Archive - Feb 27, 2018

BASF: Jahresgewinn steigt um 50 Prozent

Kurt Bock hat seine letzte Bilanz als Vorstandschef des deutschen Chemiemultis präsentiert. Neben dem Gewinn wuchsen auf der Umsatz, das EBITDA und das EBIT „deutlich“, meldet er.

 

Seine letzte Jahresbilanz als BASF-Vorstandschef präsentierte am 27. Februar Kurt Bock, der den deutschen Chemiemulti seit 2011 leitet. Wie berichtet, soll er nach einer „Cooling-off“-Phase 2020 Aufsichtsratsvorsitzender werden und wird das Unternehmen deshalb mit Ablauf der Hauptversammlung am 4. Mai verlassen. Als Nachfolger ist sein derzeitiger Stellvertreter Martin Brudermüller designiert. Das Jahresergebnis 2017 beurteilte Bock positiv: „Wir sind im vergangenen Jahr deutlich gewachsen und konnten unsere Ertragskraft weiter ausbauen. Außerdem haben wir wichtige Weichen für die personelle und strategische Weiterentwicklung unseres Unternehmens gestellt.“

 

Im Detail heißt das: Der Umsatz wuchs verglichen mit 2016 um rund 12 Prozent auf 64,47 Milliarden Euro. Das EBITDA legte um 20,9 Prozent auf 12,72 Milliarden Euro zu, das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) um 35,8 Prozent auf 8,52 Milliarden. Den Jahresgewinn beziffert BASF mit 6,07 Milliarden Euro, was gegenüber 2016 einem Plus von 49,9 Prozent entspricht. Bock zufolge „verkaufte die BASF in allen Unternehmensbereichen höhere Mengen und steigerte ihre Profitabilität erheblich. Hierzu haben auch höhere Preise beigetragen, vor allem im Segment Chemicals“. Einen Beitrag zum Umsatzwachstum leistete ferner der Kauf des Metallbehandlungsgeschäfts von Chemetall, das BASF vom US-amerikanischen Chemiekonzern Albemarle übernahm. Dies betraf den Unternehmensbereich Coatings, dessen Umsatzsteigerung um 720 Millionen auf 3,97 Milliarden Euro „im Wesentlichen“ auf diese Akquisition zurückzuführen ist, heißt es im Geschäftsbericht.

 

Als „besonders erfreulich“ bezeichnete Bock das „starke Wachstum in Asien. Das Ergebnis konnten wir dank höherer Margen und gestiegener Mengen auf 2,21 Milliarden Euro verdoppeln. Damit wurde Asien zur renditestärksten Region der BASF“. Allerdings ist Europa nach wie vor der weitaus wichtigste Markt des Konzerns. Der dort erzielte Umsatz belief sich auf 30,77 Milliarden Euro (plus 13 Prozent), verglichen mit 13,66 Milliarden in der Region Asien-Pazifik (plus 19 Prozent). Was das EBIT betrifft, fiel dieses in Europa mit 4,74 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch aus wie im asiatisch-pazifischen Raum mit 2,21 Milliarden Euro. Und gering war das EBIT-Wachstum in Europa mit rund 31 Prozent auch in Europa nicht. Deutlich schwächer als in Asien und Europa fielen die Umsatz- und EBIT-Steigerung in Nordamerika inklusive USA aus. Der Umsatz wuchs dort um 9 Prozent auf 15,94 Milliarden Euro, das EBIT um 11 Prozent auf 1,24 Milliarden. In der Region Südamerika, Afrika und Naher Osten schließlich sank der Umsatz der BASF um 1 Prozent auf 4,10 Milliarden Euro. Das EBIT verringerte sich um 22 Prozent auf 335 Millionen Euro.

 

Was das angelaufene Geschäftsjahr 2018 betrifft, rechnet Bock mit leichten Steigerungen des Umsatzes sowie des EBITs vor Sondereinflüssen. Erreicht werden soll dies vor allem durch „das Absatzwachstum“. Im Lauf des ersten Halbjahres will BASF Teile des Agrargeschäfts von Bayer übernehmen. Diese muss Bayer im Zuge der geplanten Fusion mit Monsanto abstoßen. Vorgesehen ist weiters, im Öl- und Erdgasgeschäft mit LetterOne ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Bezeichnung Wintershall DEA zu gründen. Diese soll laut BASF „eines der größten unabhängigen Explorations- und Produktionsunternehmen in Europa werden. Mittelfristig ist vorgesehen, das Gemeinschaftsunternehmen an die Börse zu bringen“. LetterOne ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, an der unter anderem der ukrainische Finanzmagnat Michail Fridman und der russländische Geschäftsmann Petr Aven beteiligt sind. „Non-Executive Chairman“ des Management Board ist der ehemalige britische Handelsminister Lord Davies of Abersoch. Als CEO fungiert David Gould, der zuvor unter anderem für die Alfa Group tätig war, an der Fridman und Aven nicht unwesentlich beteiligt sind.

 

Bleibt zu vermerken, dass Bock auch die Aktionäre von den Resultaten des Geschäftsjahres 2017 profitieren lassen will: Der Vorstand wird der Hauptversammlung empfehlen, die Dividende von 3,00 Euro je Aktie für 2016 auf 3,10 Euro je Aktie zu erhöhen.

 

AMAG meldet „Rekordergebnis“

Das EBITDA des Ranshofener Aluminiumkonzerns im Jahr 2017 war das höchste der Unternehmensgeschichte. Umsatz, EBIT und Ergebnis nach Ertragssteuern wuchsen im Vergleich zu 2016 sämtlich zweistellig.

 

Ein „Rekordergebnis“ verkündeten die AMAG-Vorstände Helmut Kaufmann (Technik) und Gerald Mayer (Finanzen): Der Umsatz des Aluminiumkonzerns lag 2017 bei 1,03 Milliarden Euro, um 14 Prozent mehr als 2016. Das EBITDA lag mit 164,5 Millionen Euro um 15 Prozent über dem von 2016 und erreichte damit einen „Rekordwert“, berichtete Kaufmann in Vertretung des erkrankten Vorstandsvorsitzenden Helmut Wieser. Laut Geschäftsbericht handelt es sich um das bisher höchste operative Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Um 19 Prozent auf 86,8 Millionen Euro gewachsen ist das Betriebsergebnis (EBIT). Das Ergebnis nach Ertragssteuern schließlich war mit 63,2 Millionen Euro um 36,4 Prozent höher als 2016. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Kaufmann die „höhere Absatzmenge im Zuge des organischen Wachstumskurses“ sowie den „höhere Aluminiumpreis, der im Jahresdurchschnitt mit 1.980 US-Dollar pro Tonne um rund 23 Prozent über dem Vorjahresmittel lag“. Dass der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit 101,8 Millionen Euro um 11,3 Prozent unter dem Wert von 2016 (114,9) lag, erklärte Finanzvorstand Mayer „vor allem“ mit den höheren Alu-Einkaufspreisen sowie dem gestiegenen Steueraufkommen. An Ertragssteuern alleine bezahlte die AMAG 2017 mit 18,5 Millionen Euro allerdings nur um 1,8 Millionen Euro mehr als 2016.

 

Für heuer erwartet der AMAG-Vorstand, weiterhin „vom eingeschlagenen Wachstumskurs profitieren zu können“. Eine detaillierte Prognose wollte Mayer nicht stellen: „Dazu ist es noch zu früh im Jahr.“ Allerdings sei im wichtigsten Geschäftsbereich, den Walzprodukten, sowie bei Primäraluminium ein Wachstum von rund vier Prozent zu erwarten. Im Segment Metall hänge die Geschäftsentwicklung von den Preisen für Aluminium und Rohstoffe sowie von den Währungsschwankungen ab. Für den Bereich Gießen geht das AMAG-Management von einer „soliden Ergebnisentwicklung“ aus. Offen ist laut Mayer, wie sich die geplanten US-amerikanischen Zoll- bzw. Importbeschränkungsvorgaben auswirken. Eine reine Zollerhöhung, die alle Alu-Produzenten gleichermaßen trifft, wäre ihm zufolge „nicht so schlimm“. Unangenehmer würden sich Einfuhrkontingente bemerkbar machen: „Denn dann könnten wir weniger in die USA exportieren.“ Allerdings besteht die Möglichkeit, dass sich die USA mit solchen Maßnahmen auch selber schaden: Sie sind auf den Import speziell hochwertiger Alu-Erzeugnisse wie die der AMAG angewiesen.

 

Längerfristig sind die Aussichten laut Kaufmann nicht schlecht. So wird für die kommenden 20 Jahre ein Mehrbedarf an rund 41.000 neuen (Passagier-)Flugzeugen erwartet. Ferner sollte bis 2027 die Nachfrage der Automobilindustrie nach Aluminiumblechen um elf Prozent pro Jahr steigen und letztlich einen Wert von 3,8 Millionen Tonnen erreichen. Für beide Industriezweige ist die AMAG ein nicht zu unterschätzender Zulieferer. Zu den Kunden gehören im Luftfahrtsegment Airbus, Boeing, Cessna und Embraer ebenso wie Lockheed Martin, BAE Systems und Dassault, aber auch derHubschrauberproduzent Agusta Westland. Unter den Autoproduzenten stehen Audi, BMW, Daimler-Mercedes, Chrysler, General Motors und Renault-Nissan auf der Abnehmerliste. Für den Alfa Romeo Stelvio liefert die AMAG Kotflügel- und Türkomponenten. Kaufmann zufolge ist das „ein Herzeigeprodukt“.