Archive - Jan 22, 2018

Milliardendeal in der Pharmabranche

Sanofi will den Hämophilie-Spezialisten Bioverativ schlucken. Die Kosten: rund 9,5 Millarden Euro.

 

Um rund 11,6 Milliarden US-Dollar (9,5 Milliarden Euro) übernehmen will der französische Pharmakonzern Sanofi den US-amerikanischen Biopharmazeutikaproduzenten Bioverativ. Dieser hat sich auf Mittel zur Behandlung von Hämophilie (Bluterkrankheit) und anderen Blut-Erkrankungen spezialisiert. Im Jahr 2016 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 847 Millionen US-Dollar (692 Millionen Euro) sowie 41 Millionen US-Dollar (33,5 Millionen Euro) an Lizenzgebühren. Das Volumen des Marktes für Medikamente gegen Hämophilie wird auf rund zehn Milliarden US-Dollar (8,2 Milliarden Euro) pro Jahr geschätzt. Gerechnet wird mit einem jährlichen Wachstum rund sieben Prozent bis 2022. Zurzeit leiden weltweit etwa 181.000 Personen an Hämophilie.

 

In einer Aussendung hieß es, die Vorstände beider Unternehmen hätten die Übernahme „einstimmig“ gebilligt. Sanofi-Generaldirektor Olivier Brandicourt verlautete, mit der Übernahme könnten sich beide Firmen „optimal positionieren, um Werte für unsere Aktionäre zu schaffen und bahnbrechende Arzneien für die Patienten bereitzustellen“. Der CEO von Bioverativ, John Cox, ergänzte, Sanofi verfüge über die Fähigkeit und die Infrastruktur, um die Arzneien seines Unternehmens weltweit zu vermarkten: „Diese Transaktion bringt ungeheuren Wert für die Aktionäre, die bei uns investiert haben und uns unterstützen.“

 

Zurzeit verkauft Bioverativ in den USA, Japan, Kanada und Australien zwei Medikamente gegen Hämophilie, nämlich Eloctate und Alprolix. Die Expansion in zusätzliche Märkte ist geplant. Überdies hat das Unternehmen weitere Präparate in der Pipeline.

 

 

UNIDO vergibt Global Chemical Leasing Award

UNIDO vergibt Global Chemical Leasing Award

Ein vor anderthalb Jahrzehnten in Österreich entwickeltes Geschäftsmodell wird mittlerweile weltweit angewandt.
 

Bereits zum vierten Mal vergibt die UNIDO heuer den Global Chemical Leasing Award und wird dabei wieder von Österreich, aber auch von Deutschland und der Schweiz, unterstützt. Einreichungen sind bis zum 15. August möglich. Verliehen wird der Preis in den drei Kategorien „Case studies“ für Unternehmen, die Kategorie „Special innovation“ sowie „Forschungsvorhaben“ am 6. November in Wien bei einer chemiepolitischen Konferenz im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft.

 

Chemikalienleasing bedeutet, dass nicht eine bestimmte Chemikalie ver- bzw. gekauft wird, sondern die damit erbrachte Dienstleistung, also etwa das Reinigen von Flächen in einem Gebäude. Der Anbieter hat damit einen Anreiz, seine Leistung mit möglichst geringem Ressourceneinsatz zu erbringen. Studien zufolge lässt sich der Verbrauch von Chemikalien auf diese Weise um rund ein Drittel vermindern. Konzipiert wurde dieses Geschäftsmodell vor rund anderthalb Jahrzehnten im Umweltministerium in Wien, dem heutigen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT).

 

Mittlerweile wird es weltweit angewandt, nicht zuletzt auch in Ländern, in denen der umwelt- und gesundheitsschonende Umgang mit Chemikalien keine Selbstverständlichkeit ist. Unter anderem auch im Zusammenhang mit den Bestrebungen der Europäischen, eine „Kreislaufwirtschaft“ („Circular Economy“) aufzubauen, werden zusätzliche Impulse für das Chemikalienleasing erwartet. Den Global Chemical Leasing Award entwickelten die UNIDO und das österreichische Umweltministerium gemeinsam. Erstmals vergeben wurde er im März 2010 bei der ChemCon-Europe-Konferenz in Prag.

 

Weitere Informationen zum Global Chemical Leasing Award gibt es unter:

http://chemicalleasing.org/global-award/global-chemical-leasing-award-2018