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June 12th, 2017

FH Kufstein startet Biomimetik-Lehrgang

Im neuentwickelten Master-Lehrgang „Bio-inspired Engineering“ der FH Kufstein werden jene Qualifikationen vermittelt, die erforderlich sind, um biologische Prinzipien auf technische Fragestellungen anzuwenden.

Immer häufiger nehmen sich Ingenieure bei der Lösung technischer Aufgaben die Leistungen lebender Organsimen zum Vorbild – ein Ansatz, der unter Bezeichnungen wie Biomimetik oder Bionik bekannt geworden ist. Prominente Beispiele sind der botanisch inspirierte Klettverschluss oder an Blattstrukturen orientierte selbstreinigende Oberflächen. Um einer solchen Vorgehensweise systematisch zu folgen, ist eine Kombination von Kenntnissen aus unterschiedlichen Gebieten erforderlich – Grundlagen aus Biologie und Chemie und Kompetenzen in Simulation und Fertigungsverfahren müssen auf Anwendungsfelder aus Medizin, Architektur, Produktdesign, Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Materialwissenschaft übertragen werden.

Diese Übersetzungsleistung steht im Mittelpunkt des Master-Lehrgangs „Bio-inspired Engieering“, der ab Herbst 2017 an der Business School der FH Kufstein Tirol angeboten wird. Das Center for Rapid Innovation des Gründerzentrums Werkstätte Wattens stellt dazu Infrastruktur für Rapid Prototyping zur Verfügung, die für Machbarkeitsstudien und Produktentwicklung herangezogen werden kann. Der Bionik-Pionier Werner Nachtigall und die Nanophysikerin Ille Gebeshuber unterstützten den wissenschaftlichen Leiter, Christian Teissl, bei der Entwicklung des Lehrgangs.

 

Berufsbegleitendes Ausbildungsprogramm

Das englischsprachige Master-Programm ist modulartig aufgebaut. Von fünf angebotenen Modulzertifikaten müssen drei absolviert werden, um nach Verfassen einer Masterarbeit einen Abschluss zu erwerben. Geblockte Lehrveranstaltungen und der Einsatz von Online-Kursen unterstützen den berufsbegleitenden Ausbildungsweg.

 

 

June 9th

Zeta: Magnetisches Rühren im industriellen Maßstab

Dem steirischen Unternehmen Zeta ist es erstmals gelungen, Magnetrührwerke in Bioreaktoren industriellen Maßstabs einzusetzen.

Magnetische Rührwerke kamen bislang vor allem im Labormaßstab und für kleinere Bioreaktoren mit bis zu 3.000 Litern zur Anwendung. Die Auslegung eines solchen Prozesse auf Maßstäbe der industriellen Biotechnologie gilt im Hinblick auf die geforderte Mischzeit, die auftretenden Scherkräfte und die Anforderungen an das Hygiene-Design als große Herausforderung. Gemeinsam mit Boehringer Ingelheim und der TU Hamburg-Harburg hat die Zeta-Gruppe nun einen neuen Typus von magnetischem Rührwerk geschaffen und über vier Monate hinweg bei unterschiedlichsten Betriebsbedingungen in einem 15.000-Liter-Bioreaktor getestet.

Testreihen zur optimalen Rührorgan-Geometrie ergaben insbesondere, dass die gezielte Kombination unterschiedlicher Rührorgane in mehrstufigen Rührern das beste Mischbild ergab. Die Ergebnisse machen nach Aussage von Zeta-Geschäftsführer Andreas Marchler den Ersatz von mit Gleitringdichtungen ausgestatteten Rühreinrichtungen durch magnetisch angetriebene Rührwerke ohne offene Verbindung an die Tankaußenseite möglich.

 

 

June 7th

Bayer senkt Covestro-Anteil

Durch einen Aktienverkauf und die Begebung von Schuldverschreibungen will der deutsche Chemiekonzern rund zwei Milliarden Euro lukrieren.

 

Der deutsche Chemiekonzern Bayer hat seinen direkten Anteil an Covestro um 8,5 Prozent auf 44,8 Prozent vermindert. Dies erfolgte durch die Abgabe von rund 17,25 Millionen Aktien des Werkstoffherstellers (vormals BayerMaterialSciences) zu einem Preis von 62,25 Euro je Aktie, insgesamt also etwa 1,07 Milliarden Euro. Die Aktien gingen ausschließlich an institutionelle Investoren, teilte Bayer mit. Ferner begab der Konzern Schuldverschreibungen im Wert von einer Milliarde Euro, die in Covestro-Aktien umgetauscht werden können. Den anfänglichen Umtauschpreis bezifferte Bayer mit 80,93 Euro je Stück. Verzinst werden die Schuldverschreibungen mit 0,05 Prozent pro Jahr.

 

Ungelegen kommen die Einnahmen wohl kaum. Vorbehaltlich der Zustimmung der europäischen und US-amerikanischen Behörden hat Bayer die Übernahme des Agrarriesen Monsanto zu stemmen. Dieser ist in Europa unter anderem als wesentlichster Hersteller des Pflanzenschutzmittels Glyphosat bekannt.

 

In der Bayer-Bilanz muss Covestro übrigens weiter voll konsolidiert werden, weil der Konzern mit seinen direkten und indirekten Anteilen in der Hauptversammlung weiterhin die Mehrheit an dem Werkstoffproduzenten hat. Bayer hat angekündigt, sich mittelfristig „vollständig von Covestro trennen“ zu wollen.

 

June 6th

Heikle Geschichten

Der REACH-Recast, die Schnittstelle zwischen Abfall- und Stoffrecht sowie die Plastikstrategie der EU sind die voraussichtlichen Schwerpunkte der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018.

 

Voraussichtlichtlich drei chemikalienpolitische Schwerpunkte hat Österreich im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 zu behandeln: den REACH-Recast, die Abgrenzung zwischen dem Abfall- und dem Stoffrecht sowie die Plastikstrategie, berichtet Thomas Jakl, der Leiter der Abteilung V/5 „Chemiepolitik und Biozide“ im Umweltministerium. Wie üblich, nimmt Österreich seine „Presicency“ in einer „Troika“ war. Dieser gehören auch Estland und Bulgarien an, die den Ratsvorsitz im 2. Halbjahr 2017 bzw. im ersten Halbjahr 2018 innehaben.

 

Beim REACH-Recast geht es um die Weiterentwicklung des EU-Chemikalienmanagementregimes nach 2020. Voraussichtlich Mitte 2017 wird der Vorschlag der EU-Kommission vorliegen. Jakl zufolge kündigte die Kommission an, den REACH-Text nicht vor 2020 verändern zu wollen. Die Frage sei allerdings, ob der bestehende Text für die Weiterentwicklung von REACH ausreiche. Eventuell werde die Kommission „einfach eine politische Bewertung vornehmen, zu der der Rat der Umweltminister dann Schlussfolgerungen formuliert“.

 

Die konsistentere Abgrenzung zwischen dem Abfallrecht und dem Stoffrecht, im Wesentlichen REACH, erfolgt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftspakets der EU-Kommission. Und das ist für die Wirtschaft eine heikle Geschichte. Wird ein Stoff anders als bisher als „gefährlicher Abfall“ eingestuft, hat das unter Umständen gravierende ökonomische Auswirkungen. Ein Problem werden könnte im Zusammenhang mit der Abgrenzung auch das Thema „Recycling“. Laut Jakl gilt es, „einerseits zu vermeiden, dass das Chemikalienrecht zum Flaschenhals für die Recyclingwirtschaft wird. Andererseits dürfen Recyclate gegenüber Neumaterialien natürlich nicht bevorzugt werden“. Die Lösung sei daher, „dass die Zusammensetzung der Recyclate bekannt sein muss“. Dabei bestünden durchaus Spielräume: „Man könnte zum Beispiel Bandbreiten für die Konzentration bestimmter Stoffe in Recyclaten festlegen, die von den Unternehmen einzuhalten sind.“

 

Beim dritten Schwerpunkt, der Plastikstrategie, wird noch heuer der Vorschlag der EU-Kommission erwartet. Wie Jakl erläutert, ist die Strategie thematisch höchst umfangreich – vom Gewässerschutz über die Abfallbewirtschaftung bis zum Chemikalienrecht.

 

Sollten sämtliche drei Schwerpunkte während der österreichischen „Presidency“ abgeschlossen werden, wäre es Jakl zufolge denkbar, dies mit einem „synoptischen Dokument“ zu tun, das sie alle behandelt. Dies habe aufgrund der engen thematischen Zusammenhänge Sinn: „Aber wir sind da nur bedingt Spieler. Die Kommission muss die Eier legen, bevor wir gackern können.“

 

June 1st

Hubert Hasenauer zum neuen Rektor der BOKU gewählt

Der Universitätsrat der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) hat Hubert Hasenauer, bisher Leiter des Instituts für Waldbau, zum neuen Rektor gewählt. Hasenauer tritt sein Amt am 1. Februar 2018 an.

Hasenauer wurde 1962 in Saalfelden geboren. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Förster begann er das Studium der Forstwissenschaften an der BOKU, das er 1994 mit der Promotion abschloss. Daneben und danach forschte er als Fullbright- und Schrödinger-Stipendiat mehrere Jahre am Virginia Tech und an der University of Montana in den USA, wo er sich mit der Modellierung von Waldökosystemen beschäftigte. Auf diesem Gebiet erfolgte 1998 auch die Habilitation, 2007 wurde er zum Professor für Waldökosystemmanagement an der BOKU berufen. Sei wissenschaftliches Werk umfasst rund 260 Publikationen.

In den vergangenen Jahren konnte der Forstwissenschaftler aber auch zahlreiche Erfahrungen in der Hochschulpolitik sammeln. Von 2009 bis 2016 fungierte Hasenauer als Senatsvorsitzender der BOKU, von 2015 bis 2016 war darüber hinaus Sprecher der Senatsvorsitzenden der österreichischen Universitäten sowie von 2013 bis 2016 Mitglied der Österreichischen Hochschulkonferenz.

 

Universitätsrat wählte aus Dreiervorschlag

Dem Dreiervorschlag des Senats gehörten neben Hasenauer auch der derzeitige BOKU-Vizerektor für Forschung, Josef Glößl, sowie die Vizedekanin der Fakultät für Chemie der Universität Wien, Viktoria Somoza, an. Die Wahl war ursprünglich bereits für April angesetzt, wurde aber aufgrund einer (letztlich von der Schiedskommission der BOKU  abgelehnten) Beschwerde des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen verschoben.

May 30th

ARA sieht sich auf gutem Weg

Die Altstoff Recycling Austria dominiert weiterhin den Markt für die Sammlung von Verpackungsabfällen.

 

Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2016 zeigt sich der Vorstand der Altstoff Recycling Austria (ARA), Christoph Scharff. Zwei Jahre nach der Öffnung des Marktes für Verpackungsabfälle von Haushalten hatte die ARA laut eigenen Angaben einen Marktanteil von rund 80 Prozent und war damit weiterhin Marktführer. Über alle Marktsegmente hinweg gerechnet, sammelte die ARA rund 734.000 Tonnen Verpackungsabfälle, von denen sie rund 698.000 Tonnen der Verwertung zuführte. Davon wiederum wurden rund 630.000 Tonnen stofflich verwertet, die übrigen 70.000 Tonnen dienten der Strom- und Wärmeerzeugung in thermischen Reststoffverwertungsanlagen, sagte Scharff. Im Jahr 2015 hatte die ARA 761.000 Tonnen an Verpackungsabfällen erfasst und rund 732.000 Tonnen der Verwertung zugeführt, davon 622.000 Tonnen der stofflichen und rund 110.000 Tonnen der thermischen Verwertung.

 

An Lizenztarifen erzielte die ARA 2016 rund 152,8 Millionen Euro gegenüber 145,9 Millionen Euro im Jahr 2015. Die Erlöse aus dem Altstoffverkauf und sonstigen Tätigkeiten beliefen sich auf 46,4 Millionen Euro, verglichen mit 41,6 Millionen Euro im Jahr 2015.

 

Scharffs Vorstandskollege Werner Knausz ergänzte, die ARA sei auf gutem Wege, die im Zuge der Marktöffnung eingetretenen Umsatzrückgänge wieder wettzumachen: „Zu rund zwei Dritteln haben wir das schon geschafft. Bis Ende 2018 sollten wir die Rückgänge vollständig ausgeglichen haben.“ Zu diesem Zweck verlängert die ARA ihre Wertschöpfungskette. Im November 2016 etwa wurde das Transport- und Logistikunternehmen LogMan übernommen. Mit Juli nimmt die Digido-GmbH ihre Tätigkeit auf. Laut dem Transparenzbericht der ARA betreibt sie „eine IT-Plattform zum digitalen Austausch von Transportdaten zwischen allen an einem Transport Beteiligten. Das Unternehmen ist für alle Stoffströme und branchenübergreifend tätig“.

 

Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung könnte laut Scharff die Umsetzung des Kreislaufwirtschaftspakets der EU in Österreich werden. Dieses sieht für die Zeit ab 2025 noch höhere Recyclingquoten vor als bereits bisher. Vor allem gilt das für die Bereiche Kunststoff und Aluminium. Es werde nicht genügen, „einfach ein bisschen mehr zu sammeln“. Statt dessen müsse beim Produktdesign angesetzt werden. Deshalb habe die ARA einen diesbezüglichen Forschungsschwerpunkt etabliert.

 

May 22nd

Milliarden-Fusion um Spezialchemikalien

Die Schweizer Clariant und die texanische Huntsman wollen sich zusammentun und mit rund zwölf Milliarden Euro Jahresumsatz die weltweite Nummer 2 in ihrem Geschäftsbereich werden.

 

Der Spezialchemikalienkonzerne Clariant (Schweiz) und Huntsman (Texas) wollen fusionieren, verlauteten sie in einer gemeinsamen Aussendung. Entstehen soll HuntsmanClariant, ein Unternehmen mit rund 13,2 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Euro) Jahresumsatz. Der Aussendung zufolge würde es sich vom Umsatz her um den weltweit zweitgrößten Spezialchemikalienanbieter nach der deutschen Evonik und vor der ebenfalls deutschen Covestro (der ehemaligen Bayer MaterialSciences) handeln. Angestrebt wird ein bereinigtes EBITDA von 2,3 Milliarden US-Dollar (2,0 Milliarden Euro) pro Jahr. Abgeschlossen werden soll die Transaktion bis Jahresende. Für ihre Finanzierung ist ein Aktientausch geplant, bei dem die bisherigen Huntsman-Eigentümer für jede ihrer Aktien 1,2196 HuntsmanClariant-Aktien bekommen. Insgesamt sollen sie 48 Prozent an dem neuen Konzern halten, für die Clariant-Eigentümer ist ein Anteil von 52 Prozent vorgesehen.

 

Der heutigen Aussendung zufolge wird sich das neue Unternehmen auf fünf Geschäftsbereiche konzentrieren. Auf den Bereich Consumer werden etwa 30 bis 35 Prozent des Jahresumsatzes entfallen, auf Transportation sowie Energy jeweils zehn bis 15 Prozent, auf Construction 20 bis 25 Prozent und auf Industrial 15 bis 20 Prozent. Rund 40 Prozent des künftigen gemeinsamen Umsatzes werden in Nord- und Südamerika erzielt, 34 Prozent in Europa, dem Nahen Osten sowie Afrika und die übrigen 26 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum. Als größter Einzelmarkt wird China genannt, das rund elf Prozent des Jahresumsatzes ausmachen soll. Die weltweite Zahl der Beschäftigten wird sich auf mehr als 28.000 belaufen.

 

Clariant erwirtschaftete 2016 mit rund 17.440 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 5,8 Milliarden Schweizer Franken (5,3 Milliarden Euro), das EBITDA vor Sondereffekten betrug rund 887 Millionen Franken (812,5 Millionen Euro). Huntsmans Umsatz belief sich 2016 auf 9,6 Milliarden US-Dollar (8,5 Milliarden Euro), das bereinigte EBITDA wird mit 1,1 Milliarden US-Dollar (976,8 Millionen Euro) beziffert.

 

Clariant-Vorstandschef Hariolf Kottmann sprach von einem „perfekten Geschäft zur richtigen Zeit. Wir vereinigen unsere Kräfte, um uns einen noch größeren weltweiten Aktionsradius zu verschaffen, unsere langfristige Innovationskraft zu steigern und neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen“. Laut Peter R. Huntsman, President und CEO von Huntsman, wird das neue Unternehmen „im Spezialchemikaliensektor weltweit führend sein und ein ausgewogenes Portfolio aufweisen, das ihm erhebliche finanzielle Stärke und Flexibilität gibt“.

 

May 19th

Genetisches Wissen für bessere Nutzpflanzen

Im Rahmen des „Fascination of Plants Day 2018“ konnte man sich in der BOKU-Arbeitsgruppe für Pflanzenbiotechnologie über genetische Züchtungsmethoden für Nutzpflanzen informieren – und wurde mit „ausgezeichnetem“ Kaffee und Dirndlkuchen bewirtet.

Nicaragua, Brasilien, Ecuador, Äthiopien, Honduras – das sind die Herkunftsländer der Kaffeebohnen, die Michael Prem für seine Röstungen und preisgekrönten Kaffeezubereitungen (der BOKU-Absolvent hat die Österreichische Barista-Meisterschaft 2017 gewonnen) verwendet. Bevor sie in seine Trommelröster mit kontrolliertem Temperaturverlauf kommen, haben die Bohnen schon eine lange Geschichte hinter sich. Prem bezieht seine Ware von kleinen Kooperativen, die sich einer biologischen Anbauweise verschrieben haben. Dort werden die Bohnen geerntet, die zunächst roten „Kirschen“ von Fruchtfleisch befreit und die verbliebene Schleimschicht durch Fermentation entfernt. Nach Waschen und Trocknen enthält man so die grünen Kaffeebohnen, von denen jede Frucht zwei enthält. Eine Alternative zu dieser Vorgehensweise ist die sogenannte „Trockenaufbereitung“, bei der die Kaffeekirschen mehrere Wochen getrocknet und die Bohnen danach mechanisch herausgelöst werden.

Prem war Gast der Arbeitsgruppe für Pflanzenbiotechnologie der BOKU, die im Rahmen des „Fascination of Plants Day 2017“ am 18. Mai die Pforten zu Gewächshaus und Genbanken öffnete. Der von ihm beschriebenen Wertschöpfungskette sind Bemühungen um eine Züchtung von Kaffeesorten vorgelagert, wie sie in dem von Margit Laimer geleiteten Forschungsteam vorangetrieben werden. Vorrangiges Ziel ist dabei, die Kaffeepflanzen resistent gegen Schädlinge zu machen, die oft große Teile der Ernte vernichten und den Lebensunterhalt zahlloser Menschen bedrohen. Die Anwendung biotechnologischer Züchtungsmethoden verspricht dabei, wesentlich schneller zu kultivierbaren Sorten zu kommen als die Kreuzung mit resistenten Wildtypen. Aber auch heimische Nutzpflanzen wie die Kornelkirsche (in Österreich „Dirndl“ genannt) oder die Energiepflanze Jatropha curcas („Purgiermuss“) sind Gegenstand der Forschung, die darauf abzielt, die genetische Ausstattung mit dem Auftreten erwünschter Eigenschaften zu korrelieren. Vor kurzem wurde die Erweiterung der Infrastruktur um ein Saranhaus beantragt, in dem die Charakterisierung von Pflanzen-Phänotypen im Hochdurchsatz durchgeführt werden kann.

Über all diese Aktivitäten wurde der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen des „Fascination of Plants Day“, als dessen nationale Koordinatorin Laimer fungiert, informiert, dazu gab es Prems Kaffeespezialitäten und Dirndlkuchen. Johann Vollmann vom BOKU-Department für Nutzpflanzenwissenschaften zeigte darüber hinaus Wissenswertes aus dem Leben von Gregor Mendel und spannte den Bogen zu den Züchtungsversuchen mit Sojabohnen, die an seinem Institut durchgeführt werden.

 

Der „Fascination of Plants Day“ in Österreich

Rund um den von der „European Plant Science Organisation“ (EPSO) ausgerufenen „Fascination of Plants Day“ am 18. Mai finden an zahlreichen österreichischen Einrichtungen Aktionen statt. Beteiligt sind unter anderem die HBLFA Raumberg (Steiermark), deren Experten durch die Trautenfelser Iriswiesen führen, die Österreichische Gartenbaugesellschaft, die von 19. bis 21. Mai ihre rund 100 Sorten umfassende Zitruspflanzen-Sammlung im Schlosspark Schönbrunn öffnet oder die Gartenausstellung „Die Garten Tulln“ mit ihrem „Tag der Artenvielfalt“ am 21. Mai.

 

 

May 18th

Merck: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Die Bilanz im ersten Quartal 2017 war nicht zuletzt durch den Verkauf der Rechte an einem Stoffwechselmedikament geprägt.

 

Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn - so lautet das Geschäftsergebnis des deutschen Pharma- und Spezialchemikalienkonzerns Merck im ersten Quartal 2017. Auf der Basis des ersten Quartals 2016 wuchs der Umsatz um 5,3 Prozent auf 3,86 Milliarden Euro. Das EBITDA fiel mit 1,20 Milliarden Euro allerdings um 6,2 Prozent niedriger aus, das EBIT sank um 11,1 Prozent auf 755 Millionen Euro. Seitens des Unternehmens wird dies so begründet: Im ersten Quartal 2016 seien durch den Verkauf der Rechte an dem Stoffwechsel-Medikament Kuvan an den US-Konzern Biomarin Pharmaceutical 324 Millionen Euro an Sondereinnahmen erzielt worden, die heuer nicht mehr anfielen.

 

Health Care, der größte Geschäftsbereich von Merck, ist laut dem Unternehmen „strategisch und finanziell gut ins Jahr gestartet“. Verwiesen wird auf den um 5,4 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro gewachsenen Umsatz. Indessen rasselte das EBITDA um 24,1 Prozent nach unten und liegt nun bei 629 Millionen Euro. Das EBIT wiederum stürzte um 30,6 Prozent auf 445 Millionen Euro ab. Ausschlaggebend dafür waren dem Quartalsbericht zufolge vor allem um rund 43 Millionen Euro höhere Lizenzausgaben sowie um 176 Millionen Euro niedrigere „sonstige Erträge“. Bei diesem Bilanzposten schlug auch der erwähnte Entfall der Erlöse aus dem Verkauf der Rechte an Kuvan durch. Ferner verzeichnete Merck höhere Marketing- und Vertriebskosten für die Markteinführung zweier neuer Medikamente.

 

Für den zweitgrößten Geschäftsbereich, Life Sciences, meldet Merck Umsatzerlöse von 1,48 Milliarden Euro, um 6,1 Prozent mehr als im ersten Quartal 2016. Das EBITDA wuchs um 51,5 Prozent auf 430 Millionen Euro. Das EBIT hat sich von 105 auf 236 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zurückzuführen ist das allerdings weniger auf organische Effekte als auf Auswirkungen des Erwerbs von Sigma-Aldrich im Jahr 2015, der bisher größten Akquisition der Unternehmensgeschichte, wird von Merck eingeräumt.

 

Im kleinsten Geschäftsbereich, Performance Materials, lagen die Umsatzerlöse mit 645 Millionen Euro um 3,6 Prozent über denen des ersten Quartals 2016. Das EBITDA war indessen um 4,0 Prozent niedriger und lag bei 257 Millionen Euro. Das EBIT schließlich verminderte sich um 5,6 Prozent auf 195 Millionen Euro.

 

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet Merck einen Anstieg der Umsatzerlöse von 15,02 auf 15,5 bis 16,0 Milliarden Euro. Das voraussichtliche EBITDA vor Sondereffekten wird mit 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro beziffert, verglichen mit 4,49 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

 

Merck-Vorstandschef Stefan Oschmann verlautete, „2017 ist für Merck erneut ein Jahr mit vielen Herausforderungen, aber auch mit großen Chancen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Chancen nutzen werden, indem wir unsere klare Wachstumsstrategie für die drei Unternehmensbereiche weiter vorantreiben“.

 

May 17th

Weiter Krach um Glyphosat

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis schlägt vor, das Pflanzenschutzmittel für weitere zehn Jahre zuzulassen. Eine österreichische EU-Parlamentarierin bezeichnet das als „inakzeptabel“.

 

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis empfiehlt, die Zulassung für das Pflanzenschutzmittel Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern. Die EU-Kommission billigte am 16. Mai einen Vorschlag des Kommissars, mit den Mitgliedsstaaten darüber zu verhandeln. Beschlossen werden könnte die Verlängerung Mitte Juni im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF), dem Fachleute der EU-Kommission sowie der Mitgliedsstaaten angehören. Grundsätzlich wäre es möglich, die Glyphosat-Zulassung um 15 Jahre zu verlängern. Mit seinem Vorschlag nutzt Andriukaitis diesen Spielraum offensichtlich nicht aus. Erfreut zeigte sich Agrarkommissar Phil Hogan. Ihm zufolge wurde das Mittel Länge mal Breite untersucht. Zuletzt hatte das Risk Assessment Committee (RAC) der europäischen Chemikalienagentur ECHA im Auftrag der EU-Kommission eine Bewertung vorgenommen und Glyphosat nicht als krebserregend, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft. Der diesbezügliche Bericht erschien Mitte März.

 

Als „inakzeptabel“ bezeichnete Andriukaitis' Vorschlag Karin Kadenbach, die Gesundheits- und Umweltsprecherin der SPÖ im EU-Parlament. Der Kommissar ignoriere „die ohnehin schon sehr moderaten Vorstellungen des EU-Parlaments, das sich für eine siebenjährige Verlängerung ausgesprochen hat, komplett. Das können wir nicht hinnehmen. Wir werden den EU-Kommissar voraussichtlich im Juni ins Parlament vorladen und ihn befragen, aus welchen Motiven und Interessenlagen er zu dieser Entscheidung kommt“.

 

Die These, es handle sich um eine „Entscheidung“, ist jedoch falsch. Wie erwähnt, geht es um einen Vorschlag. Entschieden ist damit noch nichts. Hinzu kommt: Unabhängig von einer allfälligen Neuzulassung durch die EU-Kommission können die Mitgliedsstaaten den Einsatz von Glyphosat auf ihrem Territorium untersagen. Auf diesen Umstand wies die Kommission in den vergangenen Jahren immer wieder hin. Auch Andriukaitis brachte diese Tatsache mehrfach in Erinnerung.

 

 

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