Archive - Aug 10, 2016
Lanxess: Umsatz sinkt, EBITDA steigt
10.08.16
von
Klaus Fischer
Der Umsatz des Spezialchemikalienkonzerns Lanxess belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf rund 3,9 Milliarden Euro, um 6,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2015. Laut Finanzbericht wurde dies durch die Weitergabe niedrigerer Einkaufspreise an die Kunden sowie durch Wechselkursverluste verursacht. Jedoch erhöhte sich das EBITDA um 14,3 Prozent auf 542 Millionen Euro, was Lanxess mit gesunkenen Fertigungskosten und höheren Absatzmengen begründet.
Am 1. April erhielt Lanxess von der Saudi Aramco rund 1,2 Milliarden Euro für die Beteiligung am Joint-Venture Arlanxeo, das auf dem Markt für synthetischen Kautschuk tätig ist. Damit sank die Netto-Verschuldung auf rund 198 Millionen Euro, verglichen mit 1,2 Milliarden Euro Ende Dezember 2015.
Für das zweite Halbjahr gibt sich Vorstandschef Matthias Zachert optimistisch. Das Segment Advanced Intermediates soll sich, wie auch die Segmente Performance Chemicals und High Performance Materials, positiv entwickeln. Lediglich die Arlanxeo könnte wegen der „markoökonomischen Schwäche in den Wachstumsmärkten“ und zusätzlich auf den Markt kommenden Kapazitäten von Mitbewerbern unter Druck geraten. Daher erhöht Lanxess die Prognose für das EBITDA des Gesamtjahres von 900 bis 950 Millionen Euro auf 930 bis 970 Millionen Euro.
OMV „finanziell stabilisiert“
10.08.16
von
Klaus Fischer
„Wir haben die OMV finanziell stabilisiert“. So kommentierte Generaldirektor Rainer Seele heute das Halbjahresergebnis des österreichischen Öl- und Erdgaskonzerns. Dessen Umsatz fiel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 26 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) verringerte sich um 704 Millionen Euro auf -253 Millionen Euro. Als Gründe nannte Seele die stark gesunkenden Öl- und Erdgaspreise sowie Wertbereinigungen von insgesamt rund 600 Millionen Euro, von denen 530 Millionen auf den 50-Prozent-Anteil der OMV am Rosebank-Ölfeld entfallen. Wie die OMV gestern am späten Abend meldete, will sie 30 Prozent von Rosebank an die kanadische Suncor Energy verkaufen. Suncor bezahlt dafür 50 Millionen Euro beim Vertragsabschluss, der für das vierte Quartal 2016 geplant ist, sowie weitere 150 Millionen Euro, sobald die an Rosebank beteiligten Firmen die endgültige Investitionsentscheidung treffen.
Seele wollte den operativen Verlust nicht überbewertet wissen. Wesentlich wichtiger ist ihm zufolge, dass das um Lagerhaltungseffekte bereinigte EBIT vor Sondereffekten (CCS-EBIT vor Sondereffekten) mit +381 Millionen Euro positiv ist - wenn es auch um 46 Prozent niedriger ausfiel als im ersten Quartal 2015. Auch sei es gelungen, den Free Cashflow um eine Milliarde Euro zu verbessern. Nach Abzug der Dividende belaufe sich dieser auf 27 Millionen Euro: „Das ist vielleicht nicht viel. Aber es ist der Abschied von den Dividenden auf Pump“. Mittels ihres Einsparungsprogramms werde die OMV ihre Kosten heuer gegenüber 2015 um rund 100 Millionen Euro senken. Bis Ende 2017 ist laut Seele eine Einsparung von weiteren 50 Millionen Euro geplant. Die für heuer vorgesehenen Investitionen werden um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro vermindert. „Wir sparen intelligent bei Einkaufskonditionen und Prozessen“, erläuterte Seele.
EBIT-Rückgang im Downstream-Geschäft
Im Downstream-Geschäft, zu dem die Petrochemie gehört, verzeichnete die OMV einen Rückgang des CCS-EBITs vor Sondereffekten um zehn Prozent von 529 auf 475 Millionen Euro. Begründet wird dies mit der Referenz-Raffineriemarge, die von 7,6 US-Dollar pro Fass (USD/bbl) im ersten Halbjahr 2015 auf 4,9 USD/bbl fiel. Von 176 Millionen Euro auf 203 Millionen Euro erhöht hat sich der Beitrag der Borealis, vor allem wegen des besseren Olefin- und Polyolefin-Geschäfts.
Für das Gesamtjahr rechnet die OMV weiter mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 40 US-Dollar pro Fass. Die Raffineriemargen dürften weiter zurückgehen. Ihre voraussichtliche Jahresproduktion an Öl und Erdgas beziffert die OMV mit „leicht über 300.000“ Fass pro Tag, wovon etwa 70.000 Fass auf die norwegische Nordsee entfallen. In Libyen und im Jemen wird die OMV heuer aller Wahrscheinlichkeit die Förderung nicht mehr aufnehmen. Der Grund ist die „andauernd kritische Sicherheitssituation“.