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March 24th, 2007

Molekulartest verbessert Diagnose von Prostatakrebs

Vorläufige Ergebnisse einer laufenden multizentrischen Studie in Europa weisen darauf hin, dass der neuartige PROGENSA PCA3-Test von <a href=http://www.gen-probe.com>Gen-Probe</a> spezifischer reagiert als herkömmliche Tests. Molekulartest verbessert Diagnose von Prostatakrebs <% image name="Biochip" %><p> <small> Biochip von Gen-Probe bei Prostatakrebs-Diagnosen vielversprechend. © Infineon </small> Derzeit nehmen 199 Männer, die zuvor eine negative Prostatabiopsie aufwiesen, an der an 7 europäischen Krankenhäusern durchgeführten Studie teil. Bei allen Männern wurde eine Wiederholungsbiopsie, der PROGENSA PCA3 molekulare Urintest, ein Total-PSA-Test auf prostataspezifisches Antigen und ein Serumtest des freien PSA-Wertes durchgeführt. Dabei zeigte der PROGENSA PCA3-Test bei der Vorhersage der Wiederholungsbiopsie eine Spezifität von 73 % verglichen mit nur 16 % des freien PSA-Wertes. Höhere PCA3-Werte korrelierten zudem mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine positive Wiederholungsbiopsie. So hatten etwa Männer mit einem erhöhten PCA3-Wert mit 41-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine positive Wiederholungsbiopsie, während diese bei Männern mit niedrigem PCA3-Wert bei nur 16 % lag. Eine weitere Studie zeigte, dass der PCA3-Wert nicht mit der Größe der Prostatadrüse korreliert. Dabei ist wesentlich, dass vorangegangene Untersuchungen nahe legen, dass der PCA3-Wert sehr wohl mit der Größe des Prostatatumors korreliert. Die Ergebnisse spiegeln somit die Tatsache wider, dass eine PCA3-Überexpression hochspezifisch für Prostatakrebs ist. Im Gegensatz dazu kann der PSA-Wert im Serum aufgrund einer Vielzahl gutartiger Erkrankungen erhöht sein und zu falsch positiven Ergebnissen und unnötigen Biopsien führen. In der Tat leiden bis zu drei Viertel aller Männer, bei denen aufgrund eines PSA-Tests Krebsverdacht bestand, unter einer nicht krebsartigen Erkrankung, etwa unter einer gutartigen Prostatahyperplasie. <small> Der PROGENSA PCA3-Test von Gen-Probe ist der erste molekulare Diagnosetest für Prostatakrebs. Er stellt die Überexpression der PCA3-mRNA im Urin fest. Studien haben gezeigt, dass bei über 90 % der Prostatatumoren, PCA3 durch die Krebszellen 60- bis 100-fach stärker exprimiert wird als durch gutartige Zellen. Das deutet darauf hin, dass das Gen eventuell ein nützlicher Biomarker für Prostatakrebs ist. Der Test ist zur <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/4729>Vermarktung in der EU</a> freigegeben. </small>

Revlimid: Bei multiplem Myelom empfohlen

Die EMEA hat die Zulassung des oralen Krebsmedikaments Revlimid (Lenalidomid) von <a href=http://www.celgene.com>Celgene International Sàrl</a> zur Behandlung des multiplen Myeloms empfohlen. Zugelassen soll es in Kombination mit Dexamethason bei jenen Patienten werden, die zuvor bereits mindestens eine Therapie erhalten haben. <% image name="Revlimid" %><p><p> Die Empfehlung basiert auf den Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit zweier großer Phase-III-Studien - in Nordamerika wurde Revlimid+Dexamethason in MM-009, international in MM-010 untersucht -, bei denen die Bewertung nach einem speziellen Protokoll erfolgte. Revlimid ist ein Vertreter der IMiDs, einer neuen Gruppe immunomodulatorischer Wirkstoffe. Revlimid und andere IMiDs werden in mehr als 75 klinischen Studien bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen untersucht. IMiDs sind in den USA, der EU und anderen Ländern urheberrechtlich umfassend durch erteilte und beantragte Patente geschützt, darunter auch Zusammensetzungs- und Nutzungspatente. Revlimid besitzt in der EU, den USA und Australien Orphan-Drug-Status für die Therapie des multiplen Myeloms. Die FDA hat Revlimid+Dexamethason bereits zur Therapie von vorbehandelten Myelompatienten zugelassen. Revlimid ist dort ebenfalls zugelassen für die Behandlung von transfusionsabhängigen MDS-Patienten, mit niedrigem oder intermediär-1-Risiko, die eine 5q-Deletion mit oder ohne weitere zytogenetische Aberrationen aufweisen. <small> Das multiple Myelom ist die zweithäufigste Form von Blutkrebs. Laut International Myeloma Foundation sind weltweit etwa 750.000 Menschen davon betroffen. In Europa unterziehen sich mehr als 85.000 Männer und Frauen einer Myelomtherapie, wobei in diesem Jahr voraussichtlich etwa 25.000 Menschen an ihrer Krankheit versterben werden. </small> Revlimid: Bei multiplem Myelom empfohlen

Augen & Nase: Topigen & Novagali kooperieren

Das auf Atemwegsstörungen spezialisierte Biopharmaunternehmen <a href=http://www.topigen.com>Topigen</a> und die auf ophthalmische Produkte spezialisierte <a href=http://www.novagali.com>Novagali</a> verkreuzen ihre Strategie und ihre Lizenzen. <table> <td><% image name="Auge" %></td> <td><% image name="Allergie1" %></td> </table> Topigen und Novagali werden bei der Entwicklung von okularen und nasalen Formen RNA-gerichteter Produktkandidaten zusammenarbeiten, die auf der Zuführtechnologie Novasorb basieren. Dazu sollen Formulierungen entwickelt werden, welche die Bioadhäsion und damit die Wirksamkeit der RNA-gerichteten Therapeutik der Nasenmembrane und der Augenoberfläche verbessern. Denn die Arten der Chemokine und Zytokine, die als wichtige Mediatoren bei Asthma ausgewiesen wurden, sind auch Mediatoren bei allergischen und entzündlichen Erkrankungen des Auges. <u>Novasorb</u> ist ein kationisches System zur Emulsionszuführung, das eine erheblich verbesserte Verweildauer für therapeutische Präparate in Geweben wie die Horn- oder die Bindehaut und anderen Membranoberflächen, darunter diejenigen, die sich im Naseninneren befinden, bietet. Die Bedingungen der Vereinbarung ermöglichen, dass Novagali seine eigenen ophthalmischen Produkte auf der Grundlage der Multi-Targeted und RNA-gerichteten Plattformtechnologie zur Behandlung und Prävention allergischer Augenerkrankungen entwickeln und Topigen seine eigenen RNA-gerichteten Produkte für allergische Rhinitis, auf der Grundlage der unter Verwendung der Novasorb-Technologie ausgearbeiteten Formulierungen, entwickeln kann. Novagali erhält dazu eine weltweite Lizenz für die RNA-gerichtete Plattformtechnologie von Topigen, Topigen erhält im Gegenzug die Exklusivlizenz auf Novagalis Zuführtechnologie Novasorb. <small> RNA-gerichtete Oligonukleotide sind chemisch veränderte Moleküle (Nukleotide), die dazu bestimmt sind, eine bestimmte Sequenz eines mRNA-Ziels durch Interaktionen von Basenpaarung zu binden. Dabei überlagern sie sich mit dem durch den mRNA kodierten Proteinausdruck. RNA-gerichtete Oligonukleotide werden verwendet, um wirksamere Arzneimittel zur Hemmung von Genexpression und Erzeugung anormaler Stufen von Zellproteinen zu entwickeln. </small> Augen & Nase: Topigen & Novagali kooperieren

March 23rd

OMV mit Erdgasfund in Pakistan

<a href=http://www.omv.com>OMV</a> stieß bei ihrer Explorationsbohrung Latif-1 im nördlichen Teil der Provinz Sindh in Pakistan auf Erdgas. Dort hatte die OMV in der Vergangenheit schon 2 große Erdgasfelder, Miano und Sawan entdeckt, die 2001 und 2003 ihre Produktion aufnahmen. <% image name="Rohoelaufsuchung" %><p> Dieser neuerliche Erdgasfund, bei dem die OMV - der größte internationale Betreiber von Erdgasfeldern in Pakistan - als Betriebsführer fungiert, eröffnet die Möglichkeit weiterer Funde in dem Gebiet. Die Explorationsbohrung Latif-1 erreichte ihren tiefsten Punkt bei 3.520 m. Dabei traf sie auf 3 kohlenwasserstoffführende Schichten von insgesamt 18,7 m netto Erdgas/Kondensatmächtigkeit in einer Tiefe von 3.200 bis 3.450 m. OMV, Eni und Pakistan Petroleum halten jeweils ein Drittel an der Latif-Explorationslizenz - die drei planen nun weitere Fördertests in Latif. 3D-Seismik und weitere Bohrungen sind zur Untersuchung des Gebiets vorgesehen. Der neue Erdgasfund kann ebenso wie die bestehenden Erdgasfelder Sawan und Miano die Märkte der beiden pakistanischen Erdgasversorger Sui Northern Pipelines Limited und Sui Southern Gas Company Limited bedienen. Diese strategische Hub-Position soll in Zukunft durch verstärkte Explorationstätigkeiten weiter ausgebaut werden. OMV mit Erdgasfund in Pakistan

Chemie-Industrie: Löhne steigen 2007 um 2,7 %

Nach harten Verhandlungen einigten sich die Arbeitgeber und Gewerkschaften der chemischen Industrie auf einen neuen Kollektivvertrag gültig ab 1. Mai 2007. Die Ist-Löhne der 42.000 Beschäftigten der chemischen Industrie werden um 2,7 % angehoben, die Mindestlöhne um 2,85 %. Chemie-Industrie: Löhne steigen 2007 um 2,7 % <% image name="Schutzhelm" %><p> <small> Die rahmenrechtlichen Forderungen der Gewerkschaften der Chemiearbeiter und der Privatangestellten wurden abgelehnt. </small> Die Arbeitgeber waren bereit, neben einer prozentuellen Erhöhung der Löhne das gute Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres mit einer großzügigen Einmalzahlung (bis zu 350 €) abzugelten. Das entspricht der Überzeugung, die Arbeitnehmer am Geschäftserfolg fair zu beteiligen, ohne die Zukunft selbst bereits zu belasten. Die Gewerkschaften lehnten dieses Konzept allerdings kategorisch ab. Die Verhandler der Industrie stimmten daher letztlich einem Abschluss deutlich unter der von den Gewerkschaften angepeilten 3 %-Marke zu. Die Gewerkschaften der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) und der Chemiearbeiter (GdC) werten das Ergebnis aber ebenso als "Erfolg".

Dank Ultramid: Die Schaltung auf Kunststoff

Der Autozulieferer <a href=http://www.kromberg-schubert.com>Kromberg & Schubert</a> entwickelt erste 3D-MID-Elektronikbauteile aus einem neuen laserstrukturierbaren Polyamid der BASF: Die Leiterbahnen sind dabei direkt in die Oberfläche dreidimensionaler Schaltungsträger integriert. Dank Ultramid: Die Schaltung auf Kunststoff <table> <td><% image name="BASF_Ultramid_Schaltung" %></td> <td align="right"> Um solche Mechatronik-Bauteile herzustellen (MID: Moulded Interconnected Devices), eignet sich das neue <a href=http://www.basf.de/ultramid>Ultramid T 4381 LDS</a>. Das Hochtemperatur-Polyamid ist mit 10 % Glasfasern und 25 % mineralischen Füllstoffen verstärkt und bietet ein erweitertes Prozessfenster für die Metallisierung ohne Einbußen bei den mechanischen Eigenschaften. Es wurde bezüglich Metallschichthaftung und Abscheideraten nochmals verbessert und ist speziell auf das noch junge Verfahren der Laserdirektstrukturierung (LPKF-LDS) hin optimiert. </td> </table> Herausragende Eigenschaften des neuen Ultramid T 4381 LDS in dieser Anwendung sind der hohe Schmelzpunkt von 295 &deg;C und die hohe Biegetemperatur unter Last von etwa 260 &deg;C bei 0,45 Megapascal. Unbelastet übersteht das Material Temperaturspitzen bis 285 &deg;C. Dieser Werkstoff ist also für das Auflöten elektronischer Bauteile geeignet; er gestattet auch das Arbeiten mit bleifreiem Lot und damit noch höheren Löttemperaturen. Der neue Kunststoff ist mit einem lasersensitiven, metallhaltigen Additiv ausgestattet. Beim Lasern wird das Leiterbild praktisch in die 3D-Oberfläche des Bauteils eingraviert. Danach lässt es sich sofort haftfest metallisieren. Solche mit dem Laser direkt strukturierten MIDs ermöglichen die Integration elektronischer Schaltungen unmittelbar auf Kunststoffoberflächen. Gegenüber anderen Verfahren zur Herstellung von Elektrobauteilen bieten sie eine Reihe von Vorteilen, zu denen die höhere Gestaltungsfreiheit, die Verkürzung von Prozessketten, die Reduzierung der Werkstoffvielfalt und die Flexibilität bei Änderungen des Schaltungslayouts gehören.

MetrioPharm plant cGMP-Produktion für Russland

Die Schweizer <a href=http://www.metriopharm.ch>MetrioPharm</a> erhielt den Auftrag, eine deutsche cGMP-Produktion von 400.000 Dosen Injektionslösungen mit dem Wirkstoff MP 1021 zu errichten. MetrioPharm plant cGMP-Produktion für Russland <% image name="Injektionsspritzen" %><p> Die MetrioPharm AG ist Inhaberin der US- und EU-Patente für die in Russland entwickelte Wirkstoffklasse MP 1000 und bereitet deren Zulassung in Europa und den USA vor. Auf Basis dieser Wirkstoffe sind in Russland bereits seit mehreren Jahren Medikamente zugelassen, die bei der Therapie von Infektionskrankheiten zunehmende Verbreitung finden. Sie werden dort in speziell lizenzierten Kliniken an mehr als 1.000 Patienten monatlich angewendet. Die russische Vertriebsfirma, die auch die Rechte für Russland und die GUS-Staaten hält, hat MetrioPharm nun beauftragt, eine cGMP-Produktion der in Russland benötigen Injektionslösungen in Deutschland zu planen und die komplette Belieferung aller Kliniken in Russland und den GUS-Staaten ab 2008 anzubieten. Die in Russland vorhandenen Produktionskapazitäten wären dagegen nicht ohne hohe Investitionen erweiterbar und produzieren im Moment nicht gemäß cGMP.

Potentia startet Phase I mit Leitsubstanz gegen AMD

<a href=http://www.potentiapharma.com>Potentia Pharma</a> aus Louisville, Kentucky ist mit POT-4, seinem führenden Arzneimittelkandidaten zur Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), in die klinische Phase der Entwicklung eingetreten. <% image name="Analyse" %><p> Bei POT-4 handelt es sich um ein synthetisches Peptid, das von John Lambris von der Uni Pennsylvania entdeckt wurde. Es bindet sich fest an die C3-Komponente des Komplementsystems und verhindert so deren Mitwirkung an der Komplementaktivierungskaskade. Da es sich bei C3 um eine zentrale, an allen wesentlichen Komplementaktivierungswegen beteiligte Komponente handelt, verhindert deren Hemmung effektiv die gesamte nachgeschaltete Komplementaktivierung, die sonst ungehemmt zu lokaler Entzündung, Gewebeschaden und Hochregulation von angiogenen Faktoren wie des VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) führen könnte. Im April 2005 veröffentlichte, richtungsweisende Studien zeigten eine genetische Verbindung zwischen dem Komplementsystem und AMD und erbrachten Belege dafür, dass eine Komplementaktivierung eine wesentliche ursächliche Rolle bei der Erkrankung spielt. Jetzt wird nun POT-4 als erster Komplementinhibitor an Patienten mit AMD geprüft. Bei der Komplementaktivierung handelt es sich um einen Entzündungsprozess, an dem mehrere Dutzend Plasmaproteine (Bluteiweiße) beteiligt sind und der letztlich zu durch MAK (Membran-Angriffs-Komplex) hervorgerufenen Defekten in der Zellmembran führt. Die Aktivierung des Komplementsystems stellt einen wichtigen Teil der Immunreaktion des Körpers gegen Erreger wie Bakterien und Viren dar. Obwohl dem System eine Abwehrfunktion zukommt, kann eine unangemessene oder überschießende Komplementaktivierung zu krankhaften Veränderungen führen. Eine Vielzahl von in den letzten 2 Jahren veröffentlichten Studien konnten eine starke Beziehung zwischen dem Komplementsystem und der AMD-Pathologie aufzeigen. <small> <b>AMD</b> ist in der westlichen Welt die Hauptursache für Erblindung bei älteren Menschen. Der aktuelle Behandlungsstandard basiert primär auf Angiogenesehemmern, ein Ansatz, der auf die 10-15 % der AMD-Patienten ausgerichtet ist, die Komplikationen aufgrund von Angiogenese im Auge entwickeln. Kein derzeit im Handel erhältliches Arzneimittel ist für die Behandlung der verbleibenden Patienten zugelassen. </small> Potentia startet Phase I mit Leitsubstanz gegen AMD

Lilly forciert Partnerschaft zur TB-Bekämpfung

<a href=http://www.lilly.com>Eli Lilly</a> will weitere 50 Mio $ in eine weltweite Partnerschaft zur Bekämpfung multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) investieren. Lillys Unterstützung für die 2003 beginnende Initiative beläuft sich damit bereits auf 120 Mio $. <% image name="Lilly_HQ" %><p> Die Zuwendung unterstützt eine mehrgleisige Strategie zur Steigerung des Angebots und der Verfügbarkeit wirksamer Medikamente zur Behandlung dieser komplexen und lebensbedrohlichen Krankheit. Sie unterstützt die Schulung von medizinischem Personal mit direktem Patientenkontakt und die Bemühungen, die weltweiten Ressourcen auf die Prävention, die Diagnose und die Behandlung von MDR-TB zu lenken. Die Lilly MDR-TB Partnerschaft ist ein internationales Bündnis von 14 öffentlichen und privaten Organisationen, darunter Firmen, humanitäre Organisationen, akademische Institutionen und Berufsverbände des Gesundheitswesens. <small><b>MDR-TB</b> ist höchst ansteckend, schwer zu behandeln und eine wachsende Bedrohung für die weltweite öffentliche Gesundheit. Sie trifft jedes Jahr rund 450.000 Menschen. Die größte Verbreitung findet man in China, Indien, Südafrika und in der früheren Sowjetunion. Die WHO schätzt, dass ein Durchschnittspatient mit MDR-TB in seinem Leben bis zu 20 andere Menschen infiziert. MDR-TB-Fälle wurden bisher in praktisch jedem Land angetroffen, das von der WHO begutachtet wurde. Wenn die Medikamente für die Behandlung von MDR-TB falsch angewendet oder schlecht verwaltet werden, kann sich die sogar noch ansteckendere extrem-resistente Tuberkulose (Extreme Drug Resistant TB) (XDR-TB) entwickeln. </small> Lilly forciert Partnerschaft zur TB-Bekämpfung

Die hybcell: Der erste zylindrische Biochip

Die Linzer <a href=http://www.anagnostics.com>Anagnostics</a> entwickelte in den vergangenen drei Jahren ein revolutionäres Microarray-System. Kern der Erfindung ist der Bruch eines Paradigmas der Microarray-Technologien, dem Paradigma eines flachen Array-Trägers. <table> <td><% image name="Anagnostics_Team" %></td> <td><% image name="Anagnostics_hyborg" %></td> </table> <small> Christoph Reschreiter (li) und Bernhard Ronacher, die beiden Geschäftsführer von Anagnostics, bieten mit der hybcell nicht nur einen Biochip, sondern auch eine Durchflusszelle. Sie wird vollständig automatisiert abgearbeitet – vom hyborg. </small> „Die Arbeit mit konventionellen Biochips ist mitunter frustrierend – ihre Ergebnisse sind oft von manuellen Prozessen und Umweltbedingungen beeinflusst. Hinzu kommen technologische Limits wie die Endpunktmessung als einzige Möglichkeit der Messung“, erinnert sich Bernhard Ronacher, Geschäftsführer von Anagnostics. „Daher wollten wir ein System entwickeln, das diese Limits überwindet, robust und darüber hinaus noch einfach zu bedienen ist.“ Als Resultat entstand die hybcell: Ein Biochip, der auf der Außenseite eines Zylinders aufgebracht ist und in einem weiteren, transparenten Zylinder eingeführt ist, der gleichzeitig als Probenbehälter dient. Beide Zylinder formen gemeinsam mit einer Haltevorrichtung die hybcell. Sie integriert die Funktionen eines Thermocyclers, einer Hybridisierungsstation und eines Scanners. Dass heißt, dass während des gesamten Ablaufs Zeiten, Temperaturen, Puffer und Scans vorprogrammiert und damit reproduzierbar sind. Im Unterschied zu herkömmlichen Microarrays bietet die hybcell die Möglichkeit von Verlaufsmessungen und eröffnet daher neue Möglichkeiten speziell in der Proteinanalytik. <b>Dokumentierte Messungen.</b> Bei den Vorbereitungen zur Messung wird zunächst die flüssige Probe durch einen zentralen Kanal von oben mit Hilfe einer Pipette in die hybcell eingebracht. Die Probe sinkt – ohne dabei eine Reaktion auszulösen – auf den Boden. Die hybcell wird sodann mit einem Deckel verschlossen und so dem hyborg übergeben. Dieser übernimmt ab dann automatisch alle Prozessschritte – Abfolgen, die jederzeit reproduzierbar sind. Der Ablauf selbst kann einfach programmiert werden. Im Gerät wird der innere Zylinder vollständig abgesetzt, wodurch die Probenflüssigkeit in den Ringspalt zwischen den beiden Zylindern verdrängt wird. Ab diesem definierten Zeitpunkt findet die Interaktionen zwischen Detektor- und Probenmolekülen statt. Das gestartete Ablaufprogramm steuert während der Analyse die Temperatur, die Zugabe von Flüssigkeiten, die Rotation der hybcell sowie die Scans. Die Rotation des inneren Zylinders sorgt für eine konstante Durchmischung der Probe, wobei Störeinflüsse wie Luftblasen oder Staub nach oben transportiert werden. Einflussparameter wie Temperatur, Zeiten und Pufferwechsel können dabei frei konfiguriert werden – auch deren Reihenfolge. Die programmierten Analyseschritte werden sodann computergesteuert abgearbeitet. Die hybcell und der hyborg sind so konzipiert, dass die gesamte Reaktionsfläche der hybcell jederzeit – auch mehrmals hintereinander – gescannt werden kann. Somit sind auch Verlaufsmessungen einfach zu realisieren. Wendet man darüber hinaus mehrere Messfarben (Fluoreszenzfarbstoffen) an, steigen die Möglichkeiten exponentiell. <b>Target Validation.</b> hybcell ist besonders für mehrstufige Untersuchungen von Protein-Protein-Interaktionen geeignet, wobei die einzelnen Stufen hinsichtlich Messfarbe und -zeitpunkt, Puffer und Temperatur variieren können. Damit können die Eigenschaften mehrerer hundert Kandidaten auf einer hybcell analysiert werden: Spezifität, Affinität, Kinetik, Konzentrationen, Mehrfachbindungen, Epitop-Mapping sowie Modifikationen wie Alkylationen oder Phosphorylation. Die Validation von Zielproteinen wird so effektiv und günstig durchgeführt. Der hyborg testet synchron mehr als 1.000 Merkmale. Die einfache Bedienung erlaubt die Routineanwendung in der Forschung, der Medizin und der Lebensmittelindustrie. Typische Anwendungen sind die Target Validation, die Infektionsdiagnostik, der Test von Autoimmunerkrankungen sowie der Nachweis gentechnisch modifizierter Organismen oder Antibiotika in Lebensmitteln. Die hybcell: Der erste zylindrische Biochip

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