Archive - Mai 2013

Datum

May 31st

EU-Debatte um klinische Studien

Nach Stimmen aus dem EU-Parlament hat sich nun auch die Pharmig zur Debatte um eine neue EU-Verordnung zu klinischen Studien zu Wort gemeldet: Die pharmazeutische Industrie sagt ja zur Beibehaltung von  Ethikkommissionen, ist aber gegen die völlige Offenlegung der Daten.

 

In der Debatte um eine geplante EU-Verordnung zur Erleichterung von klinischen Studien haben sich nun auch österreichische Stimmen zu Wort gemeldet. So forderte der Gesundheitssprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, der österreichische EU-Abgeordnete Richard Seeber, dass Studien an Patienten auch weiterhin einer unabhängigen, interdisziplinär besetzten Ethikkommission vorgelegt werden sollen. Seeber sprach sich zwar für eine Entbürokratisierung der Arzneimitteltests aus, Sicherheit und Integrität von Menschen müssten aber gewahrt bleiben. Entsprechend auch die Entscheidung des Gesundheitsausschusses des europäischen Parlaments aus: Dem Berichtsentwurf zufolge soll die Durchführung klinischer Studien gegenüber der bislang geltenden Richtlinie aus dem Jahr 2001 einfacher, leichter und schneller werden. Gleichzeitig sollen durch eine Publikationspflicht auch für nicht erfolgreiche Studien die Transparenz erhöht und durch verpflichtete Einbeziehung von Ethikkommissionen die Interessen der Patienten gewahrt werden.

 

Pharmig fordert Schutz von geistigem Eigentum

Die österreichische Interessenvertretung der pharmazeutischen Industrie, Pharmig, teilt einige Anliegen der Parlamentarier. Auch Pharmig-Generalsekretär Jan-Oliver Huber sprach sich in einer Aussendung  explizit für die Beibehaltung der Ethikkommissionen aus. Den Zugang zu klinischen Studiendaten für alle zu öffnen, sieht Huber aber aus mehreren Gründen für problematisch an: Damit würden nicht nur heikle Patientendaten für jedermann einsehbar, auch der Schutz geistigen Eigentums für die Pharmaunternehmen und damit die Grundlage der Forschungsarbeit sei gefährdet. „Eine vollkommene Offenlegung wäre der Beerdigungsruf  der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit“, so  Huber wörtlich. Die Daten klinischer Studien würden ohnehin  all jenen Behörden vorliegen, die über die Zulassung von Arzneimitteln entscheiden. Wenn aber der Schutz geistigen Eigentums für die Unternehmen nicht mehr gegeben sei, würde das deren wirtschaftliche Existenz bedrohen.

 

 

 

May 29th

Fachbereichsarbeiten in Chemie ausgezeichnet

BASF Österreich hat die Auszeichnung der acht besten Fachbereichsarbeiten im Bereich Chemie unterstützt, die von Maturanten an Österreichs höheren Schulen verfasst wurden.

 

Von den 79 in diesem Schuljahr im Fach Chemie verfassten Fachbereichsarbeiten wurden 44 zur Prämierung durch die Gesellschaft österreichischer Chemiker (GÖCH), den Fachverband der chemischen Industrie Österreichs (FCIO) und den Verband der Chemielehrer Österreichs (VCÖ) eingereicht. „Das Verfassen einer Fachbereichsarbeit ist sicher jene Form der Reifeprüfung, die den größten Arbeitseinsatz von den Maturantinnen und Mauturanten erfordert“, hob VCÖ-Präsident Ralf Becker hervor und unterstrich das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten.

Die hohe Qualität und die Themenbreite würden zeigen, wie wichtig es sei, naturwissenschaftliches Interesse zu fördern, meinte Joachim Meyer, Geschäftsführer von BASF Österreich. Meyer betonte, dass das Unternehmen die Initiative bereits seit Jahren zu unterstütze, um so jungen Leuten die Möglichkeit zu geben, die Ergebnisse ihrer Forschungen der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Von den besten acht Fachbereichsarbeiten kommen drei aus Wien und je eine aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark.

 

 

 

 

May 27th

Borealis: Neuer Verantwortlicher für den Energie- und Infrastruktur-Markt

Gilles Rochas ist neuer Vice President Energie und Infrastruktur des Chemie- und Kunststoffkonzerns <a href=http://www.borealisgroup.com>Borealis</a>. Der 49-jährige Franzose folgt in diese Funktion Marc Hubert nach, der das Unternehmen verlässt.

 

Rochas hat Ingenieurswissenschaften an der Technischen Universität Troyes in der Region Champagne-Ardenne studiert und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Kunststoffbranche. 2008 wurde er Vice President Film & Moulding bei Borouge, einem Joint Venture von Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company, und hatte danach eine Reihe von Positionen im oberen Management bei Borealis in Wien inne. Zuletzt war er seit 2012 für Borouge als Vice President Sales für die Regionen Südostasien und Australien & Neuseeland in Singapur tätig.

Alfred Stern, im Borealis-Vorstand verantwortlich für das Polyolefin-Geschäft, würdigte Rochas´ internationale Erfahrung und weitreichenden Branchenkenntnisse. In seiner neuen Position soll er nun die Marktposition in den Märkten  Energie und Infrastruktur stärken und die Zusammenarbeit mit Borouge in diesem Bereich verbessern.

 

May 24th

EU-Kommission spricht Neonicotinoid-Teilverbot aus

Die EU-Kommission hat am 24. Mai das schon erwartete Verbot der drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für die Anwendung in den Kulturen Mais, Raps, Sonnenblume und Baumwolle ausgesprochen.

 

Nach der Pattstellung, die im Berufungsausschuss am 29. April entstanden war, lag der Ball bei der EU-Kommission: Weder für noch gegen ein Verbot der Anwendung der drei Neonicotinoide  Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam ab 1. Dezember in den Kulturen Mais, Raps, Sonnenblume und Baumwolle, konnte die notwendige Dreiviertelmehrheit der Mitgliedsstaaten erreicht werden. Allgemein wurde erwartet, dass die Kommission dem von ihr eingebrachten Vorschlag nun eigenständig folgen werde. Genau das trat nun am 24. Mai ein.

 

Österreichische Reaktionen

Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich, der im Berufungssauschuss gegen den Kommissionsvorschlag gestimmt hatte, schwenkte nach massivem Druck von Oppositionsparteien und Umweltaktivisten, aber auch von Seiten des Koalitionspartners SPÖ, auf eine neue Linie um. In diesem Sinne fiel auch sein Kommentar zum nunmehr erfolgten Verbot aus: Man unterstütze diese Maßnahme der EU-Kommission und habe beim Bienengipfel am 7. Mai eine Lösung erarbeitet, die Bienen- und Pflanzenschutz effizient miteinander verbinde. Derzeit werde an einem Aktionsplan für Imker und Bauern gearbeitet, der unter anderem ein Beratungsprogramm für Bauern, ein Bienengesundheitsprogramm und Investitionen in einen Forschungsschwerpunkt zum Thema beinhalte.

Bauernvertreter befürchten durch das nun ausgesprochen Verbot massive Ertragsverluste vor allem bei Mais, wo gegen das Schadinsekt Maiswurzelbohrer keine alternative Form der Schädlingsbekämpfung zur Verfügung stehe. Umweltaktivisten wie Global 2000 geht das Teilverbot wiederum nicht weit genug. In einer Aussendung fordert die Organisation ein generelles Verbot der Wirkstoffklasse. Die Bienenschutz-Relevanz eines Verbots der Anwendung in nichtblühenden Pflanzen wie der Zuckerrübe wird von Experten aber stark angezweifelt.

 

 

 

 

May 23rd

Boehringer: Wolfgang Baiker in den Vorstand berufen

Wolfgang Carius, im Vorstand von <a href=http://www.boehringer-ingelheim.com>Boehringer Ingelheim</a> bislang für Biopharmazie und Produktion verantwortlich, scheidet mit Ende Juni aus dem Unternehmen aus. Zu seinem Nachfolger wurde Wolfgang Baiker berufen, der zuletzt die Gesamtverantwortung für die Entwicklungsaufgaben des Konzerns innehatte.

 

Carius hat mehr als 26 Jahre im Unternehmensverband verbracht und dabei vor allem produktionsbezogene Aufgaben wahrgenommen. So hat er etwa das Biopharmazie-Geschäft mitaufgebaut und war für das weltweite Pharma-Produktionsnetzwerk von Boehringer Ingelheim verantwortlich.

Baiker hat Medizin studiert und arbeitet seit 1989 für Boehringer. Er hat verschiedene Funktionen im Unternehmensbereich Forschung, Entwicklung und Medizin innegehabt, und war dabei sowohl in den USA als auch in der Unternehmenszentrale in Ingelheim tätig. Von 2004 bis 2009 hat er mit Biberach den größten Entwicklungsstandort des Unternehmensverbandes geleitet.

 

 

 

May 21st

HPV-Überträger Mann: Experte rät zu Impfung

Eine in Österreich durchgeführte Studie ergab, dass Männer im sexuell aktiven Alter, die als Hauptüberträger von Humanen Papilloma-Viren (HPV) gelten, zu 60 Prozent mit den Hochrisikotypen 16 und 18 infiziert waren. Bei vorpubertären Buben lag diese Quote immerhin bei 10 Prozent.

 

Chronische HPV-Infektionen können im Laufe des Lebens zu bösartigen Veränderungen führen. Vor allem für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs werden die im Zuge der Geburt oder durch Geschlechtsverkehr übertragenen Viren verantwortliche gemacht. Veränderte sexuelle Praktiken haben aber auch zu einem Anstieg von Krebserkrankungen im Anal- sowie im Mund- und Rachenraum geführt.

Als primäre Überträger gelten Männer, bei denen Zellen im inneren Vorhautblatt des Penis als Virusreservoir identifiziert wurden. Da in vielen Betroffenen das Virus unbemerkt wieder ausheilt, ist es bislang schwierig festzustellen, wie viele Männer das Virus in sich tragen.

 

Inneres Vorhautblatt infiziert

Dieser Frage ging nun eine Studie nach, die unter der Leitung von Josef Oswald von der kinderurologischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck durchgeführt wurde. Untersucht wurden insgesamt 250 Knaben und Männern. Dabei zeigte sich, dass 60 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen mit den Hochrisiko-Typen 16 und 18 (die mit der Entstehung von Tumoren in Zusammenhang gebracht werden) infiziert waren, 50 Prozent mit den Stämmen 6 und 11 (die Genitalwarzen und Kehlkopfpapillomatose auslösen können).

Auch bei den untersuchten Buben zwischen null und zehn Jahren war das innere Vorhautblatt in 10 Prozent der Fälle mit einem der Hochrisiko-Stämme, in 20 Prozent mit einer Niedrigrisikovariante infiziert.

Als vorbeugende Maßnahmen nennt Oswald die Beschneidung der Vorhaut, vor allem aber eine HPV-Impfung von Knaben und Mädchen noch vor dem Eintritt in das geschlechtsreife Alter, um die Übertragungskette zu unterbrechen. Eine solche Impfung biete einen zuverlässigen Schutz gegen Tumoren des Gebärmutterhalses, der Schamlippen und des Penis. Die Experten des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern kritisieren die geringe Durchimpfungsrate in Österreich: Nur etwa 5 Prozent der Mädchen seien gegen HPV geimpft, geimpfte Knaben seien überhaupt eine Rarität.

 

 

 

 

May 17th

Tag der Pflanze in Österreich

Anlässlich des <a href=http://www.plantday12.eu/austria.htm>Internationalen Tags der Pflanze“</a> besuchte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle das Department für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur.  Eine Führung durch Labors und Gewächshäuser war Teil eines Programms, das auf die Bedeutung der Pflanzenwissenschaften hinweist.

 

Töchterle wurde von Margit Laimer, Professorin für Pflanzenbiotechnologie an der BOKU, durch die Räumlichkeiten der Abteilung geführt, die am 17. Mai allen Besuchern offen standen. Der Minister betonte dabei die Bedeutung der pflanzlichen Biodiversität von geschätzten 250.000 Arten – „eine faszinierende Vielfalt, die einen nachhaltigen Umgang unabdingbar macht“, so der Minister. Auch Josef Glößl, BOKU-Vizerektor für Forschung, betonte die Bedeutung der Pflanzenwissenschaften, deren Ergebnisse für eine Produktion von Nahrungsmitteln ebenso wichtige seien wie für Gartenbau und Forstwirtschaft, für die Gewinnung von Arzneimitteln, die Bereitstellung von Energie oder für den Klima- und Naturschutz.“ Die BOKU habe sich auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren international sichtbar positioniert, etwa mit Themen wie der genetischen Kontrolle des Pflanzenwachstums über Pflanzen-Pathogen-Wechselwirkungen oder modernen Methoden der Pflanzenzüchtung.

Der Besuch fand im Rahmen des „Fascination of Plants Day“ statt, der am 18. Mai von der European Plant Science Organization, einer unabhängigen akademische Vereinigung im Bereich Pflanzenforschung koordiniert wird, und zum Ziel hat, Menschen für Pflanzen zu faszinieren und die Notwendigkeit der Pflanzenwissenschaften für zentrale Lebensbereiche des Menschen aufzuzeigen. Auch in Österreich findet dazu eine Reihe an Veranstaltungen statt, etwa eine Buchpräsentation der Freunde des Naturhistorischen Museums Wien, der „Tag der Artenvielfalt“ auf der Garten Tulln, eine Movie Night unter dem Motto „Pflanzen: tierisch raffiniert“ am Gregor Mendel Institut, Vorträge und Führungen zur Sortenvielfalt im Weinbau am Lehr- und Forschungszentrum für Wein- und Obstbau sowie eine Pflanzenschau im Park des Francisco Josephinum in Wieselburg.

 

 

 

 

 

 

 

Anschubfinanzierung für Okids

<a href=http://www.bmgf.gv.at>Gesundheitsministerium</a> und <a href=http://www.pharmig.at>pharmazeutische Industrie</a> finanzieren gemeinsam den Aufbau des österreichischen Forschungsnetzwerks „Okids“, das zentrale Anlaufstelle für klinische Studien in der Pädiatrie sein wird.

 

Der Blick auf das Kind als Patient hat sich grundlegend geändert. Galt es vor wenigen Jahrzehnten noch als unethisch, klinische Studien an Kindern durchzuführen, sieht man es heute umgekehrt als problematisch an, dass über die Wirkungsweise vieler Arzneimittel auf den kindlichen Organismus zu wenige Daten zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund wurde ein österreichisches Forschungsnetzwerk ins Leben gerufen, das den Namen „Okids“ trägt und Strukturen für die Durchführung pädiatrisch-klinischer Studien schaffen will. Das Gesundheitsministerium und 30 Unternehmen der pharmazeutischen Industrie beteiligen sich zu gleichen Teilen an der Anschubfinanzierung von insgesamt 1,5 Millionen Euro.

 

Netzwerk und Datenpool

Okids-Geschäftsführerin Ruth Ladenstein(St. Anna Kinderkrebsforschung) sieht die Aufgabe des Netzwerks darin, eine zentrale Anlaufstelle für Academia, Industrie und den niedergelassenen Bereich zu bilden und so Transparenz in allen Fragen der Kinderarzneimittelforschungzu gewährleisten. Das mit der Forschung verbundene Datenpooling soll das Wissen über Wirkungen und Nebenwirkungenkomplettieren.

Das Forschungsnetzwerk wird darüber hinaus als Schnittstelle zu internationalen Organisationen wie dem European Network of Paediatric Research (EnprEMA) fungieren. Okids wird fünf Koordinationszentren unterhalten, zwei in Wien und je eines in Graz, Salzburg und Innsbruck.

 

 

 

 

 

 

May 16th

ARA-Sammlung auf konstantem Niveau

 

Mit rund 829.600 Tonnen sammelte die Altstoff Recycling Austria (ARA) 2012 etwa gleich viel Verpackungsmaterial wie 2011 (834.300 Tonnen). Mit rund 513.000 Tonnen war auch das Aufkommen von Verpackungsabfällen aus Haushalten gegenüber 2011 (514.700 Tonnen) weitgehend konstant. Das teilten die ARA-Vorstände Christoph Scharff und Werner Knausz heute bei der Bilanzpressekonferenz ihres Unternehmens mit. Scharff zufolge wurden rund 667.000 Tonnen oder 86 Prozent der erfassten Mengen stofflich verwertet. Thermisch verwertet wurden weitere 110.600 Tonnen oder acht Prozent. Bei den restlichen sechs Prozent handelt es sich Scharff zufolge um falsch eingebrachte Abfälle (Fehlwürfe) sowie nicht verwertbaren Restmüll. 

Knausz fügte hinzu, die ARA habe, die kürzlich ihr 20jähriges Bestehen feierte, ihre Lizenztarife 2012 im Vergleich zu 2011 um zehn Prozent oder rund 16 Millionen Euro auf durchschnittlich 126 Euro pro Tonne gesenkt. Laut Knausz erfolgte damit gegenüber 1995 eine Tarifsenkung von insgesamt 58 Prozent, „und das haben wir als Monopolist gemacht.“ In Deutschland, wo sich gut zehn Betreiber von Sammmelsystemen katzbalgten, lägen die Tarife für die Erfassung von Kunststoffverpackungen um 25 Prozent über den österreichischen, bei Papierverpackungen seien sie sogar um 50 Prozent höher.

ARA-Aufsichtsratschef Alfred Berger zog daraus das wenig überraschende Resümee: Im Zuge der anstehenden Novellen des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) und der Verpackungsverordnung solle das bestehende „funktionierende österreichische System der Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen adaptiert, aber nicht zerstört werden.“ 

 

Jetzt oder wann?

Bei den Novellen geht es darum, gemäß den Vorgaben der Europäischen Union die Sammlung und Verwertung der in Haushalten anfallenden Verpackungen für den Wettbewerb zu öffnen. Derzeit ist dort faktisch nur die ARA tätig. Knausz erwartet, dass die seit Jahren umstrittenen Novellen noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden. Am 20. Juni tage der Umweltausschuss des Nationalrates. Bis dahin könne eine Finalisierung der Texte erfolgen. Der Beschluss im Plenum wäre dann in der Sitzung vom 4. bis 5. Juli möglich. Gelinge es nicht, die Novellen in diesen Sitzungen zu beschließen, steht laut Knausz „in den Sternen, wann sie kommen. Niemand weiß, wie die nächste Regierung ausschaut. Außerdem fragt sich, ob der künftige Umweltminister ausgerechnet dieses schwierige Thema sofort wieder aufgreifen würde."

Außer Streit ist nach Angaben Knausz' mittlerweile, dass die ARA ihre Rücklagen von rund 70 Millionen Euro auch weiterhin für Tarifsenkungen verwenden darf. Laut dem ursprünglichen AWG-Entwurf wäre das nicht möglich gewesen, um ihr keinen potenziellen Vorteil gegenüber dem Mitbewerb zu geben. Knausz erläuterte am Rande der Bilanzpressekonferenz, die diesbezügliche Bestimmung im Entwurf sei entfallen, „weil es ja nicht um ein abfallrechtliches Thema geht, sondern um ein wettbewerbsrechtliches.“ Und „selbstverständlich“ halte die ARA das Wettbewerbsrecht peinlich genau ein. Sie habe niemals verbotenerweise Angebote unter ihren Mindestkosten gelegt und werde das auch künftig nicht tun. „Wir wurden x-fach geprüft. Nie konnten uns irgendwelche Verstöße nachgewiesen werden“, betonte Knausz.

 

Gegen die Trittbrettfahrer 

Zwei weitere wichtige Punkte der AWG-Novelle sind mittlerweile ebenfalls ausverhandelt, ergänzte Knausz. Unter dem Dach der Wirtschaftskammer (WKO) werde eine „Verpackungskoordinierungsstelle“ eingerichtet. Diese werde prüfen, ob alle Lizenzpartner die von ihnen verursachten Verpackungsmengen ordnungsgemäß melden und die Lizenzgebühren in entsprechender Höhe entrichten. So könne das „Trittbrettfahren“ weitgehend unterbunden werden: „Davon hat ja niemand etwas, ausgenommen die Trittbrettfahrer selbst“, scherzte Knausz. Überdies werden den Kommunen ihre Leistungen bei der Verpackungssammlung mit einem „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ abgegolten, wie sie dies vehement gefordert hatten, teilte der ARA-Vorstand dem Chemiereport mit. Genaue Zahlen wollte Knausz allerdings nicht nennen.


Auf Wiedersehen im Herbst 

Pragmatisch äußerte sich Knausz zu den Debatten um die Interseroh Austria (ISA). Der Verwaltungsgerichtshof hatte Mitte März eine Beschwerde des Unternehmens gegen einen Bescheid des Umweltministeriums abgewiesen, mit dem der ISA die Verlängerung der Lizenz zum Sammeln von Gewerbeverpackungen verweigert wurde. Die ISA habe mittlerweile beim Umweltministerium eine neue Lizenz mit verringertem Umfang beantragt, die Stellungnahme der ARA zu dem Antrag sei bereits ergangen. Knausz: „Wir haben nichts gegen eine neuerliche Lizenzvergabe, wenn sich die ISA an die Regeln hält, die für alle gelten.“ Ihm zufolge könne die Angelegenheit „bei etwas gutem Willen der Beteiligten, vor allem natürlich der ISA und des Ministeriums“, in wenigen Monaten bereinigt werden: „Wir gehen davon aus, dass die ISA im Herbst wieder auf dem Markt ist.“ 

 

 

 

 

 

 

May 14th

CEM und Biotage im Patentstreit

Das Europäische Patentamt hat ein von <a href=http://www.biotage.com>Biotage</a> angefochtenes Patent für ein Verfahren der Mikrowellen-Peptidsynthese des deutschen Anbieters <a href=http://www.cem.de>CEM</a> in seiner Gültigkeit bestätigt. Die Interpretationen der beiden Unternehmen gehen aber im Wortlaut etwas auseinander.

 

Biotage, ein englischer Anbieter von Labor-Equipment für die Molekularbiologie, hat Einspruch gegen Patente erhoben, die der deutsche Anbieter CEM in Europa und Japan für ein Verfahren der Mikrowellen-unterstützten Festphasensynthese von Peptiden erteilt bekommen hat. Nach Ansicht von Biotage ist der erteilte Patentschutz zu breit.  Sowohl das Japanische als auch das Europäische Patentamt haben sich daraufhin für eine Beschränkung des Patentschutzes ausgesprochen. Gegen beide Entscheidungen konnte Berufung eingelegt werden.

 

Eine Entscheidung, zwei Sichtweisen

Wie CEM nun mitteilte, hat das Europäische Patentamt in einer mündlichen Verhandlung das europäische Patent Nr. 1 491 552 in vollem Umfang aufrecht erhalten hat. Biotage sei nicht in der Lage gewesen, eine frühere Methode zu finden oder vorzulegen, auf deren Basis das Patent widerrufen hätte werden können, man habe den Patentstreit also gewonnen.

Biotage sieht das anders. Man sei überrascht, das CEM von einem Streit spreche und noch mehr, dass man behaupte, ihn gewonnen zu haben. Es handle sich vielmehr um eine laufende Diskussion um die angemessene Breite der Patente. Biotage hob auch hervor, dass die CEM-Patente die Protokolle, die in Biotage-Geräten vorinstalliert seien, unberührt ließen.

CEM wiederum ließ wissen, dass die Anwendung der durch das Patent EP 1 491 552 geschützten Methoden nur auf Mikrowellensystemen erfolgen könne, die für dieses Verfahren lizenziert seien. Kein anderes Mikrowellensystem könne angeboten oder verwendet werden, um CEMs patentierte Mikrowellen-Peptidsynthese (einschließlich Entschützung und Kupplung) durchzuführen, ohne gegen dieses oder andere verwandte CEM-Patente zu verstoßen.

 

 

 

 

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