Archive - Okt 7, 2020

Datum
  • Alles
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26
  • 27
  • 28
  • 29
  • 30
  • 31

Chemienobelpreis für CRISPR/Cas9

Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, die Erfinderinnen der Genome-Editing-Methode CRISPR/Cas9, erhalten den Chemienobelpreis 2020.

Die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises für Chemie an Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna ist keine große Überraschung: Schon seit Jahren galten die beiden Erfinderinnen der Genome-Editing-Methode CRISPR/Cas9 zu den hoch gehandelten Favoriten. Die Methodik hat seit ihrer erstmaligen Publikation im Jahr 2012 in allen Zweigen der Biowissenschaften als Werkzeug zur gezielten Modifikation von Genen Verbreitung gefunden und ist die Basis für Anwendungen in der Pflanzenzüchtung und in der Krebstherapie

Charpentier, die 1968 in Frankreich geboren wurde, arbeitete von 2002 bis 2009 am Vienna Biocenter in Wien, wo sie sich mit dem bakteriellen Abwehrsystem gegen Viren beschäftigte. Die Publikation der Entdeckung des RNA-Typus tracrRNA, der dabei eine entscheidende Rolle spielt, erfolgte 2011, als sie schon an die Universität Umeå in Schweden weitergezogen war. Die Forscherin ging daraufhin eine Kooperation mit der als RNA-Spezialistin bekannten Biochemikerin Jennifer Doudna von der University of California in Berkeley ein. Gemeinsam gelang es, die bakterielle „Genschere“ in-vitro nachzubauen. In einem Epoche-machenden Experiment konnten die beiden Forscherinnen überdies zeigen, dass der Mechanismus umprogrammiert werden kann, um nicht nur virale, sondern beliebige DNA-Sequenzen an einer ausgewählten Stelle zu schneiden. Gemeinsam mit auf den Doppelstrangbruch folgenden DNA-Reparaturmechanismen kann die Methode zur gezielten Inaktivierung von Genen oder zum gezielten Einfügen von Mutationen verwendet werden. Seit 2018 ist Charpentier Leiterin der „Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene“ in Berlin.