Archive - Dez 6, 2010

Roche pusht labordiagnostische Methoden

Neue Tests für Gebärmutterhalskrebs und Hepatitis-C – Gesundheitsökonom Schröck: Vorsorge rechnet sich – Roche-Diagnostics-Chefin Kashan: nicht Kassen direkt ansprechen, sondern auf Meinung der Fachärzte setzen. <% image name="Roche_Web" %> <small><b>Freie Fahrt für Labordiagnostik:</b> Roche-Diagnostics-Zentrale in Rotkreuz/CH <i>Bild: Roche</i></small><p> Schon im Mai hatte <a href=http://www.roche.com target=_blank>Roche</a> bei einer Pressekonferenz auf die Wichtigkeit labordiagnostischer Methoden hingewiesen und seinen S100-Test für leichte Gehirnerschütterungen präsentiert. Heute hieß es bei einer Pressekonferenz, mit derartigen Tests sei auch die Identifizierung von Viren möglich, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Überdies lasse sich der Genotypus von Hepatitis-C-Viren bestimmen.<br> Von einer Vermarktungskampagne wollte die Geschäftsführerin der Roche Diagnostics GmbH in Wien, Andrijka Kashan, auf Anfrage allerdings nicht gesprochen wissen. Auch zum Businessplan hinsichtlich der Tests äußerte sie sich gegenüber dem Chemiereport nicht: „Ich habe dazu keine Zahlen.“ Außerdem gehe es weniger ums Geschäft als „um die Früherkennung lebensbedrohlicher Erkrankungen.“<br> Was den auf Gebärmutterhalskrebs bezogenen „cobas HPV 4800“-Test betrifft, verwies Kashan auf die im Juli präsentierte Athena-Zulassungsstudie im Auftrag ihres Unternehmens. In deren Rahmen wurden von Mai 2008 bis August 2009 rund 47.000 US-Amerikanerinnen im Alter von mindestens 30 Jahren auf die Krankheit untersucht. Laut Kashan zeigte sich dabei die Überlegenheit des Roche-Tests gegenüber dem zurzeit gebräuchlichen Papanicolaou-Test (PAP-Test). In den Presseunterlagen las sich das so: „Eine von zehn Patientinnen im Alter von 30 Jahren oder älter, bei der der HPV-Genotypisierungstest für die HPV-Risikotypen 16 oder 18 positiv ausfiel, zeigte eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, obwohl ihr PAP-Abstrich unauffällig war.“ <p> <b>„Vorsorge rechnet sich“</b><p> In Österreich werden jährlich rund 380 Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, 2009 wurden 141 Todesfälle infolge der Krankheit verzeichnet. Der Gesundheitsökonom Thomas Schröck sagte, die Behandlung von Krebsarten, die durch HPV-Viren ausgelöst werden können, koste hierzulande rund 25 Millionen Euro pro Jahr. Da sei es billiger, alle drei Jahre Screenings mit Methoden wie dem „cobas HPV 4800“-Test durchzuführen. Die schlügen nämlich nur mit 15 Millionen Euro zu Buche und seien damit um immerhin zehn Millionen Euro billiger: „Sie verhindern aber etwa 90 Prozent der Sterbefälle und rund 345 Krebsfälle pro Jahr.“ Die Vorsorge im Allgemeinen und derartige Tests im Besonderen rechneten sich daher. <p> <b>Auf Fachärzte setzen</b><p> Von den Krankenkassen bezahlt werden die Tests zurzeit nicht. Kashan sagte, es sei nicht die Aufgabe ihres Unternehmens, „die Kassen direkt anzusprechen.“ Vielmehr setze Roche „in erster Linie“ auf die Meinung der Fachärzte. Und die fiel zumindest bei der Pressekonferenz einhellig aus: Hinsichtlich Gebärmutterhalskrebs sinnvoll sei eine Kombination des PAP-Tests mit HPV-Genotypsierungstests, betonten der Gynäkologe Sepp Leodolter von der medizinischen Universität Wien sowie der Labormediziner Thomas Szekeres vom Allgemeinen Krankenhaus Wien. Szekeres ergänzte, in Österreich entfielen nur rund 1,9 Prozent der Kosten für das Gesundheitssystem auf Präventionsmaßnahmen: „Im EU-Durchschnitt sind es drei Prozent.“ <br> Das Volumen des österreichischen Labordiagnostik-Marktes wurde von Roche im Mai auf Anfrage des Chemiereport im Übrigen mit rund 237 Millionen Euro beziffert, der eigene Anteil daran mit etwa 44 Prozent. Roche pusht labordiagnostische Methoden

Diskussion um Schutz vor Krankenhausinfektionen

Experten verschiedener Disziplinen diskutierten in München Lösungsstrategien im Kampf gegen Krankenhausinfektionen. Die Referenten kamen zum Schluss, dass ein Drittel aller Krankenhausinfektionen vermieden und die Ausbreitung multiresistenter Keime weitgehend eingedämmt werden kann. Diskussion um Schutz vor Krankenhausinfektionen <% image name="Krankenhaus1" %> <small><b>Ansteckung im Krankenhaus?</b> Modernes Hygienemanagement könnte nosokomiale Keime wirksam bekämpfen. Bild: J. Ch. Thiemen, Nürnberg 1682</small> Voraussetzungen dafür seien Optimierungen im Hygienemanagement und ein konsequentes Screening auf die gefährlichen Erreger oder ein konsequentes Screening aller Risikopatienten, wurde auf einer Veranstaltung festgehalten, die von der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft e. G. in Kooperation mit dem Medizintechnik-Unternehmen BD organisiert wurde. „Laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene kommt es jedes Jahr in Deutschland zu etwa 600.000 Krankenhausinfektionen mit bis zu 40.000 Todesfällen“, erläuterte Alexander Mellmann vom Universitätsklinikum Münster. Bei diesen Ausmaßen könne von einer „schleichenden Pandemie“ gesprochen werden. Neben dem menschlichen Leid verursachten Krankenhausinfektionen enorme Kosten für das Gesundheitswesen: „Die vorliegenden Daten lassen auf direkte Mehrkosten durch Krankenhausinfektionen von mindestens 1,5 Milliarden Euro im Jahr schließen“, so Jan Helfrich vom Krankenversicherungsträger DAK. <b>Erfahrungen mit dem Hygienemanagement</b> Christoph Hoppenheit, kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Münster, berichtete über das Programm zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen, das man in dem von ihm geleiteten Spital umgesetzt hat. Schon heute sei es für Kliniken möglich, mit geringem Kostenaufwand das Hygienemanagement signifikant zu verbessern. Wenn alle Verantwortlichen zusammenarbeiteten, könne sogar eine deutliche Kostenreduktion erreicht werden, so der Ökonom. „Die konkrete Umsetzung der Infektionsprävention in Kliniken beginnt in den Köpfen der Mitarbeiter“, betonte Reinier Mutters, Leiter der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Marburg. Um einen Bewusstseinswandel zu erreichen, solle jede Klinik über ausreichend Hygienefachpersonal verfügen und gezielte Weiterbildungen anbieten. Um die Verbreitung von multiresistenten Krankenhauskeimen zu bekämpfen, seien darüber hinaus umfassendes präventives Screening, die konsequente Umsetzung von Hygienemaßnahmen, zu denen auch die Isolation von kolonisierten Patienten gehören kann, sowie restriktive aber rationale Antibiotikarichtlinien notwendig. <small> <b>Über die P.E.G.</b> Die P.E.G. ist Deutschlands älteste Einkaufsgesellschaft im Gesundheitswesen. Sie unterstützt seit 40 Jahren Gesundheitseinrichtungen im Beschaffungsmanagement, bietet Fachberatung und Seminare für Kliniken, Reha und Altenheime. </small>

Neue Ergebnisse zu Rituximab bei symptomlosem follikulärem Lymphom

<a href=http://www.gene.com>Genentech</a> und <a href=http://www.biogenidec.com>Biogen Idec</a> haben Ergebnisse einer Phase III-Studie zur Behandlung von symptomlosem follikulärem Lymphom mit Rituximab (Handelsnamen Rituxan/MabThera) veröffentlicht. Demnach kann durch Verabreichung des therapeutischen Antikörpers das Risiko, dass die Krankheit sich verschlechtert, verringert werden. Neue Ergebnisse zu Rituximab bei symptomlosem follikulärem Lymphom <% image name="Lymphoma_macro" %> <small><b> Das follikuläre Lymphom</b> ist das häufigste aller niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphome. Im Bild ein follikuläres Lymphom, das einen Lymphknoten ersetzt hat. Bild: Wikipedia-User emmanuelm/Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz </small> Bislang wurden dem follikulärem Lymphom in der Regel mit „kontrolliertem Zuwarten“ begegnet, bevor sich spezifische Symptome zeigten, weil frühere Studien keinen Vorteil einer Chemotherapie unmittelbar nach der Diagnose ergaben. In der nun durchgeführten Phase-III-Studie konnte hingegen gezeigt werden, dass die unmittelbare Verabreichung von Rituximab, gefolgt von der kontinuierlicheren Einnahme des Präparats in geringerer Dosis, die Notwendigkeit einer Chemo- oder Strahlentherapie hinauszögern und die Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überleben erhöhen kann. Das Sicherheitsprofil des Medikaments erwies sich dabei als konsistent mit früheren Ergebnissen. <b>Eine Form von Non-Hodgkin-Lymphom</b> Das follikuläre Lymphom ist das häufigste aller niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und macht etwa 20–35 % aller NHLs aus. Klinisch zeigen sich Lymphknotenschwellungen, aber auch andere lymphatische Organe, wie die Milz oder das lymphatische Gewebe im Rachenraum oder im Gastrointestinaltrakt können betroffen sein. Häufig ist auch ein mehr oder weniger ausgeprägter Knochenmarkbefall durch das Lymphom vorhanden. Meist haben die Patienten bei Diagnosestellung keine wesentlichen Beschwerden, lediglich Lymphknotenschwellungen, die aber (wie z. B. bei einer akuten bakteriellen Infektion) nicht schmerzhaft sind. <b>Über Rituximab</b> Rituximab ist ein therapeutischer Antikörper, der spezifisch an das Protein CD20 bindet, das an der Oberfläche von entarteten und normalen B-Zellen gefunden wurde. Bei NHL und rheumatoider Arthritis unterstützt der Wirkstoff das körpereigene Immunsystem dabei, CD-20-positive B-Zellen zu eliminieren. In der Regel regenerieren sich die B-Zellen nach einer Rituximab-Behandlung und erreichen innerhalb von zwölf Monaten ihre ursprüngliche Anzahl. Rituximab wurde von Biogen Idec entdeckt und 1997 zum ersten Mal von der FDA zur Behandlung von NHL zugelassen. Mittlerweile ist es bei einer ganzen Reihe an NHL- und Rheumatoide Arthritis-Indikationen in Gebrauch. Das Präparat wird in den USA, unter dem Handelsnamen „Rituxan“, in Japan von Chugai & Zenyaku Kogyo Co. Ltd. und im Rest der Welt von Roche unter dem Namen „MabThera“ vermarktet.

REACH: Erste Registrierungsphase abgeschlossen

Rund 24.700 Dossiers eingereicht – Überprüfung durch Chemikalienagentur <a href=http://echa.europa.eu target=_blank>ECHA</a> in den kommenden Monaten REACH: Erste Registrierungsphase abgeschlossen <% image name="BASF_01_Web" %> <small><b>Nächstes Mal ab 100 Tonnen Jahresproduktion:</b> Am 31. Mai 2013 endet die zweite REACH-Registrierungsphase.<i>Foto: BASF</i></small> Die erste Phase der Registrierung im Rahmen des EU-Chemikalienmanagementsystems REACH ist abgeschlossen. Insgesamt 24.675 Dossiers wurden der europäischen Chemikalienagentur <a href=http://echa.europa.eu target=_blank>ECHA</a> zum Ablauf der ersten Registrierungsfrist am 30. November vorgelegt, teilte die Agentur mit. Die Dossiers beziehen sich auf rund 4.300 Stoffe, davon etwa 3.400 „Phase-in-Stoffe“. Das sind im Wesentlichen Substanzen, die bereits vor 1981 auf dem Markt waren und für die eine Vorregistrierung möglich war. In den kommenden Wochen wird die ECHA die eingereichten Dossiers überprüfen. Bis 28. Feber soll der Großteil der Überprüfungen abgeschlossen werden, der Rest im Lauf des kommenden Jahres, teilte die ECHA mit. <br> Bis 30. November registriert werden mussten insbesondere Stoffe, die jährlich in einer Menge von mindestens 1.000 Tonnen in der EU hergestellt oder in die EU importiert werden. Registrierungspflichtig waren weiters Stoffe mit gefährlichen Auswirkungen auf die aquatische Umwelt, die pro Unternehmen in Mengen von 100 Tonnen oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden. Betroffen waren überdies gefährliche (vor allem krebserregende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende) Stoffe, von denen jährlich mindestens eine Tonne importiert oder von einem einzelnen Unternehmen erzeugt wird. <p> <b>Ein Fünftel aus Drittstaaten</b><p> Rund 86 Prozent der Registrierungen erfolgten durch Industrieunternehmen, 14 Prozent entfielen auf Klein- und Mittelbetriebe. Geographisch betrachtet, kamen 81 Prozent der Registrierungen von Unternehmen mit Sitz innerhalb der EU. Der Rest entfiel auf sogenannte „Representatives“, das heißt, Vertreter von Unternehmen mit Sitz in Drittstaaten. <br> Bei der Zahl der Registrierungen lag Deutschland mit 4.727 an der Spitze, gefolgt von Großbritannien mit 2.430, den Niederlanden mit 1.922 und Frankreich mit 1.838. Aus Österreich langten 392 Registrierungen ein. Die nächste Registrierungsfrist endet am 31. Mai 2013. Sie bezieht sich auf Stoffe, von denen seit 2007 mehr als 100 Tonnen pro Jahr und Unternehmen hergestellt oder importiert werden.