Archive - Nov 21, 2006

ITER-Vertrag ist unterzeichnet

Vertreter aus Europa, Japan, Russland, die USA, China, Indien und Südkorea haben den <a href=http://www.iter.org>ITER</a>-Vertrag unterzeichnet. Der Fusionsreaktor kann nun in Cadarache in Südfrankreich gebaut werden - dort soll er zeigen, dass ein Energie lieferndes Fusionsfeuer unter kraftwerksähnlichen Bedingungen möglich ist. ITER-Vertrag ist unterzeichnet <% image name="ITER" %><p> Die multinationale Vereinbarung legt den Rahmen für die gemeinsame Einrichtung des ITER-Projektes fest. Sie gilt zunächst für eine Dauer von 35 Jahren und kann um bis zu 10 Jahre verlängert werden. Bevor der Vertrag endgültig in Kraft tritt, muss er noch durch die Regierungen der Partner ratifiziert werden, was 2007 geschehen wird. In der Zwischenzeit können die Bauvorbereitungen für den Fusionsreaktor beginnen. ITER wurde seit 1988 in weltweiter Zusammenarbeit von europäischen, japanischen, russischen und bis 1997 auch von US-Fusionsforschern vorbereitet. 2003 schlossen sich dem Projekt China und Südkorea an; auch die USA kehrten in die Zusammenarbeit zurück. 2005 kam als siebter Partner Indien hinzu. Mit einer Fusionsleistung von 500 MW soll ITER erstmals ein brennendes und Energie lieferndes Plasma erzeugen. Angestrebt wird ein Energiegewinnungsfaktor von mindestens 10. Nach einer Bauzeit von etwa 10 Jahren werden rund 600 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker rund 20 Jahre an der Anlage arbeiten. Die Baukosten wurden auf rund 4,7 Mrd €, die Betriebskosten - einschließlich Rücklagen für den späteren Abbau - auf jährlich 265 Mio € veranschlagt. Europa übernimmt rund die Hälfte der Baukosten; die verbleibende Summe teilen sich die anderen 6 Partner. Die Beiträge werden im wesentlichen in Form fertiger Bauteile geliefert, die in den jeweiligen Ländern hergestellt und dann nach Cadarache transportiert werden. Ziel der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk zu entwickeln, das - ähnlich wie die Sonne - aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie erzeugt. Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss der Brennstoff - ein Plasma aus den Wasserstoffsorten Deuterium und Tritium - in Magnetfeldern eingeschlossen und auf hohe Temperaturen aufgeheizt werden. 1 g Brennstoff könnte 90.000 kWh Energie freisetzen, die Verbrennungswärme von 11 t Kohle. Als radioaktiver Abfall bleiben nur die Wände des Plasmagefäßes zurück, die nach Betriebsende zwischengelagert werden müssen. Die Aktivität des Abfalls nimmt rasch ab: Nach etwa 100 Jahren auf ein zehntausendstel des Anfangswerts. ITER soll zeigen, dass ein Energie lieferndes Fusionsfeuer möglich ist und damit die Voraussetzungen für eine Demonstrationsanlage schaffen, die alle Funktionen eines Kraftwerks erfüllt. Angesichts von je 30 Jahren Planungs-, Bau- und Betriebszeit für ITER und seinen Nachfolger DEMO könnte ein Fusionskraftwerk somit in etwa 50 Jahren wirtschaftlich nutzbare Energie liefern.

Evotec erforscht Schlafmittel EVT 201 weiter

<a href=http://www.evotec.com>Evotec</a> hat eine zweite Phase II-Studie mit EVT 201 gestartet. In der Doppelblind-Studie in mehreren Studienzentren in den USA werden an 135 älteren Patienten, die primär unter chronischen Schlafstörungen in der Nacht und unter Schläfrigkeit am Tage leiden, getestet. Evotec erforscht Schlafmittel EVT 201 weiter <% image name="Schlaflosigkeit" %><p> Ziel ist es, während einer Behandlungsdauer von 7 Nächten die Wirksamkeit von EVT 201 auf den Schlaf der Patienten zu bestimmen, und zudem die Auswirkung einer verbesserten Schlafqualität auf ihre Leistungsfähigkeit am Tage zu beurteilen. Primärer Endpunkt ist die Bestimmung der Gesamt-Schlafdauer mittels polysomnographischer Untersuchungen. Im September hat Evotec ihre erste Phase II-Studie mit EVT 201 gestartet, die bis 2007 läuft. Zuvor hat EVT 201 in zwei Phase I/II-Studien, bei denen gesunde männliche Probanden die ganze Nacht mit aufgezeichnetem Verkehrslärm beschallt wurden, um so Schlafstörungen zu induzieren, eine gute Wirkung gezeigt. Die Wachzeit nach dem ersten Einschlafen wurde signifikant reduziert, und zugleich wurden die Gesamt-Schlafdauer sowie die Erholungsqualität des Schlafes signifikant verbessert. Die Probanden spürten am Folgetag keine Nachwirkungen. EVT 201 ist ein partiell positiver allosterischer Modulator (pPAM) des GABAA-Rezeptorkomplexes, der seine Wirkung in der Behandlung von Schlafstörungen über einen wissenschaftlich erwiesenen Mechanismus entfaltet. Aufgrund seiner Aktivität als partieller Agonist unterscheidet sich EVT 201 jedoch sowohl im präklinischen Profil als auch in seinem Wirkmechanismus von vielen gegenwärtig vermarkteten Schlafmitteln. Es wird erwartet, dass der Markt für verschreibungspflichtige Schlafmittel in den USA von 2,1 Mrd $ im Jahr 2004 auf mehr als 3,5 Mrd $ im Jahr 2009 wachsen wird.

Weltgrößte TDI-Anlage in Europa angedacht

<a href=http://www.basf.com>BASF</a> und <a href=http://www.dow.com>Dow</a> werden eine Machbarkeitsstudie für eine Produktionsanlage von Toluylendiisocyanat (TDI) und TDI-Vorprodukten erstellen. Die Anlage soll auf einem der Verbundstandorte der beiden Unternehmen in Europa entstehen und wäre mit einer Kapazität von 300.000 Jahrestonnen die weltgrößte TDI-Anlage. <% image name="Bauplan_und_Helm" %><p> Die Studie wird Faktoren wie Technologie und Infrastruktur der möglichen Standorte bewerten. Sollte sich das Projekt als realisierbar erweisen, könnte die Anlage 2011 in Betrieb gehen. „Auch wenn wir uns noch in einer frühen Prüfungsphase befinden, glauben wir, dass die beiden größten Chemieunternehmen der Welt gemeinsam eine TDI-Anlage von Weltrang schaffen können, die wirtschaftlich und technologisch ausgesprochen wettbewerbsfähig sein wird“, so Pat Dawson, Business Vice President Dow Polyurethanes. „Eine solche Anlage würde das Wachstum der Dow Performance Businesses stützen und zugleich unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern, damit wir die steigende Nachfrage nach TDI in Europa decken können.“ „Mit der Planung zusätzlicher Produktionskapazitäten verstärkt die BASF ihr Engagement auf dem weltweiten TDI-Markt“, sagt Jacques Delmoitiez, Präsident des BASF-Bereichs Polyurethane. „Wir bündeln für dieses Projekt die Stärken beider Unternehmen, um unsere Kunden besser bedienen zu können und ihnen dadurch zu helfen, langfristig erfolgreicher zu sein.“ Es handelt sich bereits um die zweite Kooperation von BASF und Dow auf dem Gebiet der Polyurethan-Herstellung. Im September legten beide Partner in Antwerpen den Grundstein für die weltweit <a href=http://chemiereport.at/chemiereport/stories/4323>erste HPPO-Anlage</a> - die HPPO-Technologie zur Herstellung von Propylenoxid (PO) auf Basis von Wasserstoffperoxid (HP) haben Dow und BASF gemeinsam entwickelt. Beide Unternehmen erwägen zudem den Bau weiterer HPPO-Anlagen in anderen Weltregionen. Weltgrößte TDI-Anlage in Europa angedacht

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