegen einen bestimmten Krankheitserreger, sind jedoch alleine nicht ausreichend um Impfschutz zu erhalten. Hierzu benötigt man Substanzen (Adjuvantien), die es dem Immunsystem erlauben, Antigene effizient zu erkennen und die das Immunsystem genügend stark aktivieren, um einen Impfschutz zu erreichen. <b>IC31</b> ist ein Adjuvans, das aufgrund seiner einzigartigen synthetischen Formulierung, die die Immunreaktion-stimulierenden Eigenschaften eines anti-mikrobiellen Peptids (KLK) und eines Oligodeoxynukleotids (ODN1a) kombiniert, T- und B-Zell-Antworten hervorruft. Die Lösung, die diese beiden Komponenten enthält, lässt sich einfach mit Antigenen mischen; eine Konjugation ist nicht erforderlich. <small> IC31 wird derzeit in mehreren Impfstoffprojekten in Partnerschaften mit globalen Impfstoffunternehmen als auch kleinen Biotechs verwendet. Dazu zählt die Entwicklung eines Tuberkulose-Impfstoffes mit dem dänischen Statens Serum Institut, der sich zurzeit in Phase I befindet. </small> Wyeth verwendet Intercells Adjuvans IC31

SoyLink: Durchbruch bei Sojapulver-Herstellung

<a href=http://www.soylink.net>SoyLink</a>, eine Tochter von <a href=http://www.broin.com>Broin</a> aus Iowa, hat ein US-Patent für die Herstellung hochfunktioneller Sojaproteinpulver bekommen. Die Technologie vergrößert den Anwendungsbereich von Sojabohnen im Vergleich zu konventionellen Sojapulvern. SoyLink: Durchbruch bei Sojapulver-Herstellung <% image name="Spaghetti" %><p> <small> Sojapulver von SoyLink: Unter anderem für Pasta geeignet. </small> Das Patent US 7.097.871 B2 mit dem Titel "Geschmacksneutralisierte Pflanzenpulver, Herstellungsmethoden und Systeme für das Mahlen von Pflanzen", umfasst Methoden für die Geschmacksneutralisierung von Sojabohnen und das Mahlen der Bohnen zu den kleinsten in der Industrie erhältlichen Partikeln. "SoyLink betrachtet dies als die Technologie der Zukunft für die Sojabohnenverarbeitung", so Noel Rudie, Vice President für Forschung und Betrieb bei SoyLink. "In dieser Situation gewinnen wirklich beide Seiten. Da wir ein Produkt aus der ganzen Bohne herstellen, bekommt der Verbraucher Sojamilch mit allen Vorteilen von Soja, einschließlich der natürlichen Soja-Ballaststoffe. Zugleich profitiert der Nahrungsmittelhersteller von der Eliminierung des Okara-Abfalls, der üblicherweise anfällt und erzielt höhere Gewinne." Die Technologie enthält auch Methoden für die Entfernung des unerwünschten Geschmacks der Sojabohnen, so dass sie für den Verbraucher annehmbarer sind. Die Akzeptanz von Sojamehl, das bei der Herstellung von Sojamilch und anderen Milchersatzprodukten produziert wird, ist in einigen Märkten aufgrund seines bohnenartigen Geschmacks und der mehligen Beschaffenheit sehr beschränkt. Die Technologie von SoyLink behebt beide dieser Ablehnungsgründe, indem sie zunächst den störenden bohnenartigen Geschmack aufhebt und dann das Puder in kleinste Partikel mahlt (weniger als 30 Mikronen), so dass Hersteller von Sojagetränken Produkte ohne mehlige Beschaffenheit produzieren können. Hersteller von Sojagetränken profitieren von den kleinen Partikeln, weil sie so die ganze Bohne verwenden können. Außer für Sojagetränke können die Pulver von SoyLink für Tofu, Pasta, Gebäck, Sojanussbutter, Nahrungs-Riegel und eine Vielfalt anderer Anwendungen verwendet werden, die entweder Geschmacksneutralität oder kleinste Partikel erfordern. Sowohl organische als auch nicht genetisch veränderte (non-GMO) Pulver sind in verschiedenen Vermahlungsgraden erhältlich.

BMW geht mit Flüssigwasserstoff in Serie

<a href=http://www.bmw.de>BMW</a> schickt mit dem "Hydrogen 7" den ersten Luxusliner in Serie, der mit einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor ausgestattet ist. Ab April 2007 wird der Hydrogen-Wagen erhältlich sein. <% image name="BMW_Hydrogen" %><p> <small> Die Wasserstoff-Betankung hat sich mittlerweile der Handhabung einer Benzin-Zapfsäule angenähert: Sobald der Fahrer manuell die Verbindung der Tankkupplung mit dem Tankverschluss des Fahrzeugs hergestellt hat, läuft der Füllvorgang automatisiert ab. Der Boxenstopp zum Tanken dauert rund 8 Minuten. </small> Der bivalent ausgelegte Motor des BMW Hydrogen 7 kann auch auf herkömmliches Superbenzin zurückgreifen. Und dieses Umschalten ermöglicht eine Gesamtreichweite von mehr als 700 km. Im Wasserstoff-Betrieb emittiert der neue 260 PS starke Luxusliner praktisch nur Wasserdampf. In Sachen Infrastruktur betreibt BMW derzeit gemeinsam mit Total eine Wasserstofftankstelle in Berlin. Für Ende 2006 ist auch in München die Inbetriebnahme einer neuen integrierten Wasserstoff-Tankstelle unter der Regie von Total vorgesehen. Diese wird zeitnah zur Premiere des BMW Hydrogen 7 eröffnet werden. <b>Tankstellen-Standard.</b> Für die Ausrüstung aller weltweit vorhandenen Flüssigwasserstoff-Tankstellen wurde eine einheitliche Betankungskupplung entwickelt. Sie entstand in enger Kooperation zwischen Autoherstellern, der Versorgungswirtschaft und Linde, die das technische Know-how für die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff besitzt. Als Entwicklungspartner unterstützt Magna Steyr BMW bei der Umsetzung der Wasserstoff-Technologie in Fahrzeugen. <b>Spezialtanks.</b> Der Wasserstoffspeicher des neuen Wagens besteht aus einem doppelwandigen Tank, dessen Innen- und Außenhülle aus jeweils 2 mm starkem Edelstahlblech gefertigt werden. Zwischen Innen- und Außentank befindet sich eine 30 mm starke Vakuumsuperisolation. Damit wird die Wärmeleitung auf ein Minimum reduziert. Die Zwischenschicht erreicht die Isolationswirkung von etwa 17 m Styropor. Die für den Wasserstoffspeicher entwickelte Isolationstechnik führt zu einer in der herkömmlichen Praxis bisher unerreichten Temperaturkonstanz. Ebenso effektiv wird für gleich bleibende Kälte gesorgt. Die Isolation ermöglicht es, den flüssigen Wasserstoff über einen langen Zeitraum bei einem Druck von 3 bis 5 bar und einer konstanten Temperatur von etwa -250 &deg; C zu speichern. Im Fahrbetrieb ist die Umwandlung von flüssigem zu gasförmigem Wasserstoff ein permanenter Vorgang. Denn der Treibstoff wird dem Speichertank gasförmig entnommen und der Gemischaufbereitung zugeführt. Daher wird flüssiger Wasserstoff innerhalb des Tanks gezielt verdampft und ein Gaspolster mit definiertem Druck aufgebaut. Dazu wird Wärme aus dem Kühlmittelkreislauf des Motors genutzt. BMW geht mit Flüssigwasserstoff in Serie

Audi Q7 fährt mit Airbaggehäuse aus Polyamid

Der US-Autozulieferer <a href=http://www.keysafetyinc.com>Key safety systems</a> hat mit der deutschen <a href=http://www.zf.com/boge-elastmetall>ZF Boge Elastmetall</a> und BASF das Gehäuse für den Beifahrer-Airbag im neuen Audi Q7 entwickelt. Für Audi ist es das erste Beifahrer-Airbaggehäuse aus Kunststoff in der Oberklasse. Audi Q7 fährt mit Airbaggehäuse aus Polyamid <% image name="Audi_Airbag" %> <p> <small> Beifahrerairbag-Gehäuse des Audi Q7 aus Ultramid-Kunststoff ersetzt Magnesium-Konstruktion. </small> Während Key safety systems als Modullieferant die Verantwortung für das Gesamtsystem hat, bringt ZF Boge Elastmetall ihr Know-how in Entwicklung, Konstruktion und Verarbeitung für das Gehäuse ein. BASF stellt mit <a href=http://www.basf.de/ultramid>Ultramid B3ZG8</a> den geeigneten Werkstoff bereit. Als geländegängiges Sport- und Nutzfahrzeug ist der Q7 speziell für den US-Markt konzipiert und dort im Mai eingeführt worden. Bisher hat Audi in diesem Fahrzeug-Segment für Beifahrer-Airbags Magnesium verwendet. Im Fall des Q7 konnte sich jedoch ein Kunststoffkonzept durchsetzen: Bei dem Material handelt es sich um eine speziell für Airbags entwickelte Polyamid-6-Marke der BASF. Ultramid B3ZG8 enthält 40 % Glasfasern und ist gleichzeitig zäh modifiziert: Dadurch ist es in der Kälte ausreichend elastisch aber auch steif genug bei hohen Temperaturen. Der Kunststoff ist einfacher zu verarbeiten als Magnesium und hat ein günstiges Flammschutzverhalten.

PAS-X MES für Bayers Parenteralia-Herstellung

<a href=http://www.bayerhealthcare.com>Bayer HealthCare</a> setzt am Standort Leverkusen die Software PAS-X von <a href=http://www.werum.de>Werum</a> nun auch zur Herstellung von Parenteralia ein. PAS-X MES für Bayers Parenteralia-Herstellung <% image name="Bayer_Parenteralia_Sterilisationstunnel" %><p> <small> Sterilisationstunnel/Flaschenlinie in der Parenteralia-Herstellung in Leverkusen. </small> In seinem Parenteralia-Betrieb stellt Bayer Lösungsansätze her und füllt diese in verschiedenen Linien in Flaschen, Ampullen, Flexibags und Vials (Miniflaschen) ab. Der Abfüllung und dem Verschluss der Behältnisse schließen sich materialabhängig weitere Prozessschritte an: Sterilisation, Wärmebehandlung oder Gefriertrocknung, optische Kontrollen sowie die weiterführende Verpackung. Insgesamt verlassen die Produkte in etwa 30 unterschiedlichen Formen den Betrieb. PAS-X ist verantwortlich für die Rezepturerstellung und die manuelle Einwaage der Haupteinsatzstoffe in 2 Wiegekabinen (mit Mettler-Toledo ID 30). Weitere Einsatzstoffe werden durch das unterlagerte Prozessleitsystem PCS 7 von <a href=https://pcs.khe.siemens.com>Siemens</a> bei der Erstellung des Lösungsansatzes eingewogen (überwiegend Kesseldosierung). Die Lösungserstellung und Filtration wird im MES und/oder im PLS gesteuert. PAS-X stellt die Workflows für die Abarbeitung der Herstellaufträge papierlos zur Verfügung und führt den Anwender sicher durch die Prozessschritte. Die gesamten Herstellvorgänge und -protokolle werden den behördlichen Anforderungen entsprechend dokumentiert. Im Zusammenspiel mit einem Barcode-System (mit stationären und mobilen Scannern) ermöglicht PAS-X zudem die Verfolgung des Materialflusses. Für die Berechnung von Kennzahlen stehen in PAS-X sämtliche Auftragsdaten (Material, Charge, Produktionseinheit), Auftragskennzahlen (Ausbeute, Verluste, Ist-/Soll-Maschinengeschwindigkeiten u.a.) und Zeitpunkte für parametrierbare Arten von Ereignissen oder Aktionen (Belegungen, Störungen, Stillstände etc.) bereit.

September 11th

Wiener Muthgasse mutiert zum Biotech-Cluster

Mit dem Ausbau des <a href=http://www.boku.ac.at>BOKU</a>-Standortes in Wien-Döbling entsteht bis 2009 für insgesamt 72 Mio € ein neues Kompetenzzentrum für Bio- und Lebensmitteltechnologie. Das Vienna Institute for Bioengineering and Technology (VIBT) soll auch als Biotech-Gründerzentrum herhalten. Eine „schwere Geburt“ nennt es Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der die Zukunft nicht „in Assembling-Werken, sondern in der Wissensproduktion“ sieht. Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer nennt es eine „enorme Stärkung des Biotech-Standortes Wien“. Und BOKU-Rektor Hubert Dürrstein spricht von „einer idealen Ergänzung zum bestehenden <a href=http://www.viennabiocenter.org>Vienna Biocenter</a>“. <% image name="VIBT" %><p> <small> Den beiden bestehenden BOKU-Gebäuden in der Wiener Muthgasse wird vis-à-vis ein L-förmiger Zubau angeschlossen. </small> Die Rede ist vom Vienna Institute for Bioengineering and Technology, kurz VIBT, lang: Ein 72 Mio € schwerer Zubau auf 30.000 m2, der die beiden Gebäude in der Muthgasse nachbarschaftlich beleben soll. Als Forschungscluster können ab 2009 so erstmals alle Fachrichtungen der Bio- und Lebensmitteltechnologie und -Verfahrenstechnik integriert werden. Über ein angeschlossenes Spin-off-Zentrum soll sich zudem ein reger Technologietransfer in die Praxis etablieren: Derzeit ist die Ansiedlung einer Lebensmitteluntersuchungsanstalt, einer Betriebshygieneeinrichtung, der Firmen Nanosearch und <a href=http://www.polymun.com>Polymun</a> sowie des Studienganges Bioengineering der fh campus wien geplant. Das VIBT wird 2009 auf eine insgesamt sechzehnjährige Planungsphase zurückblicken können. Denn der erste Bau – „Muthgasse I“ mit Schwerpunkt Mikrobiologie und Wasserwirtschaft – wurde bereits 1993 errichtet. 1999 folgte mit „Muthgasse II“ die Ansiedlung der Chemie, der angewandten Genetik sowie Teilbereiche der Lebensmitteltechnologie und der Botanik. Die Drittmittelquote gemessen am öffentlichen Budget liegt bei all diesen Departements bei nahezu 30 % – das ist mehr als das Doppelte des österreichischen Durchschnitts. Auf 6 bis 7 Publikationen je Wissenschaftler ist Dürrstein heute stolz. Für <a href=http://www.porr.at>Porr</a>-Chef Horst Pöchhacker ist jedenfalls klar, dass „man eine High-Tech-Hülle wie die nunmehr zu errichtende nicht von der Stange bestellen kann“, sondern es einer maßgeschneiderten Lösung verlangt. Eine solche hat er gemeinsam mit Töchtern von Bank Austria (BAI), Wiener Städtischen (MAP) und Stadt Wien (Wiener StadtentwicklungsgmbH) ventiliert und damit gegen ein Konsortium von Raiffeisen und VAMED den Vorzug bekommen. <b>Nano-Know-how.</b> Mit dem neuen Gebäudekomplex wird auch die Integration des Zentrums für NanoBiotechnologie möglich – „die erste Einrichtung seiner Art an einer österreichischen Universität“, so deren Chef Uwe Sleytr. Gearbeitet soll dort an der Entwicklung molekularer Baukastensysteme für Anwendungen in der Diagnostik, der Trenntechnik, bei Impfstoffen und immunmodulierenden Komponenten sowie für die Allergiebehandlung, biomimetische Virushüllen und stabilisierte Lipidmembrane. <b>Sanfte Bio-Power.</b> Einig sind sich die künftigen „Mieter“ des VIBT in der fachlichen Ausrichtung. Hermann Katinger vom Institut für Angewandte Mikrobiologie umschreibt es so: „Wir verwenden keine aggressiven Vorgehensweisen, sondern setzen auf sanfte Biotechnologie, wo insbesondere Zucker als Hauptrohstoffquelle für höherwertige Produkte wie etwa Biokunststoff dient.“ Mikroorganismen als moderne Arbeitssklaven, Kohlenhydrate statt Ethylen, so der Schlachtruf. Ebenso sei klar: „Wir spielen dabei in keiner Regionalliga, sondern in der Champions League. Und dafür haben wir jetzt ein neues Stadion bekommen.“ Nachsatz: „Nur spielen müssen wir jetzt noch selber.“ Wiener Muthgasse mutiert zum Biotech-Cluster

September 8th

Aufgeschäumte Polymere werden zu SiO<small>2</small>-Nanokapseln

Japanische Forscher haben eine neue Methode zur Herstellung von Nanokapseln aus Siliciumdioxid entwickelt: Ausgangspunkt sind winzige Kohlendioxid-Bläschen in einem Silikon-Copolymer. <% image name="Siliziumdioxid" %><p> Lei Li und Hideaki Yokoyama beschichten Silizium-Wafer mit dünnen Filmen aus einem speziellen Kunststoff, dessen Moleküle aus einer Polystyrol- und einer Silikondomäne aufgebaut sind - einem so genannten Block-Copolymer. Diese Copolymer-Filme sind so aufgebaut, dass nanoskopische "Tröpfchen" aus Silikon in einer Matrix aus Polystyrol "schwimmen". In diesen Film wird unter erhöhtem Druck und bei 60 °C überkritisches CO<small>2</small> eingepresst. Das CO<small>2</small> lagert sich dabei in die Silikon-Tröpfchen des Block-Copolymers ein und bildet Bläschen. In die Polystyrol-Matrix kann es dagegen nicht eindringen. Im nächsten Schritt kühlen die Wissenschaftler den Film auf 0 °C ab, um die Polystyrol-Matrix einzufrieren, und senken dann den Druck langsam auf Atmosphärendruck ab. Das CO<small>2</small> wird gasförmig, dehnt sich aus - und kann aus den Bläschen entweichen, ohne dass diese kollabieren. Anschließend setzen die Forscher den Polymer-Film Ozon und UV-Licht aus. Unter diesen Bedingungen wird die Polystyrol-Matrix vollständig zersetzt. Das Silikon, das die Bläschen umhüllt, oxidiert zu SiO<small>2</small> (Kieselsäure). Auf diese Weise entsteht auf dem Träger ein dünner Film aus dicht gepackten, winzigen Hohlräumen mit einer feinen Hülle aus SiO<small>2</small>. Diese Nanokapseln haben &Oslash; von weniger als 40 Nanometern und etwa 2 Nanometer dicke Wände. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die erhaltenen Nanokapseln in einer 2D-Struktur angeordnet sind, die über die Wahl der Domänen des Block-Copolymers gezielt variiert werden kann. <small> <b>Nanokapseln</b> sind Hohlkörper mit Durchmessern im Nanometer-Bereich und sehr dünnen Hüllen, die ein winziges Flüssigkeitsvolumen speichern und ihre Fracht verlustfrei und geschützt durch ein fremdes Medium transportieren können - etwa durch Blutgefäße. In der Technik werden Nanokapseln darüber hinaus zum Einkapseln von Duftstoffen, Druckfarben oder Klebstoffen verwendet. Am Zielort lässt sich diese Fracht dann durch Druck oder Reibung freisetzen. </small> Aufgeschäumte Polymere werden zu SiO<small>2</small>-Nanokapseln

Forscher stoppen Chorea Huntington in der Maus

Die mit der Krankheit verbundenen degenerativen Störungen treten nicht auf, wenn es gelingt, die Zerkleinerung der Eiweißablagerungen im Gehirn durch ein bestimmtes Enzym zu verhindern. Forscher stoppen Chorea Huntington in der Maus <% image name="Maus" %><p> Michael Hayden von der Universität von British Columbia in Vancouver und seine Mitarbeiter hatten vor 10 Jahren entdeckt, dass das die Krankheit auslösende Protein Huntingtin von "molekularen Scheren" zerkleinert wird - ein Hinweis darauf, dass die Spaltung des fehlgefalteten Proteins offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Krankheit spielt. Sie entwickelten damals ein Mausmodell, das das humane Huntington-Gen trägt und auch das mutierte, falsch gefaltete Protein produziert. So konnten sie beobachten, wie die Erkrankung in der Maus fortschreitet und das mutierte Huntingtin-Protein zerschnitten wird. Und zwar vom Enzym caspase-6. Jetzt gelang es ihnen zusätzlich zu zeigen, dass die Maus keine Krankheitssymptome mehr aufweist, wenn sie die Schnittstelle für das Enzym verändern und damit die Spaltung von Huntingtin verhindern. Caspasen sind Enzyme, die Eiweiße an bestimmten Stellen zerkleinern, unter anderem damit sie abgebaut werden können. Aktivierte Caspasen machen aus dem Protein Bruchstücke, die sich bei Patienten mit Chorea Huntington in den Kernen der Nervenzellen bilden. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen der Proteolyse von Huntingtin und der Entstehung von Chorea Huntington noch unklar. Wie kompliziert die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen ist, zeigen neuere Forschungen von Hayden, wonach die unlöslichen Eiweißklumpen für die Nerzenzellen des Menschen bei Chorea Huntington und Alzheimer offenbar ungiftig sind. Zudem beobachteten sie, dass bei Mäusen, bei denen sie keine Eiweißablagerungen im Gehirn nachweisen konnten, dennoch Nervenzellen zugrunde gingen. <b>Hoffnung grüner Tee.</b> Die Entstehung der tödlichen Eiweißablagerungen verringert offenbar auch grüner Tee, so Dagmar Ehrnhoefer aus der Forschungsgruppe von Erich Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin. Sie konnte im Reagenzglas zeigen, dass die Substanz Epigallocatechin-3-gallate (EGCG), die aus grünem Tee gewonnen wird, zu einem sehr frühen Zeitpunkt, während sich die Ablagerungen bilden, die Verklumpung des Huntingtin-Proteins bremst. Auch reduzierte sich der Vergiftungsgrad von Zellkulturen. Bei transgenen Fliegen, die das Huntington-Gen tragen, verbesserte sich zudem die Beweglichkeit, wenn sie mit der grünen Tee-Substanz gefüttert wurden. Wanker und seine Mitarbeiter hoffen, dass diese Erkenntnisse Ausgangspunkt für die Entwicklung einer medikamentösen Therapie für Chorea Huntington und verwandte Krankheiten sein kann. Chorea Huntington gehört mit Alzheimer und Parkinson zur Familie der neurodegenerativen Leiden, deren Ursache falsch gefaltete Proteine sind. <small> Heftige, unkontrollierte Bewegungen, ein torkelnder Gang und Grimassenschneiden haben der <b>Huntington&acute;schen Krankheit</b> ihren Namen gegeben: "Veitstanz". Ihr wissenschaftlicher Name Chorea (altgriech. für Tanz) Huntington geht auf den amerikanischen Arzt George Huntington zurück, der sie 1872 als Erster beschrieben hat. Die unheilbare Krankheit ist genetisch bedingt und tritt mit einer Häufigkeit von 1:15.000 auf. Erbt ein Kind ein mutiertes Huntington-Gen von einem betroffenen Elternteil, bricht die Krankheit unweigerlich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr aus. Dabei gehen zunehmend Nervenzellen in den Hirnarealen zugrunde, die für Bewegung, Gedächtnis und Gefühl zuständig sind. 10 bis 30 Jahre nach Ausbruch führt Chorea Huntington zum Tod. </small>

AKNÖ: Es geht auch ohne Nahrungsergänzungsmittel

Es stimmt nicht, dass uns ohne Vitamintabletten, angereicherte Milchprodukte und Fischölkapseln Hautschäden, Haarausfall und brüchige Knochen drohen. Nur für ausgewählte Zielgruppen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll, so Angela Mörixbauer und Sonja Reiselhuber von der <a href=http://noe.arbeiterkammer.at/pictures/d44/funktionelle_lebensmittel06.pdf>AKNÖ</a>. AKNÖ: Es geht auch ohne Nahrungsergänzungsmittel <% image name="Milch_und_Frucht" %><p> Bei den funktionellen Lebensmittel wird der Zusatznutzen durch Anreicherung mit Vitaminen, Mineralstoffen, präbiotischen Ballaststoffen, probiotischen Keimen, Omega-3-Fettsäuren oder sekundären Pflanzenstoffen erreicht. Vorreiter waren die probiotischen Milchprodukte. Andere Beispiele sind Lightprodukte, Vitamingetränke, Energydrinks, isotonische Getränke, Wellnessprodukte mit Kräuterauszügen wie Ginseng, Aloe Vera oder Gingko. Allerdings: Viele beworbene Wirkungen sind wissenschaftlich nur unzureichend nachgewiesen. Sinnvoll eingesetzt, können sie bestenfalls die Nahrung ergänzen und in bestimmten Lebenssituationen Defizite ausgleichen. Bei pro- und präbiotischen Milchprodukten wird der positive Einfluss auf die Verdauung besonders hervorgehoben. Für gesunde Menschen haben auch normale Sauermilchprodukte bei regelmäßigem Konsum einen guten Einfluss auf die Darmflora und das Immunsystem. Generell wird in Österreich in allen Altersgruppen zu wenig Folsäure, Jod, Kalzium und Vitamin D mit der Nahrung aufgenommen. Frauen sind oft schlecht mit Eisen versorgt, bei Jugendlichen und Senioren kommt Magnesium und bei Hochbetagten Vitamin C zu kurz. Die Ernährungs-Profis raten dazu, anstatt Functional Food und Nahrungsergänzungsmittel zunächst einmal die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Obst, Gemüse und Salat zu konsumieren: &#8226; Ein Apfel schützt besser vor schädlichen Radikalen im Stoffwechsel als eine Vitamin-C-Pille. &#8226; 200 g grüner Paprika decken mehr als den doppelten Tagesbedarf an Vitamin C. 125 g Erdbeeren liefern den Tagesbedarf an Vitamin C. &#8226; Mit 200 g Grünkohl oder Karfiol nimmt man mehr als 90 % des Tagesbedarfs an Folsäure auf. &#8226; 0,25 l fettarme Milch decken ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin B2 und B12. &#8226; Hartkäse enthält mehr Kalzium als Weich- und Frischkäse. &#8226; 3 Scheiben Volllkornbrot liefern fast die Hälfte der täglich empfohlenen Ballaststoffmenge, nämlich 13 g. 3 Scheiben Toastbrot liefern dagegen nur 2 g.

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