Archive - Jan 2008

January 25th

Forscher initiieren "1.000 Genomes Projekt"

Ein <a href=http://www.1000genomes.org>Konsortium</a> aus amerikanischen, britischen und chinesischen Forschern will in den nächsten 3 Jahren das Genom von mindestens 1.000 Menschen in einer bisher nicht gekannten Genauigkeit sequenzieren. <table> <td><% image name="1000Genomes" %></td> <td> Dazu sollen 6 Trillionen DNA-Basen sequenziert werden, das ist in etwa das 60-fache der in den letzten 25 Jahren entschlüsselten menschlichen DNA-Menge, die bisherigen Genomprojekte eingeschlossen. Pro Tag sind dies rund 8,2 Mio Basenpaare oder etwas mehr als das Genom zweier Menschen. </td> </table> Die Teilnehmer des Projekts werden aus aller Herren Länder rekrutiert: Darunter den Yoruba, einem Volk in Nigeria, Japaner aus Tokio; Chinesen aus Peking, Amerikaner nord- und westeuropäischer Herkunft aus Utah, Luhya und Maasai, 2 Völker aus Kenia, Italiener aus der Toskana, Gujarati-Indianer aus Houston, eingewanderte Chinesen aus Denver und mexikanische Einwanderer in Los Angeles sowie Afroamerikaner aus den südwestlichen USA. <table> <td width="120"></td><td><small> Die Kosten werden mit 30-50 Mio $ veranschlagt. Das ist Zehntel dessen, was noch vor wenigen Jahren angefallen wäre. Bessere und schnellere Technologien haben die Kosten der DNA-Sequenzierung deutlich gesenkt. </td> </table> Das 1.000 Genome Project soll die Lücke zwischen der Erforschung sehr seltener und sehr häufiger Erkrankungen schließen. Die genetische Ursache sehr seltener Erkrankungen wurde in der Vergangenheit in der Regel durch die – oft sehr mühsame – Untersuchung in betroffenen Familien gefunden. Oft handelte es sich um einzelne Gene, deren Ausfall zur Erkrankung führt. Auf der anderen Seite ist es zuletzt gelungen, mit von genomweiten Assoziationsstudien den genetischen Ursachen häufiger Erkrankungen wie Typ-II-Diabetes oder Herzinfarkt auf die Spur zu kommen, die nicht durch einzelne Gene ausgelöst werden. Deren positive Familienanamnese erklärt sich vielmehr aus dem Zusammenwirken vieler prädisponierender Gene. In den letzten Monaten wurden mehr als 100 Genvarianten für diese häufigen Erkrankungen gefunden. Um diese Gene zu finden, reicht die – bisher recht – grobe Skizze aus, die unter anderem das Human Genom Project geliefert hat. Sie erkennt Varianten, die etwa bei 10 % der Bevölkerung vorhanden sind. Mithilfe der neuen Daten soll diese "Auflösung" auf etwa 1 % der Bevölkerung vergrößert werden. Die Forscher wollen jedoch nicht nur nach Varianten in einzelnen Basenpaaren suchen, sondern auch längere Abschnitte vergleichen. Zunächst sind 3 Pilotstudien vorgesehen. In der ersten wird das Genom von 6 Einzelpersonen (2 Erwachsene und die jeweiligen Eltern) sequenziert. Danach wird bei 180 Personen eine grobe Genkarte angelegt, bevor dann in der dritten Stufe bei 1.000 Personen 1.000 Exone (Genorte, die Proteine kodieren) oder 5 % des Gesamtgenoms sequenziert werden. Forscher initiieren "1.000 Genomes Projekt"

<small>Radiochirurgie:</small><br>4 europäische Krankenhäuser kaufen Novalis Tx

Seit September 2007 haben <a href=http://www.varian.com>Varian Medical Systems</a> und <a href=http://www.brainlab.com>BrainLAB</a> bereits 14 Novalis Tx-Systeme weltweit verkauft. Das Bestrahlungssystem vereint die Radiochirurgie-Technologien beider Unternehmen und ermöglicht nicht-invasive Krebsbehandlungen. 4 dieser Systeme gehen an Kliniken in der Schweiz, in Schweden und den Niederlanden und werden ab Frühjahr 2008 im Einsatz sein. <% image name="Novalis_TX" %><p> <small> Novalis Tx bietet ein breites Behandlungsspektrum für eine Vielzahl an Indikationen wie Tumore im Gehirn oder Lungen- und Lebermetastasen. Ärzte können je nach Indikation individuell für jeden Patienten die geeignete Strahlentherapieform auswählen. </small> Novalis Tx eignet sich auch für tief im Körper sitzende Tumore, die bisher schwer zu behandeln waren. Es verfügt über unterschiedliche Strahlenenergien von 6-20 Megaelektronen-Volt (MeV). Ärzte können so hohe Strahlendosen verabreichen, um auch diese tief liegenden Tumore effizient zu erreichen und gleichzeitig umliegendes Gewebe zu schonen. Behandlungen werden schneller, effizienter und patientenfreundlicher. <small>Radiochirurgie:</small><br>4 europäische Krankenhäuser kaufen Novalis Tx

Springer erweitert seine "Kochrezepte" für das Labor

Mit mehr als 18.000 elektronischen Laborprotokollen in den Bereichen Life Sciences und Biomedizin hat Springer nun sein <a href=http://www.springer.com/protocols>Online-Angebot</a> für Forschungslabors erheblich ausgebaut. Springer erweitert seine "Kochrezepte" für das Labor <% image name="Reagenzglaeser" %><p> <b>Springer Protocols</b> heißt die umfassende Datenbank mit Protokollen, die Schritt für Schritt einzelne Laborversuche detailliert beschreiben und nachvollziehbar machen. Die Springer Protocols sind ein Imprint von Humana Press, das zur Verlagsgruppe Springer Science+Business Media gehört. Laborprotokolle kommen vor allem im Bereich Life Sciences zum Einsatz. Sie sind eine Art Kochrezept für Versuchsanordnungen, die von Wissenschaftlern in ihren eigenen Labors rekonstruiert werden können. Sie beschreiben Sicherheitstoleranzen, Verfahrensanlagen, Statistikmethoden sowie Dokumentationsstandards und Fehlerdiagnosen. Die englischsprachigen Springer Protocols gibt es für 15 unterschiedliche Forschungsbereiche: Biochemie, Bioinformatik, Biotechnologie, Krebsforschung, Zellbiologie, Genetik/Genomik, Imaging/Radiologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Mikrobiologie, Molekularmedizin, Neurowissenschaften, Pharmakologie/Toxikologie, Pflanzen- und Proteinwissenschaften. Sie erschienen bisher bei Humana Press unter der Bezeichnung "BioMed Protocols". <small> Jährlich werden mehr als 2.000 Springer-Protokolle erstellt, von denen 1.000 aktualisierte Fassungen von bestehenden Protokollen sind. </small>

Positive Phase-III-Daten zu MabThera bei RA und CLL

Eine Phase-III-Stude hat ergeben, dass der Antikörper MabThera (Rituximab) von <a href=http://www.roche.com>Roche</a> als Erstlinienbehandlung zur Verbesserung der Symptome der rheumatoiden Arthritis (RA) wirksam und sicher angewendet werden kann. Zudem hat MabThera in einer weiteren Phase-III-Studie bei chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung deutlich verringert. Positive Phase-III-Daten zu MabThera bei RA und CLL <% image name="MabThera" %><p> In der zulassungsrelevanten <b>SERENE-Studie</b> wurden RA-Patienten untersucht, die auf das bei RA häufig eingesetzte Methotrexat (MTX) nur unzureichend angesprochen hatten. Darin wurden 509 Patienten mit aktiver RA behandelt. Durchgeführt wurde die Doppelblindstudie an 102 Prüfzentren in 11 Ländern. Der primäre Endpunkt der Studie wurde erreicht: Es konnte nachgewiesen werden, dass sich unter der Behandlung mit MabThera in Kombination mit MTX bei signifikant mehr Patienten eine Verbesserung der Krankheitszeichen und Symptome erzielen ließ als bei den nur mit MTX therapierten Patienten. MabThera ist erste und einzige für die RA-Behandlung zugelassene, selektiv an bestimmten B-Zellen angreifende Therapie. Bereits bei der Anwendung im späteren Therapieverlauf konnte ein signifikanter klinischer Nutzen nachgewiesen werden. SERENE ist nun die erste klinische Prüfung der Phase III, in der der therapeutische Nutzen des Biopharmazeutikums in der Erstlinienbehandlung untersucht wurde. Zugelassen ist MabThera bisher bei Patienten in den fortgeschritteneren Stadien der Erkrankung, die auf eine Vorbehandlung mit Tumornekrosefaktor (TNF)-Hemmern nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Abseits der Studie mit MabThera bei RA konnte auch in der zulassungsrelevanten <b>CLL8-Studie</b> der primäre Endpunkt erreicht werden: Es konnte gezeigt werden, dass sich unter der Behandlung mit MabThera in Kombination mit der gegenwärtigen Standard-Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens erzielen ließ. Die Studie bildet die Grundlage für die zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr in der EU geplante Beantragung der Zulassungserweiterung von MabThera als Erstlinienbehandlung der CLL.

January 24th

BDI - BioDiesel International steigt bei VTU ein

Rückwirkend zum 1.1.2008 hat sich <a href=http://www.bdi-biodiesel.com>BDI - BioDiesel International</a> an der steirischen <a href=http://www.vtu.com>VTU Engineering</a> mit mehr als 25 % beteiligt. <% image name="VTU_Produktion" %><p> <small> VTU ist an mehreren Standorten in Europa mit 160 Mitarbeitern mit der Planung unterschiedlichster Anlagen für die Hochtechnologie-Industrie beauftragt - von der Pharmaindustrie bis zum Sondermüllrecycling. Ein weiteres Geschäftsfeld liegt zunehmend im Energiemanagement für gesamte Produktionsstandorte. Das Unternehmen hat 2007 einen Umsatz von rund 20 Mio € erwirtschaftet. </small> Michael Koncar, Geschäftsführer für Innovation bei VTU: "Seit der Gründung unseres Unternehmens 1990 sind wir mit BDI gemeinsam bei Biodiesel-Anlagenbauprojekten engagiert. Im Energiesektor sind wir mittlerweile darüber hinaus für Projekte im Bereich Biogasanlagen bis hin zur Energieoptimierung von Industrieanlagen tätig. Der Markt dafür entwickelt sich aktuell besonders in Osteuropa, im arabischen Raum und im Fernen Osten. Für die Zukunft haben wir bereits Entwicklungen aus der Biotechnologie parat, die wir gemeinsam mit BDI umsetzen können. Unsere speziellen Dienstleistungen im Bereich Basic Engineering, Prozess-Simulation etwa für die Pharmaindustrie und Scale Up Planungsarbeit passen sehr gut zur Anlagenbaukompetenz der BDI." BDI-Chef Wilhelm Hammer ergänzt: "Wie die BDI hat die VTU hoch qualifizierte Mitarbeiter, überwiegend Akademiker und Ingenieure. Das Unternehmen ist ebenfalls international tätig und ein Spezialist für Prozess-Engineering im Anlagenbau für verschiedenste Branchen, für uns also eine ideale Ergänzung und Erweiterung. Das hat bisher schon dazu geführt, dass BDI und VTU gemeinsam einen Gebäudekomplex bei Graz als Firmensitz nutzen. Uns mit VTU stärker zu verbinden war der nächste logische Schritt, auch deswegen weil VTU ihrerseits bereits eine 9,5% Beteiligung an der BDI hält." Die Kombination der beiden Unternehmen soll es zudem ermöglichen, im Anlagenbau flexibler und vielfältiger auf Bedarfe in unterschiedlichen Branchen reagieren zu können. Denn zunehmend würde die Industrie Gesamtleistungen - von der Planung bis zur Umsetzung - einfordern. Gemeinsam sei das auf einer breiteren Basis möglich. BDI - BioDiesel International steigt bei VTU ein

Neuer Biomarker für die Alzheimer-Diagnose

Forscher des Klinikums der Uni München haben ein neues Verfahren getestet, das bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen die Erkrankungswahrscheinlichkeit für die häufigste Altersdemenz vorhersagt. Neuer Biomarker für die Alzheimer-Diagnose <% image name="Genchip" %><p> <table> <td width="120"> <td><small> Erst das Gedächtnis verlieren, später die komplette Identität: So verläuft die Alzheimersche Demenz. 12-15 % der Menschen mit leichten kognitiven Störungen (LKS) erkranken jährlich daran. Wenn in einem Gedächtnistest leichte kognitive Defizite nachweisbar sind, lässt sich durch einen biologischen Test vorhersagen, wen die Demenz höchstwahrscheinlich trifft? </small></td> </table> Tatsächlich haben Mediziner ein Protein im Nervenwasser identifiziert, das eine verlässliche Prognose erlaubt. Das könnte, zusammen mit neuen Therapien, faszinierende Perspektiven eröffnen, um den Alzheimer-Verlauf und den Verfall des Gedächtnisses zumindest zu verlangsamen. Die europäische multizentrische Studie wurde unter der Leitung von Harald Hampel, jetzt Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie am Trinity College Dublin und weiterhin Forschungsleiter des Alzheimer Gedächtniszentrums der Uni München, durchgeführt. "Unser Ansatz basiert auf der Messung des abnorm veränderten <b>tau-Proteins</b> im Rahmen von neurofibrillären Gehirnveränderungen, eines der hauptsächlichen pathologischen Merkmale, die mit dem Verlust von Nervenzellen bei der Alzheimer-Demenz in Verbindung stehen" erklärt Michael Ewers, Forscher in Hampels Team. Das tau-Protein ist ein Molekül, das das Zytoskelett unserer Körperzellen stabilisiert. Doch vor allem im Alter verändert sich tau bei vielen Menschen in den Neuronen des Gehirns. "Es wird an verschiedenen Stellen mit Phosphat-Molekülen beladen", erklärt Katharina Bürger von der Alzheimer-Sprechstunde des Klinikums der Uni München. Bei LKS-Patienten ist eine bestimmte Form veränderter tau-Proteine - p-tau 231 - in erhöhten Konzentrationen schon in frühen Phasen im Nervenwasser zu finden. Das ahnten die Münchner Mediziner schon seit 10 Jahren, in denen Sie unter Leitung von Hampel konsequent die Bedeutung des tau-Proteins als Biomarker der Alzheimer-Erkrankung erforschten. Aber ob sich p-tau 231 wirklich als biologisches Orakel für einen drohenden Untergang der Nervenzellen bei Alzheimer eignen würde, war unklar. Um Gewissheit zu bekommen, rekrutierten Ärzte aus 4 europäischen Alzheimer-Forschungszentren 88 LKS-Patienten und verfolgten deren Schicksal mit wiederholten Hirnleistungstests 1,5 Jahre lang. Zu Beginn wurde ihnen Nervenwasser aus dem Wirbelkanal entnommen - eine Untersuchung, bei der das Rückenmark nicht geschädigt werden kann. Ergebnis: Oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes von p-tau 231 entwickeln LKS-Patienten mit 80%iger Wahrscheinlichkeit eine Alzheimersche Demenz. So entwickelten die Forscher erstmals ein Standardkriterium, mit dem die prognostische Genauigkeit an verschiedenen Kliniken relativ konsistent bestätigt wurde und somit für die klinische Routineuntersuchung relevant ist. Derlei Biomarker sind nötig, denn gegenwärtig entwickelt die Forschung weltweit neue therapeutische Strategien gegen Alzheimer. Das Spektrum reicht von Impfungen über Medikamente bis hin zu ergotherapeutischen Ansätzen. Sollten sie sich als wirksam erweisen, ist es sinnvoll, sie so früh wie möglich einzusetzen, um das Fortschreiten des Leidens zu verzögern. Allerdings dauert es noch mindestens 10 Jahre, bis diese neuen Therapien getestet sein werden. Bis dahin "arbeiten wir weiter intensiv an der Diagnose des frühen Krankheitsstadiums", so die Demenz-Spezialistin. Eines der Ziele: weitere verlässliche Biomarker wie p-tau 231 zu finden, und zwar im Blut. Das würde die Untersuchung nochmals erheblich erleichtern und die Prognose nochmals genauer machen. <small> Original: Neurology 2007;69:2205-2212. </small>

January 23rd

2007: Pfizer-Umsatz legt um 1 % auf 48,6 Mrd $ zu

<a href=http://www.pfizer.com>Pfizer</a> hat im Jahr 2007 den Umsatz um 1 % auf 48,6 Mrd $ erhöht. Der Nettogewinn sank gegenüber 2006 um 57 % auf 8,3 Mrd $. Profitiert hat Pfizer von günstigen Währungsverhältnissen, welche die Umsätze um rund 3 % erhöhten, sowie einer starken Performance vieler neuer und In-line-Produkte. 2007: Pfizer-Umsatz legt um 1 % auf 48,6 Mrd $ zu <% image name="Pfizer_Logo" %><p> Nachdem die US-Patente für Norvasc und Zoloft abgelaufen waren, sank der Umsatz mit diesen beiden Medikamenten um 3,4 Mrd $ - ein Minus von 49 %. Der starke Gewinnrückgang ist allerdings auf den im Vorjahr einmalig erzielten Gewinn von 7,9 Mrd $ im Zusammenhang mit dem Verkauf der Consumer-Healthcare-Sparte sowie auf Abschreibungen in der Höhe von 2,1 Mrd $ im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Vermarktung von Exubera. Pfizer-Boss Jeff Kindler spricht dennoch von einer "soliden Performance im Jahr 2007". Insbesondere die neu eingeführten Produkte - Lyrica, Chantix und Sutent - würden sehr gut performen. CFO Frank D’Amelio will weiterhin Kosten senken und die Produktiviät erhöhen. 2007 hat Pfizer mehr als 11.000 Jobs abgebaut, 6 Produktionsanlagen und 2 F&E-Sites wurden geschlossen und die Organisation wurde straffer. 2008 sollen so die Kosten um mindestens 1,5-2 Mrd $ im Vergleich zu 2006 gesenkt werden. 2008 werden Umsätze in der Höhe von 49 Mrd $ erwartet. Derzeit laufen in den USA die exklusiven Vermarktungsrechte für Camptosar und Zyrtec aus. Die <b>Pharma-Umsätze</b> sanken 2007 um 1 % auf 44,6 Mrd $. Die Umsätze von neuen und In-line-Produkten legte um 8 % zu. Die Umsätze mit dem Top-Seller Lipitor fielen weltweit um 2 % auf 12,7 Mrd $, da insbesondere der US-Markt für Statine außerordentlich umkämpft wird. <big><u>Weltweite Umsätze in Mrd $:</u></big> <small> LIPITOR: 12,67 (-2 %) NORVASC: 3,0 (-38 %) CHANTIX/CHAMPIX: 0,88 (+773 %) CADUET: 0,56 (+54 %) CARDURA: 0,50 (-6 %) LYRICA: 1,83 (+58 %) GEODON/ZELDOX: 0,85 (+13 %) ZOLOFT: 0,53 (-75 %) NEURONTIN: 0,43 (-13 %) ARICEPT: 0,40 (+12 %) XANAX: 0,32 (+3 %) RELPAX: 0,31 (+10 %) CELEBREX: 2,29 (+12 %) ZYVOX: 0,94 (+21 %) VFEND: 0,63 (+23 %) ZITHROMAX/ZMAX: 0,43 (-31 %) DIFLUCAN: 0,41 (-5 %) VIAGRA: 1,76 (+ 6 %) DETROL: 1,19 (+8 %) CAMPTOSAR: 0,97 (+7 %) SUTENT: 0,58 (+166 %) AROMASIN: 0,40 (+25 %) XALATAN/XALACOM: 1,60 (+10 %) GENOTROPIN: 0,84 (+6 %) ZYRTEC: 1,54 (-2 %) </small>

EU-Klimaplan bis 2020: Moderatere Ziele

Das <a href=http://ec.europa.eu/energy/climate_actions/doc/2008_res_directive_en.pdf>Klima- und Energiepaket</a> der EU-Kommission sieht vor, bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 um 20 % zu reduzieren. Österreich soll die Treibhausgase bis 2020 um 16 % senken und den Anteil an erneuerbaren Energien von 24 auf 35 % erhöhen. Gegenüber den für Österreich utopischen Vorgaben aus dem Kyoto-Protokoll bedeutet das eine spürbare Korrektur. <% image name="Schlot" %><p> Beim "Klimagipfel" auf Bali war die Europäische Union noch für eine Reduktion von mindestens 25-40 % eingetreten. Jetzt scheint bereits etwas mehr Realitätssinn eingekehrt zu sein. Da Österreich im Rahmen des Kyoto-Abkommens verpflichtet ist, seine Treibhausgas-Emissionen 2008-2012 um 13 % gegenüber 1990 zu verringern, bedeutet das nunmehrige EU-Klimaschutz-Ziel für 2020, dass Österreich nach 2012 seine Emissionen wieder um 15 % erhöhen darf - auf ein Niveau, das 2 % über dem Wert von 1990 liegt. Dennoch: "Die Vorschläge der EU-Kommission werden die gesamte europäische Wirtschaft vor eine gewaltige Herausforderung stellen", kommentiert WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Er befürchtet ein "Über-das-Ziel-Hinausschießen" und "massive Standortverluste". Unternehmen sollen künftig die im Rahmen des Emissionshandels benötigten <b>Zertifikate</b> ersteigern müssen. Daraus würde eine jährliche Belastung der österreichischen Wirtschaft resultieren, die vorsichtig geschätzt von 2013 bis 2020 von 350 auf 700 Mio € steigen würde. "Dies würde auf ein klimapolitisch völlig kontraproduktives Industrievertreibungs-Programm hinauslaufen", so Leitl. Dass die EU-Kommission bei der Aufteilung der Ziele auf die Mitgliedstaaten nicht berücksichtigt, in welchem Ausmaß ein Land seine Potenziale bereits genutzt hat, ist für die Industrie unverständlich. Zudem sei die für Österreich vorgesehene Steigerung des "Erneuerbaren"-Anteils auf 35 % des Endenergieverbrauchs aus heutiger Sicht außer Reichweite, solange der Verbrauch jährlich um fast 2 % wächst. Um Europas Industrie etwas zu beruhigen, hat EU-Umweltkommissar Stavros Dimas die Einführung von <b>Klimaschutzzöllen</b> auf energieintensive Produkte aus Ländern, die nicht am Kyoto-Protokoll teilnehmen, vorgeschlagen. Österreichs Bauernlobby ist davon überzeugt, das notwendige Plus an Ökoenergie ohne Einschränkung der Lebensmittelproduktion zur Verfügung stellen zu können, da nun nach dem Ende der Flächenstilllegung 10 % mehr an Ackerflächen zur Verfügung stehen. Die Landwirtschaftskammer pocht freilich auf ein noch "moderneres Ökostromgesetz". EU-weit sollen die neuen Klimaziele 1 Mio neue Arbeitsplätze schaffen, für Österreich würde das rund 20.000 neue Jobs bedeuten. Wie viele Jobs diese Übereifrigkeiten vernichten werden, wagt derzeit noch niemand zu schätzen. Die von der EU für 2020 für den gesamten <b>Verkehr</b> in Österreich vorgeschriebene Reduktion der CO<small>2</small>-Äquivalente um 3,9 auf 20,56 Mio t habe der Verkehr im Innland bereits 2006 erreicht, so der ARBÖ. Selbst wenn man jene Treibhausgase hinzurechnet, die durch den Tankexport Österreich auf dem Papier schlecht geschrieben werden, hat es in Österreich 2006 einen Rückgang des CO<small>2</small>-Ausstoßes durch den Verkehr um 1,2 auf 23,25 Mio t gegeben. Damit wurde das von der EU bis 2020 vorgeschriebene Verbesserungsziel bereits zu 1/3 erreicht. Noch nicht berücksichtigt in den Zahlen von 2006 sind die inzwischen realisierte Beimischung von Ethanol zu Benzin im abgelaufenen Jahr sowie die Erhöhung der MöSt. <b>Die Emissionsziele (gegenüber dem Basisjahr 2005) sowie die Vorgaben für den Anteil Erneuerbarer (bis 2020):</b><p> <table> <tr><td width="125"><u>Land</u></td><td width="125"><u>Emissionen</u></td><td width="125"><u>Erneuerbare</u></td></tr> <tr><td>Belgien</td><td>- 15 %</td><td>13 %</td></tr> <tr><td>Bulgarien</td><td>- 5 %</td><td>13 %</td></tr> <tr><td>Dänemark</td><td>- 20 %</td><td>30 %</td></tr> <tr><td>Deutschland</td><td>- 14 %</td><td>18 %</td></tr> <tr><td>Estland</td><td>+ 11 %</td><td>25 %</td></tr> <tr><td>Finnland</td><td>- 16 %</td><td>38 %</td></tr> <tr><td>Frankreich</td><td>- 14 %</td><td>23 %</td></tr> <tr><td>Griechenland</td><td>- 4 %</td><td>18 %</td></tr> <tr><td>Großbritannien</td><td>- 16 %</td><td>15 %</td></tr> <tr><td>Irland</td><td>- 20 %</td><td>16 %</td></tr> <tr><td>Italien</td><td>- 13 %</td><td>17 %</td></tr> <tr><td>Lettland</td><td>+ 17 %</td><td>42 %</td></tr> <tr><td>Litauen</td><td>+ 15 %</td><td>23 %</td></tr> <tr><td>Luxemburg</td><td>- 20 %</td><td>11 %</td></tr> <tr><td>Malta</td><td>+ 5 %</td><td>10 %</td></tr> <tr><td>Niederlande</td><td>- 16 %</td><td>14 %</td></tr> <tr><td>Österreich</td><td>- 16 %</td><td>34 %</td></tr> <tr><td>Polen</td><td>+ 14 %</td><td>15 %</td></tr> <tr><td>Portugal</td><td>+ 1 %</td><td>31 %</td></tr> <tr><td>Rumänien</td><td>+ 19 %</td><td>24 %</td></tr> <tr><td>Schweden</td><td>- 17 %</td><td>49 %</td></tr> <tr><td>Slowakei</td><td>+ 13 %</td><td>14 %</td></tr> <tr><td>Slowenien</td><td>+ 4 %</td><td>25 %</td></tr> <tr><td>Spanien</td><td>- 10 %</td><td>20 %</td></tr> <tr><td>Tschechien</td><td>+ 9 %</td><td>13 %</td></tr> <tr><td>Ungarn</td><td>+ 10 %</td><td>13 %</td></tr> <tr><td>Zypern</td><td>- 5 %</td><td>13 %</td></tr> </table> EU-Klimaplan bis 2020: Moderatere Ziele

Pläne für Competence Park Salzburg werden konkret

Auf dem ehemaligen Stadtwerkeareal in Salzburg-Lehen soll nach einem Konzept von <a href=http://www.prisma-zentrum.com>PRISMA</a> innerhalb der nächsten 3-5 Jahre für rund 75 Mio € der "Competence Park Salzburg" entstehen. Der Schwerpunkt dieses neuen Technologie- und Dienstleistungsstandortes soll in den Life Sciences liegen. <% image name="Salzburg_Competence_Park" %><p> <small> Übersichtslageplan vom geplanten Competence Park Salzburg. &copy; PRISMA </small> Der Standort wird in Kooperation mit der Stadt und dem Land Salzburg sowie der Salzburg AG, die als Liegenschaftseigentümer den Investoren - der zur PRISMA Unternehmensgruppe zählenden Competence Investment AG und der Hypo Tirol - eine Option zum Ankauf dieses rund 20.000 m² großen Grundstücksteils eingeräumt hat, entwickelt. Die städtebauliche und inhaltliche Herausforderung wird geprägt durch die Nähe zum Landeskrankenhaus und zur privaten medizinischen Paracelsus Universität. Das Konzept der PRISMA sieht vor, mit dem Competence Park Salzburg neue F&E-Einrichtungen von regional und überregional tätigen Unternehmen und Institutionen in den Life Sciences und Creative Industries anzulocken. Eine entsprechende Koordinationsstelle für sämtliche Life Science und Creative Industries relevanten Themenbereiche soll eingerichtet werden. Auch eine spezielle Vermittlung beim Zugang zu Inkubatorenmodellen sowie Risikofinanzierungen soll zur Verfügung gestellt werden. <small> Auf Basis dieses Konzepts wurde ein Architektenwettbewerb abgehalten. In den Bereichen Life Sciences, Hotel und Nahversorgung wurden die Vorschläge von Berger + Parkkinen (Wien), Boris Podrecca (Wien) und Halle 1 (Salzburg) wurden zur Überarbeitung empfohlen. Die Entscheidung wird nach der Überarbeitung durch die Architekten Ende Februar 2008 gefällt. Die Entscheidung für die Neugestaltung des ehemaligen Stadtwerkehochhauses, das für die creative industries vorgesehen ist, ist auf Riepl Riepl (Linz) gefallen. </small> Pläne für Competence Park Salzburg werden konkret

US-Genetiker entwaffnen Ebola-Viren

Die Entfernung eines einzelnen Gens verwandelt den Erreger eines tödlichen hämorrhagischen Fiebers in ein harmloses Laborvirus, das sich nur noch in speziellen Zelllinien vermehrt. US-Forscher beschreiben eine Variante des Ebola-Virus, mit dem sie auch außerhalb von Hochsicherheitslaboren experimentieren möchten. US-Genetiker entwaffnen Ebola-Viren <% image name="Ebola_Virus" %><p> <small> Die erstmals 1976 identifizierten Ebola-Viren gehören zu den gefährlichsten Krankheitserregern. Menschen, die sich in den sehr seltenen und begrenzten Epidemien in abgelegenen Regionen Afrikas infiziert hatten, starben zu 50-90 % binnen weniger Tage. &copy; Wikipedia </small> Wie die meisten Viren sind Ebola-Viren genetische Minimalisten. Der Erreger besteht nur aus 8 Genen, von denen eines, das VP30-Gen, für die Vermehrung in infizierten Zellen essenziell ist. Um dies herauszufinden, benötigten Yoshihiro Kawaoka und sein Team von der Universität Madison im US-Staat Wisconsin mehrere Jahre. Der Grund besteht in den hohen Sicherheitsmaßnahmen, welche die Zahl der Experimente mit Ebola-Viren limitieren - sie sind nur in Laboren der Schutzstufe 4 (biosecurity level 4) erlaubt. Darin werden Zu- und Abluft filtriert und der Luftdruck künstlich gesenkt. Es darf kein Material aus dem Labor entfernt werden, Tierkörper müssen im Labor beseitigt werden. BSL4-Labors sind extrem kostspielig, weltweit gibt es nur 27 Stück. Das VP30-Gen des Ebola-Viurus codiert für ein Protein, das die Replikation in der Wirtszelle ermöglicht - ohne dieses Protein ist es also nicht vermehrungsfähig. Um mit Viren ohne dieses Gen arbeiten zu können, benötigen die Forscher eine spezielle Zelllinie, welche sie ebenfalls hergestellt haben. Es handelt sich um Nierenzellen von Affen, in die das Gen für VP30 ins Erbgut eingebaut wurde. Diese Zellen werden von den VP30-freien Ebola-Viren infiziert. Für alle anderen Zellen sind die Viren harmlos, versichern die Forscher. Sie hoffen deshalb auf eine Genehmigung, mit der gezüchteten Zelllinie in Laboren der Sicherheitsstufe 3 oder 2 fortsetzen zu dürfen. <small> Yoshihiro Kawaoka, Peter Halfmann, Jin H. Kim, Gabriele Neumann, Hideki Ebihara, Takeshi Noda and Heinz Feldmann: PNAS (2008; 105: 1129-1133) </small>

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