Archive - Jul 18, 2016

BOKU trauert um Vizerektor Georg Haberhauer

Georg Haberhauer, Vizerektor für Personal und Organisationsentwicklung der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), ist im Alter von 46 Jahren einer kurzen, aber schweren Erkrankung unterlegen. Die BOKU trauert um den Menschen, Wissenschaftler und Universitätsmanager.

 

Haberhauer wurde 1969 in Klagenfurt geboren und studierte Technische Chemie an der TU Wien. Er dissertierte bei Christian Noe in pharmazeutischer Chemie und wechselte danach in das Fachgebiet Bodenchemie am damaligen Forschungszentrum Seibersdorf, das er methodisch stark weiterentwickeln konnte. Nach einem kurzen Abstecher zu Baxter wurde er 2009 Leiter des Departments „Umwelt und Gesundheit“ in Seibersdorf und brachte dieses als Department „Health & Environment“ in das umfirmierte Austrian Institute of Technology (AIT) ein. 2010 wurde er als Vizerektor für Personal und Organisationsentwicklung an die BOKU berufen.

 

Wissenschaftler und Universitätsmanager

Als Wissenschaftler hat er – in häufiger Zusammenarbeit mit dem heutigen BOKU-Rektor Martin  Gerzabek – den Einsatz der Isotopenanalytik und quantenchemischer Modellrechnungen in der Bodenchemie vorangetrieben. Er veröffentlichte 86 Arbeiten in Journalen mit Peer-Review und war auch noch neben seiner Tätigkeit als Vizerektor als Mitarbeiter und Berater in einer Reihe von wissenschaftlichen Projekten aktiv.

Als Universitätsmanager war er ab 2010 für die Personalmanagement-Agenden der BOKU verantwortlich und gestaltete Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen aktiv mit. Auch förderte er neue Karrieremodelle für Jungwissenschaftler. Ebenso war er für das Beteiligungsmanagement der BOKU zuständig und wirkte wesentlich an der Umsetzung des neuen Wasserbaulabors mit.

BOKU, AIT und TU Wien (an der Haberhauer noch im Mai eine Professur angetreten hatte) drückten ihre tiefe Betroffenheit über den großen Verlust und ihr Mitgefühl für Haberhauers Familie aus.

 

 

 

Regulierung kostet Chemieindustrie zehn Milliarden Euro

Die regulatorischen Kosten für Europas Chemieindustrie belaufen sich auf rund 9,5 Milliarden Euro pro Jahr, was rund zwei Prozent ihres Umsatzes, zwölf Prozent ihrer Wertschöpfung und rund 30 Prozent ihrer Gewinne entspricht. Zu dieser Einschätzung kommt das britische Politikberatungsunternehmen Technopolis Group in einem aktuellen Bericht (Cumulative Cost Assessment, CCA) für die EU-Kommission. Technopolis holte dazu detaillierte Daten von 31 Unternehmen ein, validierte diese mittels einer Online-Umfrage unter weiteren 90 Firmen und rechnete die so erzielten Resultate anschließend auf die gesamte Branche hoch. Zu diesem Zweck wurde der Gesamtumsatz des jeweiligen Subsektors der Chemieindustrie mit den gewichteten regulatorischen Kosten pro Umsatzeinheit, die bei den typischen Unternehmen des jeweiligen Subsektors anfallen, multipliziert. Wie Technopolis einräumt, ist dieses Verfahren weniger exakt als statistische Methoden, lässt sich aber leichter durchführen und liefert eine zumindest einigermaßen tragfähige Grobeinschätzung.

 

Laut dem Bericht entfallen rund 33 Prozent der regulatorischen Kosten auf Vorschriften bezüglich Emissionen und industrieller Prozesse, weitere 29 Prozent auf spezielle Regelungen für die Chemieindustrie sowie 24 Prozent auf Arbeitssicherheit. Energiepolitische Vorgaben fallen dagegen mit neun Prozent deutlich weniger ins Gewicht, ebenso Normen im Verkehrsbereich (drei Prozent) sowie produktspezifische Bestimmungen (ein Prozent). Für die kommenden Jahre rechnet die Technopolis Group zumindest mit einer gewissen Entlastung. Diese sollte sich daraus ergeben, dass Mitte 2018 die Umsetzung des Chemikalienmanagementsystems REACH ihren Abschluss erreicht.

 

Seitens des Branchenverbandes CEFIC verlautete, die regulatorischen Kosten hätten sich im Zeitraum 2004 bis 2014 nahezu verdoppelt. CEFIC-Generaldirektor Marco Mensink sprach von einem „klaren Bild: Europa muss sich auf seine Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren. Die regulatorischen Kosten sind dabei ein wichtiger Faktor“. Von einer Entlastung in den kommenden Jahren kann ihm zufolge keine Rede sein. Im Gegenteil dürfte sich die Lage der Branche durch die neuen klimapolitischen Ziele sowie die verstärkten Anstrengungen der EU-Kommission im Bereich Energieeffizienz weiter verschärfen.

 

Die Studie ist unter http://ec.europa.eu/DocsRoom/documents/17784/attachments/1/translations/ verfügbar.

 

 

Themis Bioscience entwickelt Zika-Impfstoff

Das Wiener Impfstoff-Unternehmen <a href=http://www.themisbio.com target=“_blank“>Themis Bioscience</a> hat eine bestehende Lizenzvereinbarung mit dem Institut Pasteur in Paris erweitert. Der Zugang zu einer Vektor-Technologie auf der Basis eines Masernimpfstoffs soll nun auch für die Entwicklung eines Vakzins gegen das Zika-Virus verwendet werden.

 

Die Kooperationspartner nutzten die Vektor-Plattform bereits zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Chikungunya-Fieber, dessen Sicherheit und Verträglichkeit  erfolgreich in einer klinischen Phase-I-Studie gezeigt werden konnte. Während der Chikungunya-Impfstoff noch heuer in Phase II eintreten soll, wird die Technologie nun auch für die Entwicklung eines Zika-Vakzins genutzt. Die durch Stechmücken übertragene Erkrankung hatte zuletzt durch ihre rasche Verbreitung in Südamerika Besorgnis hervorgerufen. Nach Aussage von Themis-CEO Erich Tauber ist geplant, bereits in den kommenden zwölf Monaten mit klinischen Studien zum Zika-Impfstoff zu beginnen.