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June 10th, 2011

Neuer Leiter der Automatisierung bei Lenzing Technik

Roland Gammer übernimmt beim Engineering- und Anlagenbauunternehmen <a href=http://www.lenzing.com/technik> Lenzing Technik GmbH</a> die Leitung des Geschäftsbereichs Automation & Mechatronik. Er folgt Wolfgang Kastl nach, der nach mehr als 40 Jahren Tätigkeit für die Lenzing-Gruppe in den Ruhestand tritt. <% image name="Roland_Gammer" %> Gammer war zuvor beinahe 25 Jahr für Siemens tätig, unter anderem als Projektleiter im Industrieanalgenbau. Zuletzt bekleidete er die Position eines Leiters der Abteilung „Metals“ am Siemens-Standort Linz. Er trat mit 1. April 2011 bei Lenzing Technik ein, mit 1. Juni übernahm der die Leitung des Geschäftsbereichs Automation und Mechatronik <small> <b>Über die Lenzing Technik GmbH</b> Die Lenzing Technik GmbH ist die Business Unit „Engineering“ der Lenzing Gruppe und wurde 1999 als 10o-Prozent-Tochter der Lenzing AG gegründet. Im Geschäftsjahr 2010 wurde mit 627 Mitarbeitern in den Geschäftsfeldern Engineering & Contracting, Anlagenbau & Industrieservice sowie Automation & Mechatronik eine Betriebsleistung von 97,5 Millionen Euro erzielt. Z den Kunden zählen Unternehmen wie Freudenberg, Sappi, GE Healthcare, Wienerberger oder GM Powertrain. Das Leistungsspektrum umfasst Konstruktion, Fertigung und Instandhaltung verschiedenster Bauteile sowie die Planung, Installation und Revision kompletter Industrieanlagen. </small> Neuer Leiter der Automatisierung bei Lenzing Technik

Neue Behandlungsoption für Allergiker-Nasen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Zulassungsantrag für ein Ciclesonid-Nasensray mit dem Treibgas Hydrofluoralkan (HFA) angenommen. Das Produkte enthält einen von Nycomed patentierten Wirkstoff, die exklusiven Rechte für Entwicklung, Marketing und Vertrieb in den USA hat Sunovion. Neue Behandlungsoption für Allergiker-Nasen <% image name="logoSunovion" %> <small><b>Sunovion</b> hat die exklusiven Rechte für Entwicklung, Marketing und Vertrieb von Ciclesonid in den USA.</small> Die vorgeschlagene Indikation ist die Behandlung von Symptomen der saisonal bedingten allergischen Rhinitis (SAR) sowie der ganzjährigen allergischen Rhinitis (PAR) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Die Verabreichung erfolgt über einen Dosierspray mit Treibgas, das das Aerosol in kleinen Mengen (50 Mikroliter) als feinen, trockenen Ciclesonid-Nebel in die Nase des Patienten abgibt. "Ciclesonid-HFA-Nasenspray kann eine wertvolle neue Behandlungsoption für Allergiker mit saisonaler und ganzjähriger Rhinitis werden", sagte dazu Michael Blaiss, Professor für klinische Pädiatrie und Medizin am Health Sciences Center der University of Tennessee, USA. "Wenn das Präparat in der vorgeschlagenen Dosierung zugelassen wird, könnte es helfen, die Beschwerden schon mit geringen Mengen an Nasenspray zu lindern." Die FDA hat mitgeteilt, dass die Anwendung im Standardverfahren geprüft werden wird. Mit der Annahme des Zulassungsantrags hat die FDA keine endgültigen Aussagen über die mit diesem Antrag eingereichten Daten getroffen. <b>Mehrere klinische Studien zeigen Wirkung und Sicherheit</b> Der Zulassungsantrag spiegelt die Ergebnisse mehrerer klinischer Studien wider. Die Wirksamkeit von Ciclesonid-HFA-Nasenspray wurde in den USA in drei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Parallelgruppenstudien bei Jugendlichen und Erwachsenen mit allergischer Rhinitis untersucht. Die Beobachtungsdauer für die primären Wirksamkeitsendpunkte betrug zwei bis sechs Wochen. Insgesamt waren in die drei Studien 2'488 Patienten einbezogen. Davon erhielten 761 Patienten die tägliche Einmaldosis von 74 Mikrogramm. Primärer Endpunkt der zulassungsrelevanten Studien war die Veränderung der durchschnittlichen morgendlichen und abendlichen nasalen Symptome (reflective total nasal symptom scores - rTNSS) gegenüber dem Ausgangswert im Unterschied zum Placebo. Weitere Wirksamkeitsendpunkte waren die okularen Symptome (reflective total ocular symptom scores - rTOSS) und die Lebensqualität, die unter Verwendung des "Rhinoconjunctivitis Quality of Life Questionnaire" (RQLQ) gemessen wurde. Die Sicherheitsdaten basieren auf fünf klinischen Studien, in denen Ciclesonid-HFA-Nasenspray-Dosierungen von bis zu 282 Mikrogramm untersucht wurden. In einer Studie wurde die Dosierung von 74 Mikrogramm nicht untersucht. Vier der klinischen Studien liefen über zwei bis sechs Wochen, eine über 26 Wochen. Die Daten der ersten sechs Wochen der 26-wöchigen Studie wurden mit den Kurzzeitdaten der anderen vier Studien zusammengefasst. Die in den vier zwei- bis sechswöchigen Kurzzeitstudien erhobenen Daten wurden evaluiert; sie umfassen 884 Patienten mit SAR oder PAR, welche die Dosis von 74 Mikrogramm erhielten. <b>Über Ciclesonid</b> Ciclesonid ist ein von Nycomed patentiertes Kortikosteroid mit neuartigem Wirkmechanismus. Es ist ein Pro-Drug, das seine Wirkung durch intrazellulare Esterasen nach der oralen oder nasalen Inhalation entfaltet. Ciclesonid-HFA-Nasenspray ist das dritte Präparat von Sunovion mit dem Wirkstoff Ciclesonid. Bei den anderen beiden handelt es sich um das Inhalationsspray „Alvesvo“(Ciclesonid) mit HFA-Treibgas für die Erhaltungstherapie bei Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren sowie um das Nasenspray „Onaris“ (Ciclesonid) für die Behandlung von saisonal bedingter allergischer Rhinitis bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren und von ganzjähriger allergischer Rhinitis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. 2008 erteilte Nycomed Sunovion die exklusiven Rechte für Entwicklung, Marketing und Vertrieb von Ciclesonid in den USA.

Mit Magnetresonanz dem menschlichen Einfühlungsvermögen auf der Spur

Claus Lamm, seit September 2010 Professor für Biologische Psychologie an der <a href=http://www.univie.ac.at>Universität Wien</a>, hält am 20. Juni seine Antrittsvorlesung. Der Forscher auf dem Gebiet der Sozialen Neurowissenschaften wird über einen interdisziplinären Erkenntniszugang zu Empathie und Altruismus sprechen. Mit Magnetresonanz dem menschlichen Einfühlungsvermögen auf der Spur <% image name="Lamm_ClausWeb" %> <small><b>Claus Lamm</b> hat seit September den Lehrstuhl für Biologische Psychologie am Institut Klinische, Biologische und Differentielle Psychologie der Universität Wien inne. <i>Bild: Universität Wien</small> Lamm bezeichnet sich selbst als Psychologen und Neurowissenschaftler und hat sich nach seiner Dissertation an der Uni Wien (Thema: das räumliche Vorstellungsvermögen) schrittweise einer Disziplin zugewandt, die erst in den letzten fünf bis sechs Jahren entstanden ist: den Sozialen Neurowissenschaften. Nach Lamm hat erst die Methode der funktionellen Magnetresonanztomographie detailliertere Einblicke in die Vorgänge im menschlichen Gehirn ermöglicht. <b>Ein Rückkehrer an der Uni Wien</b> Als Gegenstand seiner Forschung wählte der gebürtige Lustenauer die Empathie und ist dabei fundamentalen Mechanismen auf der Spur, die es den Menschen ermöglichen, die Emotionen von anderen Personen nachzuempfinden. Sein Handwerk lernte Lamm als Post-doc am Nationalen Institut für Gesundheit und Medizinische Forschung in Bron (Frankreich) und an der Universität von Chicago. Von 2008 bis 2010 absolvierte der Psychologe einen Forschungsaufenthalt am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich. An der Universität Wien möchte Lamm nun die interdisziplinäre Empathieforschung institutionalisieren. Ein Wehrmutstropfen dabei: Ein direkter Zugang zu einem Magnetresonanz-Scanner, der für die neurowissenschaftliche Forschung erforderlich ist, ist hier nicht vorhanden. Derzeit wird ein Gerät der Medizinischen Universität Wien verwendet oder man kauft sich in Zürich oder Chicago ein.

June 9th

Avastin verbessert Chancen bei Eierstockkrebs

Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology wurden neue Resultate einer Phase III-Studie zur Behandlung von wiederkehrendem Eierstockkrebs mit Avastin (Wirkstoff: Bevacizumab) präsentiert. Das Risiko des Fortschreitens der unheilbaren Krankheit konnte demnach um 52 Prozent reduziert werden. <% image name="WirkmechanismusBevacizumab1" %> <small><b>Der Antikörper Bevacizumab</b> hemmt die Neubildung von Blutgefäßen im Tumorgewebe. <i>Bild: Roche</i></small> Bei der Phase-III-Studie, die den Namen „Oceans“ trug, wurden 484 Frauen mit platinempfindlichem, rezidivierendem Ovarialkarzinom mit Avastin in Kombination mit einer Chemotherapie (Carboplatin und Gemcitabin) im Vergleich mit Placebo in derselben Kombination behandelt. Die Frauen hatten vor der Studie nicht mehr als eine Therapie erhalten. Dabei zeigte sich ein medianes progressionsfreies Überleben von 12,4 Monaten verglichen mit 8,4 Monaten bei Frauen, die nur die Chemotherapie erhielten. Bei 79 Prozent der mit Avastin behandelten Patientinnen, aber nur bei 57 Prozent der Placebo-Kontrollgruppe, konnte ein Schrumpfen des Tumors erreicht werden. Die Nebenwirkungen entsprachen in der Oceans-Studie denjenigen, die auch in früheren Studien mit Bevacizumab gefunden wurden. Avastatin – ein monoklonaler Antikörper von Roche, der die Neubildung von Blutgefäßen im Tumorgewebe verhindert – wurde im Jahr 2004 erstmals gegen fortgeschrittenen Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs zugelassen und wird mittlerweile auch gegen Brustkrebs, nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom und Nierenkrebs, in einigen Ländern auch gegen Glioblastom angewendet. Avastin verbessert Chancen bei Eierstockkrebs

June 8th

Zwei Jahre Lebensmittel-Cluster Niederösterreich

Der <a href=http://www.ecoplus.co.at/ecoplus/cluster-niederoesterreich/lebensmittel>Lebensmittel-Cluster Niederösterreich</a> blickte am 8. Juni auf sein zweijähriges Bestehen zurück. Die 89 Partnerbetriebe nutzten das Branchennetzwerk in insgesamt 57 Projekten. <% image name="PKLebensmittelcluster-2Web" %> <small><b>Blickten auf zwei Jahre Lebensmittel-Cluster zurück:</b> Martina Niedermayer (Biohof Niedermayer), Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Rudolf Berger (Fleischwaren Berger). <i>Bild: Thule G. Jug</i></small> Der von der Ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes, gemanagte Cluster möchte eine Anlaufstelle für den Austausch über neue Verfahren der Lebensmittelverarbeitung, technologische Innovationen und die Erfüllung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards sein. Gerade kleineren und mittleren Betrieben solle auf diese Weise der Zugang zum Stand der internationalen Forschung ermöglicht werden, wie die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav bei einer Pressekonferenz anlässlich des zweiten Cluster-Geburtstags feststellte. Der Cluster verstehe sich als Plattform, die die gesamte Wertschöpfungskette im Lebensmittelsektor umspannt: von der Landwirtschaft über die verarbeitenden Betriebe bis hin zum Handel. Auf diese ergäben sich zahlreiche Chancen für den ländlichen Raum, ergänzte Agrar-Landesrat Stefan Pernkopf. <b>Aktive Mitglieder</b> Aktuell umfasst der Lebensmittel-Cluster Niederösterreich 89 Partnerbetriebe mit gemeinsam rund 10.000 Mitarbeitern. In den vergangenen zwei Jahren nahmen 2.000 Teilnehmer aus diesem Kreis an 52 Veranstaltungen teil. In 57 Projekten wurden die Kräfte zusammengespannt – 38 davon sind bereits abgeschlossen, 19 werden zur Zeit betreut. Stellvertretend für die Mitgliedsbetriebe bestätigten Martina Niedermayer (Biohof Niedermayer) und Rudolf Berger (Fleischwaren Berger), dass der Cluster vor allem für diejenigen Betriebe eine gute Anlaufstelle sei, die bereit seien, sich auf neue Wege einzulassen. Besonders schätzen die beiden Wirtschaftstreibenden die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette und das Handeln gemäß den Grundsätzen von Nachhaltigkeit und Regionalität Zwei Jahre Lebensmittel-Cluster Niederösterreich

June 7th

Wiener Hermann-Mark-Gasse eröffnet

Im zehnten Wiener Gemeindebezirk ist am 7. Juni eine Gasse nach dem österreichischen Chemiker Hermann F. Mark benannt worden. Mark war einer der Pioniere der Polymerchemie. <% image name="Hermann-Mark-Gasse" %> <small><b>Die Hermann-Mark-Gasse</b> im zehnten Wiener Gemeindebezirk ist eine Seitengasse der Oberlaaer Straße.</small> Die Vereinigung Österreichischer Kunststoffverarbeiter bat am 7. Juni zur offiziellen Eröffnung der "Hermann-Mark-Gasse", einer Seitengasse der Oberlaaer Straße (zwischen der Sulzengasse und der Murbangasse). Bei der Feier war auch der Sohn des Kunststoff-Pioniers, Hans Mark, ehemaliger NASA-Direktor und Professor für Aerospace Engineering an der University of Texas, anwesend, der im Rahmen eines Vortragsabends im Palais Eschenbach auch über das Lebenswerk seines Vaters referierte. <b>Leben und Werk</b> Hermann F. Mark wurde 1895 in Wien geboren und wandte in den 1920er Jahren die damals neuen Methoden der Röntgendiffraktometrie und Ultramikrokopie auf die Molekülstrukturen von Polymeren an. Er wurde so gemeinsam mit Hermann Staudinger zu einem Pionier der Kunststoffforschung. Nach einer leitenden Tätigkeit für die I.G. Farben in Ludwigshafen wurde er Professor für physikalische Chemie an der Universität Wien und flüchtete nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland in die USA, wo er das Institute of Polymer Research am Polytechnic Institute in Brooklyn eröffnete. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Linus Pauling und Max Perutz. Einem breiteren Publikum wurde er durch die Präsentation der zehnteiligen ORF-Fernsehsendung „Alles Leben ist Chemie“ bekannt. Mark starb 1992 inAustin, Texas Wiener Hermann-Mark-Gasse eröffnet

June 4th

Ein Mikrochip aus einem einzelnen Molekül

In einem EU-geförderten Projekt mit dem Namen <a href=http://atmol.phantomsnet.net/index.php?project=7>„AtMol“</a> arbeiten Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern und Singapur an einem molekularen Chip – einer Recheneinheit, die nur aus einem einzigen Molekül, verbunden mit externen mesoskopischen Elektroden besteht. Ein Mikrochip aus einem einzelnen Molekül <% image name="Atmol" %> <small><b>Große Maschinen für kleine Strukturen</b>: Das Forschungsvorhaben im AtMol-Projekt benötigt Maschinen, wie die abgebildete an der Jagiellonen-Universität in Krakau, mit denen man Strukturen im Hochvakuum Atom für Atom aufbauen kann. <i>Bild: Jagiellonian University Kraków</small> In der Elektronik schreitet die Miniaturisierung immer weiter voran und hat mittlerweile molekulare Maßstäbe erreicht. Zehn Institutionen aus Europa und Singapur sind an einem Projekt beteiligt, das sich „Atomic Scale and Single Molecule Logic Gate Technologies“ (abgekürzt AtMol) nennt und logische Funktionen durch Gatter aus einzelnen Molekülen oder Schaltkreise im atomaren Maßstab realisieren will. Dabei soll auch getestet werden, inwieweit die Verbindung von klassischer und Quanten-Information in ein und demselben Schaltkreis die Rechenleistung erhöhen kann. Der Vorstoß der Wissenschaftler ist auch ein schönes Beispiel für einen Bottom-up-Approach in der Nanotechnologie: Die Eigenschaften eines Systems im Nanometermaßstab werden durch direktes Aneinanderfügen der atomaren Bausteine erzielt. Notwendig dafür sind Ultrahochvakuum-Einrichtungen, die derartige Operationen erlauben und die nur wenige Institute der Welt bislang ihr Eigen nennen.

June 3rd

Je mehr Lithium, desto weniger Selbstmorde

Forscher der <a href=http://www.meduniwien.ac.at/hp/psychoanalyse>Uni-Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie</a> an der Med-Uni Wien konnten nachweisen, dass im Trinkwasser natürlich enthaltenes Lithium die Selbstmordraten senkt. Der Wirk-Mechanismus liegt dabei noch weitgehend im Dunkeln. Je mehr Lithium, desto weniger Selbstmorde <% image name="NestorKapusta" %> <small><b>Nestor Kapusta</b> konnte den Zusammenhang zwischen Selbstmordrate und Lithium im Trinkwasser wissenschaftlich nachweisen. <i>Bild: Medizinische Universität Wien</i></small> 2009 hatte eine Studie aus Japan ein ähnliches Ergebnis erzielt, war wegen methodischer Mängel aber rasch in Zweifel gezogen worden. Unter Federführung von Nestor Kapusta, Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie in Wien konnte der Einfluss von Lithium aber nun wissenschaftlich zuverlässig bestätigt werden. Für die Studie wurden in ganz Österreich insgesamt 6.460 Trinkwasserproben gezogen und mit den Suizidraten in den jeweiligen politischen Bezirken verglichen. Dabei zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang: Je höher die Lithium-Konzentration im Trinkwasser desto niedriger die Selbstmordrate. Selbst die Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren, von denen man weiß, dass sie Einfluss auf die Selbstmordrate haben, änderte nichts an der Eindeutigkeit der Korrelation. <b>Lithium schon in sehr schwacher Dosis wirksam</b> Die suizidprotektive Wirkung von Lithium ist zwar seit Langem belegt, allerdings ist die Dosierung bei einer Therapie rund 100-mal höher als das natürliche Vorkommen im Trinkwasser. Dass die geringe natürliche Konzentration eine derartig strake physiologische Wirkung entfalten kann, ist das wirklich Neue an der Studie, meint Kapusta. Dem dahinterliegenden Mechanismus auf die Spur zu kommen, wird nun eine spannende Aufgabe für die Forscher. Vor der künstlichen Anreicherung von Lithium im Trinkwasser warnen die Wissenschaftler der Med-Uni aber: Eine solche Empfehlung könne erst nach aufwendigen klinischen Studien abgegeben werden, noch wisse man auch über mögliche Nebenwirkungen nicht Bescheid.

June 1st

EHEC-Infektionen: Die Dynamik eines Ausbruchs

Noch tappen die Behöden bezüglich der genauen Ursache im Dunkeln – doch der Anstieg der Fälle an hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) in Norddeutschland ist evident. Dem <a href=http://www.rki.de>Robert-Koch-Institut</a> (RKI) in Berlin wurden seit Anfang Mai 470 Erkrankungsfälle übermittelt, bis 31. Mai, 15 Uhr, sind neun Personen daran verstorben. <% image name="EHEC" %> <small><b>Enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien</b> verursachen die derzeit in Norddeutschland zu beobachtende Welle schwerer Durchfallerkrankungen. <i>Bild: Manfred Rohde, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung</i></small> HUS ist eine schwere, unter Umständen tödliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Die Zahl der gemeldeten EHEC-Infektionen ist noch höher, seit Anfang Mai sind dem Robert-Koch-Institut 1.064 Fälle bekannt geworden. Auffällig bei dem nun beobachteten Ausbruchsgeschehen ist der Anstieg der Erkrankungsfälle: Vom 2. bis 8. Mai lag die Fallzahl zwischen 0 und 2 Fällen täglich. Am 9. Mai stieg die Fallzahl auf 5 Fälle an und erhöhte sich kontinuierlich weiter bis zu einem bisherigen Maximum von jeweils 39 Fällen am 16., 19. und 21. Mai. Zwischen 16. und 22. Mai lag die tägliche Fallzahl bei mindestens 30 Fällen. Der Rückgang der Meldezahlen nach dem 22. Mai darf laut RKI aufgrund des Melde- und Übermittlungsverzugs noch nicht als Rückgang der Erkrankungszahlen gewertet werden. <b>Ursache noch nicht gefunden</b> Eine vom RKI gemeinsam mit den Hamburger Gesundheitsbehörden durchgeführte epidemiologische Studie zeigt, dass vom aktuellen EHEC-Ausbruch betroffene Patienten signifikant häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer. Vorläufig ist dies aber reine Statistik, es stehe noch nicht fest, ob nur eines oder mehrere dieser drei Lebensmittel mit dem Ausbruchsgeschehen in Zusammenhang stehen, betonte das RKI in einer Aussendung. Bei dem aktuellen Geschehen handelt es sich nach Aussage des RKI um einen der weltweit größten bislang beschriebenen Ausbrüche von EHEC bzw. HUS und den bislang größten Ausbruch in Deutschland, wobei insbesondere die Alters- und Geschlechterverteilung ungewöhnlich ist, wie die Experten betonen. Nach wie vor sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen. Zu anderen Zeiten entwickelten vorwiegend Kinder dieses schwere Krankheitsbild. Für gewöhnlich werden dem RKI pro Jahr etwa 1.000 EHEC-Fälle übermittelt, im Jahr 2010 waren darunter zwei Todesfälle. Die das HUS verursachenden EHEC-Bakterien werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen. Als Reservoir gelten Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe, Ziegen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fäkal-oral, wobei die Erregeraufnahme über den Kontakt mit Tierkot, über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser erfolgt, aber auch durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion). Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass rohes Fleisch oder Rohmilch, die in Zusammenhang mit EHEC häufig als Überträger-Lebensmittel identifiziert werden, die Ursache des aktuellen Ausbruchs darstellen. <small> <b>Das Robert-Koch-Institut</b> Das RKI ist die zentrale Einrichtung der deutschenBundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung. Die Kernaufgaben des RKI sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. </small> EHEC-Infektionen: Die Dynamik eines Ausbruchs

May 31st

Diabetes-Impfung? Neues CD-Labor erforscht die Grundlagen

Das Wiener Impfstoff-Unternehmen <a href=http://www.affiris.com>Affiris</a> ist Industriepartner des neu gegründeten Christian-Doppler-Labors für Kardiometabolische Immuntherapie. Das von Thomas Stulnig (Universitätsklinik für Innere Medizin III am AKH Wien) geleitete Labor wird die Grundlagen einer Impfung gegen Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen. <% image name="ThomasStulnig" %> <small><b>Thomas Stulnig</b> leitet das neu gegründete Christian-Doppler-Labor für Kardiometabolische Immuntherapie. <i>Bild: Thomas Stulnig/Foto Wilke</i></small> Entzündliche Prozesse des Fettgewebes und der Gefäßwand werden immer mehr als Mitverursacher von chronischen Erkrankungen erkannt. Durch die Erforschung der Schlüsselmechanismen derartiger Prozesse möchte das nun gegründete CD-Labor die wissenschaftlichen Grundlagen für die Bekämpfung der chronischen Krankheiten mit Impfstoffen schaffen. <b>Neuer Entwicklungsschwerpunkt für Affiris</b> Für Affiris, das bisher an Impfstoffen gegen Alzheimer-Demenz, Atherosklerose, Morbus Parkinson und Bluthochdruck arbeitete, bedeutet das Engagement den Aufbau eines zweiten Entwicklungsschwerpunkts. Auch auf diesem Gebiet setzt das 2003 von CEO Walter Schmidt und CSO Frank Mattner gegründete Unternehmen die schon im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen bewährte Affitom-Technologie ein. Mit diesem Ansatz wird nicht nur ein einzelner Impfstoffkandidat für eine bestimmte Krankheit erzeugt, sondern gleich ein ganzer Pool davon. Dies wird durch sogenannte „molekulare Mimikry“ möglich: Nicht das jeweilige Zielmolekül oder Fragmente davon werden als Antigen im Impfstoff eingesetzt, sondern eine davon verschiedene Aminosäuresequenz. In der aktuellen Leitindikation Alzheimer konnte im Oktober 2008 eine vielbeachtete Lizenzvereinbarung mit Glaxo Smith Kline erzielt werden, die meilensteinabhängige Zahlungen von bis zu 430 Millionen Euro vorsieht, von denen bislang schon 13,5 Millionen ausgelöst wurden. Derzeit läuft eine Phase-II-Studie mit dem Leitprodukt „Affitop AD02“. Diabetes-Impfung? Neues CD-Labor erforscht die Grundlagen

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