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August 18th, 2006

Der Mann, der Schwechats Raffinerie im Griff hat

Menschen der Chemie: Im Gespräch mit Johann Kaltenbrunner, der seit 14 Jahren die OMV-Raffinerie in Schwechat leitet. <% image name="OMV_Kaltenbrunner" %><p> <small> Johann Kaltenbrunner: Die Raffinerie Schwechat ist heute automatischer, sicherer und beutet heute weitaus höherwertige Produkte aus als noch vor 15 Jahren. </small> <i>Wie lebt es sich damit, die Verantwortung über eine Industrieanlage wie die Raffinerie Schwechat zu tragen?</i> Mit Unterstützung meines hervorragend kompetenten wie auch motivierten Teams – gepaart mit meiner langjährigen Erfahrung im Raffineriegeschäft – sehr gut. <i>Es gab heuer in einem relativ kurzen Zeitabstand drei Brände in der Raffinerie. Was ist da genau passiert?</i> Auslöser waren jeweils technische Gebrechen, die zum Austritt von heißen Kohlenwasserstoff-Gemischen mit anschließender Zündung an der Luft führten. Durch eine rasche Branderkennung sowie eine hervorragende Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte konnte der Sachschaden in Grenzen gehalten werden. Und am wichtigsten: Es wurde niemand verletzt und es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Anrainer. <i>Was sehen die Alarmpläne für solche Zwischenfälle vor?</i> Wir haben für derartige Vorfälle einen mit der Behörde abgestimmten Alarmplan. Dieses Notfallmanagementsystem hat bei den jüngsten Ereignissen hervorragend funktioniert: Die Brände wurden durch das Anlagenpersonal und die automatischen Meldesysteme sehr rasch erkannt, sodass die Aktivierung der Informationsketten ausgelöst werden konnte. Vor Ort erfolgen nach einem solchen Alarm erste Löschmaßnahmen durch die hauptberufliche Betriebsfeuerwehr, die innerhalb von zwei Minuten jeden Ort der Raffinerie erreichen kann. Bei größeren Ereignissen ist Unterstützung durch die Betriebsfeuerwehr der benachbarten Borealis sowie durch speziell ausgebildete Mitarbeiter der Produktion vorgesehen. Alarmstufe 3 sieht schließlich die Unterstützung durch die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Raum Schwechat und durch die Berufsfeuerwehr Wien vor. <i>Die Raffinerie Schwechat vor den Toren Wiens – welche aktuelle Dimensionen hat das Herzstück der OMV?</i> Die Raffinerie Schwechat ist eine der modernsten und mit einer Rohölverarbeitungskapazität von 9,6 Mio t auch eine der größten Binnenraffinerien Mitteleuropas. Gleichzeitig ist sie einer der größten Industriebetriebe Österreichs, die inklusive den beiden Tanklagern Lobau und St. Valentin rund 900 Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus sind – je nach Projekt- und Bautätigkeit – mehrere Hundert Mitarbeiter von Partnerfirmen in der Raffinerie beschäftigt. Insgesamt wurden 2005 in Schwechat rund 9 Mio t Rohöl und Halbfabrikate verarbeitet. Etwa 8,4 Mio t an Fertigprodukten (im wesentlichen Ethylen, Propylen, Flüssiggas, Benzin, Kerosin, Diesel, Heizöle und Bitumen) wurden via Pipeline, Schiff, Bahn und Tankwägen ausgeliefert. Die Tanks der drei Standorte Schwechat, Lobau und St. Valentin verfügen über ein Gesamtvolumen von rund 3,4 Mio. m3. Zusätzlich zu den Mineralölprodukten speist die Raffinerie Schwechat auch Abwärme in das Netz der Fernwärme Wien ein und versorgt auch den Flughafen Schwechat mit Abwärme. <% image name="OMV_Puppe" %><p> <small> Arbeiten in der Raffinerie Schwechat: Unfallzahlen konnten in den letzten Jahren drastisch gesenkt werden. </small> <i>Sie leiten seit 14 Jahren die Raffinerie Schwechat. Was hat sich in dieser Zeit entscheidend verändert?</i> Wir haben vor allem großes Augenmerk auf das Sicherheitsbewusstsein gelenkt und konnten so die Unfallzahlen stark reduzieren. Unser Bestreben liegt darin, dass jeder, der in der Raffinerie Schwechat arbeitet, genau so gesund nach Hause geht wie er gekommen ist. Zudem hat in den letzten 15 Jahren eine umfangreiche Automatisierung des Raffineriebetriebs stattgefunden. Unsere auf Basis modernster Automationskonzepte gebauten Anlagen sind heute mit Überwachungs- und Sicherheitssystemen ausgerüstet, so dass sie direkt von der Zentralmesswarte gesteuert werden können. In Folge der Restrukturierung der Raffinerie kam es schließlich zur Bereinigung von Anlagenkapazitäten und der entsprechenden Anpassung von Infrastruktur, was uns heute deutlich effizientere Verarbeitungseinheiten erlaubt. Zudem wurde die Ausbeutestruktur auf höherwertige Produkte umgestellt, womit unsere Ergebnisposition deutlich verbessert wurde. Die größte Einzelinvestition in den Standort fand aber erst in den letzten Jahren statt: Für rund 200 Mio € haben wir die Ethylen- und Propylenerzeugung ausgebaut und die Kapazität der Raffinerie um rund 50 % gesteigert. Mit der gleichzeitigen Kapazitätserhöhung der weiterverarbeitenden Anlagen bei der Borealis wurde Schwechat im Vorjahr nicht nur zu einem führenden europäischen Kunststoffstandort – die Wettbewerbsposition des Petrochemiestandorts Schwechat wurde damit nachhaltig abgesichert. <% image name="OMV_Raffinerie" %><p> <small> Raffinerie Schwechat: Nach einem 200 Mio €-Investment auch ein führender Kunststoffstandort Europas. 1.000 t Rohöl werden in Schwechat stündlich fraktioniert. </small> <i>In einer Erdölraffinerie gibt es eine Vielzahl von Verarbeitungsschritten bei der Raffinierung von Rohöl. Das ist wohl der Grund, weshalb eine eine Raffinerie aus einem unendlichen Geflecht von Rohren und Kesseln besteht? </i> Die Raffinerie Schwechat ist in der Tat ein sehr komplexes System verschiedenster Anlagen. 90 % der verarbeiteten Rohöle werden via Pipeline (TAL, AWP) von Triest nach Schwechat transportiert, 10 % stammen aus heimischer Förderung. Der erste der vier wesentlichen Verarbeitungsschritte ist die Rohöldestillation, in der stündlich rund 1.000 t Rohöl in die Fraktionen Benzin, Kerosin, leichtes und schweres Gasöl, Spindelöl und atmosphärischen Rückstand aufgetrennt werden. Im zweiten Schritt werden die Zwischenprodukte bei hohen Temperaturen und Drücken unter Einsatz von Wasserstoff entschwefelt und anschließend im dritten Schritt veredelt. In den Blendinganlagen in der Raffinerie Schwechat und im Tanklager Lobau werden die unterschiedlichen Komponenten schließlich zu den Verkaufsprodukten gemischt. <i>Gibt es ein Produkt Ihrer Raffinerie, worauf Sie besonders stolz sind?</i> Ich möchte weniger ein einzelnes Produkt, sondern die allgemein hohe Produktqualität und die Flexibilität bei der Markteinführung hervorheben. So bewältigte die Raffinerie Schwechat die Umstellung auf schwefelfreie Kraftstoffe, die mit dem Neu- und Umbau mehrerer Anlagen und Investitionen von rund 150 Mio € verbunden war, innerhalb kürzester Zeit und produzierte dadurch bereits ab 1. Jänner 2004 fünf Jahre vor dem gesetzlich vorgesehenen Termin ausschließlich schwefelfreie Kraftstoffe. <i>In wieweit waren Sie von der Expansion der OMV in den Osten Europas betroffen?</i> Bereits im Vorfeld der Petrom-Akquisition waren Experten der Raffinerie Schwechat im Team für die Bewertung der beiden rumänischen Raffinerien und der Tanklager im Due-Diligence-Team vertreten. Nach dem Einstieg an der Petrom wurden aus der Raffinerie Schwechat 20 Mitarbeiter vor allem aus den Bereichen Produktion und Instandhaltung als Expatriates für zwei Jahre in die beiden Petrom-Raffinerien Petrobrazi und Arpechim entsandt und bekleiden dort Schlüsselfunktionen. In Schwechat selbst bilden wir sowohl erfahrene Mitarbeiter aus den rumänischen Raffinerien als auch junge Trainees nach unseren OMV-Standards für ihren Einsatz in Rumänien aus. <i>Sie wollen als Chemiebetrieb aber auch in Sachen Umweltmanagement punkten?</i> Ja, die Raffinerie Schwechat wurde als eines der ersten Unternehmen Europas nach der neuen Umweltmanagementnorm ISO 14001:2004 zertifiziert. Und das bedeutet: Umweltparameter wie Emissionen werden vom Management mit derselben Wertigkeit evaluiert wie wirtschaftliche Kennzahlen oder Produktionsdaten und sind in unseren Zielen festgeschrieben. Unser nächster Umweltschutz-Beitrag ist eine neue Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlage, nach deren Inbetriebnahme im Herbst 2007 wir unsere SO2-und NOx-Emission drastisch reduzieren und damit die gesetzlich vorgesehenen Grenzwerte freiwillig um 50 % unterschreiten werden. <i>Was werden in naher Zukunft die wichtigsten Aufgaben für die Raffinerie Schwechat sein, um im internationalen Umfeld bestehen zu können?</i> Die Raffinerie hat permanente Anpassungen vor sich. Dazu zählt die Intensivierung des standortbezogenen Umweltschutzes durch die weitere Reduktion unserer Emissionen, unser Projekt einer rückstandsfreien Raffinerie sowie der künftige Einsatz von Biokomponenten wie Ethanol oder Biodiesel in den Kraftstoffen. Generell mache ich mir aber um die Zukunft der Raffinerie Schwechat keine Sorgen – sie ist nämlich ein ungewöhnlich starker Betrieb mit Menschen, die außergewöhnlich leistungsfähig sind. Der Mann, der Schwechats Raffinerie im Griff hat

"Reinheitsgebot" für Medikamente

Das CD-Labor für Molecular Recognition Materials forscht seit fünf Jahren an fortschrittlichen Materialien zur Erkennung und Trennung von Molekülen. Relevant ist dies in hohem Maße in der Pharmazeutik – Partner wie Merck, Fresenius, AstraZeneca und piChem zeugen davon. "Reinheitsgebot" für Medikamente <% image name="CDL_MRM_Leiter" %><p> <small> Die Laborleiter Wolfgang Lindner und Michael Lämmerhofer haben sich der hochselektiven Trennung verschrieben. </small> Die Herstellung von Medikamenten erfordert ein hohes Maß an Substanzreinheit. Kleinste Verunreinigungen oder die Nichtbeachtung der Chiralität können die Wirkung herabsetzen oder konterkarieren. Die Problemstellungen der Trennung und Reinigung von Materialien sind daher hochgradig praxisrelevant: Wie kann man beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe von unerwünschten Molekülen trennen? Noch komplexer wird die Angelegenheit, wenn Stereoisomere ins Spiel kommen: Spiegelgleiche Molekülgruppen, von denen nur eine Sorte gewünscht wird. <b>Spezifisches Labeling.</b> Michael Lämmerhofer und Wolfgang Lindner leiten das CD-Labor für Molecular Recognition Materials. Es ist ihnen gelungen, die Industriepartner Merck KGaA, Fresenius Kabi Austria, AstraZeneca sowie die Grazer piChem ins Boot zu holen. Gemeinsam entwickeln sie seit fünf Jahren chemisch funktionalisierte Materialien für hochselektive Trennungen und Reagenzien für spezifisches Labeling. Fortschrittliche Materialien sollen also pharmazeutisch relevante Molekülen aus komplexen Stoffgemischen erkennen. Und im Idealfall auch trennen: Durch die maßgeschneiderte Gestaltung der Oberflächenstruktur eines solchen Materials wird der zu erkennende und zu trennende Stoff stark daran gebunden, während andere Komponenten des Gemisches nicht daran haften bleiben und dadurch abgetrennt werden können. <b>4 Forschungsmodule.</b> „Wir arbeiten mit unseren Industriepartnern schon länger zusammen. Sie waren auch Voraussetzung dafür, dass wir bei der Einreichung des CD-Labors Erfolg haben“, so die beiden Leiter. „Nach der Aufstellung eines Forschungs- und Kooperationsplanes haben wir uns auf insgesamt vier Module verständigt.“ Im ersten Projektmodul werden gemeinsam mit AstraZeneca neue chirale stationäre Phasen für die Enantiomerentrennung von basischen chiralen Arzneistoffen entwickelt. „Viele Wirkstoffe besitzen ein oder mehrere Chiralitätselemente, meistens stereogene Zentren“, erklärt Lämmerhofer. „Im Körper gehen die einzelnen Stereoisomere unterschiedlich mit Rezeptoren, Transportproteinen, Enzymen und Carriern um. Dies ist auch der Grund dafür, wieso die unterschiedlichen Stereoisomere – also spiegelbildlich gleiche Molekülgruppen – häufig deutlich abweichende Wirkprofile aufweisen.“ Während es in der Vergangenheit nicht unüblich war, bevorzugt Mischungen der einzelnen Stereoisomere als Wirkstoff gesundheitsbehördlich zuzulassen, werden mittlerweile chirale Wirkstoffe in der Regel als einzelne Stereoisomere entwickelt. <b>Peptidreinigung.</b> Im zweiten Modul wird zusammen mit dem Partner Merck an der Reinigung von synthetisch hergestellten Peptiden gearbeitet. „Im Zuge der Arbeiten wurde sogar ein Patent im Bereich der selektiven Analytik von peptidischen Molekülen eingereicht“, so Lindner. Dazu werden so genannte Mischtrennphasen entwickelt, die auf einer Kombination von Ionenaustausch und Reversed-Phase-Prinzipien beruhen. „Synthetische Peptide haben in der letzten Zeit enorme Bedeutung nicht nur als Arzneistoffe, sondern beispielsweise auch als bioaktive Modellverbindungen und Diagnostika erlangt“, ergänzt Lämmerhofer. Im CD-Labor wurde die ansonsten geringe Beladungskapazität bei Reversed-Phase-Trennungen erhöht. „Wir verwenden dazu ein Polymer, das mitsamt Porenstruktur gegossen wird – dadurch erzielen wir einen sehr guten Massentransport.“ Insgesamt können so mehr Substanzen pro Zeiteinheit gefiltert werden. <b>Neue Trennmedien.</b> Die restlichen Forschungsmodule des CD-Labors beschäftigen sich mit der Biochromatographie sowie Aminosäuren und Peptidanalytik. Im Biochromatographie-Modul werden polymere chromatographische Trennmedien entwickelt, welche durch Chemoaffinität gezielte Selektivitäten zeigen und somit eine Reinigung der gewünschten Proteine ermöglichen. Im Fokus dieses Moduls stehen vor allem Materialentwicklungen für Glykoproteine und Antikörper – in diesem Modul fungiert ebenfalls Merck als Industriepartner. Im Modul 4 steht die Aufklärung von Verunreinigungen in Aminosäure- und Peptid-haltigen Arzneiformulierungen im Zuge von Stabilitätsprüfungen im Mittelpunkt. Aminosäurelösungen werden als Infusionslösungen für parenterale Ernährung eingesetzt – die Reinigung erfordert mehrdimensionale Trennungen mit unterschiedlichen Detektoren, inklusive Tandem-Massenspektrometrie. „Diese analytischen Fragestellungen behandeln wir gemeinsam mit Fresenius Kabi Austria“, so Lindner. Das CD-Labor für Molecular Recognition Materials war das erste CD-Labor an der Universität Wien, befindet sich bereits im fünften Jahr und soll noch heuer evaluiert werden. Ständig arbeiten fünf Mitarbeiter, meist Dissertanten, für das Labor. „Als Leiter eines CD-Labors mussten wir uns umstellen", so Lämmerhofer und Wolfgang Lindner. „Plötzlich ist man Arbeitgeber: Wir haben bis dato immerhin knapp 20 Leute beschäftigt.“ Die Abgänger aus dem CD-Labor sind am Arbeitsmarkt gefragt. Die Idee, im Zuge des CD-Labors ein Start-up zu gründen, wurde zwar angedacht, bis dato aber noch nicht umgesetzt. <b>Forschungskontinuität.</b> „Für uns als Wissenschaftler ist ein CD-Labor vor allem deshalb wichtig, weil durch die gesicherte Finanzierung und das Commitment der Partner die Forschungskontinuität gewährleistet werden kann", so Lindner. Einen wichtigen Teil nehmen auch die wissenschaftlichen Publikationen ein, die im Zuge der Forschungstätigkeiten erstellt werden. In der Praxis ist jedoch immer ein Abwägen zwischen dem Publizieren aller Informationen und den Interessen der Industriepartner gefordert. „Es wohnen zwei Seelen in der Brust eines Forschers – eine für das Publizieren und eine für das Entwickeln eines Produkts", so Lindner über die beiden Gegenpole. Nach fünf von sieben Jahren laufe die Kooperation mit den Industriepartnern sehr gut. „Wir haben regelmäßige Meetings mit unseren Partnern, einmal jährlich setzen sich auch alle Firmen an einen Tisch“, umreißt Lämmerhofer das gute Klima zwischen Forschung und Industrie. Ein konkretes Produkt – ein Material für die Peptidreinigung – geht demnächst aus der Forschungstätigkeit hervor. „Jetzt, am Höhepunkt der Forschungstätigkeit, ist es eigentlich schade, dass das CD-Labor in zwei Jahren automatisch ausläuft", so die Laborleiter. Aber die verbleibende Zeit wollen Lämmerhofer und Lindner gut nützen. Und sogar noch neue Partner mit an Bord nehmen.

Siemens errichtet zwei BHKW in Vorarlberg

<a href=http://www.industry.siemens.de>Siemens I&S</a> hat von der Raiffeisen-Leasing Wärmeversorgungsanlagenbetriebs GmbH den Auftrag erhalten, für 4 Mio € noch in diesem Herbst 2 Blockheizkraftwerke in Vorarlberg zu errichten. Endkunde ist die Wirkungsgrad Energieservice GmbH. Siemens errichtet zwei BHKW in Vorarlberg <% image name="Siemens_BHKW" %><p> Die beiden Kraftwerke werden in den Dornbirner Gewerbeparks „Rhomberg´s Fabrik” – Österreichs viertgrößtes Gewerbegebiet – und „Areal 23” errichtet, über eine Leistung von je 1,2 MW elektrisch verfügen und Strom und Wärme vornehmlich aus Biokraftstoffen gewinnen: Die dabei aufbereitete Altspeiseöle und -fette enthalten praktisch keinen Schwefel und verfügen über gute Zünd- und Brenneigenschaften. Dies reduziert den Schadstoffausstoß gegenüber der Nutzung fossiler Brennstoffe deutlich. Für die beiden BHKW liefert Siemens die komplette technische Ausrüstung. Dazu gehören je ein Acht-Zylinder-Schwerölmotor zur Verbrennung des Altspeiseöls, ein Generator, die Mittel- und Niederspannungsenergieverteilung sowie ein System zur Rauchgasreinigung. Hier werden mithilfe eines Denox-Katalysators mit einem Wirkungsgrad von 95 % hauptsächlich Stickoxide aus dem Rauchgas entfernt. Siemens übernimmt auch die Automatisierung aller wesentlichen technischen Prozesse im Kraftwerk und installiert ein Visualisierungssystem Simatic WinCC. Darüber hinaus ist Siemens für das Hardware- und Softwareengineering sowie die Montage und Inbetriebnahme verantwortlich. Die Schwerölmotoren werden von Anglo Belgian Corporation (ABC), die Rauchgasreinigung von der Schweizer HUG Engineering AG beigestellt. Siemens hatte bereits die technische Ausrüstung für das BHKW Stöcken der Wirkungsgrad Energieservice GmbH geliefert und installiert. Das mit Pflanzenöl befeuerte BHKW befindet sich seit Juni 2005 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von 3,5 MW elektrisch.

August 17th

H1 2006: OMV steigert EBIT um ein Viertel

Die <a href=http://www.omv.com>OMV</a> hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 28 % auf 8,9 Mrd € erhöhen können. Das EBIT kletterte um 24 % auf 1,16 Mrd €, rund ein Drittel davon erwirtschaftet die OMV bereits in Rumänien. Unterm Strich blieben 904 Mio € – ein Plus von 30 % gegenüber 2005. H1 2006: OMV steigert EBIT um ein Viertel <% image name="OMV_Ruttenstorfer" %><p> <small> Für das Gesamtjahr 2006 erwartet OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer, das Rekordergebnis von 2005 übertreffen zu können. Dies gelte auf Basis des gegenwärtigen Ölpreises und trotz international niedriger Raffineriemargen. </small> Im <b>R&M-Bereich</b> hat die OMV den Umsatz um 27 % auf 8,3 Mrd € erhöhen können. Das EBIT – im ersten Quartal noch negativ – erholte sich in der Halbjahresbilanz wieder auf 94 Mio €. Insgesamt spricht die OMV von einem „schwächeren Umfeld bei Bulk, Petrochemie und Marketing“. Und ein hoher Rohölpreis kann mitunter auch für einen integrierten Ölkonzern zum Problem werden: Da der Eigenverbrauch der rumänischen Raffinerien massiv über westlichen Standards liegt, fielen hier deutlich höhere Kosten an. Das Ergebnis aus der Petrochemie brach ebenfalls aufgrund des hohen Ölpreises um knapp drei Viertel ein. Der gesamte <b>Raffinerieausstoß</b> der OMV erhöhte sich bei einer Auslastung von 91 % um 6 % auf 11,19 Mio t. Die Verkaufsmengen im Marketing-Bereich konnten um 8 % auf 8,8 Mio t gesteigert werden. Die 2.520 Tankstellen der OMV erreichten bereits jetzt den eigentlich erst für 2008 anvisierten Marktanteil von 20 % auf den mitteleuropäischen Wachstumsmärkten. Während der R&M-Bereich unter den hohen Rohölpreisen leidet, fährt der <b>E&P-Bereich</b> dadurch naturgemäß Rekordwerte ein: 1,9 Mrd € bedeuten hier ein Umsatzplus von 25 %. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis lag mit 58,16 $/Barrel um 33 %, der Gaspreis um 43 % über dem Vorjahr. Die verkauften Erdgasmengen konnten um 67 % auf 1,7 Mrd m3 erhöht werden. Die verkaufte Transportkapazität erhöhte sich um 3 % auf 1.58 Mio m3/h*km, hauptsächlich durch die erweiterte Kapazität der WAG. <b>Investiert</b> hat die OMV in den ersten sechs Monaten mit rund 1,7 Mrd € mehr als drei Mal so viel als noch vor einem Jahr. Davon flossen 287 Mio € in den E&P Bereich, hauptsächlich in die Entwicklung neuer Felder in Neuseeland und Österreich sowie die Modernisierung von Anlagen in Rumänien. 1,3 Mrd € wurden im Bereich R&M investiert, vor allem für die Akquisition von 34 % an Petrol Ofisi und den Erwerb von 70 Aral-Tankstellen in Tschechien. Daneben hat die OMV aber auch eine Flut an <b>Kündigungen</b> ausgesprochen: Der Mitarbeiterstand wurde von 56.983 auf nunmehr 46.734 reduziert, davon entfielen 5.212 auf die OMV, der Rest auf die rumänische Petrom.

Verlängert: Biomasseforschung in Wieselburg und Graz

Im vor vier Jahren gegründeten Biomasse-Kompetenzzentrum <a href=http://www.abc-energy.at>Austrian Bioenergy Centre</a> in Wieselburg und Graz wird an den Grundlagen der Biomasse-Nutzung geforscht. Jetzt haben die Niederösterreicher und Steirer die Evaluierung mit Bravour bestanden: Die Förderzusagen wurden um weitere drei Jahre verlängert. Verlängert: Biomasseforschung in Wieselburg und Graz <% image name="Brennholz" %><p> <small> Bei der Biomassenutzung ist Österreich europaweit federführend. In Wieselburg wird an den Grundlagen geforscht. </small> Steigende Energiepreise, höheres Umweltbewusstsein und umfangreiche Ressourcen im eigenen Land – das sind die Voraussetzungen, die seit Jahren Biomasse als Energieträger boomen lassen. Erstmalig wurden 2005 in Österreich mehr Pelletsfeuerungen verkauft als Ölkessel, insgesamt wurden 8.874 neue Pelletsheizungen installiert. Das ist eine Zunahme von 46 % gegenüber dem Vorjahr. Soweit die Marktdaten. Um für die Wärme- und Energiegewinnung aus Biomasse wissenschaftliche Grundlagen zu schaffen und neue Verfahren zu entwickeln, bedarf es jedoch einer umfangreichen Forschungstätigkeit, idealerweise in Kooperation mit der Industrie. Eben dafür wurde 2002 mit Förderungen von Bund, Ländern und Unternehmen das Kplus-Kompetenzzentrum Austrian Bioenergy Centre (ABC) mit Sitz in Graz und Wieselburg gegründet. „Mittlerweile stellt das Austrian Bioenergy Centre eine der größten europäischen Forschungsgruppen für die Biomassenutzung in Kleinfeuerungen“, kommentiert Manfred Wörgetter, Key Researcher am Francisco Josephinum in Wieselburg. „Wir arbeiten auf unserem Gebiet mit mehr als 50 Unternehmen zusammen.“ Sein Gebiet: Das sind alle Arten an Biomassefeuerungen, Kraft-Wärmekopplungen im Leistungsbereich für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie die Entwicklung von handelsfähigen festen Biobrennstoffen wie zum Beispiel Pellets. <% image name="Wieselburg_Pelletsofen_Mit_Vorratsbehaelter" %><p> <small> Wieselburger Forscher entwickeln neue Pellets-Varianten. </small> <b>Forschung im Mostviertel.</b> Aktuell haben sich in Wieselburg 27 Wissenschaftler der Biomasse-Forschung verschrieben – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. „Die Nachfrage der Unternehmen nach unseren Dienstleistungen steigt ständig – wir wollen eine Art ,One Stop Shop' für unsere Kooperationspartner werden“, so Wörgetter. Das Biomassekompetenzzentrum kann sich mit 23,4 Mio € – verteilt auf sieben Jahre – über vergleichsweise hohe Zuwendungen freuen. „Das ist auch international gesehen eine beachtliche Summe“, so Wörgetter, „wir stellen also gewissermaßen schon ein mittleres Unternehmen dar und agieren auch mit einem professionellen Management und einem modernem Controlling.“ <% image name="Wieselburg_Woergetter" %><p> <small> Manfred Wörgetter: „Langfristig sind thermoelektrische Generatoren am interessantesten.“ </small> Wörgetter beschäftigt sich bereits seit mehr als 30 Jahren mit dem Thema Biomassen. Die Vorarbeiten zum Austrian Bioenergy Centre kommentiert er prägnant: „Unsere Hürde war immer: Bioenergie ist nicht wirklich sexy. Diese Hürde mussten wir nehmen.“ Wörgetter hat mit seinen Kollegen die Heizkesselprüfung für Biomasse-Anlagen eingeführt und den gewaltigen Entwicklungsschub der letzten Jahre miterlebt. „Die Hersteller haben den Wirkungsgrad von rund 50 auf mittlerweile 90 % und mehr gehoben. Die Emissionen von organischen Substanzen sind von bis zu 20.000 ppm auf 0 gefallen, die CO-Emissionen vom Prozent- in den Promillebereich“. <b>Zwei Dutzend Forschungsprojekte.</b> In den Forschungsprogrammen des Austrian Bioenergy Centre werden heute alle Aspekte der Biomasse-Feuerung behandelt: Von der Entwicklung eines leistungsfähigen Pellet-Ofens über die Analyse diverser Biomassen und der Pellets-Entwicklung bis hin zur Verwendung der Asche als Düngemittel wurden und werden zahlreiche Einzelprojekte abgewickelt. Rund zwei Dutzend Forschungsprojekte wurden bis dato realisiert oder sind noch am Laufen. Unterstützt wird die Forschungstätigkeit durch handfeste Technik– so stehen zwei Kesselversuchsstände mit geregelter Wärmeabnahme sowie ein Ofen/Kachelofenversuchsstand zur Verfügung. Gasanalysatoren, Geräte zur Partikelgrößecharakterisierung, Wassergehaltsbestimmung und Brennstoffanalyse sowie Wärmebildkameras und Labortrocknungsanlagen unterstützen die Forschungstätigkeit in Wieselburg. Darüber hinaus werden Computersimulationen verwendet, um Modelle nachzubilden. „Die Kooperation mit der Industrie ist dabei absolut notwendig. Neben der klassischen Forschung und Entwicklung führen wir eine Reihe von Dienstleistungen am Standort Wieselburg durch“, erläutert Wörgetter. Diese reichen vom Consulting bei Störfällen über Brennstoffanalysen und Durchführung von Emissionsmessungen bis hin zu Marktanalysen und Schulungen. <b>Thermoelektrische Generatoren.</b> Aber auch Forschungsthemen, deren Realisierung noch in weiter Zukunft liegt, werden von den Mostviertlern behandelt. Ein Beispiel sind die so genannten thermoelektrischen Generatoren – „eine Art umgekehrte Peltier-Elemente“ –, die aus einer Temperaturdifferenz Strom gewinnen können. „Dabei darf man sich keine Stromerzeugung im herkömmlichen Sinn vorstellen“, schränkt Wörgetter ein. „Diese Elemente entsprechen vom Wirkungsgrad eher Solarzellen.“ Eingesetzt sollen solche thermoelektrischen Generatoren dort werden, wo eigentlich Photovoltaikelemente sinnvoll wären, aber nicht genug Sonneneinstrahlung zur Verfügung steht. Ein Beispiel: Moderne Heizungssysteme hängen davon ab, dass Regelung und Pumpen funktionieren. Ist hier die Stromversorgung etwa durch einen Stromausfall unterbrochen, funktioniert auch die Heizanlage nicht mehr. Hier könnte der Einsatz von thermoelektrischen Generatoren durchaus Sinn machen. Die thermoelektrischen Generatoren hält Wörgetter für langfristig eines der interessantesten Projekte. Dabei kooperiert das ABC mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Mittelfristig versuchen wir aber vor allem, Biomasseheizungen zu verbessern und vermehrt landwirtschaftliche Brennstoffe ins Spiel zu bringen“, so Wörgetter. „Wir glauben, dass wir bereits heute all diese Entwicklungsschritte machen müssen. Wir müssen uns für künftige strengste Anforderungen rüsten und zusehen, dass die Biomasse einen Teil des Energiekuchens erhält.“ Die größte Chance räumt er dem „Rolls Royce der Biomasse bei niedrigem Preis“ ein – den Pelletsheizungen. Auch der Markt scheint ihm hier recht zu geben – seit letztem Sommer ist der Preis für eine Tonne Pellets aufgrund der hohen Nachfrage von 160 auf 220 € gestiegen.

H1 2006: Ciba streicht 2.500 Stellen

Der Basler Chemiekonzern <a href=http://www.cibasc.com>Ciba</a> will bis 2009 weltweit 2.500 Stellen abbauen - mehrheitlich durch die natürliche Fluktuation. Das Minus entspricht einem Sechstel des gegenwärtigen Personalbestands von rund 15.000 Beschäftigten. Im zweiten Quartal 2006 rutsche der Konzern in die Verlustzone. H1 2006: Ciba streicht 2.500 Stellen <% image name="Ciba" %><p> Ciba hatte das vierte Sparprogramm innerhalb von fünf Jahren Ende April angekündigt - die Kostenstruktur soll sich dadurch bis 2009 um jährlich 400 bis 500 Mio sFr verbessern und der Betriebsgewinn sollte 2007 und 2008 um jährlich mehr als ein Prozentpunkt steigen. Dem stünden Kosten von 250 bis 300 Mio sFr von 2006 bis 2009 sowie der Abbau von 2.500 Stellen gegenüber. Gleichzeitig gab Ciba die Ergebnisse für das erste Halbjahr bekannt: Der Gewinn sank um 4 % auf 95 Mio sFr. Der Umsatz wuchs dagegen um 9 % auf 3,28 Mrd sFr. Vor allem im zweiten Quartal ist Ciba wegen einer Abschreibung von knapp 250 Mio sFr die verkaufte Sparte Textile Effects betreffend tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust inklusive Restrukturierungskosten lag bei 239 Mio sFr, nach einem Plus von 79 Mio sFr im Vorjahresquartal. Zudem wurden noch 72 Mio sFr zusätzliche Kosten für die Ausgliederung der Sparte verbucht. Der Umsatz sank infolge des Verkaufs auf 1,64 Mrd sFr. Im fortgeführten Geschäft legte der Umsatz um 8 % zu. Ciba-Chef Armin Meyer geht davon aus, dass die Rohstoffpreise ihren Höhepunkt überschritten haben. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet er unter Ausschluss von Restrukturierungskosten und der Wertminderung ein höherer Betriebsgewinn bei einer in etwa gleich bleibenden Betriebsgewinnmarge sowie eine Verbesserung des Konzerngewinns im fortgeführten Geschäft nach Steuern. Der Umsatz in Lokalwährungen soll zulegen und der Free Cash Flow "deutlich" steigen.

5-Jahres Forschungskonzept für Donau-Uni Krems

Im Rahmen des Technopolprogramms Niederösterreich wurde an der Donau-Uni Krems ein 5-Jahres Forschungskonzept unter dem Titel „Zukunftsperspektive 2006 – 2010“ mit dem Zentrum für Biomedizinische Technologie (<a href=http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/fachabteilungen/umwelt/zentren/biomed>ZBMT</a>) entwickelt. 5-Jahres Forschungskonzept für Donau-Uni Krems <% image name="Falkenhagen" %><p> <small> ZBMT-Leiter Dieter Falkenhagen: „Das Konzept sieht eine noch stärkere Vernetzung mit der Industrie vor, davon werden auch lokale Biotechs profitieren.“ </small> Das Konzept sieht die Stärkung und Weiterführung der ZBMT-Forschergruppe im Bereich Biotechnologie und Verfahrenstechnik vor. Kerngeschäft bleibt auch 2006 bis 2010 die Weiterentwicklung einer Basistechnologie für die Blutreinigung. Bei der so genannten MDS-Technologie (Micro Detoxification system) geht es darum, Mikropartikel mit möglichst großen Oberflächen herzustellen (Adsorber). Dadurch wird es möglich, bestimmte Stoffe aus dem Blut heraus an den Oberflächen zu binden und somit aus dem Blutkreislauf zu separieren. Diese Technologie wird bei Patienten mit akutem Leberversagen angewendet. Zudem soll ein System für die Therapie von akutem Nierenversagen entwickelt und ein Hauptaugenmerk auf Technologien für die Zellseparation gelegt werden - relevant bei der Krebstherapie. Aus diesen Schwerpunkten werden in den kommenden Monaten ambitionierte F&E-Projekte entwickelt.

Mit Hypothermie gegen die Folgen des Herzstillstands

Wenn die Körpertemperatur von Herzstillstands-Patienten rechtzeitig gesenkt wird, wird eine signifikante Verbesserung der Überlebenschancen erreicht. Das Wiener Start-up <a href=http://www.emcools.com>Emcools</a> hat mit Wiener Ärzten Kühlmatten entwickelt, die Patienten schnell auf 33 &deg; C Kerntemperatur abkühlen können. <% image name="EMCOOLS1" %><p> <small> Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Durch rasche, aber milde Absenkung der Körpertemperatur können Spätfolgen minimiert und die Überlebenschancen stark verbessert werden. </small> Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute: Wie viel Zeit zwischen dem Herzversagen und erfolgreicher Wiederbelebung vergeht, entscheidet über Leben oder Tod des Patienten. Dazu kommt, dass ein Herzstillstand ungeachtet der erfolgreichen Reanimation automatisch irreversible Prozesse im Körper des Patienten auslöst, die auch noch auf der Intensivstation zum Tod oder zu schweren Behinderungen führen können. Die milde therapeutische Hypothermie – eine moderate Herabkühlung des Patienten – kann die Überlebensquote drastisch anheben. Die neuen internationalen Richtlinien des European Resusciation Councils (ERC) und der American Heart Association (AHA) empfehlen deshalb seit Dezember 2005, bewusstlose, erwachsene Patienten nach einem Herzstillstand für 12 bis 24 h auf 32 bis 34 &deg; C Körpertemperatur abzukühlen. Die ersten Hinweise auf die vorteilhafte Wirkung einer kühleren Körpertemperatur lieferte bereits Napoleons Leibarzt: Er beobachtete, dass bei Schlachten Offiziere eher ihren Verletzungen erlagen als einfache Soldaten. Neugierig geworden, begann er die Verhaltensweisen der Soldaten zu studieren und fand schließlich heraus, dass die höheren Ränge die besten Plätze um das Feuer erhielten und zum Zeitpunkt der Verarztung durchwegs eine höhere Körpertemperatur aufwiesen. Aufgrund seiner Beobachtungen schlug der Arzt schon damals eine Kühlung der Verletzten vor. Soweit die Theorie- Praktisch ist die Abkühlung eines Patienten aber kein leichtes Unterfangen. Entsprechende Kühlgeräte befinden sich noch in den Kinderschuhen – sie sind meist stationär gebunden, teuer und ineffizient. Das Wiener Start-up Emcools (Emergency Medical Cooling Systems) will diese Lücke schließen und hat spezielle Kühlmatten entwickelt, die auch in Rettungsfahrzeugen eingesetzt werden können. „Wir haben zuerst mit vielen verschiedenen Geräten experimentiert. Fazit war, diese Geräte waren laut, benötigten viel Platz und konnten vor allem den Körper nicht schnell genug abkühlen“, umreißt Peter Vogel, Geschäftsführer von Emcools, die Anfangsphasen der Entwicklung. „Mit unseren Kühlmatten kann ein Körper jedoch in einer halben Stunde auf 33 &deg; C gekühlt werden – und jede Minute zählt dabei“. Herkömmliche Geräte – etwa Kühlzelte auf Kompressoren-Basis – würden bis zu vier Stunden benötigen, um die entsprechende Abkühlung zu erreichen, außerdem vergehe viel Zeit zwischen Herzstillstand und dem Eintreffen in der Intensivstation. <b>Erhöhung der Überlebensraten.</b> Laut WHO erleidet in Europa und den USA jährlich durchschnittlich eine Person von 1.000 Einwohnern einen plötzlichen Herztod. Nur 3 bis 10 % der Patienten verlassen wieder gesund das Krankenhaus. Die während des Herzstillstandes beginnenden, fatalen Schädigungsprozesse von Gehirn und Organen schreiten auch nach erfolgreicher Wiederbelebung fort (Post Resusciation Syndrome). Eine entsprechende Kühlung nach Herzstillstand bewirkt laut einer Wiener Studie eine signifikante Verbesserung der Überlebenschancen (plus 31 %) und einen Rückgang des Risikos schwerer Gehirnschädigungen (41 %). „Dies sind sensationelle Zahlen. In der Medizin spricht man bereits von einem Erfolg, wenn durch Medikamente die Überlebenschance um 5 % erhöht werden kann“, so Vogel. Die ersten Versuche in die entsprechende Richtung wurden 2004 unternommen, 2005 kristallisierte sich schließlich das jetzige Kernteam heraus. „Insgesamt haben wir 1,5 Mio € an Kapital aufgestellt, wovon die Hälfte von privaten Investoren, die andere Hälfte über öffentliche Förderungen zu Verfügung gestellt wurde“, so Vogel. Mit an Bord des Unternehmens ist Wilhelm Behringer, Facharzt für Innere Medizin und Notarzt, der unter dem Pionier der therapeutischen Hypothermie, Peter Safar, mehrere Jahre in Pittsburgh tätig war. Behringer hat auch an der Studie mitgewirkt, die den therapeutischen Erfolg von Hypothermie nachwies. „Die Theorie war somit auf unserer Seite, schwierig gestaltete sich nur die Entwicklung der mobilen Kühlmatten“, erinnert sich Friedrich Vogel. „Reine Eismatten wirken aufgrund der schlechten thermischen Leitung nicht, und zu starke Abkühlung durch Eis-Salz-Lösungen hätten zu Erfrierungen geführt“. Ein Geistesblitz eines Mitarbeiters erlaubte schließlich, die Wärmeleitfähigkeit richtig anzupassen – die entsprechenden Veränderungen am Aufbau der Kühlmatten wurden bereits zum Patent angemeldet. <b>Serienproduktion ab Herbst.</b> Im Herbst dieses Jahres sollen schließlich die ersten Matten in Serie gehen. Die Matten werden nur einmal verwendet, im Tiefkühlgerät gelagert und können bei Bedarf – „in der Praxis gleich nach der Reanimation“ – angelegt werden. Die Matten werden über Rumpf und Oberschenkel gelegt, wo die Kälte die meiste Angriffsfläche hat. „Für den mobilen Betrieb in Rettungsfahrzeugen wird die Matte in einen isolierten Kühlcontainer gepackt, in dem die Temperatur auch bei hohen Außentemperaturen über 24 h gehalten werden kann“, so Vogel. Beim Schichtwechsel würden die Container einfach wieder getauscht – „bis zu ersten Anwendung können die Matten beliebig oft eingefroren werden“. Wichtiges Element bei der Abkühlung des Patienten ist die ständige Überwachung der Körpertemperatur. „Ein einfacher Fieberthermometer ist nicht ausreichend, es geht um die Ermittlung der Kerntemperatur“, erklärt Vogel. Mit der Messung in der Speiseröhre sei ein Verfahren gefunden worden, das zuverlässige Ergebnisse liefert. Neben der Temperaturanzeige, die am Arm des Patienten festgeschnallt wird, gibt es auch einen Signalausgang, der direkt in herkömmliche EKG-Geräte eingespeist werden kann. „Somit ist die ständige Überwachung gegeben“. Darüber hinaus würde Defibrillatoren-Hersteller langsam dazu übergehen, in ihren Geräten auch Temperatursignale verarbeiten zu können. <b>Vertriebsstart in Europa und USA.</b> Emcools will seine Kühlmatten vorerst in Europa und den USA vertreiben. Der Kostenpunkt pro Matte liegt bei rund 700 € – „günstiger als herkömmliche Methoden, vom volkswirtschaftlichen Aspekt ganz zu schweigen“, so Vogel. Während dieses Jahr der Fokus auf der Markteinführung liegt, sollen 2007 bereits 2.000 Systeme abgesetzt werden. „Unser Potenzial liegt in rund einem Drittel aller Fälle, das entspricht weltweit rund 100.000 Behandlungen pro Jahr.“ In den Europa und den USA kommt es jährlich zu 800.000 Herzstillständen, wobei aber mehr als die Hälfte der Patienten verstirbt, da die meisten Herzstillstände ohne dem Beisein Dritter passieren. Mit Hypothermie gegen die Folgen des Herzstillstands

Rockwell verbessert modulares Steuerungssystem

<a href=http://www.rockwellautomation.de >Rockwell Automation</a> hat sein modulares Steuerungssystem MCS durch die beiden Bulletins 100-K und 700-K sowie das Überlastrelais 193-K verbessert. Rockwell verbessert modulares Steuerungssystem <% image name="Rockwell_Ueberlastrelais" %><p> Das modulare Konzept der neuen Minischütz-Serie ermöglicht viele verschiedene Schützkonfigurationen schnell und einfach zu erstellen. Hilfskontakte, Schutzmodule und mechanische Verriegelung lassen sich dabei ohne Werkzeuge montieren. Die ganze Kleinschütz-Serie ist für 690 V ausgelegt und für den Einsatz in Maschinen mit Motoren bis 5,5 kW geeignet. Mit dem direkt an das Schütz montierbare Bimetall-Überlastrelais 193-K verfügt die neue Serie zudem über einen günstigen Motorschutz. Es ist mit manueller und optionaler Fernrückstellung erhältlich und verfügt über eine hohe Phasenausfall-Empfindlichkeit.

H1 2006: Deutsche Chemieindustrie verliert an Fahrt

Der Aufschwung in der deutschen Chemieindustrie hat seinen Höhepunkt überschritten. Im zweiten Quartal sei die Branche bereits weniger stark gewachsen als zuvor, so der Verband der Chemischen Industrie (VCI). <table> <td><% image name="Bayer_Wenning" %></td> <td><small> VCI-Präsident und Bayer-Chef Werner Wenning: Die Geschäftslage der Chemie hat sich seit Jahresbeginn auf breiter Front weiter verbessert. Im zweiten Vierteljahr kletterte der Auslandsumsatz gegenüber Vorjahr um 7 %, der Inlandsumsatz um 4 %. Betrachtet man allerdings die Vorquartale, so fielen die Zuwächse mit plus 0,8 bzw. 1,3 % mager aus. </small></td> </table> Das hohe Wachstumstempo des Vorjahres werde 2006 nicht mehr erreicht: Die Weltwirtschaft kühlt sich ab, zudem hinterlassen die hohen Öl- und Energiepreise sowie die für Anfang nächsten Jahres beschlossene Mehrwertsteuererhöhung ihre Spuren. Für das Gesamtjahr erwartet der VCI aber weiterhin einen Produktionsanstieg von 2,5 % und ein Umsatzwachstum von 5,5 %. 2005 hatte die Branche mit 7 % den höchsten Produktionszuwachs seit mehr als 20 Jahren erzielt. Das wird heuer nicht erwartet: In der Pharmaindustrie sei der kräftige Aufwärtstrend im zweiten Quartal bereits gestoppt worden. Gute Geschäfte machten dagegen weiterhin die Hersteller von Polymeren und Spezialchemikalien. Insgesamt kletterte der Umsatz der Chemieindustrie binnen Jahresfrist um 6 % auf einen neuen Rekordwert von 40,9 Mrd €. Hauptgrund dafür sind Preiserhöhungen für chemische Erzeugnisse, die 3,6 % teurer waren als vor einem Jahr. In Summe dürften sich Chemikalien heuer um rund 3 % verteuern. Viele Unternehmen profitierten jetzt von Umstrukturierungen und Kostensenkungs-Programmen und erzielten höhere Gewinne. Die Beschäftigung in der deutschen Chemiebranche allerdings weiter zurück. Im zweiten Quartal beschäftigten die Unternehmen 433.600 Mitarbeiter - 1,3 % weniger als ein Jahr zuvor. H1 2006: Deutsche Chemieindustrie verliert an Fahrt

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