Archive - Mär 21, 2018

Benetzung in Lithiumionen-Akkus mit Neutronen untersucht

Die Elektroden eines Lithiumionen-Akkus werden nach dem Befüllen mit Elektrolytlösung im Vakuum doppelt so schnell benetzt wie unter Normaldruck.

Dies haben Untersuchungen gezeigt, die Wissenschaftler der TU München gemeinsam mit Kollegen der Universität Erlangen-Nürnberg und Entwicklern von Bosch mithilfe von Neutronen aus der Forschungs-Neutronenquelle FRM II in Garching durchgeführt haben. Da Neutronen vom Metallgehäuse des Akkus kaum absorbiert werden, lassen sich mit ihnen Prozesse im Inneren die Akkus gut analysieren.

Auf diese Weise konnte beobachtet werden, dass sich die Poren des Elektrodenstapels bereits nach rund 50 Minuten mit dem Elektrolyten angesogen hatten – ein Vorgang, der bei Normaldruck etwa 100 Minuten dauert. Aufgrund dieses Ergebnisses könnte ein Prozess, der für gewöhnlich einer der zeitaufwändigsten im Zuge der Batterieherstellung ist und bisher nur indirekt über Leitfähigkeitsmessungen verfolgt werden konnte, deutlich verkürzt werden. Zudem zeigten die Forscher, dass unter Normaldruck zehn Prozent weniger Elektrolytflüssigkeit aufgenommen wird, weil Gase die Benetzung mit Flüssigkeit behindern.

 

 

„Bedeutender Meilenstein“

Unter Auflagen darf Bayer Monsanto übernehmen, meldet die EU-Kommission. Es ist der dritte derartige Deal binnen Jahresfrist.

 

Endgültig unter Dach und Fach ist sie noch nicht - die Fusion des deutschen Chemieriesen Bayer mit dem US-amerikanischen Agrobusinessgiganten Monsanto. Doch mit der Genehmigung durch die EU-Kommission sind die beiden Konzerne ihrem Ziel nähergekommen, die Transaktion im zweiten Quartal 2018 abzuschließen. Einen „bedeutenden Meilenstein“ nennt das Bayer-Vorstandschef Werner Baumann - und lässt hinzufügen, die enge Zusammenarbeit mit den Behörden inklusive des US-amerikanischen Justizministeriums in der Angelegenheit gehe weiter.

 

Die EU-Kommission erteilte dem Deal unter umfassenden Auflagen ihren Segen - Auflagen, die Bayer und Monsanto im Wesentlichen selbst vorgeschlagen hatten. Vorgeschrieben sind bedeutende Divestitionen. Verkaufen muss Bayer sein gesamtes Geschäft mit Gemüsesamen, den Großteil seines Saatgut-Geschäfts inklusive Forschung und Entwicklung, sein Geschäft mit dem Glyphosat-Konkurrenten Glufosinat sowie drei Entwicklungsprogramme für Totalherbizide. Ferner hat der Konzern eine Lizenz für seine Aktivitäten im Bereich digitale Landwirtschaft zu erteilen. Als Käufer sowie künftiger Inhaber der Lizenz ist die BASF vorgesehen. Von Monsanto soll die BASF das Geschäft mit Nemastrike übernehmen, einem Mittel, das Saatgut vor Fadenwürmern (Nemathoden) schützt. Diese Transaktionen sind Gegenstand eines eigenen Genehmigungsverfahrens bei der EU-Kommission.

 

Laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sind durch die Auflagen bzw. Zusagen die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission „vollständig ausgeräumt. Dadurch wird gewährleistet, dass auf den Märkten für Saatgut, Pflanzenschutzmittel und digitale Landwirtschaft auch nach dem Zusammenschluss wirksamer Produkt- und Innovationswettbewerb herrscht“. Vestager zufolge betreffen die Zusagen wirtschaftliche Aktivitäten mit einem Umfang von „weit über sechs Milliarden Euro“.

 

Laut einer Aussendung der EU-Kommission hat diese den Eindruck, „dass BASF ein geeigneter Käufer sein könnte, da das Unternehmen derzeit weder Saatgut noch Totalherbizide vertreibt und somit nur begrenzte horizontale Überschneidungen in diesem Bereich bestehen. Zudem verfügt BASF bereits über eine eigene, komplementäre weltweite Sparte für Pflanzenschutzmittel und über die notwendige Finanzkraft, um im Wettbewerb bestehen zu können“. Wettbewerber und Kunden hätten sich „größtenteils positiv zur Eignung der BASF als Käufer“ geäußert.

 

Das Placet für die Übernahme von Monsanto durch Bayer ist der dritte große Agrobusiness-Deal, den die EU-Kommission binnen eines Jahres absegnete. Ende März 2017 genehmigte sie den Zusammenschluss von Dow und DuPont. Anfang April vergangenen Jahres erlaubte sie die Übernahme von Syngenta durch ChemChina.

 

Zigarettenfilterdeal geplatzt

Celanese und die Blackstone-Tochter Rhodia Acetov blasen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens ab.

 

Die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zwischen dem US-amerikanischen Chemiekonzern Celanese und Rhodia Acetov ist geplatzt. Rhodia Acetov ist eine Tochter des US-Investmentgiganten Backstone. Beide Unternehmen haben den an die EU-Kommission gerichteten Genehmigungsantrag zurückgezogen, meldete Celanese. Eine Einigung mit der Kommission sei nicht möglich gewesen, weil diese „exzessive Divestitionen“ verlangt habe. Sie hätten die Rentabilität der Transaktion gefährdet. Laut Celanese ist das Vorgehen der Kommission unverständlich. In Mexiko, der Türkei, China und der Russländischen Föderation sei das geplante Gemeinschaftsunternehmen ohne jegliche Forderungen nach Divestitionen akzeptiert worden.

 

Die EU-Kommission hatte ihre Bedenken bereits im vergangenen Oktober formuliert und im Jänner des heurigen Jahres ihre Bedingungen für die Genehmigung der Transaktion übermittelt. Sie verwies darauf, dass sowohl Celanese als auch Rhodia Acetov Acetatflocken sowie Acetatfilterstränge für Zigarettenfilter erzeugen. Durch ihren Zusammenschluss wäre der weltgrößte Hersteller solcher Produkte entstanden. Die Kommission hatte Bedenken, dass „Eastman und Daicel, die beiden einzigen verbleibenden großen Wettbewerber, keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das Gemeinschaftsunternehmen ausüben würden. Darüber hinaus ist die Branche durch hohe Eintrittsschranken gekennzeichnet“. Somit wäre ihr zufolge der Wettbewerb auf dem Markt für Acetatfilterstrang durch das Vorhaben gefährdet worden.

 

Celanese hätte an dem Gemeinschaftsunternehmen 70 Prozent halten sollen, Blackstone die übrigen 30 Prozent. Der erzielbare jährliche Umsatz wurde auf etwa 1,30 Milliarden US-Dollar (1,05 Milliarden Euro) geschätzt.


Celanese-Chef Mark Rohr will am 1. Mai beim Investorentag seines Unternehmens Alternativen zu dem Deal vorschlagen.

VTU und Erber Group zu „Great Places to Work“ gekürt

Mit VTU Engineering und der Erber Group konnten beim Wettbewerb „Österreichs beste Arbeitgeber 2018“ zwei Unternehmen der Chemie- und Biotech-Branche vordere Plätze erobern.

Der Wettbewerb wird von „Great Place To Work“, einem Anbieter von Mitarbeiterbefragungen und Bewertungen zur  Arbeitsplatzkultur, ausgerichtet. In die Bewertung fließt ein, wie sehr die Aktivitäten eines Unternehmens von Werten wie Glaubwürdigkeit, Fairness, Respekt, Stolz und Teamorientierung geprägt sind.

In der Kategorie „Large“ (Unternehmen mit zwischen 250 und 500 Mitarbeitern) konnte das steirische Planungsunternehmen VTU Engineering erneut reüssieren und den dritten Platz belegen. Geschäftsführer Friedrich Fröschl wertet das als Bestätigung für die eingeschlagene Personalstrategie. Vor wenige Wochen hat sich Beteiligungsgesellschaft DPE (Deutsche Private Equity) an VTU beteiligt, um angesichts der starken Nachfrage nach den Dienstleistungen des Unternehmens zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Ziel ist es, möglichst rasch hoch qualifizierte Mitarbeiter aus unterschiedlichen Disziplinen in das VTU-Team zu integrieren.

 

Platz 4 für die Erber Group

Die Erber Group, eine international tätige Unternehmensgruppe auf dem Gebiet der Lebens- und Futtermittelsicherheit mit Sitz in Getzersdorf nahe Herzogenburg, nahm zum ersten Mal am Wettbewerb teil und konnte den vierten Platz in der Kategorie „Large“ erzielen. Besonders hervorgehoben wurde dabei das Vertrauen des Managements in die Belegschaft und deren Handlungsfreiheit, die Eingliederung neuer Mitarbeiter sowie das umfassende Fortbildungsangebot. Von  Heinz Flatnitzer, im Vorstand der Erber Group für Human Resources und Corporate Communications zuständig, wird das als Bestätigung dafür angesehen, dass es gelungen ist, das Wohl der Mitarbeiter ins Zentrum der Aktivitäten zu stellen.