Archive - Jan 10, 2013

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Kunststoffgewebe schützt Gebäude bei Erdbeben

Das Karlsruhe Institute of Technology (<a href=http://www.kit.edu>KIT</a>) hat ein Glasfaser-Kunststoff-Gewebe entwickelt, das Mauerwerk verstärken und so im Erdbebenfall das Herabfallen von Trümmern verhindern kann. Nun bringt es der Baustoffproduzent <a href=http://www.roefix.com>Röfix</a> auf den Markt – und hat dabei vor allem Italien als Vertriebsgebiet im Auge.

 

Das gemeinsam mit den Unternehmen Bayer Material Science, Mapei und Dr. Günther Kast entwickelte Gewebe hat vier Faserrichtungen und kann mit dem passenden Putz an der Gebäudefassade angebracht werden kann.Durch die Verbindung der steifen, zugfesten Glasfaserkomponente mit dem Putz kann das Mauerwerk die höheren Zugspannungen besser abtragen, die während eines Erdbebens auftreten. Es wird so verhindert, dass punktuelle Schäden entstehen, die zu Rissen auswachsen können. Sollten bei starken Beben die Glasfasern dennoch reißen, halten die elastischen Fasern aus dem Kunststoff Polypropylen die zerbrochenen Wandsegmente zusammen und somit die Fluchtwege frei. Auf diese Weise kann das Einstürzen von Mauerwerk bei Erdbeben verhindert oder zumindest so lange verzögert werden, dass wertvolle Zeit für die Evakuierung gewonnen werden kann.

„Schon wenn man die kritischen Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen oder Altenheime verstärkt, wäre im Katastrophenfall eine Menge erreicht“, argumentiert KIT-Forscher Lothar Stempniewski. Das Gewebe war zunächst für den süddeutschen Raum entwickelt worden, kann aber wegen der Ähnlichkeit der dort verwendeten Baustoffe auch in Italien vermarktet werden werden, wo aufgrund der größeren Erdbebenhäufigkeit höherer Bedarf herrscht.