<a href=http://www.gene.com>Genentech</a> und <a href=http://www.biogenidec.com>Biogen Idec</a> haben Ergebnisse einer Phase III-Studie zur Behandlung von symptomlosem follikulärem Lymphom mit Rituximab (Handelsnamen Rituxan/MabThera) veröffentlicht. Demnach kann durch Verabreichung des therapeutischen Antikörpers das Risiko, dass die Krankheit sich verschlechtert, verringert werden.
Neue Ergebnisse zu Rituximab bei symptomlosem follikulärem Lymphom<% image name="Lymphoma_macro" %>
<small><b> Das follikuläre Lymphom</b> ist das häufigste aller niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphome. Im Bild ein follikuläres Lymphom, das einen Lymphknoten ersetzt hat. Bild: Wikipedia-User emmanuelm/Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz </small>
Bislang wurden dem follikulärem Lymphom in der Regel mit „kontrolliertem Zuwarten“ begegnet, bevor sich spezifische Symptome zeigten, weil frühere Studien keinen Vorteil einer Chemotherapie unmittelbar nach der Diagnose ergaben. In der nun durchgeführten Phase-III-Studie konnte hingegen gezeigt werden, dass die unmittelbare Verabreichung von Rituximab, gefolgt von der kontinuierlicheren Einnahme des Präparats in geringerer Dosis, die Notwendigkeit einer Chemo- oder Strahlentherapie hinauszögern und die Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überleben erhöhen kann. Das Sicherheitsprofil des Medikaments erwies sich dabei als konsistent mit früheren Ergebnissen.
<b>Eine Form von Non-Hodgkin-Lymphom</b>
Das follikuläre Lymphom ist das häufigste aller niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und macht etwa 20–35 % aller NHLs aus. Klinisch zeigen sich Lymphknotenschwellungen, aber auch andere lymphatische Organe, wie die Milz oder das lymphatische Gewebe im Rachenraum oder im Gastrointestinaltrakt können betroffen sein. Häufig ist auch ein mehr oder weniger ausgeprägter Knochenmarkbefall durch das Lymphom vorhanden. Meist haben die Patienten bei Diagnosestellung keine wesentlichen Beschwerden, lediglich Lymphknotenschwellungen, die aber (wie z. B. bei einer akuten bakteriellen Infektion) nicht schmerzhaft sind.
<b>Über Rituximab</b>
Rituximab ist ein therapeutischer Antikörper, der spezifisch an das Protein CD20 bindet, das an der Oberfläche von entarteten und normalen B-Zellen gefunden wurde. Bei NHL und rheumatoider Arthritis unterstützt der Wirkstoff das körpereigene Immunsystem dabei, CD-20-positive B-Zellen zu eliminieren. In der Regel regenerieren sich die B-Zellen nach einer Rituximab-Behandlung und erreichen innerhalb von zwölf Monaten ihre ursprüngliche Anzahl.
Rituximab wurde von Biogen Idec entdeckt und 1997 zum ersten Mal von der FDA zur Behandlung von NHL zugelassen. Mittlerweile ist es bei einer ganzen Reihe an NHL- und Rheumatoide Arthritis-Indikationen in Gebrauch. Das Präparat wird in den USA, unter dem Handelsnamen „Rituxan“, in Japan von Chugai & Zenyaku Kogyo Co. Ltd. und im Rest der Welt von Roche unter dem Namen „MabThera“ vermarktet.
Experten verschiedener Disziplinen diskutierten in München Lösungsstrategien im Kampf gegen Krankenhausinfektionen. Die Referenten kamen zum Schluss, dass ein Drittel aller Krankenhausinfektionen vermieden und die Ausbreitung multiresistenter Keime weitgehend eingedämmt werden kann.
Diskussion um Schutz vor Krankenhausinfektionen<% image name="Krankenhaus1" %>
<small><b>Ansteckung im Krankenhaus?</b> Modernes Hygienemanagement könnte nosokomiale Keime wirksam bekämpfen. Bild: J. Ch. Thiemen, Nürnberg 1682</small>
Voraussetzungen dafür seien Optimierungen im Hygienemanagement und ein konsequentes Screening auf die gefährlichen Erreger oder ein konsequentes Screening aller Risikopatienten, wurde auf einer Veranstaltung festgehalten, die von der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft e. G. in Kooperation mit dem Medizintechnik-Unternehmen BD organisiert wurde.
„Laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene kommt es jedes Jahr in Deutschland zu etwa 600.000 Krankenhausinfektionen mit bis zu 40.000 Todesfällen“, erläuterte Alexander Mellmann vom Universitätsklinikum Münster. Bei diesen Ausmaßen könne von einer „schleichenden Pandemie“ gesprochen werden. Neben dem menschlichen Leid verursachten Krankenhausinfektionen enorme Kosten für das Gesundheitswesen: „Die vorliegenden Daten lassen auf direkte Mehrkosten durch Krankenhausinfektionen von mindestens 1,5 Milliarden Euro im Jahr schließen“, so Jan Helfrich vom Krankenversicherungsträger DAK.
<b>Erfahrungen mit dem Hygienemanagement</b>
Christoph Hoppenheit, kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Münster, berichtete über das Programm zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen, das man in dem von ihm geleiteten Spital umgesetzt hat. Schon heute sei es für Kliniken möglich, mit geringem Kostenaufwand das Hygienemanagement signifikant zu verbessern. Wenn alle Verantwortlichen zusammenarbeiteten, könne sogar eine deutliche Kostenreduktion erreicht werden, so der Ökonom.
„Die konkrete Umsetzung der Infektionsprävention in Kliniken beginnt in den Köpfen der Mitarbeiter“, betonte Reinier Mutters, Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Marburg. Um einen Bewusstseinswandel zu erreichen, solle jede Klinik über ausreichend Hygienefachpersonal verfügen und gezielte Weiterbildungen anbieten. Um die Verbreitung von multiresistenten Krankenhauskeimen zu bekämpfen, seien darüber hinaus umfassendes präventives Screening, die konsequente Umsetzung von Hygienemaßnahmen, zu denen auch die Isolation von kolonisierten Patienten gehören kann, sowie restriktive aber rationale Antibiotikarichtlinien notwendig.
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<b>Über die P.E.G.</b>
Die P.E.G. ist Deutschlands älteste Einkaufsgesellschaft im Gesundheitswesen. Sie unterstützt seit 40 Jahren Gesundheitseinrichtungen im Beschaffungsmanagement, bietet Fachberatung und Seminare für Kliniken, Reha und Altenheime.
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An der <a href=http://www.i-med.ac.at>Medizinischen Universität Innsbruck</a> wurde zum sechsten Mal der renommierte <a href=http://www.wachterstiftung.org>Ilse-und-Helmut-Wachter-Preis</a> verliehen. Preisträger 2010 ist William A. Catterall, ein führender Wissenschaftler in der Ionenkanalforschung. Ein Symposium zum Thema zeigte die Innsbrucker Beiträge zur Kalziumkanalforschung auf.
Wachter-Preis an Ionenkanalforscher vergeben<% image name="Wachterpreisverleihung_2010" %>
<small><b>William A. Catterall</b> (Mitte) bei der Verleihung des Wachter-Preises durch Vizerektor Günther Sperk (rechts) und Lukas Huber (links), Vorstandsvorsitzender der Wachter-Stiftung und Direktor des Biozentrums der Medizin-Uni Innsbruck.</small>
William Catterall ist Professor und Chair am Department of Pharmacology der University of Washington, Seattle, USA. Er gilt als einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ionenkanalforschung, dem es erstmals gelang, jene Proteine zu isolieren, die in elektrisch erregbaren Zellen sogenannte spannungsaktivierte Natrium- und Kalziumkanäle bilden. Diese Kanäle sind Angriffspunkte für wichtige Arzneistoffgruppen wie Antiepileptika, Lokalanästhetika oder Blutdrucksenker. Catterall ist Mitglied der National Academy of Sciences der USA, der Royal Society of London und Autor von mehr als 400 wissenschaftlichen Arbeiten, die bislang mehr als 39.000-mal zitiert wurden. Er absolvierte den Großteil seiner postpromotionellen Ausbildung im Labor des Nobelpreisträgers Marshall Nirenberg an den National Institutes of Health (USA).
<b>Wachter-Preis mit Spürsinn für Nobelpreisträger</b>
Der Ilse-und-Helmut-Wachter-Preis wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Medizinischen Forschung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. 1999 erging der Preis an die beiden israelischen Biochemiker Avram Hershko und Aaron Ciechanover, die im Jahr 2004 den Chemie-Nobelpreis erhielten. Auch in den Folgejahren war immer zumindest einer der Nominierten zum Wachter-Preis ein späterer Nobelpreisträger.
Die Einrichtung des Preises an der Medizinischen Universität Innsbruck sowie der gleichnamigen Stiftung geht auf den Lebenswunsch Helmut Wachter zurück, dem jetzt emeritierten Ordinarius für Analytische Chemie an der Medizinischen Universität. Wachter will mit diesem Preis seine Verbundenheit mit der Medizinischen Universität zum Ausdruck bringen und deren Ansehen in der Welt fördern. Der Preis ist für herausragende wissenschaftliche Leistungen in sämtlichen Gebieten der Medizin ausgesetzt und steht Wissenschaftlern aller Nationalitäten offen. Der Preisträger wird von den Organen der Stiftung aus weltweit eingeholten Nominierungen ermittelt.
Im Rahmen des <a href=http://www.oncotyrol.at>Oncotyrol</a>-Herbstsymposiums wurden neue Labors des Krebsforschungs-Kompetenzzentrums eingeweiht. Rund 20 Forscher werden ein Chemielabor, ein Zellkulturlabor und vier allgemeine Labors inklusive Lager- und Büroräumen am Innrain 66a nutzen.
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<small><b>Zlatko Trajanoski</b> ist einer der Forscher, die in die neuen Räumlichkeiten übersiedeln</small>
Die Labors wurden von den Tiroler Landeskrankenanstalten (TILAK) baulich fertiggestellt und eingerichtet und mit Hilfe des Infrastrukturpakets des Landes Tirol für Oncotyrol in Höhe von 3 Millionen Euro finanziert. Davon wurden ca. 2,1 Millionen für Um- und Ausbau und 400.000 Euro für die Einrichtung ausgegeben. Im Frühjahr war bereits das ebenfalls von der TILAK hergerichtete Bürogebäude für computerbasierte Oncotyrol-Forschung in der Wilhelm-Greil-Straße eingeweiht worden.
<b>Forschung unter Federführung von Zlatko Trajanoski und Helmut Klocker</b>
Eine Arbeitsgruppe, die in die neuen Räumlichkeiten übersiedelt, ist diejenige von Zlatko Trajanoski, der den Oncotyrol-Forschungsbereich „Bioinformatik und Systembiologie“ leitet. Trajanoski hat in den letzten Jahren mit bioinformatischen Analysen dazu beigetragen, neue Biomarker für Darmkrebs zu finden. Eine französische Wissenschaftlergruppe hat – dank Trajanoskis Bioinformatik-Künsten – vor wenigen Jahren großes Aufsehen erregt. Sie hat erstmals Darmkrebs-Biomarker präsentiert, die den herkömmlichen Verfahren bei der Einschätzung des Patienten-Risikos überlegen waren. Der Einfluss des Immunsystems auf die Krebsentstehung wird in Oncotyrol in mehreren Projekten erforscht, Trajanoski strebt in diesem Bereich neue Kooperationen an.
Auch mehrere von Helmut Klocker geleitete Projektteams ziehen in das neue Gebäude. Eines davon untersucht die zwiespältige Rolle des Immunsystems bei der Entstehung von Prostatakrebs. Die Forscher suchen gemeinsam mit dem Firmenpartner Protagen nach Auto-Antikörpern, um Prostatakrebs früher und genauer zu erkennen als bisher. Ein anderes von Klocker geleitetes Projekt geht der Frage nach, warum asiatische Männer seltener an Prostatakrebs erkranken als die der westlichen Industrienationen und welche Rolle dabei Lebensstil und Küche spielen.
Oncotyrol-Forscher beziehen neue Labors
Der Beirat des Kunststoff-Clusters hat einen neuen Sprecher