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January 30th

Forscher entziffern Genom von Aspergillus niger

Forscher aus den Niederlanden, England, Dänemark, Belgien, Frankreich, <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/2677>Österreich</a>, Ungarn und Deutschland haben jetzt das <a href=http://dx.doi.org/10.1038/nbt1282>Genom</a> des Schimmelpilzes Aspergillus niger entziffert. Forscher entziffern Genom von Aspergillus niger <% image name="Aspergillus" %><p> <small> Sporenträger von Aspergillus (Gießkannenschimmel): Die Sporen (C=Conidien) werden in die Luft entlassen und sorgen für die weltweite Verbreitung der Aspergillen. </small> Den fadenförmigen Aspergillus niger können Biologen besonders leicht dazu bringen, die Säure, die von vielen Organismen als Zwischenprodukt ihres Stoffwechsels gebildet wird, in großen Mengen in das Kulturmedium abzusondern. Glucoamylase etwa, das wichtigste Enzym in der Backindustrie, erzeugt der Pilz im Ausmaß von 20 g Enzym/l Kulturbrühe. Ebenso wird Zitronensäure großteils auf diese Weise hergestellt. Mit den freigelegten Erbinformationen kann diese biotechnologische Produktion künftig, so hofft man, verbessert werden. Umgekehrt gehört Aspergillus niger zu den verbreitetsten Schimmelpilzen, der etwa auch auf Brot wächst und dort seine schwarzen Sporen hinterlässt (danach ist er auch benannt). Sein naher Verwandter wiederum, Aspergillus fumigatus, kann die Lunge befallen und schwere Infektionen auslösen - mit dem offen gelegten Genom sollen künftig auch verbesserte Therapien gegen Aspergillus fumigatus möglich werden.

Resistenz bei Spindelgift-Therapien geklärt

<a href=http://www.imt.uni-marburg.de/bastians>Holger Bastians</a> von der Philipps-Uni Marburg hat sowohl die Ursache als auch eine mögliche Lösung für die Resistenz gegenüber der Therapie mit Spindelgiften gefunden. Resistenz bei Spindelgift-Therapien geklärt <table> <td><% image name="Tumorzelle1" %></td> <td><% image name="Tumorzelle2" %></td> </table><p> <small> Tumorzellen bei der Zellteilung: Links ist die (grün eingefärbte) Spindel zu sehen. Sie sorgt für die korrekte Aufreihung der (blauen) Chromosomen. Spindelgifte können diese Fasern aber zerstören. Rechts: Eine chemotherapeutisch behandelte Zelle: Die (grünen) Spindelfasern wurden durch Behandlung mit Spindelgift funktionsuntüchtig, die (blauen) Chromosomen werden also nicht mehr ordnungsgemäß aufgereiht. Dies führt dazu, dass der Spindelcheckpoint aktiviert und anschließend der Zelltod ausgelöst wird. © Holger Bastians </small> Der für die Zellteilung wichtige Spindelcheckpoint-Signalweg ist in Tumorzellen im Vergleich zu normalen Zellen häufig beeinträchtigt. Bastians konnte zeigen, dass die gängigen Chemotherapeutika nur dann wirken, wenn dieser Checkpoint vollständig aktiv ist. Bei dem Signalweg ist ein "Spindel" genannter Molekülkomplex dafür verantwortlich, dass die Chromosomen korrekt aufgereiht und aufgeteilt werden. Dieser ist Angriffspunkt für viele Therapien wie Taxol oder verschiedene Vinca-Alkaloide - sie zerstören die Spindel und führen so zu Fehlern bei der Zellteilung. Solche Fehler wiederum erkennt die Zelle und aktiviert daraufhin den Spindelcheckpoint-Signalweg. "Wir haben nun herausgefunden, dass es genau dieser Signalweg ist, der schließlich den Befehl dazu gibt, dass sich chemotherapeutisch behandelte Zellen selbst umbringen." Damit ist aber auch klar, warum viele Patienten Resistenzen entwickeln: "Ist der Checkpoint beeinträchtigt, was in Tumorzellen häufig der Fall ist, sterben diese auch nicht ab." Die Spindelgifte greifen dann vor allem gesunde Zellen mit funktionierendem Checkpoint an, "die Tumorzellen haben also sogar einen Selektionsvorteil". Jetzt will Bastians nicht länger den Umweg über die Spindel machen, "sondern direkt den Checkpoint angreifen und so unmittelbar den Selbstmord der Zellen auslösen". Einen potenten Inhibitor habe er bereits identifiziert - seine klinische Forschung wird nun von Altana Pharma, seit Januar eine Tochter von <a href=http://www.nycomed.com>Nycomed</a>, unterstützt.

Raffinerie Schwechat: Integriertes Management lohnt

<a href=http://www.qualityaustria.com>Quality Austria</a> hat 2006 die Lehrgänge in den Bereichen Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement zum staatlich anerkannten Lehrgang Integriertes Management (IMS) zusammengeführt. Absolvent Karl Mustafa ist damit in der Raffinerie Schwechat erfolgreich. Raffinerie Schwechat: Integriertes Management lohnt <% image name="Quality_Austria" %><p> <small> Von links: Wolfgang Leitner von Quality Austria mit Karl Mustafa und Johann Kaltenbrunner von der OMV-Raffinerie Schwechat. </small> "Als Verantwortlicher für das Integrierte Managementsystem der Raffinerie Schwechat wollte ich über alle drei Bereiche Qualität, Umwelt und Sicherheit ein fundiertes Wissen erwerben", so Mustafa. Sein Resümee: "Wir konnten bei der Implementierung des Umweltmanagementsystems in die bestehenden Managementsysteme die Anzahl der notwendigen Prozesse reduzieren anstatt, wie bei ähnlichen Projekten, erhöhen. Zudem haben die Instrumentarien der kontinuierlichen Verbesserung für alle Themen des Integrierten Managementsystems die gleiche Gültigkeit." Bis dato konnten in der Raffinerie Schwechat durch das Integrierte Management die Prozesse "um mehr als 28 % reduziert werden", so Mustafa. Zudem wurde durch die Neuausrichtung der integrierten Audits der Aufwand für interne Audits um ein Drittel reduziert - die Anzahl der externen Audits wurde ebenso von 2-3 auf 1 pro Jahr reduziert.

January 29th

EU fördert computergestütztes Impfstoff-Design

Ziel des neuen EU-Projekts BacAbs (Bac tericidal A nti b odie s) ist die Entwicklung neuer molekularbiologischer Ansätze zur Entwicklung hochspezifischer Impfstoffe. An dem mit 2,3 Mio € geförderten 3 Jahres-Projekt beteiligen sich 9 Partner aus 4 EU-Ländern. <% image name="Protein" %><p> <small> Neue Strategien in der Impfstoffentwicklung sollen mit der Strukturanalyse von Proteinen infektiöser Bakterien gefunden werden. </small> Eine Möglichkeit, den Anwendungsbedarf von Antibiotika zu minimieren, ist die Impfung gegen pathogene Bakterien, bei denen das körpereigene Immunsystem infektionshemmende Antikörper bildet. Da jedoch nicht alle Impfstoffkomponenten, vor allem Proteine der infektiösen Bakterien, als Antigene wirksame Antikörper erzeugen, waren bisher umfangreiche Screening-Verfahren notwendig, um geeignete Komponenten zu identifizieren. In einem multidisziplinären Ansatz sollen jetzt mit Hilfe von struktur- und molkularbiologischen sowie bioinformatischen Methoden neue bakterielle Proteinstrukturen identifiziert werden, die sich als Antigene für die Erzeugung bakterienabtötender Antikörper und somit als effiziente Impfstoffkomponenten eignen. Unter Verwendung des Modellorganismus <u>Neisseria meningitidis</u>, eines Erregers von Hirnhautentzündung und Blutvergiftung, gegen den es bisher keinen Impfstoff gibt, sollen Antikörper-Antigen-Komplexe weiter aufgeklärt und die Prinzipien der Immunerkennung bakterieller Zielproteine besser verstanden werden. Geleitet wird das EU-Projekt von Xavier Daura am Institute of Biotechnology and Biomedicine der Uni Barcelona. EU fördert computergestütztes Impfstoff-Design

January 28th

Gute Chancen für Fünffach-Kombinationsimpfstoff

Der FDA-Beratungsausschuss hat sich für den Fünffach-Kombinationsimpfstoff Pentacel von <a href=http://www.sanofipasteur.com>sanofi pasteur</a> ausgesprochen. Pentacel ist bei Kindern zur Immunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) vorgesehen. <% image name="Injektionsspritzen" %><p> <small> Der derzeitige Impfplan in den USA sieht bis zu 23 Injektionen bis zum 18. Lebensmonat vor. Pentacel könnte diese Anzahl von Injektionen um 7 senken. </small> Dem Zulassungsantrag von Pentacel (DTaP-IPV-Hib-Impfstoff) liegen klinische Studien zugrunde, an denen mehr als 5.000 Kinder in den USA und Kanada teilgenommen haben. Pentacel ist der erste Kombi-Impfstoffkandidat auf DTaP-Basis für die Anwendung bei Säuglingen in den USA, in dem sowohl eine Polio- als auch eine Hib-Impfstoffkomponente enthalten ist. Die Diphtherie-, Tetanus- und Keuchhustenkomponenten im Impfstoff basieren auf der Arzneizubereitung in Daptacel, das von sanofi pasteur 2002 in den USA eingeführt wurde. In den Studien wurde Pentacel in Form einer aus 4 Dosen bestehende Serie - im Alter von 2, 4, 6 und 15-18 Lebensmonaten - begleitend zu anderen empfohlenen Kindheitsimpfungen verabreicht. <small> Der US-Betrieb von sanofi pasteur in Swiftwater, Pennsylvania, erwirkte bereits 1987 die Zulassung des ersten Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Konjugatimpfstoffs. Und 1996 war er das erste Unternehmen, das einen Diphtherie-, Tetanus- und azellulären Keuchhusten-Impfstoff zur Anwendung bei Säuglingen zuließ. 2005 folgte die Einführung von Menactra (gegen Meningokokkenerkrankungen) und Adacel - eine Auffrischdosis zum Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. </small> Gute Chancen für Fünffach-Kombinationsimpfstoff

January 27th

Fett: Was wir davon brauchen. Und was krank macht.

Im Rahmen der vom <a href=http://www.fwf.ac.at>FWF</a> und der PR-Agentur PR&D veranstalteten AM PULS-Serie stand kürzlich das Thema "Fett in der Ernährung" am Programm: Was die Lipid-Forschung empfiehlt. Und wo sie weiter sucht. <% image name="Schnitzel" %><p> Karin Schindler vom Wiener AKH bringt es auf den Punkt: "Es geht um die Energiebilanz." Und nachdem Fett 9,3 kcal/g, Proteine und Kohlenhydrate dagegen gerade einmal 4,1 kcal/g an Brennwert aufweisen, wird ab einem Bauchumfang von 88 cm (bei Frauen) bzw. 102 cm (bei Männern) die Diät-Treue zum sine qua non. Wohlgemerkt: Weniger die <u>Diät</u> selbst, sondern die Treue dazu entscheidet. Denn: Ein Abnehmen frei nach Atkins - mit extrem fettreicher Kost - ist ebenso möglich. Bei derlei "fettreichen Diäten" werden die Kilos gewissermaßen über das Sättigungszentrum im Gehirn "abgehungert": Nach einer gewissen Zeit lässt der Appetit nach - die Nahrungsmittelzufuhr nimmt automatisch ab. Von den dabei im Übermaß zu konsumierenden gesättigten Fettsäuren und dem gleichzeitigen Fehlen von Obst und Gemüse im Speiseplan rät Schindler allerdings entschieden ab: "Damit tun Sie Ihren Gefäßen nichts Gutes." Angesagt sind Pflanzenöle, "mehrfach Ungesättigtes": Für den Organismus <u>essenzielle Bausteine</u>, die er etwa aus Raps-, Lein- oder Walnussöl gewinnen kann. Derlei Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren sind ebenso in allen Kaltwasserfischen wie Makrelen oder Lachs reichlich zugegen - bei den Fischen sorgen sie für den gleichen Effekt wie beim Menschen: Sie erhöhen die Membranfluidität. Doch dazu später. Was so manche Diät jedoch verleidet: Fett ist in der Regel auch der <u>Geschmacksträger</u> in den Lebensmitteln. Und eine Fettreduktion in ihnen ist nur durch eine gleichzeitige Zugabe von Kohlenhydraten möglich - um beispielsweise bei 100 g den Fettanteil von 3,6 auf 2,2 g zu reduzieren, muss im Gegenzug der Kohlenhydrat-Anteil von 3,9 auf 16,9 g erhöht werden. Und ein Zuviel an Kohlenhydraten - sie sind nicht zuletzt in zahlreichen Süßstoffen wie etwa Kornsirup - korreliert unmittelbar mit der Prävalenz von Diabetes. Nicht wundert es in diesem Zusammenhang, dass seit den 1970er Jahren die <u>Portionsgrößen</u> in Fast-Food-Restaurants dramatisch zugenommen haben: Die Portionen an Salzsnacks und Pommes sind heute um rund die Hälfte größer, Desserts um rund ein Drittel, ein Hamburger immerhin noch um rund ein Fünftel. Fett ist jedoch nicht von Grund auf schlecht, sondern hat auch gute Seiten. Regina Leber vom Institut für molekulare Biowissenschaften an der Karl Franzens-Uni Graz erklärt: "Fett ist auch ein Vehikel für fettlösliche Vitamine, es ist ein Energiespeicher ebenso wie es Schutz für Organe bietet." Lipide sind generell Bausteine, die nicht im Wasser löslich sind: Lange Kohlenwasserstoffketten mit einer Carboxylgruppe am Schluss. In der Nahrung liegen sie in Form der Triglyceride vor, die mit Hilfe von Lipoproteinen - den Lipasen - über die <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/4645>Darmflora</a> aufgenommen und weiter transportiert werden. In den Mitochondrien aller Zellen werden sie sodann "verbrannt" - also in Energie umgewandelt. <% image name="Phospholipid" %><p> Mehr noch: Die Lipide, insbesondere Phospholipide (deren Struktur ist hier abgebildet), sind auch für den Aufbau aller Zellmembrane unabdingbar. Indem sie sowohl ein hydrophiles wie auch einen hydrophobes Ende ausbilden - ersteres zeigt nach außen, letzteres nach innen - tragen sie wesentlich zur Fluidität aller Biomembrane bei. Ohne Lipide gäbe es also keine "Barriere nach außen", keine "Reaktionsräume im Inneren der Zelle". Bereits 2004 konnten <a href=https://gold.tugraz.at>Grazer Forscher</a> im Rahmen des österreichischen Genomforschungsprojekts GEN-AU zeigen, dass die Adipose Triglyceride Lipase (<a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/3420>ATGL</a>) hauptverantwortlich für den ersten Schritt im Abbau der gespeicherten Fetten ist. 2006 gelang es zudem, ATGL gentechnisch in Hefe und Mäusen auszuschalten und so die Funktion dieses zentralen Fettabbau-Gens aufzuklären. Dabei stellte sich heraus: ATGL benötigt ein spezielles Hilfsprotein, um die volle Aktivität im Fettabbau zu entfalten - durch die Anwesenheit von CGI-58 ist ATGL 20 Mal aktiver. Menschen, die einen Defekt im CGI-58-Gen aufweisen, leiden an einer seltenen Erbkrankheit namens Chanarin-Dorfman-Syndrom, welche durch massive Fetteinlagerung in allen Körpergeweben und dem Mangel von Phosphatidylethanolamin (PE) charakterisiert ist. Der Regulationsmechanismus des CGI-58-Gens soll nun die Grundlage für die Entwicklung eines neuen Medikaments werden: Konkrete klinische Studien mit dem Hilfsprotein werden von <a href=http://www.novonordisk.com>Novo Nordisk</a> durchgeführt. Summa summarum: Fett ist nicht per se schlecht, sondern nur das Zuviel davon, das am Besten durch Bewegung und ausgeglichene Ernährung vermieden wird. Die Forschung wiederum hat den Lipid-Metabolismus bereits weitgehend untersucht - eine gezielte Unterdrückung der Fettaufnahme ist jedoch noch Zukunftsmusik. Und im Rückblick hat auch so manch Cholesterinsenker bereits mehrere Pharmariesen ins Wanken gebracht. Fett: Was wir davon brauchen. Und was krank macht.

HER2/neu: Ein Rezeptor. Zwei Wirkungen.

Eine Wiener Studie zeigt, dass die durch den HER2/neu-Rezeptor regulierten zellulären Prozesse zwischen verschiedenen Krebsarten stark variieren. Da HER2/neu das Ziel einer erfolgreichen Brustkrebstherapie ist, hat das Ergebnis große Bedeutung für Konzepte zur Behandlung des Eierstockkrebs. HER2/neu: Ein Rezeptor. Zwei Wirkungen. <% image name="HER2neu" %><p> <small> Das Rezeptormolekül HER2/neu kann bei verschiedenen Tumorarten unterschiedliche Funktionen erfüllen und damit Therapiekonzepte in die Irre führen. © PR&D </small> Brustkrebs und Eierstockkrebs können beide auf dem gleichen genetischen Defekt beruhen - beide Krankheiten sind so mit einer hohen Anzahl des HER2/neu-Rezeptors verbunden. Jedoch: Die beide Krebsarten reagieren nicht in gleicher Weise auf eine Blockade dieses Rezeptors - was in der Therapie des Brustkrebs als größter Erfolg der letzten 20 Jahre zu betrachten ist, scheitert bei der Therapie des Eierstockkrebs. Warum dem so ist, erforschte die Arbeitsgruppe von Michael Krainer an der Medizinuni Wien. Das Team verglich Gewebeproben von 148 Tumoren des Eierstocks mit entsprechenden Brustkrebs-Gewebeproben. Ergebnis: Zwar konnte in etwa 25 % der Fälle ebenso ein gehäuftes Auftreten des HER2/neu-Rezeptors beobachtet werden, doch ein anderes Signalmolekül - CXCR4 - war in Zellen des Eierstockkrebs unbeeinflusst. In Brustkrebszellen, die HER2/neu verstärkt bilden, kommt aber gerade auch CXCR4 häufiger vor als in gesunden Zellen. Tatsächlich ist CXCR4 ein Molekül, das mit der Bildung von Metastasen in Verbindung gebracht wird. Man vermutet, dass HER2/neu die Bildung von CXCR4 sowohl induziert als auch das Molekül gleichzeitig vor dem Abbau durch Enzyme schützt - und damit den Krebs aggressiver, also metastasierend werden lässt. Die Ergebnisse zeigen, dass beim Ovarialkarzinom diese Signalwirkung des HER2/neu keine Rolle spielt. Krainer kommentiert: "Seit fast 10 Jahren kann man mit molekularer Diagnostik den erblichen Brustkrebs identifizieren und in der Therapie auf monoklonale Antikörper zurückgreifen. Der erste zugelassene Antikörper blockiert punktgenau den HER2/neu-Rezeptor und verhindert so ein weiteres Wachstum des Tumors - ein maßgeschneidertes Therapiekonzept. Wie wichtig aber das weitere Differenzieren bei der Krebstherapie ist, zeigt nun unsere Arbeit. Denn obwohl der gleiche monoklonale Antikörper auch bei Zellen des Eierstockkrebs auf diesen Rezeptor passt, bewirkt er dort herzlich wenig."

Größtes Schlaganfall-Register bestätigt Actilyse

Die <a href=http://www.acutestroke.org>SITS-MOST</a>-Studie bestätigt die Sicherheit und Wirksamkeit der thrombolytischen Behandlung mit Actilyse (Alteplase) von <a href=http://www.boehringer-ingelheim.com>Boehringer Ingelheim</a> bei ischämischem Schlaganfall in der Routinepraxis. <% image name="Injektion" %><p> <small> Actilyse ist das einzige derzeit zugelassene Therapeutikum bei ischämischem Schlaganfall. </small> Bereits in randomisierten Studien wurde nachgewiesen, dass die Verabreichung innerhalb von 3 h ab Auftreten eines Schlaganfalls sicher und wirksam ist. Die Ergebnisse von SITS-MOST (Safe Implementation of Thrombolysis in Stroke - MOnitoring STudy) zeigen, dass die Sterblichkeitsrate nach einer Behandlung mit Actilyse in der Routinepraxis sogar noch unter jener zuvor in den randomisierten Studien beobachteten lag (11,3 vs. 17,3 %). SITS-MOST ist eine offene, prospektive Beobachtungsstudie zur Überwachung der Sicherheit für Zentren in Europa, die akuten Schlaganfall mittels Thrombolyse behandeln. Mit 6.483 Patienten in 285 Zentren Europas ist die Studie das größte Schlaganfall-Register weltweit. Jetzt wird Actilyse im Rahmen der <a href=http://www.ecass3.com>ECASS III</a>-Studie (European Cooperative Acute Stroke Study) bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall innerhalb eines Zeitrahmens von 3-4,5 h bewertet. Lässt sich beweisen, dass der therapeutische Nutzen um weitere 1,5 h nach Auftreten eines akuten Schlaganfalls verlängert werden kann, so dürfen sich zahlreiche weitere europäische Schlaganfall-Patienten auf größere Erfolge freuen. Die Ergebnissen der ECASS III-Studie sollen 2008 präsentiert werden. <small> <b>Actilyse</b> ist die erste Behandlung für akuten ischämischen Schlaganfall, die von internationalen Richtlinien als Erstlinienbehandlung empfohlen wird. Das thrombolytische (gerinnselauflösende) Arzneimittel muss innerhalb von 3 h ab Einsetzen der Schlaganfallsymptome direkt in die Vene injiziert werden. Alteplase ist ein im menschlichen Körper vorkommendes Enzym, das die Auflösung von Blutgerinnseln bewirkt. </small> Größtes Schlaganfall-Register bestätigt Actilyse

Medizintechnik-Projekt startet in Wr. Neustadt

Der Bereich <a href=http://www.arcsmed.at>Biomedical Engineering</a> der Austrian Research Centers betreut das neue Medizintechnik-Projekt „Orthese“ in Wiener Neustadt. Medizintechnik-Projekt startet in Wr. Neustadt <% image name="Rollstuhlzeichen" %><p> <small> Orthese: Das meint eine technische Hilfe, die zur Unterstützung eingeschränkt funktionstüchtiger Körperteile zum Einsatz gebracht wird. </small> Es geht bei diesem Technopol-Projekt darum, neue technische Systeme zu entwickeln, die Menschen nach einem Unfall oder einer Krankheit Linderung versprechen. Betroffen sind Personen, die einen Schlaganfall erlitten haben, nach einem Unfall motorische Einschränkungen durch Schädigungen des Gehirns aufweisen oder auch für Rehabilitations-Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Beispielsweise weisen neue Forschungsergebnisse darauf hin, dass das menschliche Gehirn nach einem Schlaganfall neue Nervenzellen bildet, als wollte es den Verlust von Neuronen durch Reorganisationsprozesse ausgleichen. Diese Zellerneuerung ist allerdings sehr gering, sodass eine Stimulierung von außen den Heilungsprozess unterstützen kann. Diese wird über ein Orthesesystem gewährleistet. Durch diese Systeme, die in Interaktion mit dem Patienten treten, können verlorengegangene Basisfunktionen – das Greifen von Gegenständen etwa – wiedererlangt werden.

Einzelne H<small>2</small>O-Moleküle können Reaktionen beeinflussen

Ein einzelnes Wassermolekül kann bereits eine chemische Elementarreaktion in der Gasphase beeinflussen und beschleunigen. Das haben Wissenschaftler aus Göttingen zusammen mit Forschern aus den USA herausgefunden. <% image name="Wassermolekuele" %><p> <small> Wassermoleküle bilden bei tiefen Temperaturen spezifische Wasserstoffbrücken in lockeren Komplexen und können so Gasphasenreaktionen katalytisch beschleunigen. </small> Die Forscher rund um <a href=http://www.uni-pc.gwdg.de/troe/b_abel/b_abel.htm>Bernd Abel</a> haben die Reaktion zwischen einem OH-Radikal und einem polaren Molekül aus der Gruppe der Aldehyde untersucht. Hier zeigte sich, dass der Reaktionsprozess allein durch die Anlagerung eines einzigen Wassermoleküls an ein Aldehyd beschleunigt wird. Dabei kommt es zur Ausbildung von spezifischen Wasserstoffbrücken zwischen den Teilchen, wobei das Wassermolekül chemisch nicht verändert, verbraucht oder gespalten wird. Es fungiert als "Reaktionsbeschleuniger", in dem es mit Hilfe der Wasserstoffbrücken die Barriere absenkt, die im Normalfall die chemische Reaktion begrenzt. Damit tatsächlich ein katalytischer Effekt eintritt, muss das Wassermolekül an einer ganz bestimmten Stelle des Reaktanden positioniert sein. Reaktionsprozesse dieser Art laufen vielfach in der Atmosphäre der Erde ab - insbesondere das OH-Radikal ist eine der wichtigsten Verbindungen für den Abbau von Spurenstoffen in der Atmosphäre. Gemessen wurden diese Reaktionen bei -250 &deg;C in einer speziellen Lavaldüsenapparatur. Die aufwendigen quantenchemischen Rechnungen, die für die Lösung des Problems erforderlich waren, wurden in den USA durchgeführt. Die Ergebnisse bieten neue Ansatzpunkte für das Verständnis von Reaktionssystemen, an denen Molekül-Cluster beteiligt sind. Darüber hinaus können sie die Basis bilden für eine Vorhersage von Geschwindigkeitskonstanten in chemischen Gasphasenreaktionen mit Wasserdampf. Einzelne H<small>2</small>O-Moleküle können Reaktionen beeinflussen

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