Große Unterschiede im ökologischen Nutzen von Biotreibstoffen
Eine <a href=https://ec.europa.eu/energy/sites/ener/files/documents/Final%20Report_GLOBIOM_publication.pdf>Studie</a> des in Laxenburg bei Wien angesiedelten „International Institute for Applied Systems Analysis“ (IIASA) hat sich im Detail angesehen, welchen Einfluss die Nutzung von Biotreibstoffen in Europa auf die Landnutzung in anderen Teilen der Welt hat. Dabei zeigten sich große Unterschiede zwischen unterschiedlichen Rohstoffquellen.
In der Diskussion um Biotreibstoffe spielt der Begriff der indirekten Landnutzungseffekte eine wichtige Rolle: Landwirtschaftliche Fläche, die für die Gewinnung von Biomasse verursacht wird, steht nicht zur Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln zur Verfügung. Da die entsprechenden Mengen aber dennoch benötigt werden, muss anderswo mehr Fläche landwirtschaftlich genutzt werden – was die ökologischen Vorteile von Bioethanol oder -diesel wieder zunichtemachen könnte.
Eine Studie des IIASA im Auftrag der Europäischen Kommission hat sich diese Zusammenhänge nun im Detail angesehen. Dabei zeigte sich, dass besonders die Verwendung bestimmter pflanzlicher Öle wie Palm- oder Sojaöl signifikante Treibhausgasemissionen verursacht. Die Auswirkungen von Rohstoffen für die Ethanol-Produktion wirken sich im Allgemeinen weniger aus als jene für Biodiesel, vor allem bei Verwendung von Nutzpflanzen mit hoher Ausbeute wie Zuckerrohr der Mais. Am besten schnitten sogenannte Biotreibstoffe der zweiten Generation wie Stroh oder forstwirtschaftliche Rückstände ab, von denen einige sogar eine negative Treibhausgasbilanz aufweisen.
OMV: Raffinerie Schwechat geht in Revision
16.03.16
von
Klaus Fischer
Es ist wieder einmal so weit: Wie alle sechs Jahre muss die OMV auch heuer die gesetzlich vorgeschriebene umfassende Sicherheitsprüfung („Turnaround“) in der Raffinerie Schwechat durchführen. Im Zeitraum 4.bis 24. April werden zentrale Teile der Anlage stillgelegt, auseinandergenommen, gründlich gereinigt, untersucht und gewartet, wieder zusammengebaut sowie in Betrieb genommen. Ein Vorhaben, bei dem es sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinn nicht zuletzt um die Wurst geht: Erstens umfasst der Turnaround das sogenannte „Herz der Raffinerie“, die Rohöldestillationsanlage 4. Zweitens werden die mit den Arbeiten befassten Personen, von denen 2.500 von Partnerfirmen stammen, während des „Turnarounds“ etwa 200.000 Wurstsemmeln verzehren, rechnet der Direktor der Raffinerie, Thomas Gangl, vor.
Die OMV nutzt die Gelegenheit, um eine neue Entschwefelungskolonne in die bestehenden Anlagen einzubinden. Der Koloss mit seinen 300 Tonnen Gewicht ersetzt laut Gangl ein System, das bereits seit 1981 in Betrieb war. Insgesamt rund 40 Millionen Euro wendet die OMV für das Vorhaben auf. Wie Gangl im Gespräch mit dem Chemiereport festhält, lassen sich durch die Arbeiten einige Effizienzsteigerungen erzielen: „Die Gesamtkosten holen wir damit allerdings nicht herein.“
Größten Wert legt die OMV darauf, die Arbeiten ohne Unfälle zu verrichten. Aus diesem Grund wurden im Zuge der zwei Jahre dauernden Vorbereitung des „Turnaround“ zusätzliche Monitoringanlagen installiert und 180 eigene Mitarbeiter sowie rund 700 Beschäftigte der Partnerfirmen speziell geschult. Etwa 45 Personen („Safety Stewards“) sind nach Angaben Gangls ausschließlich mit Sicherheitsaufgaben befasst. „Außerdem gibt es täglich Meetings, bei denen die Sicherheit der Arbeit der erste Tagesordnungspunkt ist“, berichtet Gangl.
Minutöse Planung
Laut Projektleiter Stefan Hölbfer lässt sich der „Turnaround“ als eine Art riesige „Pickerlüberprüfung“ auffassen. Für deren möglichst reibungslosen Ablauf soll eine minutiöse Planung sorgen, die rund 29.000 Arbeitsstunden in Anspruch nahm. Unterstützt werden die mit dem Vorhaben befassten Personen von einem vollelektronischen Koordinierungsinstrument, in dem buchstäblich jeder Handgriff erfasst wird. Zu inspizieren und zu warten sind unter anderem 16 Prozessöfen, 478 Wärmetauscher, rund 1.100 Sicherheitsventile, 2.128 Armuaturen und 3.400 Stück an Mess- und Regeltechnikausrüstung. Überdies werden neue Rohrleitungen mit einer Gesamtlänge von etwa 14 Kilometern verlegt. Insgesamt fallen um die 600.000 Arbeitsstunden an.
„Riesengroße Wertschöpfung“
Ihre Vorteile von der Raffinerie im Allgemeinen und dem „Turnaround“ im Besonderen hat auch die Stadtgemeinde Schwechat, berichtet Bürgermeisterin Karin Baier: „Die Raffinerie bringt uns riesengroße Wertschöpfung.“ Details dazu können nach Angaben der Stadtverwaltung nicht bekannt gegeben werden. Laut Budgetvoranschlag 2016 machen die „ausschließlichen Gemeindeabgaben“, zu denen auch die Kommunalsteuer gehört, etwa 47,1 Prozent des Ordentlichen Haushaltes der Stadtgemeinde aus. In absoluten Zahlen entspricht dies rund 33,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Insgesamt plant die Kommune für heuer Einnahmen von etwa 77,1 Millionen Euro. Dazu kommt laut Baier, dass etwa 300 Personen aus Schwechat bei der OMV beschäftigt sind. Und im Zuge der nun anlaufenden Revisionsarbeiten „merken wir, dass die Lokale am Abend voller sind und mehr Nächtigungen verzeichnet werden.“ Kurz und gut: Die OMV sei ein „stabiler Partner“ der Stadtgemeinde, und das solle, wenn irgend möglich, auch weiterhin so bleiben.
Laut Gangl entfallen etwa 4,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Niederösterreich auf die Raffinerie. „Sie ist natürlich ein Wirtschaftsmotor für die Region.“ Das nächste Großprojekt ist übrigens bereits in Vorbereitung. Im Frühjahr 2017 gehen die petrochemischen Anlagen der Raffinerie in Revision. Die Kosten werden lauf Hölbfer „noch etwas höher“ sein als die des diesjährigen Turnarounds.