Archive - Feb 2019

Datum

February 28th

REACH-Dossiers weiter mangelhaft

Laut dem aktuellen Fortschrittsbericht der ECHA fehlten auch 2018 in etlichen Dokumenten wichtige Sicherheitsinformationen. Die Industrie gelobt einmal mehr Besserung.

 

Es hat fast schon Tradition: Alljährlich veröffentlicht die Europäische Chemikalienagentur ECHA ihren Fortschrittsbericht zum Chemikalienmanagementsystem REACH. Und ebenso regelmäßig zeigt sich, dass die Registrierungsdossiers Mängel aufweisen - teilweise sogar erhebliche. Für 2018 beanstandete die Agentur 211 von 286 untersuchten Dossiers wegen unzureichender Informationen über die Sicherheit des Gebrauchs der betreffenden Substanzen. Besonders bedenklich ist dabei, dass die überwiegende Zahl der Dossiers möglicherweise gefährliche Stoffe (substances of potential concern) betraf.

 

Laut einer Aussendung der ECHA fehlten in den meisten Dossiers „wichtige Sicherheitsinformationen. Nach Aufforderung brachten die Registranten die Dossiers auf den aktuellen Stand“. Die Notwendigkeit des Aktuellhaltens („Updating“) der Dossiers wird von etlichen Unternehmen offenbar nach wie vor unterschätzt. Viele gehen davon aus, mit der Registrierung ihre Pflichten ein für alle Mal erfüllt zu haben. ECHA-Exekutivdirektor Björn Hansen mahnte daher einmal mehr: „Die Unternehmen müssen die Dossiers als ihre Visitenkarten behandeln. Rechtskonforme Dossiers sind eine wesentliche Investition in eine vorhersehbare und nachhaltige Zukunft.“ Die Agentur selbst werde ihre Anstrengungen im Bereich Compliance verstärken. Dies müssten auch die zuständigen Behörden der EU-Mitgliedsstaaten tun.

 

Im kürzlich erschienenen Newsletter der ECHA ergänzte Hansen, ursprünglich sei die ECHA davon ausgegangen, mit der jährlichen Überprüfung von fünf Prozent der Dossiers in jeder Mengenkategorie die Rechtskonformität sicherstellen zu können. Mittlerweile zeige sich, dass dies nicht ausreiche. Daher werde die Agentur heuer einen besonderen Schwerpunkt auf die Überprüfung der Compliance legen und dafür entsprechende Ressourcen freistellen. Er erwartet auch seitens der EU-Kommission die Aufforderung, heuer mehr Compliance-Checks durchzuführen.

 

Der europäische Chemieindustrieverband CEFIC räumte in einer Stellungnahme ein, dass nach wie vor Probleme mit der Qualität der Dossiers bestehen: „Wir bekennen uns dazu, zum Funktionieren von REACH beizutragen.“ Datenlücken müssten schneller und effizienter geschlossen werden. Die CEFIC werde in dieser Hinsicht ihre Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern und mit der ECHA verstärken.

FACC: Lufttaxis für Megacities

Der österreichische Luftfahrtzulieferer und die chinesische Firma Ehang entwickeln autonome Fluggeräte aus Leichtbauwerkstoffen, die vorerst vor allem im asiatisch-pazifischen Raum zum Einsatz kommen sollen.

 

Rund 300 Flugtaxis, die ohne einen menschlichen Piloten fliegen können, will der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC bis Ende kommenden Jahres bauen. Das berichtete Unternehmenschef Robert Machtlinger am 28. Februar bei einer Pressekonferenz in Wien. Auftraggeber ist die chinesische Firma Ehang mit Sitz in Guangzhou (vormals Kanton), etwa 100 Kilometer nordwestlich von Hongkong. Mit ihr schloss die FACC im November 2018 eine strategische Allianz im Bereich autonomer Luftfahrzeuge (Autonomous Aerial Vehicles, AAV).

 

Die Geräte werden aus Leichtbauwerkstoffen gefertigt, sagte Machtlinger auf Anfrage des Chemiereports. Ihre tragenden Werke bestehen aus Kohlenstoffasern, für die übrigen Bauteile kommen Materialien aus Kunstharzen zum Einsatz. Zurzeit handelt es sich um Epoxidharze, künftig möchte FACC auch Polyurethan (PUR) zur Anwendung bringen. „Die PUR-Materialien, die wir jetzt für die AAVs entwickeln, wollen wir später auch im Großflugzeugbau benutzen“, erläuterte Machtlinger. Etwa 300 Spezialisten seines Unternehmens sind mit dem Projekt befasst. Abgetrieben werden die Geräte mit Batterien, ergänzte Felix Lee, der „Overseas Manager“ von Ehang. Um welche Art von Batterien es sich handelt, wollte er nicht mitteilen: „Das ist unser Geschäftsgeheimnis.“ Er versicherte jedoch, etwa 50 Prozent der für die Energiespender benutzten Materialien seien recyclierbar: „Letzten Endes wollen wir auf etwa 80 Prozent kommen.“ An Gleichstrom-Schnellladestationen mit mindestens 100 kW kann Lee zufolge eines seiner AAVs binnen 15 Minuten auf einen Ladezustand von 80 Prozent gebracht werden. Ein Computer misst die noch verfügbare Kapazität und stellt sicher, dass nicht unerwünscht mitten im Flug der Strom ausgeht. Voll aufgeladen können die AAVs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h rund 25 bis 30 Minuten lang fliegen.

 

Gedacht sind sie vorerst für den asiatisch-pazifischen Raum. Dort sollen nicht zuletzt Geschäftsleute von den Flughäfen von „Megacities“ zu ihren Bestimmungsorten in den Stadtzentren gelangen, ohne sich mit Staus herumplagen zu müssen. Betrieben werden könnten die AAVs beispielsweise von Fluggesellschaften, Autoverleihern und sonstigen Logistikern. Laut Machtlinger wird bereits eifrig an Geschäftsmodellen getüftelt.

 

Eine Stunde Flug dürfte laut Lee anfangs voraussichtlich etwa 270 bis 400 Euro kosten. Langfristig wird eine Reduktion auf 50 bis 80 Euro angestrebt. Machtlinger verwies auf eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, das den Weltmarkt für AAVs langfristig auf etwa 32 Milliarden Euro einschätzt. Er erwartet, dass 2025 rund 100.000 Personen weltweit AAVs nutzen könnten. Bis 2050 werden ihm zufolge rund 98.000 solche Geräte im Einsatz sein.

 

February 27th

Bayer: Monsanto-Kauf trübt Bilanz

Das Jahresergebnis 2018 des deutschen Chemieriesen fiel gegenüber 2017 um 76,9 Prozent, die Verschuldung stieg auf das Zehnfache.

 

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann gab sich zufrieden. „Wir haben die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt“, verkündete er bei der Bilanzpressekonferenz am 27. Februar. Mit der Übernahme von Monsanto sei sein Konzern zur weltweiten Nummer eins im Argarchemiegeschäft geworden: „Die Integration der beiden Unternehmen ist hervorragend gestartet.“ Vielleicht. Doch die Zahlen, die Baumann vorlegte, fielen uneinheitlich aus. Zwar wuchs der Konzernumsatz währungs- und portfoliobereinigt um 4,5 Prozent auf 39,59 Milliarden Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 19,9 Prozent auf 10,27 Milliarden Euro. Doch im Gegenzug brach das EBIT um 33,7 Prozent auf 3,91 Milliarden Euro ein. Das Konzernergebnis rasselte um 76,9 Prozent auf nur mehr 1,69 Milliarden Euro nach unten. Weiters explodierte die Nettofinanzverschuldung infolge der Monsanto-Akquisition auf 35,68 Milliarden Euro, mehr als das Zehnfache des Werts von 2017.

 

Und juristisch steht noch einiges ins Haus: Laut Baumann erhielt Bayer bis Ende Jänner Klagen von etwa 11.200 Klägern im Zusammenhang mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Bisher sind heuer sieben Verfahren angesetzt. Eines startete Anfang der Woche in San Francisco, das nächste beginnt Mitte März. Gegen das Urteil zugunsten Dewayne Johnsons wird Bayer berufen, betonte Baumann. Dem an Lymphdrüsenkrebs unheilbar erkrankten US-Amerikaner hatte ein Gericht in San Francisco im August 2018 umgerechnet rund 250 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Anfang November 2018 akzeptierte Johnson eine Reduktion dieses Betrags auf 68,6 Millionen Euro. Baumann kündigte an, Bayer werde sich „auch in allen weiteren Verfahren entschieden zur Wehr setzen. Glyphosat ist ein sicheres Produkt. Das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien und die unabhängigen Bewertungen von Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt seit mehr als 40 Jahren“.

 

Den Ausblick für 2019 bestätigte Baumann. Erwartet wird ein Jahresumsatz von rund 46 Milliarden Euro, das um Sondereffekte bereinigte EBITDA soll bei 12,2 Milliarden Euro zu liegen kommen.

February 25th

Borealis: Jahresergebnis sinkt um 16,9 Prozent

Trotzdem sieht sich der österreichische Kunststoffkonzern „gut aufgestellt“ und erwartet für heuer ein „weiteres gutes Jahr“.

 

Der österreichische Kunststoffkonzern Borealis erwirtschaftete 2018 einen Nettogewinn von rund 906 Millionen Euro, um rund 16,9 Prozent weniger als 2017 (1,09 Milliarden Euro). Als Gründe wurden in einer Aussendung die niedrigeren Polyolefinmargen sowie das schlechtere Düngergeschäft genannt. Auch musste die Borealis im Düngerbereich im vierten Quartal 2018 eine Wertberichtigung um 92 Millionen Euro vornehmen. Um 515 Millionen Euro gestiegen ist die Nettoverschuldung, insbesondere wegen der Investitionstätigkeit sowie Dividenden von insgesamt rund Milliarde Euro.

 

Dennoch zeigte sich der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Alfred Stern, zufrieden mit dem Ergebnis. Es sei ein „ein weiteres Jahr mit einer starken Finanzperformance“ gewesen. Und auch angesichts der eingetrübten Konjunktur sieht er das Unternehmen „gut aufgestellt“, insbesondere wegen der „starken Kundenorientierung, seiner Strategie der Wertschöpfung durch Innovation und seiner Aktivitäten in Verbindung mit der Kreislaufwirtschaft“.

 

Bei den Investitionen ging es unter anderem um den Beginn des Baus einer fünften Polypropylenanlage im Petrochemiekomplex Borouge 3 in Ruwais in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Mit ihr erweitert Borouge, ein Gemeinschaftsunternehmen der Borealis und der in Abu Dhabi ansässigen ADNOC, seine Polypropylenkapazität um über 25 Prozent auf 2,2 Millionen Tonnen pro Jahr. In Österreich übernahm die Borealis die Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH in Wildon in der Steiermark. Sie verarbeitet pro Jahr etwa 35.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus den Haushalten und aus der Industrie zu Rezyklaten von hoher Qualität. Wichtig ist dieser Schritt der Borealis nicht zuletzt im Zusammenhang mit den rechtlichen Vorgaben der EU zur Kreislaufwirtschaft und zum Kunststoffrecycling.

 

Vorstandschef Stern sagte, er erwarte, „dass 2019 ein weiteres gutes Jahr wird. Im Laufe des Jahres werden wir durch Fortschritte bei unseren laufenden Wachstumsprojekten den Mehrwert für unsere Kunden weiter steigern, die Spitzenleistungen in unseren Kerngeschäftsbereichen vorantreiben und weitere Schritte in Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft setzen“.

 

Roche will Spark Therapeutics übernehmen

Die 4,3-Milliarden-Dollar-Transaktion soll noch vor dem Sommer abgeschlossen werden. Der Schweizer Konzern folgt mit diesem Schritt einem Trend in der Pharmabranche.

 

Um rund 4,30 Milliarden US-Dollar (3,78 Milliarden Euro) will der Schweizer Pharmakonzern Roche die US-amerikanische Spark Therapeutics übernehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal geplant, meldete Roche in einer Aussendung.

 

Spark Therapeutics hat seinen Sitz in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania. Das Unternehmen entwickelt gentechnische Therapien gegen genetisch bedingte Krankheiten, darunter Blindheit, Hämophilie („Bluterkrankheit“) und neurodegenerative Erkrankungen. Als wichtigstes in Entwicklung befindliches Medikament von Spark Therapeutics gilt SPK-8011, das gegen Hämophilie A eingesetzt werden soll. Für heuer ist der Beginn einer klinischen Phase-3-Studie geplant. Im Jahr 2017 hatte Spark als erstes Unternehmen die Zulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für eine Gentherapie gegen eine genetisch verursachte Krankheit erhalten. Seither vermarktet es in den USA das Medikament Luxturna gegen mutationsbedingte Netzhaut-Dystropie. In der Europäischen Union ist das Mittel seit vergangenem Jahr zugelassen.

 

Roche-CEO Severin Schwan sieht vor allem im Hämophilie-A-Programm von Spark Therapeutics erhebliches Potenzial. Interessant sei aber auch die übrige „breite Produktpalette“. Philadelphia wird laut Schwan als „Center of Excellence“ erhalten bleiben. Vorgesehen ist, dass Spark Therapeutics im Rahmen der Roche-Gruppe als unabhängiges Unternehmen agiert. Jeffrey D. Marrazzo, der CEO von Spark Therapeutics, gab sich erfreut über die künftige Zugehörigkeit seiner Firma zu einem weltweit tätigen Konzern mit umfassenden Ressourcen. Diese mache es möglich, „weitere Therapien für noch mehr Menschen“ zu entwickeln.

 

Roche folgt mit der Übernahme dem Trend in der Pharmaindustrie, verstärkt auf gentechisch basierte Therapien zu setzen. Unter dem neuen CEO Vasant Narasimhan geht etwa auch Novartis in diese Richtung. Der Pferdefuß ist allerdings: Derartige Therapien gelten als teuer und zählen daher nicht zwangsläufig zu den „Lieblingsmedikamenten“ der Krankenkassen.

 

 

 

February 21st

Mehr Informationen über Additive

Die EU-Chemikalienagentur ECHA und die Chemieindustrie haben ein Verzeichnis von über 400 besonders wichtigen Kunststoffadditiven erarbeitet.

 

Gemeinsam mit der Chemieindustrie erstellte die europäische Chemikalienagentur ECHA ein Verzeichnis von Stoffen, die als Kunststoffadditive verwendet werden. Erfasst sind mehr als 400 Substanzen, von denen jeweils mindestens 100 Tonnen pro Jahr in der EU erzeugt oder in die EU importiert werden. Darunter befinden sich Antioxidanzien, Flammhemmer und UV-Stabilisatoren. Ferner wird angegeben, in welchen Polymeren diese Stoffe am häufigsten anzutreffen sind und in welchen Konzentrationen sie üblicherweise auftreten. Im Zusammenhang mit dem Verzeichnis entwickelte die ECHA auch eine Methode, um zu ermitteln, welche Mengen der Additive im Zuge des Gebrauchs des jeweiligen Produkts in die Umwelt gelangen. So können die Agentur und die Behörden der EU-Mitgliedsstaaten abschätzen, welche der Additive im Rahmen von REACH bevorzugt genauer untersucht werden sollen. An dem Verzeichnis hatte die ECHA seit 2016 gearbeitet.

 

Der europäische Chemieindustrieverband CEFIC nannte das Verzeichnis „einen wichtigen Schritt für die bessere Risikobewertung“ der betreffenden Stoffe. Dieses bringe keineswegs nur den Behörden erhebliche Vorteile und Erleichterungen ihrer Tätigkeit, sondern auch den Unternehmen. Die Unternehmen könnten die Daten über den Einsatz der Substanzen sowie das Gefährdungspotenzial verbessern. Die Mitglieder von CEFIC und des Kunststoffindustrieverbands PlasticsEurope werden ihren Kunden das Verzeichnis bekannt machen, damit diesen noch bessere Informationen hinsichtlich der Additive und deren Eigenschaften zur Verfügung stehen.


Dem Chemieindustrieverband zufolge untersuchten er selbst, die ECHA, die Branchenverbände PlasticsEurope und European Plastics Converters (EuPC), Wissenschaftler und Behördenvertreter etwa 1.000 Substanzen.

 

Zugänglich ist das Verzeichnis über https://echa.europa.eu/mapping-exercise-plastic-additives-initiative.

 

February 20th

EU: Mehr Schutz vor POPs

Der Rat und das Parlament der EU haben eine vorläufige Einigung über die Neufassung der Verordnung über persistente organische Schadstoffe erzielt.

 

Die Europäische Union verschärft ihre Regeln für die Verwendung persistenter organischer Schadstoffe (Persistent Organic Pollutants, POPs). Laut einer Aussendung des Rates der Union erzielte die derzeitige rumänische Ratspräsidentschaft am 19. Februar diesbezüglich eine vorläufige Einigung mit dem Europäischen Parlament über die Neufassung der seit 2004 geltenden POP-Verordnung (EG) Nr. 850/2004. Die neue Rechtsnorm muss nun durch den Rat und das Parlament formell bestätigt werden. Der Standpunkt des Rates der Union wurde im November 2018 unter der österreichischen Ratspräsidentschaft fixiert.

 

Vorgesehen ist unter anderem, eine Reihe von Aufgaben im Zusammenhang mit dem Schutz vor POPs von der EU-Kommission auf die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki übertragen. Dadurch sollen die Kosten für den regulatorischen Umgang mit den Stoffen verringert und die dafür notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse erweitert werden.

 

Zusätzlich zu ihren bisherigen Verantwortlichkeiten erhält die ECHA insbesondere folgende Aufgaben: Sie soll den Behörden der Mitgliedsstaaten technische und wissenschaftliche Leitlinien zur Verfügung stellen und damit die „ wirksame Anwendung“ der neuen POP-Verordnung zu gewährleisten. Auf deren Anforderung hat die ECHA auch die EU-Kommission bei der Umsetzung der Verordnung technisch und wissenschaftlich zu unterstützen. Das gilt nicht zuletzt bei der „bei der Ausarbeitung und Überprüfung des Risikoprofils und der Bewertung des Risikomanagements eines Stoffes, der für die Anwendung des Stockholmer Übereinkommens in Betracht kommt“. Das Stockholmer Übereinkommen ist jener völkerrechtliche Vertrag, der den Umgang mit den POPs auf internationaler Ebene regelt. Ferner hat die ECHA umfassende und detailliert aufgeführte Informationen zu den POPs zu sammeln, zu erfassen und zu verarbeiten. Diese ergehen an die EU-Kommission sowie an die zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten. Soweit die Daten nicht vertraulich sind, macht die ECHA sie auf ihrer Website auch öffentlich zugänglich.

 

Neue Bestimmungen gelten in Zukunft auch für die Konzentration polybromierter Diphenylether (PBDE) in recycelten Materialien. Diese darf höchstens 500 ppm betragen. Unbeabsichtigte Spurenverunreinigungen mit dem Flammhemmer decaBDE sind bis zu einer Konzentration von maximal zehn Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) erlaubt. Die Gesamtkonzentration unbeabsichtigter Spurenverunreinigungen mit BDEs darf 500 mg/kg nicht übersteigen. Ausnahmen gelten für die Nutzung von decaBDE in Flugzeugen, Motorfahrzeugen und Elektrogeräten, wobei auch importierte Waren erfasst sind.

 

Die Umweltministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Rumäniens, Graţiela Leocadia Gavrilescu, sprach von einem „bedeutenden Meilenstein beim Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. Es geht darum, Schäden durch die gefährlichsten Chemikalien der Welt zu begrenzen. Indem wir ihre Herstellung verbieten und ihren Gebrauch einschränken, können wir maximalen Schutz erreichen“.

 

 

February 19th

EIB: 50 Millionen für Kem One

Ein französischer PVC-Hersteller erhält ein Darlehen aufgrund des „Juncker-Plans“.

 

Die Europäische Investitionsbank (EIB) gewährt dem französischen PVC-Hersteller Kem One ein Darlehen von 50 Millionen Euro. Kem One ist vor allem in den Bereichen Bauwirtschaft, Autoindustrie und Verpackungsindustrie sowie im Gesundheitssektor tätig. Mit dem Geld sollen bestehende Produktionsanlagen modernisiert sowie Arbeiten an innovativen Produkten vorangetrieben werden. Das Darlehen ergeht im Rahmen des bekannten „Juncker-Plans“, der Investitionen erleichtern soll.

 

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici zeigte sich erfreut. Das Darlehen beweise einmal mehr die Unterstützung der Europäischen Union für die französische Industrie. Ähnlich äußerte sich Frédéric Chalmin, der Generaldirektor von Kem One: Das Darlehen der EIB sei „essenziell für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens“.

 

Der „Juncker-Plan“ besteht seit November 2014. Laut EU-Kommission löste er bisher Investitionen von etwa 380 Milliarden Euro aus, von denen 62 Milliarden nach Frankreich flossen. Etwa 842.000 Unternehmen sollen auf Basis des Plans unterstützt worden sein.

 

 

 

 

 

 

Merck: Weiteres Genscheren-Patent

Der deutsche Konzern erhielt seitens des US-amerikanischen United States Patent and Trademark Office sein mittlerweile 13. Patent für die umstrittene CRISPR-Technologie.

 

Das US-amerikanische United States Patent and Trademark Office erteilte dem deutschen Pharmakonzern Merck ein Patent bezüglich seiner Proxy-CRISPR-Technologie. Mit dieser Variante der umstrittenen „Genschere“ ließen sich „schwer zugängliche Regionen des Genoms modifizieren“, meldete Merck. Mittlerweile hält der Konzern nach eigenen Angaben weltweit 13 Patente zu CRISPR, konkret in Australien, China, Europa, Israel, Kanada, Singapur und Südkorea: „Diese Patente betreffen CRISPR-assoziierte Technologien, die grundlegende und alternative Methoden zur Genomeditierung umfassen.“

 

Wie es in einer Aussendung hieß, basiert das Proxy-CRISPR-Verfahren auf zwei CRISPR-Systemen. Das erste System wählt die Zielsequenz des Genoms aus. In dieser Sequenz sucht das zweite System die Stelle, an der „geschnitten“ wird. Laut Merck soll das Verfahren die Genauigkeit der Schnitte damit verdoppeln.

 

Die Genauigkeit des „Schneidens“ gilt als einer der heiklen Punkte der CRISPR-Technologie. Kritikern zufolge kommt es immer wieder zu Auftrennungen der DNA an nicht angepeilten Stellen. Dies soll unerwünschte Zellveränderungen auslösen können. Immer wieder ist in diesem Zusammenhang auch von Krebserkrankungen die Rede. Verteidiger von CRISPR weisen diese Kritik zurück. Ihnen zufolge gibt es keine Technologie ohne Nebenwirkungen.

 

February 13th

Menschliches Mikrobiom ermöglicht neue Therapie-Perspektiven

Auf der internationalen Konferenz „Microbiome Therapeutics Europe“ treffen am 28. und 29. März Experten und Praktiker rund um die therapeutische Nutzung unserer „inneren Mitbewohner“ in Wien zusammen.

Therapien, die die Zusammensetzung des individuellen Mikrobioms eines Menschen adressieren, stellen einen der vielversprechendsten Zweige der Personalisierten Medizin dar. Zu diesem Themenkreis findet am 28. und 29. März in Wien die international ausgerichtete Konferenz „Microbiome Therapeutics Europe“ statt. Dabei kommen Forscher, Pharma-Experten und Investoren zusammen, um die mit dieser Entwicklung  verbundenen Marktchancen auszuloten.

Unter den Sprechern sind Vorsitzende, wissenschaftliche Leiter und Verantwortliche für die Geschäftsentwicklung einschlägig tätiger Unternehmen ebenso wie Experten aus dem wissenschaftlichen und regulatorischen Bereich. Der thematische Bogen spannt sich vom Stand des Wissens zu Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Vorkommen von Mikroorgansimen über unterschiedliche Methoden für die Untersuchung und das Engineering des Mikrobioms bis hin zur klinischen Anwendung. Ebenso kommt die Entwicklung der zugehörigen regulatorischen Bestimmungen und Industriestandards zur Sprache.

Ort der Veranstaltung: Courtyard by Marriott Vienna Prater/Messe, Wien

Nähere Informationen: https://lifesciences.knect365.com/microbiome-therapeutics-europe

 

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