Archive - Jul 2014

Datum

July 10th

Endress + Hauser europäische Spitze bei technologischer Früherkennung

<a href=http://www.endress.com/de target=“_blank“>Endress + Hauser</a> wurde vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie in Aachen unter die fünf besten europäischen Unternehmen auf dem Gebiet der Technologie-Früherkennung gewählt. Gemeinsam mit Technologie-Experten von Unternehmen wie Opel, Audi, BASF oder Roche wurden mehr als 200 Kandidaten bewertet.

 

Grundlage der Einstufung war eine detaillierte schriftliche Befragung der Führungskräfte der teilnehmenden Unternehmen. Im Vordergrund standen dabei der Prozess der Technologiefrüherkennung, die dabei angewandten Methoden und Tools, die Anbindung an die jeweilige Unternehmensstrategie sowie die Bewertung von Technologien in frühen Phasen. Ulrich Kaiser, Leiter Technologie, sowie Marc Baret, Technologie-Manager im unternehmenseigenen Kompetenzzentrum für Füllstand- und Druckmesstechnik in Maulburg , stellten sich von Seiten des Prozessmesstechnik-Unternehmens Endress + Hauser dem Auswahlverfahren.

 

Die Top 5 der Früherkennung

Nach einer Vorselektion wurden die aussichtsreichsten Kandidaten ausführlich interviewt. Die Ergebnisse wurden der Jury in anonymisierter Form zur Beurteilung vorgelegt. Auf dieser Grundlage wählte das Experten-Konsortium fünf Unternehmen aus, die Konzepte zur Technologiefrüherkennung besonders erfolgreich umsetzen.

Neben Endress + Hauser wurden die Osram GmbH, die Wittenstein AG sowie 3M aus Deutschland  sowie das italienische Unternehmen Enel unter die Top 5 gewählt. „Wir können nicht jede Technologie selbst erforschen. Aber wir können viel gewinnen, wenn wir aufmerksam und systematisch verfolgen, was weltweit in den Forschungslabors der Wissenschaft und der Industrie passiert“, kommentiert Ulrich Kaiser die Bedeutung der technologischen Früherkennung für Endress + Hauser.

 

 

 

Zehn neue K1-Zentren

Eine international besetzte Jury hat die Förderung von zehn K1-Zentren im Rahmen der dritten Ausschreibung des <a href=https://www.ffg.at/comet-competence-centers-excellent-technologies target=“_blank“>Comet-Programms</a>  empfohlen. Wissenschafts- und Innovationsministerium stellen 61,4 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.

 

Zusätzliches Geld kommt aus der Co-Finanzierung durch Bundesländer: Die Steiermark beteiligt sich an sieben, Oberösterreich an vier, Niederösterreich an drei, Wien, Tirol und Kärnten an je zwei, und das Burgenland an einem der geförderten zehn K1-Zentren. Insgesamt beläuft sich das Fördervolumen der öffentlichen Hand auf 92 Millionen Euro.

Mit dieser Entscheidung bestehen in Österreich nunmehr fünf K2-Zentren, 15 K1-Zentren und 29 K-Projekte. Schwerpunkte der Zentren, die nun den Zuschlag erhielten, liegen in den Bereichen Produktionstechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologien, Energie und Umwelt sowie Life Sciences und Humanmedizin. Darunter befinden sich auch einige alte Bekannte: Bioenergy 2020+ (das sich an Standorten in der Steiermark, Niederösterreich und dem Burgenland allen Arten der energetischen Biomassenutzung widmet), CEST (ein Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie mit Sitz in Wiener Neustadt), RCPE (das Research Center Pharmaceutical Engineering in Graz) und WOOD (das oberösterreichische Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe tritt nun unter dem Namen „Next Generation Materials and Processes - From     Fundamentals to Implementations“ auf) haben neu eingereicht und können ihre Arbeit fortsetzen.

Unter den sich neu formierenden K1-Zentren ist das steirische „Center for Biomarker Research in Medicine“, das unter der Leitung von Thomas Pieber minimalinvasive Biomarker für eine verbesserte Diagnose und personalisierte Therapie von Erkrankungen entwickeln will.

 

Das Konzept „K1-Zentrum“

An K1-Zentren müssen mindestens ein wissenschaftlicher Partner und mindestens fünf Unternehmenspartner beteiligt sein. Die Laufzeit beträgt acht Jahre, im vierten Jahr muss man sich einer Stop-or-Go Evaluierung stellen. Die Förderung seitens des Bundes und der Länder für jedes K1-Zentrum beträgt maximal 2,55 Millionen Euro pro Jahr und ist auf maximal 55 Prozent des Gesamtvolumens beschränkt. Unternehmenspartner bewerkstelligen mindestens die Hälfte der Kosten, der Rest wird von den wissenschaftlichen Partnern selbst finanziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Belastung in Grenzen“

Differenziert beurteilt der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) das Energieeffizienzgesetz, das gestern von Nationalrat beschlossen wurde. Laut Obmann Peter Untersperger kommen zwar „neue Verpflichtungen und damit verbundener bürokratischer Aufwand sowie Kosten“ auf die Branche zu. Jedoch sei es gelungen, gegenüber dem Entwurf „einige wichtige Verbesserungen“ zu erreichen und „die Belastungen somit in Grenzen zu halten.“ So sind Unternehmen, die Abwärme an andere Unternehmen und Betriebe liefern, nicht verpflichtet, die Abgabemenge gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu senken. „Eine derartige Bestimmung hätte zur Folge gehabt, dass sinnvolle Effizienzmaßnahmen, wie sie beispielsweise in Chemieparks üblich sind, bestraft werden. Mit der Herausnahme ist sowohl den Betrieben als auch der Umwelt gedient“, konstatiert Untersperger.

Positiv beurteilt der FCIO-Obmann auch, dass Maßnahmen im Rahmen des „Responsible-Care“-Systems der chemischen Industrie als Effizienzmaßnahmen im Sinne des Gesetzes anerkannt werden. „Responsible Care“ ist eine freiwillige Initiative der Branche zur Einhaltung strenger Umwelt-, Gesundheits- sowie Sicherheitsstandards.

Wie Untersperger betont, ist für die chemische Industrie „allein aus Kostengründen schon bisher ein effizienter Umgang mit Energie eine Selbstverständlichkeit.“ Überdies verbessere die Branche mit ihren Produkten die Effizienz des Energieeinsatzes ihrer Kunden. Beispiele seien etwa Dämmstoffe, Kunststoffe für Verpackungen und für den Fahrzeugbau, Niedrigtemperaturwaschmittel sowie Anti-Fouling-Farben. Letztere reduzieren unter anderem den Unterwasserbewuchs von Schiffen und Booten und senken damit deren Kraftstoffbedarf. Laut Untersperger zeigt all dies, „dass die Wirtschaft von sich aus auf Energieeffizienz setzt und dazu keine starren bürokratischen Vorgaben benötigt.“

 

Verwenden, nicht verschwenden
Positive und negative Seiten hat das Energieeffizienzgesetz auch nach Ansicht des Papierindustrieverbandes Austropapier. Laut dessen neuer Geschäftsführerin, Gabriele Herzog, werden die Kosten für die Umsetzung nicht zuletzt von der energieintensiven Industrie zu tragen sein. Dies gelte gerade auch für die neuen Förderungen für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Wärme in öffentliche Fernwärmenetze einspeisen.

Positiv sieht Herzog ebenso wie Untersperger dagegen den Entfall der Verpflichtung, den Abwärmeverkauf an andere Unternehmen jährlich senken zu müssen: „Unsere Haupttätigkeit ist, Papier und Zellstoff zu erzeugen. Es wäre dabei Verschwendung, Energieüberschüsse, die bei den Prozessen in der Industrie anfallen, nicht an andere weiterzugeben.“

 

 

July 8th

Nichtlineare Materialien verdoppeln die Frequenz von Laserlicht

Physiker der <a href=http://www.wsi.tum.de/Research/AmanngroupE26/tabid/97/Default.aspx>TU München</a> haben einen nichtlinearen optischen Baustein aus einer Anordnung von Nanoschichten aufgebaut, der die Frequenz von Laserlicht sehr effizient verdoppeln kann.

 

Laser sind für eine unüberschaubare Vielzahl von Anwendungen in Gebrauch. Doch nach wie vor gibt es  nicht für jede Wellenlänge ein praktikables System zur Erzeugung von Laserlicht. Besonders für Medizintechnik und Sensorik werden kompakte Laser für Frequenzen bis hinunter in den Terahertz-Bereich benötigt.

Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und der University of Texas (Austin, USA) haben nun einen optischen Baustein entwickelt, der aus einer 400 Nanometer dicken Anordnung verschiedener Schichten besteht und verschiedenste Frequenzen verdoppeln kann. Das Bauteil ist dabei eine Million mal effizienter als traditionelle Materialien mit nichtlinearen optischen Eigenschaften. Als Eingangslichtintensität reicht dabei schon die eines gewöhnlichen Laserpointers.

 

Ausgeklügelter Schichtaufbau

Das Material, das die Physiker um Markus-Christian Amann von der TU München entwickelt haben, besteht aus einer Abfolge dünner Schichten aus Indium, Gallium und Arsen einerseits und Aluminium, Indium und Arsen andererseits. Knapp 100 dieser Schichten, jede zwischen einem und zwölf Nanometer dick, werden dabei zu dem nichtlinearer Optik-Element übereinandergestapelt.  
Auf der Oberfläche befindet sich ein Muster aus asymmetrischen, kreuzartigen Strukturen aus Gold, auf der Unterseite eine durchgängige Goldschicht. Mit der Schichtdicke und der Oberflächenstruktur besitzen die Forscher zwei Stellschrauben, mit denen sie die Struktur auf die jeweilige Wellenlänge präzise maßschneidern können.

 

 

 

 

Wirtschaftsbericht: Licht und Schatten

Durchwachsen fällt der Wirtschaftsbericht 2014 aus, den Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Finanzminister Michael Spindelegger und Infrastrukturministerin Doris Bures gestern präsentierte.

Immerhin sinken die Lohnnebenkosten um 200 Millionen Euro pro Jahr. Auch investiert die Bundesregierung bis 2016 bis zu 370 Millionen Euro in die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Grundsätzlich Sinn hat auch die „Standortstrategie für (internationale) Leitbetriebe in Österreich“, die im Herbst vorliegen soll. Positiv zu vermerken ist weiters das Zurückstutzen der Bürokratie, wenn etwa die Zahl der den Unternehmen vorgeschriebenen Beauftragten um vier reduziert wird, darunter den „Hebeanlagenwärter“ sowie den „Anlagenverantwortlichen für den Betrieb elektrischer Anlagen“. Freilich: Größere Unternehmen kommen derzeit auf um die 15 Beauftragte. Und die angepeilte finanzielle Entlastung hält sich mit insgesamt 24 Millionen Euro ebenfalls in Grenzen. Die für 2015 geplante Einführung des zentralen Gewerberegisters ist ein weiterer Pluspunkt im Wirtschaftsbericht. Und nicht zuletzt schlägt auf der Positiv-Seite die Etablierung des Wissenstransferzentrums für Life Sciences zu Buche, in dem – vorerst bis 2016 – 17 Universitäten und Forschungsinstitute zusammenarbeiten.

 

Zurückgefallen

Unerfreulich ist dagegen, dass die Forschungs- und Entwicklungsquote von 2,9 Prozent des BIP im Jahr 2013 auf 2,88 Prozent sinkt – wenngleich die Forschungsausgaben um 2,7 Prozent auf 9,32 Milliarden Euro steigen. Im Wirtschaftsbericht wird das wie folgt kommentiert: „Trotz beachtlicher Reform- und Investitionsanstrengungen verharrt Österreich gegenwärtig mit seiner Innovationskraft weiter im oberen Mittelfeld der EU-Länder des Innovation Union Scoreboard. Da auch unmittelbare Mitbewerber ihre Anstrengungen erhöht haben, konnte keine Rangverbes­serung erzielt werden.“ Konkret fiel Österreich im Innovation Union Scoreboard von Platz 6 im Jahr 2009 auf Platz 10 zurück, worauf die Wirtschaftssprecherin der Grünen im Nationalrat, Ruperta Lichtenecker, verweist. Und: Von der für 2020 angepeilten Forschungs- und Entwicklungsquote von 3,76 Prozent hat sich Österreich mit dem aktuellen Wert weiter entfernt. Wo die zum Erreichen der Quote fehlenden rund 2,2 Milliarden Euro herkommen sollen, steht im Wirtschaftsbericht nicht.

Keine wirkliche Lösung findet sich im Wirtschaftsbericht auch für die Kreditklemme, die unter anderem durch die verschärften Eigenkapitalvorgaben für die Banken (Stichwort Basel III) mitverursacht wurde. Immerhin will die Regierung den unter anderem den Zugang zu den AWS-Garantien vereinfachen und die Eigenkapitalinitiativen des AWS ausbauen. Ob das hilft, bleibt freilich abzuwarten.

Nicht erwähnt werden schließlich die Debatten um die sechste Urlaubswoche. Deren Einführung würde laut Schätzung der Industriellenvereinigung rund 800 Millionen Euro kosten und die Lohnnebenkostenreduktion von 200 Millionen Euro mehr als egalisieren.

 

Offene Fragen

Nicht zuletzt befasst sich der Wirtschaftsbericht auch mit etlichen offenen Fragen, so etwa dem Handelsabkommen TTIP, das die EU mit den USA schließen will. Unter anderem heißt es dazu: „Aus Sicht der Bundesregierung ist dabei die explizite Verankerung des »right to reglate« aufzunehmen, wodurch es jedem Vertragspartner ermöglicht wird, das Schutz-niveau nach eigenem Ermessen festzulegen und somit dem legitimen Ausbau unserer hohen Sozial-, Umwelt-, Verbraucherschutz-, Lebensmittel- und Gesundheitsstandards ein derartiges Abkommen nicht im Weg stehen darf.“ Wirtschaftskreise konstatieren, das TTIP könne prinzipiell eine sinnvolle Sache sein. Europa müsse allerdings aufpassen, um von den Amerikanern nicht über den Tisch gezogen zu werden.

Im Zusammenhang mit der geplanten Festlegung neuer EU-weiter klima- und energiepolitischer Ziele für den Zeitraum 2020 bis 2030 stellt die Bundesregierung fest: Grundsätzlich würden „ambitionierte EU-Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zum Ausbau Erneuerbarer Energien und für mehr Energieeffizienz“ unterstützt. Allerdings müsse geklärt werden, was das für die Mitgliedsstaaten konkret bedeutet. Und: „Allein der Anstieg der CO2-Emissionen in China zwischen 2010 und 2011 beträgt das Zehnfache der gesamten österreichischen CO2-Emissionen im Jahr 2011.“

 

Standort weiterentwickeln

Mitterlehner betonte bei der Vorstellung des Wirtschaftsberichts: „Der internationale Wettbewerb wird schärfer, das weltwirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig. Daher müssen wir den Standort weiterentwickeln, die Wissensgesellschaft stärken und die Unternehmen als Partner beim Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Entscheidend ist auch, dass wir uns mit Reformen auf der Ausgabenseite Spielraum für Zukunftsinvestitionen und eine Steuerreform schaffen.“ Und der Minister fügte hinzu: „Wir brauchen einen Ruck nach vorne und kein Gezerre in alle Richtungen.“

 

 

July 7th

Novartis: „Innovation als Grundprinzip“

Der Pharmakonzern Novartis löst in Österreich jährlich Wertschöpfungseffekte von rund 1,2 Milliarden Euro aus. Das sagte der Wirtschaftswissenschaftler Gottfried Haber von der Donau-Universität Krems bei einem Pressegespräch der Novartis in Wien. Ihm zufolge entfallen davon 650 Millionen Euro auf direkte sowie 340 Millionen Euro auf indirekte Effekte. Mit weitere 230 Millionen Euro lässt sich das Stimulieren der Kaufkraft beziffern. Novartis trage damit rund 0,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. „Das Unternehmen hat mehr Wertschöpfung als die gesamte österreichische Textilindustrie. Ich habe noch nie einen einzelnen Player mit solcher Dimension erlebt“, konstatierte Haber. Mit rund 4.600 Mitarbeitern, davon 800 im Bereich Forschung und Entwicklung, gilt Novartis als größter Pharmakonzern in Österreich.

Allerdings ist das wirtschaftspolitische Umfeld hierzulande nicht gerade einfach, betonte Wolfgang Bonitz, Medical Direktor von Novartis Pharma in Österreich. So werde die Forschungsquote heuer weiter sinken. Auch werde im Jahr 2016 ein Wettbewerbsvorteil Österreichs verloren gehen – wenn auch nicht ausschließlich durch eigenes Verschulden: Zurzeit weise Österreich die kürzesten Fristen für die Genehmigung klinischer Studien auf. Mit der Clinical Trials Regulation der Europäischen Union gingen die diesbezüglichen Spielräume der Mitgliedsstaaten nun verloren. Österreich sei gut beraten, diese sich abzeichnende Verschlechterung durch Maßnahmen in anderen Bereichen zu kompensieren. Bonitz zufolge ist „Innovation das Grundprinzip der Novartis.“ Das Unternehmen habe eine Forschungsquote von rund 22 Prozent und liege weit damit über dem Durchschnitt der Pharmabranche von 14 Prozent. Und auch das sei keineswegs ein schlechter Wert, stellte Bonitz klar. So komme der US-amerikanische IT-Konzern Apple, der immer wieder als Paradebeispiel für Innovationskraft dargestellt werde, auf eine Forschungsquote von gerade einmal sechs Prozent.

 

Teure Heimat

Kein Mangel besteht an Möglichkeiten, die Standortqualität Österreichs weiter zu verbessern, betonte Novartis Austria-Country President Ernst Meijnders. Zwar weise Österreich beispielsweise eine „sehr gute und sichere Energieversorgung“ auf, was für eine moderne industrielle Produktion unverzichtbar sei. Aber gerade in der Energie- und Umweltpolitik bestehe auch eine gewisse Tendenz, bei EU-Vorgaben den Musterschüler zu spielen. Überdies müsse Österreich leider als „teures Land“ bezeichnet werden. Eine Steuerreform empfehle sich daher nicht zuletzt, um die Arbeitnehmer zu entlasten und damit die Arbeitsbedingungen für Hochqualifizierte attraktiver zu machen.

Meijnders zufolge sollte auch die Zulassung von Medikamenten im Rahmen des Erstattungskodex erleichtert werden: „Es ist ja der Wirkstoff, der funktioniert, und nicht das Krankenhausbett.“ Die Medikamentenkosten machten gerade einmal zwölf Prozent der Gesundheitskosten aus. Wollten die Gesundheitspolitiker Einsparungen erzielen, müssten sie daher wohl eher in anderen Bereichen ansetzen.

Trotz dieser Herausforderungen stellte Meijnders klar„Wir bekennen uns als starkes österreichisches Unternehmen klar zum Wachstum und zum Standort Österreich. Wir gehen davon aus, dass die österreichische Pharmaindustrie ihre Produktivität steigern wird, Arbeitsplätze geschaffen werden und die österreichischen Produktionsstandorte daher sicher sind." 

 

In Ausbildung investieren

Der Geschäftsführer Finanzen der Novartis, Hubert Hirzinger, ergänzte, Österreich müsse „den Ausbildungsbereich als Investitionsbereich sehen und die schulische Ausbildung wieder an die internationale Wettbewerbsfähigkeit heranführen.“ Gegenüber dem Chemiereport erläuterte Hirzinger, es gelte, „bei der Innovation und damit eben bei der Ausbildung zu punkten. Andernfalls werden wir uns im internationalen Wettbewerb künftig schwer tun.“ Notwendig sei auch die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen, etwa im Sinne längerer Durchrechnungszeiträume. Das in Verhandlung befindliche Energieeffizienzpaket sieht Hirzinger gelassen. Selbstverständlich seien die Energiekosten für ein produzierendes Unternehmen wie die Novartis ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Seit langem verfüge das Unternehmen daher bereits über ein Energiemanagementsystem: „Wir loten die möglichen Effizienzmaßnahmen immer wieder aufs Neue aus und hatten damit bisher gute Erfolge.“ So konnte die Novartis etwa ihren Stromverbrauch seit 2007 um rund 15 Prozent vermindern.

 

 

 

 

July 3rd

Krems Chemie Chemical Services meldet Insolvenz an

Die <a href=http://www.kccs.at target=“_blank“>Krems Chemie</a> Chemical Services AG hat Insolvenz angemeldet, wie die Kreditschutzorganisationen AKV, Creditforum und KSV 1870 melden. Das auf Auftragsproduktion spezialisierte Unternehmen im Chemiepark Krems will den Betrieb aber fortführen.

 

Am Landesgericht Krems wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung gestellt. Kündigungen unter den mehr als 50 Mitarbeitern sollen nicht geplant sein. Die Passiva wurden mit 15,4 Millionen Euro beziffert, den 55 Gläubigern wurde eine Quote von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten.

Die Krems Chemie fertigt Chemikalien im Auftrag anderer Hersteller. Zu den angebotenen Prozessen  gehören Polymerisation, Destillation, Fraktionierung, Veresterung, Oxidation, Dehydrogenierung und Alkylierung. Zudem widmet man sich dem Lösemittelrecycling und stellt Zwischenprodukte für die Riech- und Geschmackstoffindustrie her. Besonders bei der Entwicklung und Produktion von umweltfreundlichen Flammschutzmitteln sei es in den vergangenen Jahren zu einem Einbruch der Nachfrage gekommen, was Überkapazitäten und massiven Preisverfall zur Folge gehabt habe.

 


 

July 2nd

50 Jahre Miraplast

Das niederösterreichische Kunststoffunternehmen <a href=http://www.miraplast.at target="_blank">Miraplast</a> feierte sein 50-jähriges Bestehen mit einem festlichen Empfang am Firmenstandort Würmla. Unter den Gratulanten befanden sich Walter Friesenbichler (Montan-Uni Leoben), Wolfgang Bruckbauer (GF des langjährigen Kunden Schnabl Stecktechnik), die niederösterreichische Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl und die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

 

Gastgeber Markus Brunnthaler, der das Familienunternehmen heute in dritter Generation führt, kann auf eine lange unternehmerische Tradition zurückblicken. Sein Großonkel gründete 1964 in Wien-Simmering eine Kunststoffspritzgießerei mit eigenem Formenbau. Gerhard Brunnthaler, der Vater des heutigen Eigentümers, übernahm die Anteile seines Onkels 1970. Aus Platzmangel übersiedelte man zu dieser Zeit nach Würmla (Bezirk Tulln), wo Produktions- und Lagerflächen bis heute Schritt für Schritt erweitert wurden. 1995 erfolgte die Gründung einer Tochter in Ungarn, 2005 wurden die verbleibenden Anteile von der Familie übernommen.

Heute ist Miraplast mit zwei Marken auf dem Markt vertreten: Unter dem Namen „Mirahome“ werden Haushaltsprodukte wie Aufbewahrungs-Behälter oder Fliegenklatschen erzeugt, die Marke „Miratech“ steht für die aus dem Formenbau heraus entstandene Entwicklungspartnerschaft mit großen und mittelständischen industriellen Abnehmern.

 

Gratulation von Kunden und Forschungspartnern

Mit Schnabl Strecktechnik, einem Anbieter von Befestigungstechnik für Elektroinstallationen, arbeitet Miraplast bereits seit 30 Jahren zusammen. Heute werden nicht nur die Produktion, sondern auch die gesamten logistischen Abläufe für die erzeugten Kunststoffteile am Standort von Miraplast abgewickelt, wie Schnabl-Geschäftsführer Wolfgang Bruckbauer erzählte. Bereist zehn Jahre ist Miraplast Mitglied im Kunststoff-Cluster, zu dessen „Gründungsvätern“ Gerhard Brunnthaler zählt, wie die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav betonte. Von Cluster-Manager Harald Bleier wurde aus diesem Anlass eine Tafel zum doppelten Jubiläum überreicht. Und Sonja Zwazl, Präsidentin der niederösterreichischen Wirtschaftkammer, übergab dem langjährigen Spartenfunktionär Gerhard Brunnthaler die Große Silberne Ehrenmedaille ihrer Organisation.

Walter Friesenbichler, Professor für Kunststofftechnik an der Montan-Universität Leoben, hob die starke F&E-Orientierung des Unternehmens hervor, die schon zu mehreren gemeinsamen Projekten geführt habe. Diese Ausrichtung fasste auch Markus Brunnthaler in seinen Worten zusammen: Der Erfolg von Miraplast beruhe auf Beharrlichkeit und der Bereitschaft zum fortwährenden Üben – Haltungen, die der Firmenchef auch als gesellschaftliche Werte einforderte.

 

 

 

 

July 1st

FH Campus Wien: Forschungskompetenz dank Stiftungsprofessur

Die FH Campus Wien zieht Bilanz über die Stiftungsprofessur „Funktionelle Genomforschung“, die von Mai 2010 bis April 2014 von der Stadt Wien gefördert wurde. Thomas Czerny konnte im Zuge dessen die Forschungsgruppe „Signalling Pathways“ aufbauen.

 

Czerny kam nach Tätigkeiten an der Universität für Bodenkultur und der Veterinärmedizinischen Universität Wien als Stiftungsprofessor an die FH Campus Wien und half mit, Forschungskompetenz im Fachbereich Biotechnologie aufzubauen. Die Forschungsgruppe „Signalling Pathways“ konzentriert sich dabei auf die Untersuchung des Heat Shock- und des Wnt-Signalwegs, zweier Signalübertragungswege der menschlichen Zelle, die auch von medizinischem Interesse sind und Grundlage für die Suche nach neuen Wirkstoffen sein können.

Zu diesem Zweck wurden an der FH Medaka-Fische als Modellsystem etabliert, die in der funktionellen Genomforschung gerne eingesetzt werden, da sich molekularmedizinisch relevante Signalwege bei ihnen sehr gut genetisch manipulieren lassen. In Folgeprojekten soll nun das im Rahmen der Stiftungsprofessur aufgebaut Know-how verwertet und erweitert werden. Sowohl der FWF als auch die FFG bewilligten im Sommer 2012 neue Forschungsprojekte, deren Projektvolumina in Summe eine halbe Million Euro übersteigen. Im Sommer 2013 kam das auf vier Jahre angelegte Projekt „Biorelation” hinzu, das im Rahmen des FFG-Programms COIN gefördert wird und einen Anteil von rund 330.000 Euro zugunsten des Fachbereichs Biotechnologie aufweist.

 

 

 

 

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